Dokumentation zu Ashley Madison: Peinliche Bekenntnisse und zerstörte Familien – die Folgen des Fremdgeh-Leaks

Im Jahr 2015 wurden die Daten von über 30 Millionen Mitgliedern der Datingplattform Ashley Madison geleakt. Das war der Mega-Gau für Fremdgeher, denn es kamen nicht nur Usernamen und Mailadressen ans Licht, sondern die tatsächlichen Namen und eine Geschichte ihrer Eskapaden im Dating-Dschungel. 

Nach der ersten Aufregung wurde es ruhiger um den Skandal, die Hacker des Impact Teams wurden nie enttarnt. Nun hat sich die britische Dokumentation „Sex, Lies and Cyber Attacks“ des Senders Channel 4 mit den verheerenden Folgen des Leaks beschäftigt. Die US-Medien sprachen damals von einem „Weihnachtsfest im September für Scheidungsanwälte“.

Aktive Kundin auf Ashley Madison

Ashley Madison Machenschaften_20UhrTamsin S. (alle Namen in der Sendung wurden geändert) ist eine unverheiratete Marketingfrau aus Virginia. Ihr Leben hatte sie in traditionellen Beziehungen verbracht, dann entdeckte sie die „diskreten Beziehungen“ der Datingsite. „Ich war verrückt nach dem Abenteuer am Nachmittag – nach der schnellen Nummer.“ Die offenherzige Tamsin, eine Frau in den besten Jahren, benutze die Seite intensiv. Sie wundert sich noch heute, wie schüchtern Männer sind. „Am Anfang zögern sie immer. Wenn du beginnst zu reden, wollen sie wissen, ob es dich wirklich gibt. Ob du gern in Amerika lebst.“ Smalltalk eben, den sie als Frau durchbrechen musste. „Wenn man dann mehr zu Sache kommt, haben sie alle das unwiderstehliche Verlangen, dir Bilder von ihrem Schwanz zu schicken. Manchmal als erstes Bild. Du weißt dann nicht mal, wie ihr Gesicht aussieht.“

Tamsin erinnert sich genau an den Tag des Datenleaks. „Ich saß in einem Meeting, als plötzlich mein Handy über den Tisch tanzte. Ich schaute drauf und so viele Namen flimmerten über den Screen. Namen, von all den Männern, mit denen ich Kontakt auf Ashley Madison hatte. Ich dachte, ich falle in Ohnmacht.“ Selbst ungebunden, erwartete Tamsin zu Hause keinen Gefühlsturm eines eifersüchtigen Partners. „Ich musste mit einigen Männern sprechen. Ihre Frauen waren am Boden zerstört und die Männer wollten einfach reden.“

Betrug mit Sex-Bots

Andere User wie Christopher R. verstehen die ganze Aufregung um Ashley Madison nicht. Christopher sagt, er sei schlicht betrogen worden. Er hat für den Chat mit über 200 Frauen bezahlt. Er ist sich aber sicher, nur mit Bots gechattet zu haben. „Vielleicht war eine einzige echte Frau dabei.“

02-Im Strip-Club erwischt: Frau zerrt Freund von der Bühne_19.20

Ende einer Familie

Jim aus Idaho entdeckte dagegen, dass seine Frau Beziehungen mit mindesten sechs Männern gehabt hatte. Er selbst wollte gar nicht suchen, aber jemand Fremdes schickte ihm Videos. „Das ist  ein Zeug, das kannst du nie vergessen. Wie sie Sex auf dem Video hatte.“ „Ich kann mir das nur so vorstellen, das ist wie eine Droge für sie gewesen. Du willst das Adrenalin, du willst dieses Feeling.“ Jim und seine Frau haben fünf Kinder, verzweifelt versuchte er, seine Familie trotz des Schocks zusammenzuhalten. „Ich wollte nicht, dass meine Kinder in einem Scheidungshaushalt aufwachsen. Ich dachte, das ist alles meine Schuld.“ Genutzt hat es nicht, das Paar trennte sich nach ein paar Monaten.

