Sony Xperia Ear: Sie schauen ständig aufs Smartphone? Dieses Gerät soll das ändern!

Die Idee klingt erstmal gar nicht so schlecht: Egal, was man gerade tut, wichtige Nachrichten, SMS und E-Mails landen ganz nebenbei im Ohr. Nie wieder verpasste Termine, alle Infos sofort auf Abruf – ohne die Hände benutzen zu müssen. Das verspricht Xperia Ear, mit dem Sony den geheimen Zuflüsterer von Starspionen wie James Bond auch in Ihr Ohr packen will. Aber braucht man das wirklich? Wir haben es ausprobiert.iPhone 7 Plus Test 12.01

Pimp my Bluetooth-Headset

Optisch ist das Xperia Ear recht unscheinbar. Wie ein kleines Bluetooth-Headset sieht es aus und sitzt auch so im Ohr, ohne aus Versehen ständig rauszufallen. Das Prinzip ist ja auch ähnlich. Genauso wie sein dummes Äquivalent zum Telefonieren muss auch das Xperia Ear erst einmal per Bluetooth mit dem Smartphone gekoppelt werden. Aktuell geht das nur mit Android-Geräten, iPhone-Nutzer bleiben außen vor. Dann folgt die Einrichtung per Smartphone-App.

Hier legt man fest, welche Nachrichten, Anweisungen und Informationen man direkt auf’s Ohr bekommen will. Voreingestellt ist erst einmal – alles. Im Test haben wir das so gelassen, wer das Gerät wirklich nutzen will, sollte diese Einstellung aber ändern. Denn Ear unterscheidet nicht und liest einem wirklich absolut alles vor, was gerade reinkommt. Und das ist schwer irritierend.Orbi-Test 8.20

Essengehen mit Gruppenchat im Ohr

Wenn etwa eine SMS ankommt oder ein Termin ansteht, springt plötzlich und unvermittelt Ear an und rattert in einer weiblichen Computerstimme das Programm ab. Ganz egal, was man gerade eigentlich tut. So sitzt man beim Mittagessen im Gespräch und bekommt plötzlich die Weihnachtsgeschenke-Diskussion aus dem Familien-Gruppenchat ins Ohr geblasen. Man bekommt kaum noch etwas mit, sein Gegenüber unterbricht man deswegen aber natürlich trotzdem nicht. Und am Ende hat man weder den Gesprächs- noch den Nachrichteninhalt vollständig mitbekommen. Lektion 1.: Ear trägt man am besten, wenn man alleine ist.

Aber selbst dann bleibt der Assistent nicht ohne Macken. Besonders absurd ist das automatische Vorlesen bei Geschäftsmails. Da wäre es theoretisch praktisch, sie sofort und nebenbei zu bekommen. Doch dann wird nach der eigentlich knapp gehaltenen Nachricht nicht nur die Signatur, sondern auch noch der gesamte angehängte Mail-Verlauf mit heruntergebetet. Und der Knopf in Notwehr schnell aus dem Ohr gezogen.PS VR Test 2254

Bei Einsetzen kommt ein Wortschwall

Auch die Idee, beim Einsetzen erst einmal auf Stand gebracht zu werden, klingt nur theoretisch gut. Denn es passiert wirklich jedes Mal. Und je nach Einstellung wird man nicht nur über verpasste Anrufe und Nachrichten gebrieft, sondern bekommt auch noch gleich das Wetter, die wichtigsten Schlagzeilen und mehr auf’s Ohr. Gerade die Schlagzeilen sind enorm nutzlos. Denn es werden wirklich nur trocken die Zeilen vorgelesen. Eine Möglichkeit, mehr Infos zu bekommen, gibt es nicht.

