Messenger: 72 neue Emojis und mehr: Das bringt das neue Whatsapp-Update

Whatsapp ist hierzulande von den meisten Smartphones kaum wegzudenken. Nahezu jeder nutzt den Messenger. Kein Wunder, dass die Entwickler immer wieder mit neuen Updates für frische Features sorgen. Die aktuelle Version für Android-Smartphones bringt ganze 72 neue Emoji mit.

Für den Messenger stehen nun endlich Bacon, die Metal-Pommesgabel, eine Pinocchio-Nase, ein Batman-Symbol und vieles mehr für Chats zur Verfügung. Dadurch sollten die Platzhalter-Symbole in Chats mit iPhone-Besitzern endlich der Vergangenheit angehören.

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Keine Überraschungen bei den Emojis

Für Whatsapp-Fans mit iPhone sind die neuen Emojis nämlich schon ein alter Hut. Sie wurden im letzten Sommer vom für Emojis verantwortlichen Unicode-Konsortium beschlossen und sind seit Herbst für das iPhone verfügbar. Auch die wenigen Android-Nutzer, auf deren Smartphone bereits Android 7.0 (Nougat) läuft, kennen die Emojis schon. Dort sehen sie allerdings etwas anders aus.Whatsapp Tricks_11.40

Weitere neue Features scheinen noch nicht überall freigeschaltet worden zu sein. So soll in Chats am oberen Rand ein Symbol für Videotelefonie hinzugefügt werden, das neben dem Telefonhörer platziert ist. Zudem soll nun ein Symbol zum Hinzufügen von Anhängen direkt neben dem Eingabefeld auftauchen. Diese Funktionen scheinen allerdings von Server-Seite aktiviert zu werden und sind noch nicht bei jedem Nutzer zu sehen, berichtet „Caschys Blog“.

Wie bekomme ich das aktuelle Whatsapp?

Die aktuelle Version trägt die Nummer 2.17.44 und wird wie immer in Wellen an die Nutzer verteilt. Sie sollte also in der Regel in den nächsten Tagen im Play Store bereitstehen. Über den direkten Download bei Whatsapp lässt sich das Update aktuell noch nicht laden, dort wird immer noch Version 2.17.23 angeboten.

Auch Whatsapp für iPhone wurde vor kurzer Zeit aufgefrischt. Welche Neuerungen in der neuen Version enthalten sind, erfahren Sie in diesem Artikel.160901_WhatsApp_alternativen

Project Ara: Wieso das revolutionärste Smartphone der letzten Jahre krachend scheiterte

Zu wenig Speicher, eine miese Kamera, ein ausgelutschter Akku? Bislang bleibt einem dann nichts anderes übrig, als ein neues Smartphone zu kaufen. Das geht ins Geld und ist eine enorme Ressourcen-Verschwendung. Denn nur weil die Kamera kaputt ist, muss man ja nicht gleich das ganze Handy wegwerfen. Doch genau das wird meist getan.

Umso vielversprechender wirkte daher Motorolas „Project Ara“, in dem das Smartphone von Grund auf neu gedacht wurde. Hier sollte man das Telefon nicht als fertiges Komplettpaket kaufen, vielmehr  konnte man Ausstattung und Gestaltung des Geräts mit Hilfe von Modulen, die aussahen wie Legosteine, selbst gestalten. Die Erwartungen waren hoch, doch das Projekt scheiterte krachend. Das US-Portal „VentureBeat“ hat die Geschichte vom Aufstieg und Fall des wohl revolutionärsten Smartphones der letzten Jahre nun in einem lesenswerten Bericht nacherzählt.

