Smartphones: Google, Sony und HTC überholt: Nokias furioses Comeback

Als Apple 2007 mit der Vorstellung des iPhones den Siegeszug des Smartphones einläutete, thronte Nokia noch auf dem Gipfel seines Erfolges. Dann folgten zu späte und falsche Entscheidungen – und der rasante Absturz. Seit letztem Jahr ist Nokia wieder da. Im letzten Quartal konnte man sogar große Konkurrenten überrunden. Das verdankt der Konzern dem alten Glanz der Marke und einer durchdachten Strategie.

4,4 Millionen Smartphones konnte Nokia im letzten Jahr an den Kunden bringen, das berichten die Marktanalysten von Counterpoint. Das ist mehr als etablierte Smartphone-Hersteller wie Sony, HTC und Google umsetzen konnten. Damit erreicht Nokia aus dem Stand Platz 11 unter den Smartphone-Herstellern. Noch besser läuft es bei den klassischen Handys. 20,7 Millionen der sogenannten Feature Phones ohne Touchscreen konnte Nokia verkaufen – und krallt sich mit 15 Prozent Marktanteil sofort wieder den Handy-Thron. Rechnet man die beiden Sparten zusammen, ist Nokia demnach weltweit die Nummer 6 der Mobilfunk-Hersteller. Und das, obwohl die Marke noch vor Kurzem quasi tot war.Nokia 8 Test_13.15

Alte Stärken, neue Partner

Zu verdanken hat das Nokia seinem neuen Besitzer. Nachdem Microsoft die Marke schon kurz nach der Übernahme 2011 verschwinden ließ, trägt der neue Besitzer HMD Global das Nokia-Banner wieder mit Stolz. Kein Wunder: Die Führungsriege des 2015 gegründeten Unternehmens setzt sich weitgehend aus Nokia-Veteranen zusammen.

Vor allem schaffte es HMD beim Neustart aber, Nokias alte Stärken wiederzuerwecken und dabei die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden. Wie früher bei den Knochen bietet Nokia auch diesmal Geräte für jede Preisklasse, vom ganz billigen Nokia 3 bis zum edlen Nokia 8. Die neuen Smartphones sind durch die Bank toll verarbeitet, haben ein schickes Design. Während sich der Konzern in den Anfängen der Smartphone-Ära an das eigene System Symbian klammerte und dann mit Windows Mobile auf das falsche Pferd setzte, macht man diesen Fehler aber nun nicht mehr – und unterwirft sich dem klaren Marktführer Google.Life Hacks Wasserschaden Handy 11.00

Und das sogar mehr als andere Hersteller. Während viele noch an den Oberflächen herumschrauben, lässt Nokia weitgehend die Finger von Android, bietet fast das gleiche, pure System wie es auf Googles Smartphones der Pixel-Reihe läuft. Neben dem Fehlen meist nutzloser Zusatzapps hat das einen klaren Vorteil: Nokia liefert seit Sommer mit Abstand am schnellsten Sicherheits-Updates und neue Features. Meist schafft man es knappe zwei Wochen, nachdem Google die Software freigegeben hat. Andere Hersteller brauchen zum Teil Monate. Smartphones in der Preisklasse des Nokia 3, das gerade mal 120 Euro kostet, bekommen meist einfach gar keine Updates, bei Nokia wird sogar die Billigklasse schnell versorgt.Nokia 150 Test_9.40

Luft nach oben

Die Strategie scheint aufzugehen. Vor allem in Europa und Indien habe die Marke die größte Kraft, so Counterpoint. Letzteres ist besonders relevant. Indien hat den am schnellsten wachsenden Smartphone-Markt. Könnte sich Nokia hier ganz vorne platzieren, würde das auch die globale Position mächtig stärken. Noch stehen die Chancen gut: Anders als etwa in China konnten sich in Indien noch keine lokalen Konkurrenten den Markt sichern.

