Samsung Q9FN: Samsungs neuer Spitzen-Fernseher überstrahlt die Konkurrenz

Bei Spitzen-Fernsehern dreht sich seit Jahren alles um das beste Bild. Mit 4K wurde das Bild scharf wie nie, HDR sorgte für noch mehr Farbbrillanz. Samsungs aktueller Top-Fernseher Q9FN will uns nun mit seinem strahlenden Bild überzeugen. Wortwörtlich, denn mit 2000 Nit ist er der hellste Fernseher auf dem Markt. Doch auch sonst hat Samsung fast alles hineingesteckt, was gerade geht. Wir verraten, ob sich der Kauf lohnt.

Mit einer Preisspanne zwischen 2600 Euro und 5400 Euro ist Samsungs Spitzenmodell alles andere als ein Schnäppchen. Allerdings bewegt er sich durchaus im üblichen Rahmen für einen Premium-Fernseher: Für OLED-Spitzenmodelle wie den Sony KDAF8 (ab etwa 2800 Euro) oder LGs E8-Serie (ab etwa 3200 Euro) bezahlt man ähnliche Preise.

Im aktuellen Rennen um das beste Bild setzt sich OLED immer weiter von den klassischen LCD-Bildschirmen ab. Samsung geht mit seiner QLED-Technologie einen Sonderweg. Das Q steht für die sogenannten „Quantum Dots“. Das sind winzige Kristalle, die darauf einfallendes Licht mit enorm hoher Farbbrillanz reflektieren. Und das kann sich sehen lassen.

Überragendes Bild

Das Bild ist beim Q9FN tatsächlich beeindruckend. Die Farben wirken auf den 3840 x 2160 Bildpunkten (4K) extrem brillant, bleiben dabei aber sehr natürlich. Durch die sehr hohe Helligkeit bleibt die Farbdarstellung auch bei Tageslicht plastisch. Die 2000 Nit wurden in verschiedenen Labortests anderer Tester zwar nur erreicht, wenn nur ein sehr kleiner Teil des Bildes beleuchtet war. Im Alltag ist der Q9FN aber trotzdem noch herausragend hell – ohne dabei an Farbintensität zu verlieren. OLED-Fernseher wirken etwa bei hoher Helligkeit blasser.

Dafür haben Sie im Dunkeln die Nase vorn: Bei OLED-Geräten lässt sich jeder einzelne Bildpunkt gezielt ansteuern, nicht beleuchtete Bereiche sind also wirklich abgeschaltet. So kann man ein mit einer Hintergrundbeleuchtung unerreichbares Schwarz erzielen, die extreme Helligkeit um 2000 Nit ist für ein gutes Bild gar nicht nötig. Um ähnliche Kontraste erreichen zu können, setzt Samsung auf eine Kombination aus der hohen Helligkeit und der sogenannten FALD-Technik. Das „Full Array Local Dimming“ erlaubt es, Bereiche mit dunklen Bildinhalten auch weniger auszuleuchten. Ist etwa eine nachtschwarze Szene mit einem einzelnen Scheinwerfer zu sehen, beleuchtet der Fernseher nur diesen Bereich. Der Rest bleibt Schwarz. 

Samsung hat die Hintergrundbeleuchtung dazu in 480 kleine Bereiche eingeteilt, sodass eine recht genaue Steuerung des Local Dimming möglich ist. Das sieht in der Praxis tatsächlich sehr gut aus, an den präzisen Kontrast von knapp vier Millionen einzeln ansteuerbaren Leuchtdioden eines OLED-TVs kommt das Ergebnis in dunklen Räumen aber nicht heran.

Strahlende Farben – aber kein Dolby Atmos

Trotzdem kann sich das Bild sehen lassen. Filme und Serien kommen hervorragend zur Geltung, auch schnelle Bewegungen wie bei Spielen der Fußball-WM sehen sehr gut aus. Dabei skaliert der Q9FN selbst SD-Bilder so gut hoch, dass sie ab etwa zwei Metern Entfernung gut aussehen. Wirklich glänzen kann das Bild aber erst ab Auflösungen von 1080p (Full-HD) und höher.

