Expertin zu Trojaner-Attacke: "Wannacry ist ein Weckruf an die ganze Gesellschaft"

Sie sind möglicherweise die einzige deutsche Partei, in der jedes Mitglied aus dem Stand erklären kann, was WannaCry eigentlich ist: die Piraten. Anja Hirschel, IT-Expertin und Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl, wirft im Interview einen Blick auf die Hintergründe des Desasters und macht Vorschläge, was jetzt auf Seiten der Politik geschehen muss – damit die nächste Attacke aus dem Netz ohne gravierende Folgen bleibt.

Rollen wir das WannaCry-Desaster zum allgemeinen Verständnis einmal von vorne auf: Was hat Ihrer Ansicht nach zu den massiven Auswirkungen des Angriffs geführt?

Man muss dazu noch weiter zurückgreifen: Dass dieser Wurm überhaupt zum Einsatz kommen konnte, liegt daran, dass durch einen Hack die Spionage-Programme der NSA-nahen „Equation Group“ im freien Verkauf angeboten wurden. Diese Programme wurden passgenau so programmiert, Schwachstellen in Betriebssystemen und Programmen auszunutzen. Also schlüsselfertige Hacking-Tools aus dem Arsenal der Geheimdienste. Die Verwundbarkeiten von IT-Systemen werden gezielt erforscht und mit dem Wissen darum wird dann Handel getrieben.Experten prüfen Verwicklung Nordkoreas in WannaCry-Hackerangriff

Die Hauptschuld tragen neben den Kriminellen selbst also auch die Regierungen? 

Ja, denn sie nutzen solche Lücken, statt sie schnellstmöglich zu schließen, gezielt für den Einsatz passgenauer Überwachungsprogramme. Das Brisante an WannaCry ist ja, dass die Schwachstelle, die dieser Wurm ausnützte, Regierungsorganisationen in den USA lange bekannt war, dies aber dem Hersteller Microsoft nicht mitgeteilt wurde, damit man eben diese Schwachstelle zur Spionage ausnutzen wollte. Das hat nichts mit verantwortungsbewusstem Handeln zu tun, auch nicht wenn es im Namen der Sicherheit geschieht. So etwas muss international geächtet werden. Mit Folgen bei Zuwiderhandlung.

Warum konnte dieser Angriff überhaupt derartige Ausmaße annehmen?

Vor allem versäumten die betroffenen Unternehmen die nötigen Aktualisierungen, das führte zu dem nun beobachteten Ausmaß an Infektionen. Das nötige Update stand aber bereits im März zur Verfügung. Wer nicht zusätzlich regelmäßige Datensicherungen auf externen Speichermedien durchführt, für den wird es schwierig bis unmöglich, die Systeme wieder lauffähig zu bekommen. Die Risiken, welche durch ein schlecht gewartetes oder veraltetes Betriebssystem entstehen können, werden leider immer noch unterschätzt.

Wobei in Deutschland nicht so viele Unternehmen betroffen waren wie etwa in Großbritannien. 

Das ist vor allem dem „unglücklichen“ Umstand zu verdanken, dass vor etwa einem halben Jahr Kliniken bereits der Attacke eines Crypto-Trojaners namens Locky ausgesetzt waren. Damals hat man viele vormals unsichere Rechner vom öffentlichen Netz getrennt.WannaCry-Porträt 14.30

Weshalb wurden Systeme in anderen Unternehmen nicht rechtzeitig aktualisiert?

Die meisten Probleme gehen zurück auf mangelndes oder nicht ausreichend in IT-Administration geschultes Personal. Besonders, wenn kein Fachpersonal zur Verfügung steht, sondern, wie etwa in Kliniken, von Ärzten oder ihren Assistenten neben ihrer normalen Arbeit die Betreuung der IT-Systeme verlangt wird. Dem medizinischen Personal darf man hier keine Vorwürfe machen. Ihre Priorität sollte auf der Versorgung der Patienten liegen, und selbst dabei leisten sie schon Überstunden. Der WannaCry-Skandal hat so viele Schwachstellen aufgezeigt…

Welche denn noch?

Zum Beispiel bei den Herstellern von sogenannten „Embedded-Geräten“, die eine Computersteuerung besitzen, zum Beispiel Geräte in der Diagnostik oder auch einfache Anzeigetafeln. In ihrem Marktsegment nehmen diese Unternehmen oft eine Monopolstellung ein. Es gibt kaum Konkurrenzdruck, der zu einer schnellen Aktualisierung der verwendeten Systeme zwingen würde. Deshalb arbeiten noch viele dieser Geräte mit Windows XP. Vor Erpressungs-Trojanern schützen 19.26h

Aber gerade, weil diese Art Geräte länger im Einsatz ist als ein normaler Computer, muss über Alternativen zu den bisherigen Betriebssystemen nachgedacht werden. Um eine nachhaltige Lösung zu erzielen, darf nicht weiter zugelassen werden, dass die technische Unbedarftheit mancher Kunden zum dauerhaften Einsatz von schlecht zu wartenden und damit unsicheren Systeme führt.