Immerhin: Als Smartes Bluetooth-Headset taugt Ear durchaus. Auf Sprachbefehl werden Kontakte angerufen, Anrufe sind schnell angenommen. Auch Termine einzurichten, Wikipedia-Suchen oder das Stellen eines Weckers klappt. Gut ist auch die Möglichkeit, per Sprache navigieren zu können. Grundvoraussetzung für all das ist aber, dass man keinerlei Hemmungen hat, in der Öffentlichkeit mit Ear zu sprechen. Richtig angenehm dürfte das den meisten nicht sein. Vor allem, wenn der Assistent mal wieder etwas nicht versteht. Dann lieber doch das Smartphone zücken.your-personal-assistant-desktop-0a553a08513af0017d18a4ade891b83b Sony Xperia XZ Test_16.40

Xperia Ear will reden

Das Gespräch mit der Maschine lässt sich bei Nutzung mit Ear nicht vermeiden. Als Bedienelement ohne Sprache gibt es nur einen Knopf. Der kann kurz oder lange gedrückt werden. Bei kurzem Druck wird der Xperia-Assistent gestartet, wahlweise kann man die Funktion auch vom besseren Assistenten Google Now erfüllen lassen. Der lange Druck muss extra eingeschaltet werden und lässt sich weitgehend frei belegen, vom Anruf an einen bestimmten Kontakt, über Musiksteuerung bis zu automatischen Vorlesen der anstehenden Termine. Wenigstens für diese Aufgaben darf man dann den Mund halten.

Selbst, wenn man mit all diesen Mängeln leben kann, dürfte eines dann doch davon abhalten, Ear den ganzen Tag zu tragen: Der Akku macht nach etwa drei Stunden schlapp. Dann muss das Ear für einige Zeit in die mitgelieferte Schutzhülle, die auch als eine Mini-Powerbank dient. Dann ist der Assistent wieder mit Saft versorgt. Dass die Akkulaufzeit in einem solch kleinen Gehäuse nicht ewig ausfallen würde, war klar, als Dauerbegleiter fällt das Ear dadurch trotzdem aus. Aber dafür ist es ja ohnehin kaum geeignet.

Fazit: Der nölende Begleiter im Ohr

Der persönliche Assistent im Ohr will Xperia Ear sein – und scheitert leider an der Realität. Denn obwohl es zunächst wie eine gute Idee wirkt, nicht ständig das Smartphone im Auge behalten zu müssen, ist das Ohr keine geeignete Alternative.

Das Problem: Ear hat keinerlei Fähigkeit zu erkennen, ob es gerade wirklich passt. Während man mit einem schnellen Blick auf das Smartphone oder die Smartwatch einordnen kann, wie wichtig die gerade eintreffende Meldung ist, geht das bei Ear nicht. Man bekommt immer alles direkt ins Ohr, egal ob die Situation das gerade zulässt. Überfliegen ist nicht möglich, Weghören schwierig. Und auch nicht Sinn der Sache. So wird Ear in sozialen Situationen zum nervigen Störfaktor. Alleine im Büro ist das anders, ablenkend ist Ear aber auch dann. Geschäftsmails möchte man sich wegen der unausgereiften Umsetzung ohnehin nicht vorlesen lassen.

Am schwerwiegendsten ist aber, dass Ear eigentlich nichts besser macht, als ein Smartphone mit Headset. Und das ist für ein knapp 200 Euro teures Extragerät zu wenig.Google pixel Test 18.03

Fake News: Schweizer Rechtspopulist hetzt mit falschem Zitat gegen Renate Künast

Ignaz Bearth ist fleißig unterwegs auf Facebook. Er ist Gründer und Parteipräsident der Schweizer Mini-Rechtspartei DPS (Direktdemokratische Partei Schweiz), feiert Norbert Hofer, findet die herkömmlichen Medien doof und Muslime sowieso. Als Lieblingsbuch gibt er Thilo Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“ an, was tatsächlich noch eines der gemäßigteren Dinge ist, die man über ihn sagen kann. Früher mal war er Mitglied der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer (PNOS). Er war auch Sprecher und Gesicht der Schweizer Pegida-Bewegung, bis er 2015 zurücktrat. „Zum Wohle der Bewegung“ schrieb er damals. Der Hintergrund: Er soll eine rechtsradikale Vergangenheit haben, Freundschaften mit Rassisten pflegen und Likes auf Facebook gekauft haben.

Jetzt hat Bearth offenbar gemerkt, dass man gar keine Abendspaziergänge oder Parteiprogramme braucht, um mächtig zu zündeln. Auch er nutzt die Gunst der Stunde, um vor dem Hintergrund des Freiburger Mordfalls Maria L. Stimmung gegen Flüchtlinge und die so geschimpften „Gutmenschen“ zu machen. Als eine Vertreterin letzterer hat er unschwer Renate Künast ausgemacht – und nun ein angebliches Zitat von ihr gepostet, das offenbar falsch ist, aber stundenlang auf Facebook stand und tausendfach geteilt wurde.

