Reddit- und Twitter-Teamwork: Hinter der Tapete steckt ein Gruß vom Vormieter – und das Internet findet den Absender

Normalerweise findet man unter alten Tapeten MEHR alte Tapeten. In Altbauten auch mal viele Schichten. Sie sind wie Zeitzeugen aus der Vergangeheit in Sachen Mode und Geschmack. Manchmal findet man auch Notizen mit dem Bleistift, die sich ein Bauarbeiter gemacht hat, mit großen Glück taucht sogar mal eine Zeichnung auf. Doch dieser Fall, der sich im US-Bundesstaat Kalifornien ereignete, toppt all das.

Alex und Jess Monney aus San Jose gaben die Renovierung ihres Badezimmers in Auftrag. Als der Bauarbeiter die Tapeten entfernte, strahlte ihm ein japanisch aussehendes Paar entgegen: elegant gekleidet auf einem professionell gemachten Foto. Neben dem Bild war eine Sprechblase an die Wand gemalt, die folgenden Text enthielt: „Hi! Wir sind die Shinsekis! Wir haben dieses Badezimmer im Sommer 1995 renoviert. Wenn du das hier liest, bedeutet das, dass auch du das Bad renovierst. Was haben wir falsch gemacht?!?!?“

Beweisfoto für den Auftraggeber

Der Bauarbeiter machte ein Foto von der Nachricht und schickte sie an seinen Auftraggeber, Alex Monney. Der wiederum lud das Fundstück bei Twitter hoch und informierte seine Frau mit einem Tweet.

Unter dem Bild des Paares befand sich ein zweites Foto, das ein schwarz-weißes Kaninchen zeigt. Auch dem Hasen hatten die Shinsekis Sprechblasen gemalt, er sagt: „Hi! Ich bin Cassie, das Kaninchen. Ich habe hier auch gelebt! (Ich bin stubenrein!)“.

In einer zweiten Blase offenbart das Kaninchen seinen Wunschtraum: „Ich werde der nächste Cadberry-Hase“. Der Schokoladenhersteller Cadberry hat seine Oster-Produkte über Jahrzehnte mit einem vierbeinigen Protagonisten beworben, wie zum Beispiel ein Video aus dem Jahr 1988 zeigt.Cadberry Werbung

Das Netz geht auf die Suche

Das Bild aus dem Tweet von Alex Monney hat zehn Stunden nach dem Post ein Reddit-User bei Twitter hochgeladen und die neugierige Meute dieser Plattform wollte natürlich sofort wissen: WER IST DER ABSENDER? Jemand meinte, seinen ehemaligen Vorgesetzten zu erkennen. Asiatische Experten wurden um Hilfe gebeten, die Lust auf das Rätsel ist in jedem Satz zu erkennen. Doch in der Parallelwelt Twitter war es bereits gelöst worden. Der ebenfalls in Kalifornien ansässige Jay Shinseki hatte seinen jüngsten Bruder erkannt – und Alex Monney das mitgeteilt.

Tweet

Die Monneys versprachen, ebenfalls eine Nachricht unter der Tapete zu hinterlassen, nachdem sie gesehen hatten, welche Begeisterung das 23 Jahre alte Fundstück ausgelöst hatte (allein bei Reddit fieberten mehr als 80.000 Menschen mit). Jess Monney war freundlich genug, auch noch das letzte Geheimnis zu lüften: Sie postete ein Bild des fertig renovierten Badezimmers. Bad

Bruchbude wird Traumhaus_13.30

Neue Studie: Lauscht ihr Smartphone mit? Forscher wollten das prüfen – und fanden etwas viel Gruseligeres

Immer wieder heißt es, die Apps von Facebook und anderen würden auf unseren Smartphones alles mithören. Nun wollten Forscher diesem Vorwurf nachgehen. Das Ergebnis ist erschreckend – aber anders als vermutet.

Reihe von Lynchmorden: Indien: WhatsApp soll sofort Gerüchte unterbinden

Nach einer Reihe von Lynchmorden hat Indien den Messengerdienst WhatsApp aufgefordert, etwas gegen die Verbreitung von Gerüchten zu unternehmen.

Die Regierung habe unmissverständlich deutlich gemacht, dass WhatsApp «sofortige Maßnahmen» ergreifen müsse, teilte Indiens IT-Ministerium mit. Warnungen vor angeblichen Kindesentführern hatten sich zuletzt in ganz Indien verbreitet – vor allem über WhatsApp-Gruppen. Mehr als 20 Menschen wurden Medienberichten zufolge seit Mai vergangenen Jahres von Mobs getötet, die ihre Opfer für Kindesentführer hielten.

