#NichtEgal? #NichtEuerErnst!: Youtuber im Kampf gegen den Hass im Netz – etwas scheinheilig, oder?

Hass ist #NichtEgal – auch nicht im Netz. Deshalb hat Youtube zusammen mit der Bundeszentrale für politische Bildung und Familienministerin Manuela Schwesig als Schirmherrin eine Kampagne gegen den Hass im Netz ins Leben gerufen. Über 20 prominente Youtuber unterstützen die Kampagne – von DagiBee über Die Lochis bis zu Zukar. 

Eine schöne Idee. Wäre da nicht der Haken, dass die Videoblogger selbst gerne mal austeilen. Die Satiriker vom „Bohemian Browser Ballett“ decken in ihrem Video #NichtEuerErnst auf, wie falsch die Auswahl der prominenten Protagonisten war. Durch die Gegenüberstellung der Aussagen von DagiBee und Co in #NichtEgal mit selbst geschrieben Kommentaren der Youtuber wird das besonders deutlich.

„Darf Hass uns eigentlich egal sein? (…) Mit Freundlichkeit kommt man immer weiter als mit Hass“, eine Aussage mit der DagiBee sicher recht hat. Doch wie passt es dann, dass sie einem User antwortet: „(…) Schäm dich du nerviges Balg & reiß erst mal selber was in deinem Leben, bevor du so eine große Fresse hast.“ Die Satiriker fügen hinzu: „Ne, schäm du dich Dagi, dass du Minderjährigen, die dir vertrauen den ganzen Tag Produkte andrehst, macht dich nicht unbedingt zur Wertebotschafterin Nummer 1. Da kann man schon mal ein bisschen freundlich sein.“ 

Youtuber haten selbst im Netz

Doch nicht nur DagiBee hat selbst schon ausgeteilt. Bigg Tasty hat einem User geantwortet: „Irgendwann treffen wir uns. Dann werde ich dir zeigen, was kleine Spastikinder wie du für ihre große Fresse bekommen.“ Und Hand of Blood schrieb: „Niemand will euch sehen, ihr Spastis.“ 

Für das „Bohemian Browser Ballett“ stellt sich die Frage: „Überhaupt fragen wir uns, ob Menschen die hauptberuflich Minderjährige abzocken, die richtigen Vorbilder für eine Wertekampagne sind, Frau Schwesig.“ Eine berechtigte Frage, die sich auch viele Nutzer in den sozialen Netzwerken gestellt haben. Das Familienministerium stellt danach auf Twitter klar, dass Frau Schwesig lediglich die Schirmherrin der Kampagne sei und die Kampagne von YouTube initiiert und finanziert wurde.  

Gegenüber dem BR sagte das Bundesministerium: „Mit der Schirmherrschaft unterstützt das Bundesfamilienministerium eine Netzkultur, in der Hass keinen Platz hat. Das muss natürlich auch für alle YouTuber gelten, die an der Kampagne beteiligt sind und denen Millionen Kinder und Jugendliche im Netz folgen. Das Internet vergisst Hassbotschaften nicht, auch wenn man sie später bereut.“

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