Kettenbrief: Wie gefährlich ist Whatsapp Gold?

In sozialen Medien macht aktuell eine klare Warnung die Runde: Man solle auf keinen Fall Whatsapp Gold installieren, heißt es in dem Kettenbrief. Die Erweiterung für den beliebtesten Messenger der Deutschen würde das Smartphone mit einem Trojaner verseuchen. Und auch die Kontakte seien in Gefahr. Wie ernst muss man die Warnung nehmen?

Zunächst einmal: Ja, es gibt eine Malware mit dem Namen Whatsapp Gold. Bereits im Frühjahr versuchten Betrüger, unbedarfte Nutzer mit Whatsapp-Nachrichten zur Installation der Schadsoftware zu bewegen. Man sei zur geheimen, goldenen Version von Whatsapp eingeladen, die nicht jeder nutzen dürfe, hieß es da. Als Features wurden mehr Emoji, Videoanrufe und – ironischerweise – eine erhöhte Sicherheit angepriesen. Bisher hätten nur Promis die Superversion nutzen dürfen. Einmal installiert, machte man aber nur Hackern die Tür zum Smartphone auf. Vorher war ein ähnlicher Schädling unter dem Namen „Whatsapp Plus“ verbreitet worden.26-So hindern Sie WhatsApp an der Datenweitergabe an Facebook-5100414478001

So schützen Sie sich vor Whatsapp Gold

Ob aktuell tatsächlich eine Bedrohung besteht, ist allerdings nicht bekannt. Einen aktuellen ZDF-Bericht gibt es entgegen der Angaben des Kettenbriefes nicht, Screenshots von der Masche stammen aus dem Mai diesen Jahres. Die Warnung gilt deshalb natürlich trotzdem weiter: Bekommt man von einem Chat-Partner Whatsapp Gold angeboten, versteckt sich dahinter mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit eine Schadsoftware.

Der einfachste Schutz ist daher, die Software gar nicht erst zu installieren. Ganz allgemein sollte man Apps nur aus sicheren Quellen installieren, also aus dem Googles Play Store und Apples App Store. Apps von Drittanbietern zu installieren, ist beim iPhone ohnehin nur durch den sogenannten „Jailbreak“ möglich. Auf Android-Smartphones muss man die Möglichkeit in den Einstellungen unter „Sicherheit“ selbst aktivieren, standardmäßig ist sie vernünftigerweise abgeschaltet.

Wer Whatsapp Gold bereits auf dem Smartphone hat, sollte schleunigst das Gerät auf die Werkseinstellungen zurücksetzen und sämtliche Kennwörter zu Online-Diensten wie E-Mail, sozialen Medien und besonders Online-Banking ändern.Diese 14 Tricks machen Sie zum… Versteckte Funktionen (2183747)

Fliegendes Motorrad: Neue Aufnahmen zeigen Hoverbike des US-Militärs

Es sieht aus, als stammt es direkt aus dem letztem Hollywood-Sci-Fi-Blockbuster – doch wenn es nach dem US-Militär geht, könnten in Zukunft Soldaten mit dem futuristischen Gerät in den Einsatz schweben: Seit letztem Jahr ist die US-Army an der Entwicklung eines Hoverbikes beteiligt, einer Art schwebenden Motorrads, dass von jeweils zwei Rotoren vorne und hinten angetrieben werden soll. Es ähnelt einer Drohne, soll aber irgendwann auch Menschen befördern können.

