
Apple hat für den 30. Oktober nach New York geladen. Die Firma zeigt dort wahrscheinlich die nächste Generation des iPads. Und sonst?
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Apple hat für den 30. Oktober nach New York geladen. Die Firma zeigt dort wahrscheinlich die nächste Generation des iPads. Und sonst?
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Smarte Haushaltsgeräte mögen zwar auf Zuruf funktionieren, ihre künstliche Intelligenz kommt aber von ganz woanders.
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Mit der „Tatorte“-App sehen Sie alle Polizeimeldungen aus Ihrer Region: von schlimmen Verbrechen bis zu eher skurrilen Einsätzen.
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Der IT-Branchenriese IBM hat die Übernahme des Softwareherstellers Red Hat angekündigt. IBM bietet demnach 190 US-Dollar je Aktie in bar und bewertet Red Hat so mit 34 Milliarden US-Dollar. Das teilten beide Unternehmen mit.
Am Freitag war die Red-Hat-Aktie bei 116,68 Dollar aus dem Handel gegangen, der Aufschlag liegt also bei fast zwei Drittel. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über die Übernahmeabsichten berichtet.
«Die Übernahme von Red Hat ist ein Game-Changer», sagte IBM-Chefin Ginni Rometty. «IBM wird der weltweite Nummer-Eins-Hybrid-Cloud-Anbieter.» Beim Cloud-Geschäft wird die Software vom Hersteller im Internet zur Verfügung gestellt und befindet sich nicht wie bei der Kaufsoftware auf den Rechnern der Kunden.
Das Cloud-Geschäft verzeichnet zwar bei vielen IT-Unternehmen starke Zuwächse. Allerdings sind die Gewinnmargen geringer als bei der Kaufsoftware. Zudem konkurrieren nicht nur die klassischen Unternehmen auf diesem Feld miteinander, auch ursprünglich aus anderen Bereichen stammende Firmen wie zum Beispiel Amazon mischen kräftig mit.
Der Erste Weltkrieg wird in Großbritannien immer noch „The Great War“ genannt, nicht der verheerendere Zweite Weltkrieg. Er gilt als die „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts. Denn das neue Jahrhundert wurde von den Folgen dieses Krieges überschattet. Aus seinen Trümmern erhoben sich zwei Personen, die die Zivilisation später bis in die Grundfesten erschütterten: Hitler und Stalin.
Im Jahr 1914, als der Krieg begann, ahnte niemand etwas von diesen Folgen. Man wusste nicht, dass der Erste Weltkrieg die Welt der Herrscherhäuser des 19. Jahrhunderts und die Vormachtstellung des Adels zertrümmern würde. Man dachte an einen Feldzug mit glorreichen Schlachten, die natürlich Verluste mit sich bringen würden, aber doch begrenzte Opfer in einer absehbaren Zeit fordern würden. Mützen schwenkend zogen die Soldaten in den Krieg. Die Deutschen mit absurden Pickelhauben im kaiserlichen Retrolook, die Franzosen in knallbunten Uniformen in den Nationalfarben.Peter-Jackson-Film führt in Schützengräben des Ersten Weltkriegs 20.12
Dann brachte der Krieg das Abschlachten im industriellen Maßstab nach Europa. Er brachte den Graben- und den Gaskrieg. Der Schneid der klassischen Sturmangriffe wurde im Feuer der Maschinengewehre zerstört. In jedem beteiligten Land hinterließ er eine „Lost Generation“. Eine Generation von Verlorenen, aus denen sich in Deutschland die Mitstreiter Adolf Hitlers rekrutierten.
