Smartphones: Google, Sony und HTC überholt: Nokias furioses Comeback

Als Apple 2007 mit der Vorstellung des iPhones den Siegeszug des Smartphones einläutete, thronte Nokia noch auf dem Gipfel seines Erfolges. Dann folgten zu späte und falsche Entscheidungen – und der rasante Absturz. Seit letztem Jahr ist Nokia wieder da. Im letzten Quartal konnte man sogar große Konkurrenten überrunden. Das verdankt der Konzern dem alten Glanz der Marke und einer durchdachten Strategie.

4,4 Millionen Smartphones konnte Nokia im letzten Jahr an den Kunden bringen, das berichten die Marktanalysten von Counterpoint. Das ist mehr als etablierte Smartphone-Hersteller wie Sony, HTC und Google umsetzen konnten. Damit erreicht Nokia aus dem Stand Platz 11 unter den Smartphone-Herstellern. Noch besser läuft es bei den klassischen Handys. 20,7 Millionen der sogenannten Feature Phones ohne Touchscreen konnte Nokia verkaufen – und krallt sich mit 15 Prozent Marktanteil sofort wieder den Handy-Thron. Rechnet man die beiden Sparten zusammen, ist Nokia demnach weltweit die Nummer 6 der Mobilfunk-Hersteller. Und das, obwohl die Marke noch vor Kurzem quasi tot war.Nokia 8 Test_13.15

Alte Stärken, neue Partner

Zu verdanken hat das Nokia seinem neuen Besitzer. Nachdem Microsoft die Marke schon kurz nach der Übernahme 2011 verschwinden ließ, trägt der neue Besitzer HMD Global das Nokia-Banner wieder mit Stolz. Kein Wunder: Die Führungsriege des 2015 gegründeten Unternehmens setzt sich weitgehend aus Nokia-Veteranen zusammen.

Vor allem schaffte es HMD beim Neustart aber, Nokias alte Stärken wiederzuerwecken und dabei die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden. Wie früher bei den Knochen bietet Nokia auch diesmal Geräte für jede Preisklasse, vom ganz billigen Nokia 3 bis zum edlen Nokia 8. Die neuen Smartphones sind durch die Bank toll verarbeitet, haben ein schickes Design. Während sich der Konzern in den Anfängen der Smartphone-Ära an das eigene System Symbian klammerte und dann mit Windows Mobile auf das falsche Pferd setzte, macht man diesen Fehler aber nun nicht mehr – und unterwirft sich dem klaren Marktführer Google.Life Hacks Wasserschaden Handy 11.00

Und das sogar mehr als andere Hersteller. Während viele noch an den Oberflächen herumschrauben, lässt Nokia weitgehend die Finger von Android, bietet fast das gleiche, pure System wie es auf Googles Smartphones der Pixel-Reihe läuft. Neben dem Fehlen meist nutzloser Zusatzapps hat das einen klaren Vorteil: Nokia liefert seit Sommer mit Abstand am schnellsten Sicherheits-Updates und neue Features. Meist schafft man es knappe zwei Wochen, nachdem Google die Software freigegeben hat. Andere Hersteller brauchen zum Teil Monate. Smartphones in der Preisklasse des Nokia 3, das gerade mal 120 Euro kostet, bekommen meist einfach gar keine Updates, bei Nokia wird sogar die Billigklasse schnell versorgt.Nokia 150 Test_9.40

Luft nach oben

Die Strategie scheint aufzugehen. Vor allem in Europa und Indien habe die Marke die größte Kraft, so Counterpoint. Letzteres ist besonders relevant. Indien hat den am schnellsten wachsenden Smartphone-Markt. Könnte sich Nokia hier ganz vorne platzieren, würde das auch die globale Position mächtig stärken. Noch stehen die Chancen gut: Anders als etwa in China konnten sich in Indien noch keine lokalen Konkurrenten den Markt sichern.