Und wenn ein Betriebssystem von einem neueren abgelöst wird…

…gibt es auch keine Betreuung mehr. Also auch keine entsprechenden Patches, also bereitgestelltes „Flickwerk“ für Fehler. Selbst wenn eine bestimmte Sicherheitslücke bekannt ist, kann diese vom Verbraucher nicht selbst geschlossen werden. Das Einfalltor für einen möglichen Angriff bleibt damit offen.Hack-Kommentar 18.15h

So weit das Woher. Nun zum Wohin: Was muss Ihrer Ansicht nach geschehen, damit sich so eine Katastrophe nicht wiederholt?

Am besten beginnen wir beim Gesetzgeber. Statt Exploits von Staatsseite zur Überwachung zu nutzen, muss eine Verpflichtung zu deren Behebung nach Bekanntwerden entstehen. Dabei muss das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aktiv und zeitnah über mögliche Bedrohungen informieren, Lösungen einfordern und diese kommunizieren. Und: Das BSI müsste dazu gesetzlich verpflichtet werden. Das ist der erste Schritt.

Dann die Netzwerkanalyse-Tools, abwertend oft „Hacking-Tools“ genannt: Die sind für die Aufrechterhaltung der IT-Sicherheit unbedingt erforderliche Hilfsmittel und müssen weiterhin zur Verfügung stehen dürfen. So wird eine „Härtung“ der Systeme durch professionelle Penetrationstests gewährleistet. Der staatliche Einsatz solcher Programme als reine Spähsoftware – Stichwort: „Bundestrojaner“- muss allerdings geächtet werden. Der Fokus muss klar auf der Beseitigung von Angriffsmöglichkeiten liegen. 

„Microsoft fordert eine Digitale Genfer Konvention – setzt sich aber damit mit an den Tisch“

Microsoft hat bereits im Februar zur Gründung einer „Digitalen Genfer Konvention“ aufgerufen. 

Man sollte dabei aber nicht übersehen, dass Microsoft sich durch diesen Vorschlag natürlich gleichzeitig selbst an den Tisch gesetzt hat und so Einfluss auf die Agenda nehmen kann. Die Frage ist allerdings, ob bei so einer Konferenz tatsächlich etwas herauskommt, was auf politische oder und wirtschaftliche Player Einfluss nehmen kann. Keine Konferenz kann verhindern, dass Sicherheitslücken missbraucht werden.

Wer soll künftig für Software-Fehler haften?

Das muss grundlegend neu und intensiv diskutiert werden. Das gilt nicht nur für den Bereich der Netzwerkkomponenten von Festgeräten, sondern für alle internetfähigen Geräte. Wer haftet etwa dafür, wenn die nächste Attacke internetfähige Steuerelemente der Strom- oder Wasserversorgung, der internetfähigen Haus- und Heizungssteuerungen oder gar autonome Fahrzeuge betrifft?

Aber eine pauschale Haftung für unsichere Software…

…darf auf keinen Fall zu Lasten der Kreativwirtschaft gehen: Kleine Unternehmen, Freiberufler oder Menschen, die freie Software herstellen, dürfen nicht übermäßig belastet oder durch Haftungsrisiken aus dem Markt gedrängt werden. Eine Haftung sollte sich nur aus der fahrlässigen Handlungsweise eines Herstellers ergeben, der z.B. ihm bekannte Sicherheitslücken nicht behebt, oder vom Design her leicht vermeidbare Probleme nicht verhindert.

Sie sprechen Wasser- und Stromversorger an, also kritische Infrastrukturunternehmen, wie Krankenhäuser auch. Was muss dort geschehen? 

Die müssen besondere Sorgfalt in der Umsetzung ihrer Sicherheitskonzepte walten lassen und entsprechende Maßnahmen verpflichtend dokumentieren. Die reine Einführung von weiteren Zertifikaten ist dabei allerdings nicht zielführend. Denkbar sind öffentlich nachlesbare Testverfahren ähnlich den Verfahrensbeschreibungen aus dem Bereich des Datenschutzes. Das sorgt für die Nachprüfbarkeit der getroffenen Maßnahmen, was z.B. im Falle eines Hacks für die Unternehmen oder etwaige Versicherungen eine verlässliche Entscheidungsgrundlage bietet. Außerdem können diese schneller den sich ändernden technischen Herausforderungen angepasst werden.

In diesen Tagen wird wieder sehr laut über freie Software und Betriebssysteme diskutiert. Würde eine Förderung helfen?

Auf jeden Fall, vor allem bei Verwaltungen und bei öffentlichen Trägern. So könnte man die Abhängigkeit von IT-Großkonzernen schrittweise verringern. Damit spart man nicht nur ordentlich an Kosten, sondern hat – im Falle von quelloffener Software – einen hohen Sicherheitsgewinn, weil viele Menschen in der Community die Probleme schnell erkennen und beheben können. WannaCry ist ein Weckruf an die ganze Gesellschaft.