Fake News: Erfinden, seriös verpacken und dann posten

Die Masche ist ebenso einfach, wie sie inzwischen bekannt sein sollte: Man erfindet etwas, verpackt es ohne größeren Aufwand hinter einer seriösen Fassade und schickt es in die Welt hinaus, auf dass es sich verbreite. In diesem Fall postete Bearth den plumpen Spruch: „der traumatisierte Junge Flüchtling hat zwar getötet man muss ihm aber jetzt trotzdem helfen“ (Rechtschreibung beibehalten). Die Worte werden Renate Künast zugeschrieben, ein daneben gesetztes „Süddeutsche Zeitung“ soll Authentizität suggerieren.

Bearth stellte die Bild-Wort-Kombo auf seinen Facebook-Account und schrieb dazu: „KRANK oder?!?“ Binnen kurzer Zeit war der Beitrag über 4500 mal geteilt und mit zahlreichen empörten Kommentaren versehen.

Facebook reagiert lange nicht

Natürlich wurde auch Stefan Plöchinger, Mitglied der Chefredaktion der „Süddeutschen Zeitung“ und für die digitalen Projekte dort verantwortlich, auf das Zitat aufmerksam. Und stellt in einem Post klar, dass es eine Falschmeldung ist. Man habe die Sache Facebook schon ein paar Stunden zuvor gemeldet, aber es sei nichts passiert. 

Auch mehrere andere hatten das soziale Netzwerk auf den Post aufmerksam gemacht – erstmal ohne Erfolg. Besonders seit der US-Wahl wird Facebook stark dafür kritisiert, nicht oder nicht schnell genug gegen Falschmeldungen vorzugehen. Viele machen solche Fake News, die sich, einmal in die Welt gesetzt, rasant verbreiten, auch für den Erfolg Donald Trumps bei der US-Präsidentenwahl mitverantwortlich.

Zum aktuellen Fall meldete sich Renate Künast selbst zu Wort und gab an, dass das Zitat frei erfunden ist.

Immerhin: Offenbar hat Facebook inzwischen reagiert. Der Link zur Falschmeldung führt nun jedenfalls ins Leere. Fast zwei Tage lang stand die Meldung aber online. Sie dürfte erreicht haben, was und wen der Absender damit erreichen wollte.

Zwei-Faktor-Authentifizierung: Amazon will mit neuer Log-in-Methode sicherer werden

E-Mail-Adresse und Passwort reichen zum Log-in bei vielen Online-Portalen aus. Auch Amazon verlangt nicht mehr. So funktioniert die Anmeldung zwar schnell, sie ist aber nicht gerade sicher. Der Internethändler ermöglicht seinen deutschen Kunden mit der Zwei-Faktor-Authentifizierung jetzt mehr Sicherheit. 

Bessere Sicherheitseinstellungen bei Amazon

Das System führte Amazon bereits im November in den USA ein. Durch die zweifache Authentifizierung sollen Kundenkonten nicht mehr so einfach zu hacken sein. In den „Erweiterten Sicherheitseinstellungen“ des Amazon-Kontos können alle Nutzer das System aktivieren. Neben den herkömmlichen Angaben ist zum Login dann ein Zahlencode nötig. Nutzer können sich diesen als SMS auf ihr Handy schicken lassen oder mit einer Authentifizierungsapp generieren.Amazon-Bezahlsystem 13,15

Zwei-Faktor-Authentifizierung immer häufiger 

Amazon ermöglicht seinen Kunden außerdem, vertrauenswürdige Geräte festzulegen. Über diese ist dann der Log-in ohne zweiten Faktor möglich.

Wie kann ich meine Interentprofile schützen? Immer mehr Unternehmen führen die Zwei-Faktor-Authentifizierung ein, um die Sicherheit der Nutzerdaten zu erhöhen. Google gehörte zu den ersten und bietet mit dem Google Authenticator die beliebteste App in diesem Bereich an.