Motorola unter Druck

Die Geschichte des modularen Smartphones beginnt am 10. September 2013. An jenem Dienstag stellt Apple das iPhone 5s vor. Alle Augen sind nach San Francisco gerichtet. Dabei ist die wahre Revolution auf Youtube zu sehen, als der niederländischen Jung-Designer Dave Hakkens sein College-Abschlussprojekt „Phonebloks“ hochlädt. Zu sehen ist darin die Vision eines Lego-Smartphones, in dem sich alle Teile – vom Bildschirm bis zum Prozessor – austauschen lassen.Ein Handy zum Selberbauen „Phonebloks“ (2057419)

Das Video geht in den sozialen Netzwerken durch die Decke, innerhalb von 48 Stunden hat es Millionen Abrufe. Auch Dan Makoski, Lead-Designer bei Motorolas ATAP-Team (Advanced Technology and Projects), schaut sich den Clip an – und er traut seinen Augen kaum. Sein Team arbeitet seit einem Jahr unter strikter Geheimhaltung an einem ähnlichen Gerät.

Plötzlich steht er unter Druck: Geht er an die Öffentlichkeit oder hält er lieber die Füße still? Doch sieht er dann nicht wie ein dreister Ideendieb aus? 48 Tage später lässt Motorola schließlich die Katze aus dem Sack und stellt Project Ara vor. „Gäbe es Dave Hakkens virales Video nicht“, sagt Makoski im Gespräch mit „Venturebeat“, „hätten wir Ara mindestens ein Jahr später angekündigt.“

Das Gegenteil von Apple

Makoski prägt das Ara-Projekt wie wenige andere. Der Goldstandard der Smartphone-Branche war für ihn immer das iPhone. „Ich liebe Apples Design, aber die Maker-Bewegung zeigte, dass es auch ein anderes Modell gibt. Apple will das perfekte Objekt erschaffen. Für mich ist es der ultimative Ausdruck von Henry Fords Vision, ein Objekt eine Million Mal perfekt zu bauen“, erklärt Makoski. „Aber meine Frage ist: Was, wenn wir exakt das Gegenteil tun?“

Motorolas damaliger Chef Dennis Woodside ist allerdings nicht begeistert von Project Ara. „Er sagte ‚Ja, cool Leute, das ist interessant. Aber ihr wisst, dass dieses Maker-Zeug eine Nische ist. Niemand wird sich dafür interessieren“, so Makoski.Hier kommt das Lego-Handy Motorolas Projekt „Ara“ (2067717)

Als Google Motorola im August 2011 für 12,5 Milliarden US-Dollar übernimmt, weht ein anderer Wind im Konzern. Die Aufmerksamkeit des Entwicklungs-Teams verlagert sich deshalb auf das Moto X. Iqbal Arshad, der eine leitende Position in Motorolas Ingenieurs-Team innehatte, sagt: „Ich habe keine Zeit für dieses verrückte Modular-Ding. Das ist architektonischer Wahnsinn.“

Visionär gestartet, im Alltag durchgefallen

Doch dann veröffentlicht Hakkens das Phonebloks-Video, und das Netz dreht durch. Zahlreiche Firmen melden sich bei dem Niederländer, unter anderem Google. Von Rotterdam aus fliegt Hakken zum Motorola-Campus in Sunnyvale. Der Suchmaschinenriese versucht ihn anzuheuern, doch er will unabhängig bleiben. Am Ende einigen sie sich darauf, dass Hakken als Botschafter für das Bastel-Smartphone fungiert.

Die nächste Wende kommt 2014, als Google Motorola an den chinesischen Hersteller Lenovo verkauft. Die ATAP-Labors, in denen Ara entwickelt wird, behält der Konzern aber für sich. Der Plan: Das Basispaket des Ara-Phones soll gerade einmal 50 US-Dollar kosten und damit für Menschen in Entwicklungsländern erschwinglich sein. Premium-Modelle mit schnelleren Prozessoren und besseren Kameras wären für einen Aufpreis erhältlich gewesen. Angepeilt wurde ein Marktstart im Februar 2015.Ara-Voting

Makoski verlässt nach nur zwei Jahren das ATAP-Labor. Die Entwicklung läuft aber auch ohne ihn vielversprechend weiter, auch wenn der Zeitplan nicht mehr zu halten ist. Im Oktober 2014 wird der erste funktionierende Prototyp gezeigt, im Januar 2015 die ersten Module. Doch dann tauchen immer mehr Probleme auf: Die Magnete, welche die Module an ihrem Platz halten sollen, sind nicht stark genug, und die Verhandlungen mit Partnern kommen ins Stocken. Dennoch wird ein kommerzielles Pilotprojekt in Puerto Rico geplant.