Das sagt Microsoft auch. Der Wurm WannaCry befiel Computer, die mit dem bereits veralteten System Windows XP betrieben werden. Der Hersteller hat nun vor allem die amerikanische Regierung hart kritisiert: Sie häuften immer mehr Schwachstellen an, um diese zur Spionagezwecken zu nützen.

Microsoft lenkt davon ab, dass es erst Fehler in den von ihnen vertriebenen Produkten waren, die das Ganze möglich machten. Wenn eine Software unsicher ist, dann deswegen, weil bei der Entwicklung Fehler geschahen oder Dinge übersehen wurden. Von einem Konzern wie Microsoft muss man erwarten können, dass dieser entsprechende Prüfungen vornimmt und Sorgfalt leistet. Trotzdem hat Microsoft recht, wenn sie fordern, dass beim Einsatz veralteter Software auch der Anwender haften soll. Wer sein Gerät trotz der Warnung und Angebote der Softwarehersteller nicht aktualisiert, der trägt die Hauptlast der Verantwortung.

Es  gibt den Vorschlag, Strafen für Unternehmen zu verhängen, die ihre Systeme nicht  zeitgerecht updaten. Gut oder schlecht? 

Strafen sind schnell gefordert, allerdings sind sie kein geeignetes Mittel zur Verbesserung der IT-Sicherheit. Zumal sie einen enormen Kontrollaufwand bedeuten. Besser ist der bereits erwähnte Ansatz von einsehbaren standardisierten Testverfahren.

Wie stehen Sie zu einer Meldepflicht? 

Womöglich noch zusammen mit staatlichen IT-Einsatzteams, die Zugriff auf Firmen-und Behördennetze hätten? Das lehnen wir strikt ab. Kein Administrator darf gezwungen werden, Fernwartungen zuzulassen.

Wozu sollen Hersteller Ihrer Meinung nach gesetzlich verpflichtet werden? 

Nicht nur die Softwarehersteller sind in der Pflicht. Gerade dadurch, dass immer mehr Geräte netzwerkfähig sind, sind neue Regelungen zum Verbraucherschutz notwendig. Eine sinnvolle Maßnahme wäre die aktive Information und Sensibilisierung der Unternehmen für das Gefahrenpotential. Hier sind Kammern und Verbände in die Pflicht zu nehmen um zusammen mit dem BSI die Unternehmen zu informieren.

Wie soll das genau aussehen?

Die Schnittstellen, das verwendete Betriebsystem und die Art der übermittelten Daten muss dokumentiert werden. Die Software muss durch den Verbraucher aktualisiert werden können – damit aus dem berühmten „Internet of Things“ nicht ein Netzwerk aus veralteten Computern wird. Nicht umsonst werden bereits Geräte wie netzwerkfähige Babyphones bereits als Botnetz für Angriffe verwendet.

Microsoft hält quasi ein Monopol. Milliarden von Computern arbeiten mit deren Hard- und Software. Ist das nicht Teil des Problems? Weil Kriminellen damit die Arbeit sehr leicht gemacht wird?

Die marktbeherrschende Stellung von Microsoft führt dazu, dass ihr Betriebssysteme automatisch ein sehr lohnendes Ziel darstellen. Es gibt bei der Diskussion nur ein Problem: Woran will man festmachen, ob ein Unternehmen tatsächlich eine Monopolstellung innehat? Wie haben auch in Deutschland vergleichbar kleine Firmen und Genossenschaften, die auf speziellen Marktsegmenten ein Monopol haben. Würde man nun fordern, dass eine Monopolstellung im IT-Bereich automatisch zu einer Zerschlagung und Fremdkontrolle führen muss, würde das einen starker Eingriff in das Engagement von Firmen sein, neue Produktfelder zu erschließen.

Haben die Piraten denn eine bessere Idee?

Besser ist es, den Kunden zu informieren damit vernünftige IT-Sicherheit ein Verkaufsargument wird. Dazu gehört, dass gravierende Fehler transparent gemacht werden müssen. Der Eindruck, dass beispielsweise nur Microsoft oder Apple-Software auf Betriebssystemebene zur Auswahl gestellt werden, liegt auch daran, dass deren Produkte ein gutes Marketing haben. Freie Systeme wie Linux haben den unverdienten Ruf, komplex und unsicher zu sein.

Über die Historie der vielen Sicherheitslücken, die es bei Windows-Systemen in der Vergangenheit gab, spricht bei der Auswahl von Systemen jedoch kaum jemand. Es gibt ja auch nicht nur klassische Computer. Nehmen wir die Anzeigetafeln der Bahn, die ja ebenfalls von WannaCry außer Gefecht gesetzt worden sind. Da gibt es wenig gute Gründe, Windows als Basis dafür zu nehmen. Gerade hier bietet es sich an ein quelloffenes System zu verwenden, bei dem die Möglichkeit besteht, nicht benutzte Funktionen zu entfernen. Was nicht vorhanden ist, kann keine Fehler haben, die als Sicherheitslücken ausgenutzt werden.

