Von wegen 29 Euro: Bis zu 400 Euro: Apples Akku-Tausch für das iPhone kann ganz schön teuer werden

Als Apple Ende Dezember zugeben musste, einige iPhone-Modelle zu ihrer Leistung drosseln, reagierten die Kunden mit großem Ärger. Dabei wollte sie der Konzern nur vor Abstürzen wegen abgenutzter Akkus schützen. Als Ausgleich bot man an, die Akkus betroffener Geräte gegen günstige 29 Euro auszutauschen. Trotzdem sind viele Kunden enttäuscht: Bei der Aktion drohen lange Wartezeiten – und teils Hunderte Euro zusätzliche Kosten.

Wie der Branchendienst „Heise“ berichtet, können vor allem iPhone-Nutzer, die ihr Gerät einschicken, eine böse Überraschung erleben. Entdeckt Apple an den Geräten weitere Defekte, wird demnach der reine Austausch des Akkus verweigert. „Heise“ nennt etwa beschädigte Displays, aber auch schlichte Pixelfehler oder einen „blockierten Audio-Anschluss“. Der Apple-Support betone demnach, Geräte nur „ganz oder gar nicht“ reparieren zu wollen.iPhone Drossel Nachdreh 12.30

Zusatzkosten bis zu 400 Euro

Als Option bleibt dann nur, das Gerät im alten Zustand zurückzufordern oder die zusätzlichen Reparaturen vornehmen zu lassen – kostenpflichtig. Bei Display-Reparaturen stehen je nach Modell zwischen 150 bis 200 Euro an, für „sonstige Schäden“ werden laut Apple-Webseite gleich 300 bis 400 Euro fällig. In diesen Fällen wird aber meist nicht das eigene Gerät repariert, sondern gegen ein generalüberholtes („refurbished“) eingetauscht.

Neu ist das Vorgehen nicht: Auch vor der Aktion erlaubte Apple es nicht, nur einzelne Komponenten reparieren zu lassen. Im Zweifel sollte man daher überlegen, das Gerät lieber persönlich in einem der 15 deutschen Apple-Stores abzugeben. Dort erfährt man sofort, ob Apple die Reparatur ausführt und ob dabei Zusatzkosten entstehen. Stören die bestehenden Fehler nicht, kann der Akku-Austausch bei einem Drittanbieter sonst günstiger sein.Der beliebteste iPhone-Trick ist sinnlos 11.25

Riesige Nachfrage nach neuen Akkus

Die erhöhte Anzahl an Beschwerden dürfte auch mit der enormen Nachfrage nach dem Austausch zusammenhängen. Obwohl Apple den günstigen Tausch-Preis für das gesamte Jahr 2018 verspricht, wurde der Konzern weltweit mit Anfragen überrannt. In vielen Stores sind die Akkus nicht auf Lager, Kunden drohen teils wochenlange Wartezeiten. Eine im Apple Store Hamburg Poppenbüttel Anfang Januar beantragte Reparatur wurde etwa erst 12 Tage später tatsächlich durchgeführt. Im Laufe des Jahres dürfte sich die Lage aber entspannen.Life Hacks Handy schneller laden 19.15

Kunden können Bremse bald selbst entfernen

Zu dem Austauschprogramm kam es, weil Apple die Rechenleistung von iPhone 6, 6s und 7 automatisch herunterschraubt, wenn der Akku nicht mehr genügend Leistung bringt. So will man verhindern, dass die Geräte sich spontan abschalten. Als Folge sind sie aber zum Teil spürbar langsamer. Wie Sie bemerken, ob Apple Ihr Gerät drosselt, erfahren Sie hier.

Wer wegen anderer Defekte oder den Wartezeiten lieber nicht sofort tauschen will, bekommt von Apple aber eine weitere Möglichkeit: CEO Tim Cook kündigte an, dass mit einem bald erscheinenden Update die Nutzer selbst entscheiden können, ob sie die Drosselung wollen – oder lieber ein abstürzendes iPhone riskieren.iPhone Akku kalibrieren_11.10

Künstliche "Intelligenz": Trump, Tiere, Tortenrezepte: Das sind die lustigsten Twitter-Bots

Hört man das Wort Bot, denkt man direkt an Propaganda, Meinungsmache, Wahlbetrug. Gibt es alles. Aber manche Menschen haben viel simplere Gründe, um solche automatisierten Twitter-Accounts zu programmieren. Viele starten schlicht als nerdiges Experiment, andere sind Fan-Accounts, und wieder andere machen einfach lustigen Quatsch. Auch, wer eine seriöse Twitter-Timeline pflegt – der ein oder andere Bot kann durchaus Vergnügen bereiten!

