Illegale Streams: Neue Abmahnwelle bei Popcorn Time: 900 Euro für 45 Sekunden Videostream

Eigentlich leben wir ja in einer hervorragenden Zeit für Film- und Serienfans: Ständig gibt es neuen Stoff, übers Internet bequem auf den Fernseher gestreamt. Früher musste man dafür ins Kino, den Laden oder in die Videothek latschen – oder die Medien illegal herunterladen. Das tun immer noch viele Internet-Nutzer – nur merken sie davon meist gar nichts. Die Folgen sind aber dieselben: teure Abmahnungen im Briefkasten.

Die fordern auch aktuell wieder viele Menschen zur Zahlung teils horrender Summen auf, berichtet die „WAZ“. Vor allem Benutzer von Popcorn Time werden demnach zur Kasse gebeten. Ein Leser hatte sich etwa bei der Zeitung gemeldet, weil er für das Ansehen von Keanu Reeves‘ Film „John Wick“ zahlen sollte. Ganze 45 Sekunden hatte er nach einer Google-Suche in den Action-Streifen geschaut – jetzt soll er satte 900 Euro auf den Tisch legen.Neues bei Amazon und Netflix_10.15

Darum ist Popcorn Time so gefährlich

Das größte Missverständnis der zahlreichen Abmahn-Opfer: Obwohl sich Popcorn Time bedient wie eine Streaming-Seite wie Netflix oder die illegalen Varianten wie Kinox.to, ist die Technik dahinter die Gleiche wie bei klassischen Tauschbörsen. Wer sich dort einen Clip anschaut, lädt ihn im Hintergrund auch auf den eigenen Rechner – und bietet ihn dabei auch anderen zum Download an. Die Zuschauer verbreiten die Filme und Serien also illegal, was deutlich strenger verfolgt wird als der reine Konsum urheberrechtlich geschützter Werke. Die Rechteinhaber müssen sich nur in den Download einklinken, die IP-Adressen mitschreiben und können fleißig abmahnen.

Bis zu 30 Anrufe erhalte man jeden Tag zu Abmahnungen wegen Popcorn Time erklärte der Medien-Rechtsanwalt Christian Solmecke der Zeitung. Er rät Betroffenen, sich entweder an eine spezialisierte Kanzlei oder an den Verbraucherschutz zu wenden – und auf keinen Fall nichts zu tun. „Das geht nicht gut“, so Solmecke.

So finden Sie Filme und Serien im Netz

Wer gerne Serien oder Filme schaut, ist in der Regel mit einem Abo bei den größten Streaming-Anbietern wie Netflix, Amazon Prime Video oder Sky Online und Maxdome gut bedient. Sucht man bestimmte Inhalte, sollte man sich nicht auf Google verlassen. Dort werden auch illegale Angebote gefunden. Die Seite „Werstreamt.es“ verrät, wo es Serien oder Filme als legalen Stream oder Download gibt und was es dort kostet, beziehungsweise ob sie Teil eines Flatrate-Pakets sind. Eine Faustregel gilt allerdings fast immer: Wenn ein Film aktuell noch im Kino läuft, gibt es in der Regel keine legale Variante, ihn im Netz zu schauen. Erst recht keine kostenlose. Und das kann schnell teuer werden.Life Hacks Handy schneller laden 19.15

Unbegrenztes Streaming: Die Telekom startet eine Mobilfunk-Revolution

Die Deutsche Telekom hat einen neuen Mobiltarif für unbegrenztes Datenvolumen bei einzelnen Streaming-Angeboten angekündigt. „Datenvolumen entwickelt sich zur wichtigsten Währung, es ist das Benzin des Smartphone-Motors“, sagte Telekom-Manager Michael Hagspihl am Dienstag in Bonn. Ab dem 19. April soll die Funktion „Stream On“ zubuchbar sein. Die neuen Angebote gelten für bisherige und für neue Kunden. Das Abspielen bestimmter Inhalte wird dann nicht mehr auf das verfügbare Datenvolumen angerechnet.