Fremdgeh-Scherz geht nach hint… Youtube-Star Roman Atwood (2073033)

Neben den Interviews mit den Betroffenen prangert „Sex, Lies and Cyber Attacks“ vor allem das Geschäftsmodell von Ashley Madison an. Den betrügerischen Einsatz von Bots, den extremen nachlässigen Umgang mit dem Thema Datenschutz und vor allem das aggressive Promoten von Seitensprüngen. Denn erstmals in der Geschichte wurde das Betrügen des Partners mit einem millionenschweren Marketingbudget propagiert.

Ashley Madison Schock bei den Fremdgehern 18.45

Zeitung: Apple testet selbstfahrende Autos

Cupertino (dpa) – Apple hat laut einem Zeitungsbericht angefangen, selbstfahrende Autos zu testen. Die Roboterwagen seien auf eingeschränkten Strecken in abgeschirmter Umgebung unterwegs, schrieb die «New York Times» in der Nacht zum Samstag unter Berufung auf informierte Personen.

Apple selbst hatte die Existenz eines Autoprojektes nie bestätigt, im Gegensatz zu anderen Unternehmen aus der Tech-Branche wie Google und Uber, die in das Geschäft streben.

Der Finanzdienst Bloomberg hatte bereits Ende Juli berichtet, Apple fokussiere die Anstrengungen stärker auf die Entwicklung von Software für Roboterwagen statt den Bau eines eigenen Autos – während trotzdem auch noch an einem Elektrofahrzeug gearbeitet werde. Jetzt schrieben die «New York Times» und das «Wall Street Journal», in Zusammenhang mit diesem Strategiewechsel hätten Dutzende Mitarbeiter das Projekt verlassen. Nach bisherigen Informationen soll das Team bereits auf mehr als 1000 Mitglieder angeschwollen sein.

Das Projekt wird jetzt den Berichten zufolge von Bob Mansfield geführt. Der Hardware-Spezialist und Weggefährte von Apple-Mitgründer Steve Jobs war eigentlich schon im Ruhestand, sei aber für die Auto-Initiative zurückgekehrt. Den Informationen zufolge wurde die Entwicklung durch technische Schwierigkeiten und Unklarheit über die Strategie gebremst. So sei schwer zu erklären gewesen, wie sich Apple von anderen Entwicklern selbstfahrender Autos abheben könne, schrieb die «New York Times».

Über die Auto-Entwicklung bei Apple wird bereits seit Anfang 2015 spekuliert. Als Codename sickerte «Project Titan» durch.

Weltweiter Absatz: Diese Grafik zeigt das Smartphone-Duell von Apple und Samsung

2007 brachte Apple das erste iPhone an den Start und revolutionierte damit den Smartphone-Markt. Mobiltelefone sind seitdem Allrounder in Sachen Unterhaltung und Kommunikation. Doch Konkurrent Samsung zog schnell nach, wie die Grafik von Statista zeigt. Während die Absatzzahlen 2009 noch unter denen des iPhones lagen, holte Samsung bis 2011 auf und verkaufte ab dem dritten Quartal des Jahres mit 28,1 Millionen Stück bereits 11 Millionen mehr Smartphones als Apple.

Zu verdanken hat der koreanische Konzern seinen Erfolg vor allem der breiteren Produktpalette. Neben den hochpreisigen Flaggschiffen, die als direkte Konkurrenten des iPhones gelten, finden sich auch günstige Einsteiger- und solide Mittelpreismodelle. Das iPhone hingegen ist das hochpreisige Kultobjekt ohne günstige Alternative in den eigenen Reihen. Dem Umsatz des Konzerns schadet das nicht. Das iPhone ist Apples Cash Cow und bringt dem wertvollsten Unternehmen der Welt trotz leichter Rückgänge immer noch über die Hälfte seines Umsatzes ein, wie die Grafik von Statista belegt.