Luft nach oben ist noch allemal. HMD Global konzentriert sich mit Nokia vor allem auf die Märkte für Einsteiger-Smartphones, die allerdings am wenigsten Geld einbringen. In Europa kann man sich mit Geräten wie dem Nokia 3 wohl kaum durchsetzen, die schwache Kamera und die lahme Performance sind selbst den niedrigen Preis nicht wert. Auch das Spitzenmodell Nokia 8 kostet deutlich weniger als iPhone, Galaxy S8 und Co. – konnte im Test aber nicht voll überzeugen. Will Nokia irgendwann tatsächlich wieder ganz oben mitspielen, müssen die Mankos wie die recht schwachen Kameras dringend behoben werden. Für den Anfang läuft es aber schon mal sehr gut. Das war vor einem Jahr noch alles andere als klar.Nokia Superinternet 15.13

Internet-Handelsriese: Wundertüte Amazon: Was darf die Suchmaschine und was nicht?

Der Internet-Handelsriese Amazon meint meist schon nach den ersten Buchstaben im Suchfeld zu wissen, was man will. Angezeigt werden dann eine Reihe von Produkten, die den Wünschen entsprechen könnten. Ob sich Amazon dabei immer auf rechtlich sicherem Grund befindet, prüft jetzt der Bundesgerichtshof in zwei Fällen. Denn es gibt Unternehmen, die ihre Markenrechte verletzt sehen (I ZR 201/16 und I ZR 138/16).

Wer legt sich da mit Amazon an und warum?

Das mittelständische Unternehmen Ortlieb Sportartikel GmbH aus dem fränkischen Heilsbronn produziert wasserdichte Fahrradtaschen, Rucksäcke und andere Freizeitausrüstung. Das Unternehmen goFit Gesundheit GmbH mit Sitz im österreichischen Kindberg vertreibt eine Matte zur Fußreflexzonenmassage. Sie wollen nicht, dass ihre Produkte über die Plattform vertrieben werden und sie wollen auch nicht, dass die Suche nach ihren Produkten zu Alternativangeboten führt.

Warum wollen sie nicht, dass ihr Name zu anderen Produkte oder Anbietern führt?

Ortlieb vertreibt seine Produkte über Fachhändler, goFit über Kooperationspartner und über den eigenen Internetauftritt. Beide Unternehmen haben sich gegen Handelsplattformen wie Amazon entschieden und sehen einen Missbrauch ihrer geschützten Marken, wenn Suchworteingaben dazu benutzt werden, ähnliche Produkte aus zum Teil deutlich niedrigeren Preissegmenten anzubieten.

Was sagen die Beteiligten der Auseinandersetzung?

Ortlieb habe sich 2011 für ein selektives Vertriebssystem entschieden, sagt Vertriebsleiter Martin Esslinger. «Wir sehen unser Produkt als ein Qualitätsprodukt mit hohem Erklärungsbedarf.» Kundenservice und Reparierbarkeit der Produkte seien dabei entscheidend. Daher würden die Händler entsprechend geschult. Der Fachhandel dürfe auch online verkaufen, jedoch nicht über Handelsplattformen. Ortlieb gehe es um Markenidentität und Markenhoheit. Nach Überzeugung des Unternehmens sucht ein Kunde, der Ortlieb eingibt, gezielt nach dieser Marke. «Sonst würde er nur Fahrradtasche eingeben.» Daher verletze Amazon die Marken- und Wettbewerbsrechte.

Nach Überzeugung des goFit-Rechtsanwalts Arthur Waldenberger benutzt Amazon den Markennamen, um alternative Produkte zu bewerben. «Amazon will mit seinen Suchwortvorschlägen die Nutzer in die Irre führen und diese glauben machen, dass die goFit-Gesundheitsmatte bei Amazon erhältlich sei, was sie aber nicht ist.» Amazon hänge sich an den guten Ruf des Zeichens goFit an, kritisiert Waldenberger.

Ein Amazon-Sprecher teilte mit, dass man laufende Verfahren nicht kommentieren wolle.

Wie ist die Rechtslage?

