Heimkino: Premium-Streaming statt Kinosaal: Ist das klassische Kino bald am Ende?

Wollte man früher Filme in ihrer vollen Pracht sehen, musste man dafür ins Kino. Heute stehen auch in vielen Wohnzimmern längst Heimkinos, die in Punkto Ton und Bild kleinere Filmtheater vor Neid erblassen lassen. Ins Kino treibt es die Heimcineasten aber oft weiterhin – schließlich gibt es nur dort die neuesten Blockbuster. Jetzt droht auch noch dieser Vorteil wegzufallen. Die Branche hat Angst.

Die Idee wird in der Branche als „Premium Video on Demand“, kurz PVOD gehandelt und ist schnell beschrieben: Statt bisher 90 Tagen soll die Frist für das Angebot neuer Filme auf Streaming-Plattformen drastisch gesenkt werden, dafür aber mehr kosten. Genaue Modelle stehen noch nicht fest, die Vorschläge reichen von einem Start am gleichen Tag zum Preis von 50 Dollar bis zu einer Halbierung der Frist auf 45 Tage, bei geringerem Aufschlag natürlich. Neues bei Amazon und Netflix_10.15

Die Branche hat Angst

Ganz neu ist der Vorschlag nicht. In letzter Zeit häufen sich allerdings Berichte, nach denen die großen Filmstudios und Kinobetreiber in konkrete Verhandlungen getreten sind. Am letzten Wochenende traf sich die gesamte US-Kinobranche auf der Fachmesse CinemaCon in Las Vegas. Früher nutzte man die jährliche Veranstaltung, um sich und die immer weiter wachsenden Einnahmen zu feiern. Diesmal war das anders. Schon das Motto „Celebrating the Moviegoing Experience“ („Das Erlebnis des Kinobesuchs feiern“) verriet, dass der Branche die Gefahr durch die Heimkinos sehr bewusst ist. Und vor allem PVOD bereitet der Branche Kopfschmerzen, berichtet die „Associated Press“.06-Amazon Video: Diese 3 Serien machen Netflix Konkurrenz-5311907772001

In ihrer Position sind sich viele Filmemacher und Kinobetreiber überraschend einig: „Eine Verkürzung der Exklusivzeit für Kinos wäre für die gesamte Industrie ein Desaster“, zitiert „Associated Press“ einen Kinobetreiber aus Florida. Auch die Filmstudios positionierten sich klar. Disney betonte etwa, man selbst und viele andere Studios seien der Überzeugung, Filme sollten im Kino gesehen werden. Sony-Vorstand Tom Rothman ließ sich gar zu einem „Netflix, am Arsch“ hinreißen. Und sogar der für Amazons Film-Sparte zuständige Jason Ropell bekannte sich klar zur Exklusivzeit. Trotz des eigenen Streamingangebotes hatte man die Amazon-Produktion „Manchester by the Sea“ zuerst exklusiv im Kino laufen lassen.Hotel-Pornos 20.24

Der Wandel kommt

Dass ein Wandel ansteht, ist den meisten aber bewusst. „Die Zuschauer wollen mehr Möglichkeiten haben“, sagte Warner-Bros-Managerin Sue Kroll gegenüber „Associated Press„. Das Studio gehörte laut einem Bericht von „Variety“ zu den aggressivsten Vertretern des PVODs in Verhandlungen. „Wenn es eine solche Nachfrage gibt, wird sich jemand finden, der sie bedient. Wir müssen kreativ und innovativ bleiben“, sagte Kroll der „Associated Press“. Auch Inception-Regisseur Christopher Nolan sieht nach Angaben der Agentur den Wandel, sagte aber, er sei nicht besonders erfreut darüber. „Man will seine Filme solange es geht im Kino sehen. Dafür hat man sie schließlich gemacht.“

Auch wenn die Filmemacher ihre Werke lieber im Kino präsentieren: Den größten Schaden hätten wohl nicht sie, sondern die Kinobetreiber. Die müssen schon jetzt die Einnahmen mit überteuertem Popcorn und Softdrinks aufpäppeln. Die Snacks kosten längst mehr als die Eintrittskarte. Für Heimkino-Besitzer mit Familie könnte sich PVOD deshalb schon bei Preisen von 50 Dollar pro Film schnell lohnen: Inklusive Tickets, Fahrtkosten und dem obligatorischen Popcorn wäre man bei einem Kinobesuch schnell höhere Summen los. Zudem könnten die Preise durch den Wettbewerb schneller fallen, als die Branche aktuell hofft. Und für 20 Euro für einen aktuellen Film überlegt man sich auch mit einem normalen Fernseher, ob man wirklich ins Kino gehen muss.