Die iPhone-Evolution_19.15

Gesundheitsoffensive: Apples Zukunft ist nicht das iPhone

Apple hat diese Woche seine neuen Smartphones – das iPhone 7 und das iPhone 7 Plus – vorgestellt. Dank des spritzwassergeschützten Gehäuses, einer verbesserten Kamera und nicht zuletzt dank der neuen Farben dürfte sich allen Kritikern zum Trotz auch die nächste Generation millionenfach verkaufen.

Neben dem iPhone 7 zeigte Apple auch die nächste Generation seiner Smartwatch, die Apple Watch Series 2. Konkrete Verkaufszahlen zum Vorgänger nannte der Konzern wieder nicht. Doch angesichts der erweiterten Produktpalette – neben der Aluminium- und Edelstahlvariante gibt es nun auch ein Keramik-Modell und eines von Nike – muss man davon ausgehen, dass sich das Experiment gelohnt hat, wenn vielleicht auch nicht so durchschlagend, wie einige Experten zum Marktstart erwartet haben.

Apple Watch ist Wette auf die Zukunft

Für Apple geht es bei der Watch um mehr als die reinen Verkaufszahlen. Für den Konzern ist die smarte Armbanduhr eine Wette auf die Zukunft. Denn auch wenn das iPhone noch ein paar Jahre die Erlösquelle Nummer eins bleiben wird, sucht Apple-Chef Tim Cook fieberhaft nach dem nächsten großen Ding. Und wurde offenbar längst fündig: Der nächste Milliardenmarkt ist unsere Gesundheit.Watch 2 handson 6.55h

In einem Gespräch mit „Fastcompany“ erklärte der Apple-Chef vor wenigen Wochen: „Unsere Strategie ist es, dir in jedem Abschnitt deines Lebens zu helfen, egal ob du im Wohnzimmer sitzt und besser mit deinem Desktop-Rechner arbeiten möchtest, du dein Smartphone nutzt oder du im Auto sitzt und CarPlay nutzt. Wir dringen auch in den Gesundheitssektor vor, das ist ein Bereich, in dem viele, viele Menschen Verbesserungen wünschen.“

Apple fokussiert sich auf Fitness

Die Einführung der Apple Watch im Jahr 2015 war nur der erste Schritt in diese Richtung. Damals schien der Konzern noch etwas planlos zu sein, was genau er mit der Uhr eigentlich bezwecken wolle. Sie wurde als mobiles Kommunikationsgerät und digitales Portemonnaie, als Navigationsgerät und Musik-Player vorgestellt – quasi als Mini-iPhone fürs Handgelenk.

Mittlerweile ist der Fokus schärfer: „Wir sind zufrieden, dass viele Menschen die Apple Watch nutzen, um ein gesünderes Leben zu führen“, sagte Cook bei der Einführung der Series 2. Bei der zweiten Generation konzentriert sich Apple voll auf Fitness: Die Uhr überwacht nicht nur verschiedene Körperfunktionen wie die Herzfrequenz oder die Bewegung, sie bietet auch neue Workouts für Sportler, etwa Schwimmen. Ein eigener GPS-Chip soll Jogger unterstützen. Und mit der „Atmen““-App aus dem neuen Betriebssystem watchOS3 rückt die Achtsamkeit mit dem eigenen Körper in den Mittelpunkt.iPhone 7 und Co. in Bildern

Es geht um die Daten

Dass Apple ambitionierte Pläne im Fitness- und Gesundheitssektor hat, zeigt nicht nur die jüngst verkündete Kooperation mit Nike oder die große Zahl an Medizinexperten, die der Konzern mittlerweile beschäftigt – darunter renommierte Schlafforscher. Das Unternehmen kauft auch immer wieder Start-ups aus dem Health-Sektor, Ende August etwa den Medizin-Cloudanbieter Gliimpse. Damit können Patienten ihre Daten sammeln und bei Bedarf an ihre Ärzte weiterreichen, damit diese sich ein genaueres Bild über Erkrankungen und Vordiagnosen machen können. Ziel der Plattform ist es, unterschiedliche Datenformate und Quellen zusammenzuführen.