Offen gibt der britische Kriegspremier David Lloyd George später zu, wie ahnungslos die politische Klasse gewesen sei. „Die Nationen schlitterten über den Rand in den brodelnden Hexenkessel des Krieges, ohne eine Spur von Besorgnis oder Bestürzung“, so seine Memoiren. Der Kriegspremier sieht die Schuld für den Krieg bei der Politik: „Die Welt war im Juli 1914 außergewöhnlich glücklos im Hinblick auf die Qualität ihrer Staatsmänner in diesem schrecklichen Notfall.“
Dieser Krieg traumatisierte einen ganzen Kontinent. Da die Regimenter ihre Soldaten damals in einer Region rekrutierten, gab es in Großbritannien Gegenden, in denen mehrere Jahrgänge der männlichen Schüler im Höllenofen der Sommeschlachten verschwanden. In der Literatur und Erinnerungen stößt man bis in die 60er Jahre auf die tiefe Trauer der wenigen Überlebenden.Die „dicke Bertha“, der „Rote … 100 Jahre Erster Weltkrieg (2127057)
Der Erste Weltkrieg wurde 1914 durch die Ermordung des österreichischen Erzherzogs Franz Ferdinand ausgelöst, vier Jahre später endete er. Kurz vorher triumphierten Deutschland und seine Verbündeten, die sogenannten Mittelmächte, noch einmal. 1917 unterzeichnete das revolutionäre Russland einen Waffenstillstand. Damit war der Zwei-Frontenkrieg zu Ende. Die Mittelmächte konnten sich auf den Westen konzentrieren. Der Waffenstillstand im Osten sollte es ihnen ermöglichen, große Truppenmenge dort abzuziehen und an die Westfront zu werfen. Es schien, als könnten die Mittelmächte doch noch den Krieg zu gewinnen.
Doch es blieb ihnen nur ein kleines Zeitfenster. US-Präsident Woodrow Wilson hatte Deutschland offiziell den Krieg erklärt. Die deutsche Heeresleitung wollte und musste eine Entscheidung schnell herbeiführen, bevor die ausgeruhten USA große Truppenkontingente nach Europa schaffen konnte.
Eine letzte schnelle Offensive sollte die Entscheidung erzwingen. Im Frühjahr 1918 traten die Deutschen mit einer Reihe von Offensiv-Operationen gegen die französischen und britischen Truppen an. Operation Michael hieß die größte dieser Offensiven. Sie trieb die Alliierten durch die Trümmerfelder der Sommeschlacht von 1916 zurück, bis kurz vor Paris. Dort wo die Deutschen schon 1914 standen.
Aber dann waren die deutschen Kräfte erschöpft. Trotz der Erfolge gelang es ihnen nicht, das „Loch“ in die gegnerische Front zu schlagen, von dem die deutsche Oberste Heeresleitung geträumt hatte. Die Truppe war erschöpft – die Soldaten konnten und wollten größtenteils nicht mehr. Ganze Truppenteile saßen Befehle aus. Kampfeswillige Einheiten wurden von der Masse der Soldaten als Streikbrecher und Kriegsverlängerer beschimpft. Die französischen und britischen Truppen hielten stand, sie warteten auf die Verstärkung der USA. Am 8. August 1918 begann ihre Hundert-Tage-Offensive – einer Reihe entscheidender Gegenangriffe, die die Deutschen zurücktrieben. Im Herbst 1918 waren Deutschland und seine Verbündeten erschöpft. Die Armeen waren ausgeblutet besiegt. In der Heimat begannen die hungrigen Bürger zu rebellieren.babylon-kritik 18.30
Dennoch wollte die deutsche Kriegsmarinemarine am 24. Oktober in See stechen, um gegen die Briten zu kämpfen. Das war eine ganz und gar aussichtslose Aktion. Eine reine Geste, nach dem Motto: „Mit wehenden Fahnen untergehen“. So wollte die Admiralität die „Ehre“ wahren. Doch die Matrosen wollten für diese Ehre nicht den sicheren Tod gehen. Sie starteten eine Meuterei. In Kiel begannen die Unruhen, am 7. November rebellierten viele der großen Häfen gegen die deutsche Regierung. Die Truppe an der Front gehorchte nicht mehr, ganze Einheiten ließen sich gefangen nehmen und nun entglitt auch die Heimat der Führung. Die Revolution, die die deutsche Führung mit der Absicht Russland zu schwächen, gefördert hatte, war in Deutschland angekommen. Die Verbündeten erkannten die Ausweglosigkeit. Österreich-Ungarn unterzeichnete am 3. November den Waffenstillstand. Die Türkei hatte das Gleiche am 30. Oktober getan, Bulgarien hatte schon am 30. September aufgegeben.
