Discounter-Deal: Edel-Smartphone bei Lidl: Lohnt sich das HTC U11?

Smartphones vom Discounter, das waren noch vor wenigen Jahren Ramsch-Produkte. Das hat sich drastisch geändert. Zum einen haben sich einige der Marken mächtig gemausert – Huawei wurde in Deutschland durch Lidl bekannt -, zum anderen haben die Discounter heutzutage gelegentlich auch echte Spitzengeräte im Angebot. Aktuell gibt es bei Lidl das HTC U11 für 475 Euro zu kaufen. Aber lohnt sich das Angebot?

Das Gerät kann sich tatsächlich sehen lassen, hier finden Sie unseren ausführlichen Test. Das Design mit der aus mehreren Glasschichten bestehenden Rückseite ist schick, die Verarbeitung hervorragend. Auch technisch macht das U11 viel her. Der Prozessor gehörte bei Veröffentlichung im letzten Sommer zu den schnellsten am Markt und dürfte auch heute noch schwer an seine Grenzen zu bringen sein. Das echte Highlight ist allerdings die Kamera. Die fängt selbst unter schwierigen Bedingungen, etwa bei Gegenlicht, sehr detailreiche Bilder ein. 

Starker Preis – aber kein Super-SchnäppchenHTC U11 Test 13.51

Der von Lidl aufgerufene Preis von 475 Euro ist ein gutes Angebot, zumal eine SIM-Karte von Lidls Mobilfunk-Angebot mit 10 Euro Guthaben beiliegt. Ein Hammer-Schnäppchen ist er aber nicht. Bei Preissuchmaschinen gibt es einzelne Farben bei seriösen Anbietern schon ab 445 Euro. Auch das bei Lidl angebotene blaue Modell gibt es ab 478 Euro, dann aber ohne Guthaben-Karte.

Im Vergleich zu direkten Konkurrenten des Geräts schrumpft die Ersparnis noch weiter. Das Samsung Galaxy S8 (hier haben wir es ausführlich getestet) kann es technisch mit dem U11 aufnehmen, auch die Kamera ist auf einem vergleichbaren Niveau. Hinzu kommt das schicke Design mit einem sehr schmalen Displayrand. Der Preis liegt aktuell selbst bei großen Händlern wie Saturn nur bei 450 Euro. Noch krasser ist der Schritt etwa beim LG G6 (hier bei uns im Test): Das erreicht die beiden Konkurrenten zwar nicht ganz, kommt aber nah ran. Beim Preis hängt es sie aber meilenweit ab: Es kostet aktuell gerade mal um 330 Euro.

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Google-Tochter: Youtube bringt neuen Musik-Streamingdienst an den Start

Google will Apple und Spotify den Markt des Musik-Streamings wohl nicht kampflos überlassen. Unter der Marke der Tochter-Firma Youtube startet der Konzern ein neues Angebot: Youtube Music. Über den Dienst sollen Songs und Musikvideos ab dem 22. Mai verfügbar sein. 

Youtube Music wird zunächst nur in den USA, Australien, Neuseeland, Mexiko und Südkorea verfügbar sein. Deutschland und andere europäische Länder sollen aber „bald“ folgen, hieß es in einem Blogeintrag am Donnerstag. Neben einer werbefinanzierten Gratis-Variante wird es ein Abo-Modell ohne Anzeigen geben, das auch Downloads erlaubt. Diese Variante von Youtube Music kostet ähnlich wie bei anderen Diensten 9,99 Dollar im Monat. Für zwei Dollar mehr bekommt man unter dem Namen YouTube Premium zusätzlich werbefreien Zugriff auf alle Videos der Plattform sowie zu den Exklusiv-Produktionen.

Spotify und Apple hängen Google ab

Den bisherigen Streaming-Dienst Google Play Music gibt es weiter, seine Abo-Kunden bekommen auch automatisch die Premium-Version von YouTube Music.