Bislang bietet Apple für Privatpersonen die Health-App an, die Gesundheitsdaten darstellt und mit vielen Geräten von Fremdherstellern funktioniert – etwa den Wlan-Waagen von Withings. In den USA nutzen immer mehr Krankenhäuser die Health-App zur Fernüberwachung ihrer Patienten. Mit „ResearchKit“ bietet der Konzern ein Tool, mit dem Wissenschaftler Daten für Studien sammeln können, etwa für die Alzheimer-, Diabetes- oder Asthma-Forschung. Mit „CareKit“ gibt es wiederum eine Art Baukasten für Medizin-Apps.

Mobile Patientendaten, Schlafanalyse, Medizin-Forschung – für die Apple Watch Series 2 ist das alles noch Zukunftsmusik. Aber Apple sammelt mit der Uhr jede Menge wertvolle Daten: Wie oft und wann treiben die Millionen Nutzer weltweit Sport? Wie entwickelt sich ihre Fitness? Wie wirkt sich diese auf weitere Vitalfunktionen aus? Von solchen sensiblen Daten können andere Unternehmen nur träumen.applehealth-Vote

Plant Apple ein Gesundheits-Wearable?

All diese Erkenntnisse könnten im kommenden Jahr in einem völlig neuen Produkt münden. Wie die taiwanische Internetseite „Economic Daily News“ berichtet, arbeitet Apple an einem Gadget, dass zahlreiche Gesundheitsdaten des Trägers automatisch erfassen soll. Dabei handelt es sich explizit nicht um eine weitere Version der Apple Watch. Das neue Gesundheitsgerät soll einen Wirbelwind in der Technikindustrie entfachen, heißt es in dem Bericht.

„Wir haben uns in die Gesundheitsarena begeben. Wir haben uns den Wellness-Bereich näher angeschaut, was uns dazu führte, uns näher mit der Forschung zu beschäftigen, was uns dann wiederum zur Patientenversorgung und anderen Dingen führte“, erklärte Cook gegenüber „Fast Company“.

Und der Apple-Chef stellt klar, dass es sich nicht nur um ein Hobby handelt: Derzeit würden die meisten Lösungen, egal ob es sich um Geräte oder Produkte der Pharmaindustrie handelt, nur angeboten, um Rückerstattungen der Krankenkassen zu bekommen – „und nicht, weil es dem Patienten hilft“, klagt Cook. „Wenn man die Rückerstattung durch die Krankenkassen außer Acht lässt, und wir haben dieses Privileg, könnten wir etwas schaffen, das selbst den Smartphone-Markt winzig aussehen lassen würde.“08-Apple präsentiert neues iPhone-5116474080001

Reaktion auf weltweite Kritik: Facebook stellt ikonisches Foto aus Vietnam-Krieg wieder online

Facebook stellt nach massiver Kritik ein berühmtes Foto aus dem Vietnam-Krieg wieder online, auf dem ein unbekleidetes Mädchen nach einem Napalm-Angriff auf der Straße läuft. Das weltgrößte Online-Netzwerk hatte einen Zeitungsartikel mit dem Bild gelöscht und als Begründung auf das Verbot von Kinderpornografie verwiesen. Der Chefredakteur der betroffenen norwegischen Zeitung „Aftenposten“ warf Facebook daraufhin Zensur und Machtmissbrauch vor.

Obwohl auf dem Bild ein unbekleidetes Kind zu sehen sei, erkenne das Online-Netzwerk die historische Bedeutung des Fotos an, erklärte Facebook am Freitag. Das Teilen dieses Bildes habe deshalb einen höheren Stellenwert als der Schutz der Gemeinschaft durch seine Löschung. Die Systeme sollen so angepasst werden, dass das Bild auch in Zukunft beim Teilen nicht gelöscht werde. Das könne einige Tage dauern.

