Amazon Echo ausprobiert: Versteht Amazons Siri-Lautsprecher auch Dialekte?

Knapp zwei Jahre nach US-Start hat Amazon seinen smarten Lautsprecher Echo auch nach Deutschland gebracht, seit heute können sich Nutzer auf eine Kaufeinladung bewerben. Noch befindet sich Alexa nämlich in der Testphase. Der Hausassistent lässt sich ausschließlich per Sprache steuern, die bekannten Aussetzer von Siri und Co. kann er sich also nicht leisten. Amazon will noch an der deutschen Spracherkennung feilen, bevor jeder zuschlagen darf. Wir haben ausprobiert, ob Echo uns tatsächlich schon versteht – und, wie es mit Dialekten aussieht.

Bairisch und Co. als Stolperstein

Mit der Sprachsteuerung ist das so eine Sache. Siri, Google Now und auch Amazon Echo verstehen englische Befehle wunderbar und setzen sie dann auch um. Kein Wunder, schließlich spricht die Techwelt auch außerhalb des Silicon Valley vor allem Englisch. Kommen die Produkte dann nach Deutschland, lässt die Spracherkennung teilweise arg zu wünschen übrig. Sie ist einfach zu sehr auf Englisch als Basis ausgelegt. Auch für Amazon eine Herausforderung.

Amazon Echo kommt nach Deutschland 13.50hEines der wichtigsten Features von Echo ist eigentlich, dass man mit Echo nicht in vorgegeben Befehlen, sondern in ganz normaler Alltagssprache reden soll. Und das ist besonders bei den Dialekten eine echte Herausforderung. Bairisch, Norddeutsch, Sächsisch und Konsorten unterscheiden sich ja nicht nur in der Aussprache, sondern auch in Satzbau und den benutzten Vokabeln. Und wenn wir ein Gegenüber aus einer weit entfernten Region manchmal schon schlecht verstehen – wie soll es dann eine Maschine schaffen?

Amazon setzt wohl auch deswegen auf die längere Testphase. Die ersten Daten konnte das Unternehmen bereits bei der Sprachsteuerung des FireTV sammeln, nun muss aber ein deutlich breiter gefächertes Testfeld beharkt werden. Beim Ausprobieren klappte die Steuerung in Deutsch schon sehr gut, selbst breitestes Südhessisch konnte Alexa verarbeiten. Beeindruckend, denn Norddeutsche sind zuverlässig damit überfordert. Wer Dialekt spricht, braucht sich also vermutlich nicht plötzlich Hochdeutsch angewöhnen.

Tolle Technik mit Wermutstropfen

Alexa versteht selbst dann, wenn die Lautstärke im Raum es schon für andere Menschen schwierig macht. Weil Echo in der Wohnung steht, und damit nicht so nah am Mund ist wie ein Smartphone und zudem auch noch Musik abspielen kann, musste das Gerät lernen, alle Geräusche außer Stimmen zu unterdrücken. Auch Staubsaugen, der Fernseher oder spielende Kinder dürfen Echo nicht aus dem Konzept bringen. 

IFA_Audio 6.15Die Technik dahinter ist durchaus spannend. Mit sieben Mikrofonen nimmt Echo alle Geräusche im Raum wahr, filtert menschliche Stimme aus dem Hintergrundlärm heraus und analysiert sie dann in der Cloud. Das funktioniert im Selbstversuch schon erstaunlich gut, soll aber noch besser werden, verspricht Amazon.

Für einen kleinen Wermutstropfen sorgt allerdings ausgerechtet, dass Echo nun deutlich mehr Funktionen beherrscht: Mit den sogenannten „Skills“ hat das Unternehmen die Fähigkeiten von Echo auch für Drittentwickler geöffnet. Die erweitern die Möglichkeiten drastisch, erlauben etwa, das Garagentor zu öffnen oder nach Rezepten zu suchen. Eigentlich ein super Feature. Leider wirft Amazon dabei aber das Prinzip über Bord, dass man mit Alexa reden kann wie mit einem Menschen. Skills müssen nämlich mit der festen Phrase „Frage (Dienst) nach…“ gestartet werden, etwa „Alexa, frage Chefkoch nach einem Rezept für Carbonara“. Einfach nach dem Rezept zu fragen reicht nicht. Nach Angaben von Amazon lässt sich das aktuell noch nicht vermeiden, es könnte in Zukunft aber noch einmal anders gelöst werden. Dann vergisst man vielleicht auch wieder, dass man gerade mit einem Computer redet.Apple Watch Test

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.