Weltraum: Warum China einen künstlichen Mond ins All schießen will

Der Weltraum, unendliche Weiten – zumindest noch. Denn China hat gleich bündelweise neue Pläne fürs All. Eine eigene Weltraumstation, Flüge zu Mars und Mond. Und das alles in den kommenden fünf Jahren. Die Pläne sind ambitioniert, aber durchaus schaffbar. „Unser Ziel ist es, dass China bis etwa 2030 unter den führenden Weltraummächten der Welt sein wird“, sagt Wu Yanhua, Vorsitzender der Weltraumagentur Chengdu Aerospace Science and Technology Microelectronics System Research Institute zu „Bloomberg“.

Ein großes Projekt soll ein künstlicher Mond sein, der im All installiert werden soll. Dafür wollen die Chinesen, dass ein Satellit einen Mond simuliert und dass das Mondlicht dafür genutzt wird, eine Stadt zu beleuchten. Die Millionenmetropole Chengdu könnte sich Stromkosten von 170 Millionen Dollar sparen, wenn Sonnenlicht per Reflexion auf die Stadt umgeleitet wird und man somit keine Straßenbeleuchtung mehr benötige. Die Pläne sehen vor, dass die Reflektoren genau gesteuert werden und auch Dämmerlicht ermöglichen. Nachtaktive Tiere sollen von dem Fake-Mond nicht gestört werden, dafür sei das Licht zu schwach. Weltraummission 18.43

Chinas Fake-Mond soll 2020 starten

Der erste Satellit soll 2020 starten. Sind die Tests erfolgreich, soll zwei Jahre später weitere Satelliten ins All geschossen werden. Die Pläne stellte ein privates Luftfahrtunternehmen am 10. Oktober vor. Ob sich der chinesische Staat beteiligen werde, ist nicht bekannt. Wie groß die Monde sein werden, wurde ebenfalls nicht gesagt. Doch das reflektierte Licht soll achtmal so hell sein wie das des echten Mondes. Nasa-Mission Sonne_11.30

Das Vorhaben mag zunächst tollkühn erscheinen. Doch neu sind die Pläne nicht. Russland experimentiert schon seit Jahrzehnten faltbare Spiegel im All. Allerdings wenig erfolgreich, mindestens ein Satellit verbrannte samt Spiegel im All. Reflektoren im Weltraum haben aber schon heute ein Erfolgsprojekt: Die norwegische Stadt Rjukan wird beleuchtet, indem Sonnenlicht mit Spiegeln über Berge gelenkt wird. Ansonsten würde Rjukan ab Herbst über Monate im dunklen Tal liegen, wo keine Sonne hingelangt.05-Pizza Weltraum: Italienischer Abend auf der ISS-1540

Zweiter Weltkrieg: Die Nazis töteten ihren Mann, da kaufte diese wütende Frau einen T-34 und fuhr an die Front

1925 traf Mariya Oktyabrskaya die große Liebe ihres Lebens, Ilja Oktyabrska, einen Offizier der Roten Armee. Als Kind von Leibeigenen war Mariya eine glühende Kommunistin. Nach Ausbruch des Krieges wurde sie 1941 nach Sibirien evakuiert, dort erfuhr sie erst 1943, dass ihr Mann schon im August 1941 gefallen war. Mariya Oktyabrskaya wurde so wütend, dass sie einen Brief direkt an Stalin schrieb. Ihr Schreiben erreichte den Diktator. In dem Brief hieß es:

„Mein Mann wurde bei der Verteidigung des Vaterlandes getötet. Ich will Rache an den Faschisten für seinen Tod und für den Tod des sowjetischen Volkes, das von diesen Barbaren gefoltert wird. Daher habe ich alle meine persönlichen Ersparnisse – 50.000 Rubel – bei der Nationalbank hinterlegt, um einen Panzer zu bauen. Ich bitte darum, den Panzer die „Kämpfende Geliebte“ zu nennen und mich als Fahrer des besagten Panzers an die Front zu schicken.“FS Kursk Orel

Stalin erkannte den Propaganda-Wert

Das Verteidigungskomitee glaubte, dass man den Einsatz der entschlossenen Frau für Propagandazwecke nutzen könnte. In der schweren Lage des Großen Vaterländischen Krieges war dem skrupellosen Stalin jedes Mittel recht, um die Moral der Soldaten zu stärken. Das schloss ihn selbst ein. Ende 1941 sah die Lage hoffnungslos aus. Die Deutschen standen kurz davor, Moskau einzunehmen. Regierungsstellen wurden verlagert, doch Stalin harrte im Kreml aus. Er war überzeugt, der Kampfeswille seiner Truppen würde zusammenbrechen, wenn er, der Eiserne, aus der Stadt fliehen würde. Wurde die orthodoxe Kirche vor Kurzem noch brutal verfolgt, durften nun Priester mit Ikonen die Soldaten zum Kampf auffordern, die von den Parolen der Polit-Kommissare nicht erreicht wurden.

