Computersicherheit: "Man sollte sich nicht mit Geräten umgeben, die zu Wanzen umfunktioniert werden können"

Ihr Buch eröffnet mit dem Horrorszenario einer Cyberattacke, die Deutschland lahmlegt und fast in einen Cyberwar zwischen Nato und Russland stolpern lässt. Warum jagen Sie den Lesern Angst ein?

Es ist kein Horrorszenario, es ist eine Beschreibung einer möglichen Situation. Angriffe im digitalen Raum sind für die meisten Menschen eher abstrakt und fühlen sich fern von ihrer Lebensrealität an. Deshalb haben wir als Einstieg ein durchaus realistisches Szenario gewählt, das zum einen die Risiken und möglichen Folgeschäden plastisch aufzeigt und zum anderen klarmacht, wie schnell eine solche Situation zu einem Schlagabtausch zwischen Staaten eskalieren kann, bei dem die Geräte normaler Nutzer und nur noch das Schlachtfeld sind.

CyberwarSie schildern den Cyberspace als „Spiegellabyrinth“, in dem sich Geheimdienste, Armeen und wir wehrlosen Nutzer tummeln. Wie können sich Nutzer schützen? Angesichts der Sicherheitslücken und für Geheimdienste oder datenhungrige Konzerne eingebauten Hintertüren in Hard- und Software könnte man leicht in eine Angststarre verfallen…

Die Möglichkeiten, durch individuelles Handeln effektiven Schutz zu erreichen, sind für die meisten Menschen sehr begrenzt. Man kann sein Risiko, selbst Opfer einer Attacke zu werden, durch einfache Dinge wie das Aktualisieren seiner Systeme, einen Werbeblocker und auch dadurch, nicht auf jeden beliebigen E-Mail-Anhang zu klicken, deutlich reduzieren. Gegen Angriffe auf Infrastrukturen gibt es jedoch nur „große“ Lösungen, auf die politisch engagierte Bürger drängen können. Dazu gehören Haftungsregeln für Hersteller und Betreiber von Systemen, Transparenz darüber, wie lange für ein Gerät Sicherheitsupdates verfügbar sein werden, zwischenstaatliche Abkommen zur Ächtung von Angriffen auf kritische Infrastruktur und staatlich finanzierte Programme zum grundlegenden sicheren Neubau der Software-Komponenten, auf denen unsere Welt beruht.

Die im Buch geschilderte Möglichkeit, smarte Lautsprecher in Wanzen zu verwandeln, klingt erschreckend realistisch. Sollte man von Alexa besser die Finger lassen? Auch ein Smart Home, ein Smart TV oder andere vernetzte Gerätschaften gelten Ihnen als Sicherheitsrisiko, als digitale Zeitbombe. Gilt auch hier „Finger weg“?

Wie jedes Gerät, das man mit sich trägt oder zu sich nach Hause oder ins Büro holt, sollte man sich zunächst den Hersteller und dessen Bedingungen anschauen. Die IT-Sicherheit zu bewerten ist ein zweiter Schritt, der oft schwierig zu beantworten ist, wenn das Gerät noch neu oder der Hersteller noch nicht lange am Markt ist. Es ist sicherlich eine gute Idee, sein individuelles Risiko dadurch zu reduzieren, dass man sich nicht permanent mit Geräten umgibt, deren Software zu Wanzen umfunktioniert werden oder die einem das Licht und die Heizung ausknipsen können. Der aktuelle Stand der IT-Sicherheit ist so schlecht, dass die um sich greifende Ausbreitung von vernetzten digitalen Systemen in den Alltag grundlegend hinterfragt gehört. Prinzipiell kann man dazu raten, Geräte danach auszusuchen, inwieweit sie dem Nutzer selber erlauben, sie zu deaktivieren, Spitzelfunktionen auszuschalten und sie bei Sicherheitsproblemen zu aktualisieren. Außerdem sollte man einen Blick drauf haben, wie der Hersteller bei früheren Sicherheitsproblemen agiert hat.

