Konkurrenz im Netz: Wie sich Deutschlands älteste Videothek gegen Netflix und Co. stemmt

Wenn die Videothek erwacht, ist sie wie ein Greis, der sich aufrafft, so schwerfällig und stockend, dass man denkt: Das geht nicht mehr lange. Ein Knacken, Pause. Ein Surren, Pause. Endlich flackert das Licht der Leuchtstoffröhren nieder auf das Mosaik der Filmcover in den Regalen. Auf die ausgetretenen grünen Läufer. Auf das weiße Schild: „Verleihpreis ohne Clubkarte: 1,50 Euro pro Kalendertag. Mit Clubkarte: 1,00 Euro.“ Auf all die Träume der Deutschen. Die Tagträume. Die Albträume. Die schmutzigen Träume.

Es ist 15.30 Uhr an einem Freitag. Gleich am Eingang stützt sich Inhaber Eckhard „Ecki“ Baum, 78 Jahre alt, auf die Theke, links daneben Winfried, mehr als ein Stammgast, lange schon Inventar. Er lehnt am Regal mit den Verkaufsvideokassetten, die vergebens auf Käufer warten: „Der Glöckner von Notre Dame“ , „Die Simpsons Filmfestival“, „Die ganze Welt auf Video: Bali“. Sie schauen durch die offene Tür auf die Passanten.

„Früher, da ging das rein, raus, rein, raus hier, nicht wahr, da standen die Leute Schlange“ , sagt Eckhard Baum. „Da wurden Filme mehr geschätzt. Heute sind sie Massenware“, sagt Winfried. An der Wand hinter ihm hängt ein Schild: „Dieser Betrieb arbeitet ohne Gewinn. Das war nicht so geplant, das hat sich so ergeben.“ „Als ich das aufgehängt habe, da war das ein Spaß“, sagt Ecki Baum. „Jetzt stimmt’s leider.“

Der „Vater der Videotheken“

In der Erzbergerstraße 12 in Kassel kämpft der „Video-Film-Shop Eckhard Baum“ ums Überleben. 1975 gründete Baum seine Videothek in Kassel, selbst die Amerikaner kamen erst zwei Jahre später, behauptet er, somit sei sie die erste der Welt. Baum steht damit im „Guinness-Buch der Rekorde“ und nennt sich stolz den „Vater der Videotheken“. Doch nun, 41 Jahre später, sterben seine Kinder.

Baum blickt hinaus auf die Passanten, auf all die Abtrünnigen, die streamen, runterladen oder raubkopieren, die Youtube gucken und Abos von Netflix haben oder Amazon Prime oder Maxdome, die seine DVDs nicht mehr in die Hand nehmen wollen und lieber dem Algorithmus eines Computers vertrauen als seinem Rat. Internet killed the video star. Beinahe jeden Tag verschwindet eine Videothek aus einer deutschen Stadt, wer weiß, wie lange Gründervater Baum noch durchhält. Allein in Kassel gab es einmal 75 Videotheken, jetzt sind es noch vier.

„Am Preis kann es nicht liegen“, sagt Winfried, immer noch ans Regal gelehnt. „Eckhard, du nimmst einen Euro pro Tag – günstiger geht’s kaum.“Videothek Kassel

„Das Internet hat alles kaputt gemacht“

„Die Leute laden sich einfach Filme herunter, gehen gar nicht mehr vom Sofa. Reden gar nicht mehr miteinander. Für mich ist das traurig, nicht mehr rauszugehen“, sagt Eckhard Baum. „Das Internet hat alles kaputt gemacht. Wenn meine Frau mir in schlechten Monaten nicht mit ein paar Hundert Euro unter die Arme gegriffen hätte – hier wäre schon dicht.“

Er blickt sich um. 200 Quadratmeter verschachtelt in zehn Zimmern, alles selbst gebaut. Sein Laden wirkt wie eine Studenten-WG mit ausufernder DVD-Sammlung. Baum sagt: „Ich brauche keine schicken Regale. Bei mir wirken die Filme.“

Der Inhalt seiner Regale bildete all die Jahre zuverlässig ab, was und wer die Deutschen unterhielt, ob Drama, Komödie, Action oder Science-Fiction. Oft waren es Notlösungen, zu denen die Deutschen griffen, weil der Film, den man eigentlich wollte, gerade verliehen war. Oder weil man so lange unschlüssig auf die Filmcover geglotzt hatte, dass der Abend fast schon gelaufen war und eine Beziehungskrise heraufzog.

