Datenskandal: Zuckerberg entschuldigt sich seit 14 Jahren – jetzt könnte es ihn Facebook kosten

Als sich Mark Zuckerberg vor zwei Wochen das erste Mal für den aktuellen Datenskandal um Facebook entschuldigte, hoffte er wohl, dass er ihn bald wieder hinter sich haben würde. Doch der Skandal wollte einfach nicht abebben. Heute und morgen wird sich Zuckerberg das erste Mal vor dem US-Kongress verantworten müssen. Bisher hat Zuckerberg nur auf seine bewährte Methode gesetzt, sich halbherzig entschuldigt und weiter gemacht. Jahrelang war das genug. Diesmal könnte es zuwenig sein.

Anders als in der Vergangenheit werden immer öfter Rufe nach Zuckerbergs Rücktritt laut. Zuckerbergs Doppelrolle als CEO und Vorstands-Vorsitzender wird zunehmend als Problem wahrgenommen. Neben Journalisten aus dem Silicon Valley fordern auch große Aktienfonds und frühe Facebook-Investoren, dass er mindestens einen der Posten aufgibt – oder gleich ganz geht. 

Entschuldigen – und dann einfach weitermachen

Wie Sie Mark Zuckerberg den Rü… Facebook-Account löschen 13.23Dass Zuckerberg stets auf Entschuldigungen setzte und dann kaum etwas änderte, ist kein Wunder: Es hat bislang funktioniert. Immer wieder musste Facebook zurückrudern, weil mit neuen Features mehr Daten der Nutzer gegen deren Willen freigegeben wurden. Mal musste Zuckerberg Manipulation von Nutzern in psychologischen Experimenten zugeben oder sich dem Vorwurf stellen, Fake-News erst so eine große Bühne gegeben zu haben. Ganz nach dem jahrelangen Firmen-Motto „Move Fast and Break Things“ (Gehe schnell voran und zerstöre Dinge). Immer wieder gaben sich alle damit zufrieden, dass Zuckerberg sein Bedauern ausdrückte. Die Nutzer posteten fleißig weiter, auch die Aktionäre waren stets zufrieden.

Das hat sich in den letzten Wochen geändert. Bei den Nutzern macht sich mehr Unruhe breit als sonst, das Thema um den Datenskandal um Cambridge Analytica schlägt vor allem in den USA gigantische Wellen. Dass Nutzer ihren Account löschen wollen – und es dann meist doch nicht tun – kann Zuckerberg weitgehend kalt lassen. Dass Facebooks Wert wegen des Skandals und der Reaktion darauf um 15 Prozent fällt, dagegen nicht.Facebook: So sehen Sie, welche Apps Zugriff auf Ihre Daten haben_10.40

Mark Zuckerberg auf dem heißen Stuhl

Bei seinem ersten Auftritt vor dem Kongress könnte es für Zuckerberg deshalb um alles gehen. Einige Senatoren freuen sich bereits öffentlich darauf, den Facebook-Chef endlich in die Mangel nehmen zu dürfen. Dem ist die Wichtigkeit bewusst. Zuckerberg bereitet sich seit Tagen für den Auftritt vor, probt Antworten und lässt sich sogar von Sprachtrainern coachen, um nicht zu defensiv zu wirken. 

Egal wie die Anhörungen ausgehen: Gefeuert werden kann Zuckerberg nicht. Obwohl er nicht mehr die Aktienmehrheit besitzt, sichern ihm seine Superaktien dennoch die Entscheidungsmehrheit. Selbst der Vorstand könnte ihn deshalb nicht rauswerfen. Seinen Bogen überspannen kann Zuckerberg trotzdem: Als er letzten Herbst seine Macht noch weiter ausbauen wollte, wurde er per Klage der Investoren davon abgehalten.

Kann Zuckerberg sich halten?

05-Laut Facebook bis zu 87 Mio Betroffene in Datenschutzskandal-5764351707001Versaut er seinen Auftritt, wird der Druck noch weiter wachsen. Schließlich steht im Kongress auch Facebooks gesamtes Geschäftsmodell – das Sammeln und Handeln der Nutzerdaten zu Werbezwecken – auf dem Prüfstand. Am Ende könnte gar eine Regulierung durch staatliche Stellen drohen.

