
Die Hacker-Attacke mit dem Virus Wanacryptor hat riesige Schäden angerichtet. Doch das könnten nur die Spitze des Eisbergs sein.
Foto: KACPER PEMPEL / Reuters
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Die Hacker-Attacke mit dem Virus Wanacryptor hat riesige Schäden angerichtet. Doch das könnten nur die Spitze des Eisbergs sein.
Foto: KACPER PEMPEL / Reuters
Steckt man Ladekabel für Smartphones in die Tasche, verbiegt sich oft der Anschluss. Das Kabel kann porös werden und brechen. Mit diesem Trick stabilisieren Sie es und es bleibt länger funktionsfähig.
Die Schadsoftware WannaCry treibt seit Freitag auf Windows-Computern ihr Unwesen. Dabei wird der Rechner blockiert und ein Lösegeld gefordert. Computerexperten gehen Hinweisen nach, dass Nordkorea in den weltweiten Cyberangriff verwickelt sein könnte.
Wer wie die meisten deutschen Smartphone-Besitzer bei Whatsapp chattet, wägt sich eigentlich in relativer Sicherheit. Um Kontakt aufzunehmen, braucht man die Handy-Nummer. Ein Register mit Nutzern, in dem Betrüger sich Opfer suchen können, gibt es nicht – zumindest nicht offiziell. Denn ein Sicherheits-Experte aus Holland hat nun gezeigt, dass sich eine solche Datenbank mit wenig Aufwand erstellen lässt, inklusive Profilbild.
Das Problem an sich ist schon länger bekannt: Speichert man eine Rufnummer in seinem Adressbuch, zeigt Whatsapp die Daten der entsprechenden Person an – ganz egal, ob diese davon weiß oder einen überhaupt kennt. Das Profilbild, die Status-Meldung und der Online-Status sind so abrufbar. Wollte man größere Mengen von Nutzern auf diese Art ausspionieren, müsste man dafür allerdings alle ihre Nummern einspeichern. Eigentlich. Denn Sicherheits-Experte Loran Kloeze schaffte es auf viel einfachere Weise, wie er in einem Blogpost erklärt.160901_WhatsApp_alternativen
Dazu bediente er sich eines Tricks. Wenn man die Seite web.whatsapp.com aufruft und den abgebildeten Code mit der Whatsapp-App auf dem Smartphone scannt, kann man den Messenger auch über den Browser nutzen. Hier griff Kloeze an. Er schrieb ein kleines Programm, das einfach Nummern durchprobierte – und erhielt von fast allen die entsprechenden Infos. Ganz ohne die Nummern als Kontakt speichern zu müssen. Er ist sicher: Mit genug Zeit lässt sich auf diese Weise eine Datenbank fast aller Nutzer anlegen. Ein Traum für Spammer und Betrüger. Zudem ist eine Art Überwachung möglich, indem etwa ausgewertet wird, wie oft man online ist, das Profilbild wechselt oder den Status ändert.
Als Kloeze Whatsapp damit konfrontierte, erhielt er eine erschreckende Antwort: Der Konzern wisse um die Möglichkeit – sehe sie aber nicht als Problem an, antwortete ein Mitarbeiter. Es handle sich nicht um einen Fehler, schließlich könnten die Nutzer ihre Privatsphäre-Einstellungen ändern. Und tatsächlich: Laut Kloeze konnten die Daten von Nutzern mit Privatsphäre-Sperre nicht über das Netz abgerufen werden.
Idealerweise sollten also alle Nutzer ihre Daten so schützen. Öffnen Sie dazu die Whatsapp-Einstellungen. Dort lässt sich unter „Account“ und dann „Datenschutz“ einstellen, wer die Profil-Informationen sehen kann. In der Standard-Einstellung, die kaum jemand ändern dürfte, kann tatsächlich jeder die Daten abrufen. Sinnvoller ist allerdings, es nur Kontakten zu erlauben. Wer völlig auf seine Privatsphäre bedacht ist, kann es auch allen verbieten. Praktisch: Die Einstellung lassen sich für jede der Profil-Informationen einzeln vornehmen.Whatsapp Tricks_8.10
Es ist einfach sich bei Facebook anzumelden, doch der Ausstieg aus Mark Zuckerbergs Netzwerk gestaltet sich erheblich schwerer. Diese Anleitung zeigt, wie man seinen Account permanent löscht.