Schließlich wandte sich Berlin mit einem Waffenstillstandsantrag an die Vereinigten Staaten, der am 11. November 1918 unterzeichnet wurde, um den Krieg zu beenden. Am 28. Juni 1919 unterzeichneten Großbritannien, die USA, Frankreich, Italien und Japan mit Deutschland den Vertrag von Versailles. Mit dem Vertrag wurden enorme finanzielle, territoriale und politische Zugeständnisse von Deutschland erzwungen, einschließlich des Verzichts auf den Kaiser und ungeheuren Reparationszahlungen. Sie enthielt auch eine Bestimmung, die verlangte, dass „Deutschland die Verantwortung Deutschlands und seiner Verbündeten für die Entstehung aller Verluste und Schäden“ während des Krieges übernimmt. Dazu wurde Deutschland nur ein kleines Heer ohne moderne Bewaffnung zugestanden.
In Deutschland schaffte die Generalität ein Propagandakunststück. Sie allein war verantwortlich für die Art und Weise wie der Krieg geführt und verloren wurde. Die Verantwortung dafür trug sie nicht, sie wurde den Politikern zugeschoben, die nach dem Zusammenbruch das Schlimmste verhindern wollten. Daraus entstand die „Dolchstoßlegende“, demnach sollte die Truppe im „Felde unbesiegt“ gewesen sein, nur die Revolte von Kommunisten und Anarchisten soll sie um den Sieg gebracht haben. Nichts war falscher als diese These und doch vergiftete sie das Leben in der kurzlebigen Weimarer Republik.Panzer WWI
Elf Menschen starben und sechs weitere wurden verletzt, als kurz nach Beginn des Sabbat-Gottesdienstes am Samstagmorgen ein Mann in die „Tree of Life“-Synagoge stürmte und das Feuer eröffnete. Der Täter war mit einem Sturmgewehr des Typs AR-15 und drei Pistolen bewaffnet. Die Polizei identifizierte ihn als den 46 Jahre alten Rechtsextremen Robert Bowers. Ein weiteres Massaker bei dem das Sturmgewehr AR-15 benutzt wurde. Auch in Aurora, Newtown, San Bernardino, Sutherland Springs und Las Vegas wurden mit dieser Waffe Unzählige erschossen. Das Blutbad, das ein 19-Jähriger an seiner ehemaligen Schule in Florida anrichtete, wurde mit dem AR-15-Gewehr verübt.
Das AR-15 ist eine Waffe des Hasses und der Gewalt: Aber: Wenn es eine „Waffe der Herzen“ in den USA gibt, ist es dieses kleine Sturmgewehr. Nach jedem Massaker werden die Waffenläden gestürmt – aus Angst, die Regierung könnte den Verkauf reglementieren. AR-15-Pic (2)
In den zivilen Bereich kam die Waffe erst sehr viel später. Als der ursprüngliche Patentschutz auslief, begannen mehrere Firmen billig Nachbauten und Varianten herzustellen. Die Waffengesetze in den USA führten dazu, dass die zivilen Modelle keine echten Vollautomaten mehr waren, jeder Schuss musste mit einem Fingertippen ausgelöst werden. Aber auch damit lässt sich eine hohe Schussfolge erzielen, wie zahllose Anschläge beweisen. Das stört die Waffenfans in den USA nicht. Im Gegenteil, sie fasziniert die AR-15 gerade wegen der direkten Abstammung vom Militärgewehr M16 – so wie jede Kalaschnikow vom Ruhm der AK-47 zehrt.
