Ebay: Britin kauft Emu-Ei – und will Kevin in ihrer Wohnung halten

Hund, Katze, Maus? Alles langweilig. Charlotte Harrison, eine 24-jährige Britin, brütet einfach gern, bislang schlüpften in ihrem Inkubator allerdings immer nur Hühner aus den Eiern. Im Oktober recherchierte sie ein bisschen und stellte fest, dass man bei Ebay auch Emu-Eier kaufen kann und dass man in Großbritannien keine Lizenz braucht, um den australischen Laufvogel zu halten. Harrison berichtete ihrem Mann Darren, 44, begeistert von ihrer Idee, selbst einen auszubrüten, doch der lachte nur. Die beiden haben drei Kinder, Ellie, vier Jahre, Rhys, 19 Monate und Molly, vier Monate alt.

Harrisons Vater sah das anders. Er erstand bei Ebay für 25 Pfund plus 5 Pfund Versand (zusammen rund 35 Euro) ein Emu-Ei und schenkte es seiner Tochter. Am 17. November kam es an – in einer Polyesterschachtel, handtellergroß und 715 Gramm schwer, versandt durch eine Emu-Farm in Dorset. Harrison recherchierte erneut und lernte, dass eine erfolgreiche Brut im November nur eine geringe Chance hat. „Als das Ei ankam, musste ich es umgehend wiegen und in den Inkubator legen“, sagte sie dem britischen „Mirror“. „Den Inkubator stellte ich in das Zimmer meines Sohnes Rhy, weil er zu klein ist, um daranzukommen. Ich wusste, meine vierjährige Ellie hätte es nicht in Ruhe gelassen.“ Harrison musste das Ei täglich wenden und befeuchten und brachte sich mit einem Youtube-Video bei, wie ein Emu zu quieken und zu pfeifen. 47 Tage brauchte es, bis Kevin so weit war, sein Ei zu verlassen.

Emu Kevin schlüpft im Kinderzimmer

Nach vier Stunden guten Zuredens hatte das Emuküken es geschafft, seine Schale zu durchbrechen. Harrison gab ihm den Namen Kevin, nach dem Vorbild aus dem Pixar-Animationsfilm „Up“. Genau wie in dem Film stellte sich später heraus, dass Kevin ein weiblicher Vogel ist. Harrison hatte Kevins Durchbruch stolz und voller Muttergefühle dokumentiert und als Video bei Youtube hochgeladen. Bereits eine Woche später war der junge Emu auf 30 Zentimeter angewachsen.

Kevin probiert Broccoli

Die Videos ihres neuen Haustieres erreichten auch Tierschützer, einer meldete den Fall der Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals (RSPCA). Plötzlich standen zwei Beamte vor Harrisons Tür. Sie erklärten der jungen Frau, dass eine Dreizimmerwohnung nicht geeignet ist, um ein Emu aufzuziehen, die kräftigen und durchaus aggressiven Tiere werden bis zu 1,80 Meter groß und über 60 Kilogramm schwer.

Mit Tränen in den Augen übergab Harrison das Küken an die Tierschutz-Institution, schwer gekränkt, dass sie dort gemeldet worden war. Das Emu lebt inzwischen unter der Obhut von Spezialisten auf einer Farm. 

Browser in der Krise: Der Firefox ist tot, lang lebe der Firefox

Früher war die Technikwelt noch klar aufgeteilt: Auf Windows-PCs surfte man mit dem Internet Explorer durchs World Wide Web, das Mac-Pendant war der Safari-Browser. Dann kam im Frühjahr 2004 der Mozilla Firefox – und der wirbelte das Internet durcheinander. Er war schneller als die Konkurrenz und punktete mit einem schlichten Design. Seinen Höhepunkt erreichte der Firefox Ende 2009 bis Anfang 2010. Je nach Statistik kam der Browser damals weltweit auf einem Drittel aller Rechner zum Einsatz.

Dann folgte der Absturz. Auf Desktop-Rechnern wurde der Firefox von Googles Chrome entthront, den Mobil-Trend verpasste Mozilla völlig. Auf Smartphones und Tablets spielt der Browser keine Rolle, das eigene Betriebssystem floppte und auch auf Smart TVs konnte man sich nicht behaupten. Mittlerweile dümpelt der Marktanteil bei rund 12 Prozent herum. Es sieht aus, als wäre der einstige Kult-Browser nach jahrelangen Fehlentscheidungen am Ende.Life Hack Bildschirm reinigen 17.00

„Wir sind nicht tot“

Doch aufgeben wollen die Macher noch nicht. „Wir mussten eine Zeit durchstehen, die man eigentlich nicht überlebt“, sagte Mark Mayo, Senior Vice President von Firefox gegenüber dem US-Techportal „Recode“. „Aber irgendwie sind wir nicht tot … und es fühlt sich an, als würden wir wieder Fahrt aufnehmen und herausfinden, was wir tun müssen.“ Mayo gibt zu, dass man sich zuletzt nicht intensiv genug mit dem Kernprodukt – dem Browser – beschäftigt habe, sodass er nicht mehr mit der Konkurrenz mithalten konnte.

