US-Wahl und Wikileaks: Wie der "Verräter" Julian Assange zum Helden der Rechten wurde

Die Amerikaner haben gewählt: Donald Trump wird der 45. Präsident der USA. Seine Anhänger feiern, die verhasste Hillary Clinton hat verloren. Das kreiden die Trump-Wähler auch Julian Assange an. Der Wikileaks-Gründer ist in den letzten Wochen vom Feindbild zum Helden der Rechten in Amerika geworden. Wie ist es dazu gekommen?

Mit seinen Enthüllungen über potenzielle Kriegsverbrechen von US-Militärs, Unmengen von Depeschen aus dem diplomatischen Dienst der USA und Geheimdokumenten aus Guantanamo stellten der Australier und seine Enthüllungsplattform Wikileaks die USA ab 2010 regelmäßig an den Pranger.Wikileaks Assange gegen Clinton 1930

Vom Verräter zum Helden

Gerade konservativen Politikern und Medien schmeckte das gar nicht. Im republikanischen Hofsender Fox-News wurde die Todesstrafe gefordert, der rechte Talk-Radio-Star Rush Limbaugh wollte Assange an einem Baum aufknüpfen. Die ehemalige Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin fragte, warum man Assange nicht mit den Terroristen von al Kaida gleichsetzte. Assange war Verräter und Staatsfeind. Als er in Schweden der Vergewaltigung bezichtigt wurde und sein Aufenthaltsland England die Auslieferung erwägte, rettete sich Assange in die Londoner Botschaft von Ecuador. Er fürchtete, Schweden würde ihn an die USA übergeben, wo ihm mindestens eine lange Haftstrafe drohte. Jetzt ist auf einmal alles anders.

#freejulian statt Todesdrohung

Ausgerechnet die amerikanische Rechte sieht Assange seit einigen Wochen als ihren Helden. Unter dem Hashtag #freejulian fordert sie, die Vorwürfe gegen ihn fallen zu lassen. Selbst der ehemalige Chef des Ku-Klux-Klan und republikanische Senats-Kandidat, David Duke, bedankte sich per Twitter bei Assange – er habe Amerika die Freiheit gebracht.

Der Grund für die plötzlichen, überschwänglichen Sympathiebekundungen dürfte in den letzten Wikileaks-Aktionen liegen. Assange und Co. hatten in einer Serie von Hillary-Leaks Zehntausende E-Mails von Trumps Rivalin und ihrem Wahlkampfteam veröffentlicht. Zudem hatte der Wikileaks-Account auf Twitter regelmäßig Clinton-kritische Texte geteilt. Für viele Beobachter ist klar: Zusammen mit den FBI-Ermittlungen gegen sie haben die Leaks Clintons Ansehen schwer geschadet.07: Anhörung von Assange kommende Woche in Botschaftsexil in London – 15bc91179a6509b1

Assange selbst betonte vor wenigen Tagen allerdings, die Kampagne habe sich nicht gegen Hillary im Speziellen gerichtet. Zu Trump und den Kandidaten dritter Parteien habe man schlicht keine geheimen Dokumente besessen, die man leaken konnte, erklärte Assange in einer handschriftlichen Notiz. Auch eine Steuerung Wikileaks durch Russland wies er zurück.

Assange sympathisiert mit Tea Party

Politisch steht Assange schon länger einem Flügel der Republikaner nahe. Bereits 2013 äußerte er Bewunderung für den republikanischen Politiker Ron Paul und seinen Sohn Rand, der sich recht erfolglos um die republikanische Kandidatur beworben hatte. Beide gehören dem libertären Flügel der US-Partei an, die für eine radikal freiheitliche Gesellschaft mit extrem geringer staatlicher Beteiligung steht. Auch die bekannte Tea Party gehört zu diesem Flügel. Assange bezeichnete die Libertären als einzige Hoffnung Amerikas. Ob sie Trump auch als Hoffnung sehen, ist unbekannt.  