Es war ein bislang beispielloser Angriff: Der Wannacry-Trojaner infizierte am Freitag innerhalb weniger Stunden Hunderttausende Rechner auf der ganzen Welt. Betroffen waren nicht nur Privatpersonen, sondern auch zahlreiche bekannte Unternehmen – in Spanien etwa der Telekommunikationskonzern Telefónica und der Energiekonzern Iberdrola, das russische Innenministerium oder in den USA der Versanddienstleister FedEx.
Der Vorfall verdeutlicht einmal mehr, wie verwundbar unsere digitale Gesellschaft längst ist. Schon ein paar Online-Gangster reichen, um weite Teile unseres Alltags lahmzulegen. Bei der Deutschen Bahn war der Schaden noch überschaubar, es fielen lediglich ein paar Anzeigetafeln aus. In einigen britischen Krankenhäusern wurde es dagegen brenzlig: Weil die Rechner gesperrt waren, mussten mehrere Krebs- und Herzpatienten wieder nach Hause geschickt werden. Schlimmeres passierte zum Glück nicht, dank des beherzten Eingreifens eines 22-Jährigen. Doch bei der nächsten Attacke kommen wir womöglich nicht so glimpflich davon.
Das Fatale: Die Schwachstelle war seit Monaten bekannt, die entsprechenden Sicherheitsupdates standen zum Download bereit. Aber leider laufen immer noch Millionen Systeme – ob aus Unwissenheit oder Schludrigkeit – auf Uralt-Betriebssystemen, sei es der Fahrkartenautomat der Bahn oder der Kontoauszugdrucker der örtlichen Bank. Im Jahr 2017 sind das tickende Zeitbomben.Epressungs-Trojaner Wannacry Microsoft Reaktion 13.35
Und Besserung ist nicht in Sicht: Mit jeder Wlan-Kamera, jedem Festplatten-Rekorder und jedem Smart TV wird das „Internet der Dinge“ größer, und damit auch der mögliche Schaden. Denn ein mit dem Internet verbundener Kühlschrank kann nicht nur eigenständig neue Milch ordern, sondern auch zur Waffe umfunktioniert werden. Bei vielen günstigen Geräten gibt es eklatante Sicherheitsmängel. Häufig können nicht einmal die Standardpasswörter geändert werden.
Der Sicherheitsexperte Jeff Jarmoc schrieb vor einigen Monaten: „In einer relativ kurzen Zeit haben wir es geschafft, ein System zu bauen, das resistent gegen Atombomben ist, aber anfällig für einen Toaster.“
Diesmal traf es veraltete Windows-Rechner, nächstes Mal sind womöglich Android-Smartphones oder das iPhone dran. Deshalb sind wir alle gefordert. Regierungen müssen dem Thema Sicherheit mehr Beachtung schenken und Unternehmen in die Pflicht nehmen, zügig bekannte Sicherheitslücken zu stopfen. Die Firmen wiederum müssen es den Kunden so leicht wie möglich machen, ihre Geräte auf den neuesten Stand zu halten, auch wenn das teuer und aufwendig ist. Und jeder Kunde muss verstehen, dass die vernetzten Geräte nicht nur Bequemlichkeit bringen, sondern auch Risiken bergen – und sich entsprechend dagegen absichern.WannaCry-Porträt 14.30
Fast alle Songs jederzeit auf Abruf: So einfach, komfortabel und günstig wie heute war Musikhören noch nie. Wer früher bestimmte Lieder hören wollte, musste entweder neben dem Radio ausharren oder in den Laden gehen – und einen Tonträger kaufen. Dann kam die MP3 und veränderte den Musikgenuss für immer. Jetzt ist auch diese Ära zu Ende gegangen.
Weitgehend unbemerkt haben die Erfinder der MP3, das deutsche Frauenhofer Institut, dem Standard den Stecker gezogen. Über 22 Jahre lizensierte das Institut seine Technologie für neue MP3-Player und erlaubte ihnen so, die Musikdateien abspielen zu dürfen. Seit April ist damit Schluss. MP3 wird wegen auslaufender Patente nicht mehr lizensiert oder weiterentwickelt. 20 Jahre MP3 16.05
Für die Kunden ändert das erst einmal wenig: Es kommen keine neuen Player mehr auf den Markt. Das Smartphone hat den MP3-Player ohnehin längst abgelöst, dank Streaming-Diensten und neuen, besseren Audio-Standards wie AAC oder dem verlustfreien FLAC hat die MP3 immer weiter an Bedeutung verloren. An der Wichtigkeit des Standards für die Musik-Geschichte ändert das aber nichts.