Dennoch gibt es Grund für verhaltenen Optimismus: Nach Jahren des Niedergangs geht es nun wieder leicht bergauf. Konkrete Zahlen wollte der Firefox-Manager nicht nennen, aber sowohl die Zahl der täglichen als auch monatlich aktiven Nutzer wuchs 2016 das erste Mal seit vier Jahren „im hohen einstelligen Prozentbereich“.

Für das moderate Wachstum gibt es eine Reihe von Gründen. Nachdem man etwa jahrelang Apples iOS-Betriebssystem boykottierte, bietet man nun auch für iPhone und iPad einen Browser an. Vor allem „Firefox Focus“ (hierzulande „Firefox Klar“), ein aufs Wesentliche reduzierter Browser, der sämtliche Spuren im Netz verwischt, kommt bei den Nutzern gut an. Langfristig peile man die 15-Prozent-Hürde auf dem Desktop an, das ambitionierte Ziel liege bei 20 Prozent.

Findet Firefox zu alter Stärke zurück?

Dennoch gibt es noch viel zu tun, wie der renommierte „Recode“-Kolumnist Walt Mossberg in seiner Firefox-Analyse betont. „Meiner Meinung nach ist der Firefox mit dem Stand von heute nur ein mittelmäßiges Produkt. Manchmal kann er sehr schnell sein, sowohl auf Mac als auch Windows. Aber häufig ist alles etwas ruckelig und es gibt große Probleme mit werbebelasteten Seiten.“ Allerdings seien auch die Konkurrenten nicht perfekt, betont Mossberg. „Chrome zum Beispiel strapaziert die Ressourcen meines Rechners viel zu häufig, sodass sämtliche Prozesse langsam werden.“ Wenn Mozilla die Fehler des Firefox‘ ausmerzt, könne der Browser zu alter Form zurückfinden.

Dessen ist sich auch Mayo bewusst: Man habe noch viel Arbeit vor sich, und die ersten Ergebnisse werden die Nutzer erst später in diesem Jahr zu Gesicht bekommen. Bis Ende des Jahres wolle man an Chrome in puncto Performance vorbeiziehen. Gelingen soll das mit einer neuen Browser-Engine namens „Project Quantum“, die große Teile der mittlerweile veralteten Gecko-Engine ersetzen soll. Das soll die komplette „Web-Erfahrung verändern“, schwärmte Firefox-Ingenieur David Bryant im Oktober. „Seiten werden schneller laden, das Scrollen wird seidenweich.“

Man darf gespannt sein, ob Mozilla die hohen Erwartungen erfüllen kann. Denn auch die Konkurrenz schläft nicht. Doch ein bisschen Wettbewerb hat bekanntlich noch nie geschadet.

Gratis-Lieferungen: Ab morgen: Amazon Prime wird ab 1. Februar deutlich teurer

Für Amazon ist das Prime-Programm eines der wichtigsten Elemente zur Kundenbindung. In wenigen Tagen dreht der Konzern kräftig an der Preisschraube: Ab 1. Februar kostet eine Prime-Jahresmitgliedschaft 69 statt bislang 49 Euro. Die Erhöhung gilt zunächst für Neukunden, wer eine vorhandene Mitgliedschaft verlängert, muss erst ab dem 1. Juli 2017 den neuen Preis bezahlen. Billiger als im Heimatmarkt USA ist es immer noch, dort kostet ein Jahres-Abonnement 99 Dollar. Wer kein Jahresabonnement abschließen will, kann auch ein Monats-Abo zum Preis von 8,99 Euro wählen. 

American Apparel Amazon_13.50Wenn Sie seit Längerem mit dem Gedanken spielen, ein Prime-Abo abzuschließen, sollten Sie am besten bis zum 1. Februar zuschlagen. Dann zahlen Sie für das erste Mitgliedsjahr nur den reduzierten Betrag in Höhe von 49 Euro.

Angekündigt wurde die Erhöhung bereits im November vergangenen Jahres. Damals sorgte die Meldung in sozialen Netzwerken für viel Unmut, doch nur die wenigsten Kunden dürften ihre Drohungen wahrgemacht und ihr Abonnement gekündigt haben. Denn für den Großteil ist das Paket insgesamt sehr attraktiv.

Amazon lockt mit Exklusivtiteln bei Prime Video

In dem Abonnement erhält man kostenlose Lieferungen auch bei Bestellungen unter 29 Euro, schnelleren Versand, Zugriff auf die Kindle-Leihbibliothek, einen Musikstreamingdienst und den Netflix-Konkurrenten Prime Instant Video, der mit vielen Exklusivtiteln und Eigenproduktionen („Mr. Robot“, „The Grand Tour“) punktet. Die Serie „Goliath“ konnte vor einigen Wochen sogar den begehrten Golden Globe für den besten Hauptdarsteller (Billy Bob Thornton) einheimsen.

Die Stiftung Warentest bescheinigte dem Film- und Serienangebot von Amazon Prime Instant Video „ein insgesamt gutes Repertoire“. Wie viele Kunden hierzulande Mitglied im Prime-Programm sind, ist nicht bekannt. Dem Datenportal Statista zufolge sind das in Deutschland bereits 17 von insgesamt 44 Millionen Amazon-Kunden, also gut 40 Prozent.

Faktenstück Amazon 10.40