Cyber War Profil 6.15hSoftware – so wie sie heute programmiert wird – ist prinzipiell unsicher. Wie lange müssen wir unter den bestmöglichen Umständen auf eine sichere IT-Welt warten? Wann kommt der TÜV für Soft- und Hardware?

Wir schlagen keinen Software-TÜV vor. Unser Vorschlag ist, jetzt mit umfangreichen Programmen und Initiativen für den Neubau einer sicheren IT-Welt zu sorgen. Es ist kein Naturgesetz, dass Software prinzipiell unsicher sein muss. Das sollten wir uns auch nicht einreden lassen.

Wie können Bürger das vom Bundesverfassungsgericht gesetzte „Cyber-Grundrecht“ einfordern?

Dieses Grundrecht verlangt vom Staat die Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität der informationstechnischen Systeme seiner Bürger. Hinter dem juristischen Begriff steckt der Gedanke, dass die Computer und Smartphones für immer mehr Menschen zu ausgelagerten Gehirnen geworden sind, die sie in allen Lebenslagen begleiten. Entsprechend ist es auch eine staatliche Aufgabe, deren Vertraulichkeit zu gewährleisten. Jeder Bürger kann seinen Bundestagsabgeordneten fragen, was er dafür in den letzten zehn Jahren getan hat. Denn solange gibt es das Grundrecht schon.

Warum sollten Informatik-Studenten das Hacken lernen?

Wer einmal gelernt hat, wie ein Angreifer zu denken, kann sich leichter in ihn hineinversetzen und wird dadurch zu einem besseren Verteidiger. 

Interview: Dirk Liedtke29-Datenpanne bei Facebook – 50 Millionen Nutzer betroffen-17.15

Apple: Glatzen, Mangos und Lamas: Das iPhone bekommt heute 70 neue Emojis

Es gibt bereits Hunderte Emojis, vom Flugzeug bis zum Tränenlach-Smiley. Doch längst hat noch nicht jede Lebenssituation und jeder Gegenstand ein eigenes Mini-Symbol. Und weil sie sich so großer Beliebtheit erfreuen, kommen jedes Jahr Dutzende neue Symbole auf unsere Smartphones, Tablets und Computer.

Emojis für Rothaarige und Glatzenträger

Mit dem nächsten großen Update auf iOS 12.1, das jetzt als Testversion verfügbar ist, gibt es mehr als 70 neue Symbole und Figuren. In wenigen Wochen dürfte das Update für alle Nutzer zum Download bereitstehen. Um die Vielfalt zu vergrößern gibt nun etwa eigene Figuren für Rothaarige und Glatzenträger. Alle Figuren basieren auf den Zeichen von Unicode 11. 

Außerdem gibt es Superhelden, ein Unendlichkeits-Symbol, Wanderschuhe, einen Reisekoffer und ein Nazar-Amulett (das sind die blauen, augenförmigen Amulette), einen bibbernden Kopf mit Eiszapfen am Mund sowie ein Party-Emoji mit Hütchen und Tröte. Foodies können aus dem Bereich Essen und Trinken bald eine Mango, einen Bagel, Salzstreuer oder grünen Salat posten. Wer nicht auf Kalorienzählen steht, dürfte sich über ein Cupcake freuen.181001 iOS 12.1_Emoji-Update_Luggage-Boots-Compass

Neue Tiere in iOS 12.1

Zu den Highlights gehören die neuen Tier-Emojis: Mit an Bord sind nun Känguru und Hummer, außerdem gibt es noch einen Waschbär, Schwan, Papageien, Mücken und ein Nashorn. Am beliebtesten wird aber sicherlich das Lama sein, schließlich lässt es sich mit etwas Fantasie als Alpaka interpretieren, dem Trend-Tier der Stunde.

Auf Android werden die neuen Emojis vermutlich ebenfalls ab Herbst oder Winter Einzug halten.