Alarm im App Store: Apple hat ein Problem mit Hunderten Fake-Apps aus China

Das iPhone ist sicherer als Android – diese schlichte Wahrheit galt jahrelang als gesetzt. Während Google Manipulationen am Betriebssystem erlaubt und auch dubiose Apps in seinen Play Store lässt, regierte Apple seinen App Store mit fester Hand. Um so schockierender, dass nun nicht nur eine, sondern gleich Hunderte gefälschte Apps im App Store entdeckt wurden. Und die hatten ganz sicher nicht das Wohl der Nutzer im Auge.

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Wie die „New York Times“ berichtet, wurden die Fakes zufällig entdeckt. Das Unternehmen Branding Brands unterstützt eigentlich andere Firmen dabei, deren Apps aufzubauen und weiterzuentwickeln. Deshalb beobachtet man auch den Markt für Shopping-Apps, erklärte Firmenchef Chris Mason der Zeitung. Und in den letzten Wochen wurde der App Store regelrecht mit Fakes geflutet. „Wir sehen eine Unmenge falscher Apps“, sagte Mason der „Times“.Emoji iphone 10.19

Hunderte falsche Apps

Bei den meisten handelt es sich um Klone bekannter Marken- oder Online-Shops, etwa Footlocker, Puma oder Dior. So bot die Firma „Footlocke Sports Co. ltd.“ ganze 16 Apps im App Store an. Zusätzlich zu den drei Apps die Footlocker tatsächlich anbietet. Besonders betroffen sind allerdings Unternehmen, die bisher noch gar keine Apps betreiben. Hier fallen die Kunden natürlich umso leichter auf die Fakes herein. Aus dem deutschen Store sind solche Fake-Apps aber bisher nicht bekannt.

Doch was tun die bösen Fake-Apps eigentlich? Viele scheinen es tatsächlich vor allem auf Kunden-Daten abgesehen zu haben, etwa Zugangsdaten zu Facebook. Andere greifen nach Angaben der „Times“ tatsächlich das System des iPhones an und erpressen die Nutzer. Dazwischen sind dann noch die klassischen Abzock-Apps, in denen man zwar Luxuswaren bestellen kann, die aber wohl nie erhalten dürfte. Die Kreditkarten-Daten bekommen die Abzocker noch obendrauf.iOS Tricks Fotostrecke 8.34h

Wie kommen die Fakes in den App Store?

Wie die vor allem aus China stammenden Apps an den vermeintlich strengen Kontrollen des App Store vorbeirutschen konnten, ist noch nicht ganz klar. Eigentlich prüft Apple die Funktionsweise von Apps sehr gewissenhaft, zumindest die wirklich schädlichen Programme sollten eigentlich aufgeflogen sein. Bei den Fälschungen sieht die Sache etwas anders aus. Ob Entwickler tatsächlich über bestimmte Markenrechte verfügen, scheint Apple zumindest nicht als Routineprüfung zu klären. Zudem scheinen einige Apps ihre Abzock-Features erst später eingefügt zu haben.

Die betroffenen Apps sind nach Anfrage der „Times“ größtenteils wieder aus dem App Store geflogen. „Wir haben die betroffenen Apps aus dem App Store entfernt und werden weiter wachsam sein“, sagte ein Apple-Sprecher der Zeitung.

Einige Fakes scheinen unter anderem Namen aber bereits wieder aufgetaucht zu sein. „Sie sind immer einen Schritt voraus“, sagte Mason dazu. Er sieht auch die betroffenen Unternehmen selbst in der Verantwortung. „Es ist wichtig für Marken zu beobachten, wie ihr Name genutzt wird.“Android-lücke 15.00

Wird der App Store unsicherer?

Bisher hatte Apple seinen App Store weit besser unter Kontrolle als Konkurrent Google, schätzt Jon Clay vom Sicherheits-Unternehmen Trend Micro. Seiner Ansicht nach scheint sich das aber langsam zu ändern, schreibt die „Times“. Als etwa im Sommer der Hype um Pokémon Go losging, tauchten auch jede Menge falsche Versionen der Spiels im App Store auf. Vor allem in Ländern, in denen es noch nicht offiziell erhältlich war. „Kriminielle werden immer versuchen, die neuesten Trends auszunutzen“, warnt Clay. So schlimm wie bei Android dürfte das Sicherheitsproblem aber nicht werden. Das Hauptproblem von Googles Betriebssystem ist nach wie vor nicht der Play Store, sondern die verkorkste Update-Politik.Apple-Fakten 11.44

Suchtrend zur US-Wahl: Die wichtigste Google-Frage des Wahlabends: Wen wählt eigentlich Taylor Swift?

