Abschuss von vier Leopard-Panzern: Stählerne Särge – darum werden so viele Panzer in Syrien und Irak abgeschossen

Einst galt der Panzer als unüberwindbar, nur andere Panzer mit ihren mächtigen Kanonen konnten ihm gefährlich werden. In den Auseinandersetzungen in Syrien und im Irak werden die Kolosse nun in beträchtlicher Zahl abgeschossen. In den ersten Jahren des syrischen Bürgerkrieges verloren vor allem die Truppen von Präsident Assad Panzer durch amerikanische TOW-Raketen. Doch seit der Offensive der US-geführten Truppen auf Mossul und der Invasion der türkischen Truppen im Nordirak zeigt sich, wie verwundbar auch westliche Modelle sind. (Wir berichteten: „Türkei verliert drei Leopard 2 – erste Schlacht des deutschen Panzers wird zum Desaster“ und „Tödlicher Raketentreffer – so verwundbar sind die schweren Panzer„)

Leopard21-12

Nachdem in der Vorwoche drei Leopard 2A4 verlorengegangen sind, kam es am 21.12.2016 zum nächsten Desaster in der Nähe von Al-Bab. Diesmal griffen die Kämpfer des IS eine gepanzerte Gruppe der türkischen Truppen an. Auf einen Schlag schossen sie einen vierten Leopard, einen Schützenpanzer und einen gepanzerten Transporter ab. Woran liegt es?

Panzerabwehrwaffen

Die heute erfolgreich eingesetzten Anti-Panzer-Raketen unterscheiden sich gewaltig von den Waffen, wie sie vom zweiten Weltkrieg an benutzt wurden. Bazooka, Panzerfaust oder einfache Panzerbüchsen können nicht ins Ziel gesteuert werden, sie folgen der Flugbahn des Abschusses und haben nur eine geringe Reichweite. Der Schütze muss also relativ nah an seinem Ziel sein.

Wirklichen Erfolg als Panzerknacker haben in Syrien moderne Panzerabwehrraketen (anti-tank guided missile, kurz ATGM). Ihre Reichweite ist viel größer, der Gefechtskopf mächtiger und sie werden entweder aktiv ins Ziel gelenkt oder steuern es, einmal abgefeuert, selbstständig an.

Drahtgesteuerte Lenkwaffen

Die amerikanische TOW, die europäische Milan und russische Systeme wie die Korsun sind typisch für diesen Krieg. Sie werden jeweils von einem kleinen Startgestell aus abgefeuert, das Ziel muss während des Anfluges anvisiert werden und die Rakete wird mittels eines Drahtes in Ziel gelenkt. Starter und mehrere Raketen können von jedem Fahrzeug transportiert werden, aber ein einzelner Soldat kann sie nicht mehr tragen. Das Gewicht der TOW-Rakete liegt über 22 Kilogramm, ihre effektive Reichweite bei etwa 3,5 Kilometern.

Einfach ausgedrückt: Eine Rakete wie die TOW besitzt eine Zerstörungskraft wie die mächtige 8.8-Flak der ehemaligen Deutschen Wehrmacht, aber sie ist so klein, dass man sie in einem alten Golf transportieren und entsprechend leicht tarnen und verstecken kann. Die 8.8 wog mit Fahrgestell hingegen 7,5 Tonnen und war über sieben Meter lang.

Wirkungsweise des Sprengkopfes

Abwehrraketen versuchen nicht mit der Wucht des Aufpralls die Panzerung zu durchschlagen, sondern setzen Hohlladungen ein. Prallt die Ladung auf eine Panzerung, entsteht ein glühend heißer, gebündelter Strahl. Er schweißt sich einen Weg durch die Panzerplatten hindurch. 

So wollen Panzer sich schützen

Panzer versuchen, sich mit verschiedenen Methoden zu schützen. Die klassische Art ist eine dicke Panzerung: Sie ist aber nur bei einem schweren Kampfpanzer stark genug, um einer ATGM zu widerstehen. Andere gepanzerte Fahrzeuge (Panzerhaubitzen, Schützenpanzer, gepanzerte Mannschaftstransporter) besitzen so eine mächtige Panzerung nicht. Und auch bei einem klassischen Kampfpanzer ist meist nur die schräge Front vor einem Durchschlag geschützt. Seitliche oder rückwärtige Teile können diesen Raketen nicht standhalten. Moderne Kompositpanzerungen aus mehreren Materialen erhöhen allerdings die Schutzwirkung.

