
Mit der „Tatorte“-App sehen Sie alle Polizeimeldungen aus Ihrer Region: von schlimmen Verbrechen bis zu eher skurrilen Einsätzen.
Foto: Friso Gentsch / dpa
News aus der digitalen Welt

Mit der „Tatorte“-App sehen Sie alle Polizeimeldungen aus Ihrer Region: von schlimmen Verbrechen bis zu eher skurrilen Einsätzen.
Foto: Friso Gentsch / dpa

Auch im Podcast: Was taugt FIFA 19, ist das Galaxy S7 besser als ein aktuelles Mittelklasse-Handy, welche TV-Serien lieben die Tech-Freaks?
Foto: ERIC THAYER / Reuters
Dieses Ergebnis muss für 28 Abgeordnete im US-Kongress eine böse Überraschung gewesen sein. Amazons Software „Rekognition“ behauptete steif und fest, ihre Gesichter in polizeilichen Bildergalerien von Straftätern widererkannt zu haben. Dumm nur, dass keiner der Politiker sich nachweislich etwas zu Schulden hat kommen lassen. Kein Anhalten wegen zu schnellen Fahrens, Drogenkonsums oder unerlaubten Waffenbesitzes war irgendwo bei den Behörden verzeichnet.Nur mit einem Lächeln bestellen_10.50
Die Parlamentarier müssen keine Konsequenzen befürchten. Sie waren Teil eines Versuchs, den die amerikanische Bürgerrechtsbewegung American Civil Liberties Union (ACLU) durchführte. Die hatte sich eine Lizenz für die Software besorgt und ließ „Rekognition“ die Gesichter aller 535 Kongress-Abgeordneten mit einer Datenbank abgleichen, in der 25.000 Bilder von Straftätern eingespeist waren. Ungemütlicher könnte es für Amazon selber werden.
Denn die Nachricht kommt für den Online-Händler zur Unzeit. Das Unternehmen eilt von Erfolg zu Erfolg. Das Schwergewicht ist nicht nur das zweitwertvollste Unternehmen der Welt, sondern verdient am Internet-Handel prächtig. Als zweites Standbein mausert sich dabei das Cloud-Geschäft mit der Tochter AWS. Amazon vermietet Speicherplatz nicht nur an Otto-Normalverbraucher, sondern auch an die Bundesbehörde FBI.
Doch die Geschäftstüchtigkeit Amazons reicht noch weiter. Der Konzern hat eben auch die Gesichtserkennung „Rekognition“ im Angebot. Die Software soll Kunden helfen, große Datenbanken nach Bildern zu durchforsten. Beliebt ist sie auch bei Polizeibehörden. Die können das Programm zum ihrem Cloud-Speicher hinzubuchen. Die monatlichen Kosten sollen bei gerade einmal 12 US-Dollar liegen. Der Clou: Die Gesichtserkennung funktioniert in Echtzeit. Polizisten könnten so Straftäter bei der Fahrzeugkontrolle gleich erkennen und festnehmen.Amazon verkauft Gesichtserkennungssoftware an US-Polizei
Das Police Department in Orlando unterhielt bereits ein Pilotprojekt, dass eben diese Software verwendete. Auch an der US-Westküste interessieren sich die Behörden für „Rekognition“. Nach einem Bericht der Regionalzeitung „Williamette Week“ soll das Washington County Sheriff’s Department in Oregon einen Einsatz vorbereiten.
