Brandbekämpfung: Big Wind – die stärkste Feuerwehr der Welt

The „Big Wind“ ist eine Maschine wie aus einem Film der „Star Wars“-Reihe. Zwei riesige Triebwerke blicken drohend nach vorn, montiert sind sie auf einem Panzerfahrgestell. Dabei wurde „Big Wind“ nicht für einen Film entwickelt, es ist ein reines Arbeitsgerät für die Feuerwehr. Es arbeitet nach dem gleichen System, wie Sie eine Kerze löschen. Sie holen tief Luft, spitzen die Lippen und blasen los.

Genau so arbeitet der „Große Windmacher“. Erstmals wurde die Maschine 1991 eingesetzt, um die brennenden Ölquellen zu löschen, die von Saddam Husseins Armee bei ihrem Rückzug aus Kuwait in Brand gesteckt hatte. Gebaut wurde er von ungarischen Ingenieuren, das Konzept soll jedoch aus den Zeiten der UdSSR stammen. In der Sowjetunion wurde zum Löschen Ölquellenbränden und zur Schneeräumung von Flugplätzen ein einzelnes MiG-15-Strahltriebwerk verwendet, das auf der Ladefläche eines Lastwagens befestigt war. So war die Maschine aber nicht stark genug, um die Brände in Kuwait zu bekämpfen. Also rüstete die Firma MB-Drilling das Konzept zu „Big Wind“ auf.Wichtige Panzer

Verstärkte Version

Zum Windmachen werden zwei Triebwerke des MiG-21 Kampfflugzeugs verwandt. In der Luft katapultieren sie mit ihrem Rückstoß den Jäger nach vorn. Sie wurden modifiziert, dass sie vor allem Luft bewegen – außerdem stemmt sich ihrem Druck nun das Panzerfahrgestell entgegen. Als Basis wurden alte Panzer der Typen T-34 und T-62 verwendet. Video

Jedes der Triebwerke liefert 27.000 Pfund Schub und kann einen MiG-Jäger mit mehr als doppelter Schallgeschwindigkeit antreiben. Vorteil der Konstruktion: Das Triebwerk verbrennt den Sauerstoff in der Luft weitgehend, das ausströmenden Gas facht ein Feuer nicht weiter an.FOAB17.30

Zusätzlich wird Wasser durch sechs Feuerwehrschläuche je Triebwerk in den Luftstrom geblasen. So wird der Brandherd abgekühlt. Denn es reicht nicht aus, einen Ölbrand nur kurzfristig zu ersticken, wenn sich das Öl danach an glühenden Stahlteilen wieder entzünden würde.Mig 21

Nicht für jeden Brand geeignet

Seit 1991 ist die ultimative Wasserkanone immer mal wieder bei Ölbränden im Einsatz. Ölquellen konnte man vorher nur ausbrennen lassen. Große Brände lassen sich selbst durch den Einsatz von Druckwellen-Bomben nicht löschen, weil sie sich, nachdem die Welle verklungen ist, schnell wieder neu entzünden. Allzu mächtige Explosionen würden die Bohrlöcher und Installationen in der Tiefe zerstören. Sie werden von Big Wind nicht beschädigt, oberhalb des Bodes rasiert die sich rasend schnell bewegende Dampfkeule allerdings alles weg. Einen Hausbrand könnte Big Wind kaum löschen, dann würden die Trümmer des Hauses hunderte von Metern durch die Luft geschleudert werden.

Die Besatzung besteht aus drei Personen – dem Fahrer, einem Mann, der die Strahltriebwerke und Wasserdüsen steuert und einem Feuerwehrchef.Combat Dress 12.03

S-80 Isaac Peral: Upps – Spaniens neues U-Boot passt nicht mehr ins Dock

Einst baute Spanien die mächtigsten Flotten der Welt, heute blamiert sich Madrid beim Versuch, ein U-Boot herzustellen. Es geht um die „Isaac Peral“, das erste Boot der S-80-Klasse. Die gesamte Geschichte des Tauchbootes ist voller peinlicher Pannen. Kurz vor Fertigstellung kommt nun die Krönung:

Die spanische Tageszeitung „El País“ berichtet, dass die U-Boote nicht mehr in ihre Docks in Cartagena passen. Grund dafür sind zahlreiche Nachbesserungen. Um das Kampfboot überhaupt schwimmfähig zu halten, wurde nachträglich eine Sektion eingefügt. Dadurch sind die Boote deutlich länger geworden. Der ursprüngliche Entwurf sah ein 71 Meter langes, 2200 Tonnen schweres U-Boot vor, nun ist die S-80 Plus 81 Meter lang und verdrängt 3000 Tonnen.Einsatz U Boot 15.17

Damals hätten die Verantwortlichen natürlich aufhorchen müssen. Aber vermutlich wollte niemand darüber nachdenken, dass die Verlängerung Probleme im Dock verursachen könnte. An einen Zufall kann man kaum glauben, denn die S-80 wird in unmittelbarer Nachbarschaft zu den U-Boot-Docks gebaut. 

