Thermomix-Woche: Teil 3: Diesmal bringe ich Schokolade zum Schmelzen – und meinen Mitbewohner

Selbsternannte Hüter der deutschen Kochkultur fühlen sich von Koch-Banausen wie mir auf den Plan gerufen. Vor allem auf Facebook: „So ein Gerät ist kulturlos und tötet den spirituellen Aspekt des Kochens“. Meine Antwort auf diese und ähnliche verbale Attacken: „Mir doch Latte, heute gibt’s Lasagne“Thermomix1_11Uhr

Kochen gegen Widerstände

Da mir die Rolle in der Koch-Opposition irgendwie gefällt, setze ich noch einen drauf und entscheide mich für die vegetarische Version: Kürbis-Lasagne. Neu an diesem Rezept: Es steht in keinem der mitgelieferten Kochbücher. Die „Guided cooking“ Funktion, die mich bisher so fasziniert hatte, fällt aus und ich benutze den Thermomix als „bessere Küchenmaschine“. Häckseln, dünsten, kochen, nix brennt an – scheint mir auch für die Zubereitung der Lasagne-Grundmasse von Vorteil zu sein.

Damit aus der Tomaten-Kürbismasse kein Einheitsbrei wird, verlasse ich mich beim Häckseln strickt auf die Angaben aus dem Vorwerk-Rezeptportal. Dort stellen andere Thermomix-Jünger ihre Lieblingsrezepte ein. Ganz auf mich gestellt bin ich heute also nicht. Es gelingt und die Konsistenz ist super. Wie machen das eigentlich die Puristen? Die eigentliche Arbeit übernimmt heute der Backofen und ich frage mich zum zweiten Mal, wie es mit dem guten Essen funktioniert, wenn man sich gegen die Errungenschaften der modernen Küchentechnik wehrt. Lasagne im Lagerfeuer gegart?Thermomix Titel

Noch glaube ich an das Wunderwerk

Ich fühle mich mittlerweile schon fast als Teil einer Sekte und bewundere die Kochpuristen vielleicht doch ein kleines bisschen. Sie machen, was Ihnen gefällt, und nicht, was die Computerstimme vorgibt. Moment! Werde ich gerade schon wieder größenwahnsinnig? Für mich heißt die Frage nicht „Thermomix vs. Handarbeit“, sondern „Thermomix vs. Tiefkühlpizza“. Noch habe ich meine Koch-Herkunft nicht vergessen und bete ehrfürchtig zu meinem neuen Elektro-Küchengott.

Thermomix_V03_14UhrZum Nachtisch gibt es Mousse au Chocolat. Schokolade zum Schmelzen zu bringen, ohne dass sie anbrennt- habe ich mir immer schwierig vorgestellt. Der Thermomix spielt an dieser Stelle mit punktgenauer Temperaturauswahl seine Stärken aus – das Ergebnis kann sich sehen lassen. Nachdem ich mich jahrelang bei meinem Mitbewohner Paul (ein grandioser Koch aus der Puristen-Fraktion) durchschmarotzt habe, freue ich mich, dass heute etwas für ihn übrig bleibt.

Sein Facebook-Kommentar: „Wenn der Thermomix piept, schmeißt Heiner Zutaten rein – kochen ist das nicht, schmeckt aber mega“. Danke Paul!Thermomix Titel

Sprachsteuerung: Siri war eine Revolution – warum es jetzt zum Problemfall wird

Als Tim Cook 2011 das iPhone 4s vorstellte, hatte Apple für das überarbeitete iPhone 4 vor allem ein Killer-Feature parat: Die digitale Assistentin Siri ließ die Zuschauer damals mit offenen Mündern zurück. So gut hatte Sprachsteuerung vorher noch nie funktioniert. Seitdem ist viel passiert. Und Apple hat mächtig den Anschluss verloren. Das könnte noch schwere Folgen haben.

Denn obwohl Siri mittlerweile auch auf dem iPad, dem Mac und der Apple Watch zu finden ist und jede Menge neuer Funktionen gelernt hat, haben die Konkurrenten nicht nur aufgeholt, sondern Apple regelrecht abgehängt. Google Now und Amazons Assistentin Alexa sind zuverlässiger, cleverer und werden immer schlauer, wenn das auch im Deutschen meist etwas schlechter klappt als in ihrer Muttersprache Englisch. Siri dümpelt dagegen etwas vor sich hin. Für den etablierten Tech-Journalisten und Apple-Experten Walt Mossberg Grund genug in einem aktuellen Essay zu fragen: „Warum wirkt Siri eigentlich so dumm?“ Die Antwort könnte Apple noch vor Probleme stellen.Google Pixel etc_21Uhr

