Pixel-Smartphone ausprobiert: Google hat jetzt ein eigenes iPhone

Bislang waren die Rollen in der Android-Welt klar verteilt: Google entwickelt das Betriebssystem Android, andere Hersteller wie Samsung, LG und Sony bauen die dazu passenden Geräte. Die einzige Ausnahme waren die Nexus-Geräte, die sich allerdings nie im großen Stil durchsetzen. Das will Google nun ändern: Am Dienstag präsentierte Google seine ersten eigenen Smartphones, das Pixel und das Pixel XL. 

Sie markieren eine Trendwende, denn es sind die ersten Geräte, die von vorne bis hinten „Made by Google“ sind, erklärte der Konzern. Google bestimmt also alles, vom Design bis zur Ausstattung.  Vorher hatten andere im Auftrag entworfen und gefertigt, etwa LG oder Huawei. Die Geräte sind ein Aushängeschild für den Suchmaschinenriesen: Sie sollen nicht nur technisch State of the Art sein, sondern auch bei der Software zeigen, was derzeit möglich ist. Der stern hat die neuen Androiden bereits ausprobiert.

Ein iPhone mit Android-Betriebssystem

Die neuen Google-Smartphones erscheinen in zwei Größen: Das Pixel hat 5 Zoll, das Pixel 5,5 Zoll. Optisch erinnert die Vorderseite mit den abgerundeten Ecken und den breiten Display-Rahmen an Apples aktuelle iPhone-Generation, nur eben mit Android-Betriebssystem. Die zweigeteilte Rückseite, die etwa zu 40 Prozent aus Glas und zu 60 Prozent aus mattem Aluminium besteht, setzt dagegen Akzente. Ob einem das Design gefällt, ist sicher Geschmacksache – ungewöhnlich ist es auf jeden Fall. pixel3

Merkwürdig ist lediglich, dass das Smartphone immer noch Antennenstreifen besitzt, obwohl die halbe Rückseite aus Glas besteht. Und es ist nur ein Mono-Lautsprecher an Bord – eine nicht nachvollziehbare Entscheidung bei einem Gerät, das Virtual Reality salonfähig machen soll.

Die AMOLED-Bildschirme der beiden Pixel machen einen guten Eindruck und überzeugten mit tiefen Schwarztönen. Die technische Ausstattung der beiden Smartphone-Brüder ist weitgehend identisch. Angetrieben werden sie von vier Gigabyte RAM und einem Snapdragon 821, dem derzeit wohl potentesten Smartphone-Prozessor im Android-Universum.

Beide Geräte besitzen einen USB-C-Anschluss und je nach Modell 32 oder 128 Gigabyte Speicher. Ein Kopfhöreranschluss ist im Gegensatz zum iPhone 7 vorhanden, Kopfhörer liegen aber keine bei. Außerdem besitzen die Pixel-Phones eine Schnellladetechnik: Google verspricht 7 Stunden Laufzeit, wenn man es nur 15 Minuten an die Steckdose klemmt.pixel4

Google wirbt mit der besten Smartphone-Kamera

Ein Highlight sollen die Kameras sein: Die Frontkamera hat 8 Megapixel, die Rückkamera knipst mit 12,3 Megapixeln und unterstützt HDR+, wodurch ansehnliche Bilder auch bei schlechten Lichtbedingungen entstehen sollen. Laut Google besitzt das Pixel die „beste Smartphone-Kamera überhaupt“.Google Pixel etc_21Uhr Die Behauptung basiert im Wesentlichen auf einem Test des Software-Herstellers DxO. Dort erreichte das Pixel im Testparcours 89 von insgesamt 100 Punkten – mehr heimste bislang noch kein anderes Smartphone ein. 

Im Ersteindruck waren die Bilder gut, in der spärlich beleuchteten Hands-on-Area konnten wir die Kamera allerdings nicht wirklich ausreizen. Wie gut sie tatsächlich ist, muss ein ausführlicher Test zeigen. Eine Doppelkamera, wie sie etwa das iPhone 7 Plus oder das Huawei P9 bieten, ist nicht verbaut.

Fotos direkt in die Cloud

Doch nicht nur bei der Hardware gibt es Neuerungen, sondern auch bei der Software. Als Betriebssystem kommt die aktuelle Version Android 7.1 Nougat zum Einsatz. Die bietet zahlreiche neue Features, etwa den Splitscreen-Modus, mit dem zwei Apps parallel geöffnet werden können. Damit ist es möglich, in der oberen Hälfte ein Youtube-Video zu schauen, während man unten in Whatsapp schreibt.