Man griff dann zermürbt zu „Kentucky Fried Movie“, „Titanic“, „Findet Nemo“. Zu alten Bekannten wie Al Pacino, Julia Roberts, Harrison Ford, Cameron Diaz, Robert De Niro. Baum hat von jedem Film, den er jemals anschaffte, ein Exemplar aufbewahrt. Und wenn ein Film nach einem Jahrzehnt Publikumsverschmähung mal wieder ausgeliehen wird, dann ist das eine der größten Freuden für Baum.

Die Neuheiten bewahren die Videotheken

Seine Regale bildeten auch immer ab, was und wer die Deutschen erregte. Diese Regale verbirgt Baum aber hinter einem dicken braunen Vorhang. Wenn er den lupft, ist es, als blicke man auf eine riesige Fleischtapete. „Porno läuft noch immer ziemlich gut, der lief von Anfang an“ , sagt Baum. „Heute vor allem bei den älteren Kunden, die kein Internet haben.“ Er schiebt den Vorhang schnell wieder vor sein Feuchtgebiet und stellt sich zurück hinter den Tresen. Daneben hängt die Preisliste. Sie liest sich wie eine Museumstafel: „Clubkarte“ , „5er Paket“ , „Kalendertag“, wo doch heute alle überall Flatrate wollen, beim Telefonieren, beim Surfen, beim Musikhören, beim Videogucken.

Wenn Leute heute noch in Videotheken gehen, dann wegen der Neuheiten, sagt Baum. Das ist sein letztes Pfund: Die meisten Kino filme stehen noch immer zuerst in den Videotheken, ehe sie auf Streaming-Portalen erscheinen. Deshalb kommen zu ihm Kunden, meist sind es jüngere, die sich einen Film im Kino nicht leisten konnten, aber es nicht erwarten können, ihn zu sehen. Doch auch das lässt nach, sagt Baum.

In seinem Büro in Düsseldorf legt Jörg Weinrich einen Zettel auf den Tisch. „Ich habe Ihnen die Zahlen mal ausgedruckt, Sie hätten eh da nach gefragt“ , sagt Weinrich, ein nüchterner Ökonom. Er ist Geschäftsführer des IVD, des Bundesverbandes der Videothekenbetreiber, seit 20 Jahren kämpft er für deren Interessen.Videothek Kassel2

Von 10 auf 4 Millionen Kunden

Auf dem Zettel steht „Anzahl Videotheken“, die Zahlen sehen nicht gut aus, das erkennt man auf einen Blick. 1991, als die Ostdeutschen einen so ungeheuren Nachholbedarf an Traumwelten hatten, dass in jedem Kaff gleich zwei Läden aufmachten, da gab es über 9000 Videotheken. 2001 waren es noch 4564. Und die Zahlen auf Weinrichs Aufstellung gehen weiter rasant nach unten. 2015 zählt sie noch 1212 Videotheken. In den Neunzigern kamen noch zehn Millionen Kunden im Jahr, zuletzt waren es noch gut vier Millionen.

Im ersten Quartal 2016 verloren die Videotheken noch einmal neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig gewannen die digitalen Leihangebote neun Prozent.

Gegen diesen Niedergang kämpft Weinrich an. Seine Feinde sind nicht nur Netflix, Maxdome oder Amazon, es sind auch die Raubkopierer. Es ist ein verzweifelter Kampf. Die Server der Videopiraten liegen sonst wo auf der Welt, und wenn einmal einigen Raubkopierern das Handwerk gelegt ist, tauchen in der Karibik schon wieder andere auf. „Die Leute wissen, dass Raubkopien nicht legal sind. Trotzdem schauen sie sich die Filme an. Wenn es etwas umsonst gibt, wandern die Kunden ab.“ Das ist vielleicht die größte Kränkung: dieser Undank, dieser Geiz, der so viele ehemalige Kunden vergessen lässt, was sie an den Videotheken hatten.

