Krebs-Erkrankung: Microsoft-Mitgründer Paul Allen ist gestorben

Im Alter von 65 Jahren muss Microsoft-Mitgründer Paul Allen sich geschlagen geben. Der US-Unternehmer ist am Montag seiner Krebs-Erkrankung erlegen, die vor 35 Jahren diagnostiziert wurde. Sein Tod wurde vom Unternehmen Vulcan Inc., dessen Gründer und Vorsitzender er war, im Namen seiner Familie mitgeteilt.

Der Technologie-Pionier, milliardenschwere Investor sowie Besitzer zweier US-Profisport-Teams und bekannte Philanthrop sei am Montagnachmittag nach Komplikationen im Zuge einer Lymphdrüsenkrebs-Erkrankung gestorben.

Allen hatte den Software-Konzern 1975 zusammen mit seinem Kindheits- und Jugendfreund Bill Gates gegründet. Nur acht Jahre später verließ er Microsoft wieder, bereits damals hatten die Ärzte bei ihm Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert. Allen besiegte den Krebs mehrmals, zuletzt vor neun Jahren, blieb aber gesundheitlich angeschlagen. Laut US-Medien hatte Allen jüngst mitgeteilt, sich erneut wegen Lymphdrüsenkrebs behandeln zu lassen.

Microsoft-Mitgründer Bill Gates trauert

Der Tod von einem seiner ältesten und liebsten Freunde breche ihm das Herz, hieß es in einem Statement von Microsoft-Mitgründer Bill Gates: Von der gemeinsamen Schulzeit über die Gründung von Microsoft bis hin zu gemeinsamen wohltätigen Projekten sei Paul Allen ein „wahrer Partner“ gewesen. Ohne ihn würden Personal-Computer heutzutage nicht existieren. „Er hätte viel mehr Zeit verdient“, so Gates weiter. „Wir werden ihn schrecklich vermissen.“

Allen war maßgeblich daran beteiligt, dem Computerriesen IBM für den ersten Personal-Computer ein Betriebssystem zu beschaffen, das als MS-DOS die Basis für den Erfolg von Microsoft legte. Den Durchbruch hatte Microsoft 1980 geschafft, nachdem sich IBM dazu entschieden hatte, das Betriebssystem für den ersten PC nicht selbst zu entwickeln, sondern bei der Firma von Allen und Gates einzukaufen.

Paul Allen berührte mit seiner Großzügigkeit

„Mein Bruder war ein bemerkenswertes Individuum auf jeder Ebene“, teilte Allens Schwester Jody Allen mit. „Während die meisten Paul Allen als Technologen und Philanthropen kannten, war er für uns ein geliebter Bruder und Onkel, und ein besonderer Freund.“ Millionen von Menschen seien von Paul Allens Großzügigkeit berührt gewesen und von seiner Hartnäckigkeit, sich für eine bessere Welt einzusetzen, erklärte Vulcan-Vorstandschef Bill Hilf in der Mitteilung.

Paul Allen Microsoft Krebs Bill GatesAllen zählte lange Zeit zu den reichsten Menschen der Welt. Zuletzt schätzte „Forbes“ sein Vermögen auf gut 20 Milliarden Dollar. Der Microsoft-Mitgründer spendete große Summen für wohltätige Zwecke, zudem engagierte er sich mit hohen Immobilien-Investitionen bei der Stadtentwicklung der US-Westküstenmetropole Seattle und war Besitzer der American-Football-Mannschaft Seattle Seahawks sowie des Basketball-Teams Portland Trail Blazers.

Fünf Dinge, die Bill Gates bereits 1999 vorhergesagt hat_20.50

Bitkom-Studie: Großes Interesse an neuen Mobilitätsangeboten in den Städten

Das eigene Auto anderen zur Verfügung stellen oder eine Strecke mit weiteren Fahrgästen gemeinsam zurücklegen – laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom stoßen solche Konzepte angesichts des wachsenden Verkehrs in den Städten bei Bürgern auf großes Interesse.

Demnach sehen 90 Prozent der Menschen in Deutschland Vorteile in Konzepten wie Car-Sharing oder Ride-Sharing. Damit sich solche Angebote breiter etablieren, müssten aber auch rechtlich die Weichen gestellt werden, forderte der Verband. In Berlin diskutierte der Bitkom mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft über die nötigen Schritte.