Um die tückischen Hohlbrandladungen abzuschütteln, werden Panzer mit einer Reaktivpanzerung versehen. Manchmal sind die Ladungen in einer Kompositpanzerung integriert.  Besser zu erkennen sind die kleinen Boxen, die außen am Panzer montiert werden. Trifft eine Rakete, schneidet sich ihr tödlicher Strahl durch die Box, dort löst er eine Explosion aus und wird durch sie umgelenkt. Neuere Abwehrraketen reagieren, in dem sie eine zweiteilige Ladung einsetzen.

Veraltete Panzer in Syrien und dem Irak

Leopard 16.22Die eingesetzten Kampfpanzer sind größtenteils veraltet. Auch wenn Baureihen wie der M1 Abrams oder der Leopard 2 in der Bundeswehr und der US-Army nach wie vor in Dienst sind, haben diese modernisierten Varianten außer dem Grundaufbau wenig mit den Panzer der irakischen, syrischen oder türkischen Streitkräfte zu tun. Diese befinden sich größtenteils noch auf dem Niveau, das zur Zeit des kalten Krieges herrschte. Sie haben eine veraltete Panzerung, häufig keine Reaktiv-Panzerung und erst recht keine aktiven Abwehrsysteme. Einzige Ausnahme scheint die kleine Zahl von T-90 Panzern zu sein, die Russland an Assads Elitetruppen lieferte.02 Panzer

Alte Raketen gegen alte Panzer

Bitter: Auch die Abwehrraketen sind nicht wirklich neu. Es handelt sich meist um Entwicklungen der 70er-Jahre. Daraus darf man schließen, auch ein Panzer wie der viel gerühmte Leopard 2A4 wäre, als er nagelneu war, von diesen Raketen geknackt worden. Es kam nur darum nicht dazu, weil der Panzer damals in kein echtes Gefecht rollte.

Statischer Einsatz macht Panzer verwundbar

Noch mehr als die alte Technik gefährdet die Art des Einsatzes die Panzerbesatzung. Ursprünglich wurden Panzer für Großkampflagen und Bewegungsgefechte konzipiert. Konzentrierte Panzerspitzen sollten mit Unterstützung anderer Waffengattungen feindliche Linien und Gruppen durchstoßen und zerstören, genauso viel Wert wie auf die Panzerung wurde auf Geschwindigkeit und Feuerkraft gelegt.

Im Irak und Syrien werden die Panzer hingegen als fahrbare Artillerie eingesetzt. Sie fahren hinter Wällen oder Hügeln auf und nehmen von dort aus Positionen des Gegners unter Feuer. Statisch positioniert werden sie selbst zum leichten Ziel, wenn sich Panzerabwehrgruppen des Gegners in ihrem Rücken befinden. Das weite Gelände, die vergleichsweise geringe Zahl an Soldaten und die hohe Reichweite der Panzerabwehrraketen machen Verluste fast unausweichlich, wenn die Feuerpositionen nicht extrem umsichtig gewählt werden.

Ergänzung: Der IS verbreitet Videos und Fotos, die einen eroberten türkischen Stützpunkt in der Nähe von Al-Bab zeigen. Neben türkischen Verlusten kann man erkennen, dass dem IS dabei ein Schützenpanzer türkischer Bauart und mehrere Leopard 2A4 in die Hände gefallen sind. Äußerlich sehen die Panzer unbeschädigt aus.

09-Drohnen-Video Aleppo 11.14

Fiese Attacke: Rache auf Twitter: Bild löst gezielt epileptischen Anfall aus

Es war eine ungewöhnliche Attacke: Als der als Autor für das Entertainment-Magazin „Vanity Fair“ und die Nachrichtenseite „Newsweek“ tätige Kurt Eichenwald seinen Twitter-Account öffnete, sah er nur ein stroboskopisches Bild, versehen mit dem Satz: „Du verdienst einen Anfall.“ Leider funktionierte die fiese Attacke: Der Journalist erlitt, wie vom Angreifer geplant, einen epileptischen Anfall. Jetzt jagt er gemeinsam mit Twitter nach dem Täter.

Der Angreifer machte sich die Tatsache zunutze, dass stroboskopische Lichter oder Bilder, die wirken, als würden sie flackern, bei Epileptikern Anfälle auslösen können. Eichenwald hatte in den Wochen zuvor regelmäßig kritisch über den designierten US-Präsidenten Donald Trump berichtet, „Vanity Fair“ war wegen eines Verrisses zu einem von Trumps Restaurants ins Visier seiner Anhänger geraten. Der Angreifer, der sich bei Twitter „Ari Goldstein“ nannte und unter dem Twitter-Namen „@jew_goldstein“ schrieb, scheint von Eichenwalds Erkrankung gewusst zu haben. Der Account ist mittlerweile gesperrt. Twitter gegen Hass

Bald könnte das FBI ermitteln

Der Kurznachrichtendienst hat sich bereit erklärt, Eichenwald zu helfen. Der hatte gemeinsam mit seinem Anwalt eine Antrag auf die Herausgabe der Daten gestellt, Twitter hat dem Antrag zugestimmt. Mit den so erlangten IP- und Mail-Adressen sollte es im nächsten Schritt möglich sein, über die Internetprovider an den Klarnamen des Täters zu kommen und dann Strafanzeige zu stellen. Die Polizei ermittelt bereits, sie prüft aktuell noch, ob es sich wegen der Überschreitung von Staatsgrenzen um einen Fall für die Bundespolizei FBI handelt.