Doch es kommt, wie es kommen musste: Viele Probleme lassen sich nicht beheben, der Test wird abgeblasen. Der Ara-Release wird auf 2016 verschoben. Im Juni 2015 geht ein weiterer Chef von Bord. „Ich erinnere mich, dass Phonebloks als 10-Jahres-Vision geplant war“, sagt Hakkens gegenüber „Venture Beat“. „Und dann kam Google und verkündete ‚Okay, wir machen es in zwei Jahren‘. Das war viel zu ambitioniert.“Whatsapp Tricks_11.40

Neuanfang als Premium-Phone

Die Vision vom 50-Dollar-Smartphone war am Alltag gescheitert. Unter der neuen Leitung peilt man nun das andere Extrem an: Ara soll ein Highend-Phone werden und zeigen, zu was ein Smartphone imstande ist. Man erträumt sich ein Business, wie es Apples App Store ermöglicht hat – von spezialisierten, nachrüstbaren Kameras bis hin zu Premium-Lautsprechern.

Eine besonders ungewöhnliche Idee ist die einer Technologieagentur, die ein Modul entwickeln will, in dem ein winziges Aquarium mit lebenden Mikroorganismen und Mikroskop verbaut ist, durch das man per App hindurchschauen kann. Google ist angetan von der Idee, und die Begeisterung elektrisiert das Ara-Team. Es gibt immer mehr Neuzugänge. Es scheint, als würde es im zweiten Anlauf klappen.

Ara scheitert endgültig

Auf das Hoch folgt das nächste Tief. Die beiden Google-Gründer Larry Page und Sergej Brin erschaffen den Mutterkonzern Alphabet und strukturieren das Unternehmen neu. Sundar Pichai übernimmt das Ruder bei Google, ihm untersteht das ATAP-Labor und damit Project Ara. Um weitere Rückschläge wie die gescheiterten Projekte Google Glass und Nexus Q zu verhindern, wird Motorola-Chef Rick Osterloh als neuer Leiter installiert.

Und man will den großen Knall. Ara soll der Star der Entwicklermesse Google I/O im Sommer 2016 werden. Doch im April wird Regina Dugan, Leiterin der Motorola-Abteilung für innovative Forschung, überraschend von Facebook abgeworben. Damit fehlt nicht nur viel Expertise, sondern auch ein bekennender Fürsprecher des Ara-Projekts. Am Ende wird das Selberbau-Telefon nicht wie geplant auf der I/O gezeigt.

Das Klima verschlechtert sich zunehmend: LG setzte bei seinem Flaggschiff-Smartphone G5 ebenfalls auf austauschbare Module, doch bei den Kunden konnte das Konzept nicht punkten. Das G5 wird ein Flop. Zugleich wird die Auslieferung der Ara-Entwicklergeräte auf 2017 verschoben. Schließlich legt Osterloh das Projekt ganz auf Eis.

Ungewisse Zukunft

Die existierenden Prototypen sind weggesperrt, das Ara-Team arbeitet längst an anderen Projekten. Die Zukunft ist ungewiss. Vielleicht verkauft Google eines Tages die Ara-Lizenz an einen anderen Hersteller, doch spruchreife Pläne gibt es noch nicht.Nicky-Wlan-Klo_14.40

Smartphone-Gerüchte: Galaxy S8: Die offizielle Schutzhülle taucht auf – und bestätigt Gerüchte

Alle Hoffnung liegt bei Samsung aktuell auf dem Galaxy S8. Das Galaxy Note 7 sollte Samsungs Smartphone-Highlight des letzten Jahres werden, mittlerweile hat sich dieser Traum wortwörtlich in Rauch aufgelöst. Zum Glück haben die Koreaner 2017 wohl ein echtes Ass im Ärmel. Wir fassen für Sie zusammen, warum das Galaxy S8 Hit-Potenzial hat.

