
Mit der „Tatorte“-App sehen Sie alle Polizeimeldungen aus Ihrer Region: von schlimmen Verbrechen bis zu eher skurrilen Einsätzen.
Foto: Friso Gentsch / dpa
News aus der digitalen Welt

Mit der „Tatorte“-App sehen Sie alle Polizeimeldungen aus Ihrer Region: von schlimmen Verbrechen bis zu eher skurrilen Einsätzen.
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Das Massachusetts Institute of Technology hat einen Forschungsroboter entwickelt, der die Meereswelt erkunden soll, ohne sie zu stören. Nahe der Fidschi-Insel Taveuni erkundet „SoFi“ den Meeresboden – und macht spannende Aufnahmen.
Eigentlich dachte ich, die Sache sei längst klar. Wer glaubt, dass Facebook vor allem dazu dient, dass wir ständig mit unseren Freunden vernetzt sind, wir unsere Vorlieben teilen oder uns lustige Bilder und Videos hin- und herschicken, der glaubt vermutlich auch noch an den Osterhasen – oder an das Gute im Gutmenschen Marc Zuckerberg. Das Neueste aus dem Weltreich Facebook: Über eine App sollen die Profile von 50 Millionen Benutzern abgezogen worden sein, weil die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica damit im US-Wahlkampf Stimmung für Donald Trump machen wollte.
Facebook wusste wohl schon seit längerem davon, hielt es aber offenbar für angebracht, erstmal vornehm zu schweigen. Dann eine erste Pressemitteilung, Cambridge Analytica habe die Daten missbraucht und gelogen. Dann endlich stellte sich Marc Zuckerberg. „Wir tragen die Verantwortung, Eure Daten zu schützen“, gab er sich kleinlaut und ein wenig reumütig, „und wenn wir das nicht können, verdienen wir Euch nicht.“kurzbio ammann
Verdienen ist das Stichwort. Nur mal ein paar Zahlen zu Facebook: Börsenwert in Dollar: 492,6 Milliarden; Umsatz im vergangenen Jahr: 40,7 Milliarden; Gewinn im vergangenen Jahr: 15,9 Milliarden. Das ist eine Umsatzrendite von fast 40 Prozent! Ein besseres (legales) Geschäft gibt es zurzeit wohl nirgends auf der Welt. Und das lässt sich nicht allein mit der Werbung machen, mit der die User gezielt beeinflusst werden sollen, sondern womit? Ja, genau. Mit dem Verkauf von Daten an mehr oder weniger jeden, der sie brauchen kann. Rund 2,1 Milliarden eingetragene Benutzer gibt es inzwischen, ein knappes Viertel der Menschheit. Und Facebook, das ist das Geschäftsgeheimnis, weiß alles über seine User, also uns.
Solange wir Werbung für Sneaker, Klamotten oder irgendwelches andere Zeugs bekommen, scheint das niemanden zu stören. Aber Trump? Da hört der Spaß auf.
Jetzt sind alle wieder pflichtgemäß entsetzt. Die neue Justizministerin Katarina Barley hat ihr erstes großes Thema gefunden. Sie lädt Facebook nach Berlin und fordert Aufklärung, wie der Konzern „die Wiederhoung solcher Fälle“ verhindern will. Was genau sie damit meint, verrät sie nicht. Aber auch sie hat erkannt: Wer den kostenlosen Service nutze, zahle mit seinen Daten, meinte die Justizministerin.
Exakt. Schon vor Jahren haben Datenschutz-Aktivisten darauf hingewiesen, dass Facebook heimlich Daten von Usern sammelt, die keine eingetragenen Facebook-Mitglieder sind; dass Facebook ohne Zustimmung des Betroffenen persönliche Daten „absaugt“, beispielsweise über die iPhone-App oder den Import von E-Mail, und diese für eigene Zwecke verwendet – sprich weiterverkauft. Auch sei der „Like Button“ nicht datenschutzkonform und könne zum Ausspionieren der Nutzer verwendet werden.Facebook: So sehen Sie, welche Apps Zugriff auf Ihre Daten haben_10.40
Denn darum geht es: Möglichst viele Informationen von den Benutzern und ihren Freunden zu sammeln. Das ist die eigentlich wertvolle Währung bei diesem Geschäft. Gestört hat es bisher offenbar niemanden. Im Gegenteil. Alle machen fröhlich mit und füttern das Monster Tag für Tag.