Gesichter mittels Software in Echtzeit zu erkennen und mit Datenbanken abzugleichen, ist bei Sicherheitsbehörden der letzte Schrei. Doch das Experiment von ACLU bestätigt nun abermals viele Kritiker. Wie „The Verge“ berichtet soll „Rekognition“ die Hautfarbe als Vergleichsparameter angewendet haben. Elf der betroffenen 28 Abgeordneten aus dem Versuch sind dunkelhäutig. Sie will die Software in der Verbrecher-Datenbank wiedererkannt haben. Auch Programme anderer Anbieter fielen bei Tests einer Bundesbehörde mit solchen falschen Ergebnissen auf.23: USBürgerrechtler warnen vor Missbrauch von Gesichtserkennung durch Polizei – 8991505f1550553b
Die Bürgerrechtler von ALCU halten „Rekognition“ generell für brandgefährlich. Die Gefahr sie zu große, dass Unschuldige festgenommen werden, sagte eine Sprecher. Auch Streifenpolizisten könnten falsche Informationen über Kriminelle erhalten. Amazon selber bügelt die Befunde ab. Die Datenbank sei eben nicht ausreichend mit Vergleichsmaterial gefüttert worden, dass als hinreichend vertrauenswürdig eingestuft werden konnte, teilte das Unternehmen gegenüber „The Verge“ mit.
Dennoch könnte die Studie Konsequenzen nach sich ziehen. Parlamentarier forderten Amazon in einer Erklärung auf, die Namen aller Sicherheitsdienste bekannt zu geben, die „Rekognition“ einsetzen. Das Unternehmen soll auch Auskunft über seine Software-Entwicklung gegen. Der Konzern von Jeff Bezos hat nun bis 20. August Zeit, zu reagieren.11-Fluch oder Segen? Gesichtserkennung ist die Zukunft-5605487522001
Die B-17 war bewaffnet wie eine Festung. Ein Jäger musste durch eine „Todeswolke“ aus Geschossen fliegen, wenn er eine B-17 attackieren wollte. Heute vor 83 Jahren startete der Jungfernflug.
Einst baute Spanien die mächtigsten Flotten der Welt, heute blamiert sich Madrid beim Versuch, ein U-Boot herzustellen. Es geht um die „Isaac Peral“, das erste Boot der S-80-Klasse. Die gesamte Geschichte des Tauchbootes ist voller peinlicher Pannen. Kurz vor Fertigstellung kommt nun die Krönung:
Die spanische Tageszeitung „El País“ berichtet, dass die U-Boote nicht mehr in ihre Docks in Cartagena passen. Grund dafür sind zahlreiche Nachbesserungen. Um das Kampfboot überhaupt schwimmfähig zu halten, wurde nachträglich eine Sektion eingefügt. Dadurch sind die Boote deutlich länger geworden. Der ursprüngliche Entwurf sah ein 71 Meter langes, 2200 Tonnen schweres U-Boot vor, nun ist die S-80 Plus 81 Meter lang und verdrängt 3000 Tonnen.Einsatz U Boot 15.17
Damals hätten die Verantwortlichen natürlich aufhorchen müssen. Aber vermutlich wollte niemand darüber nachdenken, dass die Verlängerung Probleme im Dock verursachen könnte. An einen Zufall kann man kaum glauben, denn die S-80 wird in unmittelbarer Nachbarschaft zu den U-Boot-Docks gebaut.
Das Drama geht auf das Jahr 2013 zurück. Damals bemerkte man, dass das Boot 100 Tonnen schwerer war als geplant. Die Folge war fatal; das U-Boot konnte zwar prima abtauchen. Das Volumen an Bord reichte allerdings nicht, um das Boot wieder auftauchen zu lassen. Im Einsatz wäre die „Isaac Peral“ vermutlich ohne Feindeinwirkung auf den Boden des Meeres gesunken.U-Boot bricht durchs Arktis-Eis_20.30
Ein ehemaliger Beamter sagte der Nachrichtenagentur AP, der Ursprungs-Fehler sei entstanden, weil in einer Tabelle eine Dezimalstelle verrutscht sei. Immerhin fand man mit der Verlängerung eine Lösung, um das U-Boot zu retten. „El País“ schätzt die Kosten auf eine Milliarde Euro pro Boot, die Kosten hätten sich damit glatt verdoppelt. Nicht mitgerechnet sind die Kosten für den nun folgenden Umbau der Docks.
