Spott im Netz: Norwegische Faschisten halten leere Bussitze für Terroristen in Burkas

„Was soll man davon halten?“ ist ein Foto übertitelt, das in einem Bus aufgenommen wurde. Der Norweger Sindre Beyer gelangte in den Besitz der Aufnahme sowie zahlreicher Kommentare dazu und veröffentlichte mehr als 20 Screenshots davon auf seiner Facebook-Seite. Das Bild war in einer geschlossenen Facebook-Gruppe mit dem Titel Fedrelandet viktigst (etwa „Das Vaterland zuerst“) gepostet worden. Und die Kommentare sind erschreckend: Die besorgten Bürger Norwegens sahen in den sechs leeren Bussitzen eine Invasion von Menschen, die Burkas tragen. Und die Angst ums Vaterland war groß.

Die scheinbare Islamisierung ihres Landes entlockte den Betrachtern des Fotos Kommentare wie „Unterdrückung von Frauen“, „Das sieht wirklich beängstigend aus, Burkas sollten verboten werden. Man kann nie wissen, wer darunter steckt. Könnten ja Terroristen mit Waffen sein“, „Igitt“, „Tragisch“ und noch viel Schlimmeres. 

Die Angst vorm Islam

„Was passiert, wenn das Bild von ein paar leeren Bussitzen in einer braunen Gruppe bei Facebook gepostet wird und fast jeder denkt, er sieht Burkas?“, hatte Sindre Beyer seine zahlreichen Facebook-Freunde gefragt – und sein Beitrag wurde fast 2000 mal geteilt. Das Entsetzen über die rechte Szene in Norwegen war unter seinen Freunden groß. „Ich hoffe immer, dass solche Menschen keine Kinder haben“, kommentierte eine Frau.

Der norwegischen Site „Nettavisen“ sagte Beyer, dass er der rund 13.000 Mitglieder umfassenden Faschisten-Gruppe eine Weile gefolgt sei: „Ich bin schockiert darüber, wie viel Hass und Fake News dort verbreitet werden. Die Hassreden gegen leere Bussitze zeigen, wie stark Vorurteile über Klugheit siegen. Deshalb habe ich das Posting geteilt: Damit mehr Menschen sehen können, was in den dunklen Ecken des Internets vor sich geht.“

Rene Berglund Steen, Leiter des Norwegischen Zentrums gegen Rassismus (Antirasistisk senter), erklärte „Nettavisen“, dass die irrationale Reaktion auf sechs leere Bussitze zeige, wie schnell Menschen Schlüsse ziehen: „Die Leute sehen, was sie sehen wollen, und was sie sehen wollen, sind gefährliche Muslime. Auf gewisse Weise ist das ein interessanter Test, wie schnell sie Bestätigungen für ihre eigenen Wahnvorstellungen finden.“

Nonne rast den Hügel runter

Rückkehr des Handy-Königs: Nokias neue Smartphones im Test: Nicht am falschen Ende sparen

Wohl kaum ein Unternehmen stand so sehr für Mobiltelefone wie Nokia. Dann kam das Smartphone. Nokia entschied sich beim Betriebssystem für das ungeliebte Windows Phone – und verlor die Schlacht gegen Apple, Samsung und Co. Jetzt sind die Finnen mit neuen Smartphones zurück. Was sie taugen, verrät unser Test.

Während Nokia-Handys eher ein bisschen teurer waren als die Konkurrenz, geht der neue Mutter-Konzern HMD diesmal einen anderen Weg: Alle drei neuen Geräte richten sich preislich an Einsteiger. Das Nokia 3 mit 5-Zoll-Display kostet 145, das Nokia 5 mit seinen 5,2 Zoll 200 und das mit 5,5 Zoll größte Nokia 6 240 Euro. Die drei Smartphones unterscheiden sich nicht nur in der Display-Diagonale, sondern auch bei der technischen Ausstattung.Nokia 3 Nokia 5 Nokia 6 Logo 

Metall oder Plastik?

Und auch bei den verwendeten Materialien. Während das günstige Nokia 3 noch eine Plastik-Rückseite hat, sind die anderen beiden vollständig aus Metall gefertigt. In dieser Preisklasse ist das durchaus noch ungewöhnlich. Auch die Verarbeitung ist gemessen an den Anschaffungskosten sehr gut. So hochwertig wie ein iPhone 7 oder ein Galaxy S8 fühlen sich die Geräte aber natürlich nicht an. Die kleineren Macken wie der nicht ganz eben abschließende Sim-Schacht lassen sich aber gut verschmerzen. 

