Comeback einer Kult-Konsole: US-Firma lässt den Game Boy neu aufleben

Was als Aprilscherz begann, wird tatsächlich Realität – und dürfte bei so manchem jenseits des 30. Lebensjahrs schöne Kindheitserinnerungen wecken: Eine US-Firma will noch 2017 einen Nachfolger von Nintendos Kult-Konsole Game Boy auf den Markt bringen. Das auf den Namen „Smartboy“ getaufte Ansteck-Gadget fürs Smartphone soll demnach vor allem mit Samsungs Galaxy-Modelle kompatibel sein. Die Koreaner hatten sich nach Bekanntwerden des Comebacks die Rechte an dem Gerät gesichert und es für seine Produkte lizenziert, wie das Technikportal „Curved“ berichtet.

Der vom in Los Angeles ansässigen Unternehmen Hyperkin entwickelte Handheld sieht der Kult-Konsole aus den 90er-Jahren zwar nur noch ähnlich, soll aber alle Spiele des klassischen Game Boys, des Game Boy Colors sowie des Game Boy Advance unterstützen. Demnach funktioniert es vor allem mit Samsung-Modellen der Galaxy-Reihe, die über einen USB-C-Stecker verfügen. Doch auch Besitzer anderer Android-Handy dürfen sich freuen: So soll das Gerät auch mit anderen 4,6 bis 5 Zoll großen Smartphones kompatibel sein.

Game-Boy-Nachfolger soll auch Apps abspielen können

Von vorn betrachtet erinnert der „Smartboy“ angesichts seines Tastenlayouts tatsächlich an den erstmals 1990 verkauften Ur-Game-Boy, dessen Produktion Nintendo längst eingestellt hat. Wie beim Klassiker werden auch bei der Neuauflage die originalen Spiele, Cartridges genannt, auf der Rückseite eingesteckt. Daneben sollen sich mit dem Gerät aber auch entsprechende Apps aus Googles Play Store abspielen und mit den Tasten bedienen lassen, führt „Curved“ aus.

Samsung – Game Boy – Nitendo – Hyperkin 2

Game-Boy-Fans aus Deutschland schauen allerdings vorerst in die Röhre. Der „Smartboy“ kommt Ende diesen Jahres zunächst nur in den USA und in Korea in den Handel. Voraussichtlicher Kostenpunkt: 50 US-Dollar (etwa 45 Euro).

„Smartboy“ war zunächst nur ein Aprilscherz

Hyperkin hatte seinen „Smartboy“ erstmals im Frühjahr 2015 als Zubehör für das iPhone 6 Plus präsentiert, dieses aber eher als einen Aprilscherz ohne Produktionsabsicht aufgefasst. Offenbar stieß die Idee jedoch auf eine so positive Resonanz, dass man sie nun doch tatsächlich umgesetzt hat.

Der Mann, der „Tetris“ erfand Alexei Paschitnow (2118059)

Thailand: Polizei nimmt Klickbetrüger hoch: 470 iPhones und 350.000 SIM-Karten sichergestellt

Klicks, Likes und Shares sind im Netz längst zu einer Währung geworden. Was Usern gefällt, zeigen sie gerne – für Firmen steckt bares Geld in den Aktionen der Social-Media-Nutzer. Wo Geld verdient werden kann, sind meist auch Betrüger nicht weit. So sorgen unzählige sogenannter Klickfarmen in Asien dafür, dass Firmen mit gekauften Likes versorgt werden – denn das lassen sich die Unternehmen einiges kosten.So funktioniert der Betrug mit Pfandflaschen

In Thailand ist der Polizei nun in der Provinz Sakaeo ein Schlag gegen diese organisierten Online-Betrüger gelungen. Wie die „Bangkok Post“ berichtet, haben die Beamten drei chinesische Männer verhaftet, die eine solche Klickfarm betrieben. dabei wurden 474 iPhones und 350.000 SIM-Karten sichergestellt. Die Smartphonemodelle 5C, 5S znd 4S waren auf Regale montiert, von wo aus sie bedient wurden. 

