Hochwertige Spezialbrille: Facebook will mit VR-Brille ohne Kabel punkten

Facebook will das immer noch schwierige Geschäft mit virtueller Realität mit einer hochwertigen Spezialbrille ohne die lästigen Kabel ankurbeln.

Das Online-Netzwerk stellte das Gerät mit dem Namen Oculus Quest vor, bei dem die unter anderem zur Positionsbestimmung nötigen Sensoren direkt ins Gehäuse integriert sind. Das aktuelle Top-Modell Oculus Rift braucht dafür zwei externe Sensoren, die genauso wie die Brille selbst mit Kabeln an einen leistungsstarken Computer angeschlossen sein müssen.

Die Quest solle ein VR-Erlebnis auf dem Qualitätsniveau der Rift ermöglichen, hieß es. Sie sei mit ihrem größeren Bewegungsspielraum vor allem für Videospiele gedacht. Mit 399 Dollar soll sie genauso teuer sein, wie aktuell die Rift (die in Deutschland 449 Euro kostet). In den Handel kommen soll die Quest im kommenden Jahr.

Bei virtueller Realität kann ein Nutzer dank Spezialbrillen in eine digitale Welt eintauchen. Facebook setzte mit dem milliardenschweren Kauf des Vorreiters Oculus massiv auf die Technologie. Virtuelle Realität blieb bisher aber trotz großer Erwartungen eher ein Nischenmarkt. Das liegt zum einen am hohen Preis der Brillen, zum anderen aber auch daran, dass sie recht klobig sind und auch die Bildqualität Schwächen hat. Im Frühjahr versuchte Facebook bereits, dem Markt mit der günstigeren und relativ einfachen Brille Oculus Go einen Schub zu geben. Sie kann ihre Position im Raum nicht erkennen und ist damit vor allem für Medieninhalte und einfache Spiele gedacht.

Neuer Verhaltenskodex: Facebook, Google & Co geloben mehr Einsatz gegen Fake News

Online-Riesen wie Facebook und Google wollen stärker gegen Falschinformationen im Netz vorgehen. Einen entsprechenden Verhaltenskodex unterzeichneten die Unternehmen auf freiwilliger Basis, wie die EU-Kommission mitteilte.

Dieser solle «zu einer transparenten, fairen und vertrauenswürdigen Online-Kampagne im Vorfeld der Europawahlen im Frühjahr 2019 beitragen», sagte die zuständige EU-Kommissarin Mariya Gabriel. Bisher unterzeichneten unter anderem Facebook, Twitter, Mozilla, Google und damit auch YouTube.

Desinformationskampagnen könnten nach Einschätzung von Experten die Debatte vor dem Brexit-Referendum in Großbritannien und den US-Wahlkampf 2016 beeinflusst haben. Bereits vor zwei Wochen hatte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker angekündigt, im Wahlkampf auch politische Parteien stärker in die Pflicht nehmen zu wollen. Vorgesehen sind unter anderem Strafen, sollte eine Partei gegen den Datenschutz verstoßen, um Wahlergebnisse zu beeinflussen.

Mit dem neuen Kodex wollen die Unternehmen nach Angaben der EU-Kommission dort tätig werden, wo Desinformationen Schaden anrichten, und wo mit ihnen Geld verdient wird. Politische Werbung und ihre Absender sollen leichter erkennbar sein. Fake-Accounts sollen geschlossen und Bots besser als Maschinen erkennbar gemacht werden, die automatisch Inhalte verbreiten.

Zudem sollen Nutzer darin bestärkt werden, Falschinformationen zu melden. Forscher und Fakten-Prüfer sollen leichter an Daten kommen, um Falschnachrichten zu erforschen und zu überwachen. Facebook, Google und Twitter hatten entsprechende Maßnahmen zum Teil schon in den vergangenen Monaten in die Wege geleitet.

Angesichts der rasanten Ausbreitung von Falschinformationen im Netz hatte das Europaparlament die EU-Kommission 2017 aufgefordert, gesetzliche Maßnahmen zu prüfen. Die Behörde entschied sich jedoch dagegen, weil das Verfahren zu lange dauern würde. Stattdessen forderte sie die Unternehmen dazu auf, einen Verhaltenskodex zu erarbeiten. Ende des Jahres will die EU-Kommission den Fortschritt bewerten.