Seit der Ankündigung einer Kooperation mit den Firmen Malloy Aeronautics und Survice vergangenes Jahr ist es zunächst ruhig geworden, um das Hoverbike des US-Militärs. In einem Video, das nun bei dem Besuch eines hochrangigen US-Militärs in einer US-Forschungseinrichtung entstand, sind neue Aufnahmen vom Hoverbike zu sehen. (Minute 0:54)

In der Anfangsphase des Projektes erhielt das Fluggerät die Bezeichnung, „Taktisches Aufklärungsvehikel“. Wie das neue Video nun verdeutlicht, wird das Hoverbike mittlerweile als „Gemeinsames taktisches luftgestütztes Versorgungsvehikel“ (JTARV)  bezeichnet. Dies deutet darauf hin, dass das US-Militär im Gegensatz zum vergangenen Jahr die zukünftigen Aufgaben des Hoverbikes eher im Bereich der Versorgung als der Aufklärung sieht. In einer Pressemitteilung der US-Army heißt es in Bezug auf das Potenzial des JTARV, „Soldaten könnten in weniger als 30 Minuten mit Nachschub versorgt werden – egal wo sie sich auf dem Schlachtfeld befinden.“

Großes Interesse an der Hoverbike-Technologie

Wie die Nachrichtenagentur Reuters vergangenes Jahr berichtete, soll das Hoverbike viele Vorteile gegenüber einem Hubschrauber bieten: Das neuartige Fluggerät soll ein hohes Maß an Sicherheit gewährleisten, sehr flexibel einsetzbar sein und dabei sehr kostengünstig betrieben werden können. „Das Verteidigungsministerium hat Interesse an der Hoverbike-Technologie weil sie verschiedenste Rollen übernehmen kann. Es kann Truppen über schwieriges Terrain transportieren (…) und es kann zum Transport von Nachschub verwendet werden. Auch kann es als Überwachungsplattform dienen“, so Butkiewicz von der Firma Survice letztes Jahr gegenüber Reuters. Laut dem Bericht sei nun das Ziel, Prototypen zu konstruieren, die militärische Anforderungen erfüllen.

Wer jetzt befürchtet, dass der Traum vom fliegenden Motorrad US-Militärs vorbehalten bleiben wird, der kann aufatmen, denn das Hoverbike wurde von Malloy Aeronautics als ziviles Projekt gestartet. Wenn auch noch in der Entwicklung, plant Malloy Aeronautics offenbar neben der Kooperation mit dem US-Militär auch weiterhin, das Fluggerät irgendwann auch für Privatpersonen anzubieten. Auf ihrer Webseite informiert das Unternehmen regelmäßig über den aktuellen Entwicklungstand des Projektes.

Reuters Notfeed Hoverbike 18.30

Ab Juni 2017: EU schafft Roaming-Gebühren ab – aber nur für 90 Tage im Jahr

Handynutzer im EU-Ausland sollen nach dem Willen der EU-Kommission künftig doch nicht völlig ohne Roaming-Gebühren telefonieren und im Internet surfen können, sondern nur noch mindestens 90 Tage pro Jahr. Das definierte die Brüsseler Behörde in einem Entwurf für die Regelung ab Juni 2017. Die EU-Staaten und das Europaparlament hatten den weitgehenden Wegfall der Roaming-Gebühren für die Handynutzung im EU-Ausland vergangenes Jahr beschlossen, Einschränkungen aber zunächst offengelassen.iPhone 7 Ticker 11.34

Das 90-Tage-Kontingent solle praktisch jeden Bedarf von Privat- und Geschäftsreisenden decken, heißt es. Grenzpendler sollen ausgenommen sein. Nach 30 Tagen Aufenthalt im Ausland sollen Betreiber aber ein Einwählen im Heimatnetz verlangen können. Flatrate-Kunden sollen wenigstens den Durchschnittsverbrauch ihres Pakets nutzen können, bevor Auslandsgebühren anfallen.

90-Tage-Regel soll Missbrauch verhindern

Mit den Einschränkungen will die Kommission beispielsweise verhindern, dass Kunden bei einem billigeren ausländischen Anbieter einen Vertrag abschließen, ihn aber nur im Heimatland nutzen. Das könne längerfristig zu steigenden Preisen führen, hieß es von der Kommission. Der Entwurf soll noch mit der EU-Telekom-Regulierungsbehörde Berec und den einzelnen EU-Staaten besprochen werden.

