Verschwommene Grenzen: Netzagentur droht WhatsApp und Co mit strengerer Regulierung

Die Bundesnetzagentur will Dienste von Tech-Konzernen verstärkt der strengeren Regulierung von Telekommunikations-Angeboten unterwerfen.

«Wir sehen, dass die Grenzen zwischen traditionellen Telekommunikations-Diensten und Web-basierten Services wie Gmail und Whatsapp sehr verschwommen sind. Nutzer können oft überhaupt keinen Unterschied sehen», sagte Netzagentur-Chef Jochen Homann der «Financial Times».

Daher könne es nicht richtig sein, dass Anbieter klassischer Telekom-Angebote sich bestimmten Regulierungs-Anforderungen beugen müssten – und die Online-Dienst nicht.

Bei den Regeln geht es zum einen um Datenschutz-Anforderungen, aber auch um die Einrichtung von Überwachungsschnittstellen für Sicherheitsbehörden. Viele Online-Dienste wie WhatsApp, iMessage, Signal oder Wire setzen auf die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, bei der nur Absender und Adressat die Inhalte im Klartext sehen können. Für die Anbieter bleiben sie dann unlesbar und damit können sie die Nachrichten auch nicht auf behördliche Anfrage herausrücken. Bei der klassischen SMS hingegen sind Überwachungs-Schnittstellen Pflicht.

«Wir wollen europäischen Unternehmen ein faires Umfeld bieten», sagte Homann. Manager aus der Telekommunikationsbranche wie Deutsche-Telekom-Chef Timotheus Höttges fordern seit Jahren eine Gleichbehandlung von Kommunikationsdiensten auf nationaler wie europäischer Ebene. Sie ließen dabei allerdings oft offen, ob es eine Verschärfung der Regeln für Online-Services oder eine Lockerung für sie selbst geben sollte.

Die Bundesnetzagentur fordert schon seit Jahren von Google, seinen E-Mail-Dienst GMail als Telekommunikationsangebot zu registrieren. Der juristische Streit liegt derzeit beim Europäischen Gerichtshof. Homann habe deutlich gemacht, dass er den Streit mit Google als Testfall betrachte und auf einen Erfolg beim EuGH ein breiteres Durchgreifen folgen würde, schrieb die «Financial Times».

Hintergrund des Streits zwischen Telekommunikations-Konzernen und Internet-Anbietern ist, dass Webdienste mehr und mehr die traditionellen Kommunikationswege ersetzen. Bei den Netzbetreibern verschiebt sich die Nutzung daher von Sprache und eigenen Kurznachrichtenangeboten wie SMS hin zu Angeboten reiner Internetanbieter. Großes Thema in der Branche ist daher, wie gut die Telekom-Unternehmen den stark wachsenden mobilen Datenverbrauch in Geld ummünzen können. Die Deutsche Telekom befindet sich mittelbar und unmittelbar zu einem Drittel in Staatsbesitz.

Zweiter Weltkrieg: Iljuschin IL-2 "Sturmovik" – tödlicher als die deutschen Stuka

In einem Quiz wäre die historische Frage sicher 100 000 Euro wert: Welches motorisierte Fluggerät war in der Geschichte der Luftfahrt das meistgebaute Flugzeug? Die amerikanische DC-3 oder die deutsche Ju 52 („Tante Ju“), das englische Jagdflugzeug „Spitfire“ oder sein deutsches Pendant Me 109? Sie alle schrieben Luftfahrtgeschichte durch imponierend große Stückzahlen. Allein rund 11.000 DC-3 sind geflogen – und einige tun es noch heute. Doch alle diese fliegenden Legenden des 20. Jahrhunderts werden von einem Flugzeug übertroffen worden, das im Zweiten Weltkrieg entscheidende Bedeutung erlangte: dem einmotorigen sowjetische Schlachtflugzeug Il- 2. Die Maschine ist – bis heute – mit 36.163 hergestellten Exemplaren das meistgebaute Flugzeug der Welt.

1941 ging die IL-2 in Serie

Vor bald 64 Jahren, am 30. Dezember 1939, stürmte der erste Prototyp in den Himmel, entworfen von dem sowjetischen Flugzeugkonstrukteur Sergej Wladimirowitsch Iljuschin (1894-1972), der in seiner Jugend Segelflugzeuge, dann Kampfflugzeuge und später viele der bekanntesten Verkehrsflugzeuge der einstigen Sowjetunion entworfen hat. Den Steuerknüppel des Prototyps ZKB-55 führte beim Jungfernflug Wladimir K. Kokkinaki (1905-1985), der eine der großen Persönlichkeiten der sowjetischen Luftfahrt werden sollte. Nach vielen Höhen- und Langstrecken-Weltrekordflügen wurde Kokkinaki 1966 Präsident des Internationalen Luftsportverbandes (FAI). Er landete genauso im Guinness-Buch der Rekorde wie die ZKB-55, die schnell verbessert wurde und nach dem Erstflug der umgebauten Version ZKB-57 am 12. Oktober 1940 im Frühjahr 1941 als Il-2 in Serie ging.

