Kryptowährung: Zehn Jahre Bitcoin: Zwischen Goldrausch und Absturz

Die Digitalwährung Bitcoin ist zu einem der großen wirtschaftlichen Phänomene unserer Zeit geworden. Ihr sagenhafter Kursanstieg in den vergangenen Jahren befeuerte Träume von schnellem Reichtum, die massiven Wertschwankungen weckten die Angst vor dem Platzen einer gewaltigen Spekulationsblase. Experten sehen vor allem in dem technischen Mechanismus hinter dem Bitcoin die Lösung für viele Sicherheitsprobleme.

Der Grundstein für den Bitcoin wurde vor zehn Jahren gelegt. Jemand veröffentlichte unter dem Namen „Satoshi Nakamoto“ ein Papier, das die Prinzipien für autonomes digitales Geld beschrieb. Es war eine revolutionäre Idee: Keine Kontrolle durch eine Zentralbank, keine nationale Grenzen. Für Vertrauenswürdigkeit und Absicherung soll stattdessen ein Mechanismus mit dem Namen Blockchain sorgen. Grob beschrieben werden alle Transaktionen nacheinander registriert – versucht jemand, an dieser Kette von Datenblöcken herumzudoktern, fällt das sofort auf, weil es viele Kopien gibt. So können die virtuellen Münzen auch nicht mehrfach ausgegeben werden. Die Bitcoin-Einheiten werden in komplexen mathematischen Verfahren am Computer generiert. Ihre mögliche Menge ist beschränkt, und je weiter man kommt, desto aufwendiger wird der „Schürf“-Prozess.Warum Bitcoin an seiner Hauptaufgabe scheitert 20.35

Kind der Banken-Krise

Der Link zum „Satoshi“-Manifest wurde im November 2008 in einer Mailing-Liste veröffentlicht. Rund zwei Monate später stand die Software dazu. Der Vorstoß fiel in eine wirtschaftlich turbulente Zeit: Der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers unter der Last fauler Immobilienkredite in den USA hatte das globale Finanzsystem in die Krise gestürzt. Der Bitcoin tauchte aus dem Nichts als eine Alternative auf.

„Satoshi Nakamoto“ wird rund eine Million Bitcoin zugerechnet. Dieser Schatz – nach aktuellem Kurs wäre dieser Bitcoin-Schatz rund 5,6 Milliarden Euro wert – blieb aber bisher unangetastet. Die Frage, wer hinter dem Namen steckt, wurde zu einem großen Rätsel, das viele lösen wollten. „Satoshi“ kommunizierte mit seinen frühen Mitstreitern stets nur elektronisch, bevor er sich nach einigen Jahren zurückzog.Bitcoin Rettung 11.04

Das Satoshi-Rätsel

Diverse Krypto-Experten wurden einzeln oder gemeinsam als Bitcoin-Urheber vermutet. Das Magazin „Newsweek“ glaubte 2014, einen pensionierten kalifornischen Ingenieur, der früher tatsächlich Satoshi Nakamoto hieß, als Strippenzieher ausgemacht zu haben. Er stritt alles ab. Dann schien das Geheimnis im Mai 2016 gelüftet zu sein: Der in der Bitcoin-Szene gut bekannte australische Unternehmer Craig Wright, erklärte, er sei „Satoshi“, und wollte die Behauptung unter anderem mit dem Krypto-Schlüssel des Erfinders untermauern. Doch ziemlich schnell meldeten Experten Zweifel an der Demonstration an. Wright kündigte erst an, als ultimativen Beweis Bitcoin aus dem „Satoshi“-Paket zu bewegen – und machte dann einen Rückzieher. So bleibt die Frage, wer „Satoshi Nakamoto“ ist, weiter offen.

