Neue Funktion gestartet: Whatsapp bringt endlich das Feature, auf das die Nutzer am sehnlichsten warten

Zuerst ersetzte Whatsapp die SMS, dann war das Telefon dran. Nun hat der beliebteste Messenger der Deutschen den nächsten Schritt gewagt: Whatsapp erlaubt seinen Nutzern jetzt auch, per Videotelefonie miteinander zu quatschen. Nach keinem Feature sei mehr gefragt worden, erklärt Whatsapp in einem Blogpost. Wer nun begeistert die App öffnen möchte, sollte sich aber auf eine Enttäuschung gefasst machen.

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Denn die Videotelefonie wurde zwar ganz offiziell angekündigt und lässt sich von vielen auch schon nutzen. Das bedeutet aber nicht, dass jeder Nutzer gleich loslegen kann. Die mehr als eine Milliarde Whatsapp-Nutzer rund um die Welt sollen in den nächsten Tagen für die Videotelefonie freigeschaltet werden, erklärt Whatsapp. Bei den Meisten ist also noch Geduld gefragt.Whatsapp Video Crash 15.32

So nutzen Sie Whatsapps Videotelefonie

Ist das eigene Smartphone freigeschaltet, kann man aber sofort loslegen. Dazu tippt man einfach das Telefon-Symbol bei einem Kontakt an, entweder im Chat mit dieser Person, im Reiter „Anrufe“ oder in der Kontaktliste. Statt wie bisher sofort den Anruf zu starten, erscheint bei freigeschalteten Whatsapp-Nutzer eine Nachfrage, ob sie einen Sprach- oder einen Videoanruf starten möchten. Dann muss man nur noch bestätigen und los geht’s. Nur Video-Anrufe mit mehreren Teilnehmern scheint Whatsapp aktuell noch nicht zu unterstützen.

Ein Update für die App scheint nicht nötig zu sein. Vermutlich hat Whatsapp die Funktion bereits in einem der letzten Updates im Hintergrund mitinstalliert und legt nun nur noch den Schalter um. Gute Nachricht für Smartphone-Besitzer, die weder ein iPhone noch ein Android-Gerät nutzen: Allem Anschein nach sollen die Videoanrufe auch für kleinere Systeme wie Windows Phone funktionieren.iOS Tricks Fotostrecke 8.34h

Wie kann ich das Feature freischalten?

Im Internet existieren einige Anleitungen, wie man die Videoanrufe selbst aktivieren kann. Allerdings ist von den meisten abzuraten. Für Android lässt sich die Freischaltung etwa nur erzwingen, wenn man Root-Rechte besitzt. Manche Nutzer berichten, dass sie durch ein Löschen und dann erneutes Installieren der App Erfolg hatten. Das scheint aber nicht bei allen zu funktionieren. Am besten ist es wohl, einfach Geduld zu haben. Schließlich verspricht Whatsapp, die Videotelefonie in den nächsten Tagen ohnehin für alle Nutzer zugänglich zu machen.160901_WhatsApp_alternativen

Schluss mit Pöbeleien: Hass im Netz: Twitter rüstet auf

Öffentliche Plätze im virtuellen Raum sind – wie im echten Leben auch – Sammelpunkte für gesellschaftliche Strömungen. Der Wutbürger zeigt sich demnach auch im Netz und nimmt dabei mitunter seine hässlichste Form an, die des Trolls. Aber nicht nur Trolle gefährden den sozialen Frieden im Netz: Auch einzelne User, die beleidigende, gewaltverherrlichende oder bedrohliche Inhalte posten.

Das soziale Netzwerk Facebook kennt das Problem, besonders aufmerksam verfolgt jedoch der Mikrobologgingdienst Twitter diese Entwicklung, erklärte nun der Gründer und Chef Jack Dorsey anlässlich der Einführung neuer Features: „Weil bei Twitter alles öffentlich und in Echtzeit stattfindet, hatten wir im Umgang mit beleidigendem Verhalten einige Herausforderungen zu meistern.“FB Google Fakenews

Wort-Filter für Benachrichtigungen

Das Team hätte seine Aufmerksamkeit dabei auf die kritischsten Punkte gerichtet. Erstens: Die Sichtbarkeit von beleidigenden oder bedrohlichen Inhalten. Twitter bietet bereits seit Langem die Möglichkeit, bestimmte Accounts auszublenden, von denen man keine Tweets sehen will. Das neue „Mute Keyword“-Feature geht einen Schritt weiter: Jetzt kann man Benachrichtigungen für Tweets oder ganze Konversationen ausblenden, in denen bestimmte Wörter oder Sätze verwendet werden – gleich, von welchem Account.