Arthaus und Action

Eckhard Baum hat seine 13.000 Filme im Blick, Harald Schwabe, seit 1996 sein Angestellter, hat sie im Kopf. Für ihr Archiv brauchen die beiden keinen Computer, sagen sie, Computer können abstürzen, Papier nicht. In einem alten Schrank stapeln sich Karteikästen, gut 40.000 Kundennamen haben sich über vier Jahrzehnte auf Pappkärtchen angesammelt. Wie viele davon noch kommen? „Leider zu wenige. Von den 40.000 sind bestimmt auch schon viele tot“ , sagt Baum.

Streaming Dienste Warentest 8.12Seine Quittungen schreibt er per Hand, und wenn ein Film verliehen wird, ist Stammgast Winfried zur Stelle und spannt ein Einweckgummi um die DVD-Hülle im Regal, damit jeder weiß: Der Film ist ausgeliehen. Früher rissen die Gummibänder schneller, sagt Baum. Früher wurden sie aber auch häufiger benutzt.
Endlich Kundschaft. Ein Pärchen steht an der Theke. Sie sagt: „Ich suche einen Film, der ist mit Pierce Brosnan, glaube ich.“ Er sagt: „Der hat da irgendwie Bilder geklaut.“ Darauf Harald: „Ihr meint ‚Die Thomas Crown Affäre'“, und verschwindet mit ihnen irgendwo im Bauch der Videothek. Baum guckt zufrieden hinterher. So hat er sich das vorgestellt, als er 1975 sein Geschäft eröffnete. Ein Ort, an dem Filmfans zusammenkommen, an dem man sich austauscht und inspiriert. Egal, ob arm oder reich, dumm oder klug, Arthaus oder Action.Die besten Netflix Originale

Die Welt kam in die Vorzimmer

Auf die Idee kam er, weil Freunde sich häufig Filme aus seiner großen Super-8-Film-Sammlung ausliehen. In Deutschland gab es wohl kaum einen Filmverrückteren als Ecki Baum. Schon als Teenager hatte er begonnen, Filme zu sammeln, und auch welche selbst gedreht. Seine Idee revolutionierte das Filmgeschäft, emanzipierte das Publikum vom Fernsehprogramm, brachte die Welt in die Wohnzimmer, machte eine Menge Leute reich und rettete wohl auch eine Menge Ehen vor dem Tod durch Langeweile. Baum schenkte den Deutschen ihre liebste Abendbeschäftigung, den Videoabend.

Die Fernsehlandschaft war damals eine Drei-Programm-Wüste, der Durst nach Filmen war nicht zu stillen – für Baum ideale Bedingungen. Warum sollte er nicht Geld für den Verleih seiner Filme nehmen können?

Tschüss, Videothek! Hallo Netf… Start des Streaming-Dienstes (2138885Er nannte sein Geschäft „Videotheke“, weil er ja seine Filme über den Tresen reichte wie der Kneipenwirt das Bier. Aber all seine Nachahmer hätten wohl Angst vor Rechtsstreitigkeiten gehabt und deshalb das „e“ lieber weggelassen. Sein Angebot von anfangs 100 Titeln erweiterte er stetig. Das ging ganz einfach: Er filmte Unterhaltsames aus dem Fernsehen ab und stellte es in sein Verleihregal. Zwölf Mark nahm er pro Filmrolle Verleihgebühr, die meisten Filme füllten gleich drei Rollen, das schreckte die Nomaden in der Unterhaltungswüste nicht.

„Ich war wohl nicht nur der erste Videothekenbetreiber, sondern auch der erste Raubkopierer“, sagt Baum. „Natürlich gab es damals schon Urheberrechte, aber worum es dabei genau ging, wusste keiner so richtig. Ich erfuhr es dann, als die ARD mich aufforderte, damit aufzuhören.“ Von nun an ging Ecki Baum völlig legal mit der Technik. Er machte alles mit, egal, ob Super 8, VCR Longplay, Betamax, Video 2000, Bildplatte, VHS oder DVD.