„Ich finde, dass Sie Ihre Macht missbrauchen, und ich tue mich schwer damit, zu glauben, dass Sie das gründlich durchdacht haben“, schrieb „Aftenposten„-Chefredakteur Espen Egil Hansen am Freitag in einem offenen Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Er sei „verärgert, enttäuscht“ und besorgt darüber, dass „das wichtigste Medium der Welt Freiheit einschränkt anstatt zu versuchen, sie auszuweiten, und dass das gelegentlich auf eine autoritäre Weise passiert“.

Die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg veröffentlichte am Freitag das Vietnam-Bild aus Solidarität ebenfalls auf ihrer Facebook-Seite und kommentierte, das Unternehmen „ziehe die falschen Schlussfolgerungen, wenn es solche Fotos zensiert“. Kurz darauf war das Bild von Solbergs Facebook-Seite wieder verschwunden. Wer das Foto entfernt hat, blieb zunächst unklar.

Justizminister Maas kritisiert Facebook

Facebook gegen die Geschichte 11.55Auch aus der Bundesregierung kam Kritik: „Strafbare Inhalte sollten aus dem Netz verschwinden, nicht Fotos, die die ganze Welt bewegen“, sagte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) der „Bild“-Zeitung (Samstag). „Wenn solche Fotos gelöscht werden, trifft es genau die Falschen.“

 Facebook hatte in einer ersten Reaktion am Freitag noch erklärt, es sei schwierig, bei Fotografien mit nackten Kindern einen Unterschied zu machen und die Veröffentlichung in einem Fall zu erlauben und in einem anderen nicht. „Wir versuchen, die richtige Balance zu finden zwischen der Möglichkeit für Menschen, sich auszudrücken, und einer sicheren und respektvollen Umgebung für unsere globale Gemeinschaft.“

Die Aufforderung an die größte norwegische Zeitung, das Bild zu entfernen, sei am Mittwochmorgen in einer E-Mail vom Hamburger Facebook-Büro gekommen, erklärte der „Aftenposten“-Chefredakteur. „Weniger als 24 Stunden, nachdem die E-Mail abgeschickt worden war, und bevor ich Zeit hatte, zu antworten, sind Sie selbst eingeschritten und haben den Artikel und das Bild von der Facebookseite von „Aftenposten“ entfernt“, schrieb Egil Hansen.

Facebook erkennt Kunst nicht immer als solche

In dem Artikel auf der Facebook-Seite hatte die Zeitung über den norwegischen Autor Tom Egeland berichtet, den das soziale Netzwerk vor einigen Wochen blockiert hatte, nachdem er sieben berühmte Kriegsfotos auf seiner Facebook-Seite gepostet hatte, darunter auch das mit dem nackten Mädchen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Facebook Fotos oder Abbildungen von Kunstwerken entfernt, weil sie gegen Richtlinien des Online-Netzwerks zur Abbildung von Nacktheit oder Gewalt verstießen. 2011 etwa sperrte das Unternehmen das Profil eines französischen Lehrers, der eine Abbildung eines Gemäldes von Gustave Courbet auf seine Pinnwand hochgeladen hatte. Das Werk „Der Ursprung der Welt“ zeigt den Unterkörper einer nackten Frau mit gespreizten Schenkeln.

Da für immer mehr Menschen Online-Netzwerke zu einer zentralen Nachrichtenquelle werden, gibt es unter anderem in der Medienbranche große Sorgen, das Informationen sie nur noch gefiltert erreichen, sei es durch Software-Algorithmen oder Facebook-Mitarbeiter, die mit der Einhaltung der Regeln betraut sind.