Außerdem bekommt jeder Pixel-Nutzer unbegrenzten Speicherplatz für Fotos und Videos in Originalgröße im Cloud-Speicher von Google Fotos. Je nach Einstellung werden die eigenen Bilder ständig oder nur im heimischen Wlan als Backup auf den Google-Servern abgelegt. Wer das nicht will, kann die Funktion natürlich auch deaktivieren. Hobbyfotografen, die unter chronischem Speichermangel leiden, könnten an der Funktion „Intelligenter Speicher“ Gefallen finden – diese sortiert automatisch Fotos aus, die länger nicht angesehen wurden, und lädt diese in die Cloud.pixel2

Googles Assistant spricht Deutsch

Der neue Assistant, dem Google auf der Keynote viel Aufmerksamkeit widmete, steht zunächst exklusiv auf dem Pixel zur Verfügung. Die einzige Sprache, die zum Start neben Englisch unterstützt wird, ist Deutsch. Der Assistent soll den Alltag der Nutzer erleichtern: Er kann ein Taxi bestellen, Informationen auf Wikipedia nachschlagen, Musik abspielen oder Nachrichten schreiben. Je mehr Daten der Nutzer dem Assistant zur Verfügung stellt, desto besser funktioniere er, verspricht Google. Ein schmaler Grat zwischen Komfort und Privatsphäre.

Googles Messaging-App_8.30

Googles Pixel kommen mit saftigem Preis

Die Pixel-Smartphones kommen am 20. Oktober auf den Markt. Die kleinste Version des Pixel (5 Zoll) mit 32 GB Speicher kostet 759 Euro, das Modell mit 128 GB kostet 869 Euro. Das Pixel XL (5,5 Zoll) beginnt bei 899 Euro, die Version mit 128 GB Speicher kostet ganze 1009 Euro.

Ein stolzer Preis, mit dem Google in iPhone-Gefilde vordringt. Vom Nexus-Prinzip, das viel Leistung für wenig Geld versprach, hat sich Google offensichtlich endgültig verabschiedet. Ohne Frage sind die Pixel-Smartphones zumindest auf dem Papier sehr gute Smartphones. Allerdings bekommt man das Galaxy S7 bereits ab 499 Euro – und ob das Pixel den doppelten Preis wert ist, muss Google erst noch beweisen.iphone 7 Test NICHT ÄNDERN

Militärtechnik: Chinas Einstein-Radar soll unsichtbare US-Jets abschießen

So kurz kann der Weg von der Experimental-Physik in die Rüstungsindustrie sein. Chinas Staatsmedien behaupten, dass die chinesische Rüstungsindustrie das weltweit erste Quanten-Radar entwickelt hat. Eine unabhängige Überprüfung gibt es bei so einem Rüstungsprojekt erwartungsgemäß nicht. Was ist das Besondere an einem Quanten-Radar? Physikalisch gesehen ist so ein Radar eigentlich überhaupt kein Radar, denn es sendet keine Radarwellen aus. Stattdessen wird ein Strom an Elementarteilchen emittiert.B3 Bomber 15.30

Effekt der Quantenverschränkung

Das ist schon ein großer Unterschied. Aber ganz anders, und ziemlich abgefahren, ist das Prinzip, mit dem dieses Radar Objekte entdeckt. Das klassische Radar sendet seine Wellen auf bestimmten Frequenzen aus, treffen die auf ein Hindernis, werden sie reflektiert und zurückgeworfen. Das Radargerät misst die Reflexionen der eigenen Wellen. Gewissermaßen wie ein Echo – nur in Licht- und nicht in Schallgeschwindigkeit. Das Prinzip ist leicht zu verstehen. 

Das Quanten-Radar arbeitet ganz anders. Es basiert auf der Theorie der verbundenen Elementarteilchen – bekannt als Quantenverschränkung. In Kurzfassung lautet die so: Zwei verbundene Teilchen haben eine Beziehung, sodass man an einem Teilchen die Zustände des zweiten Teilchens ablesen kann, auch wenn sie räumlich weit getrennt sind. Der Raum spielt keine Rolle, daher stammt auch Einsteins Formulierung der „spukhaften Fernwirkung“. Das ist der Stoff, aus dem bisher nur Science-Fiction-Geschichten geschrieben wurden. 