Dieses gepanzerte Kampfflugzeug spielte eine entscheidende Rolle im Zweiten Weltkrieg. Kein anderes sowjetische Flugzeug wurde von den deutschen Soldaten so gefürchtet wie dieser Tiefdecker, der bei der Panzerschlacht im Kurskbogen 1943 verheerende Angriffe flog, ebenso wie bei der Schlacht um Stalingrad.

Harte Produktionsbedingungen

Es gehörte zu den vielen Irrtümern der Nazis und des deutschen Militärs, die sowjetische Flugzeugindustrie zu unterschätzen. Als die unter unsäglichen Strapazen und mit großen Opfern in den weiten Osten verlegten Werke wieder produzierten, stellten sie wesentlich mehr Flugzeuge als die Deutschen in ganz West- und Mitteleuropa her. Allein 1943 bauten die Sowjets rund 35.000 Militärflugzeuge, ein Viertel davon Il-2. In manchen Monaten des Kriegsjahres 1943 wurden monatlich 1000 Flugzeuge abgeliefert.

Verstärkung durch einen Bordschützen

Dabei mussten die Sowjets anfangs viel Lehrgeld zahlen. Erst als der wendige Tiefdecker einen zweiten Mann, einen Maschinengewehrschützen, bekam, war es mit der Wehrlosigkeit des Flugzeuges nach hinten vorbei. Als Il-2 m3 wurde das einmotorige Kampfflugzeug auch für die deutschen Jagdflugzeuge gefährlich, obwohl es nur 430 Kilometer pro Stunde erreichte.

So unzufrieden Stalins Militärs anfangs auch mit der späteren Il-2 waren, weil das Flugzeug viele Kinderkrankheiten hatte, so schnell bekamen Iljuschin und seine Mitarbeiter die technischen Probleme in den Griff. Am Ende wurde mit dem Bau von 36.163 Flugzeugen dieses Typs bis 1945 eine neue Rekordmarke aufgestellt, die vermutlich kaum mehr überboten werden kann.

Studie: Podcasts sind beliebt – Bezahlbereitschaft jedoch gering

Podcasts sind kein Nischenphänomen mehr. Laut einer repräsentativen Studie haben 51 Prozent der Menschen in Deutschland schon einmal einen Podcast gehört, 11 Prozent gaben an, solche Angebote zukünftig nutzen zu wollen.

Podcasts sind Audiodateien zum Beispiel von Beiträgen aus Radiosendungen, die sich unter anderem auf dem Smartphone anhören lassen. Nur 6 Prozent der Befragten sind bereit, für Podcasts Geld auszugeben, so die Studie von Statista im Auftrag der Initiative nextMedia.Hamburg.

Als Themen für Podcasts besonders gefragt sind Unterhaltung (54 Prozent), Wissenschaft und Weiterbildung (49 Prozent) sowie Politik und Wirtschaft (46 Prozent). Dass Podcasts zu den technologischen Trends zählen, die sich im Journalismus durchsetzen werden, glauben aber nur 27 Prozent.

Davon gehen dagegen 67 Prozent bei Livestreaming und 49 Prozent bei Virtual Reality/Augmented Reality (VR/AR) aus. Virtual-Reality-Beiträge lassen sich mit einer speziellen VR-Brille nutzen. Der Zuschauer hat dann den Eindruck, selbst Augenzeuge des Geschehens in der 360-Grad-Umgebung um ihn herum zu sein und kann per Kopfbewegung steuern, welchen Bildausschnitt er betrachtet. 45 Prozent der Befragten glauben, dass journalistische Angebote auf Messenger-Diensten künftig eine wichtige Rolle spielen. 37 Prozent nehmen dies für datenbasierten Journalismus an.

Aber auch bei keinem dieser Formate kann sich eine Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer vorstellen, Geld dafür auszugeben. Virtual Reality bekommt mit 25 Prozent noch vergleichsweise hohe Werte. Als Themen für VR-Angebote von Nachrichtenmedien besonders interessant sind Natur (67 Prozent), Sport (49 Prozent), Wissenschaft (47 Prozent) und Kultur (34 Prozent).