Noch schließt Zuckerberg einen Rücktritt aus. Findet er vor dem Kongress nicht die richtigen Antworten, könnte sich die Lage aber schnell ändern. Dann nämlich, wenn die Anleger ihr Vertrauen verlieren – und der Kurs der Facebook-Aktie in den Keller geht. Dann bliebe Zuckerberg nur noch die Wahl mit dem sinkenden Schiff unterzugehen – oder den Platz am Ruder einem anderen zu überlassen.Facebook-Managerin packt aus 12.25

Diebstahl, Missbrauch, Einflussnahme: Belohnungen bis zu 32.000 Euro? Facebook will für Datenmissbrauch-Hinweise zahlen

Facebook wird künftig Belohnungen für konkrete Hinweise auf den Missbrauch von Nutzerdaten zahlen. Wenn jemand einen direkten Beweis dafür liefere, dass mittels auf Facebook heruntergeladenen Apps private Nutzerdaten eingesammelt würden, „um sie zu verkaufen, zu stehlen, für betrügerische Zwecke oder die politische Einflussnahme zu nutzen“, werde er finanziell dafür belohnt, kündigte der Internetkonzern am Dienstag an.

Die Ankündigung erfolgte vor dem Hintergrund des derzeitigen Datenmissbrauchsskandals, der Facebook massiv zusetzt. Über eine App mit einem Persönlichkeitstest war die britische Datenanalysefirma Cambridge Analytica in den Besitz der Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern gelangt. Die Firma arbeitete für das Wahlkampfteam des heutigen US-Präsidenten Donald Trump. Die Daten sollen für dessen Kampagne ausgeschlachtet worden sein.

Der Skandal wird beiderseits des Atlantiks von Behörden und Parlamenten untersucht. Am Dienstagnachmittag (Ortszeit) sollte im US-Kongress eine zweitägige Befragung von Facebook-Konzernchef Mark Zuckerberg dazu beginnen.

Facebook zieht Vergleich zu „Bug Bunny“-Programmen

Die angekündigte Belohnung für Fingerzeige auf Datenmissbrauch solle in ihrer Höhe der „Bedeutung jeden Hinweises“ entsprechen, teilte Facebook mit. Das Unternehmen zog einen Vergleich zu den im Technologiesektor verbreiteten „Bug Bunny“-Programmen (der Name ist eine Anspielung auf die Cartoonfigur Bugs Bunny). Dabei gibt es Belohnungen für die Hinweis auf „bugs“, also Programmierfehler in Software, die zu Störungen führen können.

Im Rahmen der „Bug Bunny“-Programme seien Belohnungen von bisweilen 40.000 Dollar (32.000 Euro) gezahlt worden, hob Facebook hervor.09-Zuckerberg: Dank mehr Sicherheit wird Facebook noch profitabler-5767044537001

Facebook in der Krise: Mark Zuckerberg vor US-Senat – seine sechs wichtigsten Aussagen

Ohne sein typisch graues T-Shirt erscheint Facebook-Chef Mark Zuckerberg im US-Senat. Stattdessen trug er einen dunklen Anzug mit blauer Krawatte – passend zum Anlass seines Erscheinens: einer offiziellen Anhörung, die zu einer fünf stündigen Marathonsitzung wurde.  Auslöser war der Datenskandal um Cambridge Analytica und die Rolle Facebooks bei der möglichen Einmischung Russlands in die US-Wahl.

Spickzettel Mark Zuckerberg

Der 33-jährige Konzernchef versprach einen strikteren Datenschutz. Jeder Nutzer der Onlinenetzwerke seines Konzerns „sollte Kontrolle darüber haben, wie seine Informationen verwendet werden“, sagte Zuckerberg

Die wichtigsten Punkte und Erkenntnisse der mit Spannung erwarteten Befragung:

Mark Zuckerberg räumt Fehler ein – mal wieder

Kritiker werfen Mark Zuckerberg vor, dass er sich zwar seit Bestehen von Facebook für Fehler und Pannen entschuldige, aber dennoch nichts passiere. Auch vor dem US-Senat räumte er erneut ein, dass Facebook das Ausmaß seiner Verantwortung nicht erkannt habe. „Das war ein großer Fehler. Es war mein Fehler. Ich habe Facebook gestartet, ich führe es, und ich trage die Verantwortung dafür, was hier passiert.“

Facebook will Belohnungen für Hinweise auf Datenmissbrauch zahlenFacebook könnte künftig Geld kosten

Zuckerberg hat vor den US-Senatoren signalisiert, dass das weltgrößte Online-Netzwerk nach dem Datenskandal eine Bezahl-Variante ohne Werbung bekommen könnte. „Es wird immer eine kostenlose Version von Facebook geben“, sagte er. Diese Wortwahl jedenfalls ließ durchblicken, dass Alternativen zur jetzigen Facebook-Version geprüft werden.