Erster Einsatz in der Großoffensive

Kurdin 1710Natürlich akzeptierte Stalin den Wunsch der wütenden Genossin. Er notierte „Sicher!“ auf dem Gesuch und Mariya Oktyabrskaya bekam ihren T-34. Nun musste sie fünf Monate Ausbildung durchlaufen. Man tat alles, damit die zornige Witwe gut vorbereitet auf den Feind stieß. Im September 1943 kam Oktyabrskaya zur 26. Garde-Panzerbrigade und wurde in die zweite Schlacht bei Smolensk geworfen. Anstatt an einen ruhigen Frontabschnitt landeten Mariya Oktyabrskaya und die „Kämpfende Geliebte“ bei ihrem ersten Einsatz im Inferno einer Großkampflage.

Nachdem die Deutschen die Offensive um den Frontbogen bei Kursk erfolglos einstellen mussten, setzte die Rote Armee zu einer eigenen Großoperation an. 1,3 Millionen Soldaten, 20.640 Geschütze, 1436 Panzer und 1.000 Flugzeuge stießen fast 250 Kilometer nach Westen vor, erlitten dabei aber schwere Verluste.

Die Männer der anderen Panzer sollen Oktyabrskaya zunächst für ein Propaganda-Spielzeug gehalten haben. Doch die Dame belehrte sie eines Besseren. Sie soll ein ausgezeichnetes fahrerisches Gespür für ihren Panzer gehabt haben und hob Artillerie-Stellungen und MG-Nester der Deutschen aus, während ihr T-34 unter Beschuss stand. Schließlich gelang es ihr, die befestigten deutschen Linien zu durchbrechen, dabei wurde die „Kämpfende Geliebte“ schwer beschädigt.Shirt

Die Soldaten nannten sie „Mutter“

Kurdin 1710In Sicht des Gegners soll Oktyabrskaya gegen ausdrücklichen Befehl aus dem Panzer gesprungen sein. Unter dem Deckungsfeuer der Besatzung konnte sie ihr Gefährt außenbords reparieren. So verdiente sich Oktyabrskaya die Achtung der Kameraden. Die 38-Jährige wurde danach von den jungen Soldaten in ihrer Einheit ehrerbietig „Mutter“ genannt und sie wurde befördert. Doch ihr Zorn ließ nicht nach, ihrer Schwester schrieb sie: „Ich hatte jetzt meine Feuertaufe (…) Manchmal bin ich so wütend, dass ich nicht einmal atmen kann.“

Nur einen Monat später, bei den Kämpfen um Witebsk in Weißrussland, wurde die Kette des T-34 erneut getroffen und wieder gelang es Oktyabrskaya, den T-34 flottzubekommen. Dieses Mal mit der Hilfe eines Crewmitgliedes. Zwei Monate später kam sie in die gleiche Situation. Wieder wurde das Fahrwerk getroffen, nachdem die „Kämpfende Geliebte“ deutsche Stellungen und einen Panzerjäger ausgeschaltet hatte.

Ihr gelang es noch einmal, die Kette wieder aufzuziehen, dann trafen sie die Splitter einer Granate. Sie fiel in ein Koma, aus dem sie nie wieder erwachte.

Am 15. März 1944 starb Mariya Oktyabrskaya in Kiew.

Yu Xu 17.03

iPads erwartet: Apple kündigt weitere Neuheiten-Präsentation an

Apple hat eine weitere Neuheiten-Präsentation angekündigt, von der ein neues Modell des iPad-Tablets sowie ein Macbook-Laptop erwartet werden.

Das Event am 30. Oktober ist nicht in Kalifornien, sondern in New York angesetzt, wie Apple ankündigte. Der Konzern äußerte sich wie gewohnt nicht dazu, was vorgestellt wird.

Der Finanzdienst Bloomberg hatte allerdings schon vor einiger Zeit geschrieben, dass Apple im Herbst eine Aktualisierung des iPad Pro auf den Markt bringen wolle – der teureren und leistungsstärkeren Version des Tablet-Computers. Es wird erwartet, dass ähnlich wie beim iPhone die Bildschirmränder sehr dünn werden und das Display praktisch die gesamte Frontseite ausfüllt. Entsprechend wird damit gerechnet, dass die Gesichtserkennung FaceID auch beim iPad den bisherigen Fingerabdrucksensor ersetzt.

Außerdem bereitete der Konzern nach Angaben von Bloomberg eine modernisierte Version seines günstigsten Laptops Macbook Air vor. Es ist laut Marktforschern das Apple-Notebook, das sich am meisten verkauft – technisch liegt es aber weit hinter den anderen Modell zurück. Mit aufgefrischten iPads und Laptops könnte Apple auf ein noch profitableres Weihnachtsgeschäft zusteuern, nachdem der Konzern wie gewohnt im September seine neuen iPhone-Modelle vorgestellt hatte.