Smarthome: Ich habe ein smartes Schloss getestet – jetzt habe ich Angst vor Einbrechern

Ich habe mir nie Sorgen um Einbrecher gemacht. Klar, die Tür wurde trotzdem routiniert abgeschlossen, auch die Fenster sind stets geschlossen, wenn ich das Haus verlasse. Aber irgendwie habe ich nie ernsthaft darüber nachgedacht, dass jemand in meine Wohnung eindringen könnte. Trotz Brecheisenspuren am Türrahmen meiner alten WG, trotz der durchwühlten Schränke der ehemaligen Nachbarin, der sie das Fenster aufgehebelt hatten. Doch dann kam ein digitales Schloss in mein Leben. Und ich begann mich zu fragen: Ist meine Wohnung wirklich sicher?

Das Schloss selbst gab mir eigentlich keinen Grund dafür. Das Nuki getaufte Smartschloss wird einfach auf den herkömmlichen Zylinder samt Schlüssel aufgesetzt und dreht den dann per Motor, man ersetzt also nur das manuelle Aufschließen durch einen Befehl über ein gekoppeltes Smartphone, die Smartwatch oder Alexa. Die Funk-Verbindung taugt auch nicht als Angriffsfläche für Einbrecher. Im Gegenteil: Sie ist bei Nuki besonders sicher, lobten die Experten von AV-Test gerade erst. Doch das mulmige Gefühl blieb.Amazon Kommentar Türschloss_17Uhr

Aus Begeisterung wird Sorge

Der Grund dafür ist eine Eigenheit unserer Wohnungstür, die mir vorher nie aufgefallen war: Öffnet man den Schnappriegel, springt die Tür einen Spalt auf. Wenn man selbst den Schlüssel dreht, ist das kein Problem – schließlich will man die Tür dann ja auch öffnen. Wenn aber das smarte Schloss mit seinem brummenden Motor den Zylinder öffnet, während ich noch die Treppe hinaufsteige, ist es schon etwas unheimlich, bei der bereits offen stehenden Tür anzukommen. Obwohl ich das Aufschließen ja selbst per Smartphone veranlasst habe.

Am Anfang überwog noch die Begeisterung. Natürlich ist es schon enorm praktisch, nicht erst den Schlüssel hervorkramen zu müssen, sondern per Smartphone oder gar der Apple Watch schon auf dem Weg im Treppenhaus aufschließen zu können. Auch die Kinder waren begeistert. „Mach die Tür auf, Papa“, hieß es immer schon auf dem Weg nach oben mit leuchtenden Augen. Dann freuten sie sich am schnell vertrauten Brummen beim Öffnen. 

Den Nuki Fob, eine Art Schloss-Fernbedienung für den Schlüsselbund, hatten sie noch nicht bekommen. Für einen eigenen Schlüssel sind beide noch zu klein. Über einen Sprachbefehl an Alexa oder Google Home hätten sie theoretisch die Tür selbst öffnen können, die Verbindung hatte ich aber nie eingerichtet – mit gutem Grund: Der Sprachbefehl „Alexa, sag Nuki dass es aufschließen soll“ ist zwar per Pin gesichert, den Code laut durch das Treppenhaus rufen zu müssen, macht die Funktion in einem Mehrfamilienhaus aber ziemlich unsicher. Immerhin taugt er dafür, die Tür zu öffnen, wenn man gerade noch mit etwas in der Küche beschäftigt ist.SmarterLife-Sicherheitskameras

Begrenzter Nutzen im Mehrfamilienhaus

Allgemein fiel schnell auf, dass ein smartes Schloss in Mehrparteienhäusern deutlich weniger Nutzen hat, als erhofft. Weil ich für die Haus- oder die Kellertür dann doch einen klassischen Schlüssel brauche, musste der Schlüsselbund trotz digitaler Türverriegelung immer mit. In einem Einfamilienhaus mit nur einer Haustür ist das anders. Die Vorstellung, beim Joggen nur die Smartwatch mitnehmen zu müssen, ist tatsächlich ziemlich reizvoll.