Die Unternehmen stützen sich auf das Markengesetz. Paragraf 14 gewährt dem Inhaber einer Marke ein ausschließliches Recht, nur er darf sie nutzen.

Im Fall Ortlieb haben Land- und Oberlandesgericht München im Sinne der Kläger entschieden. Demnach kann sich das Unternehmen Amazon nicht darauf berufen, dass es die Marke nicht benutzt, weil die Kunden sie selbst in die Suchmaske eingäben und die Trefferliste das Ergebnis eines Algorithmus‘ (Formel) sei, der die Trefferliste zusammenstelle.

Im Fall goFit hatte das Landgericht Köln dem Unternehmen Recht gegeben. Das Oberlandesgericht hob das Urteil jedoch auf und entschied im Sinne von Amazon. Die Bezeichnung goFit werde zwar zur Bewerbung auf der Internetseite des Unternehmens eingesetzt. Es fehle aber an der kennzeichenmäßigen Benutzung des Begriffs.

Welche Bedeutung hat der Fall für Verbraucher?

Sollte der BGH zugunsten der beiden Hersteller entscheiden, müsste Amazon seine Algorithmen wohl so verändern, dass die Eingabe der beiden Markennamen zu keinen Ergebnissen führt. Bei anderen Plattformen ist das nach Esslingers Angaben bereits so eingerichtet.

Falls der BGH im Sinne von Amazon entscheidet, müssen es die Hersteller dulden, dass die Suche nach ihren Produkten zu allen möglichen Angeboten führt. Das würde auch dann gelten, wenn ihre Angebote über Amazon gar nicht erhältlich sind.

Onavo Protect: Von wegen Virenschutz: So will Facebook Ihnen Spitzel-Software unterjubeln

Dass Facebook auf der Jagd nach unseren Daten nicht gerade zimperlich vorgeht, ist bekannt. Der neueste Ansatz des Konzerns ist aber noch einmal ein gutes Stück brachialer als gewohnt. Weil man auf dem Smartphone so schlecht Informationen aus anderen Apps abstauben kann, will der Konzern nun mit der Tür ins Haus fallen – und einfach sämtliche Internetverbindungen des Telefons mitschneiden. Das Ganze verkauft man dann als Schutzapp.

Facebook Algorithmus geändert – Newsseiten anzeigenOnavo heißt die App, mit der Facebook endlich (noch) mehr über uns erfahren will. Sie verspricht, den Nutzer und seine teuren Daten vor fiesen Webseiten zu schützen. Dazu eröffnet sie einen sogenannten VPN-Tunnel, eine Art geschützte Verbindung, wie sie auch von Firmen oder Regierungen zum Schutz geheimer Kommunikation genutzt wird. Theoretisch ist das eine gute Sache. Des Pudels Kern steckt aber in der weiteren Beschreibung. „Onavo nutzt VPN um eine sichere Verbindung herzustellen, indem wir deinen gesamten Datenverkehr über Onavos Server umleiten. Dabei sammeln wir deinen mobilen Datenverkehr.“ Und auch Facebook darf die Daten ausdrücklich nutzen. So offen wurde noch keine Schnüffelsoftware beworben. Weil kaum einer die Beschreibungen liest, dürften es trotzdem die wenigsten mitbekommen.

+++ Facebook gesteht: Das Netzwerk verdirbt uns die Laune – und hat einen irren Rat +++Facebook Manager gegen soziale Netzwerke_10.30

Verhalten wie bei Malware

Die App gibt es schon länger. Onavo wurde einst als kleiner Betreiber eines VPN-Dienstes gegründet, dann kaufte Facebook die App 2013. Mit den aktuell 33 Millionen Nutzern scheint Facebook aber nicht zufrieden zu sein. Bei einigen US-Nutzern taucht seit Kurzem in der Facebook-App eine Option „Protect“ (Schützen“) auf, berichtet „TechCrunch“. Sie leitet direkt auf die Onavo-App im App Store oder Play Store.