Er nimmt jeden verlorenen Film persönlich

Und er kannte schnell die Tricks der Video-Gauner. Da gab es Leute, die ausgeliehene Videokassetten aufschraubten und den Originalfilm durch eine schlechte Kopie ersetzten, das waren noch die Ausgefuchsteren. Später kamen die ganz Dreisten, die einfach mit Edding beschriebene, selbst gebrannte DVDs in die Hüllen legten und behaupteten: Das war so. Ihnen allen ging Ecki Baum nie auf den Leim, mindestens 5000 Filme hat er wohl trotzdem an Diebe verloren. Immer wieder klingelte er an den Wohnungstüren säumiger Ausleiher. Meist ohne Erfolg. Doch ein Cineast wie Baum nimmt jeden verlorenen Film persönlich.

Apple-Fakten 11.44Mit der Zeit verkauften andere auch Popcorn, Chips und Cola, verwandelten ihre Videotheken in Kioske, es soll sogar einen geben, der neben den DVD-Regalen Pizza backt, erzählt Harald. Baum aber blieb beim Film, die Chips verkrümeln nur die Teppiche, sagt er.

Er holte stattdessen die große Welt in sein Lichtspielhaus des kleinen Mannes nach Kassel, oder er besuchte sie. Hinter seinem Tresen hängen die Fotos, die ihn unter anderem zeigen mit: Hape Kerkeling, Pierre Brice, Jopi Heesters, Conny Froboess, Fats Domino und Zachi Noy, dem Dicken aus „Eis am Stiel“ , dessen Deutschland-Manager Baum sogar mal war. Ecki Baum und seine Videothek waren Glamour. Heute vergilben die Plakate in den Fensterscheiben, der technische Fortschritt steht nicht mehr in Eckis Regalen, sondern in Form von internetfähigen Full-HD-LCD-Monstern in den Wohnzimmern der Republik.

Jetzt betritt ein anderer Ecki den Laden, Eckehart Blume vom Hessischen Landesdenkmalrat, und mit ihm kommt die Gegenwart zurück in Baums Welt. Blume sagt, die französische Küche sei Weltkulturerbe, warum erkläre man nicht auch die erste Videothek der Welt zum Kulturgut? Und aus Ecki, dem Gründervater der Videotheken, würde dann ein schlurfender Museumsführer in den muffigen Ausstellungsräumen seines eigenen Lebens.

„Warum nicht?“, sagt Baum. „Aber erst in ein paar Jahren. Ich war der erste Videothekar und will auch der letzte sein.“

Von wegen verschlüsselt: Fiese Lücke: Whatsapp ist seit fast einem Jahr unsicher

Eigentlich war es eine gute Nachricht für Fans des Messengers: Im April 2016 kündigte Whatsapp an, sämtliche Chats Ende-zu-Ende zu verschlüsseln. Im Klartext heißt das: Nicht mal die Betreiber selbst hätten Zugriff auf versendete Nachrichten, Bilder und Videos. Zumindest theoretisch. Denn gerade wurde eine Sicherheits-Lücke bekannt, durch die Whatsapp und Konzern-Mutter Facebook doch alles mitlesen könnten. Und schnell wurden Vorwürfe laut, es könnte sich um eine Hintertür für Geheimdienste handeln.

Die Lücke steckt in der Verschlüsselung selbst. Die erfolgt, vereinfacht gesagt, über zwei Schlüssel, einen zum Senden und einen zum Empfangen. Wenn sich einer der Schlüssel ändert, etwa weil jemand das Gerät wechselt, sendet Whatsapp in der Zwischenzeit verpasste Nachrichten erneut. Das Problem: Ist ein Nutzer offline, kann Whatsapp den Schlüssel auch manuell ändern – und dann theoretisch alle erneut geschickten Nachrichten mitlesen. Der Nutzer erfährt nur davon, wenn er eine bestimmte Option in den Einstellungen aktiviert hat. Andere Messenger verzichten wegen dieser Sicherheitsprobleme auf das erneute Verschicken und weisen den Absender lieber auf das erfolglose Senden hin.

