Mord in Herne: Wo Kindermord gefeiert wird: 4Chan – die kranke Seite des Internets

Die Tat entsetzt Deutschland: Am Montagabend wurde in Herne ein neunjähriger Junge grausam mit einem Messer getötet, seit Dienstag jagt die Polizei den Verdächtigen Marcel H.. Der hatte im Chat bei Whatsapp gegenüber einem Freund mit der Tat geprahlt, dieser lud die Bilder ins Internet. Dort fielen die Reaktionen zum Teil aber völlig anders aus, als man es erwarten würde. Statt Entsetzen gab es Jubel – und der Mörder wurde zum Helden verklärt. 

In manchen Internet-Communitys gehört das zur Kultur. Bei „4Chan“, wo H.s Freund den Chat veröffentlichte, sind Anstiftungen zu Selbstmord oder andere Grausamkeiten Alltag. In dem sogenannten Imageboard kann man sich zu allen möglichen Themen unterhalten, von Videospielen bis zu Politik. Das Herz der Gemeinde ist aber das „Random“-Board , nach dem URL-Kürzel auch /b/ genannt. Die bekannte „Anonymous“-Bewegung hatte hier ihren Ursprung. Es gibt nur eine Regel: keine Kinderpornos. Und selbst die wird immer wieder gebrochen. Die Moderatoren greifen aber schnell durch: Sie wissen genau, dass die Verbreitung von Kinderpornos eine Schließung der Seite nach sich ziehen könnte. Die übrigen Gewalt- und Ekelbilder stoßen die meisten Menschen zwar ab, illegal sind sie aber nicht.

Empathie Herne

Fast alles ist erlaubt

Höchstes Gut der „/b/tards“, wie sich die Nutzer des Bords selbst nennen, ist die Unterhaltung. Nur was sie darunter verstehen, ist weit vom Mainstream entfernt. Unter dem Mantel der Anonymität wird auf /b/ alles gepostet, was von anderen Menschen als eklig, grausig oder abstoßend empfunden wird. Bilder von verstümmelten Toten gelten als genauso normal wie die abwegigsten Sexpraktiken. Dazwischen diskutiert man seine dunkelsten Geheimnisse, macht krude Witze, Nutzer bitten um Noten für ihren Penis oder posten ihre Porno-Sammlung. Ton und Humor sind meist aggressiv, gerne rassistisch, extrem islam- und frauenfeindlich. Andere Nutzer werden traditionell als „Faggot“, also Schwuchtel, angesprochen. Das stumpft ab. Der Mord wird von vielen als gelungene Abwechslung gesehen.

Korr Kindsmord Herne 18.05„Endlich passiert hier mal was“, ist der erschreckend häufige Tenor der Nutzer. Manch einer drückt offen seine Freude aus, „endlich mal“ einen echten Mord mitbekommen zu haben, viele wollen Fotos oder gar Videos der Tat sehen. H. wird als Held bezeichnet, es gibt Vorschläge, für seine Beerdigung zu spenden, wenn er denn von der Polizei erschossen wird. Eine Person behauptet, H. zu sein, postet Bilder eines vermeintlichen zweiten Opfers. Andere versuchen, Fluchttipps zu geben oder feuern den Täter offen zu weiteren Morden an. Die trauernde Öffentlichkeit wird als heuchlerisch verlacht – schließlich sei es undenkbar, Mitleid mit Menschen zu haben, die man gar nicht kennt. Andere äußern Verständnis für die Tat, schließlich hätte jeder solche Mordfantasien. Wie ernst die Nutzer es meinen, ist nicht nachvollziehbar. Schockieren und provozieren als Darstellungsform: In dieser Blase gilt der Schein viel, das Sein wenig. 

Kritik gibt es allerdings auch. Viele Nutzer äußern ihren Schock über die Bilder des Opfers, wünschen H. Gefängnis oder gar den Tod. Dass das Opfer ein Kind ist, trifft viele dann doch. Dass ein Mensch getötet wurde, verurteilen sie aber nicht: Warum er nicht lieber Muslime getötet habe, will mehr als einer wissen.

Opferverhöhnung als Zeitvertreib

Herne Stand_12.10Es ist nicht das erste Mal, dass 4Chan das Leid anderer Menschen als Unterhaltung nutzt. In den fast 15 Jahren seit der Gründung wurden schon jede Menge Opfer und ihre Familien verhöhnt. Als ein Zwölfjähriger sich erschoss, riefen 4Chan-Nutzer „aus Spaß“ monatelang die Eltern an und gaben sich als Geist des toten Jungen aus. Selbst Schuld, wenn sie ihre Nummer behalten, so die Rechtfertigung damals.

