Provokation bei Facebook: Wenn ein Mercedes vor einer Tafel parkt – und deshalb alle gegen Muslime hetzen

Das passiert, wenn uns unsere eigenen Vorurteile eine Wirklichkeit vorgaukeln, die es nicht gibt. Wenn wir eine Situation so beurteilen, dass sie zu unserem Weltbild passt. Wenn wir endlich mal aus tiefstem Herzen und voller Gewissheit herausbrüllen können: „Siehst du, das habe ich schon immer gesagt.“ Wenn wir pöbeln und mutmaßen können, weil wir so siegesgewiss sind. Und wenn wir es dort tun, wo wir es am liebsten machen: in den Kommentaren bei Facebook.

Bei einer Medien-Facebook-Seite muss ein armer Administrator oder Social Media Manager den ganzen Tag all das lesen, was der wütende Mob tagein tagaus von sich gibt, um falsche Behauptungen herauszufiltern. Provoziert ein Privatmensch, bleibt alles stehen, was dieser nicht löscht. So geschieht es am 15. März, an dem ein User ein Foto bei Facebook hochlud und mit dem Text „Heute vor der Landauer Tafel. Läuft!“ versah.

Was wir sehen: Einen Mercedes, eine Frau mit Kopftuch, die eine Tür zum Fond aufhält, und eine Gruppe von vier Frauen, von denen zwei ebenfalls Kopftücher tragen. Was er damit sagen wollte: „Wir sehen ein dickes Auto und eine Gruppe muslimischer Frauen vor einer Einrichtung, in der Essen für sozial schwache Menschen ausgegeben wird. So nutzen die unser Sozialsystem aus.“

Posting

Das Vorurteil wird entlarvt

Allzu bereitwillig lassen sich viele User darauf ein, im gleichen Tenor in den Kommentaren weiterzutröten. Olaf J. zum Beispiel schreibt: „Nix zu fressen aber Benz, oder fressen bei Tafel holen und deshalb Benz.“ Rechts, rassistisch, voreingenommen. Vertritt jemand eine Haltung, die dem Verfasser des Postings nicht passt, wird der Beitrag gelöscht. Oder wie es bei ihm heißt: „Der Mathias kann nicht mehr antworten. Musste zu Bett.“

Was sich jedoch tatsächlich abgespielt hat, veröffentichte die Landauer Tafel am Tag darauf auf ihrer Website: „Mit dem abgebildeten Auto wird eine (deutsche) Rentnerin abgeholt, die den Weg zur Tafel nicht mehr allein zurücklegen kann. Hilfsbereite Nachbarn fahren sie dann mit ihren Autos zur Ausgabestelle. Dazu gehört auch diese muslimische Familie, die von uns selbst keine Lebensmittel bezieht.“

Ferner wird das Prozedere erklärt, dass jeder, der Lebensmittel erhält, seine Bedürftigkeit nachweisen muss. Und eine klare Aufforderung: „… helfen Sie uns, aktiv gegen solche Verleumdungen vorzugehen“.

Ob der wütende Mob diese Erklärung glaubt? Obwohl diese Tatsachen ihm dann doch nicht so schön ins vorgefertigte Weltbild passen?

So verhalten sich Flüchtlinge bei der Münchener Tafel

Versteigerung: Steve Jobs‘ alte Bewerbung bringt 174.000 US-Dollar

Steve Jobs galt als detailversessener Perfektionist. Jede Schraube, jede Kante soll er persönlich bei Apple inspiziert haben. Nichts überließ er dem Zufall. Umso bemerkenswerter ist daher eines seiner frühen Schreiben, das nun in den USA bei RR Auction versteigert wurde. Es stammt aus dem Jahr 1973 und ist eine Mischung aus Lebenslauf und Bewerbung. stevejobs

Steve Jobs‘ Bewerbung bringt Rekordsumme

Nun wurde die Bewerbung für die Rekordsumme von 174.757 US-Dollar versteigert. Das ist weit mehr als von Experten erwartet wurde: Der Startpreis lag bei 5000 Dollar, gehofft hatte man auf 50.000 US-Dollar. Am Ende wurde es mehr als dreimal so viel. Sieger der Auktion wurde ein Internetunternehmer aus Großbritannien, wie das Auktionshaus erklärte. Der Käufer möchte aber anonym bleiben. 

