Nach Aus der 3D-Fernseher: Ende der Curved-TVs: Keiner hat mehr Bock auf krumme Dinger

Es war ein großes Spektakel, aber nur von kurzer Dauer: Als im Dezember 2009 „Avatar“ in die Kinos kam, waren viele Besucher von der neuen 3D-Technik begeistert. Und Hollywood witterte das große Geld: Dutzende Filme wurden notdürftig und schnell als 3D-Version konvertiert, bei den meisten hätte man es im Rückblick besser sein lassen.

Dementsprechend schnell hatten sich die Menschen sattgesehen an Pistolen, die aus der Leinwand ballerten. Und wenn man schon im Kino keinen Bock mehr auf 3D hat, dann will man es zuhause erst recht nicht haben. Trotz aller Bemühungen seitens der Industrie und millionenschwerer Werbekampagnen setzte sich 3D abseits der Leinwand nicht durch.

Kein Bock auf Curved-TVs

Nun droht der nächsten Fernseher-Technik das Aus: den Curved-TVs. Vor allem Marktführer Samsung setzte exzessiv auf die Fernseher mit kurvigem Bildschirm. Das Versprechen: Die Fernseher sehen nicht nur cool aus, durch die Bildschirmkrümmung werde das Seherlebnis verbessert und der Zuschauer förmlich in das Bild „hineingesogen“.

Samsung Fakten_11UhrDoch unabhängige Tester der Stiftung Warentest zeigten: Curved-Fernseher sind mehr Schein als Sein. Der Effekt ist kaum messbar und tritt wenn überhaupt erst bei XXL-Fernsehern jenseits von 65 Zoll bei gleichzeitigem niedrigen Sitzabstand auf – das dürfte sich nur in den wenigsten Wohnzimmern realisieren lassen.

Auch große Gruppen greifen besser zum Flachfernseher, denn bei Curved-TVs sieht nur der Zuschauer in der Mitte ein perfektes Bild. Da ist das Gerangel um die besten Plätze vorprogrammiert. Alles in allem ziemlich viele Mankos für kaum Mehrwert, und das auch noch bei höheren Preisen.

Samsungs geordneter Rückzug

Auf der Technikmesse CES in Las Vegas, traditionell das Schaulaufen der Branche, spielten die krummen Fernseher dementsprechend kaum noch eine Rolle. Selbst Samsung, bislang größter Verfechter der Technik, wagt mit einem Bein den Ausstieg. Das neue Spitzenmodell, den Samsung Q9, gibt es erstmals seit Jahren nicht mehr als Curved-Variante. Und auch die neuen Flaggschiffe von Sony, LG und Panasonic sind flach. Statt auf ungewöhnliche Bauformen setzen die Hersteller auf neue Bildtechniken, mehr Farben und schlankere Rahmen.

Steht die Kurve also endgültig vor dem Aus? Im Wohnzimmer sehr wahrscheinlich, doch generell verschwinden werden Curved-Bildschirme nicht. Vor allem im Bereich der Gaming-Monitore konnten sie eine lukrative Nische besetzen. Kein Wunder: Vor einem PC sitzt nicht der halbe Fußballverein, sondern meist nur ein Spieler – und das auch noch viel näher als vor einem Fernseher. So funktioniert die höhere Immersion, die einem die Hersteller jahrelang versprachen. Man muss es nur eine Nummer kleiner machen.CES TV_17.45

Gratis-Lieferungen: Amazon Prime wird ab 1. Februar deutlich teurer

Für Amazon ist das Prime-Programm eines der wichtigsten Elemente zur Kundenbindung. In wenigen Tagen dreht der Konzern kräftig an der Preisschraube: Ab 1. Februar kostet eine Prime-Jahresmitgliedschaft 69 statt bislang 49 Euro. Die Erhöhung gilt zunächst für Neukunden, wer eine vorhandene Mitgliedschaft verlängert, muss erst ab dem 1. Juli 2017 den neuen Preis bezahlen. Billiger als im Heimatmarkt USA ist es immer noch, dort kostet ein Jahres-Abonnement 99 Dollar. Wer kein Jahresabonnement abschließen will, kann auch ein Monats-Abo zum Preis von 8,99 Euro wählen. 