Glaubt man den Bewertungen, bedient sich Onavo sonst noch anderer fragwürdiger Werbemethoden. Eine ganze Reihe von Nutzern beschwert sich, dass ihnen die App mit einem Pseudo-Virenalarm angeboten wurde. Nur durch die Installation würde man die Viren wieder los, so die Behauptung. Das ist natürlich Quatsch, in der App-Beschreibung findet sich keine Antiviren-Funktion, auf dem iPhone würde sie gar nicht funktionieren. Beliebt ist eine solche Panikmache als Werbemaßnahme normalerweise für die Verbreitung von Schad- und Schnüffelprogrammen.Webseiten Crypto Mining 1100

Facebook sieht kein Problem

Doch was genau will Facebook mit den Daten? Neben dem offensichtlichen Nutzen für weitere Werbe-Auswertungen nennt „Techcrunch“ einen weiteren Vorteil solcher App-Spionage. Außer den App-Betreibern selbst wissen nur Apple und Google, wie oft Apps wirklich geladen werden – und welche sich zu heimlichen Hits entwickeln. Durch die mit Onavo gesammelten Daten könnte auch Facebook herausbekommen, wo die nächsten Konkurrenten lauern. Durch Onavo-Daten soll der Konzern etwa vom Erfolg der Teenie-App „TBH“ erfahren haben, die er im Herbst aufkaufte.

Bei Facebook findet man das Verhalten von Onavo – wenig überraschend – unproblematisch. Die Daten könnten etwa genutzt werden, die Erkennung bösartiger Seiten zu verbessern, erklärte ein Sprecher per E-Mail gegenüber „TechCrunch“. „Wir lassen die Leute vor dem Download wissen, dass Onavo auf diese und andere Weisen ihre Daten nutzt und analysiert.“Facebook Akku problem 13.00

Massaker in Florida: So wurde das Sturmgewehr AR-15 zur Lieblingswaffe der Amerikaner

In Europa verbinden wir mit dem Sturmgewehr AR-15 schreckliche Massaker – in Aurora, Newtown, San Bernardino, Sutherland Springs und auch Las Vegas wurden mit dieser Waffe Unzählige erschossen. Auch jetzt, bei einem Blutbad, das vermutlich ein 19-Jähriger an seiner ehemaligen Schule in Florida anrichtete, wird das AR-15-Gewehr als Tatwaffe vermutet. Trotz alledem: Wenn es eine „Waffe der Herzen“ in den USA gibt, ist es dieses kleine Sturmgewehr. Nach jedem Massaker werden die Waffenläden gestürmt – aus Angst, die Regierung könnte den Verkauf reglementieren. USA Schüsse High School Florida 23.15 update 0620

Ursprung in einer Kriegswaffe

Der Start der AR-15 verlief eher unspektakulär. Die Waffe wurde in den 50er Jahren entwickelt, für die Bedürfnisse der modernen Kriegsführung. Die Anforderungen glichen denen, die bereits zuvor zur Entwicklung des deutschen Sturmgewehrs 44 und der russischen Kalaschnikow geführt hatten. Viel Munition und hohe Schussfolge zählten mehr als Präzision und Reichweite. Aus der AR-15 wurde dann das damalige Standardgewehr der US-Truppen im Vietnamkrieg, die M16, entwickelt.

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Sturmgewehr mit zahllosen Nachbauten

In den zivilen Bereich kam die Waffe erst sehr viel später. Als der ursprüngliche Patentschutz auslief, begannen mehrere Firmen billig Nachbauten und Varianten herzustellen. Die Waffengesetze in den USA führten dazu, dass die zivilen Modelle keine echten Vollautomaten mehr waren, jeder Schuss musste mit einem Fingertippen ausgelöst werden.  Aber auch damit lässt sich eine hohe Schussfolge erzielen, wie zahllose Anschläge beweisen. Das stört die Waffenfans in den USA nicht. Im Gegenteil, sie fasziniert die AR-15 gerade wegen der direkten Abstammung vom Militärgewehr M16 – so wie jede Kalaschnikow vom Ruhm der AK-47 zehrt.

