An Weihnachten geht es ja bekanntlich nicht um Geschenke, trotzdem dürfte sich der eine oder andere über einen 4K-Fernseher unter der Tanne freuen. Blättert man durch die Prospekte der Elektronikfachhändler werden derzeit Flachbild-Fernseher in allen Größen und Preisklassen feilgeboten – vom kleinen Schlafzimmer-TV bis zur riesigen Wohnzimmer-Glotze.
Und glaubt man dem Branchenverband GFU, ist die Anschaffungsbereitschaft bei TV-Geräten derzeit sehr groß. Demnach wollen sich 40 Prozent der Deutschen bis Ende 2017 einen neuen Fernseher anschaffen.
Doch worauf kommt es bei einem Fernseher an? Welche Technik ist wichtig? Und was bedeuten 4K, SUHD und HDR? Wir erklären die wichtigsten Fernseher-Trends.
Gibt es einen Unterschied zwischen 4K und UHD?
Ultra-HD (UHD) ist quasi der neue Standard für TV-Bildschirme, er umfasst eine Auflösung von 3840 × 2160 Pixeln. Das sind viermal so viele Bildpunkte wie bei Full-HD und 20-mal mehr als bei SD-Material. Das Seitenverhältnis beträgt bei allen Formaten 16:9. Echtes 4K dagegen ist der Standard für Digitale Kinos (DCI). Es entspricht in der Regel Auflösungen mit bis zu 4096 × 2160 Pixeln. Fernseher-Hersteller benutzen das Label aus Marketing-Gründen trotzdem gerne.
Braucht man UHD überhaupt?
Egal welchen Hersteller man fragt, in einem Punkt sind sich alle einig: Der Trend geht zu größeren Fernsehern. Die Durchschnittsgröße bei gekauften Geräten ist mittlerweile bei 55 Zoll angekommen, das sind 1,40 Meter Bilddiagonale. Einige Top-Modelle gibt es sogar erst ab 65 Zoll. Wer zu solch einem XXL-Bildschirm greift, sollte unbedingt ein Modell mit Ultra-HD-Auflösung anschaffen. Selbst wenn man ganz nah vorm Fernseher sitzt, erkennt man keine Pixel mehr – vorausgesetzt, man hat auch das passende Videomaterial. Zwar übertragen Fernsehsender immer noch in HD, Streamingdienste wie Netflix und Amazon Prime bieten aber bereits UHD-Filme und -Serien an. Außerdem beherrschen auch immer mehr Smartphones (etwa das Galaxy S7 oder iPhone 7) die Aufnahme von 4K-Filmen.Warentest Boxen November
Was sind Nanopartikel?
SUHD, Quantum Dots, Nano Crystal – es gibt viele Namen, doch am Ende steht das gleiche Ergebnis: Fernseher mit Nanopartikel-Bildschirmen bieten mehr Farben. Die Farbtiefe steigt von acht auf zehn Bit. Klingt unspektakulär, doch statt wie bislang 16 Millionen können mehr als eine Milliarde unterschiedliche Farben dargestellt werden. Das sieht nicht nur schicker aus, meist ist das Bild auch heller.
Was hat es mit HDR auf sich?
HDR steht für „High Dynamic Range“ und ist die derzeit wohl spannendste Technik im TV-Segment. Vereinfacht gesagt stellen Fernseher durch die Technologie einen überdurchschnittlich hohen Kontrast und ein breiteres Farbspektrum dar. Dadurch wirken Filme natürlicher und in besonders dunklen oder hellen Bereichen sind mehr Details sichtbar. Vielen Experten zufolge hat HDR einen größeren Einfluss auf den Bildeindruck als UHD-Auflösung. Aber auch normale Zuschauer sehen den Unterschied deutlich.
Wenn man sich einen UHD-Fernseher anschafft, sollte man also zu einem Modell greifen, das HDR unterstützt. Netflix und Amazon bieten auch schon Serien und Filme mit der Technik an, allerdings ist die Auswahl bislang noch überschaubar. Aktuelle UHD-Blu-rays (etwa „Der Marsianer“) unterstützen die Technik natürlich sowieso.
Samsung Gear S3 18hFür HDR gibt es zwei Standards: HDR10 und das technisch fortgeschrittenere Dolby Vision. Dolby Vision liefert die besseren Ergebnisse, doch es ist kostenpflichtig und wird deshalb von weniger Herstellern unterstützt. Tipp: Hat der Fernseher das Label „Ultra HD Premium“, unterstützt er sowohl die höhere UHD-Auflösung als auch HDR10. Solch einen Fernseher können Sie also bedenkenlos kaufen.
Lohnen sich Curved-Fernseher?