Beim günstigeren Nokia 3 ist die Verarbeitung nicht ganz so gelungen. Am Übergang zwischen der Kante des Metallrahmens und der nicht abnehmbaren Rückseite ist ein sichtbarer Spalt – in dem sich nach nur einer Woche Staub angesammelt hat. Da hätte man von Nokia mehr erwartet.Nokia 3 Nokia 5 Nokia 6 Detail 

Eleganz zum kleinen Preis

Gegenüber dem stern betonte HMD, man wolle mit den Geräten an die Stärken der alten Nokia-Handys anknüpfen – und habe deshalb besonderen Wert auf das Design gelegt. Das fällt schlicht aus und unterscheidet sich je nach Gerät leicht: Das Nokia 3 und das Nokia 5 erinnern mit ihren abgerundeten Kanten an das iPhone, das Nokia 6 hat mit seinem angeschliffenen Rahmen eher etwas von Huawei-Smartphones. Den Kamera-Steg kennt man dagegen von Motorola.

Alle drei Geräte sehen gut aus und fühlen sich in der Hand angenehm und unerwartet edel an. Besonders innovativ ist das Design aber bei keinem von ihnen. Die Unibody-Gehäuse mit den Plastik-Streifen für die Antennen sind schon seit Jahren Standard-Optik – wenn auch gut umgesetzt.Galaxy S8 Test_17.10

Spartechnik

Bei der technischen Ausstattung darf man zum Preis der Smartphones natürlich nicht zu viel erwarten. Dem Nokia 3 merkt man den Sparpreis leider schon bei der alltäglichen Nutzung an. Alles ist etwa zäher, beim Scrollen ruckelt es auch mal. Bei den beiden größeren Modellen ist das nur sehr selten der Fall, so schnell wie teurere Smartphones sind beide aber nicht. Für den Preis ist das aber auch nicht zu erwarten. Wer keine ressourcenhungrigen Apps benutzt, sollte mit der Leistung des Nokia 5 und des Nokia 6 im Alltag völlig zufrieden sein. Nur wer geduldig ist, kommt auch mit dem Nokia 3 aus.

Ansonsten entspricht die Ausstattung der Preisklasse. Im Nokia 3 und Nokia 5 sind 16 GB Speicher verbaut, das Nokia 6 bringt 32 GB mit. Alle drei schlucken microSD-Karten, falls der Platz nicht ausreicht. Der nicht austauschbare Akku fällt mit 2630 mAh beim Nokia 3 und 3000 mAh bei den größeren Modellen zwar nicht üppig, aber angemessen aus. Alle halten einen ganzen Tag durch, müssen dann aber ans Kabel. Eine Schnelllade-Funktion hat keines der drei Geräte an Bord. Geladen wird per Micro-USB. Der moderne USB-C-Anschluss wurde eingespart.Nokia 3 Nokia 5 Nokia 6 Display

Kein Smartphone für Sonnenanbeter

Bei den Displays bemerkt man die Sparmaßnahmen ebenfalls. Die Helligkeit ist leider etwas zu gering, bei starker Sonneneinstrahlung sind die drei Smartphones kaum ablesbar. Das ist besonders schade, weil die Bildschirme für diese Preisklasse eigentlich recht gut aussehen. Die Farben und die Kontraste stellen sie ordentlich dar, die Auflösung geht mit 1920 x 1080 Bildpunkten beim Nokia 6 in Ordnung. Bei den anderen beiden hätte es aber mehr sein dürfen: 1280 x 720 Pixel ist bei einer Display-Größe von 5 Zoll und mehr zu wenig.

Wenig Foto-Vergnügen

Wer mit den Smartphones fotografieren will, sollte unbedingt die Finger vom Nokia 3 lassen. Die 8-Megapixel-Kamera des günstigsten Nokia-Smartphones ist selbst bei Schnappschüssen schnell überfordert. Sobald die Motive nicht ideal beleuchtet sind oder sich bewegen, kann man die Fotos schlicht vergessen.

