Tweet sorgt für Diskussionen: Frau reserviert Tisch und kommt nicht – Restaurantbesitzer rächt sich auf Twitter

Zwei Tische waren für den Abend im Restaurant Bully´s in Cardiff, Wales, reserviert – doch die je zwei und sechs Gäste erschienen einfach nicht. Daraufhin versuchte der Besitzer Russell Bullimore seine Gäste telefonisch zu kontaktieren. Er erreichte jedoch nur die sechsköpfige Gruppe. Aus Wut über die fehlende Absage der anderen beiden Gäste, machte er seinem Ärger auf Twitter Luft. Er teilte dort jedoch nicht nur seinen Groll, sondern auch die persönlichen Daten des nicht erschienenen Gasts Emily Quinlan – inklusive Name, E-Mail und Telefonnummer.

Twitter Statement QuinlanPost sorgt für Diskussionen auf Twitter

Quinlan war natürlich alles andere als erfreut darüber, ihre Daten für alle sichtbar im Netz zu sehen. Auf Twitter antwortet sie: „Es scheint als passte der Name eures Restaurants sehr gut.“ „Bully“ bedeutet nämlich Tyrann. Sie erklärt weiter: „Ich hatte mit einem Notfall zu tun und anzurufen, um die Reservierung abzusagen, war die letzte meiner Sorgen.“ Auch andere Twitter-Nutzer, die auf den bereits gelöschten Tweet von Bullimore reagierten, finden seine Aktion unverschämt. Ein Nutzer schreibt: „Dies ist das schlimmste Beispiel für Missbrauch von Kundendaten, das ich je gesehen habe. Es ist nicht einmal zufällig. Das war böswillig und absichtlich.“ Eine andere schreibt: „Du hast persönliche Daten gepostet, nachdem jemand nach 26 Minuten nicht erschienen ist? Ihr wart auf meiner Liste, für Orte, die man in Cardiff unbedingt besuchen muss, aber jetzt nicht mehr.“ Ein Dritter gibt den Hinweis, den Tweet zu löschen, da er niemandem helfen würde. 

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Bullimore findet die Kritik jedoch ungerechtfertigt und sieht den Nachteil auf seiner Seite. Der Online-Zeitung „WalesOnline“ erklärte er, dass er rund zwölf Gäste pro Woche verliere, weil diese ihre Tischreservierung nicht absagen würden. Das wiederum bedeute ein Verlust von ungefähr 40 Pfund pro Person. Daher sei er stets damit beschäftigt, Gäste anzurufen und E-Mails zu checken, um dieses Problem in den Griff zu bekommen.

Bullimore rechtfertigt seine Aktion

Auch die Veröffentlichung der Kundendaten sieht der Restaurantbesitzer nicht so kritisch. Durch ein Foto von einem Autokennzeichen könne man ebenfalls die Identität von jemandem herausfinden, sagte er „WalesOnline“. Er selbst bekäme ständig unbekannte Anrufe – Quinlan solle sich scheinbar nicht so anstellen. Zwar verteidigte er seine Aktion damit, dass er erst denken und dann handeln würde, kündigte jedoch auch eine Entschuldigung auf Twitter an. Das Problem von nicht abgesagten Reservierungen will er zukünftig anders angehen – mit noch mehr Informationen über die Kreditkarten von Gästen.

„Völliger Mangel an Professionalität und Anstand“

Dem verärgerten Gast reichte die Entschuldigung nicht aus und auch das Mitleid für Bullimores Problem blieb aus. Ihrer Meinung nach habe der Restaurantbesitzer sich selbst in die Misere manövriert. „Dein völliger Mangel an Professionalität und Anstand haben definitiv zum Verlust von vielen Kunden geführt.(…) Vielleicht solltest du die Branche, in der du arbeitest, überdenken.“

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