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Videospiel: "Assassin’s Creed: Odyssey" im Test: Schöner wurde nie gemeuchelt

Die „Assassin’s Creed„-Reihe ist eine der populärsten Videospielmarken überhaupt. Gestartet im November 2007 schien die Reihe nach neun Teilen in einem knappen Jahrzehnt ihren Zenit überschritten zu haben. Es brauchte ein Jahr Selbstfindung, bevor dem Studio Ubisoft im vergangenen Jahr mit dem im historischen Ägypten angesiedelten „Assassin’s Creed: Origins“ ein gefeiertes Comeback gelang.

Nun legten die Entwickler mit der mittlerweile elften Episode der Hauptreihe nach: „Assassin’s Creed: Odyssey“ führt die Spieler ins antike Griechenland. Wir haben das Spiel bereits getestet.

Darum geht’s

Athen statt Alexandria: „Assassin’s Creed: Odyssey“ spielt im Jahr 431 vor Christus und ist im antiken Griechenland angesiedelt. Man beginnt das Abenteuer auf einer beschaulichen Insel, doch nach wenigen Stunden Spielzeit setzt man aufs Festland über – und landet mitten im Krieg zwischen Athen und Sparta.AC odyssey

Das hat uns gut gefallen

Ein Novum in der sonst eher männlich dominierten Reihe: Direkt zum Start kann man entscheiden, ob man als Frau (Kassandra) oder als Mann (Alexios) durch die Welt rennen, klettern und kämpfen möchte.

Zudem ist die riesige Spielwelt – die man auch per Schiff bereisen kann – nicht nur groß und wahnsinnig schön anzusehen, sie ist auch interaktiver aufgebaut als in früheren Teilen. Redet man mit Figuren, kann man je nach Antwort den Gesprächsverlauf und damit sogar ein Stück weit die Handlung und das eigene Ansehen beeinflussen.

Das Kampfsystem, das bereits mit „Origins“ umgekrempelt wurde, ist noch dynamischer geworden. Angetan hat es uns vor allem der Talentbaum, mit dem man im Lauf des Spiels neue Fähigkeiten freischalten kann – etwa den coolen Tritt, wie man ihn aus „300“ kennt.

Das hat uns gestört

Die Ladezeiten sind teilweise viel zu lang. Mitunter dauert es selbst auf der Playstation 4 Pro zehn Sekunden oder mehr, wenn die Kamera vom fliegenden Adler zur Spielfigur auf dem Boden zurückkehrt. Und das passiert oft im Lauf der 50 Stunden Spielzeit. Ubisoft, hier bitte dringend nachbessern!

Die Geschichte hat uns eigentlich gut gefallen, allerdings könnte sie noch packender inszeniert sein. Am Ende sind sich viele Missionen zu ähnlich. Dabei zeigte „Origins“ zuvor, wie kreativ Ubisoft sein kann.

Fazit: Gelungene Reise zu den alten Griechen

„Assassin’s Creed: Odyssey“ ist der beste Teil der Reihe. Optisch ist es ein Hingucker: Es macht wirklich Spaß, auf dem Rücken eines Pferdes durch die abwechslungsreiche Welt zu reiten und einfach nur den Blick in die Ferne schweifen zu lassen. Jäger und Sammler können sich in diesem Spiel austoben. Wer gerne metzelt, kommt aber ebenso auf seine Kosten. Die Story ist spannender als in früheren Teilen, könnte aber stringenter erzählt sein.

Insgesamt fühlt sich „Odyssey“ an wie ein „The Witcher 3“ im mythologischen Griechenland. Und das ist als Lob gemeint. Mit rund 50 Stunden Spielzeit bekommt man auch genug geboten für seine rund 60 Euro.

„Assassin’s Creed: Odyssey“ erscheint am 05. Oktober für Playstation 4, Xbox One und Windows-PCs.

Playstation 5 News 16.18

Vorschlag der EU-Kommission: EU-Finanzminister beschließen niedrigere Steuern für E-Books

Elektronische Bücher, Zeitungen und Zeitschriften können in Europa künftig niedriger besteuert und damit billiger werden. Die EU-Finanzminister einigten sich in Luxemburg darauf, einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission anzunehmen.