Streaming: Im Oktober setzt Netflix auf Top-Serien – und auf Mario Barth

Es wird Herbst, die Nächte werden länger – und am Ende des Monats kommt mit Halloween auch noch das große Gruselfest. Die perfekte Gelegenheit also für Netflix, sich den dunkleren Themen zu widmen und uns mit jeder Menge Monstern, Hexen und Teufeln zu begeistern.

Die am sehnsüchtigsten erwartete Neuerscheinung dürfte die dritte Staffel von „Daredevil“ sein. Der Teufel von Hells Kitchen hatte zuletzt sein Kostüm an den Nagel gehängt und war am Ende der „Defenders“ ins Kloster gegangen. Ausgerechnet dort dürfte ihn nun seine Vergangenheit einholen.

Ein Backflash in die Jugend ist auch Netflix neue Serie „Chilling Adventures of Sabrina“. Die Abenteuer der Hexe Sabrina liefen Ende der 90er als harmlose Teenie-Comedy mit Hexen im Fernsehern. Die Neuauflage bei Netflix kommt deutlich gruseliger daher. Wer es realistischer mag, dürfte beim zweiten Teil der Doku „Making a Murderer“ auf seine Kosten kommen.

Die Neuerungen im Überblick: 

Netflix: Neue Serien im Oktober 2018

  • A Taiwanese Tale of Two Cities – ab 14. Oktober 
  • Accidentally in Love – ab 19. Oktober
  • Ask the Doctor – ab 19. Oktober
  • Big Mouth: Staffel 2 – ab 5. Oktober
  • Black Lightning: Season 2 – ab 16. Oktober (wöchentlich neue Episoden)
  • Bodyguard – ab 24. Oktober
  • Castlevania: Staffel 2  – ab 26. Oktober
  • Chilling Adventures of Sabrina – ab 26. Oktober
  • Dancing Queen – ab 5. Oktober
  • Der Denver-Clan: Staffel 2 – ab 13. Oktober (wöchentlich neue Episoden)
  • Die kuriosen Kreationen der Christine McConnell – ab 12. Oktober
  • Élite – ab 5. Oktober
  • FightWorld – ab 12. Oktober
  • Girl from Nowhere – ab 27. Oktober
  • Great News: Staffel 2 – ab 25. Oktober
  • Haunted – ab 19. Oktober
  • Hip-Hop Evolution: Staffel 2 – ab 19. Oktober
  • Little Things: Staffel 2 – ab 5. Oktober
  • Marvel’s Daredevil: Staffel 3 – ab 19. Oktober
  • MeatEater: Staffel 7 – ab 2. Oktober
  • Riverdale: Staffel 3 – ab 11. Oktober (wöchentlich neue Episoden)
  • Robozuna – ab 21. Oktober
  • RuPaul’s Drag Race: Season 10 – ab 30. Oktober
  • Spuk in Hill House – ab 12. Oktober
  • Terrace House: Opening New Doors: Part 4 – ab 9. Oktober
  • The Rise of Phoenixes – ab 5. Oktober (wöchentlich neue Episoden)
  • The Walking Dead: Season 8 – ab 24. Oktober
  • Wanderlust – ab 19. Oktober
  • YG Future Strategy Office – ab 5. Oktober

