Frag‘ nie das Internet: An diesem Bart ist Twitter schuld

Ein Mann ist ohne Bart ja bekanntlich nicht richtig angezogen. Entsprechend viele Gedanken verwenden Männer über die Form und Pflege ihrer Gesichtsbehaarung – und über allem steht die ganz prinzipielle Frage: Bart dranlassen oder doch abrasieren? Twitter-User „Coop“, offenbar kein besonders entscheidungsfreudiger Typ, wusste anscheinend auch nicht so recht, in welche Richtung sein Aussehen gehen sollte. Und überließ deshalb gleich den übrigen Twitter-Usern das letzte Wort in dieser Angelegenheit.

„Sollte ich mich rasieren?“, fragte er in einem Tweet und ließ seine Follower über die Umfragefunktion von Twitter mit „ja“ oder „nein“ abstimmen. Doch leider konnte Twitter in dieser Frage keine Einigkeit erzielen. Ganz im Gegenteil. Scoop steht anscheinend ein Vollbart genauso wie ein nacktes Gesicht. Und so kam es, wie es kommen musste: Exakt die Hälfte der User stimmte für „ja“, die andere Hälfte mit „nein“.

Dass es keine gute Idee ist, das Internet arglos zu fragen, mussten schon andere erfahren. Nun hätte das ganze Experiment an dieser Stelle als gescheitert abgebrochen werden können – zumal die 22 Stimmen nicht gerade als repräsentativ gelten können. Aber unser Bartträger nahm die Anweisungen des Publikums sehr genau. Heraus kam dieser Style:

„Ihr habt es so gewollt“, kommentierte Coop das Bild. So richtig glücklich war er aber vor allem mit seiner unbehaarten Gesichtshälfte nicht: „Mein Gesicht fühlt sich so seltsam an ohne Haare“, twitterte er danach und: „Ich sehe ohne Bart aus wie ein Kind. Das ist furchtbar.“ Doch er hat getan, was das Internet wollte – und das Internet liebt ihn dafür.

Ein User kürte Coops Bild sogar zu seinem persönlichen „Tweet des Jahres“. „Wir brauchen diesen Mann in der Regierung – endlich jemand, der auf das Volk hört“, twitterte jemand. Mehrere Medien berichteten über die Aktion und verhalfen dem Amerikaner zu vorübergehender Bekanntheit. Die nutzt dieser übrigens gleich zu dem Tweet: „Hey Mädels, ich bin Single.“

Innerhalb weniger Tage hat Coop mit seiner Rasur einen echten Trend innerhalb von Twitter gesetzt. Etliche User folgten seinem Beispiel und rasierten sich ihren Vollbart ebenfalls zur Hälfte. Wer weiß, vielleicht ist das neue Männer-Style für das nächste Jahr.

Smartphone-Gerüchte: Galaxy S8: Kommt Samsungs Super-Smartphone erst im April?

Alle Hoffnung liegt bei Samsung aktuell auf dem Galaxy S8. Das Galaxy Note 7 sollte Samsungs Smartphone-Highlight des Jahres werden, mittlerweile hat sich dieser Traum wortwörtlich in Rauch aufgelöst. Zum Glück haben die Koreaner für das nächste Jahr wohl ein echtes Ass im Ärmel. Wir fassen für Sie zusammen, warum das Galaxy S8 Hit-Potenzial hat.

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Galaxy S8: Mut beim Design

Nach dem tollen Galaxy S6 und seiner schicken Edge-Variante war Samsung dieses Jahr auf Nummer sicher gegangen: Sowohl das Galaxy S7 (hier bei uns im Test), als auch das Note 7 waren in erster Linie aufgebohrte Varianten der sehr guten Vorgänger. Beim S8 wird Samsung wohl wieder etwas mutiger.