Zu den ersten Partnern gehören Apple Music, Amazon, Netflix und YouTube, diverse Medienportale sowie die ZDF Mediathek, der Sportkanal Sky und auch das mobile Entertain-TV-Angebot der Telekom. Das Partnernetz solle weiter ausgebaut werden. Als Inhalte-Anbieter gerate die Telekom selbst in die Zwickmühle, sagte Hagspihl. Deshalb habe man sich zu diesem „radikalen Schritt“ entschieden. Unbegrenzt Musik der Partner können künftig Nutzer des Tarifs MagentaMobil M hören, Streaming-Angebote lassen sich kostenlos im Tarif MagentaMobil L zubuchen.

Telekom startet SmartTV für 2 Euro pro Monat

Seinen TV-Streaming-Dienst Entertain TV will die Telekom mit einem einfachen Einstiegs-Modell für ausschließlich lineares Fernsehen ergänzen. „StartTV“ soll ab Mai für zwei Euro im Monat den Empfang von rund 100 Sendern bieten, 22 davon in HD-Qualität. „Auch das lineare Fernsehen ist für viele Kunden weiterhin attraktiv“, sagte Hagspihl. Damit dürfte das Unternehmen auch versuchen, von dem erst kürzlich erfolgten Wechsel des Antennenfernsehens auf den neuen Standard DVB-T2 zu profitieren. Auch andere Streaming-Anbieter erhoffen sich, dass sich viele TV-Zuschauer keine neue Settop-Box zulegen, sondern auf Fernsehen per Streaming wechseln.

Das Entertain-Angebot wiederum soll schrittweise ausgebaut werden, etwa mit exklusiven Eishockey-Übertragungen oder Fußballspielen aus der dritten Liga. Zuletzt erhielt die Telekom verstärkt Konkurrenz durch Vodafone, das mit GigaTV eine eigene TV-Plattform für die verschiedensten Streaming-Angebote auf den Markt brachte. DVB-T2 HD Ende 1324

Nach Westminster-Attentat: 14-jährige Muslimin schreibt einen Brief an London – und deponiert ihn im Bus

Es war am 22. März 2017, als der Brite Khalid Masood einen Leihwagen in die Menschenmenge vor dem Westminster Palace mitten in London lenkte. Der 52-Jährige verletzte dabei mehr als 50 Menschen, drei von ihnen tödlich. Als die Umzäunung des Palastes seinen Wagen bremste, rannte der Mann los, erstach einen unbewaffneten Polizisten und wurde anschließend mit einem tödlichen Schuss gestoppt. Die gesamte Attacke dauerte 82 Sekunden, bislang ist das Motiv des Einzeltäters unklar.

Der Angriff löste weltweit Entsetzen aus, er schien sich in eine Reihe von Attentaten aus den letzten Jahren zu fügen, bei denen Autos in Menschenmengen gerast sind. Besondere Emotionen aber hatte ein 14-jähriges Mädchen, dass genau wie der Attentäter dunkelhäutig und muslimisch ist. Plötzlich fühlte es sich irgendwie schuldig – wegen dieser Parallelen. Die junge Londonerin machte ihrem Herzen in einem Brief Luft, den sie in einem Bus der Linie 53 liegen ließ. Sein Inhalt wurde bei Reddit veröffentlicht.

Wir haben den Brief übersetzt:

Liebe(r) Unbekannte(r), bitte lies meinen Brief. 

Liebes London,

ich bin eine 14-jährige Londonerin und ebenfalls eine schwarze Muslimin. Nach dem tragischen Angriff in Westminster kam ich zu dem Entschluss, etwas tun zu wollen. Etwas wirklich Schreckliches ist mitten im Herzen Londons geschehen, an einem Ort, den ich so sehr liebe. Nachdem ich von der Attacke gehört hatte, war ich sehr aufgeregt und besorgt um die Menschen in London sowie um die Opfer.