Es war nicht die erste Epilepsie-Attacke gegen Eichenwald auf Twitter. Schon im Oktober hatte er von einem Trump-Unterstützer über den Dienst ein Video geschickt bekommen, das mit flackernden Stroboskop-Effekten für einen Anfall sorgen sollte, berichtete Eichenwald auf „Newsweek“. Damals hatte er aber Glück: Er hatte den Tweet mit dem iPad geöffnet und stand aufrecht. Bevor es zu einem Anfall kommen konnte, ließ er das Tablet einfach fallen.Twitter gegen Hass

Eichenwald will weg von Twitter

Eigentlich nutzte der Autor den Kurznachrichtendienst gerne. Seit der Attacke kündigte er an, in Zukunft darauf verzichten zu wollen. Seine Frau und er hätten zuviel Angst, dass es zu einem weiteren Angriff über ein solches Bild kommt. Er will den Account nur noch nutzen, um über seine Jagd auf den Täter zu berichten, dann will er Twitter den Rücken kehren.Diese fünf Twitter-Fehler soll… Sicheres Surfen (2169521)

Schneeschaufeln à la Bollywood: Kanadier verbreiten gute Laune – und werden zum Klickhit

Sie schaufeln Schnee und haben sichtlich Spaß dabei: Die drei Kanadier der Maritime Bhangra Group. Dass sie dann doch nicht so viel Schnee bewegen, sondern eher sich selber, fällt nicht ins Gewicht. Ihr Schneeschaufel-Tanz-Video ist ein Hit.

Apple TV und Fire TV im Test: Für späte Geschenke-Käufer: Diese Streaming-Boxen empfiehlt Stiftung Warentest

Ob Serien oder Spielfilme: Videostreaming hat für viele Menschen längst das klassische Fernsehen abgelöst – und den Kinobesuch gleich mit. Moderne Fernseher bringen zwar eigene Apps für Netflix und Co. mit, den meisten Komfort bieten aber nach wie vor Streaming-Boxen. Aber welche sollte man unter den Weihnachtsbaum legen? Stiftung Warentest hat neun unter die Lupe genommen.

Getestet wurden neben sieben „klassischen“ Streaming-Boxen mit HDMI-Anschluss auch zwei Adapter, die das Bild eines Smartphones auf den Fernseher spiegeln. Beide schnitten aber schlechter ab als die anderen Boxen. Bewertet wurden Bild und Ton (40 Prozent), die Bedienung (ebenfalls 40 Prozent), sowie Vielseitigkeit und Stromverbrauch (jeweils 10 Prozent). Das Datensendeverhalten wurde ebenfalls untersucht, war aber bei allen Geräten unkritisch.Apple TV 4 Test 14.55

Der Testsieger: Apple TV

Apples Streaming-Box Apple TV bietet das beste Gesamtpaket im Test. Das liegt vor allem am tollen Ton und Bild. Auch die einfache Handhabung überzeugte die Tester. Nur bei der Vielseitigkeit kam das Gerät nicht so gut weg: Das Apple TV unterstützte den Testern zu wenige Streaming-Anbieter, einige wichtige wie Amazon Prime Video fehlen. Trotzdem: Mit der Gesamtnote „Gut“ (1,8) ist das Apple TV das beste Streaming-Gerät im Test, mit einem Preis ab etwa 155 Euro aber auch das teuerste.

Guter Zweiter: Amazon Fire TV

Eine etwas günstigere Alternative ist da Amazons Fire TV: Bild und Ton sind gut, die Handhabung auch. Wie beim Apple TV werden aber nur wenige Streaming-Angebote unterstützt. Zudem frisst es etwas zu viel Strom. So reicht es aber trotzdem für eine „gute“ Gesamtnote von 2,2. Der Preis: knapp 90 Euro.