Das fängt schon bei der Optik an. Dem Bericht einer südkoreanischen Zeitung zufolge wird das S8 deutlich anders aussehen als seine Vorgänger – zumindest auf der Vorderseite. Das Display soll demnach bis zum unteren Rand des Gerätes reichen, der Fingerabdruck-Sensor direkt im Display verbaut werden. So soll mehr Platz für Bilder und Videos entstehen. Zudem soll wie beim iPhone 7 der Klinkenstecker vesrchwinden.

Galaxy S8: 4K und Edge für alle

Damit die noch besser aussehen, könnte Samsung auf ein 4K-Display zu setzen. Die extrem hohe Auflösung mag auf den ersten Blick überdimensioniert wirken, für Virtual Reality bietet es aber einen echten Mehrwert. Mit der Gear VR hat Samsung eine eigene Brille im Angebot, in die nur das Smartphone eingeschoben wird. Aktuelle Gerüchte deuten trotzdem auf ein 2K-Display hin.

Ein eigenes Edge-Modell soll es beim S8 nicht mehr geben: Die markante, abgerundete Display-Kante wird zum Standard, gestrichen wird das Modell mit klassisch flachen Display. Zwei Varianten will Samsung zwar weiter anbieten, die sollen sich aber nur in der Bildschirm-Diagonale unterscheiden.

Zum übrigen Design ist bisher wenig bekannt. Samsung könnte weiter auf die Kombination aus Metallrahmen und Glasrückseite setzen, vielleicht werden aber auch andere Materialien verbaut. Im letzten Jahr hatte Samsung sich ein klappbares Smartphone-Display patentieren lassen, das dürfte aber wohl eher nicht zum Einsatz kommen. Samsung wird nicht bei seinem wichtigsten Zugpferd auf solch abgefahrene Experimente setzen.Fotostrecke-iphone7Galaxy_10.40

Galaxy S8: Mächtig Power und doppelte Knipse

Unter der Haube soll Samsung wieder auf zwei unterschiedliche Prozessoren setzen, einen selbstentwickelten Exynos-Chip und den noch nicht vorgestellten Snapdragon 835 von Qualcomm. In Benchmarks sind zuletzt extrem schnelle, nicht identifizierte Smartphones aufgetaucht. Gut möglich, dass es sich bei einem schon um das S8 handelt.

Und Samsung könnte endlich mit der Konkurrenz gleichziehen – und eine Doppelkamera verbauen. Erste Teile dafür soll der Konzern schon geordert haben. Was die doppelte Knipse genau kann, weiß man aber noch nicht. Bisher brachten Dual-Kameras höchst unterschiedliche Features: LG hatte auf Weitwinkel-Bilder gesetzt, Huawei beim P9 auf eine zusätzliche Schwarz-Weiß-Kamera. Erst Apple holte mit dem optischen Zoom beim iPhone 7 Plus aber wirklich etwas aus dem Potenzial der Doppel-Linsen. Einziges weiteres gemunkeltes Detail zur Kamera: Samsung soll auf einen geradezu riesigen Bild-Sensor setzen, das S8 könnte also besonders gute Fotos bei schlechtem Licht schießen.

Weitere Features

Wie das Note 7 soll nun auch das Galaxy S8 auf den aktuellen USB-C-Standard wechseln. Ob auch die Schnelllade-Funktion Quick-Charge an Bord ist, wird spannend. Ebenfalls aus dem Note 7 soll der Iris-Scanner den Sprung aufs S8 schaffen. Mit ihm kann man das Smartphone einfach mit dem Auge freischalten.