Der Bitcoin-Einsatz kam nur langsam in Gang. Erst war es eine Spielwiese für Computer-Experten: Legendär ist die Geschichte vom Programmierer, der 2010 für zwei gelieferte Pizzen mit 10.000 Bitcoin bezahlt haben soll. Auf dem Höhepunkt der Bitcoin-Euphorie Ende 2017 wäre das Paket rund 170 Millionen Euro wert gewesen – und nach dem jüngsten Absturz jetzt immer noch rund 56 Millionen Euro.Bitcoin-Gründer_14Uhr

Währung des Darknets

Zu den ersten, die von den Vorzügen einer weitgehend anonymen Digitalwährung profitieren wollten, gehörten Online-Kriminelle. Auf Untergrund-Marktplätzen wie Silk Road konnten mit Bitcoin unter anderem Drogen oder Waffen bezahlt werden. Zugleich zeichnete sich der Bitcoin schon in den ersten Jahren durch extreme Kursschwankungen aus, die Spekulanten anlockten. Anfangs konnte der Bitcoin-Preis von wenigen Euro auf mehrere Dutzend springen – und zurück. Später wurden daraus Schwankungen von mehreren hundert oder sogar tausend Euro.

Die öffentliche Aufmerksamkeit und die Endlichkeit der Ressource Bitcoin, von denen nur 21 Millionen Einheiten generiert werden können, lösten in den vergangenen Jahren einen regelrechten Goldrausch aus. Der Kurs schnellte immer weiter in die Höhe. Zu den Konsequenzen gehörte auch, dass der Grafikkarten-Spezialst Nvidia plötzlich mit Engpässen bei einigen Top-Modellen zu kämpfen hatte, die besonders effizient beim „Schürfen“ der Bitcoin-Einheiten sind. Kriminelle Hacker, die heimlich Rechenleistung auf fremden Computern abzweigen, nutzen sie jetzt bevorzugt nicht mehr für den Massenversand zweifelhafter E-Mails, sondern zum Generieren von Bitcoin. Die ahnungslosen Nutzer können dafür mit höheren Stromrechnungen bezahlen.Bitcoin Müllhalde_14.40

Farmen für den Gewinn

Denn die Bitcoin-Produktion erfordert inzwischen nach dem von „Satoshi Nakamoto“ vorgesehenen Verknappungs-System die Rechenleistung von Server-Farmen. Zum Beispiel in Island mit seinem billigem Geothermie-Strom entstand daraus eine ganze Industrie. Der Strombedarf des Bitcoin-Systems ist enorm. Die Rechen-Prozesse verbrauchten nach seriösen Kalkulationen bereits pro Tag so viel Strom, wie gut 12 000 Vier-Personen-Haushalte in Deutschland im ganzen Jahr benötigten.

Obwohl der Bitcoin in diesem Jahr rund zwei Drittel seines Werts verlor, ist die Goldrausch-Stimmung noch nicht verflogen: Schließlich könnten nach Einschätzung von Experten erst in rund 20 Jahren alle erstellbaren Bitcoin generiert sein. Zugleich warnen Regulierer regelmäßig vor Risiken für Verbraucher, die sich in den wechselhaften Bitcoin-Markt trauen.

Revolution Blockchain

Das technische Fundament des Bitcoin, die Blockchain-Idee, wird inzwischen auch von Banken sowie in vielen anderen Industrien von der Musik- bis zu Autobranche geprüft, um Prozesse abzusichern. Die Blockchain könnte auch Einzug in Behörden halten, um beispielsweise in einem Grundbuchamt die Übertragung von Grundstücken in eine Blockchain einzutragen. Dass Ketten-System sei zu aufwendig und langsam, warnen allerdings Kritiker. Befürworter entgegnen, dass die Probleme lösbar, aber die Sicherheitsvorteile groß seien. „Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen und muss zunächst ausreifen, indem sie für zusätzliche Anwendungszwecke weiterentwickelt wird“, sagt Prof. Christoph Meinel, Direktor des Hasso Plattner Instituts der Universität Potsdam.

Das wird auch in der Branche so gesehen: „Blockchain kann revolutionieren, wie alle – Unternehmen, Regierungen, Organisationen, Menschen – zusammenarbeiten“, schrieb die Investmentbank Goldman Sachs in einem Bericht. Denn sie biete einen einfachen und sicheren Weg, praktisch jede Art von Transaktion zu verifizieren. Das bedeutet auch: Durch die Speicherung der Kette an vielen Orten kann der Bedarf an zentralisierten Abwicklungsstellen entfallen, was das bisherige Geschäftsmodell vieler Firmen in Frage stellt.  