«Wenn wir die Grenzwerte in den Städten unterschreiten wollen, brauchen wir ein neues und digitales Mobilitätsmanagement», sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). «Wir brauchen nicht weniger, sondern besser organisierte Mobilität», die effizienter und sauberer sei. Aktuell gebe es für den Schritt vom analogen ins digitale Zeitalter die «einmalige Situation der vollen Kassen». In den Ausbau der Infrastruktur und in die Entwicklung neuer Konzepte will Scheuer in diesem Jahr 17 Milliarden Euro investieren.

Neue Mobilitätskonzepte hätten das Potenzial, unsere Gesellschaft komplett zu verändern und massiv zu verbessern, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. Mobilität müsse individuell sein, doch es gehe auch darum, wie man bruchlos zwischen den verschiedenen Angeboten wechseln könne.

Neuen Ideen stünden aber oft jahrzehntealte, innovationsfeindliche Regelungen entgegen, kritisierte Berg. Es bedürfe einer dringenden Modernisierung etwa des Personenbeförderungsgesetzes. Zum Beispiel durch die Abschaffung der Rückkehrpflicht für Mietwagen mit Chauffeur könnten unökologische Leerfahrten vermieden werden. Die aktuellen Regelungen sehen vor, dass solche Fahrzeuge erst zu ihrem Standort zurückfahren müssen, bevor sie einen neuen Auftrag annehmen dürfen. Diese Regelung soll vor allem verhindern, dass neue Anbieter mit der traditionellen Taxi-Branche direkt konkurrieren. Eine völlige Liberalisierung werde allerdings auch nicht die erhofften Folgen haben, sagte Stefan Gelbhaar von der Grünen-Bundestagsfraktion. Car- und Ride-Sharing-Angebote müssten dafür den Verkehr sinnvoll ergänzen. Und die Angebote – im öffentlichen Nahverkehr wie bei den ergänzenden Konzepten – müssten vor allem einfach zu nutzen sein.

In den USA habe das Wachstum von Sharing-Angeboten in manchen Städten sogar zu zusätzlichen Staus geführt, weil mehr Autos auf die Straße gekommen seien, sagte Michael Barrilère-Scholz von der Firma Ioki. Das Start-up bietet in Hamburg in Kooperation mit dem öffentlichen Nahverkehr einen Shuttle-Service in Randgebieten der Stadt an. Wichtig sei es, dass entsprechende Dienste eng mit existierenden öffentlichen Angeboten verzahnt werden.

Dass neue Mobilitätsangebote allein nicht automatisch die Straßen entlasten, darüber waren sich die Vertreter einig. Dafür brauche es etwa auch eine Qualitätsoffensive des öffentlichen Nahverkehrs, sagte Marion Jungblut vom Verbraucherzentrale Bundesverband VZBV. Die Angebote müssten Hand in Hand gehen mit der städtischen Verkehrslenkung, sagte auch Michael Fischer von der Volkswagen-Firma Moia, die etwa in Hannover ein Ride-Sharing-Angebot betreibt. Dies fehle aber bislang weitgehend.

Mate 20 Pro vorgestellt: Dieses Huawei-Smartphone kann sogar das iPhone aufladen

Huawei hat sich in den letzten Jahren zu einem der größten Smartphone-Hersteller der Welt gemausert. Langfristig will der Konzern an die Spitze, daraus macht der chinesische Konzern keinen Hehl. In London hat er heute sein neues Top-Modell vorgestellt: Mit dem Mate 20 Pro will Huawei die neuen iPhone- und Galaxy-Modelle auf die plätze verweisen. Und die technischen Daten des Geräts sind beeindruckend.