Eine S-80 Plus wäre demnach teurer als ein chinesischer Lenkwaffen-Zerstörer des Typs 055. Er gilt weltweit als das modernste Schiff seiner Klasse – mit einer ungleich höheren Zerstörungsfähigkeit als die S-80.
Insgesamt wurden vier S-80 Kampf-U-Boote bestellt, um die alte Agosta-Klasse abzulösen. Der neue Antrieb arbeitet unabhängig von Luft, sodass die Boote länger unter Wasser bleiben können als andere diesel-elektrische U-Boote. Die S-80er sind mit sechs 533-Millimeter-Torpedorohren bewaffnet. Damit können Torpedos aber auch Anti-Schiffsraketen vom Typ Harpoon und Tomahawk-Marschflugkörper abgeschossen werden.Luxus Boot 11.22
The „Big Wind“ ist eine Maschine wie aus einem Film der „Star Wars“-Reihe. Zwei riesige Triebwerke blicken drohend nach vorn, montiert sind sie auf einem Panzerfahrgestell. Dabei wurde „Big Wind“ nicht für einen Film entwickelt, es ist ein reines Arbeitsgerät für die Feuerwehr. Es arbeitet nach dem gleichen System, wie Sie eine Kerze löschen. Sie holen tief Luft, spitzen die Lippen und blasen los.
Genau so arbeitet der „Große Windmacher“. Erstmals wurde die Maschine 1991 eingesetzt, um die brennenden Ölquellen zu löschen, die von Saddam Husseins Armee bei ihrem Rückzug aus Kuwait in Brand gesteckt hatte. Gebaut wurde er von ungarischen Ingenieuren, das Konzept soll jedoch aus den Zeiten der UdSSR stammen. In der Sowjetunion wurde zum Löschen Ölquellenbränden und zur Schneeräumung von Flugplätzen ein einzelnes MiG-15-Strahltriebwerk verwendet, das auf der Ladefläche eines Lastwagens befestigt war. So war die Maschine aber nicht stark genug, um die Brände in Kuwait zu bekämpfen. Also rüstete die Firma MB-Drilling das Konzept zu „Big Wind“ auf.Wichtige Panzer
Zum Windmachen werden zwei Triebwerke des MiG-21 Kampfflugzeugs verwandt. In der Luft katapultieren sie mit ihrem Rückstoß den Jäger nach vorn. Sie wurden modifiziert, dass sie vor allem Luft bewegen – außerdem stemmt sich ihrem Druck nun das Panzerfahrgestell entgegen. Als Basis wurden alte Panzer der Typen T-34 und T-62 verwendet. Video
Jedes der Triebwerke liefert 27.000 Pfund Schub und kann einen MiG-Jäger mit mehr als doppelter Schallgeschwindigkeit antreiben. Vorteil der Konstruktion: Das Triebwerk verbrennt den Sauerstoff in der Luft weitgehend, das ausströmenden Gas facht ein Feuer nicht weiter an.FOAB17.30
Zusätzlich wird Wasser durch sechs Feuerwehrschläuche je Triebwerk in den Luftstrom geblasen. So wird der Brandherd abgekühlt. Denn es reicht nicht aus, einen Ölbrand nur kurzfristig zu ersticken, wenn sich das Öl danach an glühenden Stahlteilen wieder entzünden würde.Mig 21
Seit 1991 ist die ultimative Wasserkanone immer mal wieder bei Ölbränden im Einsatz. Ölquellen konnte man vorher nur ausbrennen lassen. Große Brände lassen sich selbst durch den Einsatz von Druckwellen-Bomben nicht löschen, weil sie sich, nachdem die Welle verklungen ist, schnell wieder neu entzünden. Allzu mächtige Explosionen würden die Bohrlöcher und Installationen in der Tiefe zerstören. Sie werden von Big Wind nicht beschädigt, oberhalb des Bodes rasiert die sich rasend schnell bewegende Dampfkeule allerdings alles weg. Einen Hausbrand könnte Big Wind kaum löschen, dann würden die Trümmer des Hauses hunderte von Metern durch die Luft geschleudert werden.
