«Digitale Infrastruktur»: Schnelles Internet für alle? Große Ausbauoffensive

Mit einer milliardenschweren Förderung soll der Ausbau der Internetversorgung in Deutschland deutlich beschleunigt werden.

Das Bundeskabinett billigte einen Gesetzentwurf zur Schaffung eines Sondervermögens «Digitale Infrastruktur» mit einem Startvolumen von zunächst 2,4 Milliarden Euro.

Damit soll neben dem Breitbandausbau besonders die Digitalisierung tausender Schulen verstärkt werden. «Damit schaffen wir eine Voraussetzung dafür, dass eine leistungsfähige digitale Infrastruktur in Schulen, Wohnzimmern und Unternehmen Realität wird», betont das Bundesfinanzministerium.

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte wegen weit höherer Steuereinnahmen als erwartet im Mai angekündigt, dass der Bund als Startvolumen 2,4 Milliarden Euro zur Verfügung stellen kann. Insgesamt werden in diesem Jahr Staatseinnahmen von 772,1 Milliarden Euro erwartet, das sind 7,8 Milliarden Euro mehr als bei der letzten Schätzung angenommen. Bis 2022 sollen die Staatseinnahmen dann bis auf insgesamt 905,9 Milliarden Euro steigen (plus 16,3 Milliarden).

Der Koalitionsvertrag sieht bis 2021 Ausgaben von zehn bis zwölf Milliarden Euro allein für den Breitbandausbau in Deutschland vor, damit auch ländliche Gebiete endlich schnelleres Internet bekommen – Gigabitnetze sollen überall zur Regel werden. Oft wurden Bürger bereits selbst tätig, weil neue Glasfaserleitungen fehlen.

Daher soll mit dem neuen Digitalfonds nun die Digitalisierung der Schulen und der Breitbandausbau in Deutschland beschleunigt werden. Zur weiteren Finanzierung sollen dann Einnahmen aus der Versteigerung neuer Mobilfunklizenzen (5G-Technologie) verwendet werden. 

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) begrüßte den Beschluss: «Damit ist klar: Ab 2019 kann die Digitalisierung der Schulen in Deutschland in großen Schritten vorankommen.» Nach einer Änderung des Grundgesetz-Artikels 104c als rechtlicher Basis für eine stärkere Beteiligung des Bundes unternimmt werden mit der Startfinanzierung der zweiten Schritt für den «Digitalpakt Schule» geschaffen. Der dritte Schritt seien die laufenden Verhandlungen mit den Ländern über die Details der Förderung. Ab 2019 sollen dann die Förderanträge bei den Ländern eingereicht werden können, betonte Karliczek.

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Sören Bartol teilte mit, der Digitalfonds stelle sicher, dass die Einnahmen aus der Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen künftig zweckgebunden in den Ausbau des flächendeckenden schnellen Internets fließen, «statt im Bundeshaushalt zu versickern». Damit bis zum Eingang der Erlöse keine finanzielle Lücke entstehe, würden bereits jetzt 2,4 Milliarden Euro aus Steuereinnahmen für die Förderung bereit. «Wir brauchen in Deutschland flächendeckend schnelles Internet für alle», so Bartol.

Quartalszahlen: Apple knackt Dank des iPhone X seine eigenen Rekorde – und wird von Huawei überholt

Apple hat es wieder geschafft. Seit Jahren gibt es Abgesänge, die ein Ende des iPhone-Hypes beschwören, seit Jahren kann Apple immer wieder neue Rekorde setzen. Und auch gestern war es wieder soweit: Der Bericht zum dritten Quartal 2018 weist die besten Ergebnisse aus, die Apple je in diesem Zeitraum erreichen konnte. 53,3 Milliarden Dollar konnte Apple einnehmen, ein Zuwachs um 17 Prozent. Der Gewinn liegt bei 11,5 Milliarden Dollar. Starke Zahlen. Völlig unbeschwert kann CEO Tim Cook die Rekorde aber wohl nicht feiern.