Auch die Möglichkeit, die Tür schon beim reinen Annähern an das Haus zu öffnen, ergibt bei einem freistehenden Wohnhaus mehr Sinn. Die Umsetzung erfolgt per GPS. Sobald man einen bestimmten Bereich betritt, sucht die Nuki-App per Bluetooth nach dem Schloss und öffnet es bei einer stabilen Verbindung. In einem offenen Treppenhaus ist die Vorstellung, dass sich meine Wohnung öffnet, wenn ich nur schnell etwas vom Auto ins Treppenhaus bringen will, eher unangenehm. Eine vorhandene Sicherheitsmaßnahme nutzte mir leider nichts: Eigentlich verriegelt sich die Tür nach einigen Sekunden wieder selbst. Weil unsere Wohnungstür dabei aber offen stünde, würde der automatisch vorgeschobene Riegel nur verhindern, dass aufmerksame Nachbarn die Tür wieder zuziehen.Braucht wirklich selbst der To… Internet der Dinge auf der CES (2164318)

Muss das Schloss ins Internet?

Auch eine weitere, eigentlich praktische Funktion wird durch die Macke unserer Wohnungstür  zum Sorgen-Faktor. Kauft man sich eine sogenannte Bridge dazu, kann man Nuki mit dem Internet verbinden. So lässt man etwa den vor der Tür stehenden Paketboten oder den Besuch auch dann in die Wohnung, wenn man selbst gerade noch im Büro ist. Im Test machte mich das Feature wahnsinnig. Was, wenn ich versehentlich die Türöffnung auslöse – und die Tür den halben Tag lang offen steht? Das Feature war nach kürzester Zeit wieder abgeschaltet, Zugang für Freunde kann man auch temporär per Link auf das Smartphone vergeben. Eine bessere Variante.

Doch obwohl mein Schloss nicht mehr über das Netz erreichbar war: Die Angst blieb. So sehr ich mir auch rational zu erklären versuchte, dass die Technologie als sicher bewertet wird, im Hinterkopf nagte diese Frage: Was, wenn es zu einer dieser klassischen technischen Fehlfunktionen kommt? Computer, Smartphone und Co. haben schließlich immer mal wieder diese kleinen Macken-Phasen, in denen sie genau das nicht tun, was sie sollen. Was also, wenn das Schloss einfach mal so tagsüber die Tür aufschließt? So groß mein Vertrauen in die Technik auch ist, die Sorge plagte weiter. Ich musste es mir eingestehen: Das smarte Schloss, das mir eigentlich Sicherheit verschaffen sollte, machte mich unsicher. Beim Zugang zu meiner Wohnung ist bei mir wohl die Grenze meines digitalen Vertrauens.Smart Schloss 1900

Die Angst bleibt

Als ich das Schloss abmontierte, freute sich auch meine Frau. Die beäugte das Experiment Smartschloss von Anfang an eher skeptisch. Und hatte ihr ganz eigenes Problem mit ihm: Beim Betreten der Wohnung landet der Schlüssel immer in der Rückseite des Schlosses. Die war aber plötzlich von Nuki besetzt – und sie musste in der Folge ständig den Schlüssel suchen. Am Ende konnte ein kleiner Haken an der Tür zumindest diese Beschwerde unkompliziert beheben. Wenn es doch nur eine so einfache Lösung für meine Paranoia gäbe. Die Angst vor Einbrechern ist leider geblieben.

Nuki ist bereits im Handel erhältlich und kostet ab 200 Euro.SmarterLife Staubsaugroboter

Amazon Echo: Dating-Hilfe von Alexa? Das fragen die Leute Amazon Echo wirklich

„Alexa … “ – so tönt es durch immer mehr Haushalte auf der ganzen Welt. Sprachlautsprecher wie der Amazon Echo oder der Konkurrent Google Home verbreiten sich immer weiter. Doch was wollen die Menschen wirklich von ihnen? Eine Studie will das nun herausgefunden haben. 

Gemeinsam mit dem Umfrageunternehmen OnePoll befragte die Seite „Code Computerlove“ 1000 Briten, die einen Sprachlautsprecher besitzen nach ihrem Umgang mit den Geräten. Der tägliche Einsatz ist recht banal: Dass zwei Drittel der Nutzer über ihren Sprachlautsprecher Musik hören, überrascht wenig. Nachrichten und Wetter wollen immer noch die Hälfte wissen. Überraschend konkret ist der drittbeliebteste Einsatzzweck: Jeder fünfte fragt Alexa und Google, wie lange man ein Ei kochen muss. Weitere relevante Nutzungsszenarien sind Reise-Updates (16 Prozent), Hörbücher und Podcasts (8 Prozent) und Einkäufe (7 Prozent. So weit, so langweilig.

Was wünschen sich die Nutzer wirklich?