E-Reader: Tolino Shine 3 im Test: Das taugt der neue Anti-Kindle

Wenn es um E-Books geht, stehen sich in Deutschland vor allem zwei Marken gegenüber: Der allmächtige Amazon Kindle – und der Tolino, der von der gleichnamigen Allianz deutscher Buchhändler wie Hugendubel und Thalia, dem Weltbild-Verlag und der Telekom entwickelt wird. Nach drei Jahren wurde nun das Einsteigermodell, der Tolino Shine, in seiner dritten Version vorgestellt – und kann im Test überzeugen.

Mehr Wärme beim Lesen

Das liegt vor allem am neuen Display. Der 6 Zoll große Bildschirm ist mit 300 ppi, 1072× 1448 Pixel genauso hoch aufgelöst wie beim Vorgänger, technisch aber klar überlegen. Das Bild ist heller, die Schrift setzt sich noch dunkler ab. Und: Zum ersten Mal in dieser Preisklasse bietet der Tolino Shine 3 ein automatische Anpassung der Beleuchtung an die Lichtstimmung an. Viele werden diese von Tolino als „Smartlight“ bekannte Technik vom Smartphone kennen. Liest man Abends im Bett, werden automatisch die störenden blauen Lichtfrequenzen herausgerechnet. Sie werden mit Problemen beim Einschlafen in Zusammenhang gebracht.

Tatsächlich nutzt sich der Tolino durch das Smartlight im Schlafzimmer enorm komfortabel. Statt blauem Licht leuchtet einem ein warmer Orangeton entgegen. Selbst im dunklen Raum passt sich die Beleuchtung auf sehr angenehmes Maß an, bei Bedarf lässt sie sich nachjustieren. Ist es draußen hell, schaltet sie sich ab. Tolino Shine 3 King

Neuer Screen, neuer Look

Auch an anderer Stelle wurde der Bildschirm überarbeitet: Dank seines kapazitativen Touchscreen lässt er sich nun noch flüssiger bedienen. Zudem hat er Auswirkungen auf das Design: Erstmals verzichtet ein Tolino auf den markanten Home-Button. Als einziger Knopf bleibt der Einschaltknopf, alle Menüs werden durch schnell gelernte Wisch-Gesten eingeblendet. Das funktioniert in der Praxis sehr gut.Kindle paperwhite 15.22

Auch das grundsätzliche Design wurde leicht angepasst. Der Rahmen ist etwas schmaler, wodurch der Shine 3 kleiner ausfällt als sein Vorgänger. Das Gewicht ist mit 166 Gramm um 18 Gramm gesunken. Der Akku ist dabei nicht geschrumpft, er bleibt bei 1500 mAh. Das reicht selbst mit Beleuchtung für Wochen.

Eine neue geriffelte Rückseite soll für mehr Griff sorgen, im Alltag fühlte sie sich aber immer noch recht rutschig an. Die Verarbeitung des Plastikgehäuse ist allerdings tadellos. Schade: Anders als der neue Kindle Paperwhite und die teuren Tolino-Modelle ist der Shine 3 immer noch nicht wasserdicht.Tolino Shine 3 Rückseite

Freie Wahl beim Lesestoff

Bei den E-Books selbst hat sich wenig getan. Wie gewohnt ist der Store des Händlers vorinstalliert, bei dem man den Tolino erwirbt, über den Cloud-Dienst lassen sich aber auch alle anderen bei Tolino-Partnern erworbenen oder über die Onleihe der Bibliotheken geliehenen Bücher problemlos übertragen. Das gilt auch für PDFs. Und: Anders als beim Kindle können auch Bücher aus Drittquellen problemlos mit dem Rechner oder direkt im Browser auf dem Gerät auf den Tolino gespielt werden. Die 8 GB internen Speicher bieten dafür viel Platz.Tolino Vision 4 HD Test 10.35

Ein netter Bonus ist die nun frei wählbare Anzeige bei abgeschaltetem Display. Statt des bekannten Tolino-Lächelns kann man nun einfach in den Einstellungen das Cover des zuletzt gelesenen Buches oder ein eigenes Bild wählen. Früher war das nur mit deutlich mehr Aufwand möglich.

Fazit: Der neue Star im Schlafzimmer

Wer einen E-Reader vor allem für das Schmökern im Bett sucht, kommt am Tolino Shine 3 kaum vorbei. Dafür sorgt das Smartlight sowie die große Freiheit bei der Auswahl der Buchquellen. Wer einen älteren Tolino oder noch gar keinen E-Reader hat, darf zuschlagen. Etwas anders sieht es aus, wenn man schon tief im Kindle-Universum verwurzelt ist oder vor allem am Strand oder der Badewanne liest. Dann bietet sich eher der wasserdichte Paperwhite an – oder man greift zu einem teureren Tolino-Modell.