Netflix: Neue Filme im Oktober 2018

  • 21 – ab 1. Oktober
  • 22. Juli – ab 10. Oktober
  • American Ultra – ab 15. Oktober
  • Anaconda – ab 1. Oktober
  • Apostle – ab 12. Oktober
  • Arrival – ab 24. Oktober
  • Attack on Wall Street – ab 1. Oktober
  • Been So Long – ab 26. Oktober
  • Commando – ab 1. Oktober
  • Death Race – ab 5. Oktober
  • Derren Brown: Sacrifice – ab 19. Oktober
  • Eat Pray Love – ab 27. Oktober
  • Einfach zu haben – ab 1. Oktober
  • Errementari: The Blacksmith and the Devil – ab 12. Oktober
  • Fate/EXTRA Last Encore: Illustrias Geocentric Theory – ab 30. Oktober
  • Gnome Alone – ab 19. Oktober
  • Gun City – ab 31. Oktober
  • Illang: The Wolf Brigade – ab 19. Oktober
  • Inferno – ab 1. Oktober
  • Jefe – ab 26. Oktober
  • Life of Pi – ab 1. Oktober
  • Malevolent – Und das Böse existiert doch – ab 5. Oktober
  • Operation Finale – ab 3. Oktober
  • Private Life – ab 5. Oktober
  • Radio – ab 24. Oktober
  • Snitch – ab 10. Oktober
  • Systemfehler – Wenn Inge tanzt – ab 1. Oktober
  • Ted – ab 5. Oktober
  • The Accountant – ab 2. Oktober
  • The Counselor – ab 1. Oktober
  • The Land Before Time – ab 5. Oktober
  • The Night Comes For Us – ab 19. Oktober
  • The Peanuts Movie – ab 1. Oktober
  • The Seven Deadly Sins: Revival of The Commandments – ab 15. Oktober
  • Transformers: Age of Extinction – ab 30. Oktober
  • Underworld: Blood Wars – ab 31. Oktober
  • Van Helsing – ab 1. Oktober
  • You’re Next – ab 1. Oktober

Netflix: Neues für Kinder im Oktober 2018

  • All Hail King Julien: Season 5 – ab 19. Oktober
  • Best.Worst.Weekend.Ever.: Limited Series – ab 19. Oktober
  • Die Supermonster: Staffel 2 – ab 5. Oktober
  • Einfach unheimlich – ab 4. Oktober
  • Tarzan and Jane: Staffel 2 – ab 12. Oktober
  • The Boss Baby: Wieder im Geschäft: Staffel 2  – ab 12. Oktober
  • Die Supermonster retten Halloween – ab 5. Oktober
  • Tarzan and Jane: Staffel 2 – ab 12. Oktober
  • The Boss Baby: Wieder im Geschäft: Staffel 2 – ab 12. Oktober

Netflix: Neue Comedy im Oktober 2018

  • Adam Sandler 100% Fresh – ab 23. Oktober
  • Joe Rogan: Strange Times – ab 2. Oktober
  • Kaya Yanar: Planet Deutschland Live – ab 1. Oktober
  • Kaya Yanar: Reiz der Schweiz – ab 1. Oktober
  • Mario Barth: Männer sind schuld … sagen die Frauen – ab 1. Oktober
  • Mario Barth: Stadion Tour – 2011 – ab 1. Oktober
  • Mo Amer: The Vagabond – ab 8. Oktober
  • Patriot Act with Hasan Minhaj – ab 28. Oktober
  • Ron White: If You Quit Listening, I’ll Shut Up – ab 16. Oktober
  • The Degenerates – ab 30. Oktober (wöchentlich neue Episoden)

Netflix: Neue Dokus im Oktober 2018
 

  • Feministinnen: Was haben sie sich gedacht? – ab 12. Oktober
  • Making a Murderer: Teil 2  – ab 19. Oktober
  • ReMastered: Who Shot the Sheriff – ab 12. Oktober
  • Salz. Fett. Säure. Hitze – ab 11. Oktober
  • Shirkers – ab 26. Oktober

Facebook-Chef Zuckerberg: Alleinherrscher Mark: Wie der Weggang der Instagram-Gründer eine Facebook-Ära beendet

Es war ein Ende aus dem Nichts: Am Montag verkündeten die Instagram-Gründer Kevin Systrom und Mike Krieger ohne jede Vorankündigung ihren Austritt aus dem Konzern. Laut einer Vielzahl von Berichten hatten weder die Angestellten noch die Konzernleitung etwas geahnt. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Fest steht: Instagram – und auch Facebook – sind mit dem Weggang nicht mehr dieselben Firmen wie vorher.