Hinzu kommt die Kombination von geringem Gewicht und der ungeheuren Zerstörungskraft. Im Gegensatz zu einem Gewehr ist die AR-15 handlich genug, um auch in Häusern und Räumen benutzt zu werden. Im Vergleich zu einem klassischen Revolver oder einer Pistole verfügt die AR-15 über eine weit größere effektive Reichweite, eine hohe Kadenz – also eine hohe Schussfrequenz – und ihre Munition ist schon in der Standardausführung besonders zerstörerisch.

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In der Reklame wird betont, dass man so Haus und Wohnung schützen könne. In Wirklichkeit richten Kriminelle ungeheuren Schaden mit der Kriegswaffe an. „Wenn diese Geschosse mit hoher Mündungsgeschwindigkeit ein Organ treffen, ist es wahrscheinlicher, dass sie schwere oder tödliche Verletzungen zufügen, als Munition mit niedrigerer Mündungsgeschwindigkeit“, sagte Donald Jenkins, ein Unfallchirurg am University of Texas Health Science Center in San Antonio dem Sender „NBC News“. Der TV-Sender hat dem Siegeszug des Sturmgewehrs ein großes Feature gewidmet (America’s rifle: Why so many people love the AR-15, Jon Schuppe)

Nach dem 11. September setzte sich die AR-15 durch

Versuche der Regierung, diese Art von Waffen zurückzudrängen, hatten kaum Erfolg. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington wurde die AR-15 zum Standard. „De-facto ist das heute unsere Standardwaffe“, sagte Evan Daire, Mitarbeiter einer Shooting-Anlage, dem Sender. „Ganz egal, was du vorhast, die AR-15 geht für alles.“

So wie Tempo für Taschentücher steht der Name AR-15 im US-Alltag inzwischen für eine ganze Gattung von Sturmgewehren – die sich in den Details unterscheiden, im Konzept aber alle ähnlich sind. Inzwischen ist jede fünfte verkaufte Waffe in den USA ein Sturmgewehr.FS AR-15

Das Gewehr für Bastler und Tuner

Der Erfolg der AR-15 beruht auch auf einer hierzulande wenig bekannten Besonderheit: Eine AR-15 kann individuell verändert werden. Mit wenigen Handgriffen kann man eine Waffe zerlegen und wieder zusammenbauen. Jedes einzelne Modul kann angepasst werden. Die Standardwaffe aus dem Regal ist so variabel wie ein Legobaukasten – selbst das Kaliber lässt sich variieren. Viele Leute kaufen gar keine fertige AR-15, sondern setzen ihr individuelles Modell zusammen.

Durch die bloße Feuerkraft versprechen Sturmgewehre in der Art der AR-15 Schutz in jeder Bedrohungssituation. In Waffenforen machen sich Ex-Soldaten über den Sturmgewehr-Wahn in der Heimat lustig. Da stößt man auf Marines, die erklären, ein sechsschüssiger Revolver und ein Kampfmesser genügten, um Haus und Familie zu schützen. Mit der AR-15 könnte sich aber – so das Versprechen der Waffenlobby – auch ein verängstigter, mittelprächtiger Schütze einer Gruppe von Angreifern erwehren. Nicht gesagt wird, dass auch ein Laie damit Dutzende von Opfern erschießen kann.

Die AR-15: Mehr als eine Waffe

Interview Waffenverkäufer_10.30NBC befragte auch die junge Megan Hill, eine typische Käuferin. Als sie über die Familienplanung nachdachte, entschied sie, dass eine Waffe zum Haushalt gehöre. Sie und ihr Mann sind keine Waffennarren, also wollten sie etwas Sicheres, Zuverlässiges und Vielseitiges zu einem vernünftigen Preis. Und landeten unweigerlich bei einem Sturmwehr. „Wir haben uns die AR-15 angesehen und sie hat alles geboten“, erklärte Hill, dem TV-Sender. „Man kann mit ihr gezielt schießen, sich schützen und auch jagen. Zum Glück mussten wir sie nicht zur Selbstverteidigung einsetzen. Aber es ist gut zu wissen, dass die AR-15 da ist, um meine Kinder und meine Familie zu schützen.“

