Ob das klappt?: Polizei will Smartphone eines Toten knacken – und druckt einfach seinen Finger nach

Das Smartphone mit dem Fingerabdruck entsperren zu können, ist extrem praktisch. Statt immer wertvolle Sekunden mit der Eingabe eines Codes zu verschwenden, hat man alles immer mit einem einzelnen Tippen sofort parat. Trotzdem ist es besser geschützt als ohne Code. Es sei denn, man hat es mit so engagierten Polizisten zu tun wie in einem aktuellen Fall.

In einem vermutlichen Mordfall in den USA war den Beamten auch das Telefon des Opfers als Beweismittel in die Hände gefallen. Sie nehmen an, dass sich darauf Hinweise auf den Mörder finden. Dumm nur, dass das Gerät mit einem Fingerabdruck gesichert ist. Also wendeten sich die Polizisten an jemanden, der sich damit auskennt: den Wissenschaftler Anil Jain. Der forscht an der Michigan State University daran, wie man die Erkennung von biometrischen Daten noch sicherer machen kann – also dem Gegenteil dessen, was die Cops von ihm forderten. Trotzdem half er gerne.Dümmster Erpressungs-Trojaner 11 h

Finger aus dem Drucker

„Wir machen das zum Spaß“, sagte er gegenüber dem Magazin „Fusion“. Worum es bei dem Fall genau gehe, dürfe er aber nicht sagen, wegen laufender Ermittlungen. Solche Details braucht der Wissenschaftler aber auch gar nicht. Nur die Fingerabdrücke aller zehn Finger. Die konnte die Polizei auch prompt liefern – weil das Opfer schon mal verhaftet worden war.

Nun wollen der Wissenschaftler und sein Assistent Sunpreet Arora den passenden Finger des Opfers aus dem 3D-Drucker nachproduzieren. Welcher das ist, wissen sie aber noch gar nicht. „Wir wissen ja nicht, welchen Finger er benutzte“, sagte Arora gegenüber „Fusion“. „Wir vermuten, es war der Daumen oder Zeigefinger – was eben alle anderen auch nutzen. Aber wir haben alle zehn.“ 

Weil die Fingerabdruck-Sensoren der meisten Smartphones aber nur auf lebende Finger reagieren, mussten sich die Experten noch etwas Neues ausdenken. Die sogenannten kapazitiven Sensoren reagieren nämlich gar nicht auf den Druck, sondern auf elektrische Spannungen der Haut. Die wollen die Forscher nun mit einer dünnen Schicht Metallpartikel simulieren. Ob es klappt, wissen sie aktuell noch nicht. Die künstlichen Finger waren noch nicht bei der Polizei.Android-Trojaner 20.45h

Erfolg ungewiss

Doch selbst, wenn sie den Scanner technisch umgehen können, heißt das längst nicht, dass die Polizisten auch an die Daten kommen. Wohl auch, um solche Tricks zu umgehen, muss man bei vielen Smartphones alle 48 Stunden und nach jedem Neustart den Pincode eingeben, bevor der Fingerabdrucksensor wieder funktioniert. Und an den kommen die Cops wohl nicht mehr heran. STV_KW13_Schroedel_erklaert_Virus_Locky

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