Klickfarmen sorgen für Likes, Shares und Seitenabrufe

Die Männer gaben an, dass sie für ein chinesische Unternehmen gearbeitet haben. Ihre Aufgabe bei dem Deal: Likes, Shares und Seitenaufrufe für den in China beliebten Messenger Wechat generieren. Dass die Klickfarm für Chinesen arbeitet, hat praktische Gründe, denn die Mobilfunktkosten sind in Thailand günstig, berichtete einer der verhafteten Männer. Für die gekauften Klicks bekamen die drei Männer 150.000 Baht, umgerechnet knapp 4000 Euro. Die Behörden suchen jetzt nach weiteren Klickfarmen, die zu einem Betrügerring gehören sollen. Noch rätseln die Ermittler, wie es möglich war, die technischen Geräte und Smartphones ins Land zu schmuggeln.

120 Dollar Jahresgehalt für Klickfarm-Mitarbeiter

Die Arbeit der Klickfarmen hatte der britische „Guardian“ vor einigen Jahren in einer Reportage geschildert: Die von den Reportern besuchte Firma ließ die Mitarbeiter im Drei-Schicht-System arbeiten. Pro Jahr bekamen die Mitarbeiter umgerechnet 120 Dollar für ihren Job. In der Report vom „Guardian“ ging es vor allem um Twitter-Follower, Facebook und Youtube.  Telefonbetrug Polizei Wisconsin USA

Privatsphäre: Hört die Facebook-App wirklich Ihre Privatgespräche mit?

Von dem Phänomen hört man immer wieder: Da spricht man mit Freunden am Telefon über eine Serie, die etwas merkwürdigen Wickelschuhe oder den Kauf einer Couch – und plötzlich zeigt Facebook Werbung für die entsprechenden Produkte an. Immer wieder tauchen entsprechende Anekdoten im Freundes- oder Kollegenkreis und auf Internetplattformen auf. Der naheliegende Verdacht: Facebook hört die Gespräche mit. Aber ist das tatsächlich so?

Fakt ist: Der Social-Media-Riese ist mit seinen Apps auf nahezu jedem Smartphone vertreten. Sei es mit der Facebook-App, dem dazugehörigen Messenger oder den Tochter-Firmen Instagram und Whatsapp. Und: Alle diese Apps fragen den Nutzer um Erlaubnis, das Mikrofon benutzen zu dürfen. Aber schnüffeln sie damit auch?

Das steckt hinter den Lauschvorwürfen

Auf eine Anfrage des stern reagierte Facebook nicht. In einem auf dem eigenen Blog veröffentlichten Statement streitet das Unternehmen die Vorwürfe allerdings ab und betont, aufgezeichnete Gespräche nicht für Werbezwecke zu benutzen. Der Vorwurf hat nämlich durchaus einen realen Hintergrund: In den USA schneidet Facebook seit 2014 tatsächlich die Umgebungsgeräusche mit, wenn auch nach eigenen Angaben mit einigen Einschränkungen.Faceboo Daten 10.16

So wird laut Facebook nur dann aufgenommen, wenn der Nutzer anfängt, einen Status abzusetzen. Die Funktion soll dazu dienen, im Hintergrund laufende Musik oder Filme zu erkennen – und so beim Schreiben des Status zu unterstützen. Auf einer Infoseite erklärt der Konzern, dass dann 15 Sekunden aufgezeichnet und die Hintergrundgeräusche ausgewertet werden. Gespräche werden nicht gespeichert. Die Funktion muss zudem laut Facebook vom Nutzer explizit eingeschaltet werden. Außerhalb der USA wird die Technologie demnach nicht eingesetzt.