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Galaxy S8: Mut beim Design

Nach dem tollen Galaxy S6 und seiner schicken Edge-Variante war Samsung letztes Jahr auf Nummer sicher gegangen: Sowohl das Galaxy S7 (hier bei uns im Test), als auch das Note 7 waren in erster Linie aufgebohrte Varianten der sehr guten Vorgänger. Beim S8 wird Samsung wohl wieder etwas mutiger.

Das fängt schon bei der Optik an. Dem Bericht einer südkoreanischen Zeitung zufolge wird das S8 deutlich anders aussehen als seine Vorgänger – zumindest auf der Vorderseite. Das Display soll demnach bis zum unteren Rand des Gerätes reichen, der Fingerabdruck-Sensor direkt im Display verbaut werden. So soll mehr Platz für Bilder und Videos entstehen. Zudem soll wie beim iPhone 7 der Klinkenstecker vesrchwinden.

Galaxy S8: 4K und Edge für alle

Damit die noch besser aussehen, könnte Samsung auf ein 4K-Display zu setzen. Die extrem hohe Auflösung mag auf den ersten Blick überdimensioniert wirken, für Virtual Reality bietet es aber einen echten Mehrwert. Mit der Gear VR hat Samsung eine eigene Brille im Angebot, in die nur das Smartphone eingeschoben wird. Aktuelle Gerüchte deuten trotzdem auf ein 2K-Display hin.

Ein eigenes Edge-Modell soll es beim S8 nicht mehr geben: Die markante, abgerundete Display-Kante wird zum Standard, gestrichen wird das Modell mit klassisch flachen Display. Zwei Varianten will Samsung zwar weiter anbieten, die sollen sich aber nur in der Bildschirm-Diagonale unterscheiden.

Zum übrigen Design ist bisher wenig bekannt. Samsung könnte weiter auf die Kombination aus Metallrahmen und Glasrückseite setzen, vielleicht werden aber auch andere Materialien verbaut. Im letzten Jahr hatte Samsung sich ein klappbares Smartphone-Display patentieren lassen, das dürfte aber wohl eher nicht zum Einsatz kommen. Samsung wird nicht bei seinem wichtigsten Zugpferd auf solch abgefahrene Experimente setzen.Fotostrecke-iphone7Galaxy_10.40

Galaxy S8: Mächtig Power und doppelte Knipse

Unter der Haube soll Samsung wieder auf zwei unterschiedliche Prozessoren setzen, einen selbstentwickelten Exynos-Chip und den noch nicht vorgestellten Snapdragon 835 von Qualcomm. In Benchmarks sind zuletzt extrem schnelle, nicht identifizierte Smartphones aufgetaucht. Gut möglich, dass es sich bei einem schon um das S8 handelt.

Und Samsung könnte endlich mit der Konkurrenz gleichziehen – und eine Doppelkamera verbauen. Erste Teile dafür soll der Konzern schon geordert haben. Was die doppelte Knipse genau kann, weiß man aber noch nicht. Bisher brachten Dual-Kameras höchst unterschiedliche Features: LG hatte auf Weitwinkel-Bilder gesetzt, Huawei beim P9 auf eine zusätzliche Schwarz-Weiß-Kamera. Erst Apple holte mit dem optischen Zoom beim iPhone 7 Plus aber wirklich etwas aus dem Potenzial der Doppel-Linsen. Einziges weiteres gemunkeltes Detail zur Kamera: Samsung soll auf einen geradezu riesigen Bild-Sensor setzen, das S8 könnte also besonders gute Fotos bei schlechtem Licht schießen.