„Ich bin gegen den inflationären Gebrauch des Wortes „Cyber“. Das ist ein Ausdruck fehlenden Fachvokabulars.“

Viele sprechen schon davon, dass mit diesem Angriff eine „Ära der Cyber-Katastrophen“ angebrochen sei. Teilen Sie diese Ansicht?

Ich bin gegen den  inflationären Gebrauch des Modewortes „Cyber“ in politischen Diskussionen. Ein Delikt ist eine Straftat, egal ob diese nun im Netz begangen wird oder nicht. Begriffe zwanghaft zu „vercybern“ ist ein Ausdruck fehlenden Fachvokabulars. Wir leben in einer digitalisierten Welt. Das bietet gewaltige Vorteile, aber auch eine gewisse Abhängigkeit und neue Risiken. Dieser Tatsache müssen wir uns stellen.

Ihre Partei übt seit Jahren massive Kritik an der deutschen Sicherheitspolitik. Sehen Sie sich jetzt darin bestätigt? 

Unsere Befürchtungen wurden sogar noch übertroffen. Was als blauäugiges Hineinstolpern in digitales Neuland begann, hat sich zum bewussten Einsatz von Technologien zur Massenüberwachung gewandelt. In der Summe ergibt sich das Bild einer Regierung, die alle Freiheiten der Bürger immer weiter einschränkt.

Wo noch?

Etwa im Versuch, den Verbrauchern die Wahlfreiheit bezüglich ihrer Router und deren Software zu nehmen – Stichwort „Routerzwang“. Gleichzeitig wurden die Softwarefirmen und Hersteller netzwerkfähiger Geräte nicht genug in die Pflicht genommen. Die Pläne der neuen Sicherheitsbehörde ZITIS (Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich, Anm. d. Red.) gehen sogar noch weiter: Ziel ist unter anderem das gezielte Knacken von Verschlüsselungen.

Man hat den Eindruck, die Mehrzahl der Politiker hat keine Ahnung von den Beschlüssen, die sie da fassen.

Es gibt durchaus Politiker, für die das Internet noch „Neuland“ ist. Diese lassen sich dann leider zu schnell dazu verleiten, neuen Maßnahmen oder Gesetzen zuzustimmen, die scheinbar für mehr Sicherheit sorgen. In diesem konkreten Fall aber wurde die Entscheidung, Schwachstellen zur Überwachung auszunutzen, anstatt diese zu schließen, ganz bewusst gefällt.

Zusammen genommen mit den Gesetzesentscheidungen zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz, zur automatisierten Kennzeichenerfassung, der Fluggastdatenspeicherung  und der immer intelligenter werdenden Videoüberwachung zeigt sich immer klarer das Bild eines sich weiter vernetzenden hochkomplexen Überwachungsapparates. 

„Man sollte immer hinterfragen, wer die Politiker beraten und möglicherweise Text zugeliefert hat“

Stehen dahinter nicht auch finanzielle Interessen? 

Definitiv. Die sogenannte Sicherheitsindustrie ist ein millionenschweres Geschäftsfeld. Schnell aus der Schublade gezogene Vorschläge entstehen in der Regel nicht über Nacht und beruhen auch nicht auf einer fixen Idee eines Politikers. Viel zu oft verbirgt sich dahinter massives finanzielles Interesse von Firmen, die sich durch bestimmte Gesetze Einnahmen und Einfluss sichern möchten. Deshalb sollte man immer hinterfragen, wer die Politiker beraten und möglicherweise Texte zugeliefert hat.

Wie soll das gehen?

Durch ein umfassendes transparentes Lobbyregister, wie wir es schon lange fordern.

Die Piraten sind in keinem Landtag mehr vertreten. Bleibt derzeit nur noch die Bundestagswahl. Warum soll man Ihre Partei noch wählen?

Weil unsere Themen ganz offensichtlich aktuell sind. WannaCry ist nur ein Beispiel. Wenn die etablierten Parteien so weiter machen wie bisher, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich der nächste Vorfall ereignet, mit möglicherweise noch weiterreichenden Folgen. IT-Sicherheit und die Ausnutzung von Lücken für Spionage passen nicht zusammen. Neben dem Verlust der Privatsphäre ist dies ein wichtiges Argument für eine andere Politik.

Die Piraten haben für sich nie in Anspruch genommen, eine Partei für jede einzelne Lebensfrage zu sein. Wir geben wichtige Impulse in einer sich schnell verändernden Welt. Wir sehen uns als Korrektiv. Andere Länder haben dies bereits erkannt, Island etwa, aber auch das weit größere Tschechien, wo die Piraten in den Parlamenten vertreten sind.

Angenommen, die Piraten könnten jetzt uneingeschränkt handeln. Was würden Sie sofort tun?