Ein Beispiel: Jemand schickt an den Account @Girl123 den Tweet „Ich hoffe, du wirst vergewaltigt!“ Die Inhaberin von @girl123, die viel zu feministischen Themen tweetet, hat jedoch mit dem neuen Feature vorsorglich mehrere Wörter aus ihren Benachrichtigungen ausgeblendet, darunter „Vergewaltigung“ und „vergewaltigt“. Sie wird diesen Tweet also weder in ihren Twitter-, noch in ihren SMS- oder E-Mail-Benachrichtigungen sehen. In ihrer Timeline wird der Tweet jedoch auftauchen – es sei denn, sie hat den Account des Absenders geblockt. „Wir haben aber die Erfahrung gemacht, dass das meiste Unbehagen mit den Benachrichtigungen erzeugt wird“, erklärt Sinéad McSweeney, Twitter-Vizepräsidentin für Kommunikation und Strategie für Europa. „Daher die Konzentration darauf.“Facebook erklärt Zuckerberg für tot

Mit Geschichtsbewusstsein gegen Trolle

Twitter will auch das Melden von Accounts erleichtern und bietet ab sofort zwei neue Gründe an, warum jemand gemeldet wird: „Beinhaltet persönliche Informationen“ und „Richtet seinen Hass gegen eine bestimmte Rasse, Religion, sexuelle Orientierung oder gegen ein bestimmtes Geschlecht“. Twitter-Chef Jack Dorsey hofft, damit „unsere Möglichkeiten, eine Meldung zu bearbeiten, zu verbessern, damit der angegriffenen Person einen Teil der Last abzunehmen und auf Twitter eine Kultur des Beistands zu fördern.“

Twitter unterhält weltweit Support-Teams, die in den vergangenen Monaten besondere Trainings absolvierten, um schneller auf missbräuchliche Tweets aufmerksam zu werden. „Das beinhaltet auch den kulturellen und historischen Kontext von Inhalten“, erklärt Jack Dorsey. Wenn also jemand am 9. November, dem Jahrestag der Novemberprogrome von 1938, tweetet: „Heute Nacht werden in Berlin wieder Fensterscheiben zu Bruch gehen“, dann wird dieser Tweet eher als gegen jüdische Einrichtungen gerichtete Drohung verstanden werden, wenn das Support-Team den Zusammenhang erkennt.

Twitter – das Nachrichten-Netzwerk

Twitter möchte sich von sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram unterscheiden, man spricht von sich selbst explizit von einem Nachrichten-Netzwerk. „Twitter ist der schnellste Weg zu sehen, was gerade passiert und worüber gerade gesprochen wird“, sagt Jack Dorsey. „Was uns so großartig macht, ist, dass Twitter offen für jeden und jede Meinung ist.“ Diese Offenheit werde jedoch durch missbräuchliche Verwendung beschädigt und vertreibe viele Menschen, die etwas Interessantes beizutragen hätten.

Dorsey glaubt nicht, dass durch die neuen Features die Zahl beleidigender Tweets rapide sinkt. Doch wo Hasstweets schneller verschwinden oder der  Verfasser die Konsequenzen schneller und stärker spürt, sinkt von vornherein die Motivation, solche Tweets zu verschicken. Twitter hofft dadurch der Trollkultur ein Stück weit den Boden zu entziehen. Was nichts daran ändert, dass die Sicherheit auf einem öffentlichen Platz immer auch von denen mitbestimmt wird, die sich auf diesem Platz aufhalten. Also von uns Usern. 

Flaggschiff "Admiral Kuznetsov": PR-Panne für Putin – Russischer Flugzeugträger verliert eine MiG 29

Seit Wochen beschäftigt die russische Task Force mit dem Flaggschiff „Admiral Kuznetsov“ die westlichen Medien, die mit einer Mischung aus Furcht und Spott auf die Kampfgruppe blicken. Tatsächlich versammeln die russischen Schiffe eine beeindruckende Feuerkraft. Das Flaggschiff, die Admiral Kuznetsov, gilt allerdings auch als Unglücks- oder Pannenschiff. Bisher waren jedoch alle Pannenanzeichen, über die vor allem die britische Presse herzog, PR-Enten. Der schwere Qualm, den der Träger ausstößt, deutet wohl nicht auf einen Maschinenschaden hin, sondern auf die Art von Schweröl, die die Russen verbrennen. Eine vermeintliche Havarie, bei der die Kuznetsov angeblich mit dem Heck voran abgeschleppt wurde, stellte sich als Auftank-Stopp heraus.