Seit heute Morgen herrscht Gewissheit: Donald Trump wird der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Wer ihn gewählt hat, bleibt eigentlich geheim. Nur bei Promis sieht das oft anders aus. Viele Stars wie Beyoncé machten offen Werbung für einen der Kandidaten um ihre Anhänger zu überzeugen. Fans anderer Idole mussten aber erst einmal Google fragen, wen sie wählen sollten. Ganz vorne: Taylor Swift.

„Wen wählt …?“

Bei Google-Suchen nach der Phrase „Who is …. voting for“ (Wen wählt …) mit unterschiedlichen Namen liegt die junge Sängerin auf dem ersten Platz – als einzige Künstlerin, Sängerin oder Schauspielerin in den Top Fünf. Die US-Wähler interessierten sich sonst vor allem für die Wahlentscheidung von Ex-Präsidenten wie George Bush oder die einstigen Wahlverlierer Mitt Romney und Al Gore.

Der einzige weitere Ausreißer außer Taylor Swift ist allerdings auf dem zweiten Platz: Wen Monica Lewinsky wählt, wollten dann doch noch ausreichend viele US-Amerikaner gerne wissen. Schließlich hatte die berühmteste Ex-Praktikantin der Welt beinahe Hillary Clintons Ehemann Bill das Amt gekostet. Nachdem die Wahlverliererin in der Vergangenheit regelrechte Hasstiraden gegen Lewinsky abgelassen hat, dürfte es der schon sehr schwer gefallen sein, der einstigen Konkurrentin ins mächtigste Amt der Welt zu verhelfen. Ob sie stattdessen aber Trump wählte?

Wen hat Swift denn nun gewählt?

Um aber noch mal auf die wichtigste Frage zurückzukommen: Wen Taylor Swift nun gewählt hat, hat sie öffentlich noch nicht verraten. Da die frühere Country- und heutige Popsängerin jede Menge Fans in beiden Lagern haben dürfte, will sie ihre Anhänger wohl nicht mit solchen Details verprellen.

In den US-Medien wird nun fleißig spekuliert. Dabei wird auch nicht vor völlig abseitigen Theorien Halt gemacht. Swift trägt etwa in einem Instagram-Post, der sie vor dem Wahllokal zeigt, einen Pullover, der die Schultern frei lässt. Einen ähnlichen hatte ihre Freundin Lena Dunham vor kurzem auch gepostet – um ihren Support für Hillary auszudrücken, die ein solches Oberteil ebenfalls schon trug. Das kann doch kein Zufall sein! Oder vielleicht doch? 

US-amerikanische Stars zum Wahlsieg Trumps

Trump gewinnt US-Wahl: Kanadas Einwanderungs-Webseite bricht zusammen

Nur die wenigsten haben es für möglich gehalten, jetzt ist es Realität: Donald Trump wird neuer Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. „Ich werde Präsident aller Amerikaner sein“, sagte Trump in der Nacht zu seinen Anhängern in Manhattan. Doch es sind keineswegs „alle Amerikaner“, die ihn im Weißen Haus sehen wollen. Die Bürger der USA haben jetzt jedoch keine andere Wahl mehr, als einen Präsidenten Trump zu akzeptieren – es sei denn, sie wandern aus. Und das scheinen viele nach diesem unvorhersehbaren Ergebnis tatsächlich zu erwägen.

Als sich abzeichnete, dass es für Hillary Clinton keine Chance mehr gibt, bekamen es einige US-Bürger offenbar mit der Angst zu tun. Denn wie auf Twitter zu lesen war, brach die Webseite der kanadischen Einwanderungsbehörde zusammen. Wer die Seite ansteuerte, bekam nur eine Fehlermeldung zu sehen. Dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der US-Wahl und dem Ausfall der Seite gibt, ist nicht bewiesen. 