Weitere Features

Wie das Note 7 soll nun auch das Galaxy S8 auf den aktuellen USB-C-Standard wechseln. Ob auch die Schnelllade-Funktion Quick-Charge an Bord ist, wird spannend. Ebenfalls aus dem Note 7 soll der Iris-Scanner den Sprung aufs S8 schaffen. Mit ihm kann man das Smartphone einfach mit dem Auge freischalten.

Gerichtsurteil: US-Behörden dürfen auf Daten von Google-Kunden zugreifen

Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit haben ein Email-Konto bei Google. Bislang konnten die Nutzer darauf vertrauen, dass ihr elektronischer Schriftverkehr sowie ihre Daten nicht an Dritte weitergegeben werden durften. Am Freitag jedoch hat ein Gericht in Philadelphia entschieden, dass der Internetriese auf Servern außerhalb der USA gespeicherte Mails seiner Kunden an US-Behörden herausgeben muss. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Wie der zuständige Richter Thomas Rueter entschied, stelle die Weitergabe keine „bedeutsame Beeinträchtigung“ des Eigentumsinteresses der Accountinhaber dar. „Auch wenn die Abfrage elektronisch gespeicherter Daten durch Google in Datenzentren rund um die Welt ein Potential für Privatsphäre-Verletzungen hat, findet die eigentliche Verletzung der Privatspähre zum Zeitpunkt der Übergabe in den USA statt“, hieß es im Urteil Rueters.

Google will Berufung einlegen

Google Sprachsuche 18.05Google selbst kritisierte die Entscheidung und kündigte an, in Berufung gehen zu wollen. Zudem erklärte der Konzern, man verteile die Daten aus technischen Gründen auf verschiedene Server. Es sei daher auch mitunter nicht klar, wo einzelne Mails gespeichert seien.

Tatsächlich steht das nun gefällte Urteil im Widerspruch zu einer Entscheidung eines New Yorker Berufungsgericht, das das Unternehmen Microsoft im Juli 2016 von der Pflicht entband, auf einem Server in Dublin gespeicherte Mails eines MSN.com-Accounts auszuhändigen. Dies hatte die Regierung von Ex-US-Präsident Barack Obama damals verlangt.

Google muss persönliche Daten … Urteil des EuGH (2110392)

Prozess gegen Facebook: Von einem, der ein Selfie mit Merkel macht – und als Terrorist verleumdet wird

„Obdachlosen angezündet – Merkel machte 2015 Selfie mit einem der Täter!“, verkündet der Facebook-Post in fetter weißer Schrift auf schwarzem Untergrund. Der Fall erregte Ende vergangenen Jahres die Gemüter: In einem Berliner U-Bahnhof hatten zunächst Unbekannte in der Nacht zum Ersten Weihnachtstag einen schlafenden Wohnungslosen in Brand gesetzt. Nur das Eingreifen Umstehender verhinderte Schlimmeres. Die Polizei veröffentlichte kurz nach der Tat Überwachungskamera-Bilder von mehreren jungen Verdächtigen. Ein Nutzer stellte die Fahndungsfotos auch auf Facebook. Er nahm sie und kreiste einen der jungen Männer ein. Daneben setzte er ein Selfie von Anis M. mit der Kanzlerin – und die obige Schlagzeile.

15-Bundesregierung will Soziale Netzwerke stärker an die Kandare nehmen-5282873497001Die Behauptung, der syrische Flüchtling Anis M. sei einer der Täter von Berlin gewesen, war eine Lüge. Ein anderer User behauptete, Anis M. sei der Weihnachtsmarkt-Attentäter von Berlin. Auch das war schlicht falsch – außer demselben Vornamen teilt er nichts mit dem Terroristen Anis Amri. Beide Posts wurden hunderte Male geteilt.

Wie können sich Nutzer gegen Verleumdungen auf Facebook wehren?