Tauchen bis zum Meeresgrund

Das Drama geht auf das Jahr 2013 zurück. Damals bemerkte man, dass das Boot 100 Tonnen schwerer war als geplant. Die Folge war fatal; das U-Boot konnte zwar prima abtauchen. Das Volumen an Bord reichte allerdings nicht, um das Boot wieder auftauchen zu lassen. Im Einsatz wäre die „Isaac Peral“ vermutlich ohne Feindeinwirkung auf den Boden des Meeres gesunken.U-Boot bricht durchs Arktis-Eis_20.30

Ein ehemaliger Beamter sagte der Nachrichtenagentur AP, der Ursprungs-Fehler sei entstanden, weil in einer Tabelle eine Dezimalstelle verrutscht sei. Immerhin fand man mit der Verlängerung eine Lösung, um das U-Boot zu retten. „El País“ schätzt die Kosten auf eine Milliarde Euro pro Boot, die Kosten hätten sich damit glatt verdoppelt. Nicht mitgerechnet sind die Kosten für den nun folgenden Umbau der Docks.

Extrem teures U-Boot

Eine S-80 Plus wäre demnach teurer als ein chinesischer Lenkwaffen-Zerstörer des Typs 055. Er gilt weltweit als das modernste Schiff seiner Klasse – mit einer ungleich höheren Zerstörungsfähigkeit als die S-80.

Insgesamt wurden vier S-80 Kampf-U-Boote bestellt, um die alte Agosta-Klasse abzulösen. Der neue Antrieb arbeitet unabhängig von Luft, sodass die Boote länger unter Wasser bleiben können als andere diesel-elektrische U-Boote. Die S-80er sind mit sechs 533-Millimeter-Torpedorohren bewaffnet. Damit können Torpedos aber auch Anti-Schiffsraketen vom Typ Harpoon und Tomahawk-Marschflugkörper abgeschossen werden.Luxus Boot 11.22

Gesichtserkennung: Blamage für Amazon: Gesichtserkennung verwechselt US-Abgeordnete mit Straftätern

Dieses Ergebnis muss für 28 Abgeordnete im US-Kongress eine böse Überraschung gewesen sein. Amazons Software „Rekognition“ behauptete steif und fest, ihre Gesichter in polizeilichen Bildergalerien von Straftätern widererkannt zu haben. Dumm nur, dass keiner der Politiker sich nachweislich etwas zu Schulden hat kommen lassen. Kein Anhalten wegen zu schnellen Fahrens, Drogenkonsums oder unerlaubten Waffenbesitzes war irgendwo bei den Behörden verzeichnet.Nur mit einem Lächeln bestellen_10.50

Die Parlamentarier müssen keine Konsequenzen befürchten. Sie waren Teil eines Versuchs, den die amerikanische Bürgerrechtsbewegung American Civil Liberties Union (ACLU) durchführte. Die hatte sich eine Lizenz für die Software besorgt und ließ „Rekognition“ die Gesichter aller 535 Kongress-Abgeordneten mit einer Datenbank abgleichen, in der 25.000 Bilder von Straftätern eingespeist waren. Ungemütlicher könnte es für Amazon selber werden.

Amazon mischt auch im Sicherheitsbereich mit

Denn die Nachricht kommt für den Online-Händler zur Unzeit. Das Unternehmen eilt von Erfolg zu Erfolg. Das Schwergewicht ist nicht nur das zweitwertvollste Unternehmen der Welt, sondern verdient am Internet-Handel prächtig. Als zweites Standbein mausert sich dabei das Cloud-Geschäft mit der Tochter AWS. Amazon vermietet Speicherplatz nicht nur an Otto-Normalverbraucher, sondern auch an die Bundesbehörde FBI.