Hinzu kommt die Kombination von geringem Gewicht und der ungeheuren Zerstörungskraft. Im Gegensatz zu einem Gewehr ist die AR-15 handlich genug, um auch in Häusern und Räumen benutzt zu werden. Im Vergleich zu einem klassischen Revolver oder einer Pistole verfügt die AR-15 über eine weit größere effektive Reichweite, eine hohe Kadenz – also eine hohe Schussfrequenz – und ihre Munition ist schon in der Standardausführung besonders zerstörerisch.
In der Reklame wird betont, dass man so Haus und Wohnung schützen könne. In Wirklichkeit richten Kriminelle ungeheuren Schaden mit der Kriegswaffe an. „Wenn diese Geschosse mit hoher Mündungsgeschwindigkeit ein Organ treffen, ist es wahrscheinlicher, dass sie schwere oder tödliche Verletzungen zufügen, als Munition mit niedrigerer Mündungsgeschwindigkeit“, sagte Donald Jenkins, ein Unfallchirurg am University of Texas Health Science Center in San Antonio dem Sender „NBC News“. Der TV-Sender hat dem Siegeszug des Sturmgewehrs ein großes Feature gewidmet (America’s rifle: Why so many people love the AR-15, Jon Schuppe)
Versuche der Regierung, diese Art von Waffen zurückzudrängen, hatten kaum Erfolg. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington wurde die AR-15 zum Standard. „De-facto ist das heute unsere Standardwaffe“, sagte Evan Daire, Mitarbeiter einer Shooting-Anlage, dem Sender. „Ganz egal, was du vorhast, die AR-15 geht für alles.“
So wie Tempo für Taschentücher steht der Name AR-15 im US-Alltag inzwischen für eine ganze Gattung von Sturmgewehren – die sich in den Details unterscheiden, im Konzept aber alle ähnlich sind. Inzwischen ist jede fünfte verkaufte Waffe in den USA ein Sturmgewehr.FS AR-15
Der Erfolg der AR-15 beruht auch auf einer hierzulande wenig bekannten Besonderheit: Eine AR-15 kann individuell verändert werden. Mit wenigen Handgriffen kann man eine Waffe zerlegen und wieder zusammenbauen. Jedes einzelne Modul kann angepasst werden. Die Standardwaffe aus dem Regal ist so variabel wie ein Legobaukasten – selbst das Kaliber lässt sich variieren. Viele Leute kaufen gar keine fertige AR-15, sondern setzen ihr individuelles Modell zusammen.
Durch die bloße Feuerkraft versprechen Sturmgewehre in der Art der AR-15 Schutz in jeder Bedrohungssituation. In Waffenforen machen sich Ex-Soldaten über den Sturmgewehr-Wahn in der Heimat lustig. Da stößt man auf Marines, die erklären, ein sechsschüssiger Revolver und ein Kampfmesser genügten, um Haus und Familie zu schützen. Mit der AR-15 könnte sich aber – so das Versprechen der Waffenlobby – auch ein verängstigter, mittelprächtiger Schütze einer Gruppe von Angreifern erwehren. Nicht gesagt wird, dass auch ein Laie damit Dutzende von Opfern erschießen kann.Antisemitischer Attentäter tötet elf Menschen in Synagoge
Interview Waffenverkäufer_10.30NBC befragte auch die junge Megan Hill, eine typische Käuferin. Als sie über die Familienplanung nachdachte, entschied sie, dass eine Waffe zum Haushalt gehöre. Sie und ihr Mann sind keine Waffennarren, also wollten sie etwas Sicheres, Zuverlässiges und Vielseitiges zu einem vernünftigen Preis. Und landeten unweigerlich bei einem Sturmwehr. „Wir haben uns die AR-15 angesehen und sie hat alles geboten“, erklärte Hill, dem TV-Sender. „Man kann mit ihr gezielt schießen, sich schützen und auch jagen. Zum Glück mussten wir sie nicht zur Selbstverteidigung einsetzen. Aber es ist gut zu wissen, dass die AR-15 da ist, um meine Kinder und meine Familie zu schützen.“
Für Hill ist die Waffe im Schrank auch ein Symbol, aber nicht für die Toten der Massenmorde. Die junge Frau erklärte rundheraus: „Unsere Freiheit ist das, was uns als Nation stark macht. Die AR-15 repräsentiert diese Freiheit.“01 Prepper20Uhr
Das iPhone und Pixel-Smartphones könnten vom Grundgedanken verschiedener kaum sein. Während Apple von Hardware-Verkäufen lebt, denkt Google vor allem in Software. Entsprechend wird das iPhone-System iOS als Teil der Hardware-Erfahrung gesehen, Google denkt dagegen anders herum und baut das Smartphone als passendes Gehäuse für seine Software-Kniffe. Dass auch bei diesem Ansatz starke Geräte herauskommen können, zeigt das neue Google Pixel 3 XL.