Bei den beiden größeren Modellen sind die Kamera etwas brauchbarer. Vor allem bei gutem Licht sind die Bilder detailreich und farbecht. Leider lösen die Kameras recht langsam aus. Teilweise hat man schon das Smartphone gesenkt, bis das Bild im Kasten ist. Neben zu vielen Aufnahmen von den Füssen führt die Verzögerung gerade bei schlechtem Licht viel zu schnell zu unscharfen Aufnahmen. Gemessen am Preis sind die Knipsen des Nokia 5 (13 MP) und des Nokia 6 (16 MP) aber im akzeptablen Rahmen – schließlich kann man für knapp 200 Euro keine Spitzenfotos wie beim Galaxy S8 oder dem HTC U11 erwarten.HTC U11 Test 13.51

Android – aber sicher

Richtig punkten kann Nokia bei der Software. Das größte Problem der meisten Android-Smartphones sind nach wie vor Software-Updates. Selbst Highend-Geräte bekommen oft nur wenige Updates, viele Smartphones bleiben für immer auf dem Stand, auf dem sie beim Kauf waren. Selbst gefährliche Sicherheitslücken werden nicht geschlossen. Nokia will es daher anders machen. Auf den drei Nokias ist das recht aktuelle Android 7.1.1 ab Werk installiert, mindestens zwei Jahre will Nokia die Smartphones mit Updates versorgen.

Weil die Benutzeroberfläche nicht verändert wird, müssen die Nokia-Kunden nur kurze Zeit auf die neuesten Updates warten, verspricht der Konzern. Wird dieses Versprechen gehalten, ist das frische Android ein echtes Verkaufsargument. 

Fazit: Kein Comeback in Topform

Mit dem Fokus auf den Einsteiger-Markt hat Nokia einen mutigen Schritt gewagt. Die Konkurrenz ist groß, die Ansprüche des Unternehmens an sich selbst hoch. Das Ergebnis kann sich – mit Ausnahme des Nokia 3 – durchaus sehen lassen, Maßstäbe setzt es aber nicht. Die drei Geräte machen optisch etwas her, sind toll verarbeitet und kommen mit Update-Versprechen für ganze zwei Jahre. Eigentlich ein rundes Paket.

Leider kommt es aber mit Kompromissen – und die sind nicht klein. Das Nokia 3 ruckelt schon im Betriebssystem vor sich hin, die Kamera ist zum Davonlaufen. Die beiden größeren Modelle haben diese Schwächen zwar nicht, erfüllen aber auch in erster Linie die Erwartungen an ihre Preisklasse. Kamera und Geschwindigkeit gehen in Ordnung, mehr aber auch nicht.

Die neuen Nokia-Smartphones mögen günstig sein, echte Schnäppchen sind sie aber nicht. Vor allem das Nokia 3 kann man selbst zum aktuellen Preis von 145 Euro nicht empfehlen. Für gerade mal 25 Euro mehr bekommt man das mit Ausnahme des Betriebssystems in jeder Hinsicht deutlich überlegene Lenovo Moto G5 (Hier bei uns im Test). Nokia 5 und Nokia 6 können mit dem Moto G5 zwar mithalten, wesentlich besser sind sie zumindest technisch nicht. Dafür haben sie aber die schickere Optik. Die kann aber auch das 220 Euro teure Honor 6x (ebenfalls von uns getestet) bieten – und das hat sogar eine Doppelkamera an Bord.

Bitterböse Rezensionen: Die AfD verkauft ihr Wahlprogramm als E-Book – Amazon-Kunden kennen keine Gnade

Seit Dienstag ist das AfD-Wahlprogramm bei Amazon zu erwerben. Der Anbieter, beziehungsweise Autor: Die Alternative für Deutschland – dies bestätigte AfD-Pressereferent Andreas Zöllner dem stern. Warum man für das Wahlprogramm nun zur Kasse bitte, obwohl es auf der AfD-Website auch kostenfrei zur Verfügung steht? Das Angebot richte sich an diejenigen, die das Wahlprogramm gern als E-Book hätten und die AfD damit unterstützen wollen, erklärt Zöllner.

Man könnte meinen: Das Angebot richtet sich damit an die Liebhaber des AfD-Wahlprogramms. Nur: Allzu viele Fans scheint das Produkt nicht zu haben. In den Kundenbewertungen bei Amazon kommt das ohnehin umstrittene Wahlprogramm der AfD nicht gut weg. Wer hier tatsächlich „Kunde“ oder nur Internet-Troll ist, lässt sich nicht eindeutig sagen – so oder so fallen die Rezensionen zum Großteil kurios und bitterböse aus.