Auch Selbstmorde, Morde und Amokläufe wurden mehr als einmal über das Portal verbreitet oder angekündigt, das sich in der Vergangenheit schon stolz als „Arschloch des Internets“ bezeichnete. Wie stark H. davon beeinflusst wurde, ist nicht bekannt. Dass er beim Mord an 4Chan dachte, aber schon: Im Chat mit seinem Freund fragte er bereits, ob der „4Chan reife bilde(r)“ haben wolle. Dann kamen die ersten Fotos des Mordes.

Geldgrab 4Chan

Finanziell lohnt sich das Ganze immerhin nicht. 4Chan war als Kinderzimmer-Projekt des damals 15-jährigen Christopher Poole gestartet. Er verkaufte die Seite 2015 und arbeitet seit vergangenem Jahr bei Google. Gewinne machte die Seite nie. Durch die obskuren und abstoßenden Inhalte ließen sich kaum Werbepartner finden, nur Pornowerbung sieht man ständig. Poole hatte im Laufe der Jahre wegen 4Chan trotzdem Tausende Dollar an Schulden angehäuft, auch sein Nachfolger postete im Herbst 2016, dass die Seite finanziell am Ende sei.

Noch ist sie allerdings im Netz.

Besonderes Merkmal: Dieser Hund wurde mit einem "Selfie" am Ohr geboren

Die Tierschutzorganisation „Lollypop Farm“ im US-Bundesstaat New York kümmert sich seit vielen Jahren um Haustiere in Not. An ihren fünf Standorten betreuen hunderte Angestellte und freiwillige Helfer zum Teil schwer missbrauchte Tiere.

Eines der Tiere ist die Hündin „Daisy“. Als sie im Oktober des vergangenen Jahres in der „Lollypop Farm“ ankam, ging’s ihr überhaupt nicht gut. Sie hatte auf der Straße gelebt, hatte Flöhe, ihr fehlte viel Fell und zu allem Überfluss war sie noch schwanger.

Doch die Ärzte päppelten die Hundedame wieder auf und sie brachte wenige Tage später neun Welpen zur Welt. Einer davon war die kleine Lucy. Lucy hatte ein markantes Merkmal, das sie von ihren Geschwistern unterschied. Die schwarzen Flecken auf ihrem weißen Fell ihres linken Ohres, sehen wie ein Bild von ihrem Gesicht aus.

Selfie auf dem Ohr bringt neues Zuhause

Doch das viel den Mitarbeitern der Organisation zunächst nicht auf, bis sie ein Bild von Lucy auf ihre Website veröffentlichten. Dort stellte ein aufmerksamer User fest, dass Lucy ein Selfie auf ihrem Ohr von sich selbst hat. Der Sprecher der „Lollypop Farm“ Paige Doerner sagte gegenüber amerikanischen Medien dazu: „Wir konnten es nicht glauben, als wir uns dem Bild näherten.“

Sofort teilte „Lollypop“ das Bild von Lucy auch noch bei Facebook. Die Reaktion auf ihr Merkmal waren immens – über tausend Likes und hunderte Kommentare. Und auch für Lucy hatte der Post ein Happy End. Nur zwei Stunden nach der Veröffentlichung, kam jemand vorbei und gab ihr ein neues Zuhause.

Dieser Hund ist kein Bewegungstalent 19.10

Messenger: Whatsapp will endlich zwei seiner nervigsten Probleme beheben

Eigentlich war Whatsapp-Mitgründer Brian Acton aus einem klaren Grund zum „Indian Institute of Technology“ in Delhi gekommen: Er wollte dort darüber sprechen, wie man mit einer zweiten, an Firmen gerichteten App endlich Geld mit dem zu Facebook gehörenden Messenger machen wollte. In einer Fragerunde verriet er dann aber Neuigkeiten, die auch Normal-Nutzer interessieren dürften.

Denn neben allerlei Fragen zu seinem Lebenslauf und der Übernahme durch Facebook, kamen auch zukünftige Whatsapp-Features zur Sprache. Acton sprach sofort zwei von Whatsapps echten Schwachpunkten an. Zuerst ging es um die nervenden Gruppenchats: „Wir wissen, dass Gruppenchats für jede Menge Störungen sorgen. Ich bin da ja regelmäßig selbst von betroffen. Gruppen tendieren einfach dazu, zum Störfaktor zu werden. Ja, wir haben echten Bedarf, den Inhalt von Gruppen mehr an persönliche Bedürfnisse anzupassen.“ Immerhin gäbe es mittlerweile die Möglichkeit, sie stumm zu stellen. Zufrieden ist man damit aber wohl nicht. Wie Whatsapp den Notification-Spam konkret in den Griff bekommen will, ohne die Gruppen ganz stumm zu schalten, verriet er aber nicht.Whatsapp Update_15.45

Wann kommt der Rückruf-Button bei Whatsapp?