Der Tolino Shine 3 ist bereits im Handel erhältlich und kostet ab etwa 120 Euro.

Testbericht: Warentest prüft Bluetooth-Kopfhörer – und die Preis-Leistungs-Sieger stammen von Apple

Sport ohne Musik ist für viele Menschen undenkbar. Nur die Kabel sorgten lange für Ärger. Zum Glück gibt es immer mehr In-Ear-Kopfhörer, die auf die lästige Strippe zum Gerät verzichten und sich mit Bluetooth verbinden. Stiftung Warentest hat 18 Modelle geprüft, bei neun von ihnen sind nicht mal zwischen den beiden Ohrteilen Kabel zu finden („True Wireless“). Vor allem Apple dürfte sehr zufrieden sein.

Testsieger ganz ohne Kabel: Apples Airpods

Bei den Kopfhörern ganz ohne Kabel schneiden Apples Airpods am besten ab. Die markanten weißen Stöpsel klingen gut und sitzen auch gut im Ohr. Einzige Schwachstelle nach Warentest: Die Musik ist auch außerhalb der Kopfhörer zu hören. Die Gesamtnote: „gut“ (2,0). Überraschend niedrig ist der aktuelle Preis. Ab 135 Euro sind Airpods aktuell zu bekommen – und damit günstiger als alle anderen „guten“ Kopfhörer im Test, die ganz ohne Kabel auskommen.

Wer sich die Hörer zum Sport kaufen möchte, sollte sie allerdings einmal Probetragen. Anders als die Konkurrenten lassen sich Apples Kopfhörer nicht ans Ohr anpassen und müssen schon ab Werk gut sitzen, um nicht herauszufallen. Warentest bewertete den Tragekomfort in Bewegung entsprechend nur mittelmäßig. Zudem sind sie nicht spritzwassergeschützt, was aber keinen Einfluss auf die Wertung hat.

Zweiter Erster: Bose Soundsport Free Wireless

Den ersten Platz teilen sich die Airpods dank gleicher Gesamtnote mit den Bose Soundsport Free Wireless. Sie klingen sogar noch einen Tick besser als Apples Modelle und sitzen auch bei Bewegung gut im Ohr. Wie die Airpods dringt etwas Musik nach außen. Weitere Schwäche ist die recht lange Ladezeit. Dafür sind sie aber spritzwassergeschützt. Der Preis: ab 170 Euro.Stiftung Warentest Preis Leistung_16.54

Beste mit Strippe: Bose Soundsport Wireless

Bei den Modellen, deren Hörer mit Kabeln verbunden sind, kann sich Bose vor Apple schieben. Die Soundsport Wireless haben den besten Klang im Test, auch die Geräuschabstrahlung ist besser als beim Geschwister-Modell ohne Verbindungskabel. Auch sie sind spritzwassergeschützt. Wieder ist die relativ lange Ladezeit die Achillesferse. Und: Sie sitzen schlechter bei Bewegung als die kabellose Variante. Trotzdem reicht es für die beste Wertung im Gesamttest: „gut“ (1,9). Der Preis liegt bei 120 Euro.

Spartipp mit Kabel: Beats Powerbeats3 Wireless

Auch bei den Kabel-Modellen ist Apple der Spartipp: Die zweitplatzierten Powerbeats3 stammen von der Apple-Tochter Beats. Sie schirmen Schall ab und sitzen auch bei Bewegung fest im Ohr. Leider können sie ausgerechnet beim Klang nicht mit den Testsiegern mithalten. So reicht es für eine „gute“ (2,3) Gesamtwertung, aber nicht für den ersten Platz. Der Preis kann sich aber sehen lassen: Powerbeats 3 Wireless gibt es ab 80 Euro.

Den vollständigen Test finden Sie gegen Gebühr unter test.de.