Neil Young wollte bei Trump-Sieg auswandern

Schon im Vorfeld der US-Wahl hatten sich Fluchtreflexe der US-Amerikaner abgezeichnet. So äußerten etwa Musik-Legende Neil Young oder „Breaking Bad“-Star Bryan Cranston den Wunsch, im Falle eines Trump-Sieges nach Kanada auszuwandern.

09-Donald Trump gewinnt die US-Wahl – Seine Siegesrede im O-Ton-5202824093001Auch als Trump im März bei den Vorwahlen bereits große Erfolge verbuchte, googelten viele die Frage: „Wie wandere ich nach Kanada aus?“ Zudem fiel auch damals zeitweise die Webseite der kanadischen Einwanderungsbehörde aus. 

Auf Twitter wurde der Webseiten-Crash nun vielfach kommentiert. So schrieb etwa der Schauspieler und Komiker Ben Schwartz: „Ich wollte das als Scherz schreiben, aber ich fand heraus, dass es wahr ist. Die Webseite der kanadischen Einwanderungsbehörde ist gegen 20 Uhr zusammengebrochen.“ Auch andere Twitter-Nutzer verwiesen auf den Ausfall der Seite. Mittlerweile ist sie – wenn auch mit sehr langer Ladezeit – wieder erreichbar.

Unsicher und nicht überprüfbar: Warum die US-Wahlmaschinen noch zum riesigen Problem werden könnten

„The election is rigged“ – die Wahl wird manipuliert. Das schreien sich US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump und seine Anhänger immer wieder gegenseitig zu. Und natürlich gehen die vermeintlichen Unregelmäßigkeiten in ihrem Verständnis zu Gunsten der verhassten Konkurrentin Hillary Clinton. Doch was genau meinen Trump und seine Anhänger damit? Und könnten Hacker wirklich die Wahl beeinflussen?

Der Vorwurf, vom betrügerischen System benachteiligt zu werden, wird von Trump vermutlich vor allem genutzt, um seine Anhängerschaft um sich zu scharen. Seht her, wir kämpfen gegen das Establishment, soll er wohl heißen, aber wir haben bessere Chancen, obwohl die anderen betrügen. Auch die vermeintlich fehlende Unterstützung durch die Medien – vom konservativen Haus-und-Hof-Sender Fox News mal abgesehen – spielt eine Rolle. Und dann ist da natürlich die sehr reale Möglichkeit, Wahlmaschinen zu manipulieren.So funktioniert die US-Wahl 8.55

Die Wahlmaschinen sind hackbar

„Für fast alle in den Vereinigten Staaten im Einsatz befindlichen Wahlcomputer sind bereits Sicherheitslücken bekannt, die meistens Software, manchmal aber auch Hardware oder beides betreffen“, sagte Constanze Kurz vom Chaos Computer Club dem stern. In einem aktuellen Video führen Sicherheitsexperten etwa vor, wie sich eine Maschine des Herstellers Sequoia manipulieren lässt. Sie ist weiterhin in vielen Wahlbezirken im Einsatz. Da in den USA jede Menge unterschiedlicher Wahlmaschinen eingesetzt werden, die teilweise nicht durch Behörden reguliert sind, lässt sich allerdings kaum seriös einschätzen, wie groß die allgemeine Gefahr durch solche Manipulationen ist.

Das bezieht sich allerdings vor allem auf einzelne Maschinen. Um eine solche Menge an Geräten zu manipulieren, dass es einen Einfluss auf das Wahlergebnis eines Staates oder gar der gesamten USA hat, müsste eine sehr große Anzahl der Maschinen gehackt werden. Da die meisten nicht ans Internet angeschlossen sind, müsste das zudem vor Ort passieren, berichtet das Tech-Portal „The Verge“. Wegen der dafür nötigen Manpower und dem großen Risiko aufzufliegen, ist es wohl eine eher unwahrscheinlichere Variante.US Wahlkampf Geld Konzerne

Angriff auf die Legitimität

Mehr Angriffsfläche bietet da das übergreifende System. „Eine Manipulation kann auch durch Sabotage erfolgen, nicht nur durch Ergebnisveränderung. Zudem sind die vernetzten Systeme, die Wahlergebnisse zusammenzählen und weiterleiten ein mögliches Angriffsziel“, erklärt Constanze Kurz. Das Ziel dürfte dann sein, Unsicherheit über das Ergebnis zu erzeugen – und die Wahl im Chaos enden zu lassen.