Dafür brachte er mit aus Versehen verschickten Nachrichten einen weiteren Problemfall ins Rennen. „Ich weiß, dass wir ein Rückgängig-machen-Feature brauchen. Ich verschicke selbst ab und zu Nachrichten an die falsche Gruppe. Wenn sich das Produkt (also Whatsapp) immer weiter entwickelt, fallen auch solche Herausforderungen immer mehr auf. Wir arbeiten daran, wartet einfach ab.“ Einen Testlauf mit einer Rückruf-Funktion hat Whatsapp tatsächlich bereits im Dezember gestartet. In der Testversion ließen sich Nachrichten im Nachhinein bearbeiten und auch ganz löschen. Noch fand das Feature aber nicht den Weg in die offizielle Version.

Stattdessen führte Whatsapp in der vergangenen Woche sein überarbeitetes Status-Feature ein, das klar von Snapchats und Instagrams „Stories“ abgekupfert wurde. Bei den Nutzern kam es eher mäßig an.Whatsapp Tricks_11.40

Smarte Zeugin: Amazons Alexa hilft bei Mordermittlung – weil der Verdächtige es so will

Lange wehrte sich der Online-Händler gegen die Herausgabe einer Sprachaufzeichnung, die der intelligente Lautsprecher Amazon Echo aufgenommen hat. Jetzt sind die von Sprachassistentin Alexa aufgezeichneten Daten doch noch Teil einer Mordermittlung in den USA geworden. Nur eine bestimmte Person konnte das Unternehmen umstimmen.

Verdächtiger erlaubt Herausgabe der Informationen

Amazon beendete seinen Widerstand gegen den entsprechenden Antrag der Ermittler erst, nachdem der Verdächtige der Herausgabe der Informationen selbst zugestimmt hatte. Ein Bekannter des Mannes war im Herbst 2015 nach einer durchzechten Nacht tot in dessen Whirlpool gefunden worden. Ganz in der Nähe: der intelligente Lautsprecher Echo. Die Ermittler vermuten einen vertuschten Mord, der Angeklagte weist die Anschuldigungen zurück.

Faktenstück Amazon 10.40Die Polizei erhofft sich von den Daten aus Amazons Lautsprecher Echo unter anderem Informationen darüber, ob jemand in der Nacht im Haus wach gewesen und die Assistentin Alexa aktiviert haben könnte. Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt, weil es die erste bekanntgewordene Anfrage dieser Art war.

Der Echo-Lautsprecher hat sieben Mikrofone, die darauf warten, dass das Schlüsselwort „Alexa“ fällt, erst dann aktiviert sich das Gerät und schickt die Sprachbefehle zur Verarbeitung in die Cloud weiter.Amazon Echo für jeden erhältlich – lohnt er sich? 10.45

Prozess wegen Fake-News: Flüchtling scheitert mit Klage gegen Facebook

Sein Selfie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel machte den Flüchtling Anas M. auch über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt. Weil das Bild später jedoch immer wieder auf Facebook für Hasskommentare und falsche Anschuldigungen missbraucht wurde, klagte der Syrer vor Gericht. Mit seinem Versuch, das soziale Netzwerk zur grundsätzlichen Löschung von verleumderischen Falschmeldungen über ihn zu zwingen, ist Anas M. nun jedoch gescheitert. Das Landgericht Würzburg wies in einer am Dienstag verkündeten Eilentscheidung seinen Antrag auf eine einstweilige Verfügung zurück. Sein Anwalt forderte den Gesetzgeber auf, Konsequenzen zu ziehen.

Facebook sei „weder Täter noch Teilnehmer der hier unstreitigen Verleumdungen“, begründete das Landgericht seine Entscheidung. Bei den strittigen Einträgen handle es sich um „fremde Inhalte der Nutzer des Portals“.

Selfie von Anis M. für Fotomontagen genutzt

Hummels_11.10Das Gericht verwies darauf, dass ein sogenannter Provider „zwar nicht zur proaktiven Suche möglicher künftiger zu beanstandender Inhalte verpflichtet“ sei. „Bei einer schweren Persönlichkeitsverletzung“ erscheine zwar „ein erhöhter Suchaufwand gerechtfertigt“. Die Verpflichtung gelte aber nur, „wenn diese technisch ohne zu großen Aufwand realisierbar und damit zumutbar ist“.

Diese zwischen den Parteien strittige Frage sei „letztlich im Verfügungsverfahren nicht aufklärbar“ gewesen und werde „gegebenenfalls in einem möglichen Hauptsacheverfahren durch Gutachten zu klären“ sein. Die Eilbedürftigkeit als Voraussetzung für eine einstweilige Verfügung bestehe in dem Verfahren jedenfalls nicht oder zumindest nicht mehr.