Doch die Geschäftstüchtigkeit Amazons reicht noch weiter. Der Konzern hat eben auch die Gesichtserkennung „Rekognition“ im Angebot. Die Software soll Kunden helfen, große Datenbanken nach Bildern zu durchforsten. Beliebt ist sie auch bei Polizeibehörden. Die können das Programm zum ihrem Cloud-Speicher hinzubuchen. Die monatlichen Kosten sollen bei gerade einmal 12 US-Dollar liegen. Der Clou: Die Gesichtserkennung funktioniert in Echtzeit. Polizisten könnten so Straftäter bei der Fahrzeugkontrolle gleich erkennen und  festnehmen.Amazon verkauft Gesichtserkennungssoftware an US-Polizei

Das Police Department in Orlando unterhielt bereits ein Pilotprojekt, dass eben diese Software verwendete. Auch an der US-Westküste interessieren sich die Behörden für „Rekognition“. Nach einem Bericht der Regionalzeitung „Williamette Week“ soll das Washington County Sheriff’s Department in Oregon einen Einsatz vorbereiten.

Bürgerrechtler üben scharfe Kritik

Gesichter mittels Software in Echtzeit zu erkennen und mit Datenbanken abzugleichen, ist bei Sicherheitsbehörden der letzte Schrei. Doch das Experiment von ACLU bestätigt nun abermals viele Kritiker. Wie „The Verge“ berichtet soll „Rekognition“ die Hautfarbe als Vergleichsparameter angewendet haben. Elf der betroffenen 28 Abgeordneten aus dem Versuch sind dunkelhäutig. Sie will die Software in der Verbrecher-Datenbank wiedererkannt haben. Auch Programme anderer Anbieter fielen bei Tests einer  Bundesbehörde mit solchen falschen Ergebnissen auf.23: USBürgerrechtler warnen vor Missbrauch von Gesichtserkennung durch Polizei – 8991505f1550553b

Die Bürgerrechtler von ALCU halten „Rekognition“ generell für brandgefährlich. Die Gefahr sie zu große, dass Unschuldige festgenommen werden, sagte eine Sprecher. Auch Streifenpolizisten könnten falsche Informationen über Kriminelle erhalten. Amazon selber bügelt die Befunde ab. Die Datenbank sei eben nicht ausreichend mit Vergleichsmaterial gefüttert worden, dass als hinreichend vertrauenswürdig eingestuft werden konnte, teilte das Unternehmen gegenüber „The Verge“ mit.

US-Abgeordnete setzen Amazon ein Ultimatum

Dennoch könnte die Studie Konsequenzen nach sich ziehen. Parlamentarier forderten Amazon in einer Erklärung auf, die Namen aller Sicherheitsdienste bekannt zu geben, die „Rekognition“ einsetzen. Das Unternehmen soll auch Auskunft über seine Software-Entwicklung gegen. Der Konzern von Jeff Bezos hat nun bis 20. August Zeit, zu reagieren.11-Fluch oder Segen? Gesichtserkennung ist die Zukunft-5605487522001

Luftpionierin: Amelia Earhart – ihre letzten verzweifelten Funksprüche sind aufgetaucht

Im Sommer 1937 saß ein 15-jähriges Mädchen in Sankt Petersburg, Florida, vor ihrem Radio. Auf einmal hörte sie einen verzweifelten Hilferuf. „Die Flut kommt“, „das Wasser ist kniehoch – hol mich raus“ und „schickt schnell Hilfe.“ Eine Hausfrau in Toronto hörte zur gleichen Zeit nur ein Fragment: „Wir haben Wasser an Bord – wir können nicht viel länger aushalten.“

Das waren vermutlich die letzten verzweifelten Versuche von Amelia Earhart und ihrem Navigator Fred Noonan, Hilfe zu rufen. Davon ist zumindest die International Group for Historic Aircraft Recovery (TIGHAR) überzeugt. Ric Gillespie von TIGHAR versucht seit 30 Jahren, das Schicksal der legendären Pilotin aufzuklären. Er ist davon überzeugt, dass Earhart und Noonan nicht direkt beim Absturz ihrer Lockheed Electra über dem Pazifik starben, sondern sich auf das kleine Eiland Nikumaroro oder Gardner Island mitten im Pazifik retten konnten.

Nächtliche Hilferufe

In einem neuen Papier hat Ric Gillespie nun alle Funksprüche zusammengefasst, die von den beiden stammen sollen. Seine Theorie: Die berühmte Pilotin sei in der Lage gewesen, die zweimotorige Maschine in der Nähe des Strandes zu wassern. Dann habe die Lockheed zwar in der Nähe des Landes gelegen, wurde aber noch vom Wasser umspült. Nur in den wenigen Stunden der Ebbe mitten in der Nacht hätten die beiden es gewagt, die Maschinen anzulassen, um das Funkgerät in Betrieb zu nehmen.FS Earhardt II

Die Analyse der Funksprüche soll diese Theorie stützen. „Der Wechsel von aktiven und stummen Perioden belegt die Geschichte“, so Gillespie. Wie auch die Tatsache, dass sich ihre Botschaften am 5. Juli ändern. Von da an beginnt Earhart, das Wasser zu erwähnen und später macht sie sich ständig Sorgen um das steigende Wasser.