Mit 6,4 Zoll stellt das Mate 20 Pro keinen Größenrekord auf, das Display ist mit 3120×1440 Pixeln aber sehr scharf. Der Bildschirm ist am linken und rechten Rand nach hinten gekrümmt, was an Samsungs Galaxy S9 Plus erinnert. Die Aussparung am oberen Bildschirmrand ist wiederum eindeutig von Apples iPhone XS inspiriert. Die Vorderseite erinnert insgesamt an einen Mix der beiden Smartphone-Könige.mate20pro-cam

Neuartige Dreifach-Kamera an Bord

Eine eigene Handschrift hat das Gerät auf der Rückseite. Das Highlight ist die neue Dreifach-Kamera, die nun quadratisch und nicht mehr in einer Reihe angeordnet ist. Die Hauptkamera entspricht der 40-Megapixel-Kamera (f1.8-Blende) des Huawei P20 Pro, das ebenfalls eine Triple-Kamera besitzt.

Beim Mate 20 Pro verbaut Huawei jedoch zusätzlich eine Ultraweitwinkel-Kamera mit 8 Megapixeln (Blende f2.4) und eine Tele-Zoom-Linse mit 20 Megapixeln (Blende f2.2). Dadurch ist das Kamerasystem in der Lage, einen Brennweitenbereich von umgerechnet 16 bis 80 Millimeter abzudecken beziehungsweise einen fünffach optischen Zoom möglich sein (iPhone: Zweifach-Zoom).

Ein weiteres Novum: Das Mate 20 Pro soll Makroaufnahmen aus bis zu 2,5 Zentimetern Entfernung ermöglichen. Wie gut das im Alltag klappt und wie sich die Kamera bei schlechten Lichtbedingungen schlägt, werden Tests zeigen. Denn bei den Vorgängern klotzte Huawei zwar bei der Technik ran, die Kamera-Software überzeugte aber nicht in jeder Situation. Häufig wurden Details aggressiv aus dem Bild herausgerechnet. mate20pro-button

Schneller Chip und Gesichtsentsperrung

Auch die sonstige Ausstattung kann sich sehen lassen. Als Prozessor dient der Kirin-980-Chip, den Huawei bereits auf der IFA vorgestellt. Er wird wie Apples A12-Chip im 7-Nanometer-Verfahren hergestellt und soll deutlich flinker sein als der Vorgänger. Je nach Modellvariante stehen ihm sechs oder acht Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Der interne Speicher zählt je nach Variante 128, 256 oder 512 Gigabyte. Der Speicher ist erweiterbar, allerdings benötigt man die eigens entwickelte nanoSD-Karte.

In einer Aussparung (Notch) am oberen Bildschirmrand verbirgt sich neben der Frontkamera die Technik für die Gesichtsentsperrung. Diese basiert auf einer Infrarotprojektion und soll ähnlich aufwendig sein wie Apples Face-ID-Verfahren. Wie sicher das ist, wird sich in den Wochen nach Marktstart zeigen. Außerdem gibt es einen direkt im Display verbauten Fingerabdrucksensor – solch eine Technik bieten bislang weder Samsung noch Apple. Auch hier muss sich erst zeigen, dass die Technik zuverlässig funktioniert.mate20pro-rueck

Eine der Stärken der Mate-Reihe ist seit Jahren die Akkulaufzeit. Im Mate 20 Pro steckt ein 4200 Milliamperestunden starker Akku, der für Laufzeiten bis zu zwei Tagen sorgen soll. Der Akku unterstützt eine Schnellladetechnik, in 30 Minuten sollen 70 Prozent drin sein. Mit dem passenden Zubehör lässt sich der Akku auch kabellos mit bis zu 15 Watt aufladen. Die coolste Funktion: Das Huawei-Smartphone kann wiederum andere Geräte kabellos aufladen. Legt man ein iPhone XS des Kumpels auf das eigene Huawei-Telefon, wird es aufgeladen. Als Betriebssystem läuft Android 9 Pie.

Ein Schnäppchen ist das Mate 20 Pro nicht: Es kostet 1000 Euro und ist erhältlich ab Ende Oktober. Die Porsche-Design-Edition liegt sogar bei 1700 Euro und ist Ende November erhältlich.

E-Book-Reader: Amazon behebt beim neuen Kindle Paperwhite die größte Schwachstelle

Vor wenigen Tagen feierte sich die deutsche Buchbranche in Frankfurt. Denn trotz Netflix und Musikstreaming, Facebook und Youtube bleibt Deutschland ein Land der Bücherwürmer. Knapp 30 Millionen Bundesbürger (das entspricht 44 Prozent der Deutschen ab 10 Jahre) kauften im vergangenen Jahr ein Buch. Das sind zwar weniger als in den Jahren zuvor, am Ende gingen hierzulande aber immer noch 367 Millionen Bücher über den Verkaufstresen.