Für Hill ist die Waffe im Schrank auch ein Symbol, aber nicht für die Toten der Massenmorde. Die junge Frau erklärte rundheraus: „Unsere Freiheit ist das, was uns als Nation stark macht. Die AR-15 repräsentiert diese Freiheit.“01 Prepper20Uhr

Panne des HomePod: Apple baut sechs Jahre an seinem Sprachlautsprecher – und dann passiert DAS

Hey Siri, du bist jetzt im Wohnzimmer: Seit letztem Freitag gibt es Apples neuen Sprachlautsprecher HomePod. Zumindest in drei Ländern (Australien, Großbritannien, USA), in Deutschland kommt der Echo-Konkurrent erst im Laufe des Frühjahrs auf den Markt. Die ersten Tester sind zwiegespalten: Der Klang begeistert durch die Bank, vor allem angesichts der kompakten Maße des Lautsprechers. In dieser Hinsicht scheint sich die insgesamt sechsjährige Entwicklungszeit gelohnt zu haben. Allerdings fehlen noch essenzielle Funktionen wie Stereo- und Multiroom-Unterstützung, die erst per Update nachgereicht werden. Und auch Siri ist nicht ansatzweise so mächtig wie Amazons Alexa.

HomePod und der weiße Ring

Doch nach einigen Tagen in freier Wildbahn zeigt sich eine weitere Schwäche: Der HomePod kann die heimische Einrichtung zerstören. Platziert man den Sprachlautsprecher auf Holzmöbeln, kann er dauerhaft unschöne Spuren hinterlassen. Das berichtete zuerst die US-Seite „Wirecutter“. Schon nach kurzer Zeit sollen sich demnach auf Holzoberflächen weiße Ringe abzeichnen.

Apple hat mittlerweile auf die Berichte reagiert und bestätigt das Phänomen. Auf der Webseite heißt es, es sei nicht unüblich, dass Lautsprecher mit vibrationsdämmenden Silikonfuß „leichte Spuren“ auf einigen Holzoberflächen hinterlassen können. Ursache dafür sei die Kombination aus Silikon und Holz, die ein Öl entstehen lässt, das die ringförmigen Abdrücke erzeugt.

+++ Lesen Sie hier:  40 Fakten, die Sie garantiert noch nicht über Apple wussten +++

Stellt HomePod woanders hin

Die Ringe würden jedoch nach wenigen Tagen von selbst verschwinden, schreibt Apple. Laut „Wirecutter“ bleichen die weißen Ringe zwar aus, verschwinden aber trotz Nachbehandlung nicht vollständig. Apple selbst empfiehlt, in Falle eines Schadens die Oberfläche mit dem vom Hersteller empfohlenen Pflegeöl nachzubehandeln. Auf „Glas, Granit, mitteldichten Holzfaserplatten (MDF), lackiertem Holz oder billigem Ikea-Bücherregalen“ entstanden keine sichtbaren Schäden, schreibt das Portal. Andere Sprachlautsprecher – etwa der Sonos One – hätten auf derselben Holzoberfläche auch nach Monaten keine Spuren hinterlassen.Sonos One Test_14.10

Apples Rat: „Sollten Sie besorgt sein, empfehlen wir den HomePod auf einer anderen Oberfläche zu platzieren.“ Vor allem über jenen Satz macht sich das Netz lustig, erinnert er doch sehr an Steve Jobs legendäres „You’re holding it wrong“ („Ihr haltet es falsch“), mit dem der Konzern die Antennen-Problematik des iPhone 4 schönzureden versuchte.