Im Quantum-Radar werden Photone in je zwei verbundene Teilchen aufgespalten, jeweils ein Teilchen wird in die Welt hinausgeschossen, der Zwilling bleibt in dem Gerät. An ihm können nun die Zustände des frei gelassenen Zwillings abgemessen werden. Trifft der freie Zwilling auf ein Objekt, bemerkt das „gefangene“ Teilchen die Begegnung.Northrop 19.05

Bisher keine brauchbaren Ergebnisse

Denkbar ist dieses Radar seit Langem, auch westliche Rüstungsfirmen haben daran gearbeitet. Bezweifelt wurde aber, dass es möglich sei, diese Technik aus dem Bereich von Laborergebnissen in eine einsatzfähige Militärtechnik zu überführen.

Die Global Times gibt nun an, ein Institut der China Electronics Technology Group Corporation (CETC) habe so ein Gerät entwickelt. Stimmen muss die Meldung trotz der Quelle nicht, es ist durchaus möglich, dass die Staatsmedien bei technologischen Durchbrüchen übertreiben. Sind die Angaben aber richtig, handelt es um einen Prototypen, der einem einsatzfähigen System sehr nahe kommt. Die Reichweite wird mit 100 Kilometern angegeben.

Was würde das bedeuten? Sollte eine Militärmacht ein einsatzfähiges Quanten-Radar entwickeln, wäre die gesamte Stealth- und Tarntechnik für herkömmliche Radargeräte obsolet. Ihre Idee basiert immer darauf, die einfallenden Radarwellen nicht zu reflektieren, gegenüber dem Eintreten von Photonen wäre das kein Schutz – die Tarnkappe würde nicht funktionieren.

ING Kampfjet 22.00

Russlands und Chinas Kampf gegen die Stealth-Technik

Am stärksten würde diese Neuerung die USA treffen, weil die US-Streitkräfte weltweit führend in der Stealthtechnik sind. Kein Wunder, dass Russland und China mit neuen Entwicklungen die US-Investitionen in diese Technik zunichte machen wollen. Gerade die Verkaufsoffensive der neuen unsichtbaren F-35 wird von beiden Ländern mit einer ganzen Reihe Ankündigungen von Anti-Stealth-Techniken begleitet. Das Quanten-Radar würde exakt auf Linie der chinesischen Rüstungsvorhaben liegen: Ihr Ziel ist es, mit vergleichsweise billigen Techniken die extrem teuren Rüstungsprojekte der USA zu neutralisieren. Man könnte vom Krieg der Kassen sprechen.

Entwicklungen wie das bereits ausgelieferte Sunflower-Radar (Russland) oder Projekte wie die Divine-Eagle-Drohne (China), können Stealth-Flugzeuge ebenfalls entdecken. Bezweifelt wird von US-Experten aber, dass die benutzte Radartechnik exakte Zieldaten liefern kann. Das Quanten-Radar hingegen würde Daten liefern, die Lenkwaffen direkt ins Ziel bringen.

T-50 13.10

Zweiter Fall in einer Woche: Wieder ein iPhone explodiert – in der Hosentasche

Apple hätte sich kaum ein besseres Szenario ausmalen können: Kurz vor der Vorstellung des iPhone 7 hat der größte Konkurrent einen ausgemachten Skandal an der Backe: Gleich mehrere Galaxy Note 7 von Samsung gingen in Flammen auf und explodierten. Viele potenzielle Käufer griffen lieber zum iPhone. Jetzt gibt es innerhalb einer Woche einen zweiten Bericht über ein explodierendes iPhone.

Das hatte Student Darin Hlavaty aus New Jersey in der Hintertasche seiner Jeans stecken, während er in einer Physik-Vorlesung saß, berichtet der lokale Fernehsender „6ABC“. Als er gerade nach einem Stift griff, spürte er plötzlich eine extreme Hitze an seinem Bein, berichtet Hlavaty: Das iPhone 6 Plus stand in Flammen.

+++ Hier finden Sie unseren ausführlichen iPhone 7 Test +++Explodiert jetzt auch das iPhone 7? 12.27

Explosion im Vorlesungsraum

„Aus dem Nichts war da dieses zischende, poppende Geräusch“, berichtet seine Kommilitonin Rebecca Bookbinder, die in seiner Nähe saß. „Plötzlich kam diese riesige schwarze Rauchwolke aus seiner Tasche.“ Verwirrt suchten die Studenten die Ursache – und realisierten, dass Hlavatys Smartphone explodiert war.