Anis M. hatte erreichen wollen, dass Falschmeldungen über ihn nach einem Selfie mit Kanzlerin Merkel in dem sozialen Netzwerk gelöscht werden. Das im September 2015 entstandene Bild wurde später für Fotomontagen genutzt, die auf Facebook verbreitetet wurden. Der Syrer wurde dabei mit Anschlägen und Verbrechen in Verbindung gebracht.

Facebook mit Entscheidung zufrieden

Facebook und Co. machen laut US-Forschern einsamDer Anwalt des Syrers, Chan-jo Jun, zeigte sich „enttäuscht“ von der Entscheidung. Das Gericht habe sich in den Grenzen bewegt, die das Gesetz vorsehe. „Wir brauchen andere Gesetze“, sagte der Anwalt. Er kündigte an, dass er den Flüchtling in einem möglichen Hauptsacheverfahren nicht vertreten werde. Er begründete dies mit persönlichen Angriffen gegen ihn.

Facebook zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung. Das Unternehmen freue sich sich darüber, „dass das Gericht unsere Ansicht teilt, dass die eingeleiteten rechtlichen Schritte hier nicht der effektivste Weg zur Lösung der Situation waren“, erklärte ein Facebook-Sprecher.

15-Bundesregierung will Soziale Netzwerke stärker an die Kandare nehmen-5282873497001

Neue Soundbar: So clever löst die Sonos Playbase das größte Problem von Soundbars

Von Jahr zu Jahr werden die Fernseher immer schlanker. Was im Wohnzimmer schick aussieht, hat aber praktische Folgen: Die hauchdünnen Gehäuse taugen kaum noch als Klangkörper. Kein Wunder, dass immer mehr Kunden den TV-Sound mit einer Soundbar aufpimpem. Mit der Playbase hat Sonos nun einen neuen Klangkörper ins Rennen geschickt. Die soll nicht nur mit ihrem satten Sound überzeugen, sondern auch mit der schlauen Platzierung.

Denn die meisten Soundbars müssten eigentlich unter dem Fernseher positioniert werden. Das geht am besten, wenn die Glotze an der Wand montiert ist. Leider ist das bei einem Großteil der TV-Geräte aber gar nicht der Fall: 70 Prozent der Fernseher stehen auf einer TV-Bank, so Sonos. Die Playbase hat daher einen anderen Ansatz: Sie ist so stabil gebaut, dass man den Fernseher direkt darauf stellen kann, bis zu 37 Kilogramm hält sie aus.Sonos Playbase Dolby Atmos_15.15

Satter Sound für Musik und TV

Natürlich dient die Playbase nicht nur als Abstellfläche. Wie schon die Sonos Playbar lässt sich die Playbase sowohl für TV-Sound als auch zum Musikhören nutzen. Sonos hat sie prallvoll mit Technik gefüllt. Trotz des Formats einer Brettspiel-Verpackung enthält sie ganze zehn Lautsprecher. Zu sehen sind sie aber nicht, die schlichte Front präsentiert sich als unscheinbares Lochgitter. 

Dem Sound scheint das aber keinen Abbruch zu tun. Ersten Testberichten zufolge ist der Klang voll und klar, sogar der Bass soll trotz der flachen Bauform überraschend viel Wumms besitzen. Wer mehr Bass braucht, kann sich einen passenden Subwoofer dazu kaufen. Toll: Wie bei der Playbar kann auch die Playbase per Trueplay mit dem Smartphone an die Raumbeschaffenheit angepasst werden. So erkennt sie bei der Einrichtung per Mikrofon, wo welcher Klang ankommt und passt die Ausgabe entsprechend an. Wer Raumklang will, muss aber mit Dolby Digital Vorlieb nehmen. DTS unterstützt die Playbase wie die Playbar nicht, mit weiteren Sonos-Lautsprechern kann sie aber zum Surround-System erweitert werden.Amazon Echo für jeden erhältlich – lohnt er sich? 10.45

Alexa kommt

Wie andere Sonos-Boxen verknüpft sich die Playbase per Wlan mit dem Smartphone, mit dem Fernseher wird sie über den optischen Anschluss verbunden. Die Lautstärke reguliert man direkt über die TV-Fernbedienung oder die Smartphone-App. Toll: Wie alle Sonos-Systeme soll die Playbase im Laufe des Jahres Unterstützung für Amazons Sprachassistentin Alexa über einen Amazon Echo (hier bei uns im Test) bekommen.

Ab dem 4. April kann man die Playbase kaufen, als Farben stehen Weiß und Schwarz zur Wahl. Der Preis liegt bei 799 Euro.Nicky-Wlan-Klo_14.40