Zuallererst würden wir die Gesamtheit der netzpolitisch wirksamen Gesetze in einer Gesamtschau intensiv auf ihre Wirkung auf unsere demokratischen Grundrechte überprüfen, anschließend öffentlich diskutieren. Und diese nach einem transparenten Dialogprozess entsprechend anpassen oder ganz abschaffen.

Diskriminierungs-Debatte: Ist dieses türkische Schild vor McDonald’s diskriminierend?

Nach über 40 Jahren schließt die McDonald’s-Filiale am Mannheimer Marktplatz. Normalerweise eine Meldung, die außerhalb der Stadt niemanden interessiert. Warum auch? Restaurants machen jeden Tag irgendwo in Deutschland zu. Aber um die Schließung der Filiale geht es im Grunde gar nicht, sondern um zwei Plakate, die am Ladeneingang für einige Stunden hingen und die eine Rassismus-Debatte in den sozialen Netzwerken ausgelöst haben.

Der Hintergrund für jene Plakate war eben jene Schließung. Damit die Kunden nämlich auch in Zukunft McDonald’s treu bleiben, beschrieben die zwei Schilder den Weg zu zwei anderen Läden. Eines führte in die zehn Minuten entfernte Mittelstraße und das andere in die zehn Minuten entfernte Filiale am Wasserturm. Beide Schilder waren allerdings nicht auf Deutsch. Die Wegbeschreibung zum Restaurant in der Mittelstraße war auf Türkisch – und genau das war das Problem! 

Mannheimer McDonald’s-Filiale: „Voll die Assis“

Der Facebook-User Nehir A. sah die zwei Schilder, fotografierte sie und postete sie mit den Worten: „Ist das euer ERNST? Deutsche Kunden werden an den Wasserturm (bessere Gegend) geschickt und türkische Kunden in die Mittelstraße (schlechtere Gegend)! Voll die ASSIS!“ Mit seinem Post löste Nehir eine Rassismus-Debatte aus. Inzwischen ist der Post nicht mehr öffentlich oder ganz gelöscht worden.

Auf den ersten Blick scheint der Vorwurf durchaus berechtigt zu sein. Denn wieso schickt ausgerechnet das Schild in türkischer Sprache die Menschen in den vermeintlich schlechteren Stadtteil, während das andere Schild auf Deutsch einen in eine vermeintlich bessere Gegend schickt?

Eine Frage, die Franchise-Nehmer der drei Filialen, Manfred Büch, in seinem mittlerweile veröffentlichten Statement folgendermaßen begründet: „Aus Platzgründen entschieden wir uns, die Information nicht doppelt zu schreiben, sondern in beide Sprachen aufzuteilen. Dass unsere zweisprachige Information so interpretiert wird, dass wir die Deutschen in eine ‚bessere Gegend‘ schicken und die Türken in eine ’schlechtere Gegend‘ schicken, irritiert uns zutiefst.“

Schild wurde mittlerweile wieder entfernt

Die Intention die Schilder in zwei Sprachen auszuhängen sei „aus Respekt gegenüber“ den „türkischen Mitarbeitern“ und „zahlreichen türkischen Kunden“ gefallen. „Uns als Unternehmen nun Diskriminierung zu unterstellen macht uns fassungslos und traurig“, so Büch.

Nach ersten kritischen Stimmen und „um weiteren Missinterpretationen“ vorzubeugen, hat man das Schild in türkischer Sprache wieder entfernt. Außerdem entschuldigte sich der Unternehmer auch „für die Irritation“, die das Schild ausgelöst habe.

Migrationsrat Mannheim: „Da fragt man sich schon, was das soll“

Trotz der Stellungnahme ist der Vorfall mittlerweile auch beim Migrationsrat der Stadt Mannheim ein Thema, weil mehrere Bürger sich dort beschwerten. „Auf den ersten Blick kann man das schon falsch verstehen. Da fragt man sich schon, was das soll“, sagte einer der ehrenamtlichen Mitglieder des Beirats, Fatih Ekinci, im Interview mit der „Welt“.

Allerdings wolle er es Büch auch nicht unterstellen dieses Schild vorsätzlich aufgehängt zu haben: „Jemand, der so viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit Migrationshintergrund hat, wird so nicht denken“, so Ekinci. Beendet ist das Thema allerdings noch nicht. Laut der „Welt“ habe er Büch per E-Mail ein Gesprächsangebot gemacht. Eine Antwort habe er noch nicht bekommen.

Die Worte dieser jungen Frau gehen 17.44h

Messe I/O: Macht Google heute endlich Android sicher?

Es ist ein richtungsweisendes Event für Google: Auf der Hausmesse I/O zeigt der Internetgigant, was in diesem Jahr noch zu erwarten ist. Zum einen sind da fest gesetzte Themen wie die kommende Android-Version mit dem Codenamen „O“. Die könnte Android-Smartphones endlich sicherer machen. Zum anderen hat man aber auch immer zukunftsweisende Projekte in der Pipeline. Wir berichten heute Abend live für Sie, los geht es ab 19.00 Uhr.