Das E-Book bleibt dagegen eine Nische, wenn auch eine attraktive. Denn obwohl die Zahl der Nutzer seit Jahren stabil bleibt, legte der Absatz von E-Books am Publikumsbuchmarkt um rund eine Million auf 29,1 Millionen Exemplare zu. Das entspricht einem Plus von 3,9 Prozent gegenüber 2016.

Neuer Kindle Paperwhite

Bei den Herstellern für die entsprechenden Lesegeräte gibt es mittlerweile nur noch zwei nennenswerte Marken: Die deutsche Tolino-Allianz, die mittlerweile immerhin 40 Prozent Marktanteil gewinnen konnte, und Amazon. Dessen populärster E-Book-Reader ist der Kindle Paperwhite, der nun pünktlich zum anstehenden Weihnachtsgeschäft in einer neuen Version vorgestellt wurde.

Die 2018er-Auflage des Kindle Paperwhite ist dünner (8,18 statt 9,1 Millimeter) und leichter als der Vorgänger. Das neue Modell wiegt 182 Gramm, die vorherige Generation wog 205 Gramm. Beim Display setzt Amazon erneut auf einen hintergrundbeleuchteten Sechs-Zoll-Bildschirm, der allerdings etwas besser ausgeleuchtet sein soll. Die Pixeldichte des Touchscreens beträgt die marktüblichen 300 ppi (pixel per inch). Kindle-Paperwhite-2

Der interne Speicher wurde von 4 auf 8 Gigabyte verdoppelt. Mit normalen Büchern ist der Speicher kaum zu füllen, Fans von Hörbüchern dürften sich über die Extra-Gigabyte aber freuen, denn der Amazon-Hördienst Audible wird ebenfalls unterstützt. Via Bluetooth kann man den Kindle mit den passenden Kopfhörern verbinden.

Die praktischste Neuerung: Das Gehäuse des Kindle Paperwhite ist nun wasserfest (IPX8-Standard). Das war bislang dem Spitzenmodell (Kindle Oasis) vorbehalten. Er hält somit Wasserspritzern am Strand oder einem Sturz in die Badewanne oder den Pool stand. Die Tolino-Geräte sind seit Jahren wasserdicht, Amazon schließt damit zur deutschen Konkurrenz auf.

Der neue Kindle Paperwhite erscheint am 07. November und kostet 119 Euro.

iPhone XS max Test 12.00

«Atari ist nur der Start»: Werden Videospiele Musks nächster Coup?

Tesla-Chef Elon Musk hat mit dem Hoffnungsträger Model 3 weiter alle Hände voll zu tun, macht aber schon wieder mit abenteuerlichen Ideen von sich reden.

Der Tech-Milliardär tüftelt offenbar in größerem Stil daran, die Bordcomputer in Teslas Elektroautos zu Videospielkonsolen umzurüsten. Musk erkundigte sich am Montag (Ortszeit) bei Twitter nach den «am meisten Spaß machenden Spielen», die auf den Touchscreens der Wagen laufen könnten.

Mit einem Software-Update hatte Tesla jüngst bereits Atari-Klassiker in seinen Autos installiert, die in Parkposition mit dem Lenkrad als Joystick gespielt werden können. Das sei «nur der Start», twitterte Musk nun. Dass das ungewöhnliche Projekt größere Dimensionen annehmen könnte, hatte sich bereits im August angedeutet, als Musk Spieleentwickler aufgerufen hatte, sich bei Tesla zu bewerben. Es gehe um Spiele, die Touchscreen, Handy und Auto zusammenführen.

Ohnehin scheint der 47-jährige Starunternehmer trotz seines Ärgers mit der Börsenaufsicht SEC, die ihn wegen Irreführung von Investoren im Zusammenhang mit seiner zwischenzeitlich erwogenen Privatisierung Teslas verklagt hatte, nicht zu bremsen. So soll bald auch ein hauseigener Tequila namens «Teslaquila» an den Start gehen. Am 8. Oktober reichte das Unternehmen bei der zuständigen US-Behörde einen Antrag ein, sich die aus einem Aprilscherz Musks entstandene Marke schützen zu lassen.