Doch was war so besonders an MP3? Die Idee dahinter war simpel: Statt alle Teile eines Liedes zu digitalisieren, wurden die für das menschliche Ohr gut hörbaren Teile betont. Schlecht hörbare wurden dagegen eingedampft, Stille konnte man ganz weglassen. Heraus kam ein digitaler Musik-Standard, der für den Normalnutzer fast genauso gut klang wie eine CD – aber viel weniger Speicherplatz verbrauchte.
Mit dem Internet und Tauschbörsen erlebte MP3 seinen größten Boom. Statt sich teure CDs zu kaufen, besorgten sich Jugendliche die Lieder lieber kostenlos bei Napster, Emule und Co. Dann kam Apple 2001 mit dem iPod und dem zugehörigen Musikshop iTunes um die Ecke – und zeigte, dass man mit dem richtigen Gerät und dem passenden Preis-Modell mit MP3 mächtig Geld verdienen kann. Plötzlich konnte man nicht mehr wenige Tapes oder CDs dabeihaben, sondern sämtliche Musik der Welt. Auch das Musikhören hat sich so verändert: Ganze Alben hört heute kaum noch jemand an, je nach Laune kann man jederzeit den Song oder die Playlist wechseln. Als MP3 hört man die in den letzten Jahren aber auch schon nicht mehr. Sondern bei Spotify.Nie wieder Kabelsalat mit Kopf… „Life Hacks“ (2115083)
Es war eine gigantische Attacke: Ab Freitag wütete Wannacry über die ganze Welt, verschlüsselte Windows-Rechner und verlangte Lösegeld. Unter den Opfern waren Krankenhäuser, die Deutsche Bahn und O2-Mutter Teléfonica. Was man zu der Attacke wissen muss, finden Sie in diesem Artikel. Jetzt hat sich Windows-Entwickler Microsoft erstmals zu dem riesigen Angriff geäußert. Erpressungstrojaner Wannacry 10.30
In einem offenen Brief findet Chefjurist Brad Smith klare Worte. Der Angriff sei „ein Weckruf“ für die Regierungen dieser Welt. Denn die häuften immer mehr Sicherheitslücken und Schwachstellen in Betriebssystemen an, um sie zu Spionage-Werkzeugen auszubauen. Für Smith handelt es sich bei solchen Werkzeugen schlicht um Waffen. Nur, dass sie schlechter geschützt sind. Die Wannacry-Hacker hatten ein gestohlenes NSA-Programm für den Angriff benutzt. „Ein vergleichbares Szenario mit herkömmlichen Waffen wäre es, wenn jemand dem US-Militär einige Tomahawk-Raketen stehlen würde“, so Smith.
Die schlimmsten Gefahren im Netz seien staatliche Akteure und das organisierte Verbrechen – hier kamen beide zusammen. Sein Aufruf an die Regierungen: Sie sollten die Cyber-Waffen endlich auch wie solche behandeln und ihre Bürger vor ihnen schützen. Statt die Schwachstellen zu horten, müssten die Geheimdienste sie an die Entwickler melden, damit die Lücken geschlossen werden. Microsoft hatte bereits im Februar zur Gründung einer „Digitalen Genfer Konvention“ aufgerufen.Erpressungstrojaner Wannacry Nachdreh 12.35
Den Nutzern hatte Smith allerdings auch etwas zu sagen: Microsoft und Co. könnten sie nur schützen, wenn sie auch immer aktuelle Software verwenden. Die für den Angriff genutzte Lücke war bereits seit März in offiziell unterstützten Windows-Versionen geschlossen, am Wochenende hatte Microsoft sogar einen Notfall-Patch für das eigentlich seit 2014 nicht mehr unterstützte Uralt-System Windows XP nachgelegt. Wie Sie sich allgemein vor Erpressungs-Trojanern schützen, erklärt dieser Artikel.