American Apparel Amazon_13.50Wenn Sie seit Längerem mit dem Gedanken spielen, ein Prime-Abo abzuschließen, sollten Sie am besten bis zum 1. Februar zuschlagen. Dann zahlen Sie für das erste Mitgliedsjahr nur den reduzierten Betrag in Höhe von 49 Euro.

Angekündigt wurde die Erhöhung bereits im November vergangenen Jahres. Damals sorgte die Meldung in sozialen Netzwerken für viel Unmut, doch nur die wenigsten Kunden dürften ihre Drohungen wahrgemacht und ihr Abonnement gekündigt haben. Denn für den Großteil ist das Paket insgesamt sehr attraktiv.

Amazon lockt mit Exklusivtiteln bei Prime Video

In dem Abonnement erhält man kostenlose Lieferungen auch bei Bestellungen unter 29 Euro, schnelleren Versand, Zugriff auf die Kindle-Leihbibliothek, einen Musikstreamingdienst und den Netflix-Konkurrenten Prime Instant Video, der mit vielen Exklusivtiteln und Eigenproduktionen („Mr. Robot“, „The Grand Tour“) punktet. Die Serie „Goliath“ konnte vor einigen Wochen sogar den begehrten Golden Globe für den besten Hauptdarsteller (Billy Bob Thornton) einheimsen.

Die Stiftung Warentest bescheinigte dem Film- und Serienangebot von Amazon Prime Instant Video „ein insgesamt gutes Repertoire“. Wie viele Kunden hierzulande Mitglied im Prime-Programm sind, ist nicht bekannt. Dem Datenportal Statista zufolge sind das in Deutschland bereits 17 von insgesamt 44 Millionen Amazon-Kunden, also gut 40 Prozent.

Faktenstück Amazon 10.40

Rückrufaktion: Erneut gefährliche Akkus bei HP entdeckt

Auch HP hat mit Akkuproblemen zu kämpfen: Über 100.000 Batterien seiner Notebooks muss das Unternehmen wegen Feuergefahr zurückrufen. Die zwischen März 2013 und Oktober 2016 verkauften Rechner der Marken Comaq und Compaq Presario, HP ProBook, Envy und Pavilion sind betroffen, teilte der Computerhersteller mit. Die Akkus, die auch seperat im Handel erhältlich waren, könnten überhitzen und stellten eine Verletzungsgefahr durch Feuer und Verbrennungen dar.

HP hatte erst vor rund sieben Monaten eine Rückrufaktion von gut 41.000 Notebook-Batterien eingeläutet. Damals waren auch Geräte von Sony betroffen. Selbst wer ohne negativen Befund 2016 seine Akkus hat prüfen lassen, solle dies jetzt erneut tun, forderte HP seine Kunden auf. Der Einsatz der Akkus solle unverzüglich eingestellt werden. HP werde in entsprechenden Fällen für Ersatz sorgen.

Nicht nur HP hat Akku-Probleme

Laptop_13.15Nach Auskunft der amerikanischen Verbraucherschutzorganisation CPSC handelt es sich bei den aktuell gefundenen schadhaften Batterien um Akkus mit Bauteilen von Panasonic. Lithium-Ionen-Akkus haben in der Vergangenheit wegen Feuergefahr immer wieder zu teils großangelegten Rückrufaktionen geführt.

Erst zu Beginn dieser Woche veröffentlichte Samsung seinen Analysebericht – der Konzern hatte im Herbst wegen schadhafter Batterien sein neues Smartphone-Flaggschiff Galaxy Note 7 komplett vom Markt nehmen müssen.Samsung zieht Lehren aus Smartphone-Debakel

Saugroboter im Test: Warentest – Saugroboter sind fleißig, aber mit Muskelkraft wird es sauberer