Prompte Bestätigung

Der Verlust des Kampfjets vom Modell MiG-29KUBR Fulcrum-D wurde allerdings sofort vom russischen Ministerium bestätigt. „Ein Zwischenfall mit einer trägergestützten MiG-29K ereignete sich während eines Trainingfluges beim Anflug wenige Kilometer von der Admiral Kuznetsov entfernt. Ursache ist ein technischer Fehler“, lautet die offizielle Erklärung. Der Pilot habe sich mit dem Schleudersitz retten können. „Ein Rettungstrupp brachte ihn an Bord der Admiral Kuznetsov. Der Pilot ist unverletzt und wird seinen Dienst fortsetzen.“

Schwierige Starts von der Rampe

Sollte sich der Unfall so abgespielt haben, hat er nichts mit den erwarteten Problemen der Kuznetsov zu tun. Tatsächlich handelt es sich bei dem Schiff nicht um einen Flugzeugträger, wie die USA ihn bauen, sondern um einen gewaltigen Schlachtkreuzer mit einem Flugdeck. Anders als die USA verzichten die Russen bei ihrem ersten und einzigen Träger auf einen Katapult-Start. Die Flugzeuge starten mithilfe einer Schanze. Diese Starts sind für die Piloten allerdings schwieriger zu meistern – insbesondere wenn die Maschinen mit Kampfgewicht abheben. Da die MiG beim Landeanflug weit vor dem Träger abstürzte, kann der Start hier nicht das Problem gewesen sein.ING_Kampfjet_12.30
Mikhail Barabanov, Chefredakteur des Moscow Defense Brief, sagte der Fachzeitschrift Nationalinterest. „Das Hauptproblem mit der MiG-29KR ist der Mangel an ausgebildeten Piloten für diesen Typ und nicht irgendwelche technischen Problemen.“

Blamage ohne praktische Bedeutung

Mit dem Absturz hat die Kuznetsov einen von nur vier MiG 29 Multirole-Fightern verloren. Psychologisch ist das ein Problem. Es wurde von pro-russischen Militär-Blogs allgemein erwartet, dass die maritime Kampfgruppe mit einem gewaltigen Schlag eine Offensive der Assad-Truppen einleiten würde. Statt des Paukenschlags fiel nun ein Jet ins Wasser. Ein wenig glorreicher Auftakt.

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Tatsächlich sind weder die MiGs noch die zehn Su-33s an Bord der Kuznetsov Flugzeuge, die zum Angriff auf Bodenziele optimiert worden sind. Der Absturz führte allerdings nicht zu einem Abbruch des Einsatzes. Am heutigen Dienstag begannen die Su-33 des Trägers damit, Ziele in Syrien anzugreifen, so Verteidigungsminister Shoigu. Gleichzeitig hat die Fregatte Admiral Grigorovic Cruise Missiles abgefeuert.

Letztlich hat der Absturz also keine Auswirkungen. Ohne die PR-Wirkung hätte ihn kaum jemand bemerkt. So wie auch der Absturz zweier F/A-18 Hornets der US-Marine in der Nähe von San Diego in der vergangenen Woche kaum aufgegriffen wurde.

Keine Werbeeinnahmen: Facebook und Google drehen Anbietern von falschen News den Geldhahn zu

Inmitten der Debatte darüber, ob die Verbreitung gefälschter Nachrichten in Online-Netzwerken zum Wahlerfolg von Donald Trump beigetragen hat, wollen Facebook und Google Profiteuren des Trends den Geldhahn zudrehen. Seiten, die falsche Inhalte verbreiten, fliegen aus den Werbeplattformen raus. Zuvor konnte die Verbreitung auffälliger falscher Nachrichten gerade im Wahlkampf ein lukratives Geschäft sein, weil Nutzer auf die Links klickten.