Trotz des Software-Fokus ist es gleich auf den ersten Blick als Premium-Gerät zu erkennen. Bei den Vorgängern war das trotz des hohen Preises noch nicht im selben Maße der Fall. Die Kombination aus Glas, Metall und der griffigen Gummi-ähnlichen Rückseite sieht schick aus und fühlt sich edel an. Die Verarbeitung ist tadellos.
Und auch das Display kann diesmal voll überzeugen. Nachdem unser Testgerät des Vorgängers noch an einem Blaustich litt, ist der Bildschirm beim Nachfolger ein echter Hingucker. Vor allem, weil der Rand auf ein Minimum geschrumpft ist. Das Display wächst damit auf 6,3 Zoll. Oben ist die von anderen Geräten bekannte Display Aussparung, Notch genannt. Die ist beim Pixel 3 XL etwas größer als bei den Konkurrenten, weil gleich zwei Kameras und ein besonders großer (und überraschend gut klingender) Lautsprecher drin steckt. Wie bei anderen Modellen hat man sich aber nach kurzer Zeit daran gewöhnt. Wer den Look nicht mag, schaltet die Notch in den Einstellungen ab. Dann wird das Display daneben abgestellt wird und am oberen Rand ist einfach nur ein Balken zu sehen.IMG_3530
Unter der Haube steckt Premium-Stangenware: Der Snapdragon 845 ist aktuell immer noch der schnellste frei verfügbare Smartphone-Chip, dazu gibt es 4 GB Arbeits- und zwischen 64 oder 128 GB Datenspeicher.
Die technischen Daten im Überblick:
Damit ist es ausreichend für den echten Star bestückt: die Software. Die sorgt an allen möglichen Stellen für clevere Tricks, etwa indem man dem überall verfügbaren Google Assistant einfach per Chat befiehlt, einen Termin zu erstellen und der dann im Kalender landet. Die Kamera erkennt dank der Funktion Google Lense Objekte, kann Texte live kopieren und übersetzen. Der spannendste Nutzen der dahinter liegenden künstlichen Intelligenz dürfte für viele aber ein anderer sein: die smarte Kamera schießt auch enorm starke Fotos.IMG_3546
Denn Google hat seinen Kamera-Ansatz – ordentliche Hardware mit starker KI-Unterstützung – beim Pixel 3 XL noch weiter ausgebaut. Mit vollem Erfolg. Drückt man mit der Weitwinkel-Kamera mit f1,8-Blende und 12,2 MP Auflösung auf den Auslöser, ist das Bild in einem Sekunden-Bruchteil eingefangen. Die Magie kann man sehen, wenn man das Bild sofort öffnet: Das zunächst ganz gewöhnlich aussehende Bild wird in den Sekunden nach der Aufnahme per KI massiv nachbearbeitet – und gewinnt danach deutlich an Kontrast, Farben und Schärfe. Der Trick: Das Pixel schießt gleich mehrere Bilder und baut sie zu einem zusammen.iPhone XS max Test 12.00
Diese KI-Bearbeitung hatte Google schon bei seinen letzten Smartphones geboten, beim Pixel 3 XL funktioniert sie noch einmal besser. Bei gutem Licht knipst es schlicht tolle Fotos. Wirklich glänzen kann es aber bei schlechter Beleuchtung und Gegenlicht. Dann kann das Pixel mit seiner KI-gestützten Nachbearbeitung starke Details herausarbeiten. Einziges Manko ist der teilweise etwas unrealistische Himmel bei Dunkelheit. Er wirkt oft etwas zu stark aufgehellt.Pixel3Nacht