Google Assistant auf dem iPhone

Kurz vor dem Start wurde gestern schon erstaunlich viel bekannt. Der für seine Apple-Leaks bekannte Journalist Mark Gurman hat in einem Artikel für „Bloomberg“ einige der größten Überraschungen vorweg genommen. So soll der durch Künstliche Intelligenz befeuerte Google Assistant, der im letzten Jahr als Nachfolger von Google Now vorgestellt wurde, nun auf einer ganzen Reihe zusätzlicher Geräte verfügbar werden – und auch für das iPhone erscheinen. 

Auf dem Apple-Smartphone kann er allerdings nicht so tief integriert werden wie das auf Android-Geräten oder bei der iOS-Assistentin Siri der Fall ist. Stattdessen installiert man sich schlicht die Assistant-App. Sie wird allerdings eng mit anderen Google-Apps verknüpft sein und etwa Youtube öffnen, wenn man einen Clip über sie sucht. Die App soll nach dem Bericht zunächst nur in den USA erscheinen. Eine schnelle deutsche Umsetzung ist nicht völlig unwahrscheinlich, da der Assistant neben Englisch als einzige weitere Sprache auch auf Deutsch verfügbar ist.Google Home

Backöfen und Fotobücher

Zusätzlich plant Google wohl den Sprung auf weitere Geräte. Der Assistant soll den Haushalt smarter machen. Gurman und sein Co-Autor Mark Bergen nennen etwa Kühlschränke, Spülmaschinen, Bratöfen, Waschmaschinen und Trockner, die in Zukunft mit dem smarten Assistenten laufen sollen. Über den heizt man dann den Ofen vor oder fragt, ob die Wäsche fertig ist. Google zieht hier mit der Konkurrenz gleich. Amazons Sprachassistentin Alexa war bereits Anfang des Jahres für eine ganze Reihe von Geräten angekündigt worden. Eventuell könnte Google auch den Sprachlautsprecher Google Home für Märkte außerhalb der USA ankündigen.

In einem unerwarteten Einsatz seiner Künstlichen Intelligenz will Google dem Bericht nach auch noch in einen für den Konzern völlig neuen Markt einsteigen – und Fotobücher anbieten. Der Onlinedienst Google Fotos soll demnach automatisch aus Alben und Fotos mit ähnlichen Motiven Bücher zusammenstellen, die in einer Reihe von Materialien ausgedruckt werden können. Als einziger Kostenpunkt sind aktuell 10 Dollar (etwa 9 Euro) genannt, die Bücher dürften sich aber abhängig von Material und Größe im Preis unterscheiden. Apple hatte ein solches Feature in seinem alten Mac-Programm iPhoto angeboten, es wurde im letzten Jahr eingestellt.Android-lücke 15.00

Android soll sicher werden

Auf einige für Google wichtige Bereiche geht der Bericht aber nicht ein. Es ist fest davon auszugehen, dass Google weitere Details zu seinem neuen Betriebssystem Android O verrät. Eine erste Preview gab es bereits, Google will etwa mit „Project Trebble“ die Updates für Smartphone- und Tablet-Hersteller erleichtern – und so die unsäglich hohe Zahl von Android-Geräten mit veralteten Systemen senken.

Einen großen Haken hat das Ganze aber: Die Verbesserungen kommen alle erst mit dem für Herbst erwarteten Android O. Und das werden die jetzt schon veralteten Geräte nie bekommen. Die Auswirkung wird also erst in einigen Jahren spürbar sein.

Ein weiteres wichtiges Thema könnte Mixed Reality und Virtuelle Realität sein. Google war seinerzeit mit Glass seiner Zeit voraus, seit einer Weile kommt das Thema auch bei den Konkurrenten an – und bei den Kunden. Da auch Googles VR-Brille Daydream bisher kein krachender Erfolg war, hätte man in beiden Bereichen viel Raum für Verbesserungen.

Kommt das Pixel 2?

Neue Hardware werden wir nicht unbedingt zu sehen bekommen. Die I/O ist in erster Linie eine Software-Messe. Die Nachfolger von Googles Pixel-Smartphones werden etwa erst für den Herbst erwartet. Neue Geräte könnte es zumindest in den USA trotzdem geben: Google plant Gerüchten zufolge, seine Kampagne „Android One“ mit der I/O in die Heimat zu bringen. Die Initiative hat sich auf die Fahnen geschrieben, extrem günstige Smartphones mit aktuellen Android-Systemen anzubieten und lief etwa in Indien recht erfolgreich. Google-Update Autofahrer 1405

Neues Smartphone HTC U11: HTC will zurück an die Spitze – mit einem Feature, das keiner braucht

Die Konkurrenz auf dem Smartphone-Markt ist hart, der Innovationsdruck hoch. Gleichzeitig gibt es aber kaum noch Möglichkeiten, wirklich herauszustechen. Gute Kameras, ein großes Display und schnelle Hardware haben schließlich fast alle Hersteller im Portfolio. Das neue HTC U11 hat wohl vor allem deswegen ein etwas skurriles Feature als Alleinstellungsmerkmal bekommen: Man kann es am Rand feste zusammendrücken – und damit Aktionen auslösen. HTC nennt das „Edge Sense“.