Apple Airpods Fußball WM 1955

Haushaltsgeräte: Geschirrspülmaschinen bei Warentest: Billige Geräte machen nur Ärger

Zehn Jahre normalen Betrieb von Geschirrspülmaschinen simulierten die Warentester in ihrem Dauertest. Solange sollte eine Geschirrspülmaschine schon halten, sollte man denken. Selbst wenn es nicht das teuerste Modell ist. Doch das Testergebnis sagt etwas anderes: Von jeder der elf Typen wurden drei Exemplare in den Test geschickt – bei fast allen Modellen fiel eine von den drei Spülmaschinen im Testbetrieb aus.

Im Jahr 2017 wurden Modelle mit dem Energielabel A+++ getestet. Nun sind die Maschinen mit der Einstufung A+ dran. Sie verbrauchen mehr Strom und Wasser, haben kein Automatikprogramm, das den Verschmutzungsgrad erkennt, und sind deutlich lauter. Das weiß der Kunde schon beim Kauf. Vor allem aber taugen diese Maschinen nichts. Über ein „Befriedigend“ kam kein Gerät heraus, die Hälfte schaffte sogar nur ein „Ausreichend“.

Geschirrspüler von Miele fiel schnell aus

Qualitätsmarke Miele leistet sich ein besonderes Debakel: Das getestete Gerät (Miele G 4623SCVi Active) war das teuerste Gerät im Feld der Kandidaten. Es soll 780 Euro kosten. Miele verspricht, dass diese Maschinen auf 20 Jahre Betrieb Betriebsdauer ausgelegt sind. Aber ein Exemplar von den drei Testgeräten gab bereits nach fünf Spülgängen den Geist auf. Im realen Leben hätten die Kunden hier noch Glück im Unglück gehabt: Die Miele war so schnell kaputt, dass die Garantie noch gegriffen hätte.FS Testergebnisse Spülmaschinentabs

Die anderen Geräte streikten jedoch nach Ende der Garantie. Angesichts der Neupreise und der mutmaßlichen Reparaturkosten sind das wirtschaftliche Totalschäden. Die größte Enttäuschung war die Amica vom Typ EGSP 14970 V. Sie kostet zwar nur 370 Euro, aber zwei von drei Geräten setzen während des Tests die Küche unter Wasser.

Die Qualität stimmt da definitiv nicht. Hinzu kommt noch, dass die Geräte mit der schlechten Energieeinstufung A+ verschwenderisch mit Strom und Wasser umgehen. Berechnet man die Betriebskosten, verwandeln sich die vermeintlichen Billigheimer in ein Eurograb.

Sparsamere Geschirrspülmaschinen auf Dauer billiger

Der Rat der Warentester ist klar: Besser man nimmt eine Maschine aus dem Test des Vorjahres, eine mit der Einstufung A+++. Dort schnitten mehrere Geräte mit der Note „Gut“ ab, die weniger als 600 Euro kosten. Sie seien bessere und sparsamere Geräte als die besten Maschinen im aktuellen Test. Am besten platzierten sich nun die Geräte von Bosch (SMV45IX01E – 705 Euro, Note 2,6) und von Beko (DIN28410 – 400 Euro, Note 2,7). Doch das Urteil des Testleiters Dr. Holger Brackemann ist eindeutig: Der Ressourcenverbrauch ist so hoch, „sodass ich selbst die beiden Spülmaschinen, die sehr gut durch den Dauertest gekommen sind, nicht empfehlen möchte.“  Ein derart schlechtes Zeugnis vergeben die Warentester selten.

Das schlechte Abschneiden ist besonders erstaunlich, weil Spülmaschinen bauartbedingt sehr viel geringere Belastungen ertragen müssen als zum Beispiel Waschmaschinen. Doch offenbar versagen Spülmaschinen nicht nur im Labor. Aus Leserzuschriften hat die Stiftung schon vor der Prüfung erfahren, dass die Kunden bei Spülmaschinen mehr Probleme erleben als mit anderen Haushaltsgeräten. Im Vorjahr wurde noch kein 10-Jahre-Dauertest durchgeführt. Eine gute Note im alten Test sagt also wenig über die Standfestigkeit der Geräte aus. Erst im nächsten Jahr wird es einen Dauertest mit A+++ Spülmaschinen geben.Warentest Geschirrspüler 09-30

Militärtechnik: Chinas neuer Laser-Satellit soll zum "Todesstern" für die U-Boote der USA werden

U-Boote nutzen die Tiefe der Meere, um unerkannt die Ozeane zu durchkreuzen. Radarwellen können sie unter Wasser nicht aufspüren. Wie schon im Zweiten Weltkrieg versucht man, die Boote durch Schallreflexionen zu orten, der sich unter Wasser sehr gut verbreitet. Aber solange die Boote still bleiben, sind sie ab einer gewissen Tiefe kaum aufzuspüren.