Technisch kaum umsetzbar

Auch als ein Android-Entwickler im letzten Jahr die Facebook-App im Detail analysierte, stolperte er zwar über allerlei fragwürdigen Umgang mit Nutzerdaten – etwa, dass Facebook ständig sämtliche Kontakt- und Standortdaten abfragt. Dafür, dass die App mitlauscht, fand er aber keine Indizien.

Gegen die These spricht auch, dass ständige Aufnahmen und deren Versenden über das Internet enorm den Akku belasten würden. Zudem wäre die Auswertung extrem aufwändig und kostspielig. Der vergleichsweise geringe Ertrag aus der dadurch ausgespielten Werbung würde sich vermutlich gar nicht rechnen.Facebook_loeschen 19.55h

Lauschen wäre illegal

Und schließlich ist da noch die rechtliche Situation: Würde Facebook tatsächlich ohne Zustimmung der Nutzer Gespräche aufzeichnen und gar für die Verarbeitung an Dritte weitergeben, würde der Konzern gleich gegen mehrere geltende Gesetze verstoßen.

So würde eine solche Praxis etwa die Vertraulichkeit des Wortes verletzten und gegen das Bundesdatenschutzgesetz verstoßen, erklärte der auf Internetrecht spezialisierte Anwalt Christian Solmecke gegenüber dem stern. Würde Facebook dabei erwischt, drohten strafrechtliche Konsequenzen und zusätzlich auch noch Schadensersatzklagen.Amazon Echo Google Apple Datensammler_10.30

Was steckt wirklich dahinter?

Doch wie erklärt man sich dann die passgenaue Werbung zu Gesprächen? Wie genau Facebook entscheidet, welche Werbung wem gezeigt wird, verrät der Konzern natürlich nicht. Während es manchmal wohl einfach Zufall ist, dass Produkte aus Gesprächen in Werbung auftauchen, sind dafür auch technische Erklärungen denkbar. 

So weiß Facebook dank der Standort-Daten genau, welche Nutzer gerade am selben Ort sind. Zudem trackt das soziale Netzwerk jede Menge weiterer Daten wie Internet-Besuche auf anderen Seiten, Suchanfragen und Likes bei Facebook. Verbindet man alles, enstehen ausführliche Nutzerprofile. Und so kann man Werbung zu Dingen, die einen der Anwesenden interessierten, auch den anderen Personen anzeigen. Schließlich könnten die das Produkt ebenfalls spannend finden. Ist das der Fall, wurde vielleicht auch miteinander darüber gesprochen – und schon wirkt es, als ob die App mitgehört hat.

So kann man sich schützen

Wer trotzdem skeptisch ist, kann ein potenzielles Mithören auf vielen Smartphones ganz einfach unterbinden. Dazu entzieht man den Facebook-Apps schlicht den Zugriff auf das Mikrofon. Die einzige Einschränkung: Man kann keine Videos oder Sprachnachrichten mehr in den Apps selbst aufnehmen.

Auf dem iPhone findet man den Mikrofon-Zugriff in den Systemeinstellungen unter „Datenschutz“ und dann „Mikrofon“. Dort muss man nur noch die entsprechenden Apps abknipsen. Auf Android-Smartphones kann man Apps die Berechtigungen erst ab Android 6.0 einzeln entziehen. Dazu geht man in den Systemeinstellungen auf „Apps“, öffnet dann in der Liste die entsprechende App und wählt „Berechtigungen“.