Komplexe Aufgaben kann Siri nicht

Mossberg bemängelt vor allem, dass Siri kaum in der Lage ist, komplexere Fragen zu beantworten und an vielen Handlungsanweisungen scheitert, die Google Now problemlos meistert. Auf Anfrage sagte ihm Apple, man konzentriere sich vor allem auf Alltags-Aufgaben. Die meisten Nutzer nutzten Siri nämlich auch nur für ganz einfache Aufgaben. Etwa, um einen Wecker zu stellen oder einen Freund anzurufen. Mossberg fragt sich aber völlig zu recht, ob das nicht nur deshalb der Fall ist, weil die Nutzer eben wissen, das Siri an schwierigeren Fragen scheitert.

Und diese schwierigeren Aufgaben dürften in Zukunft eher zunehmen, zumindest bei der Konkurrenz. Google hat mit seinem Smartphone Pixel gerade auch einen neuen Assistenten namens Google Assistant vorgestellt. Der wird wie Siri per Sprache gesteuert, beherrscht aber Konversationen auf einem ganz anderen Level. Er kann bei unklaren Angaben konkret nachfragen, komplexe Zusammenhänge verstehen und selbstständig Informationen aus anderen Quellen miteinander verknüpfen. Ziel ist, durch maschinelles Lernen und eine immer ausgeklügeltere Spracherkennung echte Gespräche mit Maschinen zu ermöglichen. Ein echter Assistent eben.Amazon Echo ausprobiert 17.35h

Maschinengespräche sind die Zukunft

Daran arbeiten auch andere Silicon-Valley-Riesen wie Amazon, Microsoft und Facebook. Amazon hat gerade seinen sprachgesteuerten Lautsprecher Echo für Deutschland angekündigt, der nicht nur Musik abspielt und Wikipedia-Einträge abruft, sondern auch online einkaufen und smarte Hausgeräte steuern kann. Microsofts Cortana ist seit Windows 10 fester Bestandteil des Betriebssystems. Facebook, Microsoft und Google setzen zudem auf Chat-Bots um die Sprachsteuerung in Chats auszulagern und so auch in der Ubahn nutzbar zu machen. Die Zukunft des Computers und der Heimsteuerung sehen also immer mehr Unternehmen im Gespräch mit der Maschine.

Siri sieht dagegen mittlerweile ziemlich alt aus. Laut Mossberg kannte sie zum Beispiel nicht mal die Namen der beiden US-Präsidentschaftskandidaten, was Apple wohl mittlerweile behoben hat. Dass Siri so weit hinterher ist, dürfte vor allem mit einer grundlegenden Entscheidung Apples zu tun haben: Der Konzern wirbt seit einigen Jahren damit, dass man anders als die Konkurrenz nicht ausführlich die Nutzerdaten analysiert. Und bei maschinellem Lernen wird das langsam aber sicher zu einem Problem.Amazon Echo Google Apple Datensammler_10.30

Schlauer durch Datenhunger

Google, Amazon und Co. haben keinerlei Skrupel, alle Daten ihrer Nutzer auszuwerten, um die eigenen Produkte besser zu machen. Dadurch können sie über einen schier unerschöpflichen Pool von Daten zurückgreifen, was zu immer schlaueren Assistenten führt. Die werden dann noch mehr genutzt – und der Datenberg ist wieder ein Stück gewachsen. Apple hält Siri aus Datenschutz-Gründen viele Daten vor, die bei dann aber zum Lernen fehlen. Die Nutzer trauen Siri dann aus Erfahrung weniger zu – und Siri verliert den Anschluss.

Im nächsten Jahr könnte der Rückstand besonders drastisch sichtbar werden: Mit Home hat Google den Assistant für Zuhause angekündigt, im Prinzip Googles Version von Echo. Auch Apple soll an einer solchen Siri-Box arbeiten. Wenn die auf demselben Stand ist wie Siri, dürften die meisten Nutzer arg enttäuscht sein. Genervt den Termin selbst einzutragen, weil Siri mal wieder nichts versteht, ist eine Sache. Bei einer Box, die nur durch Sprache steuerbar ist, wären solche Aussetzer unverzeihlich. Apple muss sich also etwas einfallen lassen.ING_Cookiemonster 19.40h

Von wegen clevere Technik: Wlan-Wasserkocher: Brite hat erst nach elf Stunden eine Tasse Tee

Intelligente Kühlschränke, Waschmaschinen mit Wlan: Die Elektronikhersteller versprechen uns mit dem „Internet of Things“ eine schillernde Zukunft, in der etwa das Heizungsthermostat automatisch bei geöffnetem Fenster heruntergedreht wird. Doch ganz so clever, wie es die Unternehmen versprechen, ist die Technik dann meist doch nicht. Das zeigte zuletzt der Fall von Mark Rittman, dessen Kampf mit einem smarten Wasserkocher derzeit in Großbritannien für amüsierte Schlagzeilen sorgt.

