Airbus A340 "Konrad Adenauer": Monatelange Reparatur – Merkels Pannen-Jet muss am Boden bleiben

Einer der Kanzler-Jets der Flugbereitschaft fällt wegen einer Inspektion zu Beginn der deutschen G20-Präsidentschaft monatelang aus. Wie das Wirtschaftsmagazin Capital unter Berufung auf das Bundesverteidigungsministerium berichtet, steht der Airbus A340 „Konrad Adenauer“ bis Ende März 2017 nicht für Reisen der Bundeskanzlerin und ihrer Minister zur Verfügung. Bei der Maschine seien ein Sicherheitstest sowie eine Überprüfung und gegebenenfalls Reparatur der Elektronik und Hydraulik erforderlich, sagte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage. Zusätzlich werde „die Kabinenausstattung bedarfsorientiert überholt“.

Schäden an der Maschine lägen „bisher nicht vor“, sagte der Sprecher weiter. Für die seit Mitte November laufenden Instandsetzungsarbeiten bei der Industrie sind nach Ministeriumsangaben rund 8 Mio. Euro eingeplant. Bei dem sogenannten Intermediate-Layover-Check erfolgt unter anderem eine tiefgehende Kontrolle aller Bauteile von Struktur, Rumpf und Flügeln sowie aller Geräte. Kurzbio Thomas Steinmann

Die von der Luftwaffe betriebene Regierungsflotte, die aus den beiden Airbus A340 „Konrad Adenauer“ und „Theodor Heuss“, zwei Airbus A319CJ sowie vier kleineren Bombardier Global 5000 besteht, hat sich immer wieder als pannenanfällig erwiesen – vor allem die „Konrad Adenauer“ mit der Kennung 16+01, das deutsche Pendant zur Air Force One des US-Präsidenten. In diesem Frühjahr strandete Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit der Maschine in China. Im Oktober 2015 musste Kanzlerin Angela Merkel wegen einer Panne an dem Jet für eine Indienreise kurzfristig auf einen Truppentransporter umsteigen. 

Der Regierungs-Airbus war 1999 von der Lufthansa in Dienst gestellt worden. Später wurde das Flugzeug von der Luftwaffe übernommen und mit einer VIP-Kabinenausstattung mit Schlafbereich, Konferenzraum und Raketenabwehrsystem ausgerüstet. Seit März 2011 nutzen die Kanzlerin und ihre Delegationen den Jet mit Platz für rund 140 Passagiere insbesondere auf Langstrecken.

 

coverWegen Kapazitätsengpässen bei der „weißen Flotte“ für die Regierung prüft die Bundeswehr derzeit, ob sie für das erste Halbjahr 2017 Charterkapazitäten bei zivilen Fluggesellschaften anmietet. Während der deutschen G20-Präsidentschaft rechnet das Verteidigungsressort laut Unterlagen für den Bundestag, die Capital vorliegen, mit einer „erhöhten Reisetätigkeit“ von Regierungsmitgliedern – insbesondere zur Abstimmung mit internationalen Partnern vor dem G20-Gipfel Anfang Juli in Hamburg. Ein „Vorhaltechartervertrag“ mit zivilen Anbietern diene als „kurzfristige, temporäre Kompensation“ der absehbaren Engpässe, heißt es in den Unterlagen. Die Kosten dafür werden mit 14 Mio. Euro angegeben. Bislang seien noch keine abschließenden Entscheidungen getroffen worden, sagte der Ministeriumssprecher. Nach Capital-Informationen wird derzeit der Markt nach Anbietern und Angeboten sondiert.

Kauf von zusätzlichem Flieger steht bevor

Um die Regierungsflotte dauerhaft zu entlasten, will das Verteidigungsministerium zusätzlich zu den derzeit acht Jets einen Airbus A321 für die Flugbereitschaft kaufen. Der Vertrag für die Beschaffung der Maschine solle „spätestens zu Beginn des Jahres 2017“ abgeschlossen werden, sagte der Sprecher.

 

Die neue Capital erscheint am 15. Dezember. Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es bei iTunes, GooglePlay und Amazon.Weiße Flugzeuge wochit

Wendelstein 7-X: Deutscher Fusionsreaktor auf dem Weg zu unendlicher, sauberer Energie

Atomkraftwerke werden abgeschaltet? Nicht ganz, die ersten Fusionsreaktoren laufen allmählich warm. Der deutsche Fusionsreaktor Wendelstein 7-X hat ein Jahr Testlauf in Mecklenburg Vorpommern hinter sich. Die Wissenschaftler des Max Plancks Instituts meldeten vor kurzem, dass der Reaktor mit einer extrem geringen Fehlerquote arbeitet.

Künstliche Sonne

Fehler dürfen auch nicht passieren, denn Wendelstein 7-X soll die Glut der Sonne entfesseln – es handelt sich hier um eine heiße Fusion von Atomkernen. Das hat nichts mit der sagenhaften kalten Fusion zu tun, von der fälschlich behauptet wurde, dass sie auch in einem Reagenzglas herzustellen sei. Die heiße Fusion ist auf jeden Fall möglich. Seit ewigen Zeiten läuft sie in der Sonne ab. Am 1. November 1952 gelang den Menschen die erste künstlich eingeleitete Fusion, als die Wasserstoffbombe Ivy Mike über einem Atoll im Pazifik gezündet wurde.