YouTube hat mehr als eine Milliarde Nutzer, von denen viele auch Musikvideos abrufen. Die Musikindustrie will deshalb schon seit Jahren mehr Geld von der Google-Plattform, YouTube verweist auf die Beteiligung an den Werbeeinnahmen. Der aktuelle Streaming-Marktführer Spotify hat 75 Millionen Abo-Kunden und insgesamt 170 Millionen monatlich aktive Nutzer. Die Nummer zwei ist Apple Music mit über 40 Millionen zahlenden Abonnenten – der iPhone-Konzern verzichtet auf eine Gratis-Version.
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Kündigungen und Proteste: Project Maven: Wegen dieses Pentagon-Deals rennen Google die Mitarbeiter weg

„Don’t be evil“ – das war jahrelang das Motto bei Google. Dann änderte es die Mutterfirma Alphabet Ende 2015 in „Do the right thing“ und machte ihn damit deutlich weniger moralisch. Im letzten Sommer ging der Konzern dann einen gewagten Schritt – und stellte seine künstliche Intelligenz mit „Project Maven“ auch dem Militär zur Verfügung. Jetzt ist der interne Streit um die Entscheidung eskaliert.

Ein gutes Dutzend Mitarbeiter soll in den letzten Tagen deshalb gekündigt haben, berichtet „Gizmodo“. Den meisten gehe es demnach um die moralischen Implikationen von Googles Entscheidung. Bei Project Maven unterstützt der Konzern die durch künstliche Intelligenz gestützte, automatische Untersuchung von Live-Bildern, die Kampfdrohnen im Flug aufnehmen. Die Befürchtung der Google-Mitarbeiter: Auf Grund ihrer Arbeit könnten automatische Waffen die Entscheidung zum Angriff treffen – und auf Basis ihrer autonom gesammelten Erkenntnisse Menschen töten. Eine beängstigende Vorstellung.Google Fahrräder_9,40

Wer entscheidet über den Tod?

Laut dem Bericht haben einige der Mitarbeiter ihre Beweggründe in einem gemeinsamen Dokument gesammelt, das intern weitergegeben wird. Viele von ihnen äußern die Meinung, dass wenn überhaupt Menschen und nicht Algorithmen über den Tod von Personen entscheiden sollten – und Google sich am besten gar nicht mit dem Militär einlassen sollte. Auch der Umgang Googles mit der Kritik stößt vielen sauer auf.

Der Konzern war lange dafür bekannt, sehr offen für Kritik und Anregungen zu sein. Das hat sich nach Ansicht der Kritiker geändert. „In den letzten Monaten bin ich immer enttäuschter gewesen, wie die Firma reagiert und wie mit den Sorgen der Menschen umgegangen wird“, erklärte einer der Mitarbeiter gegenüber „Gizmodo„. Eine Ansage der Firma zu den moralischen Seiten des Vertrages war zuerst versprochen, dann immer wieder verschoben worden.laser

Google verschließt sich

In der Vergangenheit hatte sich Google durch Proteste der Angestellten durchaus umstimmen lassen, etwa als der Konzern 2015 auf seiner Plattform Blogger sexuelle Inhalte verbot. Diesmal scheint es aber schwieriger zu werden. Der Konzern hat zwar Gesprächsrunden zu der Entscheidung veranstaltet, sie aber immer wieder verteidigt. Bei einem zweiten, ähnlichen Vertrag mit dem Pentagon scheint Google einer der Bewerber mit den größten Erfolgsaussichten zu sein. Als weiterer Faktor kommt hinzu, dass Google das Militär nur mit Open-Source-Software unterstützt. Die könnte auch dann genutzt werden, wenn Google kein Geld dafür erhalten würde.

Die Mitarbeiter sind damit nicht zufrieden. Ihrer Ansicht nach hat sich der Konzern nicht genügend um die ethischen Implikationen eines Militär-Einsatzes gekümmert, beklagte sich ein Mitarbeiter bei „Gizmodo“. „Man hätte das klären müssen, bevor man den Vertrag überhaupt abgeschlossen hätte.“ Andere denken wiederum, Google hätte sich gar nicht darauf einlassen sollen. „Google ist schließlich kein kleiner KI-Start-Up, dass sich Kunden in verschiedenen Industrien suchen muss.“ 

Kampf mit dem Gewissen

Für die kündigenden Mitarbeiter war es am Ende wohl eine Gewissensentscheidung. „Gizmodo“ zitiert eine ganze Reihe von ihnen, die mit der Entscheidung zu gehen haderten. „Irgendwann stellte ich fest, dass ich – mit meinem Wissen -, niemandem mehr guten Gewissens empfehlen konnte, bei Google zu arbeiten. Dann fragte ich mich: Wenn ich das nicht kann – warum bin ich dann noch hier?“Fehde Amazon Google Apple 19.14