Womöglich überarbeitet Apple den Silikon-Standfuß in der nächsten Charge, um die unschönen weißen Ringe in Zukunft zu vermeiden. Bisherigen Käufern bleibt nichts weiter übrig, als den Lautsprecher woanders zu positionieren oder eine Folie unterzulegen. Von einer Stoffunterlage ist jedoch abzuraten, da diese sich negativ auf den Klang auswirken würde.Phil Schiller Interview 15.10

Soziale Netzwerke: Facebook und Twitter erfüllen Verbraucherschutz nicht

Die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter erfüllen die EU-Regeln zum Schutz ihrer Nutzer nur unzureichend. Das geht aus einem Papier der EU-Kommission hervor, das in Brüssel veröffentlicht wurde.

Nach Einschätzung der Brüsseler Behörde ändert Twitter seine allgemeinen Geschäftsbedingungen nach wie vor, ohne die Nutzer darüber in Kenntnis zu setzen. Grundsätzlich habe der Kurznachrichtendienst zwar zugestimmt, 30 Tage vorher über sein Vorgehen zu informieren – allerdings gebe es Ausnahmen, die präzisiert werden müssten.

Twitter mache seine Nutzer auch nicht darauf aufmerksam, dass sie ihren Vertrag mit dem Netzwerk kündigen können, falls sie mit neuen Nutzungsbedingungen nicht einverstanden sind. Außerdem lasse sich das amerikanische Unternehmen weiter offen, Nutzerkonten ohne Angabe von Gründen zu löschen. Facebook und Twitter würden zudem von den Nutzern hochgeladene Inhalte löschen, ohne sie vorher darüber zu informieren.

Da Verbraucherschutz Sache der Mitgliedstaaten sei, könnten mögliche Strafen nur dort und nicht von der EU verhängt werden, hieß es aus der EU-Kommission. EU-Justizkommissarion Vera Jourova forderte am Donnerstag dennoch Konsequenzen: «EU-Verbraucherschutz sollte respektiert werden und falls die Unternehmen ihn nicht erfüllen, sollten sie mit Strafen rechnen müssen», sagte sie. Die EU-Kommission will im April eine Reform des Verbraucherschutzes vorstellen.

In dem aktuellen Bericht werden Änderungen aufgeführt, die die sozialen Netzwerke aus den USA seit vergangenem Jahr auf Druck der EU-Behörden gemacht haben – und solche, die noch ausstehen. Die EU-Verbraucherbehörden hatten Facebook, Twitter und Google Plus im März unter anderem dazu gedrängt, unzulässige Klauseln in den Geschäftsbedingungen zu überarbeiten und dazu aufgefordert, europäischen Nutzern zum Beispiel ein Klagerecht im eigenen Heimatland zuzugestehen. Dieser Punkt sei ebenso von allen erfüllt worden wie die Kennzeichnungs-Pflicht von Werbung und gesponsortem Inhalt. Google Plus hat dem Papier zufolge alle Anforderungen der EU-Behörden erfüllt.

Insider packt aus: Geld machen um jeden Preis: Wie Kim Jong Uns Cyberarmee dem Regime Millionen einbringt

Ob der Trojaner „Wannacry“, der Hack der Sony-Filmstudios oder Diebstahl von Bitcoin-Millionen: Nordkoreas Cyberarmee ist berühmt-berüchtigt. Der Alltag der meisten Hacker ist allerdings deutlich unspektakulärer. Die über die ganze Welt verbreitete Cyberarmee schuftet bis zum Umfallen – und konzentriert sich eher auf kleinkriminelle Geschäfte als spektakuläre Aktionen.

Das erzählten ehemalige Mitglieder von Nordkoreas Cybereinheit gegenüber „Bloomberg“. Bereits Kim Jong Il, der Vater und Vorgänger des aktuellen Herrschers Kim Jong Un, soll die Einheiten mit dem Namen „Büro 91“ Mitte der Neunziger Jahre gegründet haben. Ihr Ziel: mit allen möglichen Mitteln Geld einzubringen. Und das ist laut Insidern deutlich unspektakulärer als man es sich den Hackeralltag ausmalen würde.