Bis zu sechzig Merkmale werden regelmäßig über die Facebook-Benutzer gespeichert: Wo sie sich gerade befinden, welches Gerät sie benutzen, welche Seiten sie aufrufen, wie lange sie auf diesen Seiten verweilen, welche Freunde man hat, was ihnen gefällt (Like-Buttons), mit wem sie aktuell kommunizieren, welche Fotos sie hoch- oder herunterladen und so weiter. Niemand sollte sich in der Sicherheit wiegen, die Eingaben seien anonym. Durch die Verknüpfung aller Merkmale ist es ein Leichtes, den jeweiligen Benutzer eindeutig zu identifizieren und ihn im Zweifel namentlich zu benennen. Allein dieses Wissen hat die Internetkonzerne mit ihren Milliardengewinnen in die höchsten Sphären der New Economy katapultiert.Wie Sie Mark Zuckerberg den Rü… Facebook-Account löschen 13.23
Und jetzt wird es auch mehr und mehr für politische Werbung bis hin zur Propaganda eingesetzt. „Data driven persuasion efforts“ heißt das im Englischen, zu Deutsch etwas sperrig also: „Datengetriebene Überzeugungsbemühungen“. Man kann auch sagen, Daten werden als Waffe im politischen Kampf genutzt. Die Frage ist, wie wirksam solche Methoden sind. Nicht jeder, der mit Werbung für Sneakers bombardiert wird, bestellt sie auch gleich. Und nicht jeder, der im US-Wahlkampf mit rechter Propaganda oder mit Fake-News über die Kandidatin Hillary Clinton konfrontiert wurde, lief gleich zu Trump über.
Aber das Gift wird sozusagen langsam eingeträufelt, und die Methoden für das „Targeting“ werden immer mehr verfeinert. In Frankreich hat Giullaume Liégey mit seinem Datenanalyse-Start-up LMP einem Präsidentschaftsbewerber mit zum Erfolg verholfen, der praktisch aus dem Nichts kam: Emanuel Macron. Allerdings nicht allein mit Nutzerprofilen und Datenanalysen, sondern mit einer Kombination aus Hightech und Haustürwahlkampf. „Menschen lassen sich am besten von Menschen überzeugen“, sagte Liégey gerade bei einem Auftritt auf dem OMR Festival in Hamburg. „Ohne richtig gute Leute bringt einer Partei die beste Technik nichts.“ Seine ersten Erfahrungen hat Liégey übrigens 2008 als Social Media-Experte im Wahlkampfteam von Barack Obama gemacht.
Der jüngste Skandal um Facebook und Cambridge Analytics wie auch die Debatte um Fake-News im Netz haben gezeigt: Die Gefahren werden größer und nicht kleiner, und die Internetkonzerne agieren bestenfalls im Graubereich. Als erste Gegenmaßnahme sollte man mal endlich damit anfangen, dass Werbung – ganz gleich, ob politische oder kommerzielle – erkennbar und unmissverständlich als solche gekennzeichnet wird, wie es bei „klassischen“ Medien der Fall ist.Facebook
Wir haben die Kontrolle über unsere Daten fremden Mächten übertragen, die sich selbst jeder Kontrolle entziehen, auch wenn der Schutz der Privatsphäre in Europa deutlich weiter reicht als in den USA. An ihrem Geschäftsmodell werden Facebook, Google & Co. freiwillig nichts ändern, dafür ist es zu lukrativ. Immerhin: Weil erste Werbekunden drohen abzuspringen, gerät Facebook unter Druck.