Der Chef des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), Frank Überall, hatte am Freitag das Vorgehen des Online-Netzwerks verurteilt: „Welche Inhalte eine Zeitung veröffentlicht, muss die Entscheidung der Redaktion bleiben.“ Alles andere sei ein Eingriff in die Pressefreiheit. „Es geht nicht an, dass wir uns nach Moralvorgaben aus Silicon Valley richten müssen“, twitterte auch Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur Digitale Medien der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und sprach von einem „Sündenfall von Facebook“.

EU-Kommission zieht umstrittenen Roaming-Vorschlag zurück

Nach heftiger Kritik zieht die EU-Kommission ihren Plan zur Neuregelung der Auslands-Handykosten zurück. Der Vorschlag, wonach Anbieter kostenfreies Roaming im EU-Ausland auf 90 Tage befristen könnten, werde auf Anordnung von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker überarbeitet.

Der erste Vorschlag sei zwar gut gewesen, aber nicht gut genug für Juncker sagte ein Sprecher. «Deshalb hat er uns angewiesen, härter zu arbeiten.»

Auch wenn Einschränkungen stets vorgesehen waren, wurden die neuen Regeln als «Wegfall» der Roaming-Gebühren angekündigt – an dieser Formulierung hielt die Kommission auch am Freitag fest. «Die Roaming-Gebühren verschwinden komplett bis Juni 2017. Punkt», sagte der Sprecher. «Daran gibt es nicht den Hauch eines Zweifels.»

Parlament und Staaten hatten die Neuregelung vergangenes Jahr beschlossen. «Dauerhaftes Roaming» ist darin nicht vorgesehen. Was das heißt, sollte die EU-Kommission ausarbeiten. Diese Woche hatte sie in ihrem Entwurf unter anderem vorgeschlagen, dass Anbieter nur mindestens 90 Tage pro Jahr ohne Zusatzkosten für Telefonate, SMS und Datennutzung im EU-Ausland gewähren müssen. Auch sollte eine Beschränkung auf 30 Tage Auslandsnutzung am Stück ohne Aufschlag möglich sein. Grenzpendler waren ausgenommen, für Flatrate-Kunden waren Einschränkungen vorgesehen.

Der Sprecher deutete an, dass die Behörde kommende Woche Einzelheiten zum neuen Vorschlag bekanntgeben könne. Kommissionspräsident Juncker hält am Mittwoch seine jährliche Rede vor dem Europaparlament zur Lage der Europäischen Union. «Er hat die Rückmeldungen, die wir bekommen haben, gehört und gesehen.»

Abgeordnete des Europaparlaments reagierten erfreut – aus ihren Reihen hatte es viel Kritik gegeben. «Gut, dass die EU-Kommission einen neuen Vorschlag macht», schrieb der Chef der konservativen EVP-Fraktion, Manfred Weber, bei Twitter. Auch die Sozialdemokratin Constanze Krehl befürwortete einen neuen Anlauf: «Der überraschende Rückzug von der Abschaffung der Zusatzkosten war nicht nachvollziehbar.» Der Grünen-Abgeordnete Jan Philipp Albrecht schrieb: «Das ist überraschend und sorgt hoffentlich dann doch für das erwünschte Ende des Roaming in der EU.» Angelika Niebler (CSU) nannte es bedauerlich, dass die Kommission solch einen «unnötigen Vorstoß» überhaupt gemacht habe. Auch die luxemburgische Abgeordnete und ehemalige EU-Kommissarin Viviane Reding begrüßte die Kehrtwende.

Die EU-Kommission hatte zuvor argumentiert, eine längere Nutzungsfrist könne Missbrauch ermöglichen: Nutzer könnten sich einfach im EU-Land mit den günstigsten Preisen eine Sim-Karte besorgen und in teuren Ländern auf Dauer damit telefonieren. Dies würde aus Sicht der Behörde längerfristig auch zu höheren Preisen für Verbraucher führen. Das ursprünglich vorgeschlagene Mindestkontingent von 90 Tagen decke aber praktisch jeden Bedarf von Reisenden – sie verbrächten in der Regel weitaus weniger Tage im EU-Ausland, hatte es geheißen. Die Kommission betonte, dass die EU-Roaming-Gebühren seit 2007 um mehr als 90 Prozent gefallen seien.