Am folgenden Tag bin ich früh aufgewacht und als ich die Nachrichten gesehen habe, dämmerte mir, dass die Leute in der Schule Antworten erwarten würden. Als ich um 8.15 Uhr wie jeden Morgen das Haus verließ, sah ich in bekannte Gesichter und fragte mich, was die Menschen denken. Ich gab mein Bestes, lächelnd weiterzugehen in der Hoffnung, dass jemand zurücklächelt. Manche taten es, andere nicht.

22-Schulz: Anschlag in London ist weitere bedrückende Tat-5368720221001Ich ging in meine Klasse und als wir über die aktuellen Ereignisse sprachen, spürte ich alle Augen auf mich gerichtet. Ich fühlte, dass ich errötete und mich – nicht ganz unvermittelt – fast schuldig? Aber warum bin ich schuld? Ich konnte nicht erkennen, ob ich paranoid war oder tatsächlich stechende Blicke in die Ecke des Raumes trafen, in der ich saß. Ich ging in meine erste Unterrichtsstunde und ein Mädchen fragte mich, was ich am Tag zuvor gemacht hätte. Ich lachte darüber, weil ich wusste, dass sie einen Witz gemacht hatte und Menschen so damit umgehen, wenn sie nicht wissen, was sie sagen sollen.

Du musst nichts zu deinen muslimischen Klassenkameraden oder Kollegen sagen. Wir mögen Muslime sein, aber wir wollen dich nicht verletzen. Wir sind keine Terroristen. Ich komme jeden Samstag durch Westminster, dieses Mal habe ich zweimal darüber nachgedacht. Ich hatte Angst, dass ich angegriffen werden würde, weil das Tragen eines Hidschab so viele Vorurteile mit sich bringt …

Ich neige dazu abzuschweifen, wenn ich schreibe, also komme ich jetzt mal auf den Punkt. Ich bin eine fleißige Schülerin und wünsche mir nichts mehr, als meine Ausbildung zu beenden und Anwältin zu werden. London ist mein Zuhause und ich möchte hier bleiben. Manchmal frage ich mich, ob das möglich ist und ob ich in rund zehn Jahren einen Job finden kann. Ich hoffe, dass ich das kann. Es ist beängstigend, eine Muslima zu sein, während all diese schrecklichen Terrorangriffe geschehen, und ich hoffe, ich kann hier auch in 50 Jahren noch leben und meine zukünftigen Kinder können die Schönheit Londons kennenlernen und wie faszinierend es ist, hier zu leben.

Meine Gefühle sind zu überwältigend, um sie zu Papier zu bringen, aber ich hoffe, ich konnte meine Botschaft gut genug ausdrücken. Wer auch immer dies lesen wird. Meine größte Hoffnung ist, wie bei so vielen anderen, die auf Frieden. Danke, dass du dies gelesen hast. Ich habe eine Weile gebraucht, diesen Brief zu schreiben und du kannst entscheiden, ob du ihn zusammenknüllst, behältst oder für einen weiteren Leser liegen lässt. Ich wünsche mir nur, dass jemand durch diesen Brief etwas lernt – auch wenn es nur die Tatsache ist, dass ich eine schreckliche Handschrift habe.

Von – einer Muslimin.

24-London-Attentäter als Adrian Russell geboren-5371019786001

Smart-TVs: Sicherheitsforscher knacken Samsung-Fernseher

Ein IT-Sicherheitsforscher hat nach eigenen Angaben 40 zuvor unbekannte Schwachstellen in Software von Samsung-Geräten entdeckt, durch die Hacker demnach zum Beispiel die Kontrolle über vernetzte Fernseher übernehmen könnten. Besonders gefährlich wirkt eine Sicherheitslücke in der App-Plattform für das Betriebssystem Tizen. Es sei ihm gelungen, über die Schwachstelle im „TizenStore“ Schadsoftware auf seinen Samsung-Fernseher einzuschleusen, erklärte der israelische Experte Amihai Neiderman der Website „Motherboard“.
Man könne auf diese Weise ein Tizen-System mit jedem beliebigen schädlichen Softwarecode infizieren, sagte er.