Manch Aktionär würde sich indes wünschen, dass sich Musk, der auch Chef des Weltraumunternehmens SpaceX und der Tunnelbohr-Firma Boring Company ist, mehr auf das Hauptgeschäft von Tesla konzentrieren würde. Zwar nimmt die lange Zeit stockende Produktion von Teslas erstem günstigeren E-Auto Model 3 endlich Fahrt auf, die Fertigung wie geplant weiter hochzufahren, dürfte aber noch auf absehbare Zeit eine große Herausforderung bleiben. Zudem hat Musk den Investoren Gewinne versprochen – bislang ist Tesla chronisch defizitär und einige Analysten sehen eher Kapitalbedarf.

Facebook Watch: Facebook zeigt jetzt kostenlos Serien, doch für deutsche Nutzer gibt es ein Problem

Online Serien streamen, dafür sind Plattformen wie Netflix oder Amazon Prime mittlerweile fast Synonyme. Die Anbieter im Internet haben für viele Nutzer das klassische lineare Fernsehen ersetzt. Nun drängt ein weiterer großer Player auf den Serienmarkt: Facebook hat mit Facebook Watch ein eigenes Videoportal an den Start gebracht.

Im vergangenen Jahr startete das Angebot in den USA, seit einigen Wochen ist es auch weltweit verfügbar. Dort zeigt Facebook eine Handvoll Serien – kostenlos und ohne Abo. Das Vorzeigeprojekt ist „Sorry For Your Loss“, eine aufwendige Eigenprodukton, mit der der Tech-Gigant Netflix und Amazon den Kampf ansagen will.

„Sorry For Your Loss“: Eine Witwe kämpft gegen die Trauer

Im Mittelpunkt der Facebook-Serie steht Leigh (Elizabeth Olsen), die mit Ende 20 ihren Ehemann Matt (Mamoudou Athie) verloren hat. Nun versucht sie, das Leben als junge Witwe zu meistern – und scheitert meistens krachend. Leigh ist verbittert, enttäuscht, einsam, Kleinigkeiten lassen sie ausflippen, Familie und Freunde können es ihr nicht recht machen und auch die Umstände des Todes ihres Mannes sind immer noch unklar. Sie fühlt sich unverstanden: „Die anderen müssen nicht in einer Welt leben, die vorbei ist. Ich schon“, schreibt sie in ihr Tagebuch.

Gemeinsam mit ihrer Schwester, ihrer Mutter und ihrem Schwager versucht Leigh, irgendwie über den Verlust hinwegzukommen. Jeder Ort, jeder Gegenstand erinnert sie an Matt – so erzählt Serienschöpferin Kit Steinkellner die Geschichte des Paares in vielen Rückblenden parallel zur Gegenwart. Tod, Trauer, Alkoholismus, Depression: Mit seiner ersten eigenen Serie fasst Facebook, das bisher keinen Ruf als Ort des intellektuellen Tiefgangs genoss, gleich schwierige Themen an. Sollte man einen toten Menschen versuchen zu vergessen – oder ist er erst dann richtig tot? Wie viel Trauer und Wut darf man zulassen, ohne sich damit selbst zu isolieren? Was, wenn sich das Bild eines Menschen nach seinem Tod verändert?Elizabeth Olsen

Facebook Watch: Das Lagerfeuergefühl im Internet

Die Serie wirft diese Fragen auf, und Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind, kommen sie nur zu bekannt vor. Facebook nutzt seine gigantische Community (weltweit sind 1,47 Milliarden Nutzer täglich in dem Netzwerk aktiv), um das Serienschauen zu einem Gemeinschaftserlebnis zu machen und so zumindest ein wenig das Lagerfeuergefühl aus der goldenen Fernsehära aufleben zu lassen. Rund um die Serie wird ein Netz aus Zusatzangeboten gesponnen: Es gibt kurze Videosequenzen, die an die Handlung der einzelnen Folgen anschließen. In einer Facebook-Gruppe können sich die Fans der Serie austauschen. Und vor allem kann parallel zum Anschauen der Folgen kommentiert werden, so können Zuschauer lesen, was andere über die Handlung denken.