E-Book der AfD „nicht mal als Klopapier verwendbar“

23: AfD stellt sich mit Spitzenduo und Programm für Bundestagswahlkampf auf – e5483f2e7a047bdc„Keine Reichsmark wert“, schreibt etwa der Nutzer „Ham-Ger“. Ihm seien nach dem „Krimi“-Download weitere Buchempfehlungen ausgespielt worden, darunter etwa „Mein Kampf“ – die Hetzschrift von Adolf Hitler. Sein E-Reader sei nur „wegen diesem AfD Geschreibsel absolut randvoll mit verquirltem Durch…ll“ gewesen, ein weiterer Download damit unmöglich.

Für „F.Rechtmann“ sollte das Produkt 88 Cent kosten. Doch: „Wäre es Klopapier mit den Texten der AfD“, sei er bereit, „sogar 18,88 Euro zu zahlen“. Sein Urteil: „Fürn Arsch, sonst für nix gut.“ Auch „Trillian“ scheint mit dem Format unzufrieden: „Da es als E-Book nicht mal als Klopapier verwendbar ist, waren die 2,99 definitiv verschenkt.“Faktenvideo_Mein_Kampf

„Das Original ‚Mein Kampf‘ ist deutlich unterhaltsamer“

Nutzer „Mevolon18“ erkennt sogar ein „schlechtes Plagiat“, findet „das Original ‚Mein Kampf‘ deutlich unterhaltsamer.“ Es wird auch vom Kauf abgeraten, etwa von „Schön Bunt Hier“ – weil das Produkt „einige Merkwürdigkeiten“ aufweise. Beim Start habe das E-Book die Systemzeit des E-Readers auf 1933 geändert, nach dem Kauf seien Werke von „Thomas Mann, Erich Kästner und einigen anderen vom Kindle verschwunden“. Es läge auch „so ein seltsamer Geruch in der Luft, wie angeschmortes Plastik“.

Bis dato wurde das E-Book von 36 „Kunden“ rezensiert – davon haben 33 (ausgerechnet!) das Produkt mit einem Stern (von fünf) bewertet. Drei Kunden haben das Programm mit der Höchstwertung versehen. Einer davon schreibt: „Nun freue ich mich, dass ich es nun ohne Eselsohren mit mir rumtragen kann.“ Zumindest einen Liebhaber hat das E-Book. 

Frauke Petry AfD Medien 6.30

Messenger-Tipps: So hören Sie Whatsapp-Sprachnachrichten am besten

Seit Whatsapp erlaubt, per einfachem Knopfdruck eine Sprachnachricht aufzunehmen und sofort zu verschicken, haben viele Nutzer das Tippen fast ganz eingestellt. Stattdessen wir immer nur kurz das Smartphone ans Ohr gehalten, dann schnell geantwortet – und auf die nächste Nachricht gewartet. Doch wie hört man die Nachrichten am besten ab?

Lautsprecher oder Kopfhörer?

Den besten Sound hat man sicher, wenn man sich die Nachricht über den Lautsprecher des Smartphones anhört. Das bietet sich etwa an, wenn man alleine zuhause oder im Auto sitzt. Sobald man in der Öffentlichkeit ist, wird es aber schnell peinlich. Die anderen können mithören, sich das Smartphone mit dem Lautsprecher ans Ohr zu halten, sieht albern aus.

Was viele nicht wissen: Man kann die Nachricht auch einfach über den Ohrhörer am Smartphone abhören. Dazu startet man im Chat die Nachricht und hält sich das Smartphone einfach in klassischer Telefon-Manier ans Ohr. Schon tönt das Gegenüber für sie Sitznachbarn unhörbar aus der Hörmuschel. Das schützt nicht nur die Privatsphäre, sondern sieht auch noch natürlicher aus. Der Nachteil: Der Klang ist nicht so gut.

Den besten Kompromiss bietet das Abhören per Kopfhörer: Ist der eingesteckt, werden die Nachrichten direkt darüber abgespielt. So verbindet man guten Klang und Privatsphäre – muss aber die Ohrknöpfe dabei haben.Whatsapp_V02_17.40

Was tun bei schlechtem Klang?

Klingen die Nachrichten schlecht, kann das mehrere Ursachen haben. Ist die Nachricht zu leise, hilft es oft, schlicht die Lautstärke am Smartphone zu erhöhen. Ist der Klang dann immer noch nicht besser, könnte auch der genutzte Lautsprecher defekt sein. Daher sollte man erst einmal eine der anderen oben genannten Ausgabe-Methoden ausprobieren. Leider liegt es manchmal auch am Gesprächspartner: Hat der aus Versehen sein Mikro zugehalten oder ist in einer zu lauten Umgebung, bleibt wenig, außer die Nachricht noch einmal aufzunehmen.