Eigentlich wollte sich Rittman morgens um 9 Uhr nur – very British – einen Tee kochen. Und weil der Datenspezialist aus dem beschaulichen Hove direkt am Ärmelkanal auch an die Zukunft des smarten Zuhauses glaubt, hatte er sich einen modernen Wifi-Wasserkocher (Smarter iKettle) für knapp 100 Pfund zugelegt. In der Theorie kann der das Wasser bequem vom Bett aus zum Kochen bringen. In der Praxis aber funktionierte: nichts.SmartHome IFA 2016 18.30h

Elf Stunden für eine Tasse Tee

Schon beim Verbinden mit dem heimischen Funknetzwerk hakte es an allen Ecken und Enden, denn der Kettle wollte sich einfach nicht mit dem Wlan und der passenden Smartphone-App verbinden. Die meisten Personen hätten vermutlich nach 15 Minuten genervt aufgegeben und einfach einen Topf auf die Herdplatte gestellt, aber nicht Rittman.

Amazon Echo ausprobiert 17.35hAuch nach drei Stunden hatte der Brite noch nicht das Handtuch geworfen. Sein Ziel: Den Wasserkocher mit Amazons Sprachlautsprecher Echo zu steuern. Dafür fehlt dem Gerät aber die nötige Schnittstelle, die Rittmann kurzerhand selbst entwickelte. Immer wieder entdeckte er neue Probleme, erst nach elf Stunden funktionierte alles wie gewünscht: Der iKettle konnte mit einem Sprachbefehl gestartet werden.

Von wegen Smart Home

In den sozialen Netzwerken wurde das Experiment des Bastel-Briten schnell zum Gesprächsthema, denn Rittman postete seinen Fortschritt immer wieder auf Twitter. Während einige seine Odyssee amüsiert kommentierten, legten andere ihm nahe, doch einfach einen normalen Wasserkocher zu kaufen. Für Rittman ist das keine Option, denn er will ein smartes Haus bauen. Doch es wartet noch viel Arbeit auf ihn: Während des Abendessens schalteten sich die smarten Lampen im Haus ab, weil ein Firmware-Update eingespielt wurde. Diesmal konnte er sich aber immerhin einen Beruhigungstee kochen.Ifa kuriositäten 10.50

Playstation VR: Das müssen Sie zu Sonys High-Tech-Brille wissen

Die Virtuelle Realität (VR) gilt als das nächste große Ding. Google treibt die Technik bei seinen Android-Smartphones voran und will die Technik für jedermann zugänglich machen, HTC und Oculus richten sich eher an Profi-Gamer, die bereit sind, tief in den Geldbeutel zu greifen. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft startet nun auch Sony in die Virtuelle Realität: Seit heute gibt es Playstation VR (PS VR), eine Datenbrille für die Heimkonsole. Mit 399 Euro ist sie kein Schnäppchen und sogar teurer als die eigentliche Konsole, dem Hype hat das aber nicht geschadet: Die PS VR ist deutschlandweit weitgehend ausverkauft, man bekommt sie nur vereinzelt im Elektrofachhandel. Doch was kann PS VR eigentlich? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wie funktioniert Playstation VR?

PS VR ist ein Virtual-Reality-Headset. Setzt man die „Brille“ auf, blickt der Nutzer mit jedem Auge auf ein eigenes Display. Das Bild ist auf beiden Augen leicht unterschiedlich, wodurch ein 3D-Effekt entsteht, der die Immersion verstärkt. Verschiedene Sensoren und eine Kamera registrieren die Kopf- und Körperbewegungen des Nutzers, daraufhin wird der Blickwinkel in die virtuelle Welt verändert – man taucht quasi direkt in die 3D-Welt ein und kann sich in ihr bewegen. Die Steuerung funktioniert mit dem Dualshock-Controller, der jeder Playstation 4 beiliegt.Rise of the Tomb Raider 17.45

Wie ist die Qualität?