Schauspieler George Clooney und Matt Damon sehen den Schritt zum PVOD trotzdem als notwendig an, sagten sie der „Associated Press“ auf der CinemaCon. Seine Kinder seien schlicht gewohnt, alles sehen zu können, wann und wo sie wollten, erklärte Damon. „Ich denke, die Entwicklung ist unaufhaltbar“, sagte Clooney. Das Ende des Kinos sieht er aber noch nicht: „Leute gehen immer noch in Konzerte, weil sie irgendwann einfach mal raus wollen“, erklärt er. „Ich denke, es muss sich gegenseitig nicht ausschließen. Beides kann überleben.“Es – Offizieller Trailer

Neue Internet-Regeln: Pornhub will seine Nutzer vor Donald Trump beschützen

Von seinen ständigen Golf-Spielen bis zum Verdacht einer Russland-Connection: Donald Trumps Präsidentschaft ist seit dem ersten Tag von kleinen und großen Skandalen geprägt. Neben seinen Ausfälligkeiten und dem Vorwurf des Wahlbetrugs, steht vor allem seine extrem wirtschaftsnahe Politik im Fokus der Kritik. Jetzt hat sie ihm sogar die Wut der Porno-Branche eingebracht.

Schuld sind die neuen Internetregeln des Präsidenten. Die erlauben es den Internet-Anbietern, die Surf-Daten ihrer Kunden zu verkaufen – inklusive aller Details. In Deutschland würden dann etwa Telekom, Vodafone und so weiter eine Liste der von ihren Kunden besuchten Webseiten verschachern. Damit sind für interessierte Unternehmen nicht nur jede Menge persönlichster Google-Suchen, das Shopping-Verhalten und die Sehgewohnheiten bei Netflix und Co. von Millionen von Nutzern analysierbar, sondern eben auch die Porno-Historie und andere Peinlichkeiten.Pornhub Statistik 2016 16.05

Die Porno-Historie als Ware

Viele US-Bürger sind entsprechend entsetzt. Selbst, wer wirklich nichts zu verbergen hat, wird schließlich nicht seine sexuellen Vorlieben mit beliebigen Firmen teilen wollen. Deshalb haben Pornhub und die Schwesterseite Youporn sich jetzt offen gegen Trump gestellt: Beide schalten von nun an automatisch die Verschlüsselung über HTTPS für jede Verbindung ein.

Dadurch ist zwar nicht verschleiert, dass man überhaupt auf Porno-Seiten zugreift, die genauen Inhalte, die man sich dort anschaut, bleiben aber verborgen. „Als eine der meistbesuchten Webseiten der Welt schulden wir es unseren Nutzern, ihre Vertraulichkeit und ihre Sicherheit zu gewährleisten“, erklärte Youporn-Vizechef Brad Burns in einem Statement. Laut Google gehören Youporn und Pornhub zu den 100 meistbesuchten Webseiten der Welt.

Im Netz kommt die Aktion gut an. Viele Nutzer teilen ein Bild der Trump-kritischen Seite „Cafe.com“. „Willkommen in Amerika von 2017, wo sich Porno-Seiten mehr um euch sorgen als die Regierung.“

VR Porn 13.35

Innovativ und geheimnisvoll: Staubsauger waren nur der Anfang: Was Dyson und Apple gemeinsam haben

Staubsaugen war Ende der Siebziger keine angenehme Tätigkeit. Die Sauger waren nicht nur laut, mit zunehmendem Füllstand der Beutel nahm ihre Leistung auch immer weiter ab. Das ärgerte nicht nur Millionen Männer und Frauen, sondern auch den Unternehmer und Erfinder James Dyson. Unablässig arbeitete der Brite, Jahrgang 1947, deshalb an einem neuen, beutellosen Staubsauger, zur Finanzierung nahm er eine Hypothek auf und plünderte all seine Ersparnisse.