Whatsapp bestreitet die Vorwürfe – teilweise

Der britische „Guardian“ war von dem Sicherheits-Experten Tobias Boelter auf die Lücke hingewiesen worden. Der arbeitet an der renommierten US-Universität Berkeley und hatte den Fehler bereits im April 2016 entdeckt – also ganz kurz nach Einführung der Verschlüsselung. Boelter hatte auch die Hintertür-Möglichkeit in den Raum geworfen: „Wenn Whatsapp eine Anfrage von Regierungsbehörden erhält, die Nachrichten herauszugeben, könnte man das nach einem Schlüssel-Wechsel auch tun“, sagte er dem „Guardian“.Darum lieben die Abzocker Whatsapp 13.15

Whatsapp hat der Hintertür-Theorie mittlerweile widersprochen: Die Entscheidung, die Nachrichten erneut zu senden, sei kein Einfallstor für Geheimdienste und Behörden, sondern Service. So sollen demnach Millionen von verlorenen Nachrichten der Nutzer verhindert werden. Über Behörden-Anfragen gäbe der Messenger gemeinsam mit der Konzern-Mutter Facebook in einem Transparenz-Bericht Auskunft. Dem Vorwurf, dass durch die Lücke ein Mitlesen möglich ist, widerspricht Whatsapp in dem Statement aber nicht.

Boelter hatte seine Entdeckung schon im April an Whatsapp gemeldet. Er erhielt die Antwort, dass Facebook den Fehler kenne und es sich um „erwartetes Verhalten“ der App handle, berichtet der „Guardian“. Man würde nicht aktiv an einer Lösung arbeiten. Auch das Statement von Whatsapp enthält keinen Hinweis darauf, dass man das Problem beheben will.

Das sollte man als Nutzer tun

Wenn einen die Verschlüsselung nicht interessiert, ist das theoretische Mitlesen natürlich erst einmal ziemlich egal. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte die Sicherheits-Benachrichtigungen aktivieren. Die Lücke wird so zwar nicht geschlossen. Ändert sich aber der Schlüssel, wird man von Whatsapp informiert. Die Option findet sich sowohl unter Android als auch auf dem iPhone in den Whatsapp-Einstellungen unter „Account“ und „Sicherheit“.Whatsapp Kettenbrief V02

Mario, Zelda und Co.: Sehen Sie hier die coolsten Games für die neue Nintendo Switch in Aktion

Mit der Nintendo Switch will Nintendo noch einmal einen echten Konsolen-Hit landen. Dafür setzen die Japaner nicht nur auf einen innovativen Controller und ein völlig neues Konsolen-Konzept, sondern auch auf starke Marken wie Zelda, Super Mario und Splatoon. Insgesamt sind mehr als 80 Titel in Arbeit, erklärte Nintendo. Wir stellen die besten bislang bestätigten Games vor.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild

Auf dieses Spiel warten Nintendo-Fans seit Ewigkeiten. Eigentlich sollte es bereits für die Wii U erscheinen, dann wurde es immer wieder verschoben. Nun ist es das Auftaktspiel für die neue Nintendo Switch, es wird aber zeitgleich auch eine Version für die Wii U auf den Markt kommen. Der mit Abstand wichtigste System-Seller für Nintendo.

Kommt: 3. März

1-2-Switch

Ebenfalls am Starttag kommt das Partyspiel 1-2-Switch, in dem sich Spieler etwa gegenseitig mit einem Lasso fangen müssen. Eine Besonderheit: Das Spiel läuft nicht über den Fernseher, sondern ausschließlich über den Touchscreen. Dieser kann einfach zwischen die JoyCon-Controller gesteckt werden, sodass man quasi einen aufgemotzten Gameboy bekommt.

Kommt: 3. März

Arms

Pfeilschnell und kunterbunt geht es in Nintendos „Boxsimulation“ Arms zur Sache. Gesteuert wird das Spiel mit je einer Hälfte des JoyCon-Controllers in der Hand, die ähnlich wie die Wackel-Fernbedienung der Wii auf die Bewegungen des Spielers reagiert.

Kommt: Frühjahr 2017

Mario Kart 8 Deluxe

Ich geb Gas, das macht Spaß – jetzt auf noch mehr Rennstrecken. Der Fun-Racer „Mario Kart 8“ kommt in einer Neuauflage auf die Nintendo Switch. Als Grundgerüst dienen der entsprechende Wii-U-Titel und alle zur Verfügung stehenden Download-Inhalte. Neue Rennstrecken und Fahrer (etwa Bowser Jr., der Inkling-Junge aus „Splatoon“ oder König Buu Huu) sind ebenfalls an Bord. Bis zu acht Freunde können lokal gegeneinander antreten.

