Nach neuen AGB: Darum können manche Whatsapp-Nutzer ihren Account nicht mehr löschen

Als Facebook Anfang 2014 ankündigte, den beliebten Messenger Whatsapp zu kaufen, liefen die Fans Sturm. Facebook würde alle Daten und Chatverläufe abgreifen, so die Befürchtung. Die Nutzer schworen Whatsapp reihenweise ab, kehrten dann aber nach Ausflügen zu Threema und Co. doch zurück. Jetzt will Facebook sich wirklich die Daten ziehen, seit gestern ist der Widerspruch dagegen unmöglich. Viele wollen nun den Account ganz löschen – stehen dabei aber vor einem Problem.

Wirklich löschen kann den Whatsapp-Account nur der Nutzer. Das Unternehmen selbst kann ihn nur deaktivieren. Dann bekommen die Freunde und Bekannten aber keinerlei Fehlermeldung oder Hinweis, wenn sie weiter Nachrichten schreiben. Außerdem behält Whatsapp die Daten. Wie das Selbstlöschen genau funktioniert, erklärt das Unternehmen jeweils in einer eigenen FAQ für Android und iPhone.

Löschen unmöglich

Die Anleitung stellt die Nutzer vor ein Dilemma. Ob man Whatsapp auf dem iPhone oder auf einem Android-Smartphone nutzt: Die Option, seinen Account zu löschen, ist tief in den Einstellungen des Messengers versteckt. Die bekommt man aber nur dann zu sehen, wenn man den neuen AGB zustimmt. Genau das also, was viele Nutzer eben nicht tun wollen. Aus gutem Grund.Whatsapp Facebook 18 Uhr

Mit der Zustimmung gibt man Facebook nämlich das Recht, sich das komplette Adressbuch zu ziehen, inklusive der Kontakte, die weder Facebook- noch Whatsapp-Nutzer sind. Weil Facebook deren Daten eigentlich gar nicht bekommen dürfte, lässt sich Facebook bei Zustimmung zur AGB einfach vom Nutzer versichern, dass er berechtigt sei, diese Daten weiterzugeben – auch wenn das gar nicht der Fall ist. Facebook gibt den Schwarzen Peter also einfach an seine Nutzer weiter und zwingt sie zum Lügen. Welche Daten sich der Social-Media-Gigant auf diese Weise besorgen will, lesen Sie in diesem Artikel.

Kein echter Ausweg

Was tun? Im Socia-Media-Blog „Mimikama“ hat ein Betroffener seine Versuche geschildert, Whatsapp auf das Problem hinzuweisen. Statt einer akzeptablen Antwort kamen vom Support nur Standardmails, die jeweils nur auf Bruchstücke der Anfragen eingingen. Eine echte Antwort blieb aus. Den betroffenen Nutzern bleibt aktuell also nur, den Account zu deaktivieren. Oder eben den AGB zuzustimmen und damit zu riskieren, dass Facebook sich vorher noch das Adressbuch zieht.160901_WhatsApp_alternativen

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