Streaming: So wollen Amazon und Netflix die neue TV-Welt dominieren

„Winnetou“, „Frozen“, „Die Tribute von Panem“: Zu Weihnachten gaben die Fernsehsender noch einmal alles. Mit Hollywood-Blockbustern und aufwendigen Eigenproduktionen wurden Millionen Zuschauer vor die Mattscheibe gelockt. Doch nur selten ist das Fernsehprogramm so erstklassig wie in den letzten Wochen des Jahres, über weite Strecken dominieren Langeweile und Wiederholungen. Davon profitieren vor allem zwei Unternehmen: Netflix und Amazon. Deren Streamingdienste bieten exklusive Serien und Zigtausende Filme rund um die Uhr auf Abruf.

crown-kritik_15.10Wie sehr Streamingdienste auf dem Vormarsch sind, zeigt die jüngste Untersuchung von App Annie. Die Marktforscher haben sich die Entwicklung der Videostream-Apps in Europa zwischen September 2015 und August 2016 genauer angesehen. Das Ergebnis: Der Datenverbrauch hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt (700 statt 300 Petabyte). Und die Daten von Streaming-Playern (Apple TV, Fire TV Stick) und Smart-TVs sind hier nicht einmal enthalten. Da fast jeder neu verkaufte Fernseher internettauglich ist, dürfte der Zuwachs in Wahrheit noch einmal deutlich größer ausfallen.

Kein Wunder, dass sowohl Amazon als auch Netflix in diesem Jahr einen gewaltigen Schritt wagten: Beide Dienste sind mittlerweile in knapp 200 Ländern verfügbar. Die Herausforderung lag dabei nicht in der technischen Umsetzung, wie das Technikmagazin „Wired“ schreibt. Das größere Problem waren die Inhalte.

Das Problem mit den Filmrechten

Berühmt wurde Netflix mit Eigenproduktionen wie dem Polit-Thriller „House of Cards“ oder der Frauenknast-Dramedy „Orange Is The New Black“, Amazon heimste mit „Transparent“ mehrere Preise ein. Nur: Mit zwei, drei hochkarätigen Perlen können die Anbieter niemanden lange bei der Stange halten. Das Brot-und-Butter-Geschäft waren deshalb lange Zeit die fremdlizenzierten Inhalte anderer Studios und Sender.

Netflix-Serien 2017Bei zugekauften Filmen und Serien müssen sich die Streaminganbieter jedoch die Rechte für jeden einzelnen Markt sichern, was nicht nur enorm viel Zeit und Geld in Anspruch nimmt, sondern auch für Nutzer unbefriedigend ist. Ein aktuelles Beispiel ist der oscarprämierte Streifen „The Big Short“, den Netflix weltweit ausstrahlt – außer in Frankreich. Denn hier dürfen aktuelle Filme erst drei Jahre nach Kinostart bei Streamingportalen angeboten werden, schreibt „Wired“.

Eigenproduzierte Filme und Serien hingegen können zeitgleich in allen 200 Ländern angeboten werden, und zwar so lange man will. Das ist ein nicht zu vernachlässigender Punkt: Als Netflix im Jahr 2008 einen Deal mit Starz abschloss und sich somit Rechte für brandneue Filme von Sony und Disney sicherte, bescherte das dem Portal einen gewaltigen Popularitätsschub. Die Quittung kam vier Jahre später, als der Deal auslief und viele Filme quasi über Nacht aus dem Katalog verschwanden – und sich Netflix mit einem kleinen Nutzeraufstand konfrontiert sah.netflix amazon vote

Milliardeninvestition für den Erfolg

Um nicht alle paar Jahre erneut um Rechte pokern zu müssen, setzen Amazon und Netflix mittlerweile beide verstärkt auf Exklusivität. Amazon-Chef Jeff Bezos hat bereits angekündigt, das Budget für Eigenproduktionen zu verdreifachen, Netflix will allein im kommenden Jahr mehr als sechs Milliarden Dollar für seine „Originals“ ausgeben. Geplant sind derzeit mehr als 1000 Stunden neuer Inhalte. Sechs Milliarden Dollar – das klinge auf den ersten Blick viel, sei für globale Maßstäbe aber noch effizient, meint der TV-Analyst Tony Gunnarson im Gespräch mit „Wired“. „Insgesamt ist es günstiger, eine eigene Serie zu produzieren als sie sich zu kaufen.“

Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Besitzt man alle Rechte, kann man die Inhalte auch für die Offline-Nutzung anbieten. Amazon bietet diese Funktion schon lange, Netflix hat den Download-Modus erst vor einigen Wochen eingeführt. Damit ist es möglich, sich einzelne Filme oder Staffeln auf das Smartphone oder Tablet herunterzuladen und diese unterwegs ohne aktive Internetverbindung anzusehen. Vor allem in afrikanischen oder asiatischen Ländern, wo es zwar häufig schnelle Wlan-Netzwerke, aber nur unzureichend mobile Internetverbindungen gibt, ist der Offline-Modus sehr wichtig.Netflix Tricks 13.55

Ein Ziel, zwei Wege

Für die Streaminganbieter sind die eigenproduzierten Inhalte längst mehr als nur Aushängeschilder. „Du brauchst einzigartige Sendungen, die perfekt auf dein Zielpublikum, deine Marke zugeschnitten sind“, sagt Roy Price, Vice President der Amazon Studios. Um herauszufinden, was bei den Nutzern ankommt, gehen die beiden Streaming-Giganten unterschiedliche Wege.

Streaming Dienste Warentest 8.12Amazon veröffentlicht regelmäßig Piloten (erste Episoden einer Serie), anschließend können die Zuschauer in einem kurzen Fragebogen mitteilen, was ihnen gefallen hat und was nicht. Vielversprechende Titel werden dann auf eine ganze Staffel verlängert.

Netflix wiederum setzt auf seinen legendären Algorithmus, der jeden Klick der Nutzer detailliert auswertet. Insgesamt mit großem Erfolg: Der Algorithmus identifizierte etwa Adam Sandler als einen der beliebtesten Schauspieler auf Netflix. Anschließend verpflichtete man den Comedy-Star für vier exklusive Filme, was dem Anbieter jede Menge Hohn und Spott einbrachte.

Doch die Zahlen gaben dem Konzern am Ende recht: Das Erstlingswerk „Ridiculous 6“ wurde einer der erfolgreichsten Streaming-Filme. Doch nicht immer trifft Netflix den Geschmack der Kunden, die millionenschwere, mit viel Brimborium gestartete Historien-Serie „Marco Polo“ wurde etwa vor kurzem eingestellt.

Zukunftsfähige Technik

Damit Netflix und Amazon auch in Zukunft ganz oben mitmischen, verlassen sie sich nicht nur auf ihre Top-Serien und Kontakte in Hollywood. Es geht auch um Technik. Während einige deutsche Sendungen nicht einmal in Full-HD produziert werden, setzen Amazon und Netflix seit Jahren flächendeckend auf 4K und die HDR-Technologie, obwohl die entsprechenden Geräte hierzulande erst allmählich in den Wohnzimmern ankommen.

Fernseher_16.20„Es ist ungeheuer wichtig, dass sie sagen können, dass alle Inhalte 4K sind“, erklärt Gunnarson gegenüber „Wired“. „Es gibt ihnen auch wichtige Munition, um mit den Unterhaltungselektronik-Partnern ins Gespräch zu kommen.“ Das wiederum ist ein weiterer Schlüssel zum Erfolg: Beide Dienste sind auf beinahe jeder Plattform verfügbar – egal ob Fernseher, Konsole oder Smartphone.

Im kommenden Jahr werden sich beide Anbieter zudem noch stärker auf die lokalen Märkte konzentrieren. Amazon startet demnächst die Hacker-Serie „You Are Wanted“ mit Matthias Schweighöfer in der Hauptrolle – es ist die erste deutsche Originalserie des Online-Kaufhauses. „Dark“ wiederum ist die erste komplett in Deutschland gedrehte und produzierte Serie von Netflix, sie soll in der zweiten Jahreshälfte ausgestrahlt werden.Warentest Streaming-Boxen 10.33