Tesla macht Radar zum Herzstück der «Autopilot»-Funktion

Tesla hat rund vier Monate nach dem ersten tödlichen Unfall mit seinem Fahrassistenz-System «Autopilot» eine neue Version der Software mit tiefgreifenden Änderungen angekündigt.

Zum einen werde sich die Technik stärker auf Radar statt Kameras verlassen, erklärte der Elektroauto-Anbieter in einem Blogeintrag am späten Sonntag.

Zum anderen sollen die Fahrer deutlicher gedrängt werden, die Hände auch bei eingeschaltetem System am Lenkrad zu lassen. Nach mehrfacher automatischer Aufforderung dazu schaltet sich «Autopilot» ab und kann erst wieder aktiviert werden, wenn das Fahrzeug zwischenzeitlich geparkt wurde.

Bei dem Todescrash in Florida im Mai war ein Tesla unter einen Lastwagen-Anhänger gerast, der die Straße überquerte. Nach damaligen Angaben von Tesla könnte das System die weiße Seitenwand des Anhängers für ein hochhängendes Autobahnschild gehalten haben.

Zunächst hatte es auch geheißen, weder der Fahrer, noch die Technik hätten den Anhänger vor dem Hintergrund eines hellen Himmels gesehen. Die US-Verkehrsaufsicht ermittelt in dem Fall, der auch Kritik ausgelöst hatte, Tesla könnte voreilig mit unausgereifter Technologie auf den Markt gegangen sein.

Tesla-Chef Elon Musk schloss jetzt nicht aus, dass der Unfall mit Hilfe des Radars möglicherweise verhindert worden wäre. «Es würde ein großes Objekt aus Metall über die Straße hinweg erkennen», zitierte Musk unter anderem das «Wall Street Journal».

Ursprünglich sei Radar zu «Autopilot» nur als Zusatz zur Erkennung der Umgebung per Kameras hinzugefügt worden, schrieb Musk in dem Blogeintrag. Inzwischen glaube Tesla, dass Radar der zentrale Sensor des Systems sein könne. Zugleich schränkte der Tesla-Chef ein, dass Objekte aus Metall bei Radar-Sensoren zu Fehlalarmen führen könnten. Etwa könne eine weggeworfene Getränkedose, die mit dem eingewölbten Boden zum Sensor liegt, als ein großes Hindernis erscheinen. Auch bei hochhängenden Autobahnschildern vor Hügeln könnten Radar-Daten eine drohende Kollision vermuten lassen.

Tesla wolle falsche Alarme durch eine präzisere Erfassung der Objekte und eine Geodatenbank mit festen Fehlerquellen in der Umgebung vermeiden. Dabei werden Informationen von vorbeifahrenden Tesla-Autos online gespeichert, damit sich die Software in anderen Fahrzeugen des Herstellers danach richten kann.

Die nächste «Autopilot»-Version 8.0 solle in einigen Wochen als automatisches Update per Funk in die Autos geladen werden.

Insgesamt solle das Tesla-System «fast immer» die richtige Brems-Entscheidung treffen, selbst wenn ein UFO bei schlechtesten Sichtbedingungen auf der Straße landen sollte, schrieb Musk in seiner üblichen Manier. Der Tesla-Radar solle auch unter dem vorherigen Fahrzeug nach vorn sehen können. «Das Auto davor stößt vielleicht mit dem UFO in dichtem Nebel zusammen, aber der Tesla nicht.»

Privatsphäre ade: Google zeichnet alles auf, was Sie sagen – hier können Sie es sich anhören

Obwohl man ja eigentlich weiß, dass Google wirklich auch das letzte Detail aus unserem Leben kennen will, schafft es der Suchmaschinen-Gigant doch immer wieder, uns mit dem Ausmaß seiner Sammelwut zu erschrecken. Oder wussten Sie, dass wirklich alles, was Sie der Sprachsuche sagen, auch als Audiodatei gespeichert wird? Von den Unmengen an Hosentaschen-Aufnahmen mal ganz abgesehen. Denn auch die werden von Google fleißig gesammelt.