5127 Prototypen später hatte er schließlich den Code geknackt: 1983 baute er den ersten beutellosen Staubsauger. Mit Hilfe kleiner Wirbelwinde (Cyclone-Technologie) machte er den miefigen Beutel obsolet. Und weil der Brite auch Designer ist und ein Auge fürs Detail hat, sah der Dyson-Sauger auch noch schick aus. Das erste Modell, der G-Force, landete im selben Jahr auf der Titelseite des Design Magazine. Der Ritterschlag für einen Haushaltshelfer.

Dyson setzt auf wenige Produkte

James Dyson zähmte mit seinem revolutionären Sauger nicht nur den Staub, sondern auch die übermächtig wirkende Konkurrenz. Die teuren Sauger wurden zum heiß begehrten Statusobjekt, in Deutschland sind sie die Nummer drei im Staubsaugermarkt. Im Premiumbereich (Geräte über 300 Euro) sind sie mit einem Marktanteil von 82 Prozent deutlich die Nummer eins.

Doch der Brite ruhte sich nicht auf dem Erfolg aus, sondern blieb umtriebig: Es folgten Handtrockner, Ventilatoren, Luftreiniger, im vergangenen Jahr nahm Dyson mit einem runderneuerten Fön den Beautymarkt ins Visier. Auch im Markt der Staubsaugerroboter mischt das Unternehmen seit wenigen Monaten mit.

Sauger_14.30Wie viel Aufwand in der Entwicklung der Geräte steckt, hat die „New York Times“ in einem lesenswerten Artikel („Dyson Is the Apple of Appliances (and Just as Secretive)“) aufgeschrieben. Allein am Dyson 360 Eye – dem erstem Staubsaugerroboter der Firma – tüftelten die Ingenieure demnach fast 20 Jahre. „Manchmal habe ich mich gefragt, worauf ich mich hier eigentlich eingelassen habe“, sagte Michael Aldred, einer der verantwortlichen Entwickler, im Gespräch mit der US-Zeitung. „Aber James Dyson sagte uns immer wieder, dass wir uns auf das Produkt fokussieren müssen. Alles andere würde sich schon ergeben.“ Er sollte Recht behalten: Obwohl der Dyson 360 Eye um die 1000 Euro kostet, weit mehr als Konkurrenzmodelle, verkauft er sich der „New York Times“ zufolge wie geschnitten Brot.

„Apple und Dyson haben viel richtig gemacht“

Eine jahrzehntelange Entwicklung, die Dutzende von Millionen verschlingt, können sich nicht viele Unternehmen leisten – zumal die Firma immer noch in privater Hand ist. Das Erfolgsrezept ist die konsequente Fokussierung auf das Premiumsegment, glaubt der Tech-Berater Tim Bajarin. „Es ist extrem schwer, Geld zu verdienen, wenn man nicht im Premiumsegment aktiv ist. Das haben Apple und Dyson richtig gemacht – am besten zu sein, wenn es darum geht, Technologie und Design zu verschmelzen.“

Dyson beschäftigt mittlerweile weltweit 8500 Mitarbeiter und macht einen Umsatz von fast drei Milliarden Euro. 14,5 Prozent des Gewinns fließt jährlich in Forschung und Entwicklung. Das ist auch nötig, denn das Geschäft verändert sich rasend schnell. Vor fünf Jahren waren kabelgebundene Staubsauger für 85 Prozent der Einnahmen von Dyson verantwortlich. Heute stammen 80 Prozent aus neuen Produkten.Life Hacks Staubsauger

Erfindet Dyson den Akku der Zukunft?

Dabei waren nicht alle Projekte der Briten ein Erfolg. Ende 2000 stellten sie eine Waschmaschine vor, die mehr als doppelt so viel wie vergleichbare Konkurrenzmodelle kostete. Fünf Jahre später zog man den Stecker, in dem hart umkämpften Markt konnte das Unternehmen keinen Fuß fassen. Der Prototyp stehe immer noch ungeliebt im Korridor der Forschungsabteilung, schreibt die „New York Times„.

