Facebook-Chef im EU-Parlament: Grinsen statt harter Fragen: EU-Politikerin blamiert sich mit Zuckerberg-Selfie

Es war eine Blamage für das EU-Parlament: Statt Facebook-Chef Mark Zuckerberg für die vielen Datenskandale und die fragwürdigen Geschäftspraktiken des Internetriesen zu rösten, verschwendete man lieber Zeit mit Eitelkeiten. Zuckerberg bekam zwar Unmengen an – teilweise auch unangenehmen – Fragen gestellt, kam aber mit harmlosen Antworten davon. Für besonderen Ärger sorgte aber eine Politikerin aus Schweden.Zuckerberg EU Selfie

Cecilia Wikström hatte nach der Sitzung ein Selfie von sich mit Zuckerberg gepostet. „Mark Zuckerberg und ich nach der Anhörung im EU-Parlament“, schrieb sie lapidar dazu. Das Bild zeigt gut, was bei der Anhörung schief lief. Zuckerberg grinst gelassen gemeinsam mit der liberalen Politikerin. Man wirkt entspannt. Hier tut sich keiner weh, so die Message des Bildes.Zuckerberg EU Selfie (1)

„Das ist kein Beyonce-Konzert“

Kommentar Zuckerberg Auftritt EU-Parlament_11.40Bei den Bürgern kam das nicht so gut an. Bei Twitter machten sie ihrem Ärger Luft. „Sie sind also lieber mit dem Smartphone in der Hand zu Zuckerberg gerannt, um ein Selfie zu schießen. Während Ihre Kollegen sich für das verschwendete Meeting schämten“, scheibt ein Nutzer. Und hängt ein Video an, das tatsächlich zeigt, wie Wikström nach Ende der Befragung sehr schnell strahlend neben Zuckerberg stand.

Von vielen wird das wie das Verhalten eines Teenagers bei Popkonzerten gesehen. „Das ist kein Beyonce-Konzert“, belehrt ein Nutzer die 52-Jährige. „Sie sollten jemandem harte Fragen stellen, der vermutlich eine ganze Reihe von EU-Gesetzen gebrochen hat“. Ein anderer formuliert den Vorwurf noch drastischer: „Glauben Sie, Richter machen nach der Verhandlung Selfies mit dem Mordverdächtigen?“ Eine Nutzerin sieht das Ganze gar als grundsätzliches Problem: „Ein Selfie, aber kein Ergebnis. Typisch EU?“ Ein weiterer sieht das Foto gar als „eines der traurigsten Fotos 2018“.Facebook Text maus 20.00

Naive Politikerin

Wikström selbst gibt sich von der Kritik überrascht. Der schwedischen Zeitung „Expressen“ sagte sie: „Ich poste auch Bilder, wenn ich einen Minister eines anderen Landes oder einen hochrangingen Manager treffe. Ich hatte nicht mit einer solch starken Reaktion gerechnet.“ Es sei ihr aber wichtig, dass sie Zuckerberg auch harte Fragen zu Moral und Werten gestellt habe. Das gemeinsame Bild hätte sie daher nicht als Problem gesehen: „Man muss auch verstehen, dass man unterschiedlich denkt, aber trotzdem gemeinsam Probleme lösen kann.“ 

Dass sie es aber toll fand, mit einem der berühmtesten und reichsten Menschen der Welt auf einem Bild zu sein, soll nicht der Grund für das Foto gewesen sein, erklärte sie der Zeitung auf Nachfrage. „Da dachte ich gar nicht dran. Ich dachte eher, dass mir mein zwanzigjähriger Sohn das sonst nie glaubt.“ Zuckerberg in Brüssel – Wir haben nicht genug getan 9.00

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