Der internationale Mobilfunkverband GSMA zeigte sich offen für eine Neuregelung, die ausreichendes Roaming mit verständlichen Regeln und Sicherheit gegen Missbrauch in Einklang bringe. Der europäische Branchenverband Etno hält 90 Tage für ausreichend und betont, dass es spezielle Angebote für Auslands-Nutzung gebe. Missbrauch schade allen Verbrauchern.

Apple nennt keine frühen Absatzzahlen zum Start des iPhone 7

Zum Start der Vorbestellungen des neuen iPhone 7 hat Apple überraschend angekündigt, künftig keine Absatzzahlen vom ersten Verkaufswochenende mehr zu veröffentlichen.

Der Konzern erklärte, dass die Zahl habe keine Aussagekraft mehr, weil sie nicht von der Nachfrage, sondern von den verfügbaren Stückzahlen bestimmt werde: «Wir sind an einem Punkt, an dem wir vor der ersten Vorbestellung wissen, dass das iPhone 7 ausverkauft sein wird.» Die Apple-Aktie beendete den US-Handel am Donnerstag mit einem Minus von 2,6 Prozent.

Die Zahlen vom ersten Wochenende galten bisher als erster Indikator für die Verkaufsaussichten der neuen iPhones – schwankten aber auch zum Teil angesichts der Verfügbarkeit in einzelnen Ländern. So setzte Apple vergangenes Mal im Herbst 2015 am ersten Verkaufswochende 13 Millionen Geräte des Modells iPhone 6S ab – ein deutlicher Sprung im Vergleich zu den 10 Millionen beim iPhone 6 ein Jahr zu. Allerdings war das 6S im Gegensatz zum Vorgängermodell gleich zum Start auch in China verfügbar, was den Markt größer machte. Am Ende verkaufte Apple im Weihnachtsquartal mit 74,8 Millionen Geräten des iPhone 6S nur minimal mehr als im Jahr davor.

Die iPhone-Verkäufe gehen in diesem Jahr erstmals seit dem Marktstart 2007 zurück. Im zweiten Quartal etwa gab es einen Absatzrückgang von 15 Prozent auf 40,4 Millionen Geräte. Einige Analysten rechneten für das Startwochenende des diese Woche angekündigten iPhone 7 mit rund zehn Millionen verkauften Geräten.

Dobrindt gegen kartellrechtliche Hürden für Digitalbranche

Bundesinfrastrukturminister Alexander Dobrindt (CSU) setzt sich dafür ein, rechtliche Hindernisse für die Entwicklung der Digitalbranche zu beseitigen.

«Wir brauchen ein Wettbewerbsrecht 4.0», sagte er im Bundestag. Digitale Märkte dürften nicht mit analogen Regeln organisiert werden: «Marktmacht ist im digitalen Zeitalter lediglich eine Momentaufnahme und ist als zentraler Maßstab im Kartellrecht nicht mehr alleinig zeitgemäß.»

Gebraucht werde ein Wettbewerbsrecht, «das Kooperationen zwischen Unternehmen nicht verhindert, sondern die Entstehung von Digitalkonzernen ermöglicht, die international in der Lage sind, eine kritische Größe zu erreichen». Deutschland sei in der Lage, «ein digitales Wirtschaftswunder zu erzeugen», meinte Dobrindt.

Zensur-Debatte: Facebook löscht ikonisches Foto aus Vietnam-Krieg – wegen Kinderpornografie

Eigentlich wollte der norwegische Autor und Journalist Tom Egeland nur eine Serie von ikonischen Bildern der Zeitgeschichte posten. Darunter das von dem an einem türkischen Strand liegenden, ertrunkenen dreijährigen Aylan Kurdi. Und das von Phan Thi Phúc, die nach einem Napalm-Angriff 1972 aus ihrem vietnamesischen Heimatdorf Trang Bang floh – nackt.