In dem Maße, in dem sich unser Leben und unsere Persönlichkeit mehr und mehr im Internet abbilden, müssen die digitalen Persönlichkeitsrechte Schritt halten. In naher Zukunft werden nicht nur alle Kommunikations-, Bewegungs- und Finanzdaten online verfügbar sein, sondern auch alle genetischen und medizinischen Informationen. Spätestens dann muss das „digitale Ich“ vergleichbare Rechte genießen wie das „reale Ich“. Die vollständige Kontrolle über möglichst alle gespeicherten Daten gehört dazu.
Für Politik und Aufsichtsbehörden wird deshalb kein Weg daran vorbeiführen, die Internetkonzerne zu verpflichten, ihre Nutzer zu informieren und sie explizit um ihre Einwilligung zu bitten, wenn Daten an Dritte weitergegeben werden sollen.
Marc Zuckerberg will jetzt erstmal „sicherstellen, dass es keine weiteren Cambridge Analyticas da draußen“ gibt. Wo immer „da draußen“ ist: Ich fürchte, es gibt viel zu viele Cambridge Analyticas.
Justizministerin Barley: „Unternehmen wie Facebook leben davon, dass sie Daten erheben“_14.40
Ermittler der britischen Datenschutzbehörde ICO haben die Büros der Londoner Analysefirma Cambridge Analytica durchsucht. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, sich unberechtigt Zugang zu Daten von 50 Millionen Facebook-Mitgliedern besorgt zu haben.
Nach dem Datenskandal um Facebook und die Firma Cambridge Analytica kehren erste Unternehmen dem weltgrößten Online-Netzwerk zumindest zeitweise den Rücken. In der Nacht gingen die Facebook-Seiten des Elektroauto-Herstellers Tesla und der Raumfahrt-Firma SpaceX vom Netz.
Bereits zuvor kündigte Mozilla, der Entwickler des Web-Browsers Firefox, an, keine Werbung mehr auf Facebook zu platzieren, bis das Netzwerk seine Datenschutz-Einstellungen verbessert. Der Anbieter vernetzter Lautsprecher Sonos stoppt für eine Woche die Online-Werbung nicht nur bei Facebook, sondern auch bei der Foto-Plattform Instagram, bei Google und bei Twitter.
Fünf Fragen zum Facebook-Skandal, 20.20Facebook versuche nun, hinter den Kulissen Werbeagenturen zu beruhigen und ihnen zu versichern, dass die Daten ihrer Kunden sicher seien, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf informierte Personen. Das Online-Netzwerk mit über zwei Milliarden Nutzern verdient praktisch sein gesamtes Geld mit Werbeanzeigen.
Die neuerliche Kontroverse wurde durch die Enthüllung ausgelöst, dass sich die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica von einem App-Entwickler unberechtigt Zugang zu einigen Informationen von rund 50 Millionen Facebook-Nutzer besorgt hatte. Facebook wusste seit 2015 davon, gab sich aber mit der Zusicherung der Firma zufrieden, dass die Daten gelöscht worden seien. Die Nutzer wurden damals nicht informiert, was Facebook inzwischen als Fehler bezeichnet und nachholen will. Gründer und Chef Mark Zuckerberg betonte, dass die Software-Schnittstellen, die einer Umfrage-App einen so breiten Zugriff auf Nutzerdaten überhaupt möglich machten, bereits 2014 dichtgemacht worden seien.
Für viele Nutzer und Politiker brachte der Fall jedoch nach diversen früheren Datenschutz-Problemen bei Facebook das Fass zum Überlaufen.
Whatsapp-Gründer Facebook löschen_16.50
Bei Twitter macht seit Tagen der Hashtag „#deletefacebook“ („lösche Facebook“) die Runde. Er wurde auch von WhatsApp-Mitgründer Brian Acton aufgegriffen, der seine Messaging-App einst für rund 22 Milliarden Dollar an Facebook verkauft hatte und bis vor kurzem dort auch beschäftigt war. Actons Tweet mit dem Hashtag und dem Aufruf „Es ist Zeit“ war auch der Auslöser für das Verschwinden der Facebook-Seiten von Tesla und SpaceX.