Nachrichten auf dem Computer speichern

Hängt man an einigen Nachrichten besonders, kann man sie auch auf dem Computer sichern. Die einfachste Methode ist, die Nachricht gedrückt zu halten und sie sich dann über die Teilen-Option per E-Mail zuzuschicken. Das funktioniert auf dem iPhone und bei Android_Smartphones. Beim Speichern des Mail-Anhangs kann man sie dann auch gleich mit einem aussagekräftigen Namen versehen. Auf Android-Smartphones kann man zudem die Dateien direkt im Dateisystem heraussuchen. Sie befinden sich im internen Speicher unter „Whatsapp“, dann „Media“ und „Whatsapp Voice Notes“.Whatsapp Tricks_8.10

Fitbit Alta HR im Dauertest: Was taugt das Fitnessband am Handgelenk?

Schmal wie das Armband einer Damenuhr ist der schwarze Fitbit-Tracker Alta HR. Das Display soll nicht nur meine täglich zurückgelegte Schrittzahl anzeigen, sondern Aufschluss über meinen Gesundheitszustand geben. Dabei hilft ein Pulssensor: Zwei Leuchtdioden auf der Unterseite messen ständig meinen Herzschlag.

Seit einem Monat habe ich das Hightech-Armband tagsüber und auch nachts am Handgelenk. So erfahre ich, wie mobil ich bin und mit wie wenig Schlaf ich auskomme. Schon nach wenigen Tagen setzt ein Dialog mit dem Display ein: Ich werde gelobt und zu noch mehr Bewegung animiert. Ich gebe zu: Rasch hatte mich das Armband im Griff und ermunterte mich zu Umwegen mit dem Rad, weiteren Läufen, nur um eine weitere Schwelle von Schrittzahlen zu knacken. Doch meine Erfahrungen der Reihe nach.

Wie fast jedes Fitnessband lässt sich auch das Alta HR nur in der Kombination mit der passenden App nutzen. Bei iTunes und Google Play kann man sich die Fitbit-App kostenlos herunterladen. Das Nutzerkonto ist in wenigen Minuten angelegt.

Inbetriebnahme: Minuspunkte

Auspacken, aufladen und loslaufen? Fehlanzeige, so einfach geht das nicht. Zwar ist der Akku des Fitnessarmbandes bereits halb aufgeladen, aber mein Exemplar verlangt eine Aktualisierung der Firmware. Die Bluetooth-Verbindung zur Smartphone-App ist rasch hergestellt, aber das Update funktioniert nicht. Also lade ich die App auch auf mein Tablet mit einer älteren Android-Version herunter und nehme Verbindung mit dem Fitbit auf. Das Log-in verläuft reibungslos, nicht aber die Aktualisierung. Erst beim dritten Versuch per PC über die Website mit einer Kabelverbindung zum Armband wird die aktuelle Software überspielt.

Der Packung sind neben dem Armband noch ein Ladekabel mit USB-Anschluss und Sicherheitshinweise beigelegt. Es fehlt eine Bedienungsanleitung. Denn leider ist bei Fitbit nicht alles selbsterklärend. Keine Hinweise auf die Eingabe der individuellen Schrittlänge und weiteren Feinheiten im Menü. Muss ich das Armband vor dem Duschen ablegen? Solche Basics vermisse ich auch beim Lesen der Produktanleitung als PDF.

Display: ok

„Los, los, los!“ signalisiert mir ein Schriftzug auf dem Display, das bei einer bestimmten Handbewegung von selbst anspringt und die Uhrzeit anzeigt. Mit jeder Berührung werden weitere Zahlen und Symbole abgerufen, die ich nach und nach enträtseln kann. Nachteil: Die Anzeige passt sich nicht den Lichtverhältnissen an, ist bei Sonnenschein kaum ablesbar.

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Bewegungserkennung: sehr gut

Was mich verblüfft: Der Alta erkennt automatisch, welchen Sport ich betreibe, ob Joggen, Radfahren oder Crosstrainer. Doch die Leistungseinheiten, die Anzahl der Schritte, fallen ganz unterschiedlich aus. Laufen und Nordic Walking bringen viel, Fahrradfahren weniger ein. Das halbstündige Krafttraining bei Kieser an Geräten schlägt mit nur 130 Schritten zu Buche. Werkseitig eingestellt ist das Tagesziel von 10.000 Schritten. Am meisten aber bringt das Treppensteigen.