Netflix serie Elite 8.30Mit dem tiefgehenden Plot können sich in der Kommentarspalte viele Nutzer identifizieren. Sie erzählen davon, wie sie ihre Partner verloren haben, wie sie immer noch deren Zahnbürsten nicht wegräumen konnten, an welchen Stellen sie geweint haben und fordern am Ende der zehn Folgen mit jeweils um die 30 Minuten Länge eine zweite Staffel. Dieser Identifikationsfaktor wäre bei leichterer Kost wohl nicht so stark.

Die Facebook-Umgebung ist allerdings auch ein großes Problem für die eigentlich durchaus gehaltvolle Serie. Denn das Netzwerk ist eigentlich der Inbegriff der kurzen Aufmerksamkeitsspanne, ständig ploppen Nachrichten und Benachrichtigungen auf und stören die Konzentration auf die Handlung.

Facebook-Serien nur auf Englisch verfügbar

Auf einige Annehmlichkeiten, die erfahrene Nutzer von Netflix und Co. gewohnt sind, muss man bei Facebook Watch allerdings verzichten. Der Dienst steckt noch in den Kinderschuhen: Das Überspringen des Intros beispielsweise ist nicht möglich, ebenso wenig wie beim Abspann. Das größte Problem für Nutzer aus dem nicht-englischsprachigen Raum dürfte allerdings sein, dass die Folgen bisher lediglich auf Englisch verfügbar sind. Eine Synchronisation auf Deutsch oder in einer anderen Sprache gibt es nicht, auch Untertitel bietet Facebook nicht an. 

Wer also Facebook-Serien in Deutschland schauen will, sollte schon sehr gut Englisch können. Bei allem Aufwand, den Facebook für „Sorry For Your Loss“ und andere Serien betrieben hat, ist doch zu merken, dass Mark Zuckerbergs Netzwerk an einigen Stellen erst einmal gespart hat. Es gibt also noch einige Luft nach oben.

Dafür ist der Dienst im Gegensatz zu Netflix und Amazon kostenfrei für Facebook-Mitglieder. Ganz nach dem Facebook-Prinzip soll sich das Serienangebot über Werbung refinanzieren, die während der Folgen eingeblendet wird – natürlich perfekt vom allwissenden Facebook-Algorithmus auf den User abgestimmt.

3,8 Millionen Menschen haben die Auftaktfolge von „Sorry For Your Loss“ bisher gesehen, die Aufrufzahlen der weiteren Folgen liegen deutlich niedriger und variieren sehr stark. Für den 21. November hat Facebook den nächsten Paukenschlag angekündigt: Dann startet die Comedy-Serie „Queen America“ mit Hollywood-Star Catherine Zeta Jones in der Hauptrolle.

Babylon Berlin – Darsteller_16.05

Bitte nicht teilen: Vorsicht vor dreister Masche auf Facebook: Tausende fallen auf Fake-Gewinnspiel herein

Wieder einmal fallen tausende Menschen auf Facebook auf einen Gewinnspiel-Betrug herein: Sie teilen, kommentieren und liken einen Beitrag, um einen Camper im Wert von knapp 60.000 Euro zu gewinnen. Das Problem ist nur: Es gibt nichts zu gewinnen.

Auch im Jahr 2018, ganze 14 Jahre nach Gründung von Facebook, schaffen es Betrüger noch immer mit recht einfachen Mitteln, die Menschen hinters Licht zu führen. Denn solche Aktionen tauchen sehr regelmäßig in den Timelines der Facebook-Nutzer auf. In den vergangenen beiden Tagen machte unter anderem ein Beitrag einer vermeintlichen Camping-Freunde-Seite die Runde, in der folgendes versprochen wird: „Diesen Oktober verlosen wir einen traumhaften Mercedes-Benz Marco Polo Camper im Wert von 59.950€. Wer von euch will einmal um die Welt reisen?“

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Das Posting, das am 14. Oktober um 16.30 Uhr abgesetzt wurde, sammelte innerhalb von 48 Stunden fast 30.000 Reaktionen, wurde ähnlich oft geteilt und über 22.000 Mal kommentiert. Weshalb sich der Beitrag immer weiter verbreitet. Nach nur zwei Tagen hat gefühlt fast jeder Deutsche mindestens einen Facebook-Freund, der tatsächlich geglaubt hat, dass es hier wirklich etwas zu gewinnen gibt. Doch darauf deutet nichts hin.