Kommt: 28. April

Super Mario Odyssey

Für viele Zuschauer dürfte es das Highlight der Präsentation gewesen sein: Der Kult-Klempner Super Mario kehrt nach seinem kurzen iPhone-Abenteuer zurück auf den großen Bildschirm. Erstmals kann man durch völlig neue Welten außerhalb des Pilzkönigreichs klettern, rennen und schwimmen – darunter eine Großstadt im Stil von New York. Ein komplett neues Element wird Marios Mütze, die eine Art Eigenleben führt. Details sind aber noch nicht bekannt.

Kommt: Weihnachten 2017

Splatoon 2

Der knallbunte Third-Person-Shooter „Splatoon“ war einer der Überraschungshits auf der Wii U. Auf der Nintendo Switch kämpfen erneut zwei Teams in kuriosen Farbschlachten gegeneinander. Neben neuen Levels gibt es auch eine verbesserte Bewegungssteuerung.

Kommt: Sommer 2017

Super Bomberman R

Die Kultfigur Bomberman kehrt auf der Nintendo Switch ebenfalls zurück. Viele Details gibt es noch nicht, auch der 30-sekündige Teaser-Trailer verrät nicht allzu viel. Klar ist nur: Es wird explosiv!

Kommt: 3. März 2017

Abzocke: Warum Whatsapp-Kettenbriefe gefährlicher sind, als Sie denken

Es ist immer wieder das Gleiche: Von einem Whatsapp-Kontakt bekommt man einen Kettenbrief weitergeleitet. Mal sind es inspirierende Gedanken, mal ein dummer Witz. Immer öfter stecken aber deutlich fiesere Intentionen hinter den weitverbreiteten Nachrichten. Was sagt der Verbraucherschutz zu der Masche – und bekommt Whatsapp das Problem in den Griff?

Meist ist es dasselbe Muster: Man bekommt eine Nachricht, die einen Gewinn oder neue Features oder Emojis für Whatsapp verspricht. Dafür soll man nur auf einen Link klicken. Öffnet man die Seite, muss erst einmal die Nachricht mit einer Anzahl von Freunden oder in Whatsapp-Gruppen geteilt werden, bevor man zum gewünschten Ziel gelangt. Am Ende erhält man natürlich weder Gewinn noch Extra-Features. Stattdessen hat man ein Abo abgeschlossen, seine Daten ungewollt weitergegeben oder sich einen Trojaner eingefangen – und den Abzockern geholfen, die Meldung weiterzuverbreiten.Whatsapp Kettenbrief Januar 2

Die Masche an sich ist nicht neu

Gewinnspiele dieser Art konnte man vorher vor allem bei Facebook beobachten, erklärt uns Hauke Mormann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Dass sie sich so schnell verbreiten, hat seiner Meinung nach einfache Gründe: Man bekommt sie von einem Freund empfohlen, die Gewinne – etwa ein Einkaufsgutschein von 100 Euro – sind nicht vollkommen unrealistisch. Weil man sie vor der Teilnahme selbst verbreiten muss, machen sie schnell die Runde.

Bei Facebook kommen die Gewinnspiele dadurch in kürzester Zeit auf hunderte oder gar tausende Teilnehmer, für Whatsapp sind keine Zahlen bekannt. Das erzwungene Teilen sollte man unbedingt als Warnzeichen erkennen: „Uns sind keine seriösen Gewinnspiele bekannt, die zum Teilen auffordern, bevor man teilnehmen kann“, sagt Mormann dem stern.

Neben Abofallen und Trojanern sieht Mormann vor allem eine ganz konkrete Gefahr: Identitätsdiebstahl. „Wenn man den Namen, die Adresse und das Geburtsdatum einer Person hat, reicht das in den meisten Fällen schon aus, um in Online-Shops in ihrem Namen einzukaufen.“ Die Lieferung erfolgt meist an Packstationen, das Opfer bleibt auf der Rechnung sitzen. Konkrete Fälle für solche Bestellungen mit über Whatsapp erlangten Daten sind Mormann zwar nicht bekannt, es ist für die Betroffenen in der Regel aber auch nicht nachvollziehbar, wie genau die Kriminellen in den Besitz der Informationen kamen.