„Es war super heiß“, erinnert sich Hlavaty. „Also wich ich zurück, schnappte es und warf es auf den Boden. Ich musste es wegtreten – weil es brannte.“ Als die vom Lehrer gerufenen Sicherheitsleute kamen, war der Spuk schon vorbei, das Feuer erloschen. Die Studenten mussten für den Rest der Sitzung wegen des Brandgeruchs in einen anderen Raum ausweichen.iphone 7 Härtetest_15.40

Ursache unbekannt

Weshalb das iPhone 6 Plus in Flammen ausging, ist bisher nicht bekannt. Es war Hlavatys Angaben zufolge ausgeschaltet, der Akku war aufgebraucht. Ernsthaft beschädigt war das iPhone seiner Einschätzung nach nicht: „Ich habe es seit etwa sechs Monaten. Es war alles in Ordnung, bis auf einen kleinen Knacks. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass der eine Explosion in der Tasche auslöst.“

In der Vergangenheit hatten vor allem eine unsachgemäße Nutzung wie das Laden mit billigen Ladegeräten aus China dafür gesorgt, dass Batterien auf Dauer Schaden nahmen und es dann zu Explosionen kam. Ob das auch in diesem Fall passiert ist, ist nicht bekannt.Google Pixel hands-on 10.08

Zwei iPhones in einer Woche

Vergangene Woche hatte ein explodiertes iPhone 7 Schlagzeilen gemacht. Das war allerdings nicht beim Kunden hochgegangen, sondern bereits beim Transport. Der Käufer fand sein neues iPhone ausgebrannt in der versiegelten, aber stark beschädigten Verpackung. Apple reagierte schnell und versprach Ersatz. Da es sich im aktuellen Fall um ein älteres iPhone handelt, muss sich Apple wohl bislang nicht vor einer Explosionsserie bei seinem neuen Vorzeigemodell iPhone 7 fürchten.

Eigene Smartphones, Lautsprecher, Router : So will Google das bessere Apple werden

Google hat am Dienstag einen ganzen Reigen neuer Geräte vorgestellt: Neben zwei neuen Smartphones (Pixel und Pixel XL, beide mit dem brandneuen Android 7.1) zeigte der Konzern die finale Version seines Home-Lautsprechers, der nur mit der Sprache gesteuert wird, eine 4K-taugliche Version des Streamingsticks Chromecast und sogar einen eigenen Router namens Google Wifi. 

Für Google war es das wichtigste Hardware-Event seit Jahren. Denn der Suchmaschinenkonzern will nun ähnlich wie Apple nicht nur alle Software-Dienste aus einer Hand anbieten, sondern auch die dazu passenden Geräte, daher auch der Event-Name „MadeByGoogle“. Für Google ist es ein bemerkenswerter Strategiewechsel. Und die Herbst-Offensive kommt zum idealen Zeitpunkt.

Google will alles aus einer Hand bieten

Seit Jahren beharken sich Google und Apple, wenn auch nicht mehr ganz so harsch wie in den ersten Smartphone-Jahren, als Steve Jobs noch von einem „thermonuklearen Krieg“ sprach. Doch obwohl Google die populärsten Internetdienste und mit Android das am weitesten verbreitete Betriebssystem anbietet, hatte Apple immer einen entscheidenden Vorteil: Keiner konnte seine Hard- und Software so gut aufeinander abstimmen wie der iPhone-Hersteller. Wird etwa eine Sicherheitslücke entdeckt, könnte Apple dieses Loch theoretisch innerhalb eines Tages auf allen iPhones stopfen. Bei Android dagegen wäre man schon froh, wenn das Update überhaupt für alle Geräte erscheinen würde.

Google Pixel etc_21UhrDer Grund für dieses Dilemma: Google entwickelt zwar das Betriebssystem, jedoch nicht die Geräte, auf denen es läuft. Einzige Ausnahme waren bislang die Nexus-Geräte, die allerdings immer nur wie ein Hobby innerhalb des Google-Imperiums wirkten und zudem von anderen Herstellern im Auftrag entworfen und gefertigt wurden. Mit den neuen Pixel-Smartphones nimmt Google nun selbst das Heft in die Hand und könnte so das zweite, womöglich bessere Apple werden. Ganz nach dem Motto: „Wenn es richtig gemacht werden soll, mach es am besten selbst.“

Denn Google hat wohl verstanden, dass Hardware von guter Software profitiert – und umgekehrt. So werden das Pixel und Pixel Plus die Vorzeige-Smartphones für die hauseigene Virtual-Reality-Plattform Daydream, von der sich Google Großes verspricht. Und die passende Brille hat man ebenfalls gleich im Gepäck.