Das iPhone X als Kassenschlager

Dabei hätte er an sich allen Grund dazu. Vor allem das lange schwächelnde iPhone ist dieses Jahr wieder so stark wie lange nicht. Zwar ging die Zahl der verkauften iPhones mit 41,3 Millionen Geräten nur ein knappes Prozent nach oben. Das konnte Apple aber mit einem deutlich gestiegenen durchschnittlichen Verkaufspreis wieder wett machen. Gaben die Kunden im Schnitt letztes Jahr zwischen April und Juni noch 600 Dollar für ihr iPhone aus, waren es dieses Jahr satte 724 Dollar – ein Zuwachs um gute 20 Prozent.iPhone Leaks erste Fotos, 18.30 Uhr

Zu verdanken hat Apple das wohl vor allem dem iPhone X. Trotz lauter Kritik wegen seines hohen Preises ist das Spitzenmodell ein echter Verkaufsschlager. Genaue Zahlen nennt Apple zwar nicht, Cook betonte aber, das iPhone X sei konstant das beliebteste der fünf aktuell angebotenen Modelle gewesen. Neben den aktuellen iPhone X, iPhone 8 und iPhone 8 Plus bietet Apple auch weiter die älteren Modelle iPhone 7 und iPhone SE an. 

Huawei zieht an Apple vorbei

Die guten Nachrichten werden allerdings von einem anderen Bericht getrübt: Apple ist trotz seines leichten Wachstums nicht mehr die Nummer 2 auf dem Smartphone-Markt. Nach einer Studie der Marktanalysten von IDC zieht Huawei mit 54,2 Millionen verkauften Geräten erstmals über einen Dreimonatszeitraum an Apple vorbei. Besonders dürfte Cook und Co. die Wachstumsgeschwindigkeit schockieren: Huawei verkaufte unglaubliche 40 Prozent mehr Smartphones als im Vorjahreszeitraum. Und das, obwohl die Chinesen den wichtigen US-Markt überhaupt nicht bedienen.Huawei Zahlen_17.05

Gemessen am Gewinn ist Huawei natürlich weiter weit von Apple entfernt. Im gerade verkündeten Halbjahresbericht nahm der Konzern mit 49,05 Milliarden Dollar in den ersten sechs Monaten weniger ein, als Apple in einem Quartal. Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Smartphone liegt also weiter deutlich unter Apples Marke. Der Druck auf dem Smartphone-Markt wächst aber trotzdem konstant, auch am höheren Ende dürfte Apple das immer weiter zu spüren bekommen.

Apples Strategie geht auf

Doch der Konzern ist darauf immer besser vorbereitet. Mit einem Fokus auf die Service-Sparte und zusätzliche Geräte wie die Apple Watch und Kopfhörer wie Beats oder Airpods, bei Apple unter „Andere Produkte“ geführt, will sich Apple von der Abhängigkeit vom iPhone befreien. Das scheint zu funktionieren: Die Services, zu denen etwa Apple Music, der App Store oder iCloud zählen, legten um 30 Prozent zu. Sie tragen mittlerweile 9,5 Milliarden zu den Einnahmen bei. 

Und auch die „Anderen Produkte“ wachsen. Steuerten Apple Watch und Co. letztes Jahr noch 2,7 Milliarden Dollar bei, sind es dieses Jahr schon ganze 3,7 Milliarden. Damit kompensieren sie locker die leichten Einbrüche bei iPad und den Mac-Rechnern, die zusammen im letzten Jahr knapp 500 Millionen Dollar mehr in die Kasse gebracht hatten.Apple Herbst 1930

Was kommt nach dem iPhone?

Die Abhängigkeit vom iPhone wird also kleiner, auch wenn es weiter deutlich mehr als die Hälfte der Einnahmen bringt. Wie lange das so bleibt, wird sich zeigen müssen. Der Smartphone-Markt schrumpft in letzter Zeit leicht, die Kunden ersetzen ihre Geräte seltener als noch vor wenigen Jahren. Zudem wächst der Preisdruck. Bis jetzt konnte Apple die daraus entstehenden Einbrüche erfolgreich vermeiden. Auf lange Sicht wird sich der Konzern für eine Fortsetzung des Erfolges aber wohl etwas Neues ausdenken müssen. Gerüchte sehen etwa eine Datenbrille als möglichen iPhone-Nachfolger. Bis dahin dürften aber noch ein paar Jahre ins Land gehen.Apple Airpods Fußball WM 1955

Umfrage unter Cyber-Experten: Mitarbeiter sind Schwachpunkt bei IT-Sicherheit

Bei der Abwehr von Cybergefahren achten viele Unternehmen laut einer Umfrage wenig auf die Mitarbeiter. Außerdem hält eine große Mehrheit die klassischen Abwehrmaßnahmen wie Firewalls und Passwörter nicht mehr für ausreichend, um Attacken aus dem Netz abwehren zu können.