Für Touristen und Turm-Fans:

Gleich zwei Glockentürme von Weltruhm möchten wir Ihnen ans Herz legen: Für alle London-Fans ist es praktisch Pflicht, dem Big Ben (@big_ben_clock) zu folgen, der auf Twitter das tut, was er im Original gerade eine Weile nicht durfte: Läuten. Den selben Job hat auch das Hamburger Wahrzeichen St. Michaelis, besser bekannt als der Michel, auf dem Account @michelhamburg:

Für Bahnfahrer:

Momentan ist Bahn fahren ja nur bedingt witzig. Umso besser, dass @bahnansagen uns ein bisschen Liebe für die Deutschen Bahn zurückgibt, indem hier deren lustigste Schaffner zu Wort kommen. Die Ansagen stammen von Twitter-Nutzern.

Für Tierfreunde:

Was macht eigentlich ein Eichhörnchen den ganzen Tag? Wenn Sie auf Twitter dem @common_squirrel folgen, bekommen Sie da einen ganz guten Eindruck. Eichhörnchensachen eben. Klettern, springen, blinzeln, buddeln. Herzig!

Für Musikliebhaber:

Er ist für seine tiefgründigen Texte bekannt: Der Indiemusiker Marcus Wiebusch ist die Stimme der Hamburger Band Kettcar (gibt’s auch in echt auf Twitter: @kettcar). Er ist auch sehr gut in Grammatik und Satzbau – im Gegensatz, das muss man eingestehen, zu seinem programmierten Twitter-Gegenpart @marcuswiebot. Der Bot bastelt aus Songtext-Bruchstücken neue Weisheiten zusammen. Und wenn er es mal satzbautechnisch hinbekommt, dann trifft er es auf den Punkt:

Für Freunde des historischen Kochens:

Klingt abseitig. Ist es auch. @kochkunstebooks zieht sich seine Satzfetzen aus einer Reihe digitalisierter historischer Kochbücher und vermengt die auf mitunter höchst amüsante Art. Mit ernsthaften Rezepten ist hier nicht unbedingt zu rechnen, wohl aber mit unfreiwillig weisen Lebensratschlägen.

Für Poeten:

Dieser Bot ist etwas hochschwelliger, aber sehr charmant. Denn „Accidental Haiku“ alias @accidental575 findet in anderen Tweets die Struktur eines Haikus, einer japanischen Gedichtgattung mit drei Zeilen. Das macht besonders viel Vergnügen, wenn der Inhalt des „verhaikuten“ Tweets eher plump ist.

Für Trump-„Fans“:

Wer die polternden, oft unfreiwillig komischen Tweets des US-Präsidenten unterhaltsam findet, aber dessen Ego nicht als ein weiterer Twitter-Follower schmeicheln möchte, kann es stattdessen mit @deepdrumpf versuchen. Der Bot wurde von US-Wissenschaftlern entwickelt und bedient sich an Trumps echten Tweets. Die Neuschöpfungen können dabei mal lustig, mal verstörend sein:

EU: Erfolg auch ohne Gesetze: Hass im Netz: Unternehmen steigern Löschquote

Hasskommentare im Internet werden von sozialen Netzwerken deutlich häufiger gelöscht als noch vor einem Jahr.

Nach einer Untersuchung der EU-Kommission nahmen die Unternehmen Facebook, Twitter und YouTube zuletzt rund 70 Prozent aller in den EU-Staaten beanstandeten Inhalte auf Grundlage ihrer freiwilligen Selbstverpflichtung aus dem Netz. Dies war deutlich mehr als bei der Überprüfung im Mai vergangenen Jahres. Damals konstatierte die Kommission eine Löschquote von 59 Prozent. Ende 2016 lag sie noch bei nur 28 Prozent.