Nachdem der Chef beider Unternehmen, Elon Musk, Actons Tweet mit der Frage „Was ist Facebook?“ kommentierte, wurde er von einem Nutzer aufgefordert, die Facebook-Präsenz von SpaceX zu löschen. „Wusste gar nicht, dass wir eine haben. Mach ich“, twitterte Musk zurück. Daraufhin wurde er daran erinnert, dass es dann auch die Tesla-Seite treffen sollte. „Definitiv. Die sieht sowieso langweilig aus“, reagierte Musk. Wenig später waren beide Seiten bei Facebook nicht mehr erreichbar.
Musk und Facebook haben eine schwierige Vorgeschichte. 2016 zerstörte die Explosion einer SpaceX-Rakete einen teuren Facebook-Satelliten. Zuckerberg zeigte sich damals öffentlich enttäuscht. Im vergangenen Jahr stritten die beiden Unternehmer zudem über die Risiken künstlicher Intelligenz. Musk warnt oft vor den Gefahren lernender Maschinen, Zuckerberg zeigt sich optimistisch und nannte Musks düstere Zukunftsszenarien „ziemlich unverantwortlich“. Musk konterte bei Twitter: „Ich habe mit Mark darüber gesprochen. Sein Verständnis des Themas ist beschränkt.“
Sonos will parallel zum einwöchigen Werbestopp ab Montag auch die Facebook- und Instagram-Auftritte abschalten, kündigte das Unternehmen an. Dauerhaft werde man auf Werbung bei Online-Plattformen aber nicht verzichten. Sie seien ein „unglaublich effizienter Weg“, Kunden zu erreichen. Mozilla schloss nicht aus, in der Zukunft wieder Werbung bei Facebook zu schalten, wenn das Online-Netzwerk wie von Zuckerberg versprochen den Datenschutz stärkt.
+++ Lesen Sie hier im stern: „Weil es die Nutzer so wollten: Dr. Oetker löscht seine Facebook-Seite“ +++
Bei deutschen Nutzern sozialer Medien und Netzwerke sind die Bedenken zum Datenschutz offenbar hoch. Wie eine Umfrage des Instituts Kantar Emnid für den „Focus“ ergab, erwogen 49 Prozent der Befragten schon einmal, sich von Facebook, Twitter und anderen Portalen wieder abzumelden. Wie das Magazin in seiner jüngsten Ausgabe weiter berichtete, waren es in Ostdeutschland 55 Prozent der Nutzer. Die Umfrage fand also kurz nach dem Aufkommen des Facebook-Datenskandals statt.
+++ Sie wollen Ihren Facebook-Account löschen? Hier steht, wie’s geht. +++
24-Nach Facebook-Skandal Razzia bei Londoner Firma Cambridge Analytica-5757500786001
Paradox: Die Helme der Zukunft sehen aus wie die Helme der antiken Vergangenheit – sie schützen den Kopf rundum und verstecken das Gesicht des Kämpfers. Je nach Modell erinnern sie an Insekten-Krieger, Stormtrooper aus Star Wars oder griechische Hopliten.
Die heutigen Militärhelme haben sich seit dem Ersten und Zweiten Weltkrieg in Form und Material etwas verändert, aber eins ist gleichgeblieben: Sie schützen Kopf und Nacken, lassen Gesicht, Schläfen, Stirn und Hals weitgehend frei. Der Grund ist relativ einfach: Die Vorzüge eines Rundumschutzes wiegen die Nachteile eines Integralhelms bisher nicht aus. Neben der Einschränkung des Sehfeldes wirken sich vor allem Luftstau und Erhitzung unter einem geschlossenen Helm auf. In den Schlachten des Mittelalters starben manchmal mehr Ritter am Hitzschlag unter ihren Rüstungen als durch die Schwerter der Gegner.
