Nintendo wagt mit «Super Mario» Sprung auf Smartphones

Nintendo wagt nach jahrelangem Zögern den Schritt in die Smartphone-Welt. Mit «Super Mario Run» für das iPhone wird man ab Dezember erstmals mit einer der beliebten Figuren der japanischen Traditionsfirma auf einem Telefon statt einer Nintendo-Konsole spielen können.

«Mario»-Erfinder Shigeru Miyamoto war persönlich an der Entwicklung beteiligt und trat am Mittwoch auch selbst auf die Bühne von Apples iPhone-Präsentation in San Francisco, um den Schritt anzukündigen.

Die Nintendo-Aktie sprang am Donnerstag um gut 13 Prozent hoch. Dabei ist weiterhin offen, wie viel Geld Nintendo im Geschäft mit Smartphone-Spielen verdienen kann. Denn es läuft anders als das gewohnte Geschäftsmodell bei Konsolen. Dort kostet ein Spiel 40 bis 60 Euro. Bei «Super Mario Run» wird Nintendo hingegen wie in der Branche üblich einen Teil des Games kostenlos spielen lassen – und erst den Rest kostenpflichtig machen.

Doch Nintendo hatte kaum eine andere Wahl, als schließlich auch auf das Smartphone als Plattform einzugehen. Immer mehr Leute spielen auf den Telefonen, während die Verkäufe der Nintendo-Konsolen schwächeln. Die Verkäufe der verschiedenen mobilen DS-Konsolen, die direkt mit den Smartphones konkurrieren, fielen zuletzt in dem Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr um gut 22 Prozent auf 6,79 Millionen Geräte. Und mit 48,5 Millionen DS-Spielen wurde fast ein Drittel weniger verkauft als ein Jahr zuvor.

Ein Versuchsballon war im Sommer die App «Pokémon Go», bei der die Spieler virtuelle Monster in realen Umgebungen einfangen müssen. Sie gab es bisher ebenfalls nur auf Nintendo-Konsolen. An der Pokémon Company, die hinter den Figuren steckt, hält Nintendo aber nur einen Minderheitsanteil.

Die von der ehemaligen Google-Tochter Niantic Labs entwickelte Smartphone-Variante des Pokémon-Spiels wurde zum Sommerhit. Seit dem Start vor rund zwei Monaten sei die App über 500 Millionen Mal heruntergeladen worden, sagte Niantic-Chef John Hanke in San Francisco.

Es ist die erste konkrete Zahl zum Ausmaß des Erfolgs der App, zugleich gab es keine Angaben dazu, wie viele Spieler bei «Pokémon Go» aktiv seien. Hanke sagte lediglich, dass sie 4,6 Milliarden Kilometer mit eingeschalteter App zurückgelegt hätten.

Zuletzt hatte es Schätzungen von Marktforschern gegeben, wonach die Aktivität der «Pokémon-Go»-Spieler nachlasse. Für neues Interesse könnte sorgen, dass «Pokémon Go» demnächst auch über Apples Computer-Uhr spielbar sein wird. Dadurch wird man das Smartphone nicht mehr ständig in der Hand halten müssen.

Miyamoto sagte dem US-Magazin «Time», einer der Gründe für das iPhone als Sprungbrett in den Smartphone-Markt sei die einheitliche Umgebung über alle Modelle hinweg gewesen. Bei Android müsste Nintendo die App an technische Besonderheiten diverser Hersteller und Geräte anpassen müssen. Später werde das Spiel aber auch auf Smartphones anderer Hersteller verfügbar sein.

Das «Mario»-Spiel soll im Dezember gleich in 100 Ländern erscheinen, hieß es. Bis zum Ende des Geschäftsjahres am 31. März will Nintendo insgesamt vier Smartphone-Apps auf den Markt bringen. Die erste war die Chat-Anwendung Miitomo. Zugleich arbeitet Nintendo aber auch weiter an der nächsten Konsole mit dem Codenamen NX.

Klinke abgeschafft: Warum Apple beim iPhone 7 auf die Köpfhörerbuchse verzichtet

Entsprechende Gerüchte kursierten schon längere Zeit, seit Mittwoch steht nun fest: Apple verzichtet beim neuen iPhone 7 auf einen Klinkenstecker und hat damit für reichlich Gesprächsstoff gesorgt – auch in der stern-Redaktion, wo es neben Befürwortern auch Kritiker dieser Maßnahme gibt.

Der Klinkenstecker für Kopfhörer war aus Audio-Geräten bisher kaum wegzudenken. Egal ob Walkman, iPod, Stereoanlage oder Smartphone – der Standard der 3,5-Millimeter-Buchse sorgte dafür, dass die Ohrhörer immer passten. Doch das System wurde auch immer mehr zu einem analogen Überbleibsel in einer zunehmend digitalen Welt. Die Technologie geht noch auf die Stecker der Telefon-Vermittlungsstellen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück.

Während die Smartphones immer dünner wurden, setzt das Format des Steckers Grenzen dafür, wie weit man die Buchse im Inneren des Telefons schrumpfen kann. Apple brauchte für sein neues iPhone 7 aber mehr Platz für Kamera-Technik, Prozessoren und Batterien, wie Hardware-Chefentwickler Dan Riccio dem Blog „Buzzfeed“ sagte. Ohne die klassische Buchse habe Apple das Telefon auch schließlich wasserfester machen können. Und der digitale „Lightning“-Anschluss, über den die Telefone aufgeladen werden, kann auch Ton übermitteln. Für Nutzer, die lieber ihre Kopfhörer mit Klinkenstecker weiternutzen wollen, gibt es einen Adapter.

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Apple nutzt beim iPhone 7 hauseigenen „Lightning“-Port

Watch 2 handson 6.55hZugleich bedeutet das, dass man künftig nicht gleichzeitig einen Kopfhörer einstöpseln und den Akku laden kann – dafür müsste man schon drahtlose Ohrhörer benutzen. Außerdem gibt es diverses Zubehör von Mikrofonen bis hin zu Bankkarten-Lesegeräten, die bisher in die herkömmliche Buchse eingesteckt wurden. Zudem wird es nun mehr Stecker-Formate für Ohrhörer-Kabel geben. Während Apple beim iPhone 7 den hauseigenen „Lightning“-Port nutzt, setzte Lenovo beim Smartphone Moto Z auf den USB-C-Anschluss – den wiederum auch Apple in seinem dünnen Macbook-Laptop einbaut.

iPhone 7 und Co. in Bildern