WhatsApp antwortete der Regierung mit einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darin heißt es unter anderem, bald werde in Indien eine neue Funktion eingeführt, die erkennbar mache, ob eine Nachricht vom Absender erstellt oder weitergeleitet wurde. Auch eine Aufklärungskampagne zum Thema Falschinformationen sei geplant.

WhatsApp sei entsetzt über die Gewalt in Indien. «Wir glauben, dass dies eine Herausforderung ist, die erfordert, dass Regierung, Zivilgesellschaft und Technologiekonzerne zusammenarbeiten.»

Indien ist der größte Markt des Messenger-Dienstes, der Facebook gehört. Viele der rund 200 Millionen Nutzer sind unerfahren im Umgang mit dem Internet und den dort verbreiteten Informationen. Bemühungen, die Verbreitung von «Fake News» zu unterbinden, werden bei WhatsApp durch die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erschwert, bei der Inhalte nur für Absender und Empfänger – aber nicht für den Dienst selbst – im Klartext verfügbar sind.

Alltagsfrage: Warum zeigen eigentlich alle Wetter-Apps etwas anderes an?

Derzeit ist die Lage ziemlich eindeutig: Sonne satt, soweit das Auge reicht. Aber spätestens wenn sich der nächste Wetterumschwung abzeichnet, öffnen die Menschen wieder ihre Wetter-Apps. Doch während in der einen Anwendung Sonnenschein vorhergesagt wird, bekommt man in der nächsten dicke Regenwolken in Aussicht gestellt. Warum variieren die Vorhersagen so stark für ein und denselben Ort? Warum werden manchmal Unwetterwarnungen ausgerufen, die sich dann als Luftnummer herausstellen?

Wetterberechnung ist enorm komplex

Um das zu beantworten, muss man zunächst verstehen, wie eine Wettervorhersage entsteht. Beobachtungsstationen auf der ganzen Welt zeichnen permanent Wetterdaten auf, das reicht von der Windgeschwindigkeit, Temperatur oder Niederschlagsmenge bis hin zur Luftfeuchtigkeit. All diese Daten werden in leistungsstarke Supercomputer eingespeist, die eine Vielzahl von Rechenoperationen pro Sekunde durchführen können.

Durch mehr Daten, schnellere Computer und bessere Algorithmen werden die Ergebnisse immer genauer, schreibt der „Guardian“. Der Luftdruck könne mittlerweile vier Tage im Voraus so genau vorhergesagt werden, wie vor dreißig Jahren noch für eine Ein-Tages-Voraussage möglich war.

Amerikanische Apps sind hierzulande ungenauer

Dass die Apps unterschiedliche Ergebnisse anzeigen, liegt daran, dass die Anbieter die Wetterdaten unterschiedlich auswerten. Die für Vorhersagen in Deutschland am häufigsten genutzten globalen Wettermodelle sind laut „Süddeutscher Zeitung“ das amerikanische Wettermodell (GFS), das europäische Wettermodell (ECMWF) und das deutsche Wettermodell (ICON). Keines davon ist per se dem anderen überlegen, jedes hat Vor- und Nachteile.

Die amerikanischen Daten stehen für jedermann kostenlos zur Verfügung, das Modell ist aber auch um ungenauesten. In den USA ist das nicht so wichtig, hier ist das Wetter häufig über hunderte Kilometer weitgehend identisch, im Mittelpunkt steht eher die exakte Voraussage von Wirbelstürmen. Das ist einer der Gründe, warum die vorinstallierten Wetter-Apps auf Smartphones (deren Betriebssysteme im Silicon Valley entwickelt werden) für den deutschen Markt nicht ideal sind – die Berechnungen basieren auf dem für Europa ungeeigneten GFS-Modell.NEON Style Festival Outfits_15.45Uhr

Die 14-Tage-Prognose ist unnütz

Das deutsche ICON-Modell, das etwa der Deutsche Wetterdienst (DWD) anbietet, ist für das landschaftlich viel kleinteiligere Deutschland besser geeignet und konzentriert sich eher auf die Entwicklung von Nebel und Bodennebel, so die „Welt“. Die Raster, die über die Wetterkarte gelegt werden, sind hierzulande nur rund zwei Kilometer groß, beim amerikanischen Modell kann es schon mal das Zehnfache sein. Bei 20 Kilometer großen Rastern rutscht auch ein Sommergewitter mal durch. Der Nachteil: Die Daten des ICON-Modells kosten Geld.