Dagegen wehrt sich Anis M. nun. Vor dem Landgericht Würzburg hat er einen Antrag auf eine einstweilige Verfügung eingereicht, die Facebook zwingen soll, die falschen Posts zu löschen. „Ich möchte gerne den Beweis antreten, dass sich Opfer von Fake News mit den Mitteln der Justiz auch erfolgreich gegen Facebook und andere Nutzer zur Wehr setzen können“, sagt sein Würzburger Anwalt Chan-jo Jun.

Facebook sagt, man habe die Posts schon gelöscht. „Wir haben bereits schnell den Zugriff auf Inhalte gesperrt, die von Herrn M.s Anwalt korrekt an uns gemeldet wurden“, erklärt ein Sprecher. „Deshalb glauben wir nicht, dass ein Rechtsstreit hier notwendig ist.“ Dass das soziale Netzwerk die ursprünglichen zwei Posts löschte, reicht Jun und Anis M. aber nicht: Facebook soll auch alle Einträge löschen, in denen andere Nutzer die falschen Behauptungen geteilt haben. Sie sollen auf Facebook nicht mehr auffindbar sein.

In dem Prozess klagt Anis M. als Einzelner, weil er der Meinung ist, dass seine individuellen Persönlichkeitsrechte verletzt werden. In der Politik entbrannte dementgegen in den letzten Wochen eine Debatte über den generellen Umgang mit Fake News. Die Bundesregierung hatte angekündigt, stärker gegen Falschmeldungen vorgehen zu wollen. Wie Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte, sollen soziale Netzwerke dazu verpflichtet werden, binnen 24 Stunden auf Beschwerden zu reagieren. Der Digitalverband Bitkom hatte diesen Plan zurückgewiesen: Angesichts von bis zu einer Milliarde Posts pro Tag sei eine solche Pflicht „operativ schlechterdings nicht umsetzbar“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

Angst vor Zensur

Eine Pflicht, Fake News zu löschen, würde zudem die Meinungsfreiheit massiv einschränken, fügte Rohleder hinzu. Eine Löschpflicht würde einen „dauerhaften Zensurmechanismus“ installieren. „Wollen wir das? Wahrscheinlich nicht.“

Obwohl die Würzburger Richter konkret nur über den Fall Anis M. entscheiden, könnte das Urteil dennoch wegweisend sein – weil es zeigt, wozu Facebook bei der aktuell geltenden Rechtslage schon verpflichtet werden kann. „Es kann auch sein, dass wir nur demonstrieren, dass wir gegen Facebook nicht ankommen“, sagt Anwalt Jun. Aber dann wüsste man wenigstens, welche Gesetze die Politik ändern müsse.

Der 42-jährige Jun ist für Facebook kein Unbekannter. Das Verfahren am Montag in Würzburg ist die dritte Initiative, die der auf IT-Recht spezialisierte Anwalt gegen das Online-Netzwerk gestartet hat. Die Staatsanwaltschaft Hamburg stellte ein erstes Strafverfahren wegen Beihilfe zur Volksverhetzung gegen mehrere deutsche Facebook-Manager im Februar vergangenen Jahres ein. Eine zweite Strafanzeige, nun auch gegen Facebook-Chef Mark Zuckerberg persönlich, ist in München noch anhängig. Das Würzburger Verfahren ist nun der erste Zivilprozess.

16-So will Facebook die Nutzer vor faktenwidrigen Artikeln schützen-5250636588001

Achillesferse Parkplatz: Das autonome Auto kommt – aber ein Problem ist noch lange nicht gelöst

Wir befinden uns in einer merkwürdigen Zwischenzeit bei der Navigation: Die Autos wissen, wo’s lang geht – nach dem Parkplatz muss man aber weiter selbst Ausschau halten. Das ist nervig und kostet unnötig Zeit. Kein Wunder also, dass die Parkplatzsuche bei den Navi-Entwicklern ganz oben auf der To-Do-Liste steht.