In der Vergangenheit hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg ein klares Prinzip: Werden große Firmen von Facebook übernommen, bleiben die Gründer an Bord und dürfen sie ohne große Einmischung des Mutterkonzerns weiter leiten. Das war bei Whatsapp so, beim VR-Pionier Oculus – und auch bei Instagram. Und eine lange Zeit funktionierte es auch. Die Firmen erhielten Unterstützung vom Mutterkonzern und konnten so fleißig weiter wachsen. Und Facebook konnte sich mit dem gigantischen Erfolg seiner Tochterfirmen schmücken.Besseres Zeit-Management bei Facebook und Instagram

Ständige Einmischung

Damit scheint es zu Ende zu sein. Systrom und Krieger haben sich zwar nicht offiziell zu den Gründen ihres Rückzugs geäußert, sie sollen aber zunehmend genervt von „ständigen Eingriffen“ von Seiten Facebooks gewesen sein, berichtet „Recode“ aus Quellen aus dem Umfeld der Gründer. So hatte der Konzern sich immer weiter in Instagrams App gedrängt, andererseits aber den Besucherstrom vom Hauptnetzwerk eingeschränkt. So wurden von Instagram automatisch auch auf Facebook geteilte Bilder seit dem Sommer nicht mehr als solche gekennzeichnet, Facebook erhielt also kostenlose Instagram-Inhalte, ohne im Gegenzug Traffic zu bringen. Zusätzlich warb man bei Facebook nicht mehr so aktiv für das Fotonetzwerk, ein Schritt der Instagram Hunderttausende Besuche gekostet haben und persönlich von Zuckerberg angeordnet worden sein soll. Recodes Quellen bei Instagram vermuten daher Absicht hinter dem Besucherverlust, die Quellen bei Facebook bestreiten das aber.

Schon vorher hatte Facebook begonnen, die Grenzen zwischen den Netzwerken immer weiter aufzuweichen. Im letzten Jahr kündigte man an, die Datenbänke von Facebook und Whatsapp zusammenzulegen, immer häufiger tauchten Links zum Mutterkonzern in den Apps der Töchter auf. Bei Instagram nahm die Werbung zu,  auch bei Whatsapp sollte – entgegen den erklärten Willen der Gründer – Werbung eingebaut werden.Whatsapp-Gründer verlässt Facebook 1.30h

Facebook breitet sich aus

Und auch beim Personal gab es immer mehr Überschneidungen. Systrom hatte früher einmal erklärt, dass der einzige Kontakt mit Facebook über ihn lief, alle anderen Angestellten gehörten nur zu Instagram. Der Griff wurde aber merkbar enger, mit Adam Mosseri wurde einer von Zuckerbergs engsten Vertrauten zu Instagrams Produkt-Chef erklärt, auch die neue PR-Chefin Anna Richardson White kam aus Facebooks Führungsriege, berichtet „The Verge“. Plötzlich konnte Zuckerberg seine Wünsche auch an Systrom vorbei in das Unternehmen tragen.

Die Whatsapp-Gründer sollen ebenfalls wegen immer weiter wachsender Konflikte mit dem Mutter-Konzern gegangen sein. Jan Koum und Brian Acton hatten sich von Anfang an Werte wie Privatsphäre auf die Fahnen geschrieben, hatten sogar noch unter Facebook eine Ende-zu-Ende-Verschlüsslung ihres Messengers umgesetzt. Das Ziel, die Nutzer zu schützen, scheint bei Facebook am Ende nicht mehr haltbar gewesen zu sein. Zumindest Acton setzte nach seinem Weggang ein klares Zeichen: Er spendete 50 Millionen Dollar an den um Privatsphäre bemühten Konkurrenz-Messenger Signal. Für Koum scheint ein anderer Punkt das Fass zum Überlaufen gebracht zu haben. Whatsapp sollte immer werbefrei bleiben. Und nur Wochen nach seinem Weggang machte Facebook seine Pläne für Werbung im Messenger bekannt.

Facebook versprach Freiheit – und hielt lange Wort

Instagram Shopping 9.08Dabei scheint sich Facebook am Anfang an den Deal gehalten zu haben. In Interviews lobte Systrom den hohen Grad an Freiheit, den Krieger und er lange genossen. Es ist wohl kein Zufall, dass die Gründer für Silicon-Valley-Verhältnisse ewig beim Konzern blieben. Oculus-Kopf Palmer Luckey ging nach drei Jahren, die Whatsapp-Gründer blieben gute vier Jahre. Und Systrom und Krieger hielten es gar ganze sechs Jahre bei Facebook aus. Doch dann passierte etwas. Letzten November kehrte Whatsapp-Gründer Brian Acton im letzten November Facebook leise den Rücken, im April folgte sein Partner Jan Koum. Und jetzt Systrom und Krieger. Luckey hatte schon im März 2017 das Handtuch geschmissen. Innerhalb von 18 Monaten waren alle Gründer ausgeschieden.