An der Android-Strategie ändert sich nichts

An der grundlegenden Android-Strategie wird sich jedoch nichts ändern: Google wird das Betriebssystem immer noch jedem Hersteller bereitstellen, der es verwenden möchte. Neue Funktionen – etwa den Siri-Konkurrenten Assistant – wird es zuerst jedoch exklusiv auf Google-Geräten geben.

Der Zeitpunkt für diese Trendwende ist ideal: Samsung steckt durch den Note-7-Skandal in einem der größten Rückrufe der Smartphone-Geschichte. Viele Apple-Fans wiederum haben sich vom iPhone 7 mehr erhofft: Zwar gab es wesentliche Verbesserungen bei der Kamera und das Gehäuse ist nun endlich wasserdicht, optisch sieht es aber weitgehend aus wie die Vorgängergenerationen. Andere Smartphone-Hersteller wie Sony, LG und HTC laufen unter ferner liefen und dümpeln bei den Marktanteilen im einstelligen Prozentbereich herum. Google könnte dieses Momentum nutzen, um unentschlossene Käufer für sich zu gewinnen.

Google Pixel: Ein iPhone mit Android

Dafür dürfen sich die beiden Pixel-Phones aber keinen Patzer leisten. Auf den ersten Blick sehen sie von vorne aus wie ein iPhone mit Android-Betriebssystem, die Rückseite erinnert an ein Honor 8. Einen Innovations-Oscar gewinnt der Konzern aus Mountain View dafür schonmal nicht.

Google Pixel hands-onAllerdings bieten die Pixel-Zwillinge superscharfe Displays und sind auch sonst technisch auf der Höhe der Zeit. Zudem haben sie das aktuelle Android 7.1 Nougat vorinstalliert, das neue Features wie Splitscreen-Multitasking bringt. Da das Smartphone direkt von Google kommt, muss man sich auch um Updates zumindest in den ersten Jahren keine Sorgen machen.

Mit einem optisch wie technisch generalüberholten iPhone im kommenden, zehnten Jubiläumsjahr könnte sich Apple allerdings stärker denn je zurückmelden. Und auch das Galaxy S8 wird die eine oder andere Neuerung in petto haben. Google sollte die Chance also mit beiden Händen ergreifen, um die Pixel-Smartphones am Markt zu etablieren. Ob der saftige Preis (je nach Modell zwischen 749 und 1009 Euro) da hilfreich ist? Einen Test der neuen Smartphones gibt es demnächst auf stern.de.

Googles Multimedia-Offensive

Wie ernst es Google mit seinen Synergie-Bestrebungen ist, zeigen auch die anderen vorgestellten Geräte. Da ist etwa Home, der smarte Sprachlautsprecher. Er steht ab November im Handel, und zwar zum Kampfpreis von 129 Dollar. Zum Vergleich: Amazons Echo, der ähnliche Funktionen bietet und demnächst auch in Deutschland verfügbar ist, ist mit 179 Euro deutlich teurer. Gerüchten zufolge werkelt auch Apple an einem Siri-Lautsprecher, offiziell angekündigt wurde er bislang aber nicht. Deutsche Home-Fans müssen sich allerdings gedulden, hierzulande wird der Lautsprecher erst 2017 auf den Markt kommen.

Amazon Echo Google Apple Datensammler_10.30Der neue Chromecast Ultra unterstützt nun die ultrahohe TV-Auflösung 4K (auch bekannt als UltraHD) und den Bildstandard HDR. Wie praktisch, dass die Pixel-Kameras diese Technik ebenfalls an Bord haben. Allerdings ist der Chromecast 4K mit 69 Euro doppelt so teuer wie der Ursprungs-Stick aus dem Jahr 2013. Ob er sich am Markt durchsetzen kann, wird sich zeigen – die Amazon-Konkurrenz (Fire TV und Fire TV Stick) ist hierzulande extrem populär. Apple dagegen ist mit seinem Apple TV 4 noch gar nicht im 4K-Zeitalter angekommen. Eine neue Version wird frühestens im kommenden Jahr erwartet.