Hier liegt auch ihr militärischer Wert. In Übungen gelingt es kleinen U-Booten immer wieder, die Verteidigung selbst der mächtigsten Trägergruppen der USA zu durchdringen. Doch nun arbeitet Peking energisch daran, die Tarnkappe des Meeres aufzuheben.

+++ Lesen Sie hierzu: Wie ein 30 Jahre altes U-Boot eine US-Trägergruppe versenkt hat +++

Licht in 500 Metern Tiefe

U BootChina hat einen Satelliten entwickelt, der das Meer bis zu einer Tiefe von 500 Metern durchleuchten soll. Gelingen soll das mit einem leistungsstarken Laser. Das Projekt „Guanlan“, was etwa das „Beobachten der großen Wellen“ bedeutet, hat wie auch andere chinesische Laserprogramme eine militärische und auch eine zivile Bedeutung. Mit dem Gerät sollen vom All aus auch umfassende Daten über Meeresströmungen erfasst werden.

Song Xiaoquan, ein am Projekt beteiligter Forscher, sagte der „South China Morning Post„, dass der Satellit die obere Schicht des Meeres „mehr oder weniger transparent“ machen wird.

Tatsächlich dimmt Wasser Licht relativ schnell ab. Sonnenlicht dringt maximal in eine Tiefe von 200 Metern, doch ein ultraheller Laser könnte weit tiefer ins Meer leuchten.

Letztlich muss ein Teil der Impulse aber auch den Weg wieder zurück an die Oberfläche schaffen, wo ihre Reflexion dann gemessen werden kann.

An ähnlichen Verfahren haben auch die USA und die UdSSR gearbeitet, im Kalten Krieg kam man jedoch nicht über eine Tiefe von hundert Metern hinaus. Neuere Forschungen der Defence Advanced Research Projects Agency (DARPA) sollen aber auch gute Ergebnisse bis zu 200 Metern Tiefe liefern.

Radar unterstützt den Laser

Stealth TechnikDas neue Verfahren kombiniert zwei Techniken. Neben dem Laser wird ein Radar verwendet. Die Radarwellen können zwar das Wasser nicht durchdringen, doch sie tasten die Oberfläche des Meeres extrem genau ab. So soll die ungefähre Position eines Bootes in der Weite des Ozeans bestimmt werden. Der Laser würde dann schon in etwa wissen, wo er suchen muss.

Song Xiaoquan gibt einen Hinweis auf einen weiteren Trick des Messverfahrens. „Manchmal gibt es nicht genug Licht, um 500 Meter und zurück zu erreichen, aber wir können trotzdem versuchen, herauszufinden, was da unten ist, indem wir eine indirekte Messung in einer geringeren Tiefe durchführen.“ Damit würde man zwar das U-Boot nicht direkt „sehen“, aber so könnte man die Wasserbewegungen messen, die ein fahrendes Boot hervorruft.

Messungen des Magnet- und Gravitationsfeldes

Der neuartige Laser reiht sich in eine ganze Reihe von Maßnahmen, die U-Boote aufspüren sollen. Einerseits werden die klassischen Methoden verbessert. Auf dem Meeresboden werden dazu leistungsstarke Sensoren abgesetzt, die auch kleinste Schallsignale über lange Entfernungen anmessen können.

Peking entwickelt gleichzeitig exotischere Techniken, die auch Stealth-Flugzeuge erfassen können. Sensoren mit Quantentechnik sollen die Störungen des Gravitationsfeldes anmessen, die sich bewegende Objekte verursachen. Andere Forschungen versuchen, das Magnet-Feld der Erde sehr genau zu messen. U-Boote und auch Stealth-Flugzeuge sind aus Metall und führen zu winzigen Irritationen der Gravitation.Quanten-Radar

Gespräch mit Tim Cook: Apple-Chef: "Wir wollen nicht, dass die Menschen unsere Produkte zu viel benutzen"

Wenn Tim Cook auf Deutschlandbesuch ist, kann er sich die Stationen aussuchen. Große Dax-Unternehmen? Traditionsfirmen? Weltweit bekannte Marken? Die Türen würden sie ihm wohl alle weit aufsperren. Doch der Apple-Chef entschied sich im Rahmen seiner aktuellen Deutschlandreise für einen Besuch bei den Gründern der Yoga-App Asana Rebel. Der stern war dabei und konnte mit Cook über Fitness-Trends, die Bedeutung von Achtsamkeit und die Entwicklung der Apple Watch sprechen.