Mit der Bewerbung machte der damals 18 Jahre alte Jobs nicht den besten Eindruck. Man liest die Lustlosigkeit förmlich heraus. Bei der Frage nach der Telefonnummer schreibt er „Keins“. Bei der Unterrubrik Führerschein gibt er zwar an, dass er einen besitzt. Beim darauffolgenden Punkt „Zugang zu einem Transportmittel“ schreibt er: „Möglich, aber unwahrscheinlich.“

Zudem macht Jobs mehrere Fehler. Seinen Namen schrieb er klein, das Unternehmen „Hewlett-Packard“, bei dem Jobs in jungen Jahren einen Sommerjob hatte, falsch („Hewitt-Packard“). Auf welche Stelle sich der junge Jobs genau bewarb, ist nicht ersichtlich. Als „Special Abilities“, also besondere Talente, gibt er an, dass er gut mit Computern und Rechnern umgehen könne. Mit Pfeilen ergänzt er die Wörter „Design“ und „Tech“. Als Interessen gibt er „Design Engineer“ und „Digital“ ein.

Handbuch für mehr als 40.000 US-Dollar

Die Rekordsumme spiegele den nach wie vor großen Einfluss wider, den der im Jahr 2011 verstorbene Apple-Gründer immer noch habe, erklärt das Auktionshaus. Ähnliche Preise seien auch in Zukunft zu erwarten. Neben der Bewerbung wurden noch weitere von Steve Jobs signierte Einzelstücke verkauft, darunter ein Artikel über das iPhone 3G sowie ein Handbuch für Mac OS X. Der Zeitungsartikel brachte 26.950, das signierte Handbuch 41.806 US-Dollar.

40 Fakten Apple 09:49 h

iPhone-Konzern: Apple startet geheime Fabrik in Kalifornien und setzt damit Samsung unter Druck

Apple will laut einem Medienbericht nach eigenen Computerchips auch die Technologie der Displays seiner Geräte selbst entwickeln. Dem iPhone-Konzern sei es bereits gelungen, Prototypen kleiner Bildschirme für die Apple Watch zu produzieren, schrieb der Finanzdienst Bloomberg am Montag. Apples MicroLED-Technologie solle Displays hervorbringen, die ein leuchtenderes Bild bieten und zugleich dünner und stromsparender sein, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Bis die Technik in einem iPhone auftaucht, könnten aber noch drei bis fünf Jahre vergehen.

MicroLEDs sind schwierig herzustellen

Apple habe neben der Forschung auch eine eigene kleine Produktionsstätte im kalifornischen Santa Clara unweit des Konzern-Hauptquartiers eingerichtet, um möglichst lange einen Wettbewerbsvorteil zu behalten. MicroLEDs seien viel schwieriger herzustellen als aktuelle Bildschirme. Jeder von Millionen Bildpunkten des Displays bestehe aus drei Leuchtdioden in den Farben Rot, Grün und Blau. Jede dieser winzigen LEDs müsse einzeln hergestellt und kalibriert werden. Apple könne in Santa Clara „eine Handvoll“ MicroLED-Displays für die Watch produzieren, schrieb Bloomberg. Die Technologie sei aber so komplex, dass der Konzern das Projekt vor einem Jahr beinahe eingestellt habe.

Apple legt viel Wert darauf, auch die Hardware-Komponenten seiner Geräte selbst zu entwickeln, damit sie besser zu den geplanten Funktionen passen. Schon seit Jahren stecken in den iPhones, iPads und Computer-Uhren Chips aus eigener Entwicklung, während die meisten Hersteller von Android-Smartphones auf Prozessoren von der Stange zugreifen. Bei Displays musste sich Apple bisher komplett auf die Zulieferer verlassen, auch wenn die bei Samsung hergestellten OLED-Bildschirme des neuen iPhone X bereits weitgehend von Apple entworfen wurden.