Der günstige Dritte: Xoro HST 250

Von diesem Streaming-Gerät dürften bisher die wenigsten gehört haben. Bei Warentest erreicht der Xoro HST 250 aber den dritten Platz. Bild und Ton sind zwar gut, können aber nicht mit den Erstplatzierten mithalten. Die Handhabung ist gut, der Stromverbrauch geht auch in Ordnung. Besonders punkten kann das Xoro HST 250 aber bei der Vielseitigkeit: Bis auf iTunes- Inhalte und Amazons Streaming-Dienst Prime Video unterstützt es alle getesteten Dienste. Damit kommt es auf dieselbe „gute“ Gesamtnote wie das Fire TV (2,2) – und das zu einem Preis von nur 55 Euro.

Gut und günstig: Google Chromecast

Als eines der ersten Streaming-Geräte konnte sich Googles Chromecast im Massenmarkt durchsetzen. Das aktuelle Modell punktet mit gutem Bild und Ton, auch die Bedienung überzeugt. Bei der Vielseitigkeit und dem Stromverbrauch fand Warentest aber ein paar Macken. So reicht es für eine „gute“ Gesamtnote von 2,4. Dafür ist der Preis unschlagbar: Google Chromecast bekommt man schon für unter 30 Euro.Fire TV Stick Test

Abgeschlagen: Amazon Fire TV Stick

Auf dem letzten Platz der Streaming-Geräte findet sich der kleine Bruder des Zweitplatzierten. Das Bild des Fire TV Stick ist das schlechteste unter den klassischen Streaming-Geräten. Der Ton ist gut. Die Handhabung ist wie beim großen Modell gut, die Tester hatten das Modell mit Sprachsteuerung unter die Lupe genommen. Deutlich schlechter sieht es bei Vielseitigkeit und Stromverbrauch aus. Die Gesamtwertung ist daher nur „befriedigend“ (2,7). Der Preis: ab 50 Euro.

Welche Box soll man nun kaufen?

Bei der Kaufempfehlung sollte man neben der Wertung unbedingt auch bedenken, für welche Dienste man die Boxen und Sticks nutzen möchte. Wer schon jede Menge Filme und Serien bei iTunes besitzt, kann die nur auf dem Apple TV sehen, Amazon Prime Video wiederum kann man nur über die Geräte des Online-Kaufhauses schauen. Netflix-Fans haben indes die freie Wahl: Alle oben genannten Geräte bieten eine App für den Streaming-Dienst.

Den ganzen Test finden Sie gegen Gebühr unter https://www.test.de/streaming.Fernseher_16.20

Die besten Netflix Originale

Twittersammlung eines Fischers: Fiese Tiefseeungeheuer – Was einem Russen so ins Netz geht

Roman Fedortsov lebt in Murmansk, dem russischen Hafen am Nordmeer. Er arbeitet auf einem großen Trawler und fotografiert die merkwürdigen Kreaturen, die sich in seinem Netz verfangen. Und, ehrlich gesagt, ist man beinahe schockiert, was da alles in der Tiefe umherschwimmt. Angefangen von achtbeinigen Schalentieren bis hin zu Fischen, die wie ein Aal aussehen, deren Maul aber nur aus Zähnen zu bestehen scheint.

Besonders verblüffend ist dabei, dass die gruselige Ausbeute auf seinem Twitteraccount aus einem kurzen Zeitraum stammt. Erst Anfang des Jahres hat Fedortsov mit dem Fotografieren angefangen. Gefischt wird allerdings nicht nur im Nordmeer, Fedortsovs Trawler fährt bis ins Mittelmeer. Dabei lehrt schon das Nordmeer die Europäer das Fürchten, seitdem die gigantische Kamtschatkakrabbe (Paralithodes camtschaticus) an der Küste Norwegens entlang immer weiter nach Süden kommt. Zuerst entdeckte die Seite Ruposters die Sammlung des Fischers, danach berichtete die „Moscow Times„.

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Einige der Fische, so das Tier mit den Zähnen ein sogenannter Kragenhai, sind überlebende Relikte aus der Urzeit. Selbst von der Chimaera, dem „Ghost Shark“ konnte Fedortsov Fotos machen. Unter dem Foto eines schwarz glänzenden kleinen Alien-Ungeheuers schrieb er: „Wir streiten noch immer darüber, was das sein kann.“ Dazu gesellen sich Tiefseehaie, seltene Grenadier-Fische und ein gigantischer Mondfisch, neben dem die Fischer wie Zwerge wirken. 

Alle Fische sind übrigens natürlichen Ursprungs und verdanken ihr bizarres Aussehen nicht versunkenen russischen Atom-U-Booten.

Abgesehen von den Fischen merkt man dem Account die langen Nächte auf See an. Dann widmet sich Fedortsov dem Sport und typisch russischen Witzen über das Leben in Kälte und Schnee. Auch Montagen von randalierenden Haustieren liebt er. Etwa von Hunden, die treuherzig blickend neben dem frisch zerfetzten Sofa sitzen, daneben der Spruch „The russians did it.“

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