Als Ersatz setzte Zuckerberg bei Whatsapp und Oculus etablierte Facebook-Manager ein. Auch bei Instagram wird mit Adam Mosseri ein Vertrauter als wahrscheinlichster Nachfolger, berichtet „The Information“. Die Ära der unabhängigen Töchter ist also am Ende.

Wie geht es weiter?

Facebooks Strategiewechsel dahinter dürfte mit der zunehmend schwierigen Situation des Unternehmens zusammenhängen. Das Hauptnetzwerk Facebook wächst längst nicht mehr so schnell wie früher, in einigen, wichtigen Nutzergruppen verliert man sogar regelmäßige Besucher. Trotzdem wirft die Werbung dort immer noch am meisten Geld ab. Hinzu kommt der politische und gesellschaftliche Druck, der aus dem Camebridge-Analytica-Skandal im Frühjahr entstand. Das Wasser steht noch nicht bis zum Hals, aber es steigt merklich. Zuckerberg bleibt nicht mehr die Zeit, die Netzwerke auf eigene Art Gewinne einbringen zu lassen, er braucht Erfolge. Und dazu will er wohl die Kräfte der Netzwerke noch deutlich weiter bündeln.

Was das für Instagrams Zukunft bedeutet, wird sich zeigen müssen. Automatisch schlecht wird das Netzwerk sicher nicht, viele wenig geliebte Ideen der Vergangenheit, wie die nicht mehr zeitlich geordnete Timeline oder die weitgehend erfolgslose TV-Variante IGTV hatte sich das Netzwerk selbst ausgedacht. Manche gute Idee hatte vorher auch schon Facebook ausprobiert. In einem Jahr dürfte Instagram aber trotzdem deutlich anders aussehen als jetzt. Ob die Nutzer dann auch noch da sind, muss sich zeigen.Zuckerberg Interview_13.10Uhr

Verband Breitbandkommunikation: Alternative Netzbetreiber treiben Breitbandausbau voran

Der Bundesverband Breitbandkommunikation Breko hat erneut auf die hohe Investitionsbereitschaft der alternativen Netzbetreiber beim Ausbau schneller Internetleitungen verwiesen.

Wie eine aktuelle Studie belege, werde der Ausbau von Glasfaser-Leitungen in Deutschland direkt zum Kunden vor allem durch Investitionen der Wettbewerber der Deutschen Telekom vorangetrieben, teilte der Verband mit. «Gemessen am Umsatz investieren die Breko-Mitglieder überproportional in den Ausbau», kommentierte der Wirtschaftswissenschaftler und Marketing-Professor Jens Böcker die Studienergebnisse.

Aktuell würden fast 60 Prozent aller 3,9 Millionen verfügbaren Glasfaseranschlüsse von den im Breko vertretenen Unternehmen gestellt, sagte Norbert Westfal, Präsident des Verbandes. Insgesamt zeichneten die alternativen Netzbetreiber laut Mitteilung für rund 82 Prozent aller direkten Glasfaseranschlüsse (FTTB/FTTH) verantwortlich, die Deutsche Telekom komme auf einen Anteil von 18 Prozent.

Der Verband kritisierte dabei erneut die Entscheidung der Telekom, auf das sogenannte Vectoring zu setzen, den technischen Ausbau der Kupferleitungen. Dies habe 2016 für deutliche Unruhe unter den Wettbewerbern und Investitions-Zurückhaltung gesorgt, wie die Studie belege, sagte Böcker. Im vergangenen Jahr habe sich die Entwicklung jedoch wieder belebt. In den Ausbau schneller Leitungen wurden demnach 2017 von der Telekom 4,3 Milliarden Euro investiert, von den Wettbewerbern 4,2 Milliarden.

Der Breko geht davon aus, dass sich die Nachfrage nach schnellen Netzen – getrieben etwa durch Streaming-Dienste und das autonome Fahren – weiter beschleunigt. «Wir erwarten in den nächsten Jahren eine Explosion.» Dabei sei es in den Jahren seit 2015 auch durch das Vectoring vielfach zum Doppelausbau gekommen. Kooperationen könnten diese Entwicklung verhindern und die flächendeckende Versorgung beschleunigen.