Über die Plattformen der Internet-Firmen werden Anzeigen auf Webseiten platziert. Die Inhalte-Anbieter werden an Werbeeinnahmen beteiligt, wenn Nutzer darauf klicken.

Mark Zuckerberg: Falsche Nachrichten kein Einfluss auf US-Wahl

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte in den vergangenen Tagen wiederholt betont, die falschen News hätten aus Sicht des weltgrößten Online-Netzwerks den Ausgang der US-Präsidentenwahl nicht beeinflusst. Sie hätten nur ein Prozent der Inhalte ausgemacht, behauptete er am Wochenende. Unklar blieb, wie diese Zahl berechnet wurde. Zu den falschen Nachrichten, die sich über Facebook verbreitet hatten, gehörte in den vergangenen Wochen unter anderem ein Bericht, wonach der Papst den Republikaner-Kandidaten Donald Trump unterstütz habe.

Unterdessen berichtete die Website „Buzzfeed“ am Dienstag, eine Gruppe von Facebook-Mitarbeitern habe sich inoffiziell zusammengetan, um auf eigene Faust den Einfluss der falschen News zu erforschen. Die Mitarbeiter hielten bisher geheime Treffen ab, wollten aber mit der Zeit Empfehlungen an das Top-Management formulieren. 

Photoshop-Experte: Was Sie auch tun, geben Sie Ihr Bild niemals diesem Mann!

Sie wünschen sich eine andere Hautfarbe, längere Beine oder etwas mehr Drama auf einem Foto: Wenn Menschen mit einem Bild von sich unzufrieden sind, ist das heutzutage kein Problem mehr. Photoshop-Experten können digital die gesamte Palette an Wünschen erfüllen, ob es sich um das Entfernen eines unliebsamen Pickels handelt oder um das Entfernen einer unliebsamen Person. Jemand stört das romantische Pärchen-Portrait? Kein Ding, raus damit. Jemand fehlt auf dem Familienbild? Null problemo, hinein mit ihm.

James Fridman jedoch arbeitet anders. Er nimmt die Wünsche seiner Kunden wörtlich. Wortwörtlich. Und so entstehen nicht die glattgebügelten, schöngeschminkten 0815-Ideale, hinter denen seine Auftraggeber her sind, sondern Kunstwerke, die ihren Witz aus der Kombination von Wort und Bild schöpfen.

Mehr als 700.000 Follower lieben die bearbeiteten Bilder, die Fridman auf seinem Twitter-Kanal postet. Doch bei reinem Witz lässt es der Amerikaner nicht bewenden. Wenn er Anfragen erhält, bei denen Menschen mit ihrem Aussehen unzufrieden sind und er mehr dahinter vermutet als den Wusch nach einem Model-Ideal, verweigert er die Arbeit. Der Junge etwa, der einfach nur mal sehen möchte, wie er mit weißer Hautfarbe aussehen würde. Die Übergewichtige, die einmal ein Foto von sich mit schlanker Figur möchte. Oder das Mädchen, das seine Sommersprossen loswerden will. Oder jenes, das die Weißflecken-Krankheit Vitiligo hat und sich ein Bild mit „makelloser“ Haut wünscht. All jenen schreibt Fridman ein Kompliment zurück. Dass ihr Aussehen sie einmalig macht und er keinen Handlungsbedarf sieht. 

Der begabte Grafik-Designer schafft mit seiner Arbeit ein Korrektiv zu dem üblichen Verfahren in seiner Branche. Mit Charme und Humor setzt er ein Zeichen gegen die verzerrte Welt von Magazin-Covern. Makellosigkeit ist in seinen Augen langweilig, ebenso wie der Wunsch, irgendjemandem eine Realität vorzugaukeln, die es nicht gibt. Wenn auch nur sich selbst. 

Tragischer Tod im Training: Chinas berühmteste Kampfpilotin stirbt bei Flugzeugabsturz

Schock in China – die populäre Pilotin Yu Xu starb, als ihr Kampfjet vom Typ J-10 über der Hebei-Provinz abstürzte. Ihr Kopilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten. Hauptmann Yu Xu gehörte zu den ersten 35 Frauen, die im Jahr 2005 für die Ausbildung als Kampfpilotin ausgewählt worden waren. Dieses Programm wurde ebenso wie die Ausbildung weiblicher Taikonauten – der chinesische Begriff für Astronauten – von den Medien ausgiebig begleitet. Daher stammt auch die Popularität der verunglückten Pilotin. Yu Xu und ihre Kameradinnen wurden von der chinesischen Führung ganz bewusst als Role Models aufgebaut, um junge Frauen zu ermutigen, auch in vermeindlichen Männerdomänen ihren Weg zu gehen.