Warum ich einige Tage aussetzen muss

Am dritten Tag entdecke ich vor dem Duschen, als ich das Armband ablege, dass meine Haut am Handgelenk stark gerötet ist. Genau dort, wo die Dioden die Pulsfrequenz messen. Reagiert meine Haut allergisch?

Also verordne ich mir für zwei Tage eine Armband-Pause. Binnen kurzem hat sich alles normalisiert. Ich lege das Armband wieder um – ohne weitere Probleme in den nächsten Wochen, wie sich herausstellt.

Raketenstart in der Elbphilharmonie

Als ich kurz darauf ein Konzert auf einem der billigen Plätze der Elbphilharmonie besuche, vibriert das Armband und beglückwünscht mich mit einem Raketenstart auf dem Display: 8000 Schritte erreicht. Kein Wunder, denn vom Eingang habe ich trotz des minutenlangen Stehens auf der langen Rolltreppe bis in den obersten Rang des Gebäudes 900 Schritte auf unzähligen Treppenstufen zurückgelegt.

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Schwächen an der Alster

Für Hamburger gilt die Runde um die Außenalster als klassische Trainingsstrecke nach Feierabend. Das Armband merkt, ob ich jogge oder auf dem Bike unterwegs bin. Genial wäre es, wenn das Menü auch die Strecke und Laufzeiten festhalten würde. Durch Zufall entdecke beim Spielen mit dem Menü der App unter Training, wie das Armband mit dem GPS des Handys auch die Laufstrecke in einer Google-Map aufgezeichnet. Doch als einmal die sieben Kilometer per Rad abfahre, glaubt die App, dass ich gelaufen sei.

Alsterlauf

Was ich super finde: Wenn ich einen bestimmten Modus aktiviere, sagt mir eine Stimme des Smartphones, wenn ich wieder einen weiteren Kilometer absolviert habe. Eine Woche hält der Akku im Armband durch, dann muss er aufgeladen werden.

Tages- und Wochenberichte: sehr detailliert

Wenn ich abends nach Hause komme, gleiche ich per Bluetooth die gesammelten Daten ab und studiere meine Aktivitäten wie die zurückgelegte Wegstrecke, Schritte, verbrauchte Kalorien und die gesamten Aktivitätsminuten. Alles wird mir optisch gut aufbereitet angezeigt.

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Besonders interessant sind die Unterrubriken wie Herzfrequenz und Schlafrhythmus. Bei letzterem kommt heraus, dass ich keine Nacht mehr als sechs Stunden schlafe und meine Tiefschlafphasen sehr kurz sind. Da verwirrt mich Fitbit, denn bisher dachte ich, dass ich eigentlich gut schlafe. Anscheinend liegt hier ein Messfehler vor.

Fazit

Ich bekenne: So ein Fitnessband hat Suchtpotential und stärkt den Bewegungstrieb enorm. Sitzt man auch nur zwei Stunden am Schreibtisch, wird man ermuntert, sich die Beine zu vertreten. Wer sich darauf einlässt, erntet viel Lob und erreicht locker das Ziel von 10.000 Schritten pro Tag.

Das Alta HR kann sogar noch viel mehr: Wer täglich auf die Waage steigt, kann sein Gewicht und die Menge des getrunkenen Wassers eingeben. Auch besteht die Möglichkeit, sich Anruf-, SMS- und Kalenderbenachrichtigungen auf dem Display anzeigen zu lassen.

Jede Woche erhalte ich von Fitbit per E-Mail eine Zusammenfassung meiner Aktivitäten. Klar, die App sammelt Daten, eben auch sehr persönliche, die auf einem Server des US-Unternehmens gespeichert werden. Deren Datenschutzrichtlinie verspricht, dass kein Handel mit den sensiblen betrieben wird. „Sollten wir deine Daten weitergeben, informieren wir dich, sofern möglich, vorher per E-Mail, es sei denn, dies ist uns per Gerichtsbeschluss untersagt“, heißt es im Kleingedruckten.

Ein Freund von mir, der mich auf das Fitnessarmband ansprach, meinte scherzhaft: „Jetzt weiß die NSA mehr über dich als dein Hausarzt.“

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