Heute soll moderne Technik diese Einschränkungen verhindern und im Gegenteil zu einer Erweiterung der biologischen Fähigkeiten führen. Zuerst einmal soll der Helm den Informationsfluss im Team verbessern. Funkverbindung ist ein Standard, zudem sollen weitere Informationen bei Bedarf in das Display eingeblendet werden. Das kann die Kamera einer Drohne sein oder auch eine Visualisierung der Positionen der Teammitglieder. Integrierte Nachtsichtgeräte sollen die optische Wahrnehmung verbessern, Luftfilter vor Gasen schützen. Russia
Großer technischer Aufwand führt jedoch zu Problemen. Ein klassischer Helm funktioniert immer, ein High-Tech-Helm benötigt eine Stromversorgung, kann von Gegnern gestört werden oder ganz einfach ausfallen. Anzunehmen, dass diese Technik-Helme zuerst nur für Spezial-Truppen eingeführt werden. Also für Soldaten, die nur gut geplante und zeitlich begrenzte Einsätze absolvieren.
Aber noch ist das Zukunftsmusik. Meldungen von Anfang August, dass Britanniens legendäre SAA-Truppe den Devtac Ronin Kevlar Level IIIA Tactical Ballistic Helmet erprobt, erwiesen sich als Zeitungsente. In Großbritannien wurde der Helm mit dem Insektoiden-Aussehen sogleich Boba-Fett-Helm getauft – nach dem berüchtigten Kopfgeldjäder der Star-Wars-Filme. Der Helm aus Kevlar soll sogar den Durchschlag einer 44er-Magnum-Patrone abwehren. Er ist frei erhältlich, wird aber derzeit im Kriegsgebiet nur von Söldnern benutzt.
Der Trend zu einer Art von Weltraumhelmen lässt sich weltweit beobachten. Vor kurzem hat die Nationaluniversität für Wissenschaft und Technik – ein Institut mit einer langen Tradition in der Entwicklung von Waffensystemen – in Moskau die Studie eines kompletten Kampfanzugs vorgestellt, natürlich inklusive eines Science-Fictions-Helms.02
Weniger futuristisch, aber praxisnäher ist der Zukunftshelm von Revision Military für das US-Militär. Er erinnert optisch an die Helme aus dem Spiel Halo, baut jedoch auf dem Design eines normalen Helmes auf. Der Helm lässt sich modular mit elektronischer Kommunikation und einem Heads-Up-Display aufrüsten. Als Kernfunktion bietet der Helm vor allem besseren Schutz – vor Kugeln, aber auch vor Granats- und Trümmersplittern.
Das dürfte auch das Ziel in der nahen Zukunft sein: Einen Helm zu entwickeln, der zuverlässig vor Gewehrkugeln schützt und zudem größere Partien des Kopfes umfasst. Dazu soll der Schutz vor herumfliegenden Trümmerteilen und Splittern oder auch nur vor stumpfer Gewalt etwa durch Trümmerteile deutlich verbessert werden. Damit auch Augen und Gesicht geschützt sind, werden diese Helme allesamt ein Visier besitzen. Eine Panzerung aus Kevlar- oder Keramikplatten wird dann unweigerlich zu einem Terminator-Aussehen führen.
Billig ist der Spaß allerdings nicht. Der Ronin-Helm kostet mit Maske etwa 2000 US-Dollar – irgendwelche Elektronik ist in dem Preis nicht enthalten. Der Bundeswehr Gefechtshelm Schuberth Combat 826 aus Aramidgewebe ist deutlich billiger – neuwertige Lagerexemplare werden für etwa 150 Euro gehandelt.
In England legen Hacker Krankenhäuser lahm, in der Ukraine sind 700.000 Menschen ohne Strohm, und im Iran knacken Kriminelle die Rechner eines Atomkraftwerks: Drei Beispiele, die Angst vor der Zukunft machen.