Der größte Hoffnungsträger des Unternehmens sind Produkte ohne Glamour – Batterien. Mehr als zwei Milliarden Dollar sollen in Akku-Technologie, Machine Learning und andere High-Tech-Entwicklungen investiert werden. Die Forschungsabteilung arbeitet unter ebenso strenger Geheimhaltung wie die bei Apple in Cupertino. „Wir wollen immer noch in neue Märkte vordringen, wo sich andere Firmen schon breitgemacht haben“, sagt Jake Dyson, der älteste Sohn des Erfinders. Er wird eines Tages vermutlich das Zepter übernehmen. Den nötigen Biss hat er: „Wir haben keine Angst und werden versuchen, sie zu schlagen.“

2015 übernahm Dyson das Start-up Sakti3, das an einer Batterie arbeitet, die dreimal leistungsfähiger und trotzdem deutlich sicherer ist als herkömmliche Batterien, die heute in unseren Smartphones stecken. Experten bezweifeln, dass die Technik jemals außerhalb des Labors funktionieren wird. Doch Dyson ist zuversichtlich, die Wunder-Akkus zur Marktreife zu bringen. Ob die Technik besser ist als andere Akkus, die sich derzeit in der Entwicklung befinden, wird sich zeigen.

Und auch Roboter sind ein Thema im britischen Malmesbury, dem Firmensitz von Dyson. Die Technik des Dyson 360 Eye wird hier weiterentwickelt und mit Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen angereichert. Es scheint, als wäre der Saugroboter nur der Anfang gewesen. Max Conze Dyson 9.53

Erschreckende Studie: Alle Notebook-Hersteller schummeln bei der Akku-Laufzeit – außer Apple

Wenn man sich den Laptop nicht nur als wegräumbaren Schreibtisch-PC kauft, sind bei der Suche nach einem neuen Gerät wenige technische Daten so interessant wie die Akkulaufzeit. Kein Wunder, dass die Hersteller sich aller Tricks bedienen, um das Durchhaltevermögen in der Werbebroschüre nach oben zu treiben. Einige übertreiben es dabei aber dramatisch, wie eine aktuelle Studie zeigt. Die verglich, wie lange 67 Notebooks namhafter Hersteller tatsächlich schafften. Und nur Apples Notebooks hielten ihr Versprechen.

Der Vergleich stammt von der britischen Review-Seite „Which?“. Dort hatte man alle 67 Geräte im Laufe des letzten Jahres getestet, darunter Laptops von Asus, Apple und Lenovo. Um die Laufzeit zu messen, mussten alle Notebooks den gleichen Testparkours durchlaufen. So wurde auf ihnen etwa bis zum automatischen Abschalten im Netz gesurft, ein andermal mussten sie zeigen, wie lange sie Videos abspielen konnten. Um Fehler zu vermeiden, wurden alle Tests jeweils drei Mal absolviert. Dann errechnete „Which?“ für jeden Hersteller einen durchschnittlichen Wert.Warentest Notebooks Test_13.20

Das MacBook als Akkuwunder

Apples Macbooks kamen mit Abstand am besten weg: Während Apple selbst einen durchschnittliche Laufzeit von 10 Stunden angab, überboten die Geräte das im Test sogar leicht. 10 Stunden und 15 Minuten holten die Tester im Schnitt aus den unterschiedlichen Notebooks. Ein MacBook Pro schaffte es gar auf 12 Stunden. 

Bei den anderen Herstellern sah es schon schlechter aus. Mit 6:53 statt versprochenen 10:12 Stunden schnitt Asus noch am besten ab. HP erreichte mit 5:02 statt 9:48 Stunden den schlechtesten Durchschnitt. Der schlechteste Laptop im Test war das Lenovo Yoga 510: Statt fünf Stunden beworbener Laufzeit waren im Test gerade mal 2:07 Stunden drin.

Mit den Ergebnissen konfrontiert, versuchten sich die Hersteller gegenüber „Which?“ herauszureden. Es sei nun mal schwierig, alle Nutzungsszenarien zu berücksichtigten, sagte Dell der Seite. HP erklärte, man nutze echte Szenarien wie die Nutzung von Microsoft Office für die Tests. Zudem würde die Bildschirmauflösung das Ergebnis beeinflussen. Das erklärt allerdings nicht, warum alle außer Apple so weit daneben lagen – und zufälligerweise immer ein höherer Wert auf der Packung stand.Nicky-Wlan-Klo_14.40