Kontrolle des Plasmas

Das Problem der zivilen Nutzung: Man darf der heißen Fusion nicht zu nahe kommen. Wendelstein 7-X will das heiße Plasma mit einem extrem starken, kompliziert verdrehten, dreidimensionalen Magnetfeld bändigen. Im Fachblatt „Nature Communications“ heißt es über den Reaktor: „Unseres Wissens nach ist eine bisher nicht erreichte Genauigkeit erreicht worden, sowohl was den Bau des Fusionsreaktor betrifft, als auch, was die Messwerte des Magnetfeldes angeht.“ 

Wendelstein Fusion 18.09Das hört sich für den Laien nichtssagend an, ist aber ein entscheidender Durchbruch. Die heiße Fusion kann erst gewagt werden, wenn es gelingt, das 100 Millionen Grad heiße Plasma am vorgesehenen Ort zu halten. „Das ist ein bedeutender Fortschritt in der Forschung, denn es zeigt, dass eine komplizierte magnetische Form in der notwendigen Genauigkeit erzeugt und überwacht werden kann“, heißt es in dem Report. Die Messwerte wurde bereits vor Beginn des regulären Betriebes gewonnen, aber erst jetzt veröffentlicht.

Revolutionärer Aufbau des Magnetfeldes

Kleinste Abweichungen würden zu einer Katastrophe führen, etwa wenn das Plasma die Installation berühren würde. Dann käme es zwar nicht unbedingt zu einer gigantischen Explosion wie bei einer Wasserstoffbombe, aber die Anlage wäre sofort zerstört. Andere Reaktoren setzen auf zweidimensionale Magnetfelder, die elektronisch angesteuert werden müssen, um das jeweils richtige Feld zu erzeugen. Wendelstein 7-X setzt kompliziert aufgebaute dreidimensionale Felder ein, die nicht variabel gesteuert werden müssen. So erreicht er seine hohe Verlässlichkeit.

Unendliche Energie ohne Klimaeffekt

Atomenergie Fusion Froschung 16.15Die Fantasie der Fusionstechnologie liegt darin, dass sie praktisch unbegrenzt saubere Energie liefern könnte. Die notwendigen Rohstoffe sind unerschöpflich. Allerdings sind die technologischen Hürden extrem hoch. Auch Wendelstein 7-X wird niemals Strom produzieren. Bisher wird das Plasma allein durch Mikrowellenstrahlung aufgeheizt, erst nach 2020 will man die Kernfusion wagen. Im 400 Millionen teuren Reaktor wird jedoch nie Energie gewonnen, er wird stets mehr Energie für den Betrieb aufnehmen, als freisetzen. Die ganze Anlage ist nichts weiter als ein gigantischer Versuchsaufbau. Funktioniert Wendelstein 7-X, könnte man auf Basis des Konzepts einen echten Stromreaktor entwickeln.

Auf der ganzen Welt wird an Fusionsreaktoren geforscht. Erst vor wenigen Wochen meldete China einen Durchbruch. Dort ist es gelungen, heißes Plasma länger als 100 Sekunden zu bändigen. Das wäre eine Rekordzeit. Versuchsleiter Professor Luo Guangnan sagte der “ South China Morning Post“ aber auch, der Versuch sei wie der „Ritt auf einem Wildpferd“ gewesen, weil das Plasma sehr schwer zu kontrollieren gewesen sei.

01-Schluss mit Akku-Stress20h

Jetzt bewerben: Geld mit dem Übersetzten von Emojis verdienen – wer will?

Die Mini-Grafiken zieren Handy-Nachrichten rund um den Globus – die Bedeutung der sogenannten Emojis ist oft aber missverständlich oder unklar. Ein Londoner Übersetzungsbüro hat deshalb am Dienstag eine völlig neuartige Stelle ausgeschrieben: Es sucht einen „Emoji-Dolmetscher“. Der neue Mitarbeiter soll monatliche Berichte über aktuelle Trends in der Emoji-Nutzung erstellen, kulturelle Unterschiede beim Verständnis der kleinen Kommunikationsgrafiken aufzeigen und geeignete Übersetzungen anbieten, teilte die Firma Today Translations mit.

Unterschiedliche Wertung

Ein grinsendes Gesicht, ein Regenschirm, ein Stück Kuchen: Mit den Emoji-Bildchen lässt sich in Chat-Programmen alles Mögliche darstellen. Forscher haben aber bereits herausgefunden, dass die Grafiken je nach kulturellem Hintergrund des Nutzers sehr unterschiedlich gewertet werden können.

Komplexer als das gesprochene Wort

„Wir haben noch sehr viel Arbeit vor uns, um die Emoji-Kultur rund um den Globus zu verstehen“, sagte die Geschäftsführerin von Today Translations, Jurga Zilinskiene.
Durex Scherz_19.40„Da es keine Muttersprachler gibt, sollte der erfolgreiche Job-Bewerber seine Leidenschaft für Emojis demonstrieren und zudem ein Bewusstsein für Missverständnisse und kulturelle Unterschiede zeigen.“ Einen praktischen Nutzen könnte ein Emoji-Dolmetscher etwa in Gerichtsverfahren haben, in denen die Deutung von Emoji-verzierten Chatverläufen eine juristische Rolle spiele, sagte Zilinskiene. Sie fügte hinzu, dass die Übersetzung von Emoji-Zeichen „noch komplexer als das gesprochene Wort“ sei.