Und auch die notorisch Update-müden Unternehmen forderte er zu Nachbesserungen auf. Die setzen vor allem aus Kosten- und Stabilitäts-Gründen oft viel zu lange auf alte Software. Das muss sich nach Smiths Ansicht dringend ändern. Sonst könnten die Folgen deutlich schlimmer ausfallen als etwa beim peinlichen PR-Debakel der Bahn. Die hatte am Wochenende statt zur digitalen Informationstafel zu Schiefertafel und Kreide greifen müssen. Statt der aktuellen Züge prangte auf den gigantischen Monitoren nämlich nur die Erpressungsmeldung – weil die Tafeln trotz massiver Lücken weiter mit Windows XP laufen.Cyberattacke trifft weltweit Ziele
Es war eine der spektakulärsten Cyberattacken aller Zeiten: Am Wochenende infizierte der Lösegeldtrojaner Wannacry (auch bekannt als WannaCrypt) hunderttausende Computer. Ganze Teile des öffentlichen Lebens wurden lahmgelegt – 16 britische Krankenhäuser mussten teilweise ihre OPs stilllegen, aber auch die Anzeigemonitore der Deutschen Bahn fielen aus.
Größerer Schaden wurde nur durch das beherzte Eingreifen eines jungen Briten verhindert. Der 22-jährige Marcus H. entdeckte eine Schwachstelle in der Schadsoftware: Mit der Anmeldung einer noch nicht registrierten Webseite für läppische 9,77 Euro konnte er den Trojaner aushebeln und die weitere Verbreitung weltweiten stoppen. Vorerst zumindest.
Im Internet ist H. dank seiner smarten Idee nun ein Held. Mit der britischen „Daily Mail„ hat der 22-Jährige Brite, der in seiner Freizeit ein leidenschaftlicher Surfer ist, über das letzte Wochenende gesprochen. So wird er jetzt mit Jobangeboten überhäuft, doch seinen jetzigen Arbeitgeber – die US-Firma Kryptos Logic – wird er trotzdem nicht verlassen. Immerhin: Seine Chefs haben ihm einen Trip nach Los Angeles inklusive Kostenübernahme aller Spesen spendiert.
Erpressungstrojaner Wannacry Nachdreh 12.35Nun arbeitet H. mit der Regierung zusammen, um neue Attacken zu verhindern. Die wird es seiner Meinung nach bald geben: „Es besteht die Möglichkeit, dass irgendjemand das System einfach erneut hackt“, sagt er der „Daily Mail“. „Angenommen die Hintertür wurde nicht geschlossen, dann könnte jeder Computer, der zuvor infiziert wurde, einfach erneut infiziert werden.“
Das ganze Wochenende habe er damit verbracht, die Welt vor dem Erpressungstrojaner zu schützen. Er hat in drei Tagen nur fünf Stunden geschlafen und das Zimmer nur einmal zum Essen verlassen. „Beim nächsten Mal können wir den Schädling womöglich nicht aufhalten“, warnt H. Cyberkriminelle würden die Software bereits überarbeiten. „Version 1 von WannaCrypt konnten wir aufhalten, aber in Version 2 werden sie die Schwachstelle ausmerzen“, schreibt er auf Twitter. Wie Sie sich vor diesem und anderen Erpressungs-Trojaner schützen können, verrät Ihnen dieser Artikel.hacker
Obwohl H. für ein US-Unternehmen arbeitet, lebt er immer noch bei seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder in England. Seit sein Name bekannt wurde, trudelten Tausende E-Mails in seinem Postfach ein. Auf Twitter hat er mehr als 20.000 neue Follower. Doch sein plötzlicher Ruhm macht ihm auch etwas Angst: „In Zukunft will sich vielleicht jemand rächen – sie würden meine Identität in wenigen Sekunden herausfinden. Wenn sie wissen, wo ich wohne, könnten sie wirklich alles tun.“
Er kenne den Fall eines Sicherheitsbloggers, der erst Heroin zugeschickt bekam und anschließend erpresst wurde. „Er erhielt sogar Todesdrohungen. Ich habe Posts von schlimmen Dingen gesehen, die ihm angetan wurden, und womöglich passen mir dieselben Dinge.“
Einige Sicherheitsexperten waren besorgt, dass die zweite WannaCrypt-Welle am Montag Fahrt aufnehmen würde, da dann viele Büro-Rechner wieder hochgefahren werden. Bislang (Stand: Montagmittag) ist es aber noch ruhig geblieben.
Wer kennt sie nicht, die lustigen Wimmelbilder aus der „Findet Walter“-Reihe? Nun gibt es Suchbilder nach einem ähnlichen Konzept, nur nicht ganz jugendfrei. Denn die Frage hier lautet: „Wo ist der Dildo?“