Die Besatzung besteht aus drei Personen – dem Fahrer, einem Mann, der die Strahltriebwerke und Wasserdüsen steuert und einem Feuerwehrchef.Combat Dress 12.03

Internetnutzer, die ihr WLAN für die Allgemeinheit öffnen, können künftig nicht mehr auf Unterlassung verklagt werden.
Foto: Martin Schutt / dpa

Deutschland ächzt unter der Sahara-Hitze. Was man nicht gleich merkt: Die hohen Temperaturen machen auch unserer Elektronik zu schaffen.
Foto: Brand X Pictures/Getty Images

Was ist Ihnen wichtiger – ein Finger oder Ihr Smartphone? Für jeden zehnten jungen Erwachsenen ist die Antwort klar: das Smartphone!
Foto: 129274715
Facebook hat es nur für einen Tag nach China geschafft. Nachdem das im Reich der Mitte von der Zensur blockierte soziale Netzwerk in der ostchinesischen Stadt Hangzhou eine Firma für eine Innovationsplattform gegründet hatte, wurde die Zulassung einfach wieder entzogen.
Die Entscheidung habe die Cyber-Verwaltung in Peking gefällt, berichtete die «New York Times» unter Berufung auf eine Person, die mit dem Fall vertraut sei.
Es habe Differenzen zwischen der nationalen Internetaufsicht und den lokalen Stellen in der Provinz Zhejiang gegeben, wo Hangzhou liegt. Die zentrale Cyber-Verwaltung sei «verärgert» gewesen, weil sie nicht genügend einbezogen worden sei. Die Wende bedeute nicht zwingend das Ende der Chancen für Facebook, ein Unternehmen in China zu gründen, aber mache einen Erfolg weniger wahrscheinlich, wurde die Person zitiert, die nicht namentlich genannt werden wollte.
Die amtliche Registrierung hatte am Mittwoch bereits für Irritationen gesorgt, weil sie schnell wieder von der nationalen Webseite genommen worden war, wo Firmengründungen mitgeteilt werden. Die Informationen waren nur noch auf Webseiten kommerzieller Anbieter wie Qixinbao zu finden, die solche Angaben von amtlichen Mitteilungen sammeln. Nach ersten Berichten in Staatsmedien schien auch schon die Zensur einzuschreiten, was auf Probleme hindeutete.
Die mit einer Investition von 30 Millionen US-Dollar gegründete Tochterfirma hätte eigentlich Entwickler, innovative Unternehmer und Start-ups unterstützen sollen. Das Konzept sollte dem Beispiel ähnlicher Plattformen folgen, die Facebook in Brasilien, Indien, Frankreich und Südkorea eingerichtet hat. Das Netzwerk hatte sich Hangzhou ausgesucht, weil die Stadt viele Talente anzieht. Es ist der Hauptsitz des chinesischen Internetriesen Alibaba.
Die Firma wäre die erste offizielle Vertretung von Facebook auf dem Markt in China gewesen, dessen «große Firewall» das Netzwerk seit 2009 blockiert. Chinas Zensur stört seit vergangenem Jahr auch den Facebook-Messenger-Dienst WhatsApp, der heute meist nicht mehr genutzt werden kann. Auch andere soziale Netze wie Twitter, Instagram, Youtube und selbst Google-Suchen sind in China gesperrt.
Die Blockaden richten sich auch gegen ausländische Nachrichtenseiten wie von der «New York Times», dem «Wall Street Journal» oder die chinesische Version von Wikipedia und Webseiten von Menschenrechtsorganisationen. Viele Internetnutzer haben kommerzielle Tunnelsoftware, um solche Sperren zu umgehen. Doch werden diese VPNs (Virtual Private Network) häufig gestört. Die Benutzung ist mühsam, weil auch viele chinesische Webseiten oder das in China weit verbreitete Netzwerk WeChat damit nicht mehr zu erreichen sind.