Wer sich das ganze Ausmaß seines Privatsphäre-Albtraums mal vor Augen führen möchte, findet auf dieser Seite alle Aufnahmen, die Google zum entsprechenden Account gesammelt hat. Und das sind zumindest bei Android-Nutzern in der Regel eine ganze Menge – selbst, wenn man die Suche über den Sprachbefehl „OK Google“ eigentlich gar nicht nutzt.Diese sechs Links verraten, wa… Privatsphäre? Fehlanzeige! (2154027)

Auch private Momente gespeichert

Die Aufnahmen sind häufig mit einem Transkript versehen, man sieht also, wonach genau man per Sprache gesucht hat. Geht man die Aufnahmen durch, fällt auf, dass eine ganze Reihe von ihnen nur lapidar mit „Kein Transkript verfügbar“ beschrieben werden. Dabei sind das die besonders brisanten Aufnahmen. Hört man sie sich genauer an, wird schnell klar: Google speichert auch völlig selbstverständlich Aufnahmen, die mit Suchen so gar nichts zu tun haben und ganz aus Versehen entstanden.

Da sind dann plötzlich die Kinder beim Spielen zu hören, längere Gesprächsfetzen von Kollegen oder Musik aus dem Autoradio. Extrem private Aufnahmen wie von der Toilette, aus persönlichsten Gesprächen oder aus dem Schlafzimmer dürfte Google ebenfalls in Massen gespeichert haben – ohne, dass die Betroffenen davon wissen.Android Stagefright Analyse 16.52

So knipsen Sie die Abhörmaßnahme ab

Zum Glück lässt sich die weitere Aufnahme abschalten. Dazu klicken Sie auf der Audio-Seite links auf „Aktivitätseinstellungen“. Scrollen Sie nun hinunter bis zu „Sprach- & Audioaktivitäten“ und legen Sie den Schalter so um, dass er ausgegraut ist, und bestätigen Sie mit „Pausieren“. Auf dieser Seite können Sie auch eine Menge anderer gespeicherter Aktivitäten wie den Browser-, den Standort- oder den Youtube-Verlauf ein- und ausschalten. Welche Daten Google im Allgemeinen über Sie gesammelt hat, erfahren Sie in diesem Artikel.

Gelöscht sind die bisherigen Aufnahmen dann aber immer noch nicht. Dazu müssen Sie auf der Übersicht mit den Aufzeichnungen oben rechts auf das Symbol mit den drei Punkten klicken und dann auf „Aktivitäten löschen von“ wählen. Öffnen Sie das Klappmenü beim Punkt „Heute“ und markieren Sie nun „Gesamt bisher“. Klicken Sie zu guter Letzt auf „Löschen“ und „OK“.Batterie zu klein? So pimpt ma… „Life Hacks“ (2173986)

Sheffield in England: Mann gibt Frau Drink aus – und will zwei Wochen später sein Geld zurück

Ein paar Tränen-lachende Smileys musste Abby Fenton natürlich schon zurückschicken. Wer schreibt einem denn auch ernsthaft zwei Wochen nach einem Treffen im Club und fragt, ob er das Geld für einen Drink zurückhaben kann? Aber nach der Smiley-SMS kehrte sie schnell ins Seriöse zurück. Die beste Reaktion auf etwas Absurdes ist schließlich häufig eine ganz ernst gemeinte Antwort. 

Abby Fenton aus dem britischen Sheffield hat vor wenigen Tagen ihre SMS-Konversation mit einem Mann veröffentlicht, der sie zwei Wochen zuvor in einem Club ansprach. Der Tweet ging viral, weil Freunde und der Club ihn verbreiteten. Der britischen Boulevard-Zeitung „Dailymail“ schilderte Fenton, was passiert war. Sie wollte einfach nur mit Freunden feiern. Ein ganz normaler Club-Abend am Wochenende eben. Der Mann habe sie angesprochen und ihr einen Wodka-Cola-Drink ausgegeben. Sie unterhielten sich kurz und tauschten anschließend Nummer aus. Zu mehr kam es nicht.