Den ersten Schritt zu einer Lösung macht aktuell Google. In den USA kann die Kartenlösung Google Maps seit Kurzem verkünden, wie die Parkplatzsituation am Ziel ausfällt. Die passende Lücke muss man sich aber weiter selbst suchen. Denn der Schritt vom reinen Erfassen der Parkplatzlage zur exakten Navigation zu einer freien Lücke ist eine gewaltige Hürde.Tesla AR 15.00

Kommt bald der Durchbruch?

Wie genau Google die Situation erfasst, verrät der Konzern zwar nicht. Vermutlich macht man es aber wie bei den Stauwarnungen und berechnet die Wahrscheinlichkeit auf Grundlage älterer Daten. Google wertet also einfach aus, wie oft Leute an dieser Stelle im Kreis herumfahren und einen freien Platz suchen.

Natürlich ist Google mit dieser Idee nicht alleine. Auch Navi-Hersteller basteln bereits an einer Parkplatz-Suche, wie Tomtom-Manager Andreas Erwig dem stern verriet. Die niederländische Navi-Größe verhandelt deshalb aktuell mit den großen deutschen Autoherstellern – und die haben reges Interesse. Bis die Technologie marktfertig in Autos landet, dürfte es aber noch mindestens ein paar Monate dauern.GoogleCar 23.22h

So funktioniert die Parkplatz-Suche

Im Gegensatz zu Google verrät Tomtom, wie die Technik funktioniert – und wo die Probleme liegen. „Die Parkplatz-Situation wird über mehrere Ebenen gemessen. Als erstes sind da die historischen Daten: Wie lange suchen die Leute in der Regel um diese Zeit an diesem Ort? Dann kommt eine Live-Betrachtung der Fahrzeuge, die dort aktuell unterwegs sind, zur Verfeinerung hinzu“, so Tomtom-Manager Erwig. Die suchenden Fahrzeuge seien meist gut zu erkennen: Sie fahren schlicht langsamer als der sonst flotte Verkehr. Und im schlimmsten Fall drehen sie Runden. Google dürfte ähnlich vorgehen.

Ein Problem dieses Ansatzes: Private Parkplätze sind schwer von öffentlichen zu unterscheiden. Wenn Mitarbeiter und Anwohner extrem kurz suchen müssen, heißt das nicht, dass jeder dort eine gute Parksituation vorfindet. „In Zukunft sollen deshalb auch Daten der Kommunen einbezogen werden“, erklärte Erwig dem stern. Die Kommunen können etwa dabei helfen, einen Firmen- oder Schulparkplatz von einem öffentlichen zu unterscheiden. Einige bringen auch eigene Ideen ein.AutonomerLexus_GS450h_02

Digitale Kommunen

„Kassel ist etwa extrem innovativ. Dort wurden uns die Daten aus den Parkscheinautomaten angeboten, um einfließen zu lassen, wie oft und wie lange die kostenpflichtigen Parkplätze belegt sind.“ Auch, welche Plätze frei sind, könnte das Navi so natürlich zugefunkt bekommen. Diese Informationen bieten auch schon viele Parkhausbetreiber an.

Bis die Daten zu allen Orten vorliegen, könnte es aber noch eine Weile dauern. „Bei den Kommunen stoßen wir auf alle möglichen Reaktionen“, so Erwig. „Manche sind begeistert, dass sich endlich etwas tut, andere schlicht mit den technischen Möglichkeiten überfordert. Da ist schon eine große Kluft zwischen den digital schnellen Kommunen und denen, die hinterher sind.“Roboter Car 1125

„Live-Daten der Auto-Sensoren wird Google nie erhalten“

Der letzte Schritt ist ohnehin ein anderer: Am besten lassen sich Parkplätze durch die Sensoren der vorbeifahrenden Autos erkennen. Bosch baut Sensoren, die die Länge und Tiefe von Parklücken ausmessen – und dann berechnen, ob das Auto hineinpasst. Ein Navigationssystem könnte dadurch in Zukunft wissen, wo sich Parkplätze befinden und dann die Daten anderer Autos nutzen, um zu sehen, ob sie frei sind. Die dazu benötigten Mess-Daten können die Navigationsanbieter aber nicht selbst erheben, sie müssen von den Autoherstellern geliefert werden.