Auf eine Doppelkamera auf der Rückseite verzichtet Google. Den vom iPhone oder Galaxy-Smartphones bekannten Porträt-Modus kann es mit Software-Tricks hervorragend simulieren. Für die fehlende Zoom-Funktion ohne Doppellinse hat sich Google eine clevere Alternative einfallen lassen: Zoomt man per Software mit der Kamera, nutzt diese das Zittern der Hände, um sich dadurch aus minimal verändernden Blickwinkeln Details einzufangen und dann ins Bild zu rechnen. So wirken die Bilder deutlich detailreicher als beim klassischen Digital-Zoom.
Auf der Vorderseite gibt es dann aber doch zwei Kameras. Dadurch kann man bei Selfies zwischen drei Aufnahmewinkeln entscheiden, vom Detailbild über die klassische Selfie-Perspektive bis zum Weitwinkel-Foto, auf dem auch eine größere Freundes-Gruppe oder die Sehenswürdigkeit im Hintergrund Platz findet. Der Selfie-Stick kann Zuhause bleiben.Pixel 3 tag
Die wahre Stärke der Software-Unterstützung ist allerdings, dass die Kamera im Laufe der Zeit noch besser werden kann. Das größte Ass behält Google etwa vorerst im Ärmel: Erst am 14. November soll der neue „Nachtsicht“-Modus erscheinen, der selbst bei schlechtesten Lichtbedingungen per simulierter Langzeitaufnahme in Sekunden brauchbare Fotos machen soll. Erste im Netz aufgetauchte Testaufnahmen versprechen geradezu eine Revolution der Lowlight-Fotografie.iPhone XR 12h
Allerdings hat Google nicht mehr denselben Vorsprung wie noch letztes Jahr. Auch die aktuellen iPhones und Android-Konkurrenten wie das Huawei Mate 20 setzen auf die KI-unterstützte Bilder – bei zusätzlich verbesserter Kamera-Hardware. Welches Smartphone tatsächlich die beste Knipse hat, wird der stern demnächst in einem direkten Vergleich testen.
Apple galt lange als der Maßstab für Hardware und Software aus einer Hand. Mit dem Pixel 3 XL zeigt Google, dass der Ansatz auch funktioniert, wenn man die Software zuerst denkt. Das Smartphone fühlt sich edel an, ist schick und leistungsfähig – und kann so den cleveren Software-Tricks den passenden Unterbau liefern.
Beim Pixel kann Google zeigen, wie man sich die KI-unterstützte Smartphone-Nutzung vorstellt. Sofort greifbar wird das bei den Fotos, die trotz der auf dem Papier etwas mauen Kamera wirklich überzeugen können. Ein echtes Manko dürfte für viele der Preis sein: Mit 950 Euro für die Version mit 64 GB Speicher ist es fast so teuer wie das iPhone XS (ab etwa 1050 Euro)11. Das Samsung Galaxy S9 bekommt man zum halben Preis, selbst das ebenfalls gerade erschienene Huawei Mate 20 Pro ist mit 128 GB Speicher für etwa 900 Euro zu bekommen.
Das Pixel 3 XL erscheint am 2. November in Deutschland. Der Preis liegt bei 950 Euro für 64 GB und 1050 Euro für 128 GB Speicher. Das technisch gleiche Pixel 3 mit 5,5-Zoll-Display kostet jeweils 100 Euro weniger.

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