02 Yu Xu

Yu gehörte zu den 16 Frauen, die die Ausbildung am Ende auch abschlossen und dann zu den nur noch vier Frauen, die die J-10 fliegen durften. Schließlich wurde sie Kommandant einer Staffel. Ihr Rufname war „Goldener Pfau“ – eine Anspielung auf Yus Tanzleidenschaft.

Absturz kurz nach der Air Show

Das Unglück ereignete sich nur 14 Tage nach der China Airshow. Dort flog sie mit der J-10 als Teil der akrobatischen Kunstflugstaffel der Volksbefreiungsarmee. Anlässlich der Show sagte Yu dem Staatsrundfunk: „Ich hoffe wir geben dem Publikum eine gute Vorstellung. Bei unserem Training werden wir immer ermahnt, zuerst an die Sicherheit zu denken.“ Dem Sender CCTV sagte sie: „Ich glaube, unsere Show ist ziemlich schwierig, mit hohen Standards in jeder Beziehung. Unsere Fähigkeiten sind ganz gut, aber wie brauchen mehr Training, wenn wir besser werden wollen.“03 Yu Xu

Jet vergleichbar mit der F-16

Die J-10 wurde 2004 in Dienst gestellt. Sie soll in etwa die Leistung der amerikanischen F-16 erreichen. Augenzeugen berichten, dass sich zwei J-10 des Teams während des Trainings in der Luft berührten. Dem anderen Jet geschah nichts, er soll noch zwei Mal über der Unglücksstätte gekreist sein. Yu Xus Jet hingegen schlug auf einen Acker auf und hinterließ einen zehn Meter breiten und drei Meter tiefen Krater. Yu Xu saß auf dem hinteren Platz des Zweisitzers, soll den Jet aber gesteuert haben. Der Kopilot wurde in das Krankenhaus von Yutian gebracht, aber schnell wieder entlassen, weil er nur Kratzer abbekommen hatte. Vor der Auswertung der Black Box ist unklar, ob Yu Xis Schleudersitz versagte, oder ob die Pilotin bis zum letzten Moment an Bord bleiben wollte, um den Jet auf den menschenleeren Acker zu lenken.

Yu Xu wollte ins Weltall

Mit dem Platz in der Kunstflugstaffel war der Ehrgeiz von Yu Xu noch nicht gestillt. „Manchmal bin ich neidisch auf andere junge Menschen meines Alters. Aber das geht vorbei. Ich habe einen anderen Lebensweg gewählt, eine andere Arbeit und andere Herausforderungen. Ich habe nie bereut, zu fliegen“, sagte Yu Xu dem Staatsrundfunk. Sie war entschlossen, Astronautin zu werden. „Ich werde das härteste Training auf mich nehmen, um meinen Traum wahr werden zu lassen.“

Heldenverehrung im Internet

Luftfahrtexperte Wang Ya’nan sagte der „Global Times“: „China ist ein Vorreiter im Kunstflugtraining von Frauen. Als das Programm startete, gab es keine Erfahrungen anderer Länder damit. So gesehen sind Yu Xu und die anderen Pilotinnen ein großes Risiko eingegangen. Das verlangt unseren Respekt.“

In den letzten Jahren hat es eine ganze Reihe von Abstürzen der J-10 gegeben. Schuld daran soll der geringe Ausbildungsstand der Piloten sein. Eine Erklärung, die bei der Top-Pilotin und Kunstfliegerin Yu Xu, wohl nicht greifen wird.

In den sozialen Netzwerken wird sie nun von Millionen als Heldin gefeiert: „Yu ist eine Hua Mulan (eine legendäre Kämpferin) unserer Zeit, eine wahre Heldin“, schrieb ein User auf Weibo – dem großen chinesischen Kurznachrichtendienst.