Die Brüsseler Behörde hatte vorgeschlagen, es den EU-Ländern künftig freizustellen, ob sie den ermäßigten Mehrwertsteuer-Satz für Printmedien auch etwa für E-Books anwenden.

Bislang gilt in Europa ein Mindestmehrwertsteuersatz von 15 Prozent bei elektronischen Publikationen. Für gedruckte Bücher und journalistische Erzeugnisse können die Staaten hingegen einen ermäßigten Mindestsatz von 5 Prozent anwenden. In Deutschland werden für E-Books 19 Prozent und für gedruckte Produkte 7 Prozent Mehrwertsteuer fällig. Verleger hatten gefordert, dies anzugleichen.

Die EU-Staaten können nun künftig zwischen den Standardsteuersätzen und ermäßigten Sätzen wählen.

Kaufberatung: Tolle Technik, kleine Preise: Diese Smartphones unter 200 Euro lohnen sich wirklich

Das neue iPhone ist das teuerste Smartphone aller Zeiten. Doch es geht auch günstiger – viel günstiger. Schon für unter 200 Euro sind heute vernünftige Smartphones zu bekommen. Manche knacken noch nicht mal die Hunderter-Marke.

Datenschutzbehörde: Facebook-Hack: Weniger als zehn Prozent aus der EU

Von den fast 50 Millionen von einem Hacker-Angriff betroffenen Facebook-Nutzer stammen weniger als zehn Prozent aus der Europäischen Union. Das teilte die zuständige irische Datenschutzbehörde am Montagabend bei Twitter mit.

Facebook habe zugesichert, «bald» ausführlichere Informationen liefern zu können, hieß es in der knappen Stellungnahme weiter.

Facebook hatte am Freitag mitgeteilt, dass unbekannte Angreifer vollen Zugriff auf fast 50 Millionen Profile bei dem Online-Netzwerk erlangt hatten. Die Basis dafür war der Diebstahl digitaler Schlüssel, mit denen man in einen Account kommt, ohne dafür das Passwort eingeben zu müssen. Die Hacker hätten auch Zugang zu anderen Online-Diensten bekommen können, bei denen sich die Nutzer mit ihrem Facebook-Login anmeldeten, räumte Facebook ein. Die Lücke sei am Donnerstag geschlossen worden. Nach bisherigen Erkenntnissen hätten die Angreifer nicht versucht, private Nachrichten abzurufen oder etwas im Namen der Nutzer bei Facebook zu posten, hieß es.

Facebook hatte die irischen Datenschützer bereits vergangene Woche unterrichtet. Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sieht eine Benachrichtigung der Behörden binnen drei Tagen vor. Unternehmen drohen nach der DSGVO bei Verstößen gegen Datenschutzregeln Strafen von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes – das wären im Fall von Facebook 1,6 Milliarden Dollar nach Zahlen von 2017.

Die Stellungnahme der irischen Datenschützer zeugt davon, dass Facebook ihnen etwas mehr Informationen gab als der Öffentlichkeit. Am Freitag hieß es noch bei Fragen nach der regionalen Verteilung der Betroffenen, die Attacke sei breit gestreut gewesen, und Facebook habe bisher keinen Fokus auf bestimmte Gegenden oder Nutzergruppen feststellen können.

Ein Sprecher der irischen Datenschutzbehörde sagte der «Financial Times», sie müsse vor der Eröffnung eines offiziellen Ermittlungsverfahrens zunächst noch Informationen sammeln und entscheiden, welche Punkte der DSGVO dabei im Mittelpunkt stehen sollen. Dieser Prozess laufe jetzt. Facebook habe die Behörde zwar schnell unterrichtet, in der Mitteilung habe es aber an Details gefehlt. Facebook hatte am Freitag betont, dass das Online-Netzwerk selbst erst am Anfang seiner Untersuchungen zu dem Hacker-Angriff stehe. Unter anderem sei unklar, wer die Täter seien – und man werde es möglicherweise auch nie erfahren.