Stark ist das neue Schlank

Dass der Chef des wertvollsten Unternehmens der Welt ausgerechnet ein Start-up in Berlin-Kreuzberg aufsucht, mag auf den ersten Blick verwundern. Doch die Geschichte von Asana Rebel, das Ende 2015  in einer kleinen Wohnung gegründet wurde, ist eine Erfolgsgeschichte. Innerhalb von drei Jahren wurde die App zum Weltmarktführer im Yoga-Segment, die Hälfte der Nutzer lebt in den USA. Für Cook ist das die Blaupause eines modernen Start-ups: „Es ist eine Geschichte von der Macht des App Stores. Sie zeigt, dass ein leidenschaftlicher Mensch aus irgendeinem Land der Welt ein Business starten und nach kurzer Zeit weltweit aktiv sein kann. Mein Herz hüpft vor Freude, wenn ich so etwas sehe“, sagt Cook dem stern.21: AppleChef DSGVO Vorbild für globalen Datenschutz – 900713b51e3ed066

Die App profitiert wie viele andere auch von einem neuen Schönheitsideal – Menschen wollen stark sein, nicht mehr nur schlank. Ein Trend, der von sozialen Netzwerken, Fitness-Firmen wie Asana Rebell und auch Apple befeuert wurde. „Wir beide versuchen, dass die Menschen gesünder leben. Was das heißt, definiert jeder für sich“, so Cook. „Wir wollen die Menschen motivieren, häufiger aufzustehen, sich mehr zu bewegen und mehr Sport zu treiben. Menschen auf der ganzen Welt werden sich bewusst, dass sie mehr Verantwortung für sich übernehmen müssen. Dass Gesundheit mehr bedeutet, als einmal im Jahr zum Arzt zu gehen.“

Achtsamkeit als Trend

Doch es geht nicht nur um die Optimierung des Körpers, sondern auch des Geists. Achtsamkeit-Apps wie Calm oder Balloon (entwickelt von Gruner + Jahr, dem Verlag, in dem auch der stern erscheint) sorgen für ein besseres Körpergefühl. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Zahl der Neuinstallationen bei den populärsten Selfcare-Apps stieg innerhalb eines Jahres um 36 Prozent, die Ausgaben der Nutzer sogar um 40 Prozent, wie Apptopia errechnet hat. Und auch die Zahl an Apps nimmt zu. Das Bedürfnis nach einem kurzen Moment Ruhe wird offenbar immer größer.

Das sieht auch Tim Cook so: „Ich denke, die Menschen sind heutzutage gestresster. Es passieren einfach viele Dinge in der Welt, die einen ablenken. Es gibt so viel Unruhe. Familien sind getrennt, manchmal über Länder hinweg, ständig prasseln die Nachrichten auf einen ein. All das summiert sich, sodass wir uns mehr Zeit nehmen müssen, um wieder zu uns zu finden.“

„Ich war überrascht, wie oft ich mein Telefon pro Tag in die Hand nehme“

Der Konzern ist daran nicht ganz unschuldig. Mit dem iPhone machte Apple das Smartphone salonfähig, und damit viele Dienste, die heute um unsere Aufmerksamkeit buhlen. Mit dem Betriebssystem iOS 12 hat Apple nun eine Funktion namens „Bildschirmzeit“ eingeführt, die einen detaillierten Überblick über die eigene Smartphone-Nutzung gibt. Apple will damit Menschen animieren, bewusster über ihren Konsum nachzudenken.iOS 12: Das bringt Apples neues System 11.48

„Wir wollen nicht, dass die Menschen unsere Produkte zu viel nutzen. Das war nie unsere Absicht“, erklärt Cook. Es gehe darum, Kreativität zu fördern und den Nutzern neue Möglichkeiten zu bieten. „Aber sie sollen unsere Produkte nicht die ganze Zeit benutzen.“ Mit Bildschirmzeit habe man den Menschen nun ein Tool gegeben, das ihnen hilft zu verstehen, was sie tun.