Einige App-Anbieter geben die errechneten Daten nur stumpf wieder, andere jagen sie noch durch eigene Algorithmen. Manch einer ist noch zuverlässiger, weil parallel auf mehrere Datensätze zurückgegriffen wird, die mit Hilfe eigener Technologien zusammengeführt werden.

Eine hundertprozentige Treffergenauigkeit liefert aber kein Anbieter. Allgemeine Wetter-Entwicklungen könne man drei bis fünf Tage seriös vorhersagen, erklären diverse Experten. Ob ein Schauer übermorgen am Zeltplatz vorbeizieht oder nicht, lässt sich aber zum Leidwesen aller Festivalbesucher nicht seriös vorhersagen. Auf die Zwei-Wochen-Prognosen einiger Portale sollte man sich sowieso nicht verlassen, diese spiegeln eher allgemeine Trends wider.

Die beste Wetter-App gibt es nicht

Doch wie genau sind die Vorhersagen im Durchschnitt? Im vergangenen Jahr hat „ForecastWatch“ die Genauigkeit von sechs führenden, globalen Vorhersageanbietern ermittelt. Untersucht wurden die Ein- bis Fünf-Tages-Prognosen über zwölf Monate hinweg für 1145 Orte. Insgesamt wurden mehr als 30 Millionen Vorhersagen ausgewertet.

Einen klaren Sieger gab es nicht: Einige Anbieter waren zuverlässiger, was die Durchschnittstemperatur oder Windgeschwindigkeit anging, andere punkteten bei den niedrigsten Temperaturen. Die MeteoGroup, die hinter der derzeit im App Store erfolgreichsten Kauf-App „WeatherPro“ steckt, wurde in einem britischen Test Platz vier von insgesamt zwölf Teilnehmern.

Ein Test des „WDR“ sah für Deutschland die iOS-App „Wetter XL“, vorne, gefolgt von „Wetteronline“ und „Wetter.de“. Die schlechtesten Ergebnisse lieferte ausgerechnet die vorinstallierte App. Mehr Informationen finden Sie in diesem Artikel.

Die Sache mit der Regenwahrscheinlichkeit

Doch es sind nicht nur die Daten, die den Unterschied machen. Es geht auch darum, wie die Ergebnisse visualisiert werden. Manche App hält sich zurück und zeigt nur eine strahlende Sonne oder eine regnende Wolke. Andere stellen mehrere Tabellen zur Verfügung, aus denen man Taupunkt, Luftfeuchtigkeit und andere Daten ablesen kann.Erdbeeren 19.00

Einen interessanten Punkt zeigte der US-Statistiker Nate Silver, der mit der Genauigkeit seiner Wahlprognosen für Aufsehen sorgte. In seinem 2013 erschienen Buch „The Signal and the Noise“ schreibt Silver, dass einige Anbieter die Regenwahrscheinlichkeiten deutlicher pessimistischer angeben, als es die Wetterlage eigentlich erfordert. Der Grund liegt jedoch auf der Hand: Man hat lieber den Regenschirm dabei und bleibt trocken, als klitschnass zu sein, während der Schirm zuhause liegt. Einige Anbieter kehren dieser Praxis mittlerweile den Rücken, erklärte unter anderem Peter Neilley, Senior Vice President der Weather Company gegenüber dem „Guardian“.

Was viele nicht wissen: Eine Niederschlagswahrscheinlichkeit von 70 Prozent bedeutet nicht, dass es an 70 Prozent des Tages regnen wird. Sondern nur, dass es mit dieser Wahrscheinlichkeit im Betrachtungszeitraum mindestens einmal regnet – und seien es auch nur ein paar Tropfen. Bei der Ermittlung greifen die Anbieter auf vergleichbare Wetterlagen aus der Vergangenheit zurück, es hatte also in 7 von 10 Fällen bei einer ähnlichen Wetterlage geregnet. Selbst bei einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 95 Prozent kann es also trocken bleiben. Umgedreht genügen auch fünf Prozent für einen Wolkenbruch.

Jedes Smartphone macht die Vorhersage genauer

Den perfekten, zuverlässigen Wetterbericht wird es auch in Zukunft nicht geben – diese Illusion räumt Neilley im Gespräch mit dem „Guardian“ aus. Dafür gibt es zu viele Parameter, die Einfluss auf das Wetter haben. Doch die Prognosen werden genauer, auch dank der Nutzer. Beziehungsweise ihrer Smartphones. In vielen Modellen sind schon heute digitale Barometer verbaut, die den Luftdruck messen. Die offizielle App des Weather Channel sammelt auf diese Weise 250 Millionen Luftdruckmessungen.