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Instagram-Star Atchoum: Hund oder Katze – das ist hier die Frage

Wer oder was ist eigentlich Atchoum? Atchoum ist ein Tier, so weit ist die Angelegenheit einfach. Atchoum ist auch ein Social-Media-Star, dem auf Instagram 170.000 Menschen folgen, die interessiert an seinem Leben teilnehmen und großzügig Herzchen verteilen, wenn auf dem Account mal wieder ein neues Bild von ihm mit bunter Fliege auftaucht. Auf Facebook gefällt seine Seite 64.000 Personen. Atchoum lebt in der kanadischen Provinz Quebec, zusammen mit Nathalie. So weit alles klar. Aber jetzt wird es kompliziert.

Denn seit Tagen bewegt eine Frage die User im Internet: Ist Atchoum ein Hund oder eine Katze? Ausgelöst hat die Diskussion der Twitter-Nutzer „n2o“, der ebendiese Frage in den Raum warf – und ganz unterschiedliche Antworten bekam. Denn was genau dieses haarige Wesen ist, erschließt sich dem Betrachter tatsächlich nicht sofort.

Ein User ist sich sicher: „Das sind Katzenaugen.“ Ein anderer ist sich ebenfalls sicher: „Definitiv ein Hund.“ Ein dritter hat keine Ahnung, aber: „Was auch immer es ist – ich will es haben.“ 

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Auch Atchoum und seine Besitzerin wollen auf einer eigens für das Haustier eingerichteten Website zunächst nicht so recht mit der Sprache herausrücken: „Einige Menschen sagen, mein wilder Pelz und meine intensiven Bernsteinaugen lassen mich wie einen Hund, eine Eule, einen verrückten Wissenschaftler, einen Gremlin, Lorax oder den Grinch aussehen. Aber ich bin glücklich, der zu sein, der ich bin.“ Dennoch findet sich die Auflösung, auf die wir alle warten: Atchoum ist eine Perserkatze!

Sein außergewöhnliches Aussehen ist auf eine seltene genetische Besonderheit zurückzuführen. Atchoum leidet unter Hypertrichose, also hormonell bedingtem starken Haarwuchs. Ein Grund zur Sorge sei das aber nicht, steht auf seiner Homepage: „Es klingt viel schlimmer als es ist.“

Weihnachtsclip-Remake: Wenn Trump auf Hillarys Trampolin springt

Erst am 10. November ist die diesjährige Weihnachtskampagne für Englands Kaufhauskette John Lewis erschienen, ein TV-Werbeformat, mit dem die Marke seit 2007 die Herzen der Briten rührt – und inzwischen auch die anderer Nationen. Die ergreifenden Fernsehclips eignen sich hervorragend, um sich über die sozialen Medien zu verbreiten und den Menschen in allen Ländern Tränen der Rührung in die Augen zu treiben.

Den viralen Zündstoff nutzte in diesem Jahr eine andere Seite, indem sie ein Remake produzierte, das auch sofort einschlug: JOE.co.uk, die laut Eigenauskunft „Inhalte für britische Männer“ verbreiten, erreichten über Facebook mit ihrem nur einen Tag später veröffentlichten Aufguss bereits mehr als 95 Millionen Zuschauer, wurden 1,4 Millionen mal geteilt und erhielten mehr als 125.000 Kommentare. Die Idee ihres Clips: Sie ersetzten die Protagonisten der Lewis-Werbung durch die Politiker, die derzeit alle bewegen: Trump, Clinton und Obama. Um die zynische Verwandlung der Lewis-Werbung genießen zu können, muss man allerdings das Original kennen. 11-Süßer Weihnachtsclip: Tiere erobern das Trampolin 11.50

Fußball, Schnaps, Boxen und Politik sind die Themen, mit denen sich „JOE“ in der Regel beschäftigt. Anrührende, herzergreifende Inhalte bilden eher die Ausnahme. Also treten einem konsequenterweise bei „All Hillary wanted for Christmas was the White House“ auch keine Tränen in die Augen, es bleibt einem eher das Lachen im Halse stecken. Wie enttäuscht die kleine Hillary guckt, als am Weihnachtsmorgen Trump, der alte Hund, auf ihrem Geschenk herumspringt! Und wie viel Spaß er hat! Und wie schadenfroh er guckt!

Nachdem die Briten schon über ihre eigene Brexit-Katastrophe gewitzelt hatten, dass die USA das natürlich mit noch etwas viel Schlimmerem toppen mussten, ist die Verfremdung der Weihnachtskampagne von John Lewis dagegen schon fast wieder (nur) süß. Humor ist, wenn man trotzdem lacht.