„Kann ich das Geld zurückhaben?“

Doch zwei Wochen später kam dann diese Nachricht. „Hi. Hoffe es stört dich nicht, meine Liebe, aber kannst Du mir 6,50 Pfund überweisen?“. Abby Fenton reagierte zunächst perplex: „Wer bist du? Hahaha“, antwortete sie. Daraufhin schrieb er: „Liam aus dem Viper Room von vor ein paar Wochen. Ich hab‘ dir einen Drink gekauft. Kann ich das Geld dafür zurückhaben? Ich schicke dir meine Kontodaten. Danke.“

An der Stelle mussten erst einmal die Smileys raus. Aber wie gesagt: Fentons zweite Reaktion war dann eine andere. „Kein Problem. Was sind deine Bank-Details?“, antwortete sie. Sie hat das Geld also zurücküberwiesen. Der „Dailymail“ verriet sie, warum.

„Ich habe direkt bezahlt. Am Anfang fand ich zwar, dass es wirklich kleinlich ist.“ Aber dann habe sie an den Abend zurückgedacht. Ihr sei im Club aufgefallen, dass er „nicht so gut gekleidet“ gewesen sei. „Ich schaue immer auch auf die Schuhe und mir fiel auf, dass es Primark-Schuhe waren“, sagte sie der „Dailymail“. „Also dachte ich mir, vielleicht braucht er das Geld wirklich.“

Was wirklich hinter der Aktion steckt, lässt sich wohl nur schwer klären. Seit Fenton das Geld überwiesen hat, hat sich Liam nicht wieder gemeldet. Fest steht nur: Bei der Frage Geld oder Liebe entschied sich Liam in dem Fall eindeutig für das Geld. Aus welchem Grund auch immer.

Im Fat-Suit zum Date Tinder-Experiment (2141245)

Absurder Tweet: Firma fragt Frau, ob sie immer noch im Fahrstuhl steckt – nach sieben Monaten

Es ist der Albtraum vieler Menschen: Während der Fahrstuhlfahrt gibt es auf einmal einen Ruck, komische Geräusche – und dann geht nichts mehr. Der Fahrstuhl steckt fest, man ist in der engen Kabine gefangen. Da kann die Rettung nicht schnell genug kommen. Doch wie erreicht man die am besten? Amanda Carpenter versuchte es per Twitter – und erhielt nun sieben Monate später eine Antwort.

„Leute. Ich hänge in einem Amtrack-Fahrstuhl im Flughafen Baltimore fest. Hilfe?“, schrieb die Amerikanerin am 14. Februar an ihre 90.000 Follower. Sie war zu dem Zeitpunkt PR-Direktorin des republikanischen Politikers Ted Cruz, als der noch gegen Donald Trump um die Präsidentschaftskandidatur antrat.

Besonders bitter: Im Fahrstuhl war auf einem Hinweisschild das Datum für die nächste Inspektion angegeben. Eigentlich hätte der Lift also gar nicht im Einsatz sein dürfen – seit knapp neun Monaten. In dem Tweet, auf dem sie ihren Followern die abgelaufene Plakette zeigt, spricht sie aber schon vom Fahrstuhl „in dem ich gefangen war“. Sie wurde also in der Zwischenzeit befreit. Die Tweets lagen eine gute Stunde auseinander. Der Albtraum dauerte also nicht allzu lange.

Um so verwunderter dürfte Carpennter gewesen sein, als sich vergangene Woche auf einmal der offizielle Amtrak-Account bei ihr meldete – um mal nachzuhorchen, ob sie noch feststecke. „Tut uns leid das zu hören“, schrieb man ihr. „Sind sie immer noch in dem Fahrstuhl?“

Die irritierte Antwort Carpenters: „Oh, danke der Nachfrage. Aber ich war vor Monaten eingesperrt. So um den letzten Februar herum? Ha.“

Zur Ehrenrettung von Amtrak muss man sagen, dass dem Account nur ein kleiner Irrtum unterlaufen war. Jemand hatte Carpenters Tweet aus dem Februar kurz vorher nochmal retweetet, offensichtlich hatte die Person, die Amtraks Account betreut, nicht aufs Datum geschaut.