Den Daten zufolge kommt der Kampf gegen Hass und Hetze im Internet auch ohne gesetzliche Regelungen, wie es sie in Deutschland gibt, voran. Gleichzeitig zeigen die neuen Zahlen, dass auch das deutsche Gesetz zur Eindämmung von Hasspropaganda im Internet seine Berechtigung haben könnte. Kein anderer EU-Staat kam nämlich zuletzt wie Deutschland auf eine Löschquote von 100 Prozent.

Die EU-Kommission verweist allerdings darauf, dass andere Staaten ohne Gesetze nur knapp dahinter liegen. So kommt Litauen beispielsweise auf eine Quote von rund 99 Prozent.

«Die neuesten Ergebnisse zeigen uns deutlich, dass die freiwillige Selbstverpflichtung derzeit sehr gut funktioniert, wenn es um Hass im Netz geht», sagte EU-Justizkommissarin Věra Jourová zur Vorlage der neuen Zahlen der Deutschen Presse-Agentur. Der vor eineinhalb Jahren vereinbarte Verhaltenskodex habe sich «als wirksames und treffsicheres Instrument» erwiesen.

Jourová kündigte zudem an, dass künftig auch das Foto-Netzwerk Instagram und Google+ bei dem freiwilligen System mitmachen werden.

Die Kommissarin warnte die Branche allerdings davor, sich auf den Erfolgen auszuruhen. «Ich würde von den IT-Unternehmen ähnliche Entschlossenheit erwarten, wenn es um andere wichtige Themen wie terroristische Inhalte oder unfaire Geschäftsbedingungen für User geht», sagte sie. Sollten die Bemühungen nicht fortgesetzt werden oder sich abschwächen, werde die Kommission zusätzliche Maßnahmen in Erwägung ziehen.

Die neuen Zahlen zeigen auch, dass sich die meisten Beschwerden auf Hetzpropaganda gegen bestimmte Volksgruppen, Muslime, Fremde oder Schwule und Lesben beziehen. Am stärksten betroffen ist den Zahlen zufolge das soziale Netzwerk Facebook, das rund die Hälfte aller Beschwerden bearbeiten musste. Über den Kurznachrichtendienst Twitter und die Video-Plattform YouTube werden demnach weitaus weniger Inhalte veröffentlicht, die Anlass zu einer Beanstandung geben.

Überdurchschnittlich gut reagierten die sozialen Netzwerke im Schnitt auf aus Deutschland gemeldete Hasskommentare. Von ihnen wurden sogar 80 Prozent gelöscht. Benachrichtigungen aus Spanien führten hingegen nur in rund 17 Prozent der Fälle zu Löschungen.

In der EU-Kommission werden die jüngsten Daten als weiterer Beleg dafür gesehen, dass Deutschland eventuell zu schnell ein Gesetz gegen Hass im Netz eingeführt hat. Die Brüsseler Behörde hatte den deutschen Alleingang zuletzt mehrfach kritisiert. Sie befürchtet einen Flickenteppich an Regeln in Europa und einen möglichen Missbrauch durch Regierungen, die die Meinungsfreiheit einschränken wollen.

Das sogenannte Netzwerkdurchsetzungsgesetz hatte zuletzt auch in Deutschland heftige Kritik ausgelöst. Gegner der Regelung bemängeln, dass es in der Hand der Plattformbetreiber liege, neben klaren Rechtsverstößen auch über juristisch zweifelhafte Fälle zu urteilen.

Befürchtet wird zudem, dass die Betreiber in vorauseilendem Gehorsam in Zweifelsfällen lieber löschen oder sperren. Das könne zu einer Zensur von unliebsamen Beiträgen und letztlich zur Einschränkung der Meinungsfreiheit führen. Unlängst hatte die Sperrung des Twitter-Accounts der Satire-Zeitschrift «Titanic» Empörung ausgelöst.

Das Gesetz soll eigentlich dazu führen, dass Online-Netzwerke strafbare Inhalte schneller löschen. Bei systematischen Verstößen gegen die Vorgaben sind Bußgelder von bis zu 50 Millionen Euro vorgesehen.