Für den Ausbau des schnellen Mobilfunkstandards 5G setzt sich der Breko für einen garantierten Zugang von Diensteanbietern zu Netzen (die sogenannte Diensteanbieterverpflichtung) und die Sicherung regionaler Frequenzen ein. «Nur dadurch entsteht mehr Wettbewerb und Vielfalt», sagte Breko-Geschäftsführer Stephan Albers. Zudem müsse die Politik mit einer Reform des DigiNetz-Gesetzes Doppelausbauten verhindern. Aktuell beschäftigt sich die Bundesnetzagentur mit der Ausarbeitung der Regeln für die Versteigerung der 5G-Frequenzen, die für das erste Quartal 2019 geplant ist.

Nie wieder mieser Fernseh-Ton: Stiftung Warentest prüft Soundbars: Yamaha schlägt Samsung und Bose

Für Kinofeeling in den eigenen vier Wänden braucht man nicht nur einen großen Fernseher, sondern auch wuchtigen Ton. Allerdings möchte kaum noch jemand mehrere Boxen in seinem Wohnzimmer aufstellen und meterlange Schnüre verlegen. Abhilfe schaffen sogenannte Soundbars – das sind kompakte Lautsprecherriegel, die unmittelbar vor den Fernseher gelegt oder gehängt werden.

Die Experten von Stiftung Warentest haben für ihre aktuelle Ausgabe 17 Soundbars ohne Wlan-Anschluss getestet. Elf Modelle besaßen eine zusätzliche externe Bassbox. Die Preise liegen zwischen 150 und 600 Euro. Generell sind Soundbars eine lohnende Anschaffung: „Sie verleihen selbst Flachbildfernsehern mit gutem Ton zusätzlich Kraft“, bescheinigt der Akustikexperte der Stiftung Warentest.

Soundbars: Günstige Modelle klingen auch gut

Die meisten Geräte sind dezent in der Optik und einfach anzuschließen. Selbst bei Modellen mit externen Basslautsprechern ist kein Strippenziehen mehr nötig – sie werden bequem via Bluetooth oder Wlan miteinander verbunden. Zwar muss man bei Modellen ohne Wlan-Anschluss Abstriche in puncto Konnektivität machen, klanglich liegen jedoch keine Welten mehr zwischen dem Mittelklasse- und Premium-Segment.

Manchmal klingt das günstigere Modell sogar besser als die Premiumvariante. Das sei etwa beim Testsieger, der Yamaha YAS-207 der Fall. Die 330-Euro-Soundbar schneidet mit einem „Sehr Gut“ ab. Dabei ist sie fast 600 Euro günstiger als das netzwerkfähige Topmodell. Von den einteiligen Lautsprecherriegeln überzeuge die Nubert nuPro AS-250 für 585 Euro mit einem guten Klang. Modelle mit externen Subwoofern seien in der Regel klanglich den einteiligen Varianten überlegen, schreiben die Experten.

Komplizierte Bedienung

Ein häufiger Kritikpunkt der günstigen Modelle ist die komplizierte Handhabung. Schlusslicht in dieser Hinsicht sei Bose, schreibt Warentest. Die Tester monierten, dass es keine Klangeinstellungen gebe und einige Funktionen nur über die Fernbedienung steuerbar seien. Viele Modelle greifen zudem auf wenig intuitive Leuchtdiodenanzeigen zurück, deren Bedeutung man aber nur nach Lektüre des Handbuchs versteht. Ganz so intuitiv wie beworben ist die Bedienung dann manchmal doch nicht.

Mit einem weiteren Werbemythos räumt Warentest ebenfalls auf: Echten Stereoton gibt es bei keiner Soundbar unter realistischen Bedingungen. Und selbst Modelle, die explizit mit „raumfüllenden Klang“ werben (etwa Samsungs HW-N650), klingen zwar gut, mit einer 5.1-Anlage haben sie aber nicht viel gemeinsam.

Den vollständigen Test aller Modelle gibt es gegen Gebühr unter test.de/soundbars.

Weitere Tests von Stiftung Warentest

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