Homepod, 21.45Spannender ist da die Frage, welche Features man sich wirklich von den Assistenten wünscht. Immerhin 21 Prozent scheinen die albernen Witze von Alexa und Co. zu mögen – und wünschen sich Hilfe dabei, den perfekten Witz erzählen zu können. Noch skurriler: Jeder Fünfte will durch Alexa attraktiver und lustiger werden – wie auch immer das gehen soll. 10 Prozent der Leute wünschen sich gar, dass die Assistenten beim Dating helfen. Vielleicht könnte Alexa also bald Tinder ersetzen.

Wie ernst diese kruden Antworten gemeint sind, ist aus der Studie nicht zu erkennen. Realistisch erscheint, dass gut 33 Prozent der Befragten gerne eine neue Sprache über die Geräte lernen würden. Auch der von 12 Prozent geäußerte Wunsch, die Kinder zu beschäftigen und abzulenken, dürfte ebenfalls ernst zu nehmen sein.

Wann verschwört sich Alexa gegen uns?

Alexa und Google: Wer lauscht?_15.00Interessant sind auch einige Befragungsergebnisse zur tatsächlichen Nutzung. 25 Prozent sprechen etwa jeden Tag mit Alexa oder Google – während 30 Prozent regelmäßig vergessen, dass sie eines der Geräte besitzen. Das ist besonders irritierend, weil ganze 80 Prozent der Besitzer eines Sprachlautsprechers überzeugt sind, dass die Hersteller sie heimlich belauschen. 40 Prozent haben aber eine ganz andere Sorge: Sie befürchten, dass die Assistenten sich irgendwann untereinander unterhalten – und dann ihre eigene Sprache entwickeln.Zukunft_in_100_Sek-Assistenten .6.25

Studie: Hass im Netz breitet sich weiter aus

Hetze und Hass breiten sich nach einer Studie im Internet weiter aus. 78 Prozent der Internetnutzer gaben bei einer aktuellen Befragung an, bereits mit Hasskommentaren konfrontiert worden zu sein.

Das waren elf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr (2017: 67 Prozent). Die neue Forsa-Studie ist im Auftrag der Landesmedienanstalt NRW entstanden, sie wurde am Donnerstag von der Medienanstalt vorgestellt.

Das Ergebnis ist stark altersabhängig: Von den 14– bis 24-Jährigen haben sogar bereits 96 Prozent Hasskommentare wahrgenommen. 39 Prozent der Befragten haben den Eindruck, dass die Hasskommentare im Internet die sachlichen Beiträge überwiegen. Gleichzeitig stieg die Zahl derjenigen, die aktiv gegen Hasskommentare vorgehen.

Unverändert stabil blieb die Zahl der «kleinen, lauten Minderheit», die die Hasskommentare verfassen: Ein Prozent der Befragten räumt dies selbst ein.

«Die Ergebnisse zeigen, dass wir viel Hetze, aber wenige Hetzer im Netz haben. Dies zeigt uns aber auch, dass es eine Chance gibt, den zunehmenden Hass im Internet in den Griff zu bekommen», so Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW.

Für die Studie wurden 1008 private Internetnutzer im Alter ab 14 Jahren zwischen dem 1. bis 8. Juni 2018 befragt.

Upload-Filter: Google und Facebook sollten Fotos und Videos filtern – jetzt bremst das EU-Parlament

Das Europaparlament hat Plänen zur Reform des EU-Urheberrechts mit den umstrittenen Upload-Filtern vorerst eine Absage erteilt. Die Abgeordneten stimmten am Donnerstag in Straßburg dagegen, dass die Verhandlungen über die aktuelle Gesetzesfassung in die nächste Runde mit den Mitgliedstaaten gehen. Stattdessen wird sich voraussichtlich im September noch einmal das Parlament mit dem Entwurf befassen und Änderungen beschließen. Die Abgeordneten könnten ihn dann auch verwerfen. Am Donnerstag stimmten 318 Abgeordnete gegen den Entwurf und 278 dafür.Wie die EU und Trump das Internet zerstören_11.15Uhr

Entscheidung vertagt

Zu den Reformvorschlägen gehört, dass Online-Plattformen wie YouTube künftig schon während des Hochladens der Inhalte prüfen müssen, ob diese urheberrechtlich geschützt sind. Technisch möglich wäre das mit Upload-Filtern, einer speziellen Software. Außerdem geht es um die Einführung eines Leistungsschutzrechts (LSR) in der EU. Danach sollen Plattformen wie Google künftig nicht mehr ohne Weiteres Überschriften oder Ausschnitte von Pressetexten anzeigen dürfen. Sie bräuchten eine Erlaubnis und müssten gegebenenfalls dafür zahlen. Kritiker sehen in den Plänen eine Gefahr für das freie Internet.