Luft nach oben ist noch allemal. HMD Global konzentriert sich mit Nokia vor allem auf die Märkte für Einsteiger-Smartphones, die allerdings am wenigsten Geld einbringen. In Europa kann man sich mit Geräten wie dem Nokia 3 wohl kaum durchsetzen, die schwache Kamera und die lahme Performance sind selbst den niedrigen Preis nicht wert. Auch das Spitzenmodell Nokia 8 kostet deutlich weniger als iPhone, Galaxy S8 und Co. – konnte im Test aber nicht voll überzeugen. Will Nokia irgendwann tatsächlich wieder ganz oben mitspielen, müssen die Mankos wie die recht schwachen Kameras dringend behoben werden. Für den Anfang läuft es aber schon mal sehr gut. Das war vor einem Jahr noch alles andere als klar.Nokia Superinternet 15.13

«Assassin’s Creed Origins»: Historische Entdeckungstour in Computerspiel-Kulisse

Computerspiele sind nicht nur für Gamer da – davon sind zumindest die Macher der erfolgreichen Serie «Assassin’s Creed» von Ubisoft überzeugt – und beschreiten neue Wege.

In der Folge «Assassin’s Creed Origins», das im alten Ägypten spielt, kann man jetzt auch abseits des Spielgeschehens auf Entdeckungstour gehen und auf diese Weise spannende Dinge über die Geschichte des Landes erfahren. «Von Beginn an hat die Assassin’s Creed-Marke zentrale Momente der Weltgeschichte erkundet, vom dritten Kreuzzug hin zur italienischen Renaissance, und nun das alte Ägypten», sagte Kreativ-Direktor Jean Guesdon. Mit der Entdeckungstour sei nun «ein Traum für uns wahr geworden». Der neue Lernmodus ermöglicht es, die Geschichte des alten Ägypten auf eigene Faust zu entdecken.

Die aktuelle Folge der Abenteuerspiel-Serie spielt im Ägypten zu Zeiten Kleopatras. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Assassinen, der gegen die Templer für Frieden und Freiheit kämpft. Die detailreich ausgestaltete Umgebung lässt sich teils auch frei erkunden. Bei der Entwicklung haben die Macher eng mit Historikern zusammengearbeitet.

«Wir sind sehr glücklich, dass unser Top-Management unser Projekt vollkommen unterstützt hat», sagt Guesdon. Die viele Arbeit, die die Entwickler in die Erschaffung des alten Ägyptens in dem Game gesteckt haben, sollte auch für so viele Menschen wie möglich erfahrbar werden.

Spieler und Geschichtsliebhaber können mit der Erweiterung in Alexandria, Memphis oder an den Gizeh-Pyramiden Kultur und Leben in der Ptolemäer-Zeit erkunden. Dutzende Touren wurden zusammen mit Historikern und Ägyptologen bis ins kleinste Detail entworfen. So erfährt man ohne spielerischen Zeitdruck und abseits eines Spieleverlaufs vieles über die Geschichte etwa von Bauwerken oder über den Alltag. So kann man zum Beispiel auch selbst wie die alten Ägypter Brot in irdenen Öfen backen.

Der Modus sei entwickelt worden, «damit Menschen mehr über die Geschichte des alten Ägypten lernen können, und zwar über eine interaktive Erfahrung, die durch ein Videospiel ermöglicht wird», sagt Guesdon. Die wissenschaftlichen Fakten über die Zeit zu vermitteln, sei dabei eine sehr spannende Aufgabe gewesen.

Das Ergebnis stößt auch in akademischen Kreisen auf Anerkennung: «Der Entdeckermodus stellt unter den digitalen Spielen für einen Unterhaltungsmarkt ein herausragendes Beispiel für den Umgang mit Geschichte dar», urteilt Angela Schwarz, Historikerin an der Universität Siegen. «Man könnte sagen, so viel Geschichte oder genauer so viel Inszenierung von Geschichte war nie», sagt die Professorin.

Nicht beabsichtigt sei es jedoch gewesen, dass die Touren einen Lehrer ersetzen sollten, betonen die Macher. Ein Vergleichstest mit Studenten habe aber gezeigt, dass die virtuellen Ausflüge gut als interaktive Ergänzung im Unterricht hilfreich seien. Das Entwickler-Team habe über die vergangenen Jahre zahlreiche Diskussionen mit Lehrern, Museen und Institutionen geführt, sagte Maxime Durand, der für die historische Korrektheit der Inhalte verantwortlich war. Das Team erhofft sich nun nach der Veröffentlichung der «Discovery Tour» weiteres Feedback und eine offene Diskussion mit Vertretern aus Schulen und Verwaltung.