Breitbandanschlüsse: Deutschland bei schnellem Internet weiter nur EU-Mittelfeld

Deutschland kommt beim Ausbau des schnellen Internets nur schleppend voran und bleibt im EU-Schnitt Mittelmaß.

Nach jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes verfügten im vergangenen Jahr 42 Prozent aller hiesigen Unternehmen mit Zugang zum Internet und mindestens 10 Beschäftigten über einen festen Breitbandanschluss mit einer vertraglich vereinbarten Datenübertragungsrate von mindestens 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s).

Das waren zwar vier Prozentpunkte mehr als 2016, wie die Wiesbadener Behörde am Freitag mitteilte. Doch der EU-weite Durchschnitt stieg im gleichen Zeitraum um sechs Prozentpunkte. Trotz des Zuwachses liegt Deutschland wie in den Vorjahren im europäischen Mittelfeld und nur knapp über dem Durchschnitt aller 28 Staaten der Europäischen Union (40 Prozent).

Wenn sich das nicht bald ändere, werde Deutschland den Anschluss bei der dringend notwendigen Digitalisierung der Wirtschaft verlieren, urteilt Barbara Engels, Ökonomin beim Institut der deutschen Wirtschaft. Auch wenn immer mehr Regionen Zugang zu Breitband-Internet haben, bleibe das Ausbautempo zu gering. Das betreffe vor allem Unternehmen auf dem Land. Hier gebe es ein klassisches Henne-Ei-Problem: Weil schnelles Internet Mangelware sei, bestimme es oftmals auch nicht die Produkte und Geschäftsmodelle der Unternehmen – und wird deshalb nicht gefordert.

Die Spitzenplätze in der EU belegten im Jahr 2017 Dänemark (73 Prozent), die Niederlande (65 Prozent) und Schweden (64 Prozent). Deutschland rangiert nach Portugal auf dem fünften Platz. Am wenigsten verbreitet war schnelles Internet bei Unternehmen in Zypern (25 Prozent), Griechenland (25 Prozent) und Italien (23 Prozent).

Doch auch wo schnelles Internet versprochen wird, wird dies nicht immer erfüllt: Eine in dieser Woche vorgestellte Studie der Bonner Bundesnetzagentur kommt zu dem Ergebnis, dass fast drei von zehn Nutzern in Deutschland (28,4 Prozent) eine relativ langsame Verbindung haben. Ihre Datenübertragung war demnach nicht mal halb so schnell wie die vertraglich vereinbarte Höchstgeschwindigkeit. Für viele Firmen sind die Lücken in der Breitbandversorgung in Deutschland ein Problem im internationalen Wettbewerb.

Laser: Chinas Riesenlaser soll Satellitenschrott verdampfen – und die USA sind alarmiert

Im All ist es meist ziemlich einsam, der unendliche Raum ist fast immer leer. Allerdings nicht rund um die Erde. Das hat mit dem Gravitationsfeld zu tun, welches Objekte dort sammelt und festhält. Vor allem aber liegt es daran, dass die Menschheit die Zone um ihren Planeten herum in einen Schrottplatz verwandelt. 

Jeder Satellit, der startet, wird irgendwann zu einem Stück Müll, das weiter um den Planeten kreist. Besonders problematisch sind Reste von Raketen und Satelliten – allein weil aus einem großen Teil hunderte Kleinteile werden, die ebenso um die Erde kreisen. Kreisen hört sich so gemächlich an, das ist nicht der Fall, sollte der Schrott mit einem funktionsfähigen Satelliten oder eine Weltraumstation zusammenprallen, dürfte die Aufprallenergie meist ausreichen, um ein aktives System in einer Trümmerwolke zu verwandeln. In China wurde nun ein Plan vorgestellt, wie man den Dreck loswerden kann: Ein gigantischer Laser soll errichtet werden, der die großen Brocken zumindest in kleinere ungefährlichere Brocken verdampft.