Die Stiftung Warentest hat sich Saugroboter angesehen – zum zweiten Mal. Sechs Geräte haben am Test teilgenommen. Ein Teil des Berichts besteht aus einem persönlichen Erlebnis-Test einer Redakteurin, der eigentliche Test fand streng wissenschaftlich in einem genormten Testraum statt. Prüferin Cecilia Meusel war in ihrer Wohnung durchaus angetan von den Helferlein. Zu Beginn gab es die üblichen Startschwierigkeiten, etwa als ein Roboter sich in einem filigranen Kopfhörer-Kabel verfing. Die Testerin, die ihre Wohnung als sauber einschätzte, war schockiert, wie viel  Dreck ein Gerät wie der Roomba 980 in ihrer Wohnung entdeckte.Sauger

Kunststück: Die kleinen Geräte arbeiten auch schwer zugängliche Zonen etwa unter Betten und Sofas ab. Weniger erfreut war die Testerin vom permanenten Arbeitsgeräusch  – das ist allerdings wohl ein Problem von Testern, die beobachten wollen, wie der Sauger vorgeht. Im Alltag läuft der Robbi nur, wenn niemand im Raum ist.

Saugleistung überzeugte Stiftung Warentest nicht

Der positive persönliche Eindruck wurde im Testlabor relativiert. Dort musste man feststellen, dass die Geräte einen Teil der Flächen auslassen oder vernachlässigen. Gegen die Roboter spricht ohnehin der gesalzene Preis. Der Testsieger Vorwerk Kobold VR200 kostet laut Warentest 725 Euro, der iRobot Roomba 980 sogar fast 1000 Euro – einen guten Bodenstaubsauger gäbe es dagegen schon ab 160 Euro.

Und mit dem kommen die kleinen Helfer nicht mit: Während der billige manuelle Staubsauger auf Hartboden 95 Prozent Schmutz entfernt, kommt das Gerät von Vorwerk auf 92 Prozent, der Roomba 980 nur auf 77 Prozent. Bei Teppichböden schaffte der manuelle Sauger 78 Prozent, der Vorwerk erreicht 47 Prozent und Roomba 980 immerhin 77. Beim Vorwerk VR200 reicht das für die Note „Gut“, der Roomba 980 schafft als Zweitplatzierter nur ein „Befriedigend“. Auch Testerin Meusel hat das Programm nicht wirklich überzeugt, nach Ende des Tests gehen die Geräte zurück und es sollen auch keine Roboter angeschafft werden

Es geht auch anders

Auch wir haben schon mehrfach Saugroboter getestet und kamen zu ganz anderen Erkenntnissen als die Warentester. Der Favorit von Vorwerk kommt mit dem Normraum von Warentest offenbar perfekt zurecht, sonst wäre er nicht Testsieger. Bei uns stieß das Gerät allerdings auf dunkle Böden und anthrazitfarbene Möbel – beides setzte ihn schachmatt. Ein ähnlicher Effekt stellte sich beim großen Roomba 980 ein. Obwohl er sonst vorzüglich saugte, kapitulierte er vor sehr dunklen Böden – seine Sensoren identifizierten diese Flächen als Abgrund, den es zu meiden galt. Andere Modelle können nicht navigieren, wenn ihre Sensoren auf große spiegelnde Flächen stoßen. Kurzum: In jeder Wohnung können Probleme lauern, an die man vor dem Kauf nicht gedacht hat. Unser Rat lautet daher: Nur dort ein Gerät kaufen, wo man es problemlos umtauschen  kann.

Der Roboter lässt sich Zeit

Auch der Vergleich der Saugleistung von manuellem Gerät und Saugroboter entspringt einem Prüfer-Universum. Niemand bezweifelt, dass ein guter Sauger eventuell mit einer zusätzlichen Rotationsbürste ausgerüstet in einer Stunde Hausarbeit mehr Schmutz einfängt als ein kleiner Akku-Sauger. In der Praxis macht der Roboter dieses Manko durch nackten Fleiß weg. Bei uns zu Hause arbeitet ein Gerät von Neato, es läuft jeden Tag etwa 90 Minuten – manchmal auch mehr. Zehn Stunden Saugbetrieb in der Woche gleichen die geringere Leistung mehr als aus.

Den vollständigen Test finden Sie gegen Gebühr unter 

https://www.test.de/saugroboter 

Master Saugroboter 15.30