+++ Und wie arbeitet eine Deutsche Cybereinheit? Wir haben das Cyberabwehrkommando besucht +++

Ein ehemaliger Hacker, der nur „Jong“ genannt wird, erzählte „Bloomberg“ wie es bei den Hackern wirklich zuging. Statt Banken auszuräumen und Staaten anzugreifen, hätten er und seine Einheit nach jedem Strohhalm greifen müssen. Sie bastelten Raubkopien von Programmen, scheffelten Geld im Spiel „Diablo“ oder knackten Glückspiel-Webseiten, um dort zu betrügen. Jeder Cent zählte.Wie Kim Jong Un Brad Pitt die … Nach Sony-Attacke (2157032)

Hacker wider Willen

Der Traumjob war das nicht. Eigentlich wollte Jong Arzt werden, die staatlichen Behörden beschlossen aber, dass er stattdessen Informatik studieren sollte. Nach dem Studium in China arbeitete er kurz in der nordkoreanischen Heimat. Dann sollte er „die Zukunft Nordkoreas erhellen“ – also Kohle ins Land bringen. Dafür wurde er wieder nach China geschickt.

Doch auch das war eher Elend als Hacker-Glamour. Über die Grenze gelangte der Hacker in spe zu Fuß, das Geld für den ersten Computer musste er selbst auftreiben. Auch danach behielten ihn nordkoreanische Aufpasser genau im Blick. Er und seine Genossen mussten zusammen Propaganda rezitieren, nur manchmal durfte man Fußball spielen. Das Highlight in der raren Freizeit: heimliches „Counterstrike“-Spielen im Internet-Cafe um die Ecke. Das war immer noch besser als das Elend in der Heimat.Nordkoreas netflix 14.56

Hart war es aber allemal. Wer zu wenig Kasse machte, wurde nach Hause geschickt. Ließ man Geld verschwinden oder war nicht patriotisch genug, drohte das Arbeitslager. „Wir waren alles andere als Elitehacker, nur ein paar schlecht bezahlte Programmierer“, stellt Jong klar. Mit echten Angriffen, wie Kreditkartendiebstahl, Erpresser-Software oder Spionage hatte er nichts am Hut. Dass es sie gibt, bezweifelt er aber nicht. „Nordkorea würde alles tun, um an Geld zu kommen.“Geheimnisvolle Diktaturgattin Ri Sol Ju 22.00

Kleinkriminelle mit Millioneneinnahmen

Jong schätzt, dass er alleine dem Regime knapp 100.000 Dollar im Jahr einbrachte. Nach Ansicht von Experten gibt es Hunderte wie ihn, die Nordkorea in Nachbarstaaten wie China, Kambodscha oder Russland schickt. Sie sollen dem klammen Staat jährlich mehrere Hundert Millionen Dollar im Jahr einbringen. In der Hochzeit habe Nordkorea alleine in der Grenzregion um Shenyang über Hundert solcher Einheiten betrieben, die ihre Geschäfte als legale Kleinstunternehmen tarnten. Mittlerweile hat China dort aber kräftig aufgeräumt, Nordkorea zog sich in andere Regionen zurück.

Jong indes ist nicht mehr Teil des Apparats. Nachdem er mit einem Staatsdiener aneinander geraten war, floh er. Nachdem er zwei Jahr hackend durch China gestreunt war, entschied er sich, dass er zurück nach Korea musste. Nachdem er sich mit einem gefälschten chinesischen Pass nach Bangkok durchgeschlagen hatte, brachte ihn die südkoreanische Botschaft nach einer Sicherheitsprüfung schließlich nach Seoul. Dort lebt Jong heute als Programmierer. Ab und zu fragen die südkoreanischen oder US-Geheimdienste mal nach den ehemaligen Kollegen. Etwa einem dubiosen vierstöckigen Haus in Pjöngjang, in dem Prozessoren kopiert werden sollen. Doch davon weiß Jong nichts.Sony-Hacker drohen mit Anschlä… Anti-Nordkorea-Komödie „The In… (2160712)