Zuckerberg verrät nicht, in welchem Hotel er wohnt

Um den Facebook-Chef in Verlegenheit zu bringen, versuchten einige Senatoren, Zuckerberg mit seinen eigenen „Waffen“ zu konfrontieren: Die Frage, ob er den Namen seines Hotels verraten wolle, verneinte Zuckerberg etwas verlegen. Ebenso die Frage, ob er die Leute benennen wolle, mit denen er zuletzt per Messengerdienst kommuniziert habe.

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Das Netzwerk ist im Visier von US-Sonderermittler Mueller

Facebook-Mitarbeiter seien laut Zuckerberg vom US-Sonderermittler Robert Mueller befragt worden, der eine mögliche russische Einflussnahme im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 untersucht. Der Facebook-Chef selbst aber sei nicht darunter gewesen. Als eines seiner „größten Leidwesen“ nannte Zuckerberg den Umstand, aus Russland betriebene Desinformationskampagnen auf Facebook nicht rechtzeitig auf die Spur gekommen zu sein.

Zuckerberg weiß nicht, wie lange es dauert, ein Facebook-Konto zu löschen

Keine konkrete Antwort konnte Zuckerberg auf die Frage liefern, wie lange es dauert, bis alle Daten eines Nutzers entfernt werden, wenn dieser seinen Facebook-Account löscht. Es sei komplex und Facebook bemühe sich, das in einer vernünftigen Zeit zu erledigen, sagte der Firmenchef.

Facebook bespitzelt seine Nutzer nicht

Klar wies der Facebook-Chef den Verdacht zurück, dass sein Netzwerk Gesprächen der Nutzer zuhöre, um ihnen passende Werbung zu zeigen. „Das machen wir nicht“, sagte er und nannte die seit Jahren andauernden Spekulationen eine „Verschwörungstheorie“.

Facebook-Chef Zuckerberg entschuldigt sich vor US-Kongress

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Wir haben Dein Interesse geweckt? Dann hast Du noch bis zum 15. April 2018 Zeit, Dich hier für das Fellowship-Programm zu bewerben.

Ab dem 20. April werden die ersten erfolgreich ausgewählten Kandidatinnen und Kandidaten bekannt gegeben. Du bist darunter? Dann erwartet Dich am 26. April ein ganztägiger News Lab Workshop bei Google, ehe Du uns ab Mai für acht Wochen tatkräftig in der Redaktion unterstützen wirst.

Alle Voraussetzungen für Deine Teilnahme, alle Informationen zum Stipendium sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen findest Du hier.

Die stern-Redaktion wünscht Dir viel Erfolg – vielleicht sehen wir uns schon bald in Hamburg!

U-Boot-Technik: Superkavitation – wenn U-Boote schneller tauchen als Kampf-Jets fliegen können

In der Luft können Flugzeuge schneller als der Schall fliegen, auf dem Boden erreicht ein normaler Pkw locker 200 km/h – aber auf und unter Wasser geht es nur im Schneckentempo voran. Irgendwo um die 40 Knoten ist Schluss, das sind etwa 75 km/h. Schiffe, die noch schneller sind, gleiten mehr über dem Meer, als dass sie im Wasser schwimmen.

Vor allem für Militärs ist das frustrierend, denn auch die modernsten und teuersten Einheiten können an dieser Grenze kaum etwas ändern. Besonders für Jagd- U-Boote ergibt sich ein Dilemma: Moderne Flugzeugträger laufen mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 30 Knoten. Selbst wenn Jagd-U-Boote noch etwas schneller tauchen können, reicht es doch nicht, um Hunderte von Kilometern einzuholen.FS Kriegsschiffe Einhänger

Schützende Hülle 

Darum ist die Superkavitation so interessant. Sobald ein Boot oder ein Torpedo rundum von einer schützenden Lufthülle umgeben wird, sinkt der Widerstand zwischen Boot und Wasser dramatisch und es sind ganz andere Geschwindigkeiten möglich. Theoretisch soll es sogar denkbar sein, auch die Schallgeschwindigkeit unter Wasser zu durchbrechen. Sie beträgt im Wasser immerhin etwa 5800 Kilometer pro Stunde. Aber das ist bislang nur Theorie.Ramjet_16.30

In den USA haben Forscher an der Penn State Universität vor etwa zwei Jahren im Laborversuch Methoden entdeckt, die es ermöglichen sollen, eine Schutzblase auch für große U-Boote zu entwickeln. Ab etwa 180 km/h muss die Blase nicht mehr durch einen Generator genährt werden. Dann entsteht so viel Wasserdampf, dass das U-Boot das notwendige Gas selbst erzeugt. Leider ist die Blase nicht stabil, sie pulsiert. Die Forscher sind nun dem Geheimnis der Pulsation auf die Spur gegangen. Im Laborversuch ist es nun gelungen, eine stabile Blase zu erzeugen, berichten die Forscher im International Journal of Multiphase Flow. Im Prinzip sind so Unterwasserfahrten in Überschallgeschwindigkeit möglich. Den Atlantik könnte man auf diese Weise in weniger als einer Stunde durchqueren.