Sogar ein Router ist mit dabei

Und dann ist da noch der Router: Diese Produktkategorie wird bislang von den Big Four (Google, Amazon, Microsoft, Apple) komplett vernachlässigt. Kein Wunder: Die meisten Menschen dürften den Router nutzen, den sie von ihrem Internetanbieter gestellt bekommen. Zudem tummeln sich bereits viele, seit Jahrzehnten etablierte Hersteller in dem Markt.

Doch wirklich sexy ist bislang keines der Geräte – und einfach zu bedienen schon gar nicht. Auch hier verspricht Google Besserung: Der eigene Wifi-Router lässt sich bequem per App steuern, nervige Aufgaben wie die Auswahl des perfekten Wlan-Kanals übernimmt der Router für den Nutzer. In Deutschland wird es Googles Sorglos-Router aber erst einmal nicht geben.

Wird die Pixel-Reihe ein Hit oder Flop?

Ob die Bemühungen von Google aufgehen, wird sich zeigen. Der Konzern muss jetzt beweisen, dass er seine Software so gut auf seine eigenen Geräte anpassen kann, wie Apple es seit Jahren vormacht – und dass er bei der Stange bleibt. Denn mit dem Pixel kauft man nicht nur ein Premium-Smartphone, sondern auch das Versprechen, stets die beste Android-Erfahrung zu haben.

Der Google-Manager Hiroshi Lockheimer schrieb im Vorfeld des Events: „Wir haben die erste Version von Android vor acht Jahren angekündigt. Ich habe das Gefühl, in acht Jahren sprechen wir über den 4. Oktober 2016.“ Markige Worte, an denen sich Google messen lassen werden muss. Denn es wäre nicht das erste Mal, dass der Konzern ambitionierte Pläne hegt, über diese wenige Monate später aber kein Wort mehr verliert. So entwickelte sich der Hoffnungsträger Google Glass zum Flop, das Gerät und kam nie in die Serienreife. Und das 2014 mit viel Tamtam vorgestellte modulare Smartphone „Project Ara“ wurde längst beerdigt.

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Für Android und iOS: Das kann das neue Whatsapp-Update

Lange Zeit war Whatsapp in Deutschland der unangefochtene Messenger-König. Kein Wunder: Whatsapp konnte alles, was man brauchte, war technisch auf dem Stand der Zeit und hat nach wie vor die mit Abstand größte Nutzerbasis. Doch dann kamen Snapchat und Co. – und ließen Whatsapp mit jeder Menge frischer Features ganz schön alt aussehen. Auch das neue iMessage von Apple hat mächtig aufgeholt. Mit dem neuesten Update will Whatsapp endlich wieder ein bisschen Land gut machen.

Whatsapp kann jetzt kritzeln, texten und stickern

Das Update soll vor allem den Spieltrieb ansprechen. Und reicht ein Feature nach, dass man bei Snapchat schon ewig kennt: Wer seinem Chat-Partner ein Foto schickt, kann das nun mit einer Vielzahl an Möglichkeiten verzieren, umgestalten und auch verunstalten. Vom direkten Hineinkritzeln, über farbige Texteingaben bis zu einer großen Auswahl an Stickern ist alles dabei. Wer Snapchat oder iMessage gewohnt ist, wird trotzdem enttäuscht sein.Whatsapp Update Sticker Whatsapp löschen 10.37

Denn zum einen ist die Auswahl an Stickern relativ beschränkt. Während Snapchat mit Myriaden von Stickern aufwartet und iMessage dafür sogar einen eigenen Store hat, ist bei Whatsapp nur eine recht kleine Auswahl zu finden, vor allem Emoji. Da sind viele Nutzer einfach mehr gewohnt. Die andere Einschränkung ist für Snapchat-Nutzer dagegen eine Selbstverständlichkeit, für iMessage-Fans aber ärgerlich: Bearbeitet werden können nur Bilder, die gerade geschossen wurden. Fotos aus der Galerie lassen sich nicht mehr anfassen. Eine unverständliche Entscheidung.

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Wann kommt das Whatsapp-Update?

Für Smartphones mit Android hat die Verteilung des Updates bereits begonnen, viele Nutzer können es schon aus dem Play Store laden. Wer es noch nicht hat, dürfte es in den nächsten Tagen erhalten. Besitzer eines iPhones müssen sich in jedem Fall noch etwas gedulden: Nach Angaben des Whatsapp-Blogs soll das Update aber schon in einigen Tagen im App Store landen.Whatsapp Facebook Datenabgleich verboten 11.53