Die tolle Farbdarstellung wiederum kommt vor allem bei HDR-Medien zum Tragen. Samsung verspricht eine Farbtreue von 99 Prozent. Der erhöhte Farbraum findet etwa auf 4K-Blurays oder auch vielen Streaming-Inhalten von Netflix und Co. seinen Weg ins Wohnzimmer. Der Q9FN unterstützt die Standards HDR10, HDR10+ und HLG. Das langsam kommende Dolby Vision ist nicht an Bord, könnte theoretisch aber von Samsung nachgeliefert werden. Aktuell erscheint das aber unwahrscheinlich. 

Ein klein wenig leiden die Farben, wenn der Winkel zu groß wird. Dann wirkt das Bild blasser. Für die volle Farbpracht sollte man also schon direkt vor dem Fernseher sitzen.

Überraschend gut hat uns der Klang gefallen: Für einen Flachbildschirm hat der Q9FN viel Bass, wirkt etwas weniger blechern als viele Konkurrenten. Mit dem satten Klang einer Soundbar kann er aber natürlich trotzdem nicht mithalten.

Wuchtig und sehr edel

Beim Design hat sich Samsung viele Gedanken gemacht. Schon auf den ersten Blick macht der Q9FN einen imposanten Eindruck. Das Testmodell in 65 Zoll wirkt wuchtig, mit seiner leicht kurvigen Rückseite und dem scharfkantigen, schmalen Alu-Rahmen aber auch sehr edel. Durch seine No-Gap-Wandhalterung lässt sich der Q9FN praktisch nahtlos an der Wand anbringen. Alternativ bietet Samsung schicke Standfüsse, inklusive eines Modells im Staffelei-Look.

Dazu passt Samsungs bekannte One-Connect-Box: Vom Q9FN führt tatsächlich ein einziges, nahezu durchsichtiges Kabel weg. Alles weitere wird mit der Box verbunden. Dafür sind zwei TV-Anschlüsse („Twin Tuner“), ein Slot für CI+-Karten, drei USB- und vier HDMI-Buchsen sowie ein Netzwerkanschluss vorhanden. Zudem wird natürlich Wlan und Bluetooth unterstützt. Die recht klobige Box kann dann in der TV-Bank verschwinden. Eine sehr elegante Lösung. Zumal Samsung mit dem Q9FN erstmals sogar das Netzteil in der Box untergebracht hat.

Auch die Fernbedienung passt zu diesem zurückhaltenden Ansatz. Statt sie mit immer mehr Knöpfen zu überladen, reduziert Samsung die Steuerelemente auf wenige Buttons und verlässt sich ganz auf das eigene System Tizen. Was anfangs etwas irritiert, wird dank des weitgehend intuitiven Systems schnell Routine.Samsung Q9FN Remote

Smart, aber nicht perfekt

Alternativ kann man den Q9FN auch per App steuern. Die dient in erster Linie als Ersatz der Fernbedienung. Im Test ließ sich ein iPhone aber leider nicht mit dem Gerät verbinden. Womöglich kamen die Geräte nicht mit dem Router klar.

Ist die App einmal verbunden, bietet sie sogar die Möglichkeit, die große schwarze Fläche an der Wand verschwinden zu lassen. Dazu knipst man ein Foto vom Hintergrund, schon passt sich das Bild des Fernsehers an die Umgebung an. Ganz ohne Tücke ist das aber leider nicht: Der Q9FN verbraucht immer noch knapp 60 Prozent des Stroms beim „richtigen“ TV-Einsatz. Immerhin lässt sich einstellen, dass der Ambient-Modus sich abschaltet, wenn das Smartphone die Verbindung verliert. Etwa weil man das Haus verlässt.