Die Games-Branche stellt in Deutschland immer wieder das große Potenzial von Computerspielen über die Grenzen der Unterhaltung auch für Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur heraus. Zuletzt war die Bedeutung von Computerspielen in der Bildung Thema auf der Learntec, der Leitmesse für digitale Bildung in Karlsruhe.

Die Entdeckungstour gibt es seit Dienstag separat für PC oder über Spieleplattformen wie Steam für rund 20 Euro. Besitzer von «Assassin’s Creed Origins» können die die Tour als Erweiterung kostenlos herunterladen.

Aneinander vorbei gechattet: Was soll das denn heißen? Samsung löst endlich sein gigantisches Emoji-Problem

Das passende Emoji sagt oft mehr als tausend Worte. Emojis geben dem geschriebenen Wort Kontext, verstärken und weisen auf Untertöne wie Ironie hin. Und machen einfach Spaß. Doch für die Besitzer von Samsung-Smartphones sind Emojis ein echtes Minenfeld. Sie sehen teils völlig anders aus als beim iPhone oder anderen Android-Smartphones – und können so für mächtig Ärger sorgen.

Die Koreaner nutzen schon seit Jahren eigene Emojis, als „Samsung Experience“ bezeichnet. Wie wenig die seit Jahren zu den Emojis anderer Hersteller passen, sieht man erst im direkten Vergleich. Rollt ein iPhone– oder Android-Nutzer etwa mit den Augen, sieht ein Samsung-Nutzer ein verschmitztes Lächeln. Ein verschreckter Blick eines Samsung-Fans kommt beim Gegenüber als freudiges Sabbern an. Und aus einem breiten, falschen Grinsen wird bei Samsung ein wütendes Zähnefletschen. Da sind Missverständnisse vorprogrammiert.Unbenannt-2

Wie meint der das?

Diese Emojis benutzen Sie ganz… Wenn aus Beten ein High Five w… (2196676)Mit der neuen Version der Samsung Experience gibt der Konzern endlich nach. Die mit Android 8.0 auf dem Galaxy S8 verfügbare Version passt die Emojis deutlich an die der Konkurrenten an – und dürfte so endlich einige Missverständnisse aus der Welt schaffen. Warum vorher etwa dem erschreckten Emoji ein Geist aus dem Mund entfloh, weiß nur Samsung. Zusätzlich kommen nun endlich die bereits im Herbst auf Android und iPhone eingeführten Emojis bei Samsung-Smartphones an. Ob und wann andere Samsung-Smartphones auf das Update hoffen dürfen, ist noch nicht bekannt.

Wer ein älteres Samsung-Smartphone besitzt und gerne bei Whatsapp chattet, sei beruhigt: Der Messenger setzt wie Facebook und andere Apps schon seit einer Weile auf eigene Emoji. Die Missverständnisse in der beliebtesten Chat-App dürften sich also auch ohne Update in Grenzen halten.Tweet Emoji Emojis: Sie ahnen nie… 21.20h

Endlich offline: Hälfte der Deutschen will mehr auf das Internet verzichten

Das neue Jahr hat begonnen und für viele geht es nun an die Verwirklichung ihrer Vorsätze. Das heißt häufig: Weniger Stress, mehr Bewegung, weniger Zeit an Handy und Computer oder im Internet verbringen.

Letzteres, der sogenannte Digital Detox, also der bewusste Verzicht auf digitale Medien, spaltet die Deutschen. Laut einer aktuellen Umfrage des Branchenverbandes Bitkom haben vier von zehn Befragten (38 Prozent) kein Interesse am digitalen Fasten, wie die Grafik von Statista zeigt. 44 Prozent geben hingegen an, zumindest schon einmal für einige Stunden komplett auf digitale Medien verzichtet zu haben. Heißt: Handy zuhause lassen, Smartphone in den Flugmodus stellen oder einen ganzen Tag keine sozialen Netzwerke checken.

15 Prozent sind an dieser digitalen Enthaltsamkeit schon einmal gescheitert. Weitere elf Prozent haben den Digital Detox zwar noch nicht ausprobiert, haben allerdings den Vorsatz gefasst, dies 2018 zu ändern.

23-‚Die With me‘: Bei dieser App ’stirbt‘ man gemeinsam-21.00