Damals hatte der Hersteller schnell reagiert: Obwohl Carpenter nur die Firma erwähnt, sie aber nicht selbst angeschrieben hatte, meldete sich Amtrak beim ersten Mal nach nur 16 Minuten bei ihr – um ihr zu sagen, dass die Zuständigen am Flughafen bereits informiert seien.

Da haben im Fahrstuhl Gestrandete auch schon mal länger auf die Reaktion des Hausmeisters vor Ort gewartet.

Chaos ums Galaxy Note 7: Warum Samsung froh sein kann, dass Apple gerade das iPhone 7 zeigte

Eigentlich sollte es das beste Android-Smartphone des Jahres werden: Das Galaxy Note 7 strotzt vor Kraft, hat eine Spitzenkamera, eine tolle Stiftsteuerung und sieht außerdem schick aus. Und auch die Verkaufszahlen scheinen bisher alle Erwartungen übertroffen zu haben. Doch dann die Hiobs-Botschaft: Der Akku des Riesensmartphones kann beim Aufladen explodieren, es traten gleich mehrere Fälle auf. Samsung entschied sich zum Rückruf. 

Der könnte das Unternehmen Unsummen kosten, von den verlorenen Verkäufen durch die PR-Katastrophe mal ganz abgesehen. Und doch hätte die ganze Geschichte mit einem geringfügig anderen Timing deutlich schlimmere Konsequenzen für Samsung haben können.

Gutes Timing für schlechte NachrichtenSamsung Galaxy Note 7: Verkauf wegen Qualitätskontrollen gebremst 11.04

Zum einen kamen die ersten Fälle ans Licht, als das Note 7 in vielen Ländern noch gar nicht im Handel war. Der Rückruf kostet so zwar immer noch jede Menge Geld. Mit zig Millionen verkauften Geräten hätten aber schnell einige Milliarden dazu kommen können. Und auch die Anzahl der durch Brände geschädigten Note-Besitzer fiel verhältnismäßig klein aus. 35 Geräte mit defekten Akkus seien dem Unternehmen bis zum ersten September bekannt gewesen, verkündete Samsung in der Erklärung zum Rückruf. Seitdem dürften zwar ein paar dazugekommen sein. Wäre dasselbe bei einem Gerät mit noch größerer Käuferbasis wie dem schon seit Monaten verkauften Galaxy S7 oder einem iPhone passiert, wäre der Sturm vermutlich deutlich stärker ausgefallen.

Welche Folgen die explodierenden Akkus zeigen, ist im Internet gut dokumentiert. Ein Reddit-Nutzer etwa postete Bilder seines verschmorten Note 7, auch das Kopfkissen, auf dem es beim Laden lag, hat deutliche Brandspuren. In den USA sollen in zwei Fällen die Folgen noch drastischer ausgefallen sein: Ein Jeep Cherokee soll durch das Aufladen des Note am Zigarettenanzünder ausgebrannt sein, eine Garage soll ebenfalls durch ein aufladendes Note Feuer gefangen haben. Kein Wunder, dass einige Airlines eingeschaltete oder gar ladende Note 7 auf ihren Flügen verbieten und die US-Verbraucherschützer gleich vom Kauf abraten. iPhone 7 Handson 6.30h

iPhone 7 statt Note 7?

Insofern ist es vielleicht gar nicht so schlecht, dass Apple ausgerechnet in der Mitte von Samsung PR-Supergau sein neues iPhone 7 vorstellte. Die Augen der Technik-Welt lagen auf Tim Cooks Bühne, Samsungs Note-Debakel geriet wenigstens für kurze Zeit aus dem Fokus. Klar, viele potenzielle Käufer könnten nun wegen der Geschichte zu Apples neuem Smartphone greifen, statt zum Note 7. Wäre das iPhone aber eine Woche später gekommen, hätten es vermutlich noch mehr Menschen mitbekommen – und erst recht das iPhone gekauft.02-Brandgefahr: Samsung ruft Galaxy Note 7 zurück-5109660110001