Für Facebook war das ein klarer Verstoß gegen die Benutzerrichtlinien. Die verbieten das Posten von kinderpornografischen Aufnahmen. Dass es sich dabei um ein historisches Zeitzeugnis handelt, für das Fotograf Nick Út sogar einen Pulitzer-Preis bekam, interessierte bei Facebook nicht. Es ging nur um eines: Das Bild sei „offensichtlich nicht mit den Gemeinschaftsstandards vereinbar“. Das Kind war nackt, das Bild musste verschwinden. Als Egeland nochmal nachlegte, wurde auch die Seite des Autors kurzzeitig gesperrt.

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Offener Brief an Mark Zuckerberg

Jetzt regt sich Widerstand gegen Facebook: Verschiedene Medien berichteten über den Fall, zeigten auch das Bild unzensiert bei Facebook. Unter anderem die große norwegische Zeitung „Aftenposten“. Dann kam eine Mail von der Facebook-Zentrale in Hamburg. Bevor man reagieren konnte, war das Bild schon wieder verschwunden. Der Chefredakteur Espen Egil Hansen schrieb daraufhin einen offenen Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

„Lieber Mark“, heißt es dort, „ich folge dir, aber du wirst mich nicht kennen.“ Dann folgt ein Plädoyer für die Pressefreiheit bei Facebook. Und ein klarer Vorwurf: Facebook würde zwar nur seine Regeln durchsetzen, dass die aber nicht zwischen ikonischer Kriegsfotografie und Kinderpornografie unterscheiden können, wäre eine klare Verfehlung des sozialen Netzwerkes. Deshalb werde „Aftenposten“ auch weiterhin das Bild von Phan Thi Phúc posten – unzensiert. Auch der stern beteiligt sich an der Protest-Aktion und veröffentlicht das Bild bei Facebook.Facebook Zensur

Und dafür gibt es gute Gründe: Das Bild änderte den Blick auf den Krieg und ist somit eine herausragende Fotografie des 20. Jahrhundert – und markiert einen Wendepunkt in der Kriegsberichterstattung. Es zählt zu den ersten Bildern, die schonungslos die Grausamkeit des Krieges abseits von Propaganda und Zensur aufzeigt.  Im Jahr 1972 wurde das Bild daher zum Pressefoto des Jahres gewählt und mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Das Mädchen lebt mit dem Leid

Das fotografierte Mädchen, Phan Thi Phúc, erlitt schwere Verbrennungen durch den Napalm-Angriff, ein Drittel der Hautoberfläche war verbrannt. Sie überlebte. Auch vierzig Jahre später leidet sie an ihren Narben, sie lässt mittlerweile mit einer Laserbehandlung die Schmerzen lindern.

Der stern berichtete früh über Phan Thi Phúcs Schicksal, im Jahr 1984 besuchte sie auf Einladung des Magazins Deutschland.Napalm-Mädchen FotostreckeNapalm-Mädchen 17.30

Samsung Galaxy Note 7 – US-Behörde warnt vor Nutzung in Flugzeugen

Das Samsung Note 7 soll möglichst nicht in Flugzeugen genutzt werden, warnt die US-Flugsicherheit

Nach der Rückrufaktion für das Samsung-Smartphone Galaxy Note 7 hat die US-Luftverkehrsaufsicht davor gewarnt, das Gerät in Flugzeugen zu nutzen. Passagieren werde dringend davon abgeraten, das Telefon einzuschalten oder zu laden sowie in ihrem Gepäck aufzugeben, erklärte die Behörde FAA in ungewöhnlich striktem Ton in der Nacht zum Freitag. Samsung hatte vor einer Woche eine Rückrufaktion für…
Foto: Ariel Gonzalez/YouTube