Kunden der drei großen Mobilfunkanbieter Telekom, Vodafone und O2 sind unzufriedener als die der Billig-Provider. Das zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Institut für Service-Qualität (DISQ) mit erstaunlicher Klarheit. Sie verglich, wie zufrieden die Kunden der einzelnen Anbieter nach eigenen Angaben sind. Ausgerechnet Billigmarken schneiden am besten ab, die drei Großen – Telekom, O2 und Vodafone -landeten von 18 Providern unter den letzten vier Plätzen, O2 bildete gar das Schlusslicht. Testsieger ist der Discounter-Tarif Alditalk.
Für die Studie wurden 1820 Personen befragt. Sie sollten ihre Zufriedenheit mit dem Angebot, den Preisen, dem Service und eventuelle Ärgernisse mit ihrem Handy-Provider bewerten. Zudem sollten sie angeben, ob sie ihn weiterempfehlen würden.
+++ Irre Vertragsverhandlungen, Kündigung mit Tücken: Haben auch Sie schlechte Erfahrung mit Ihrem Handy- oder Internet-Provider gemacht? Schicken Sie uns Ihre Erfahrungen an achtungkunde@stern.de +++
LTE Lüge 19.05Das Ergebnis erstaunt. Gleich sechs Billiganbieter schneiden in jedem einzelnen Punkt besser ab als die großen Provider. Alditalk, Smartmobil.de, Blau, Tchibo Mobil, 1&1 und die Telekom-Tochter Congstar haben durchweg zufriedenere Kunden als die klassischen Mobilfunkmarken.
Besonders auffällig: Die größten Unterschiede gibt es nicht beim Preis – sondern bei den Ärgernissen. Dabei ging es um die Frage, ob man sich schon einmal über seinen Anbieter geärgert hatte, etwa wegen des Service, falscher Abrechnungen oder auch zu hoher Mobilfunkkosten. Und: Auch die Erreichbarkeit der Hotline kann als Ärgernis angegeben werden. Gerade O2 hatte in diesem Punkt im letzten Jahr massive Probleme gehabt.O2 neue Tarife 8.10
Doch die Telefonicá-Tochter war mit dem Ärger nicht allein: Die drei großen Provider haben bei den Ärgernissen die mit Abstand schlechtesten Werte im Test. Während alle anderen im Schnitt auf 79,16 Punkte kommen, sind es bei den drei Großen gerade mal 24 Punkte. Vor allem O2 schafft hier mit 17,5 Punkten den absoluten Tiefstwert unter allen Rubriken, Vodafone folgt mit 20 Punkten dichtauf. Die Telekom schafft immerhin 35. Zum Vergleich: Außer den drei Großen erreichte nur Klarmobil bei den Ärgernissen einen Wert unter 65 Punkten, liegt mit 45 aber immer noch weit vor den teuren Konkurrenten. Das sitzt.
Der Unterschied bei der Weiterempfehlungsrate ist dagegen weniger drastisch als man wegen der Ärgernisse erwarten würde. Während Alditalk mit 77,5 Prozent Weiterempfehlung den besten Wert einfährt, liegt der Letztplatzierte O2 mit 49 Prozent zwar merkbar dahinter, der Unterschied hätte aber deutlich größer ausfallen können.
Weil Zufriedenheit auch eine Frage der Erwartungen ist, stellt sich die Frage, ob die Kunden bei den drei großen Marken einfach höhere Ansprüche haben als die Billig-Telefonierer. So oder so sollten Telekom, Vodafone und O2 wohl dringend daran arbeiten, dass die Kunden zufriedener sind – und sich deutlich weniger ärgern.O2 Online statt Hotline 14:45h

Ständig starren wir auf unser Smartphone – während der Arbeit, beim Essen, beim Plaudern. Wer da nicht aufpasst, wird krankhaft abhängig.
Foto: Archive Photos/Getty Images

Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern wurden gestohlen – BILD erklärt, wie das passieren konnte.
Foto: Imago