Ein Feature, auf das keiner wartet

In der Standard-Einstellung öffnet ein kurzes Drücken der beiden Rahmen links und rechts die Kamera. Das klappt selbst, wenn das U11 im Standby ist oder man gerade eine andere App geöffnet hat. Auch auslösen kann man per festem Druck auf die Rahmen. So soll man mehr vom Bild sehen, verspricht HTC.

In einem ersten Test wirkte es allerdings eher hinderlich. Durch das feste Drücken verwackelten die Bilder leicht. Zudem fühlte sich die dafür benötigte Handhaltung unnatürlich an, wenn man sein Gerät sonst anders in der Hand liegen hat.DSC_3458

Immerhin darf man frei entscheiden, wie man Edge Sense nutzen will. Druckstufen lassen sich aber nicht festlegen. Edge Sense unterscheidet nur zwischen einem kurzen Drücken (Standardmäßig mit der Kamera belegt) oder einem langen Druck (öffnet in der Voreinstellung Google Now). Wer lieber das Wetter oder Spotify starten möchte, kann die Belegung beider Drucklängen jederzeit frei wechseln.

Die für eine Reaktion benötigte Druckintensität lässt sich ebenfalls ändern. Wer lieber verzichtet, kann das Feature auch ganz abschalten. Ohne schlechtes Gewissen, denn die revolutionäre Neuerung, als die es HTC verkauft, ist es nicht. Huawei hat mit der „Knuckle Sense“ genannten Klopf-Technik für den Fingerknöchel seit zwei Jahren eine ähnliche Spielerei im Gepäck.

Tolle Technik, zu hoher Preis

Eigentlich hätte das HTC U11 den Unsinn gar nicht nötig. Das schicke Smartphone mit der abgerundeten Glas-Rückseite mit Perlmutt-Effekt ist ein Hingucker, muss sich aber auch technisch nicht hinter der Konkurrenz verstecken. Der Achtkern-Prozessor Snapdragon 835 ist der schnellste für Android-Geräte. Die Kamera ist laut den Experten von DxO die beste Smartphone-Knipse im Markt und schlägt auch iPhone 7 Plus und Galaxy S8 (hier bei uns im Test). Dazu noch eine Schnelladefunktion, den tollen Boom-Sound der verbauten Boxen und sogar beigelegte Kopfhörer mit Geräusch-Unterdrückung. Außerdem ist Amazon Assistentin Alexa an Bord. Ein tolles Paket, eigentlich. Zu einem Preis von 500 oder 600 Euro würden Unmengen von Kunden zuschlagen.DSC_3482 Huawei P10 Test 10.12

Doch HTC will ganz vorne mitspielen – und verlangt satte 749 Euro für sein neues Gerät. Das können sich Samsung und Apple vielleicht noch leisten, bei denen Fans stets auf das neueste Gerät warten. Bei HTC ist das in den letzten Jahren aber nicht mehr der Fall, seit dem HTC One M7 ist den Taiwanesen kein Verkaufshit mehr gelungen. Trotzdem sieht sich der Konzern selbst als Innovations- und Branchentreiber. Um sich von der Konkurrenz abzusetzen, will man innovativ sein – und kommt dann doch nur mit Spielereien daher. Den Aufpreis sind die aber nicht wert.So pimpen Sie Ihre Handylautsp… „Life Hacks“ (2119657)

Erpressungs-Versuch: Hacker stehlen "Fluch der Karibik 5" – und fordern Lösegeld von Disney

Es ist der Albtraum für Film-Studios: Einer der wichtigsten Kassenschlager des Jahres wird gestohlen und die Diebe drohen, ihn vor dem offiziellen Filmstart ins Netz zu stellen. Sie verlangen ein Lösegeld – ansonsten drohen Einnahme-Ausfälle im mehrstelligen Millionen-Bereich. Was vor wenigen Jahren noch unvorstellbar war, plagt gerade Disney. Das erklärte Unternehmens-Chef Bob Iger bei einer Angestellten-Versammlung in New York, berichten „Hollywood Reporter“ und „Deadline“. Um welchen Film es sich handelt, wollte er zwar nicht erzählen, die Hacker hätten aber einen hohen Geldbetrag verlangt, zu zahlen in der Internet-Währung Bitcoin.

Wie „Deadline“ aus internen Quellen bestätigt haben will, soll es tatsächlich um „Fluch der Karibik – Salazars Rache“ gehen. Die Kriminellen hätten also mit dem fünften Teil der Serie eine der Cash-Cows des Konzerns in ihrer Hand.