Problem Weltraumschrott

China-Zerstörer Typ15.45Auch andere Länder haben Pläne entwickelt, wie man das Schrottproblem eindämmen kann. In Europa gibt es die Idee, einen Jäger-Satelliten ins All zu schicken, der die Trümmer mit einem Netz einsammelt und sie dann so abbremst, bis sie hinabstürzen und in der Atmosphäre verglühen. Die Forschergruppe der Air Force Engineering University in China ist nun zuversichtlich, dass auch ein Laser effektiv genug wäre, um den Weltraum zu säubern. Das hätten ihre Computerberechnungen ergeben, schreiben sie in der Fachzeitschrift „Optik – International Journal for Light and Electron Optics„.
Das System soll Ziele mit 20 Lichtimpulsen pro Sekunde zwei Minuten lang beleuchten und so den Schrott aus dem Weg räumen oder ihn aus der Umlaufbahn kicken. In der Computersimulation gelingt das bei Trümmerstücken von etwa 10 Zentimeter Größe.

Grundsätzlich hat das Laser-Projekt große Vorzüge. China könnte den Laser möglichst hoch im Gebirge platzieren, um so den Weg durch die „dicken“ Luftschichten am Boden zu verkürzen. Jedes Projekt im Weltall hat zudem eine begrenzte Lebensdauer, nach der der Jäger-Satellit ausgedient hat. Ein bodengestützter Laser könnte dagegen jahrelang jedes Objekt unter Feuer nehmen, das sich über ihm blicken lässt.

Im All ist die Luft für den Laser dünn

Athena Laser 20.50Doch wie realistisch ist das Vorhaben? Satelliten bewegen sich zwischen 20.000 und 35.000 Kilometern über der Erdoberfläche – doch schon oberhalb von 200 Kilometern wird die Luft sehr dünn. Die ersten „dicken“ fünf Kilometer könnte Peking durch den Bau im Himalaya umgehen. Man darf auch nicht vergessen, dass das Militär derzeit weltweit Laser entwickelt, die als Luftabwehr wirken sollen. Die USA statten bereits Kriegsschiffe damit aus. Dafür müssen die Laser mindestens 100 Kilometer effektive Reichweite besitzen und ihr Ziel extrem schnell beschädigen, so dass der Gegner keine Gegenmaßnahmen entwickeln kann.

Die Trümmer im All können relativ lange und mehrmals unter Beschuss genommen werden. Jason Ellis, damals Gastwissenschaftler am Center for a New American Security (CNAS) in Washington, war schon vor einigen Jahren überzeugt, dass Militärlaser ihre Reichweite leicht auf mehrere Hundert Kilometer erweitern können. Und dies in relativ bodennahen Luftschichten. Berücksichtigt man diese Entwicklung, ist das chinesische Vorhaben zumindest nicht unrealistisch.

Aufrüstung im Weltall

Washington fürchtet nun, dass das Laser-Projekt nicht nur zum Großreinemachen dient, sondern dazu, im Ernstfall US-Satelliten abzuschießen. Die U.S.-China Economic and Security Review Commission befürchtet ohnehin, dass China an Weltraumwaffen arbeitet. „China verfolgt die Entwicklung einer ganzen Palette von Weltraumraumwaffen“, heißt es im Bericht der Kommission aus dem Jahr 2017. „Dazu gehören bodengestützte Antisatellitenraketen (ASAT), bodengestützte Energiewaffen, bodengestützte Satellitenstörer, Computer-Netzwerkoperationen und Satelliten, die aus dem Weltraum heraus andere Satelliten angreifen können.“

Laser wären nur ein Teil dieser Aufrüstung. Experten zufolge sollen schon die vorhandenen, relativ schwachen Lasersysteme ausreichen, um Militär-Satelliten unbrauchbar zu machen. Dazu ist kein Volltreffer notwendig, der aus dem Satelliten eine Dampfwolke macht. Es reicht aus, dass sich mehrere schwache Laser zusammenschalten und so die empfindlichen Sensoren ausschalten oder auch nur blenden.

Mit wenig Geld teure Waffen des Gegners ausschalten

Grundsätzlich passt der Laser in die chinesische Rüstungsphilosophie. Neben den klassischen, vor allem militärischen Vorgaben spielen betriebswirtschaftliche Überlegungen eine große Rolle. Peking ist von Waffen begeistert, die für relativ wenig Geld sehr teure Systeme der USA neutralisieren.Skimmer 16.41