Von Samsung gab es zunächst keine Reaktion auf den Bericht. Auf Anfrage von „Motherboard“ erklärte das Unternehmen zuvor, man nehme die Sicherheit der Geräte ernst und stopfe Schwachstellen schnell, wenn sie entdeckt würden. Samsung setzt Tizen nicht nur bei vernetzten Fernsehern, sondern auch bei seinen Computer-Uhren sowie einigen in Asien verkauften Smartphone-Modellen ein. Außerdem sollen in Zukunft immer mehr vernetzte Hausgeräte mit Tizen laufen. Neiderman ist Forschungschef der IT-Sicherheitsfirma Equus Software.

Alle 40 Schwachstellen im Tizen-Betriebssystem könnten aus der Ferne ausgenutzt werden, erklärte er. Bei dem jüngst bekanntgewordenen älteren CIA-Hack eines Smart-TV-Modells von Samsung musste man noch einen präparierten USB-Stick in das Gerät stecken. Der Experte stellt die Ergebnisse seiner rund achtmonatigen Untersuchungen auch am Montag auf einer Konferenz des Sicherheitsoftware-Anbieters Kaspersky Lab vor.Galaxy S8 Hands-on 17.00

Porno statt Emoji: Vorsicht vor diesem Whatsapp-Kettenbrief

Anfang des Jahres verging kaum eine Woche ohne einen oder gleich mehrere Kettenbriefe bei Whatsapp. Mal waren es gut gemeinte Warnungen vor nicht existierenden Problemen, mal Schauergeschichten ohne Hand und Fuß. Immer wieder sind aber auch welche dabei, die tatsächlich gefährlich sind. In diesem Artikel erklären wir, warum man sie nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Und genau so ein Kettenbrief macht aktuell wieder die Runde.

Wie so oft will man naive Nutzer mit neuen Emojis in die Falle locken. Die sollen diesmal gar animiert sein, verspricht die Nachricht. „Kraaasss! es gibt jetzt Emojis, die sich bewegen! Schalte jetzt die neuen beweglichen Emojis frei!“ lautet der Text nach Angaben von „Mimikama“. Darunter dann der obligatorische Link.

Porno statt Emoji

Klickt man den an, landet man auf einer Seite, auf der es plötzlich nur noch um „den neuen Whatsapp Smiley“ geht. Damit die Opfer nicht zulange darüber grübeln, läuft ein Timer ab: Nur 300 Sekunden hat man, um die vermeintlichen Smileys zu aktivieren. Wie immer muss man die Nachricht vorher per Whatsapp teilen. 13 Freunde oder drei Gruppen sind es diesmal. Erst dann darf man auf „Weiter“ tippen.160901_WhatsApp_alternativen

Was dann passiert, haben die Kollegen von „Mimikama“ ausprobiert: Statt Emojis zu laden, öffnete das Smartphone plötzlich Unmengen von Internetseiten, während es wild zu vibrieren begann. Natürlich waren keine seriösen Seiten darunter, sondern jede Menge Pornografie und Abzock-Seiten. Da eine Drittanbieter-Sperre eingerichtet war, konnten sie aber keinen Schaden anrichten. Bei einem arglosen Nutzer hätte das ganz schnell ins Geld gehen können: Einige Abzockfallen kosten schon mal 10 Euro – jede Woche.

Wer eine der Whatsapp-Nachrichten erhält sollte sie daher ganz schnell in den Papierkorb befördern – und den Bekannten, von dem er sie erhalten hat, warnen. Vermutlich war der einfach naiv genug, die Emojis laden zu wollen. Zudem sollte man ganz allgemein eine Drittanbieter-Sperre einrichten. Wie das geht und wie man am besten vorgeht, wenn man bereits in eine Abofalle getappt ist, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westphalen auf dieser Seite.Whatsapp Tricks_8.10