Mit diesen Daten können kurzfristige Veränderungen und Regenvorhersagen optimiert werden. Vor allem in Gegenden, in denen wenige Messtationen stehen, sind diese zusätzlichen Daten Gold wert. Machine-Learning erhöht die Qualität der gesammelten Smartphone-Daten, ab 2019 sollen sie in die offiziellen Wettervorhersagen einfließen.

Bedeutung Siebenschläfertag

Aktueller Test: Bis zu 20 Euro im Monat: Erhöht Netflix bald die Preise?

Netflix wächst und wächst und wächst. Mittlerweile hat der Dienst weltweit mehr als 125 Millionen zahlende Mitglieder. Um die Abonnenten bei der Stange zu halten, veröffentlicht der Streaminganbieter im Wochentakt neue Filme und Serien. Allein in diesem Jahr will Netflix 1000 Eigenproduktionen bereitstellen, die sogenannten „Originals“. Das ist teuer: Der Konzern rechnet mit Ausgaben von acht Milliarden US-Dollar (6,9 Milliarden Euro).

Netflix plant neue Abo-Stufe

Um die Flut an Eigenproduktionen zu finanzieren, ist der Konzern nicht nur auf ein weiteres Abonnenten-Wachstum angewiesen. Er muss mit den bestehenden auch mehr verdienen. In der Vergangenheit hat Netflix bereits die Preise für seine Abonnements erhöht. Nun geht das Unternehmen testweise noch einen Schritt weiter: Neukunden wird neben den drei bestehenden Abo-Modellen – Basis, Standard und Premium – eine weitere Stufe namens „Ultra“ angeboten. Diese kostet zwischen 16,99 und 19,99 Euro pro Monat.Netflix-Preise

Premium-Abo wird schlechter

Ein Blick auf die Feature-Tabelle zeigt jedoch ein ernüchterndes Bild: „Ultra“ bietet nicht mehr Features als das bereits angebotene Premium. Stattdessen werden die drei anderen Stufen abgewertet.

Der stern bekam im aktuellen Testlauf insgesamt drei verschiedene Varianten angeboten: Zweimal kostet das Ultra-Abo 16,99 Euro, dafür erhält man sämtliche Features wie Ultra-HD und die Bildverbesserungstechnik HDR, die beste Ton-Qualität und das parallele Abspielen auf bis zu vier Geräten. Das Premium-Abonnement bietet jedoch entweder nur zwei gleichzeitige Wiedergaben oder es werden bislang enthaltene Features wie die beste Soundqualität entfernt (siehe Vergleichs-Fotostrecke).

In einem dritten Entwurf verlangt Netflix für das Ultra-Abo sogar 19,99 Euro, also sechs Euro mehr als bei der Premiumstufe. Das entspricht einem Preisanstieg von 43 Prozent. Allerdings erhält man nur dann die Technik HDR, welche das Bild deutlich verbessert.

Netflix sagt: Alles nur ein Test

Auf die neuen Abo-Modelle für Neukunden angesprochen teilt Netflix dem stern mit: „Hierbei handelt es sich um einen Test. Netflix testet kontinuierlich Neues und die Tests unterscheiden sich normalerweise in ihrer Zeitdauer. In diesem Fall testet Netflix leicht unterschiedliche Preishöhen und Features, um besser zu verstehen, wie Verbraucher den Wert von Netflix einschätzen.“ Das Unternehmen betont, dass nicht alle Nutzer diesen Test zu sehen bekommen und die neuen Preisstufen womöglich nie umgesetzt werden. Einige Funktionen werden getestet und anschließend verworfen, wenn sie bei den Kunden nicht gut ankamen.

Wer derzeit Neukunde werden möchte und ein Abonnement für 16,99 oder 19,99 Euro angeboten bekommt, zahlt am Ende übrigens trotzdem nur 13,99 Euro, versichert Netflix. Es wird lediglich getestet, ob die Nutzer theoretisch bereit wären, höhere Gebühren zu bezahlen.

Ähnlich ging Netflix bereits in der Vergangenheit vor. Anhand von ausgewählten Nutzern testete der Konzern etwa die Abschaffung der Sterne-Bewertung, die Autoplay-Vorschau oder die letzte Preiserhöhung im vergangenen Oktober. Damals wurde das Premium-Abo von 11,99 auf 13,99 Euro erhöht. Insofern darf man gespannt sein, ob Netflix in diesem Jahr noch einmal an der Preisschraube dreht.

Für Premium-Bestandskunden ändert sich ohnehin erst einmal nichts. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass sich bei einer etwaigen Einführung einer Ultra-Stufe über kurz oder lang die angebotenen Features verändern.

01: Juli-Highlights, die man sehen muss – spoton_article_700913