Die für Justiz und Verbraucherschutz zuständige EU-Kommissarin Věra Jourová hatte Facebook bereits am Sonntag aufgefordert, uneingeschränkt mit der irischen Behörde zu kooperieren. Man müsse erfahren, was mit Daten betroffener europäischer Nutzer passiert sei. Jourová fügte ihrem Tweet hilfreicherweise gleich einen Link mit einer Zusammenfassung der Pflichten eines Unternehmens bei Entdeckung eines Datendiebstahls hinzu.

Assassin’s Creed Odyssey: Google testet Streaming komplexer Videospiele

Google will die Grenzen der heutigen Streaming-Technologie ausreizen und ein technisch anspruchsvolles Videogame in hoher Qualität aus dem Netz spielen lassen.

Dafür sei in Zusammenarbeit mit dem Anbieter Ubisoft das neue Spiel «Assassin’s Creed Odyssey» ausgesucht worden, teilte Google am späten Montag mit. Im Rahmen des Tests von «Project Stream» sollen ausgewählte Nutzer in den USA es vom 5. Oktober an kostenlos im Chrome-Webbrowser spielen können.

Ein komplexes Spiel über eine Internet-Verbindung laufen zu lassen, sei eine große technische Herausforderung, betonte Google. Unter anderem dürfe die Reaktionszeit Millisekunden nicht überschreiten und es sei kein Qualitätsverlust bei der Grafik zulässig. Interessenten, die sich als Teilnehmer bewerben wollen, sollten eine 25 Megabit pro Sekunde schnelle Internet-Leitung haben, betonte Google.

Unter anderem der Playstation-Hersteller Sony bietet bereits Videospiele-Streaming an, die Games werde aber in geringerer Auflösung als bei einem von einer Disc laufenden Spiel ausgegeben und die Bildqualität kann schwanken. Sony setzt mit 5 Megabit pro Sekunde auch eine deutlich geringere Bandbreite der Internet-Verbindung voraus als Google bei seinem Test.

Twittersammlung eines Fischers: Fiese Tiefseeungeheuer – Was einem Russen so ins Netz geht

Roman Fedortsov lebt in Murmansk, dem russischen Hafen am Nordmeer. Er arbeitet auf einem großen Trawler und fotografiert die merkwürdigen Kreaturen, die sich in seinem Netz verfangen. Und, ehrlich gesagt, ist man beinahe schockiert, was da alles in der Tiefe umherschwimmt. Angefangen von achtbeinigen Schalentieren bis hin zu Fischen, die wie ein Aal aussehen, deren Maul aber nur aus Zähnen zu bestehen scheint.

Besonders verblüffend ist dabei, dass die gruselige Ausbeute auf seinem Twitteraccount aus einem kurzen Zeitraum stammt. Erst Anfang des Jahres hat Fedortsov mit dem Fotografieren angefangen. Gefischt wird allerdings nicht nur im Nordmeer, Fedortsovs Trawler fährt bis ins Mittelmeer. Dabei lehrt schon das Nordmeer die Europäer das Fürchten, seitdem die gigantische Kamtschatkakrabbe (Paralithodes camtschaticus) an der Küste Norwegens entlang immer weiter nach Süden kommt. Zuerst entdeckte die Seite Ruposters die Sammlung des Fischers, danach berichtete die „Moscow Times„.

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Einige der Fische, so das Tier mit den Zähnen ein sogenannter Kragenhai, sind überlebende Relikte aus der Urzeit. Selbst von der Chimaera, dem „Ghost Shark“ konnte Fedortsov Fotos machen. Unter dem Foto eines schwarz glänzenden kleinen Alien-Ungeheuers schrieb er: „Wir streiten noch immer darüber, was das sein kann.“ Dazu gesellen sich Tiefseehaie, seltene Grenadier-Fische und ein gigantischer Mondfisch, neben dem die Fischer wie Zwerge wirken. 

Alle Fische sind übrigens natürlichen Ursprungs und verdanken ihr bizarres Aussehen nicht versunkenen russischen Atom-U-Booten.