Trotzdem steckt das größte Störungspotenzial bei den Wahlmaschinen – wenn auch aus anderem Grund. Denn während bei der Papierwahl immer der Wahlzettel für Nachzählungen zur Verfügung steht, ist das bei Wahlmaschinen nicht selbstverständlich. Einige Modelle nutzen zwar ein Mischmodell, bei dem etwa ein Zettel ausgedruckt wird. Viele der Geräte haben aber keinerlei Möglichkeit, die Eingaben später noch einmal zu prüfen. Der sogenannte „Paper Trail“ fehlt. Und das wird spätestens dann zum Problem, wenn es wirklich zu Betrugsvorwürfen kommt. Angesichts des Getöses, das Trump schon vor der Wahl entfacht, würde es an ein Wunder grenzen, wenn der republikanische Kandidat im Falle einer Niederlage nicht von Betrug sprechen würde.Warum Putin egal ist, wer gewinnt 14.25

Der leichteste Hack kostet fast nichts

So dürfte es mit Abstand am einfachsten und auch am billigsten sein, einfach zu behaupten, die Wahlen wären gehackt worden – so wie es Trump die ganze Zeit schon tut. Selbst wenn es keine nennenswerten Manipulationen gibt, könnte alleine der Vorwurf das System ins Chaos stürzen. Schließlich ließen sich die Vorwürfe nicht zufriedenstellend widerlegen. Trumps Ankündigung, die Wahlen nur im Falle seines Sieges anzuerkennen und seine immer wieder wiederholte Behauptung des groß angelegten Betruges, hätten Hillary Clinton selbst im Falle eines klaren Sieges mächtig Ärger machen können. Und nach dem sieht es nach aktuellen Umfragen nicht wirklich aus.03-US-Wahl: Acht Jahre nach «Yes we can 10.22

Preisschock bei der USS Zumwalt: 800.000 Dollar pro Schuss: Superzerstörer wird de facto entwaffnet

Die USS Zumwalt ist ein Schiff der Superlative. Sie ist der mächtigste Zerstörer, der je die See durchpflügte. Mit 16.000 Bruttoregistertonnen (BRT) ist sie so groß wie ein Schlachtkreuzer aus dem zweiten Weltkrieg. Außerdem ist das gewaltige Schiff mit der Stealth-Technik ausgerüstet und bleibt für das Radar unsichtbar. 

Doch leider hat die Zumwalt auch andere Superlative zu bieten und zwar in den beliebten Disziplinen Kostensteigerungen und Verzögerungen. Die Idee, eine ganze Flotte dieser Schiffe als Ablösung der Arleigh-Burke-Zerstörer zu bauen, wurde daher schon vor langer Zeit beerdigt. Nur noch drei Exemplare der Zumwalt-Klasse sollen gebaut werden. Die USS Zumwalt gilt nur noch als Technologieträger, als Studie dessen, was machbar ist.FS USS Zumwalt_9Uhr

Extreme Kosten

Nach Informationen von Defence News kommt eine weitere Herabwürdigung auf das stolze Schiff zu. Das Pentagon hat offenbar die Munition für die Hauptwaffen des Schiffes gestrichen. Ein einziger Schuss mit einer der 155-mm-Kanonen hätte satte 800.000 US-Dollar (etwa 720.000 Euro) gekostet. Das war dann selbst dem US-Militär zu teuer.

Es handelt sich allerdings nicht um eine normale Schiffskanone. Die Zumwalt besitzt ein sogenanntes Advanced Gun System (AGS). Neben der weitgehenden Automatisierung der Kanonen sollte vor allem die Munition (Long Range Land-Attack Projectile, LRLAP) überzeugen. Sie reicht über 120 Kilometer weit. Das geführte Lenkprojektil schlägt dabei extrem präzise ein. Stimmen die Zieldaten, könnte man vom Schiff aus sogar in Straßenkämpfe eingreifen.