Diese Botschaften wurden von Militärs gehört, die nach Earhart suchten, so Gillespie. Andere Fragmente wurde von Leuten gehört, die gerade zufällig am Radio saßen. Kurz nachdem Earharts Flugzeug verschwand, forderte die U.S. Navy am 2. Juli 1937 alle zuständigen Stellen und jede Zivilperson auf, die Frequenzen zu überwachen, die Earhart auf ihrer Reise benutzt hat.

Lange Reichweite durch Überlagerung

Japan Foto 15.50hDas war ein verzweifelter Versuch, denn das Funkgerät der Electra hatte nur eine beschränkte Reichweite. Die eigentlichen Funkwellen wurden von niemand gehört. Durch eine technische Besonderheit emittierte das Funkgerät aber neben den eigentlichen Frequenzen sogenannte Oberwelllen. Sie konnten viel weiter empfangen werden, transportierten aber nur verstümmelte Fragmente der eigentlichen Botschaft. So kam es, dass die verzweifelten Hilferufe sogar in Florida und Kanada gehört wurden.

Die Meldungen über diese verstümmelten Botschaften hat Gillespie nun systematisch zusammengefasst. Am 3. Juli hörte Nina Paxton in den USA einen Notruf. Earhart sagte, sie sei „auf oder in der Nähe einer kleinen Insel an einem Punkt in der Nähe“…. Dann sagte sie etwas über einen Sturm und dass ein starker Wind anhebt. „Wir müssen hier raus“, sagte sie irgendwann. „Wir können hier nicht lange bleiben.“

Der letzte Beweis fehlt

Gillespie trägt seit Jahrzehnten Beweise für seine Theorie zusammen. Ein wesentlicher Durchbruch war die Analyse von Fotografien, die einen Knochenfund von 1940 zeigen. Das Skelett weist signifikante Ähnlichkeiten mit Earharts Körperbau auf. Da die beteiligten Forensiker aber nicht das Skelett selbst, sondern nur Fotografien zur Verfügung hatten, gelang auch mit dieser Analyse kein zweifelsfreier Nachweis.AR Boeing Clipper_10.15

Laut Gillespie haben Earhart und Noonan den Absturz überlebt, Noonan vermutlich verletzt. Doch ihre Versuche, Hilfe herbeizurufen, hatten keinen Erfolg. Das Flugzeug wurde dann von den Gezeiten immer tiefer ins Meer gezogen, bis es im Meer verschwand. Für Earhart und Noonan war die Lage hoffnungslos.

Furchtbarer Kampf ums Überleben

„Sie lebte eine ganze Zeit auf der Insel. Wir haben Aufzeichnungen über Rettungsfeuer. Gemessen an den Knochenfunden von Vögeln und Fischen hat sie Wochen, wenn nicht Monate dort überlebt.“ Earharts Navigator Fred Noonan soll vorher gestorben sein. Schon in den ersten Rettungsrufen hat Earhart ihn als verletzt bezeichnet.

Am Ende muss es ein aussichtsloser, furchtbarer Kampf ums Überleben gewesen sein. Das lebenswichtige Wasser ließ sich auf Nikumaroro nur aus der Vegetation gewinnen. Auf diese Weise konnte Earharts das Verdursten aber nur herauszögern. Als keine Rettung kam, wird sie an Wassermangel und unzureichender Ernährung zugrunde gegangen sein.

Die Theorie von Gillespie hört sich schlüssig an. Bisher ist es ihm trotz aller Anstrengungen aber nicht gelungen, einen Beweis für seine Annahmen zu liefern. Trotz aller Suchen konnten weder das Wrack der Maschine noch die Überreste der Besatzung gefunden werden. Sollte die Eelctra länger am Strand gelegen haben, müssten die Überlebenden auch die Chance gehabt haben, Vorräte und Ausrüstungsgegenstände, die das Überleben sichern, an Land zu bringen. Doch es sind keine Dosen, Messer oder andere Gegenstände, die aus der Electra stammten, aufgetaucht.

Eahrhardt 22.31