Optisch machen die Spiele auf der Oculus Rift oder der HTC Vive eindeutig mehr her, weil die Auflösung höher ist. Dafür kosten die Systeme samt PC aber auch mehr als 1000 Euro. Im Vergleich zu Smartphone-Brillen (etwa Samsungs Gear VR) bietet Sonys Playstation-Headset wiederum das bessere VR-Erlebnis, weil der Controller und die Bewegungserkennungen mehr Möglichkeiten mitbringen. Am Ende bietet Sony ein Produkt, das nicht revolutionär ist, aber für die meisten Nutzer ausreichend sein dürfte.

Ein Problem dürfte für manche Spieler „Motion Sickness“ (Bewegungskrankheit) sein. Durch die Trennung von optischer und körperlicher Wahrnehmung entsteht ein Übelkeitsgefühl ähnlich der Seekrankheit. Das Problem betrifft aber nicht jeden Spieler.

Benötige ich zwingend eine Playstation?

Ja. Playstation VR funktioniert nur im Zusammenspiel mit einer Playstation 4. Andere Systeme wie eine Xbox One, ein PC oder Smartphones werden nicht unterstützt.

Was kostet PS VR?

399 Euro.Sony stellt neue PS-Varianten vor 2300

Brauche ich noch weiteres Zubehör?

Neben der Konsole und einem Dualshock-Controller ist weiterhin eine Playstation-4-Kamera (60 Euro) zwingend notwendig, diese ist allerdings nicht im Lieferumfang enthalten. Optional sind die Move Motion-Controller (um die 80 Euro), das sind Stäbe mit einer bunten Kugel an der Spitze, mit der genauere Bewegungen in der Virtuellen Realität möglich sind. Einige Spiele (etwa Batman VR) verlangen die Motion-Controller, der Großteil lässt sich aber mit dem herkömmlichen Gamepad steuern. Allerdings ist die Steuerung mit dem Move-Controller ein völlig neuartiges Erlebnis im Vergleich zum herkömmlichen Dualshock-Gamepad. Wer bereits die Move-Controller der PS3 besitzt, braucht sich übrigens keine neuen kaufen.

Lohnt sich das Warten auf die Playstation 4 Pro?

Am 10. November kommt die neue, überarbeitete Playstation 4 Pro. Sony betont ausdrücklich, dass PS VR auch mit der herkömmlichen Playstation 4 funktioniert. Das neue Pro-Modell bietet allerdings deutlich mehr Rechenpower, vermutlich dürften einige VR-Games damit besser aussehen. Wer schon eine PS4 besitzt, muss nicht umsteigen – für Neueinsteiger könnte sich das Warten aber lohnen.08-Sony zeigt neue Playstation-5116487135001

Sind Spiele im Lieferumfang enthalten?

Käufer der PS VR können sich im Playstation Store kostenlos „Playroom VR“ herunterladen. Die Spielesammlung ist aber nur eine große Demo der Möglichkeiten, die Playstation VR bietet – quasi eine Art Wii Sports, nur eben für die Playstation 4. Gelegenheits-Daddler werden damit ihre Freude haben, Hardcore-Gamer dürften von den Minispielen aber schnell gelangweilt sein. Im Karton der PS VR ist außerdem eine Disc mit acht Demo-Versionen von Spielen beigelegt, etwa für die Roboter-Basketball-Shooter „Rigs“.

Die meisten VR-Spiele kosten zwischen zehn und 20 Euro, was vor allem für anspruchslose Mini-Spiele wie „Tumble VR“ und „Headmaster“ eindeutig zu viel ist. Hier hätten wir eher Preise um die fünf Euro erwartet. Auch bekannte Marken wie „Batman: Arkham VR“ (20 Euro) bieten nur Spielzeiten von ein bis zwei Stunden – hier steht klar das neuartige Erlebnis im Vordergrund. Echte Kaliber wie „Uncharted 4“ gibt es bislang nicht, einer der vielversprechendsten Titel in der Pipeline ist die VR-Version von „Resident Evil 7“.

Das sind die Starttitel (Auswahl)

The Playroom VR

Battlezone

Rigs Mechanized Combat League

Superhypercube

DriveClub VR

Sports Bar VR

Tumble VR

Until Dawn Rush of Blood

Here They Lie

Hustle Kings VR

Super Stardust Ultra VR

Invasion
Playstation VR Worlds

EVE: Valkyrie

EVE: Gunjack

Kismet

Batman Arkham VR

Job Simulator

Waddle Home

Thumper

The Assembly

Bound

Rise of the Tomb Raider (eine Episode in VR)

Harmonix Music VR

Loading Human

Wayward Sky

Headmaster

Super Stardust Ultra VR