Wie viel Apple steckt im iPhone X?_11.30

Rom: Villa der Prätorianer-Garde bei U-Bahnbau gefunden – so luxuriös lebten die alten Römer

Für alle Pendler, die auf eine neue Nahverkehrsstrecke angewiesen sind, ist der Bau der neuen C-Linie U-Bahn in Rom eine Katastrophe. Für Archäologen ist er ein Fest. Niemals sonst hätten sie die Chance, sich 12 Meter unter der Erdoberfläche durch die antiken Überreste zu wühlen, direkt unter der heutigen Bebauung.

Vor zwei Jahren wollte man eine U-Bahn-Station ausheben. Damals stieß man auf die Baracken eines Militärpostens, beim Ausschachten des Tunnels wurde ein reich ausgestattetes Haus gefunden. Die Wissenschaftler vermuten, dass in der Anlage Truppen der Prätorianer-Garde kaserniert waren. Die Prätorianer waren für den Schutz des Kaisers und der Stadt verantwortlich, andere Legionen durften die Region um Rom nicht betreten. Die Kommandeure der Garde waren ein wichtiger innenpolitischer Faktor, sie konnten Kaiser stützen oder stürzen. Ein Kommandant der Prätorianer-Garde hat vermutlich in dem Luxus-Hausgelebt.Pic Rom Domus U-Bahn (1)

Gut erhaltenes Prunkstück

Auch nach der Entdeckung des Postens hätten „wir uns nicht träumen lassen, dass wir ein Haus mit einem zentralen Innenhof finden würden“, mit Brunnen und mindestens 14 Räume, sagte Simona Morretta, die zuständige staatliche Archäologin, auf einer Konferenz. Ein Raum soll sogar beheizbar gewesen sein. Das Domus – so der römische Name für ein Stadthaus – ist bemerkenswert gut erhalten. „Die Dekorationen waren hauptsächlich intakt, sowohl die gemusterten Mosaikböden als auch die mit Fresken bemalten Wände.“Pic Rom Domus U-Bahn (2)

Das etwa 2000 Jahre alte Haus verfiel nicht einfach. In der spätrömischen Epoche, kurz vor dem Bau der aurelianischen Mauer im Jahr 271, wurden Mauern und Dach des Gebäudes in Höhe von etwa 1,80 Metern abgetragen und der Rest des Hauses mit Schutt verfüllt. Das neue Niveau des Viertels lag nun über den Resten, das stolze Haus wurde quasi begraben.

Bei der Ausgrabung wurden zudem seltene Holzartefakte entdeckt, wie zum Beispiel Holzformen, die zum Bau von Fundamenten verwendet wurden, sowie Balken. „Normalerweise finden wir in Rom nur selten Holzreste“, sagte Frau Morretta. Durch die U-Bahnlinie ist man in eine Tiefe vorgedrungen in der Holz fast 2000 Jahre überdauern konnte. Nun hofft Morretta auf weitere Funden: „Wir müssen noch vier weitere Meter graben. Wir haben keine Ahnung, was wir finden werden.“Pic Rom Domus U-Bahn (3)

Wird am gleichen Ort erhalten

Doch was wird nun mit den Fundstücken passieren? Sie verzögern den Bau der Bahn, halten ihn aber nicht auf. Das Domus wird in großen Segmenten abgetragen und in Containern zwischengelagert. Wenn die Amba-Aradam-Station fertig wird, werden die Segmente zurückkehren, dann wird das Domus im Herzen der Station wieder aufgebaut – sichtbar für alle Fahrgäste. Mittlerweile sind 21 von 24 Stationen der Linie C in Betrieb. Die Amba-Aradam-Station soll im Jahr 2022 eröffnet werden.

Pic Rom Domus U-Bahn

Tutench