Beim Betriebssystem setzt Samsung wie oben beschrieben auf die Eigenentwicklung Tizen. Die lässt sich – anders als bei vielen Konkurrenten – im Alltag recht flüssig bedienen, kleinere Ruckler bleiben die Ausnahme. Ganz so viele Apps wie etwa für Android TV gibt es nicht, die wichtigsten Dienste wie die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen, Netflix, Amazon Prime oder Sky Ticket sind aber vorhanden.

Fazit: Qualität hat ihren Preis

Mit dem Q9FN ist Samsung eine beeindruckende Alternative zu den OLED-Modellen der Konkurrenz gelungen. Das Bild ist beeindruckend klar, die Farben wirken natürlich. Durch die hohe Helligkeit bietet der Q9FN auch bei Tageslicht einen hohen TV-Genuss.

Die einzigen kleineren Mankos sind die Schwarzwerte, die Technologie-bedingt nicht an einen OLED-Fernseher heraneichen können, sowie der Farbverlust bei großem Betrachtungswinkel. Wer viel im Dunkeln oder von der Seite schaut, könnte bessere Alternativen finden. Alle anderen bekommen mit dem Q9FN eines der besten TV-Erlebnisse auf dem Markt.

Das größte Ausschlusskriterium dürfte für die meisten potentiellen Käufer aber der Preis sein: Wie fast alle Premium-Geräte ist der Q9FN sehr teuer. Für das kleinste Modell in 55 Zoll zahlt man aktuell etwa 2600 Euro, 65 Zoll gibt es ab 3400 Euro. Das Riesenmodell in 75 Zoll geht gar ab 5400 Euro über den Ladentisch.

Es geht um Influencer: Cathy Hummels könnte Rechtsgeschichte schreiben

Instagram-Berühmtheit Cathy Hummels wird womöglich Rechtsgeschichte schreiben: Die Ehefrau von Fußballprofi Mats Hummels steht im Mittelpunkt eines Zivilprozesses um das Wettbewerbsrecht, den ihre Anwälte notfalls bis zum Bundesgerichtshof ausfechten wollen.

Der Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) hatte eine einstweilige Verfügung gegen Hummels erwirkt. Der Vorwurf: Hummels mache auf Instagram verbotene Werbung – sie preise Produkte an, ohne das als Reklame zu kennzeichnen. Dagegen legten Hummels und ihre Anwälte Widerspruch ein.

Die 30-Jährige erschien nicht zur Verhandlung, sie nahm stattdessen auf Instagram Stellung: «Recht auf freie Meinungsäußerung, dafür kämpfe ich», schreibt sie in einem Beitrag an ihre 342 000 Follower. Bei der mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht München am Montag wurde deutlich, dass die Klage des Verbands keine überragenden Erfolgsaussichten hat.

Sofern Hummels von den betreffenden Firmen keine Bezahlung oder sonstige Gegenleistung für die Nennung der Produkte erhält, hält das Gericht das für zulässig, wie die Vorsitzende Richterin Monika Rhein erklärte. «Auch wenn wir das (Influencer-Wesen) für völlig überflüssig halten, heißt das noch lange nicht, dass das gesetzlich verboten wäre», sagte die Vorsitzende. Ein Urteil gibt es noch nicht, die Klärung im Hauptsacheverfahren steht aus.

«Wir gehen notfalls bis zum Bundesgerichtshof», sagte Hummels‘ Anwalt Christian-Oliver Moser anschließend. «Das ist ein grundsätzliches Thema. Das schränkt aus meiner Sicht die Meinungsfreiheit zu sehr ein.» Der Verband Sozialer Wettbewerb wolle «Rechtsklarheit» erreichen, sagte dessen Anwalt Franz Burchert.