Die Funktion hat auch dem Apple-Chef die Augen geöffnet: „Ich war überrascht, als ich gesehen habe, wie oft ich mein Telefon pro Tag in die Hand nehme.“ Die genaue Zahl verrät er zwar nicht  („sie ist zu hoch“), aber sie hat für ein Umdenken gesorgt. Er habe die Zahl der Mitteilungen reduziert und wird nun mit einem Report auf dem Laufenden gehalten.

Die neue Funktion sei vor allem für Eltern ein Gewinn, so Cook: „Man ist nun sogar in der Lage, zu sehen, was die Kinder mit dem Telefon anstellen.“ Zuletzt gab es in Deutschland eine Debatte über Eltern, die im Schwimmbad häufiger auf das Display ihres Telefons als nach ihren Kindern sehen. Viele Erwachsene kommen ihrer Aufsichtspflicht nicht mehr nach, beschwerten sich Bademeister. Cook rät solchen Eltern, die Prioritäten zu überdenken:Kinder sind nur einmal jung. Und nichts in der virtuellen Welt übertrumpft die Beziehungen in der echten Welt und den menschlichen Austausch.“

„Für eine neue Produktkategorie braucht man Geduld“

Mehr Zeit für die wichtigen Menschen im Leben, und trotzdem alles Wichtige mitbekommen – diesen Spagat wollten Apple mit der ersten Apple Watch schaffen, als sie vor dreieinhalb Jahren auf den Markt kam. Damals gab es viele Mitbewerber. Die meisten sind allerdings wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Dass man sich durchgesetzt habe, liege an Apples langfristiger Ausrichtung, so Cook: „Wenn man in eine komplett neue Produktkategorie vorstößt, braucht man Geduld. Das Geschäft ist nicht über Nacht riesig! Und du musst massiv investieren.“

Ein gutes Gerät zu bauen, das reiche auf Dauer nicht. „Am Ende ist das Gesamtpaket aus Hardware, Software und den entsprechenden Diensten entscheidend.“ Die Apple Watch, anfangs von Kritikern als Flop belächelt, hat sich zu einer wichtigen Erlösquelle des Unternehmens entwickelt. Apples weltweiter Marktanteil bei den Fitnesstrackern liegt bei 17 Prozent.Apple Watch 4 Test_12.00

Viele Analysten glauben, dass Wearables – also mit Sensoren ausgestattete Uhren, Armbänder, Kopfhörer und Co. – der nächste große Wachstumsmarkt sind. Die Experten von CCS Insight glauben, Wearables könnten 2022 für bis zu 30 Milliarden Dollar jährlichen Umsatz sorgen. Die Analysten von Forrester sind zurückhaltender und schätzen das Marktvolumen auf neun Milliarden. Einig sind sich beide darin, dass Smartwatches die großen Wachstumstreiber sind. Betrachtet man nur dieses Segment, sind die Unterschiede sogar noch größer: Jede dritte smarte Uhr stammt aus Cupertino.

Tim Cook über die EKG-Funktion

Mit der jüngst vorgestellten Apple Watch Series 4 betrat Apple Neuland: Es ist die erste Uhr, die ein eingebautes EKG bietet und von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FCC zugelassen wurde. Noch ist die Funktion nicht verfügbar, sie wird im Laufe des Jahres zunächst in den USA via Software-Update nachgeliefert. Cook nutzt die Funktion bereits auf seiner Uhr: „Nun kann ich etwas, das ich erst wenige Male in meinem Leben gemacht habe, jeden Tag nutzen. Sogar mehrmals am Tag, wenn es nötig ist.“

Für ihn ist das erst der Auftakt einer umfangreichen Überwachung des Körpers. „Wir tun das bei Autos, die überall Sensoren haben und bei denen Lichter angehen, die uns bestimmte Dinge verraten. Aber bei unserem Körper machen wir das nicht. Jetzt haben wir etwas, das uns hilft. Ich bin wirklich zuversichtlich, was diese Produktkategorie angeht und glaube, wir sind erst ganz am Anfang.“Tim Cook Reportage