Europastart von Amazon Echo: Amazons Siri-Lautsprecher kommt nach Deutschland – zum Kampfpreis

In Science-Fiction-Filmen haben die Häuser der Zukunft meist eines gemeinsam: Man steuert sie per Zuruf. Amazon Echo kann das schon heute – zumindest zum Teil. Mit dem smarten Lautsprecher stieß Amazon Ende 2014 in US-amerikanische Wohnzimmer vor. Ab heute ist auch Europa dran, Echo ist in England und Deutschland – aber hier nur auf Einladung. Trotzdem versucht Amazon so einiges, den Deutschen Echo schmackhaft zu machen.

Hey, Alexa!

Doch was ist Echo genau? Als Vorbild nennt Amazon die Sprachconmputer in der uralten Star-Trek-Serie. Im Prinzip handelt es sich um eine Art Siri, die in einen röhrenförmigen, schwarzen oder jetzt auch weißen Lautsprecher gestopft wurde, den man sich ins Wohnzimmer stellt. Dort reagiert Echo auf Zuruf. Das klappt sogar, wenn Musik oder der Fernseher läuft. Amazons Sprachassistentin heißt natürlich nicht Siri und läuft auch nicht auf einem iPhone, stattdessen hat man sie Alexa getauft. Und Alexa kennt wie Siri die Antwort auf unzählige alltägliche Fragen, vom Wetter, über die Umrechnung von Tee- in Esslöffel beim Kochen, bis zu Sportergebnissen und dem aktuellen Kinoprogramm. Man ruft „Alexa, wie ist das Wetter heute?“ in den Raum, schon weiß man, was die Kinder anziehen müssen – das zumindest verspricht Amazon. Ist Echo mal außer Hörweite, kann man auch die Smartphone-App benutzen.

Amazon Echo kann immer mehr Geräte steuern

Sonos mit Sprachsteuerung 20.20Die größte Stärke gegenüber Google Now und Siri ist aber ganz klar, dass Echo anders als das Smartphone immer an derselben Stelle steht und jeder im Haushalt sich darauf verlassen kann. Das ist vor allem dann ein Vorteil, wenn man die immer länger werdende Liste smarter Haushaltsgegenstände betrachtet, die sich mit Echo steuern lassen. Die Musik oder die smarte Lichtsteuerung per App zu steuern ist zwar schön und gut. Die Befehle einfach in den Raum rufen zu können, ist aber ein Game-Changer. Zumindest wenn es so gut funktioniert, wie Amazon es verspricht.

Das funktioniert mit einer stetig wachsenden Anzahl von Geräten. Im Rahmen der IFA haben mit Sonos, Tado und vielen weiteren auch jede Menge namhafte Hersteller Unterstützung für Echo zugesagt. In einem Markt, in dem sich noch kein allgemeiner Standard durchsetzen konnte, ist das Gold wert.SmartHome IFA 2016 18.30h

Echo ist der Einstieg ins smarte Zuhause

Echo eignet sich vor allem als Einstieg ins schlaue Zuhause. Wer noch wenig oder keine smarte Technik besitzt, bekommt trotzdem etwas Nützliches geboten. Denn Alexa taugt nicht nur zum Weckerstellen oder für die Frage nach dem Wetter. Durch Anbindung an Wikipedia und andere Datenbanken kennt sie tatsächlich Antworten auf komplexere Fragen. Auch Musikabspielen war nie so einfach wie mit Echo. Der Lautsprecher kann sich tatsächlich durchaus hören lassen, eine Konkurrenz für gute Boxen ist er aber nicht. Um loszulegen braucht Alexa nur den Namen eines Songs oder einer Playlist. Die zieht es sich von Amazons eigenem Dienst Prime Music, Streaming-Konkurrenten wie Spotify sind aber ebenfalls an Bord.Amazon Bewertungen 6:13

Shopping als Gespräch

Natürlich wäre Echo kein Amazon-Produkt, wenn es nicht auch eine Direktleitung zum Online-Kaufhaus hätte. Und so packt Alexa auf Wunsch Produkte auch direkt in den Amazon-Einkaufswagen und bestellt sie gleich. Wann das Paket dann ankommt, muss man ebenfalls nicht mehr mühsam bei DHL und Co. erfragen. Alexa weiß Bescheid.

Die Strategie ist klar: Wie bei Fire TV und den Fire Tablets kann man zwar durchaus auch andere Dienste mit den Amazon-Produkten nutzen, die bequemste Art ist aber immer, über Amazon selbst zu gehen. So bietet der Konzern den Nutzern zwar ein tolles Produkt, verdient aber selbst ebenfalls ordentlich dabei.Die Überwachung steckt längst … Amazon Echo und der Datenschut… (2151078)

Das Mikro im Wohnzimmer

Mit dem Europastart muss sich Amazon aber auch mit einer Besonderheit der Alten Welt auseinandersetzen: Privatsphäre wird hier deutlich größer geschrieben als auf der anderen Seite des Atlantiks. In den USA bestimmte die technische Neuerung die Berichterstattung bei der ersten Vorstellung von Echo, hier ging es um die Risiken. Schließlich stellt man sich ein ständig mitlauschendes Mikrofon mitten in die Wohnung. Dass man mit dem Smartphone auch eines in der Tasche stecken hat, wurde beim allgemeinen Gruseln gerne mal vergessen.

Amazon bemüht sich aber sichtbar, die Sorgen ernst zu nehmen. Bei der Ankündigung wurde viel Wert darauf gelegt, wie das Unternehmen die Privatsphäre seiner Kunden schützen will. So hat Echo einen Stummschaltknopf, der die Aufnahme ausschaltet, wenn man wirklich gar nicht aufgenommen werden will. Auch sonst können die Nutzer durch einen blau leuchtenden Ring am oberen Rand sehen, wann genau Echo zuhört. Mit der Echo-App kann man sich zudem alle Aufnahmen von Echo anhören und selektiv löschen.

Echo im Sechserpack

Ein Einsteigermodell ohne Box namens „Echo Dot“ gibt es schon für 59,99 Euro, aber auch nur auf Einladung. Für das große Echo verlangt Amazon hierzulande 179 Euro, Prime-Kunden bekommen heute und morgen einen Abschlag – und zahlen 50 Euro weniger, wenn sie an diesen Tagen auf der Amazon-Homepage um eine Einladung bitten. Ob Sie es dann wirklich kaufen, dürfen Sie sich in der Wartezeit aber noch mal überlegen: Bis zum finalen Kauf ist die Einladung unverbindlich.

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