Cathy Hummels hat Werbeverträge mit mehreren Modefirmen – sie bekommt Geld für die Nennung der Unternehmen und ihrer Produkte. Diese Beiträge kennzeichnet sie als «bezahlte Partnerschaft». Der Verband hat sie wegen 15 Postings verklagt, bei denen dieser Hinweis fehlte. Laut Hummels‘ Anwalt Christian-Oliver Moser hat die 30-Jährige für diese Beiträge aber auch keinerlei Gegenleistung erhalten – mit Ausnahme des Kinderwagens für den kleinen Sohn Ludwig, den der Hersteller kostenlos zur Verfügung stellte.

Für den Kinderwagen akzeptierten Hummels‘ Anwälte jedenfalls die Abmahnung, nicht jedoch für die Mehrheit der 15 Instagram-Posts. Der Verband Sozialer Wettbewerb ist unter Fachanwälten für Abmahnungen bekannt – auch Starkoch Alfons Schuhbeck war 2014 vor dem Münchner Landgericht verklagt worden, weil er eine Gewürzmischung als «Sexgewürz» angepriesen hatte. Schuhbeck siegte.

Miese Verkaufszahlen: Tiefer Fall für HTC: Smartphone-Verkäufe brechen um 68 Prozent ein

Die schlechten Nachrichten um HTC gehen weiter. Letzte Woche wurde bekannt, dass der taiwanische Smartphone-Hersteller knapp 22 Prozent seiner Belegschaft entlässt. Nun kamen die neuen monatlichen Verkaufszahlen – und zeigen einen geradezu erschreckend rasanten Absturz.

Gerade einmal 62 Millionen Euro hat das Unternehmen im Juni 2018 noch mit Smartphone-Verkäufen umgesetzt, berichtet „Reuters“ unter Berufung auf HTC. Vor einem Jahr waren es im gleichen Zeitraum noch 190 Millionen Euro, ein Rückgang um satte 68 Prozent. Auch im Vergleich zum Vormonat ging es nach unten: Im Mai konnte man immerhin noch 69 Millionen Euro umsetzen. 

Kein Anstieg trotz neues Spitzenmodells

HTC der lange Absturz 1900Besonders dramatisch ist der Einbruch, weil die Zahlen im Juni eigentlich nach oben hätten gehen müssen. Seit Mitte Juni ist HTCs neues Spitzenmodell, das HTC U12+, im Handel erhältlich. Wie der tolle Vorgänger HTC U11 (hier bei uns im Test) setzt es auf ein schickes Äußeres und eine sehr gute Kamera, ist mit einem UVP von 799 Euro aber recht teuer. Obwohl der Preis in den drei Wochen seit Release bereits um fast 100 Euro gefallen ist, kostet es immer noch 200 bis 250 Euro mehr als potente Konkurrenten wie das Galaxy S9 oder das Huawei P20. Viele potentielle Kunden dürfte das zur Konkurrenz treiben.

Der einstige Smartphone-Gigant strauchelt schon seit Jahren. In der Hochzeit um 2012 gehörte HTC zu den Top 5 der Smartphone-Hersteller und konnte gut zehn Prozent Marktanteil halten. Mit dem Aufstieg chinesischer Hersteller wie Huawei und Xiaomi verlor der Konzern aber immer weiter an Bedeutung. Seit Jahren ist HTC nicht mal mehr in den Top 10 zu finden, statt Geld einzunehmen werden längst nur noch Verluste eingefahren.

Ob der Konzern sich noch einmal retten kann, muss sich zeigen. Bereits Ende letzten Jahres wurde bekannt, dass HTC seine größte Auftrags-Fertigung verlor. Google hatte sein Pixel 2 von HTC bauen lassen, nun hat der Konzern die entsprechende Sparte mit 2000 Mitarbeitern komplett aufgekauft. Als letztes Standbein bleibt noch die Virtual-Reality-Brille Vive. Die gilt als technisch hervorragend, die VR-Technologie ist bislang aber nur ein Nischengeschäft.HTC U 11 News 17.24