Whatsapp-Abzocke hat viele Vorteile

Dass solche Kettenbriefe nun auch auf Whatsapp vermehrt auftaucht, hat nachvollziehbare Gründe. Zum einen lassen sich die Nachrichten über die oben beschriebene Masche besonders leicht verbreiten. Das liegt auch daran, dass Whatsapp eine solche Form des Teilens über Webseiten explizit unterstützt – auch, wenn es eigentlich für Artikel und ähnliches gedacht ist.

Zum anderen wird Whatsapp auch von sehr vielen jungen Menschen genutzt, bei denen das Gespür für solche Fallen und unseriöse Angebote noch nicht besonders ausgeprägt ist. Sie sind in ihrer Naivität eher bereit, die Nachricht weiter zu teilen. Und tappen leichter in die Falle.

Whatsapp kann praktisch nichts tun

Ein weiterer Vorteil: Anders als klassische Verbreitungswege wie E-Mails lassen sich die Nachrichten nicht mehr zu einem Urheber zurückverfolgen – und noch weniger loswerden. Einen Spam-Filter gibt es nicht. Whatsapp verschlüsselt zudem sämtliche Chats zwischen Nutzern, die Betreiber können sie nicht mitlesen und damit auch nicht nachvollziehen, wo ein Kettenbrief herkommt.

Selbst, wenn der ursprüngliche Versender gesperrt würde, wäre die Nachricht weiter ungebremst bei Whatsapp unterwegs. Schließlich reicht es, sie einmal abzusetzen, den Rest übernehmen die reingefallenen Opfer. Mit welchen Lebenszeiten für ihre Kettenbriefe die Abzocker rechnen, zeigt ein aktuelles Beispiel. Bei einem vermeintlichen Gewinnspiel für ein iPhone 7 hatten sie in den Pseudo-AGB einen Endtermin angegeben: den 31. Dezember 2017. Kein unrealistisches Ziel. Manche Nachrichten tauchen auch Jahre später wieder auf.

Kaum Aufwand, praktisch kein Risiko

Der Arbeitsaufwand für die Abzocker ist verhältnismäßig gering. Sie müssen lediglich eine Webseite anmieten, dort ein Pseudogewinnspiel aufsetzen, die Nachricht an einige Personen oder große Gruppenchats absetzen und auf den Besuch der Opfer warten. Weil dafür Briefkastenfirmen und Dienstleister genutzt werden, sind die Hintermänner laut der Verbraucherzentrale in der Regel kaum zu ermitteln. Geringer Aufwand, praktisch kein Risiko und potenziell hohe Einnahmen aus Abofallen oder den Verkauf von Daten – eine leichte Entscheidung.

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Nicht alles ist Abzocke

Bei anderen Arten von Kettenbriefen ist die Intention nicht so leicht nachvollziehbar. Immer wieder gibt es Warnungen, bestimmte Personen als Kontakt anzunehmen, weil Hacker so das Smartphone übernehmen könnten. Sie hießen etwa Ute Christoff oder Marcel Hohmann. Kettenbriefe dieser Art halten sich teilweise seit Jahren, wer sie erstellt hat und aus welchem Grund, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Ein echtes Motiv ist nicht erkennbar.

Anders ist das etwa bei einem Fall, in dem vor vergifteten CDs mit Koran-Zitaten im Briefkasten gewarnt worden war. Hier sollte wohl Stimmung gemacht werden. Wahr war die Geschichte aber nicht.

Die einzige Waffe: Ignorieren

Egal mit welcher Intention die Kettenbriefe abgeschickt werden, am Ende gibt es nur einen echten Weg, mit ihnen umzugehen: Die Nachricht in den virtuellen Papierkorb zu werfen und sie nicht selbst zu verbreiten. Wenn man einen Abzock-Kettenbrief erhält, sollte man zudem den Kontakt, von dem er kam, darauf hinweisen. Denn vielleicht hat er ein teures Abo abgeschlossen – und hat es noch gar nicht bemerkt.

Wer schon in die Abofalle getappt ist, findet auf dieser Hilfeseite der Verbraucherzentrale Tipps und Musterbriefe.

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