Vor allem Samsung wirbt massiv mit Curved-TVs, das sind Fernseher mit gekrümmten Bildschirm. Die sind definitiv ein Hingucker im Wohnzimmer. Doch ein besseres Bild, wie es die Hersteller versprechen, liefern sie nicht. Das belegen Tests immer wieder. Um den perfekten Bildeindruck zu haben, muss man exakt mittig vor dem Fernseher sitzen, außerdem benötigt man riesige Bildschirmdiagonalen. Sitzt man etwas zu weit links oder rechts, nimmt die Bildqualität ab – Fußballgucken mit den Kumpels sollte man deshalb eher auf einem flachen Fernseher. Ein weiterer Nachteil: Durch die Krümmung eignen sich die Fernseher weniger für Wandhalterungen.
Sind OLED-Fernseher besser?
Samsung verbaut in seinen Fernsehern LED-Panels, LG dagegen ist einer der prominentesten Fürsprecher der OLED-Technologie. Der große Vorteil: OLEDs (Organische Leuchtdioden) benötigen keine zusätzliche Hintergrundbeleuchtung, die Fernseher können deshalb noch dünner gebaut werden und erzeugen ein tieferes Schwarz. Auch die Bildschirmausleuchtung ist gleichmäßiger als etwa bei Edge-LED-Fernsehern. Dafür sind OLED-TVs deutlich teurer.Smartphones unter 300 Euro 6.30h
Was ist eigentlich aus 3D geworden?
Im Kino sind 3D-Filme immer noch äußerst populär, doch im Wohnzimmer ist die Technik weitgehend tot. Samsung etwa zog bereits endgültig den Stecker und unterstützt die Technik in seiner aktuellen TV-Generation gar nicht mehr. Andere große Hersteller wie LG unterstützen 3D noch, entwickeln die Technik aber auch nicht mehr weiter. Eine Trendumkehr ist nicht zu erwarten, auch die Streaminganbieter wie Netflix oder Amazon konzentrieren sich eher auf UHD und HDR.
Brauche ich DVB-T2 HD?
DVB-T meint nichts anderes als das digitale Antennenfernsehen, der aktuelle Standard DVB-T2 HD wurde hierzulande am 31. Mai eingeführt. Das war bitter nötig, denn jetzt unterstützt das Antennenfernsehen auch HD-Auflösung. Am 29. Mai 2017 wird deutschlandweit der Regelbetrieb in den großen Ballungszentren aufgenommen. Um die Privatsender (RTL, Pro7 und Co.) in HD sehen zu können, benötigt man aber ein CI-Modul, außerdem gibt es eine jährliche Gebühr in Höhe von 69 Euro.
Welche Betriebssysteme gibt es?
Wie auch auf Smartphones setzen die TV-Hersteller auf unterschiedliche Betriebssysteme. LG setzt bei seinen Fernsehern auf webOS, das in der aktuellen Version sehr frisch und aufgeräumt wirkt. Samsung wählt das selbst entwickelte Tizen, das etwa auch auf der Smartwatch Gear S3 läuft. Die meisten Apps gibt es für Samsung-TVs, darunter Amazon Prime Video, Netflix, Sky Ticket oder Maxdome. Sony und Philips setzen auf Android TV. Panasonic-Fernseher laufen auf der Grundlage von auf Firefox OS. Für den Nutzer macht sich die Software primär durch unterschiedliche Bedienoberflächen und abweichende App-Angebote bemerkbar. Auswirkungen auf Funktionsumfang und Ausstattung haben die Betriebssysteme jedoch nicht.Kopfhörer Weihnachten 21.40
Was ist mit Ambilight?
Ambilight ist eine Technologie, die exklusiv von Philips-Fernsehern unterstützt wird. Dabei wird das Sichtfeld des Zuschauers durch farblich zum Bildinhalt angepasste Lichter vergrößert. Netter Nebeneffekt: In dunklen Räumen, in denen der Ambilight-Fernseher die einzige Lichtquelle ist, sollen Augenbeschwerden gemindert werden.
Steht nicht schon 8K in den Startlöchern?
Stimmt. Auf Technikmessen werden bereits einige Fernseher mit 8K-Auflösung gezeigt. Doch erschwinglich ist die Technik frühestens in vier, fünf Jahren. Und selbst dann darf bezweifelt werden, dass es schon genug Inhalte gibt. Viele Fernsehsender strahlen beispielsweise bis heute nicht in Full-HD aus, obwohl die Technik mehr als ein Jahrzehnt auf dem Buckel hat. Jetzt schon auf einen 8K-Fernseher sparen ist also nicht empfehlenswert.SmartHome IFA 2016 20.10h