Schrumpfen der Zumwalt-Flotte

So zumindest die Theorie. Allein die extremen Kosten machen den Einsatz der Kanone unsinnig. Die Idee hinter der smarten Kanone war, dass ihr Projektil günstiger ist als eine herkömmliche Lenkwaffe. Dieses Ziel wurde offenbar verfehlt: Eine Tomahawk-Rakete mit bis zu 2500 Kilometern Reichweite kostet ab 650.000 Euro. Das ist besonders bitter, weil die Entwicklung der Kanone recht störungsfrei verlief. Eine Quelle der Navy sagte zu Defence News: „Wir haben keine Probleme mit der Kanone und keine Probleme mit dem ganzen Schiff. Wir haben ein Problem mit dem Preisschild.“ Selbst die 800.000 Dollar seien eine optimistische Annahme: „Das dürfte vermutlich zu niedrig gegriffen sein. Das ist der Preis, den die Beschaffung erreichen wollte.“ Die extremen Kosten entstehen allerdings vor allem durch das Schrumpfen der Zumwalt-Flotte. Die geringen Stückzahlen führen zu höheren Produktionskosten, vor allem aber schlagen die umgelegten Entwicklungskosten zu Buche.

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Outdated vor dem Stapellauf

Letztlich wird die Zumwalt ein Opfer ihrer Verzögerungen. Noch vor einigen Jahren beschrieb man die neu eingeführten Geschütze im Kaliber 155 Millimeter – anstatt der üblichen 127 Millimeter – mit ehrfürchtigen Staunen, aber inzwischen entwickelt die Navy elektrische Railguns für ultraschnelle Projektile und forscht an Lasern, um feindliche Raketen abzuwehren. Eine Kanone mit verbesserter Reichweite wirkt da ziemlich altmodisch. Derzeit sieht es so aus, als würden die mächtigen 155-Millimeter-Geschütze der Zumwalt schon vor dem ersten Schuss zum alten Eisen gehören. Es gibt bereits Gerüchte über eine Modernisierung mit einer Railgun.

Das russische Pendant, die Lider-Class, setzt auf eine Bewaffnung mit Raketen und Cruise Missiles.

Billiger Ersatz gesucht

Trotz des Debakels wird die Zumwalt nicht gänzlich unbewaffnet über die Meere schippern können. Die Navy wird als Ersatz auf eine bestehende Entwicklung zurückgreifen. Es gibt mehrere Varianten gelenkter und reichweitengesteigerter Munition, die erprobt werden sollen. Gute Aussichten hat das ältere und erprobte Excalibur-Geschoss des Heeres. Bei der Excalibur liegen die Produktionskosten derzeit bei etwa 60.000 Dollar.

Sinn macht das Ganze allerdings auch nicht: Die Heeres-Munition hat mit weniger als 50 Kilometern eine sehr viel geringere Reichweite, als ursprünglich für die Zumwalt geplant war.

Zumwalt 18.55

Schnelle Lieferungen, Videos und Co.: Amazon Prime wird teurer – und monatlich kündbar

 Der Preis von Amazons Abo-Service Prime in Deutschland wird von 49 auf 69 Euro pro Jahr angehoben. Die Erhöhung gilt für Neukunden ab dem 1. Februar kommenden Jahres und für aktuelle Nutzer bei der Verlängerung vom 1. Juli 2017 an, wie Amazon am Dienstag ankündigte. Außerdem gibt es künftig die Möglichkeit, Prime monatlich für 8,99 Euro zu abonnieren. Aufs Jahr gerechnet ist diese Variante mit 107,88 Euro für 12 Monate aber noch einmal deutlich teurer.

Der Prime-Service ist für Amazon ein wichtiges Element zur Kundenbindung. In dem Abo gibt es unter anderem eine schnelle kostenlose Lieferung zum Teil bereits am selben Tag sowie den Zugang zu Filmen, TV-Sendungen und Musik. Mit seinem vernetzten Lautsprecher Echo (Hier schon ausprobiert) sowie den Bestell-Buttons für einzelne Marken-Artikel will Amazon gerade die Prime-Kunden überzeugen, alles mögliche bei dem weltgrößten Online-Händler zu kaufen.Amazon vs Supermärkte 15.08