Abgesehen von den Fischen merkt man dem Account die langen Nächte auf See an. Dann widmet sich Fedortsov dem Sport und typisch russischen Witzen über das Leben in Kälte und Schnee. Auch Montagen von randalierenden Haustieren liebt er. Etwa von Hunden, die treuherzig blickend neben dem frisch zerfetzten Sofa sitzen, daneben der Spruch „The russians did it.“

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Kampf gegen Großkonzerne: Tim Berners-Lee hat das Web erfunden, nun startet er die nächste Ära des Internets

Eigentlich wollte Tim Berners-Lee nur das Chaos an seinem Arbeitsplatz minimieren. Doch mit seinem Thesenpapier „Informationsmanagement: Ein Vorschlag“ schuf der damalige Informatiker am Kernforschungszentrum Cern in der Schweiz im März 1989 die Grundlage für das World Wide Web. Alle Artikel und Aufsätze sollten für alle Nutzer einsehbar und leicht auffindbar sein. Zwar war sein Vorgesetzter von der Idee nicht begeistert („Vage, aber hochinteressant“), doch Berners-Lee ließ sich davon nicht abhalten. Weihnachten 1990 legte er den ersten Webserver der Welt an, am 6. August 1991 machte der damals 36-Jährige die erste Webseite im Internet öffentlich.

Doch der heute 63-Jährige macht keinen Hehl daraus, dass er mit dem Internet, wie wir es heute kennen, nicht zufrieden ist. Welche drei Dinge ihn gewaltig stören, verriet er bereits im März vergangenen Jahres.

Tim Berners-Lee will das bessere Internet

Auf der Webseite „Medium“ hat er nun ein neues Projekt namens „Solid“ angekündigt. Sein Gastbeitrag ist mit den Worten „Ein kleiner Schritt für das Web …“ überschrieben. Sie sind eine Anspielung an Neil Armstrongs berühmte Worte bei der Mondlandung und legen die Messlatte dementsprechend hoch. „Ich habe immer geglaubt, dass Web sei für jeden von uns“, beginnt Berners-Lee seinen Text. Doch mittlerweile sei es in der Hand von Großkonzernen, die ihre eigene Agenda verfolgen. Die Leidtragenden seien die Nutzer.

Gemeinsam mit dem MIT entwickelte er das Open-Source-Projekt Solid, das die Grundlage für ein besseres Web bieten soll. An dem Projekt wird bereits seit mehr als 15 Jahren gearbeitet. Es basiert auf dem derzeitigen Internet, allerdings besteht ein großer Unterschied: Den Konzernen wird das Wichtigste – der Zugriff auf die Nutzerdaten – entzogen.

Jeder hat die volle Kontrolle

Derzeit basieren die Geschäftsmodelle vieler Unternehmen darauf, dass Nutzer ihre persönlichen Daten preisgeben, um Zugriff auf bestimmte Dienste zu erhalten. „Wie wir festgestellt haben, war das nicht in unserem besten Interesse“, schreibt Berners-Lee. Mit Solid soll das Gleichgewicht zurückkehren, in dem jeder Nutzer die Kontrolle über seine Daten zurückbekommt, verspricht er.

Das ganze Projekt ist noch recht abstrakt. Grob gesagt bekommt jede Datei im Netz einen eigenen Speicherort, mit dem jede andere Datei interagieren kann – Berners-Lee nennt das „Linked Data“. Die Zugriffsrechte kann allerdings jeder Nutzer individuell verwalten, das ist der große Unterschied zum bestehenden Netz. Wie dieser „Solid Pod“ funktioniert, kann man hier (auf Englisch) nachlesen. Die Infrastruktur von Solid will Berners-Lee mit seiner neuen Firma Inrupt aufbauen. Wie das am Ende aussieht und funktioniert, wird sich zeigen. Doch Berners-Lee ist schon jetzt euphorisch: „Ich bin unglaublich optimistisch für diese nächste Ära des Webs.“ Ein Photoshop-Desaster für die… 20 Jahre Bilder im Internet (1859950)