Dazu gibt es Gerüchte, dass die Forschungsabteilung des Pentagons an einem Versuchs-U-Boot mit Lufthülle arbeitet.U-Boot bricht durchs Arktis-Eis_20.30

Realistisch bei Raketen und Torpedos

Während man in den USA am ganz großen Wurf arbeitet, geht Russland pragmatischer vor und verbessert bestehende Technologie. Dort wurde schon in den 70er Jahren den VA-111 Shkval Torpedo entwickelt. Hier wird die Blase nicht erhalten. An der Spitze des Torpedos befindet sich ein Generator, der die schützende Gashülle produzierte. Der Vortrieb wurde von einem Raketentriebwerk erreicht. So erreicht der Shkval sagenhafte 200 Knoten – das entspricht etwa 380 km/h – und ist fünfmal schneller als herkömmliche Torpedos. Im Jahr 2004 stellte die deutsche Firma BGT Defence den Barrakuda-Torpedo vor, der mit ähnlicher Technologie mehr als 400 km/h erreichen soll. Der deutsche Barrakuda ist nie offiziell in Dienst gestellt worden.

Auch der Untergang des russischen U-Boots K-141 „Kursk“ im August 2000 wurde mit dem russischen Super-Torpedo in Zusammenhang gebracht. Russland hat die Technologie aus der Zeit des Kalten Krieges weiterentwickelt und will den verbesserten Shkval-E sogar exportieren. Größter Nachteil des alten Shkval war die geringe Reichweite von nur etwa elf Kilometern, vorn Experten wurde er auch Selbstmord-Waffe genannt. Doch gleichzeitig wird an einem ganz neuen Typ, dem Khishchnik, gearbeitet. Hier wird erwartet, dass er das Blasenproblem löst.

Davon abgesehen sind diese Waffen extrem gefährlich. Durch ihre Geschwindigkeit wird es für einen Gegner praktisch unmöglich, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.U-Boot

Weltuntergangs-Torpedo

Eine andere Gefahr geht von schnellen Unterwasser-Drohnen aus. Sie wären größer als ein Torpedo, aber deutlich kleiner als ein Atom-U-Boot. Sie wären ein Unterwasser-Äquivalent zu einer Interkontinentalrakete. Dazu zählt die russische Unterwasser-Drohne „Status-6“. Erste Bilder tauchten Ende 2015 auf Handy-Fotos auf. Im Prinzip erinnert das System an einen gigantischen Torpedo mit immerhin 24 Meter Länge. Trotz der Größe soll „Status-6“ auch von U-Booten gestartet werden können.

Die Besonderheit der Waffe ist die extrem große Reichweite von 10.000 Kilometern und die sehr hohe Unterwasser-Geschwindigkeit. Es werden Geschwindigkeiten von 100 bis 185 km/h genannt. Russische U-Boote im Nordatlantik machen die westlichen Mächte nervös. Die NatoDas ist deutlich weniger als die fast 400 km/h der Shkval-Torpedos, aber immerhin noch doppelt so schnell wie die Torpedos der Bundeswehr. Auch „Status-6“ muss das Problem des Widerstandes des Wassers gelöst haben. Noch ist zum Weltuntergangstorpedo wenig bekannt, nutzt die Drohne aber den Effekt der Superkavitation, könnten die Geschwindigkeiten auch weit höher liegen. Zusammen mit einer Tauchtiefe von bis zu 1000 Metern ist „Status-6“ derzeit nicht aufzuhalten. Im Westen wird befürchtet, dass der Supertorpedo mit einer Wasserstoff-Bombe bestückt werden könnte. Eine Explosion könnte einen Mega-Tsunami auslösen, der eine fünfhundert Meter hohe Wasserwand auf die US-Küste loslassen würde. 

Während Russland eher Schritt für Schritt bestehende Techniken verbessert, ist es doch noch ein langer Weg bis zum Super-U-Boot. Für ein 110 Meter langes U-Boot der Los-Angeles-Klasse dürfte es sehr viel aufwendiger sein, die künstliche Schutzblase für die Beschleunigungsphase bis 180 km/h zu erzeugen. Erst bei höheren Geschwindigkeiten wird man eine stabile Blase erzeugen können.HMS Vigilant