Bei der Facebook-App und dem Messenger gibt es allerdings ganz allgemein gute Gründe, sie vom Smartphone zu löschen. Welche das sind, erfahren Sie in diesem Artikel. Ein Problem dabei ist, dass Facebook auf dem Smartphone das Lesen von Nachrichten ohne die Messenger-App unterbindet. Hier erklären wir, wie man sie mit einem ganz einfachen Trick trotzdem lesen kann.Whatsapp Tricks_8.10

Probelauf für größeren Angriff?: Kiew eine Stunde ohne Strom: Russische Cyberwaffe kann Kraftwerk lahmlegen

Am 17. Dezember gingen in weiten Teilen Kiews plötzlich die Lichter aus. Knapp 75 Minuten saßen 225.000 Bewohner der ukrainischen Hauptstadt im Dunkeln. Dabei handelte es sich um keine Panne, sondern es war die Folge einer Hackerattacke. Das berichtet die „Washington Post“, die sich auf zwei Analysen der Sicherheitsfirmen Dragos und des slowakischen IT-Unternehmens Eset bezieht. Demnach stecke sehr wahrscheinlich die russische Regierung hinter der Attacke: Mit Hilfe einer Schadsoftware (Dragos nennt sie „CrashOverride“, Eset „Industroyer“) konnten sich Hacker Zugriff auf das Netzwerk eines Umspannwerks verschaffen, von dort aus die gesamte Industrieanlage infiltrieren – und so einen Blackout auslösen.

Die Ukraine als Testlauf

Die Schadsoftware wurde nicht als Spionage-Tool entwickelt, sondern explizit als Angriffswaffe, um Stromausfälle herbeizuführen. Auf den knapp einstündigen Stromausfall in Kiew mussten sich die Hacker monatelang vorbereiten. Das ist sehr viel Arbeit für einen vergleichsweise geringen Effekt. Der Fall sei geradezu „rätselhaft“, sagt Robert Lipovsky, der als Forscher für Eset arbeitet, der „Süddeutschen Zeitung“.

Die Experten von Dragos sind sich deshalb sicher, dass die Aktion eher ein Testlauf war. Quasi die Machbarkeitsstudie eines Cyberangriffs, der beim nächsten Mal andere Nationen im größeren Rahmen betreffen könnte. Dass es russische Hacker vor allem auf US-Stromversorger abgesehen haben, ist bekannt. Im vergangenen Jahr wurde im System eines Stromversorgers im US-Bundesstaat Vermont ein „Code“ gefunden, der auf einen russischen Cyberangriff schließen lässt. Für den Betrieb gab es keine Zwischenfälle, allerdings wurde die Verwundbarkeit des Systems deutlich.

Die CrashOverride-Schadsoftware sei „wie ein Schweizer Armeemesser“, schreibt die „Washington Post“. Man nutze einfach das Werkzeug, das man gerade benötigt, andere Tools können jederzeit nachgerüstet werden. Das mache die Software so gefährlich. „Theoretisch könne die Malware so modifiziert werden, dass sie verschiedene Industrieanlagen angreifen kann, auch Wasser- und Gaswerke.“10_Geheimnisse_Putin_7.30

Das Problem: Die Protokolle, die in Industrieanlagen zum Einsatz kommen, sind oft jahrzehntealt und schwer zu sichern. „Das ist die größte Schwachstelle“, sagt Lipovsky. Sobald ein Angreifer Zugriff auf das Netzwerk bekomme, sei es „Game Over“. Jede Attacke müsse aber maßgeschneidert auf das Ziel sein, die Software kann nun nicht einfach auf jedes x-beliebige Kraftwerk losgelassen werden. Die Erkenntnisse aus der Kiew-Attacke könnten die Hacker aber nun zur Weiterentwicklung der Software nutzen.

Attacke wie bei Stuxnet

Die Attacke ist erst der zweite Fall überhaupt, bei der Schadsoftware eingesetzt wurde, um Geräte physisch zu stören. Der erste bekannte Fall war Stuxnet aus dem Jahr 2010, einer der komplexesten Trojaner aller Zeiten. Damit wurden mehr als 1000 Zentrifugen in einer Urananreicherungsanlage im Iran zerstörte. Wer hinter der Attacke steckte, ist bis heute unbekannt – Insider vermuten eine Zusammenarbeit US-amerikanischer und israelischer Computerexperten.Gaycken-Interview_12.30