Tomtom sieht hier eine mächtige Chance gegenüber Google. „Live-Daten der Auto-Sensoren wird Google vermutlich nie erhalten. Zumindest nicht von deutschen Herstellern“, ist sich Erwig sicher. „Die haben zwar großes Interesse an dem Thema, sehen Google aber als Konkurrenten. Da könnten wir durch Kooperationen einen klaren Vorteil bekommen.“

Was ist mit der Privatsphäre?

Auch beim Thema Privatsphäre sieht er keinen gemeinsamen Nenner zwischen Google und Mercedes und Co.: „Die deutschen Hersteller wissen, dass in Bezug auf die Privatsphäre ein Vertrauensverhältnis zwischen den Autobesitzern und dem Hersteller herrschen muss. Google lebt dagegen davon, die Daten Personen zuzuordnen. Auch die technischen Details der Wagen wollen die Auto-Hersteller natürlich lieber nicht mit einem Konkurrenten teilen.“

Bei US-Herstellern kann das aber durchaus anders aussehen. Die Privatsphäre der Konsumenten spielt auf der anderen Seite des großen Teichs eine deutlich geringere Rolle, die Hersteller könnten geneigt sein, die Erfahrungen mit Google auszutauschen. Schließlich schaffte der Tech-Konzern bei der Entwicklung autonomer Autos schon beeindruckende Ergebnisse. Zudem bietet Google mit Android Auto ein Betriebssystem für Autos an, das schon jetzt rudimentären Zugang zu Auto-Daten wie Reifendruck und Tankanzeige hat. Weitere Sensoren könnten in Zukunft folgen. Android Auto wird übrigens auch von deutschen Herstellern wie Audi und Volkswagen in manchen Modellen eingesetzt, dient aktuell noch vor allem zur Steuerung von Multimedia-Funktionen wie Musik und Navigation.

Irgendwann erledigt sich das Problem von selbst

In Zukunft könnte sich das Parkplatz-Problem ohnehin weitgehend erledigen. Automatisch fahrende Autos könnten dann wie eine Mischung aus Car-Sharing, öffentlichem Nahverkehr und Taxen die Menschen bei Bedarf abholen und zum Ziel kutschieren. Einen Parkplatz brauchen sie dann eigentlich nur, wenn sie gerade mal nicht auf Tour sind. Doch auch, wenn wir ein autonom fahrendes Auto unser Eigen nennen, wird es uns dann einfach am Ziel herauslassen und sich seinen Parkplatz selbst suchen. Der „Fahrer“ muss sich jedenfalls keine Sorgen mehr darum machen. 

Soziale Netzwerke: So weit gehen Menschen, um mehr Likes abzustauben

Twittern, posten, liken, teilen – für viele Menschen sind soziale Netzwerke alltägliche Beschäftigung. Für manche stellt die digitale Anerkennung in Form von Likes dabei mit das Wichtigste dar. Doch wie weit würden Nutzer gehen, um für ihr Posting möglichst viele zu bekommen? Eine Studie des Softwareunternehmens Kaspersky zeigt, dass nur jeder Dritte sagt, die Anzahl an Likes interessiere ihn nicht, besonders Männer verzweifeln an ungemochten Beiträgen.

Robbie Williams gibt private EinblickeUm dem entgegenzuwirken, ist jeder Vierte von ihnen bereit, eine Meinung stärker zu vertreten, als gewöhnlich. Bei den Frauen sind es nur 17 Prozent, wie die Grafik von Statista zeigt. Männer posten außerdem eher Fotos von sich selbst oder Freunden unter Alkoholeinfluss als Frauen. Für die Studie wurden fast 17.000 Menschen ab 16 Jahren befragt, aus Deutschland nahmen 1.000 teil.