Woran man erkennt, dass ein Gewinnspiel nicht echt ist

Viele Facebook-Nutzer haben ganz offensichtlich ein Problem damit zu erkennen, ob ein Gewinnspiel echt ist oder nicht. Einige Schritte helfen, diese Frage zu beantworten.

Zuallererst hilft es zu überprüfen, ob die Seite, auf der das Gewinnspiel stattfindet, von Facebook offiziell verifiziert wurde, also einen „blauen Haken“ hat. Ist das nicht der Fall, sind erste Zweifel angebracht. Denn es ist kaum zu glauben ist, dass irgendeine kleine, unbedeutende Seite wirklich in der Lage ist, Gewinne im Wert von mehreren tausend Euro zu verlosen.

Zudem sollten Gewinnspiel-Interessierte stutzig werden, wenn Seitenbetreiber Teilnehmer zwingen wollen, einen Beitrag zu teilen oder zu kommentieren. Das wirkt nicht nur unseriös, es ist auch (eigentlich) gar nicht gestattet – Facebook untersagt in seinen Regeln für Seitenbetreiber eine Durchführung von Gewinnspielen mit solchen Funktionslogiken.

Wer ganz gründlich sein möchte, sollte sich zudem noch die entsprechenden Facebook-Seiten genauer anschauen. Meist handelt es sich um Auftritte, die erst seit kurzem existieren (auch weil Facebook solche Seiten meist irgendwann löscht). Zudem findet man dort weder einen Ansprechpartner noch eine Kontaktmöglichkeit.

All das gilt auch für die „CampingFreundeOffiziell“, auf deren Pinnwand nur ein einziges Posting zu finden ist. Sollte es zuvor weitere Beiträge gegeben haben, wurden diese gelöscht. Auch das ist ein weiteres Anzeichen für mangelnde Transparenz und damit ein Indiz, dass es sich nicht um ein seriöses Angebot handelt.

Der stern hat die Seitenbetreiber übrigens per Facebook-Direktnachricht kontaktiert. Und bisher keine Antwort erhalten …

Weisen Sie Freunde auf die dreiste Masche hin

Das Online-Portal „Mimikama“, das schon im August über ein ähnliches Wohnmobil-Gewinnspiel berichtete, veröffentlichte einen Aufruf, Freunde aktiv darauf hinzuweisen, dass ein Gewinnspiel nicht echt sein kann. Dort ist zu lesen: „Weist sie bitte darauf hin, dass es sich um ein Fake-Gewinnspiel handelt. Klärt sie aber auch darüber auf, warum es bei dieser und ähnlichen Seiten nichts zu gewinnen gibt. Und seid ruhig nachdrücklich, denn wenn diese Personen ihre Freundesliste offen auf dem Profil haben, seid ihr als Freunde jener leichtgläubigen Person ebenfalls interessant für solche Ersteller von Fake-Gewinnspielen.“

Denn auch wenn das Teilen eines gefälschten Gewinnspiels per se nicht gefährlich ist, unterstützt man mit jedem Like, Share oder Kommentar die Betrüger, die unterschiedliche Ziele haben können. Manche finden es vielleicht nur witzig, Leute hinters Licht zu führen, die meisten haben in aller Regel aber finanzielle Interessen: Wer auf diese Art und Weise Fans einer Seite generiert, kann die Page irgendwann für viel Geld verkaufen. Zudem bietet sich die Möglichkeit, an entsprechende Interessenten gezielte Werbung auszuspielen – und an den so generierten Einnahmen können sich die Seitenbetreiber beteiligen lassen.

Was auch immer die Urheber solcher Gewinnspiele im Schilde führen, eines steht bei solchen Gewinnspielen fest: Gewinnen wird am Ende definitiv niemand.

29-Datenpanne bei Facebook – 50 Millionen Nutzer betroffen-17.15