Amazon Prime wird immer teurer

Zugleich stiegen mit dem Ausbau des Angebots und der Versand-Möglichkeiten auch die Kosten. In den USA hob Amazon den Preis 2014 von 79 auf 99 Dollar pro Jahr an. In Deutschland kostete Prime bei der Einführung 2007 mit lediglich kostenlosem Versand 29 Euro jährlich und verteuerte sich mit dem Ausbau des Angebots auf 49 Euro.amazon prime Apple TV 20.30h 

Gescheiterte Erdumrundung: Luft-Pionierin Amelia Earhart starb elend auf einer Pazifik-Insel

Amelia Earhart gehört zu der kleinen Gruppe der Luft-Pionierinnen der Vorkriegszeit. Das Schicksal der Amerikanerin blieb stets geheimnisumwittert. Beim Versuch, die Erde auf Höhe des Äquators zum umrunden, verschwand Earharts Flugzeug im Juli 1937 spurlos. Man vermutete stets, dass sie und ihr Begleiter bei dem Absturz starben.

Aber nun gibt es neue Hinweise auf ihr Schicksal. Die International Group for Historic Aircraft Recovery (TIGHAR) hat Zeichen gefunden, die darauf hindeuten, dass Amelia Earhart nicht bei dem Absturz starb, sondern sich auf das damals unbewohnte Eiland Nikumaroro retten konnte. Die Forscher glauben, dass ein Skelett, welches man dort bereits 1940 fand, von Earhart stammt.

Vergleich der Knochenstruktur

Das Skelett selbst haben die Forscher nicht zu Verfügung, ihre Theorie kann daher keinen 100-prozentigen Beweis erbringen. Aber Anhand des akribischen Vergleichs von Fotos des Skeletts und von Earhart sind sie der Meinung, dass die Knochenlängen exakt übereinstimmen. Ein wichtiger Hinweis für die Forscher heute, waren Earharts überproportional lange Unterarme. Diese Abweichung ließ sich auch bei dem Skelett nachweisen, das auch sonst einer Europäerin von Earharts Statur entsprach.

Aeromexico 11.41Ric Gillespie, der Direktor von  TIGHAR, sagte zu „CNN„: „Bevor wir das Skelett untersuchten, kannten wir auch nur die bekannte Theorie. Demnach ist Amelia Earhart am zweiten Juli 1937 bei dem Absturz gestorben. Aber es gibt ein letztes Kapitel in ihrem Leben. Sie hat Tage – wenn nicht Monate – ums Überleben gekämpft.“

Auswertung historischer Zeugnisse

Das Skelett ist nur ein Puzzlestein in dem Rätsel um Earharts Tod. Die Mitglieder von TIGHAR glauben zudem, dass Earhart zwischen dem zweiten und dem siebten Juli mehr als 100 Rettungsrufe absetzen konnten. Ein Beweis, dass sie die Maschine irgendwie zu Boden gebracht haben musste. „Es gibt Dokumente, die beweisen, dass Airlines diese Hilferufe 1937 empfangen hatten. Auch in den Zeitungen der Zeit glaubte man, dass sie noch lebte. Man hat Rettungsmaschinen zu den Inseln geschickt, von denen die Signale hätten stammen können. Nur als man kein Flugzeugwrack finden konnte, hat man sich auf das offene Meer konzentriert.“

Aussichtsloser Kampf

Gillespiel vermutet, dass das Wrack am Strand lag und von den Wellen ins Meer gespült wurde. „Sie lebte eine ganz Zeit auf der Insel. Wir haben Aufzeichnungen über Rettungsfeuer. Gemessen an den Knochenfunden von Vögeln und Fischen hat sie Wochen, wenn nicht Monate dort überlebt.“ Earharts Navigator Fred Noonan soll vorher gestorben sein. Schon in den ersten Rettungsrufen hat Earhart ihn als verletzt bezeichnet.

Am Ende muss es ein aussichtsloser, furchtbarer Kampf ums Überleben gewesen sein. Selbst das lebenswichtige Wasser ließ sich auf Nikumaroro nur aus der Vegetation gewinnen, denn es gibt keine Trinkwasserquelle. So konnte Earharts das Verdursten aber nur herauszögern. Als keine Rettung kam, wird sie doch an Wassermangel und unzureichender Ernährung elend zugrunde gegangen sein. 

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