Samsung startet Umtauschaktion für Galaxy Note 7

Smartphone-Marktführer Samsung hat nach dem weltweiten Verkaufsstopp für sein neues Vorzeigemodell Galaxy Note 7 mit einer kostspieligen Umtauschaktion begonnen.

In den USA kündigte Samsung Electronics America bereits am Freitag (Ortszeit) an, dass «von heute an» Kunden ihr Galaxy Note 7 gegen ein neues Smartphone umtauschen könnten. Nach mehreren Fällen von Akkubränden hatte das südkoreanische Technologieunternehmen mitgeteilt, dass die Geräte aus dem Verkehr gezogen werden.

Von der bisher beispiellosen Rückrufaktion für ein Smartphone-Spitzenmodell bei Samsung sind nach eigenen Angaben weltweit – ohne China – 2,5 Millionen verkaufte Geräte betroffen. In Südkorea soll der Umtausch am 19. September starten. 

Auch in Deutschland können sich Kunden für einen Austausch des Samsung Galaxy Note7 auf einer Homepage registrieren lassen, wie Samsung Deutschland am Sonntag auf seiner Facebook-Seite ankündigte. «Kunden, die ihr Galaxy Note7 bereits erhalten haben, werden wir ihr Gerät selbstverständlich durch ein neues ersetzen», sagte ein Firmensprecher. «Wir werden in den nächsten Tagen unsere Kunden mit Details zum Austauschprozess informieren. Diese Maßnahme ist notwendig, damit Samsung seinen Kunden auch weiterhin Produkte in der höchsten Qualität anbieten.»

Samsung machte zunächst keine Angaben dazu, wie viele Geräte in Deutschland betroffen sind. Allerdings dürften in Deutschland noch nicht viele Anwender ein Samsung Galaxy Note 7 in den Händen halten. Samsung hatte zuerst Kunden in Südkorea und China beliefert. Rund 400 000 Geräte sollen dort ausgeliefert worden sein. In Deutschland wollten die Mobilfunkprovider und Händler eigentlich am vergangenen Freitag mit dem Verkauf des «Phablets» starten. Vorbesteller dürffen eventuell schon am Donnerstag beliefert worden sein.

Das Note 7 wurde erst vor zwei Wochen in den USA und etlichen anderen Ländern auf den Markt gebracht. Medienberichte über einzelne Fälle, in denen das Gerät später beim Laden explodiert oder in Flammen aufgegangen seien, hatten Samsung alarmiert. Nach eigenen Untersuchungen identifizierte das Unternehmen Probleme mit der Akkuzelle. 35 Schadensfälle seien bisher bestätigt worden. Was genau die Probleme verursachte, war bisher nicht bekannt.

Die Kunden in den USA können schon in der nächsten Woche ein neues Galaxy Note 7 haben oder ihr jetziges Gerät gegen die Premium-Modelle Galaxy S7 oder Galaxy S7 Edge umtauschen. Für den Preisunterschied will Samsung aufkommen. In den USA wird Note 7 ab 850 Dollar (etwa 760 Euro) angeboten. 

Südkoreanische Medien berichteten unter Berufung auf Experten, dass die Umtauschaktion bis zu 1,5 Billionen Won (etwa 1,2 Milliarden Euro) kosten könne. Das Unternehmen machte dazu bisher keine Angaben. Der Chef der Smartphone-Sparte, Koh Dong Jin, hatte lediglich von enormen Kosten gesprochen. «Unser vorläufiges Ziel ist es, dass alle Produkte bis zum März nächsten Jahres umgetauscht sind», zitierte die nationale Nachrichtenagentur Yonhap einen Firmenvertreter. 

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) forderte nach dem weltweiten Verkaufsstopp für das Galaxy Note 7 Aufklärung. «Ich frage mich natürlich, warum diese Akkus explodieren können und wie dieses Problem jetzt dauerhaft behoben wird», sagte Hendricks der «Bild am Sonntag». «Und wie viele andere will ich natürlich wissen, ob dieser offenbar gefährliche Akkutyp auch in anderen Mobilgeräten eingesetzt wird. Hier verlange ich Aufklärung.»