Das sind zwei Kernaussagen, die die Münchner Messe vor der im September erstmals stattfindenden IT-Sicherheitsmesse Command Control in den vergangenen Monaten bei 300 Cyberexperten unterschiedlicher Unternehmen abfragen ließ.

Ganz allgemein glauben drei Viertel der befragten Fachleute, dass klassische IT-Sicherheitsmaßnahmen wie Firewalls und die Verwendung von Passwörtern als Schutz vor Angriffen nicht mehr genügen. Firmennetzwerke sind heutzutage weit umfangreicher vernetzt als früher – über die Anbindung an Kundennetzwerke, die Datenverarbeitung auf externen Cloud-Servern und die Einbindung von Produktionsanlagen in die Netzwerke.

Immerhin 61 Prozent sehen außerdem die eigenen Mitarbeiter als möglichen Schwachpunkt. Der Hintergrund: In den vergangenen Jahren hat es mehrfach Fälle gegeben, in denen Mitarbeiter auf Phishing-Attacken hereinfielen, bei denen Cyberkriminelle sich als Vorgesetzte ausgaben und sich hohe Summen aufs eigene Konto überweisen ließen. Zudem werden immer wieder Fälle von Cyberkriminalität bekannt, bei denen aktive oder ehemalige Mitarbeiter Firmengeheimnisse stehlen und verkaufen. «Wenn (…) es im Unternehmen an einer laufenden Kommunikation über digitale Sicherheitsrisiken fehlt, öffnen Mitarbeiter Angreifer mit ihrem Verhalten leicht Tür und Tor», sagte Katharina Keupp, Projektleiterin der Command Control bei der Messe München. Die Messe findet vom 20.-22. September statt.

Erste Fotos: Sind hier die neuen iPhones zu sehen?

Im September ist es soweit: Apple wird wie üblich zu seinem jährlichen iPhone-Event einladen, auf dem CEO Tim Cook dann die neuesten Modelle vorstellt. Zu den neuen, bisher noch nicht benannten iPhones sind schon eine ganze Reihe Details durchgesickert. Nun gibt es auf Twitter erstmals Fotos.

+++ Sie wollen mehr zu den neuen iPhones von 2018 wissen? Hier finden Sie eine Zusammenfassung der Gerüchte +++ 

Funktionsfähige iPhones sind aber nicht zu sehen. Leaker Ben Geskin betont in seinem Tweet, dass es sich um Dummys, also Nachbauten, handelt. Woher die stammen, verrät er nicht. Theoretisch könnten sie aus einer Fabrik geschmuggelt worden sein, in der die echten iPhones gebaut werden. Andererseits könnte es sich aber auch um Nachbauten auf Basis der durchgesickerten Informationen handeln, wie sie etwa die Hersteller von Handy-Hüllen anfertigen.Wie viel Apple steckt im iPhone X?_11.30

iPhone 2018: Sparfaktor Kamera

Interessant sind die Bilder trotzdem. Sie zeigen etwa gut die Größenverhältnisse der kommenden Modelle. Bei den beiden Geräten soll es sich um das große Plus-Modell sowie um das Sparmodell handeln. Beide sind laut den Gerüchten größer als das aktuelle iPhone X. Das bringt 5,8 Zoll Bildschirm-Diagonale mit, der Nachfolger soll dieselben Maße haben. Die Plus-Variante soll es gar auf riesige 6,5 Zoll bringen. Das Spar-Modell soll mit 6,1 Zoll dazwischen liegen. Bei allen drei Modellen nimmt das Display den Großteil der Front ein, beim günstigen iPhone soll allerdings der Rand breiter ausfallen, was auf den Bildern auch zu erahnen ist.

Spannend ist auch die Rückseite: Während das Plus-Modell wie das iPhone X eine Doppelkamera mitbringt, hat das Spar-iPhone nur eine einzelne Kamera-Linse. Die fällt allerdings deutlich größer aus als etwa die des iPhone 8. Auch die vertikale Anordnung des Blitzes und des Mikrofons ist neu. Eine Doppelkamera beim Sparmodell war allerdings auch nicht zu erwarten. 

Die Kamera ist nicht die einzige technische Sparmaßnahme gegenüber den teureren Modellen. Während die wie das iPhone X ein OLED-Display besitzen, soll das günstige iPhone als einziges weiter auf LED-Technologie setzen. Weitere Sparmaßnahmen wie ein schwächerer Prozessor oder das Fehlen von Features wie 3D-Touch sind ebenfalls denkbar.iOS 11 versteckte Features_15.20Uhr