Die Filme der Reihe um den von Johnny Depp gespielten Piraten Jack Sparrow haben weltweit fast vier Milliarden Euro eingenommen. Die Hacker drohen dem Bericht zufolge damit, zunächst fünf Minuten des Filmes zu veröffentlichen, danach soll der Film in 20-Minuten-Happen ins Netz gestellt werden – bis Disney zahlt.Hacker erpresst Netflix 2017

Disney macht es wie Netflix

Das hat der Konzern nach Angabe Igers aber nicht vor. Stattdessen arbeitet man nun mit dem FBI zusammen, um die Drahtzieher zu erwischen. Damit geht Disney denselben Weg wie Netflix. Der war allerdings nicht von Erfolg gekrönt: Der Streaming-Anbieter wurde in den letzten Wochen erpresst, wollte aber nicht zahlen. Die für Juni geplante fünfte Staffel des Serien-Hits „Orange is the new Black“ landete daraufhin im Internet. „Fluch der Karibik 5“ könnte es ähnlich gehen.

Ob das die Film-Studios aber wirklich abschreckt, ist eine andere Frage. Klar, eine Veröffentlichung auf Piratebay und Co. kann Millioneneinnahmen durch Raubkopien kosten. Das gehört für die Film-Industrie aber seit Jahren zum traurigen Alltag – ganz ohne, dass es vorher Erpressungsversuche gab. Der Schrecken eines Leaks ist daher vermutlich längst nicht so groß, wie die Hacker sich das ausmalen.

Wer sind die Hacker?

Die Chancen, die Verantwortlichen je für den Angriff zur Rechenschaft zu ziehen, schätzt Experte Hector Monsegur indes als gering ein. Dafür müsste das FBI den Angriff erst einmal zuordnen „Das ist beinahe unmöglich“, sagte der ehemalige Hacker und Mitbegründer der bekannten Gruppe Lulzsec gegenüber „Deadline“. „Es gibt so viele Hacker von überall her. Sie kennen die Techniken, sie aufzuspüren. Also könnte etwa ein ägyptischer Hacker russische Software benutzen, damit es nach einem Angriff aus Russland aussieht.“ Seiner Einschätzung nach dürfte es solche Erpressungs-Versuche von Filmstudios allerdings noch häufiger geben. Irgendeiner wird schon zahlen.Trojanerangriff Wannacry 13.45

Weltweite Attacke: Neuer Erpressungs-Trojaner: Die Spur führt nach Nordkorea

Britische Krankenhäuser, Anzeigetafeln der Deutschen Bahn, das russische Innenministerium: Der Erpressungstrojaner Wannacry legte am Wochenende weltweit Hunderttausende Rechner in 200.000 Organisationen lahm. Insgesamt wurde die Schadsoftware in mehr als 150 Ländern entdeckt. Erst nachdem ein 22-jähriger Brite eine Schwachstelle entdeckte, wurde die weitere Ausbreitung eingedämmt. Nun fahnden Behörden auf der ganzen Welt nach den Wannacry-Machern – die kommen möglicherweise aus Nordkorea.

Verräterischer Code-Schnipsel

Neel Mehta, der als Sicherheitsforscher bei Google tätig ist, entdeckte eine 100-prozentige Übereinstimmung im Programmcode zwischen einer Vorgänger-Version von Wannacry (Stand Februar) und dem Trojaner Contopee aus dem Jahr 2015. Letzterer wurde von der Lazarus-Gruppe entwickelt, einem nordkoreanischen Zusammenschluss von Hackern. Der soll auch hinter dem Sony-Hack aus dem Jahr 2014 stecken, bei dem zahlreiche interne Dokumente und bis dahin unveröffentlichte Filme im Netz veröffentlicht wurden – darunter die Komödie „The Interview“, in der es um die Ermordung des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-un geht.WannaCry-Porträt 14.30

Bekannte IT-Sicherheitsfirmen wie Kaspersky und Symantec sowie US-Geheimdienste gehen ebenfalls davon aus, dass die Lazarus-Gruppe sowohl hinter dem Hack auf Sony Pictures Entertainment als auch einem weiteren Angriff auf das Banking-System Swift steckt.

Ist es eine falsche Fährte?

Das übereinstimmende Code-Fragment ist die derzeit heißeste Spur, bislang aber nur ein Indiz und kein endgültiger Beweis, dass Pjöngjang hinter der weltweiten Trojaner-Attacke steckt. Es sei möglich, aber „unwahrscheinlich“, dass die Hacker ihren Code aus bereits existierenden Programmen zusammenkopiert haben, um falsche Spuren zu legen, schreiben die Kaspersky-Experten. Denn in der jetzigen Version, die weltweit die Rechner infizierte, wurde der verräterische Code-Schnipsel wieder entfernt. Um sicher zu gehen, benötigen die Ermittler aber noch Wochen oder gar Monate.Hack-Kommentar 18.15h